Glyx ist die Abkürzung für glykämischer Index. Das ist ein Wert, der angibt, wie stark der Insulinspiegel nach Aufnahme eines bestimmten Lebensmittel steigt (“Blutzucker-Reaktion”). Bei der Glyx-Diät sollen vorwiegend Lebensmittel mit niedrigem Glyx gegessen werden. Der prozentuale Gehalt an Fett, Eiweiß, Kohlenhydrate, Vitaminen und Mineralstoffen wird dabei nicht extra berücksichtigt - und auch nicht der Energiegehalt (Kalorienmenge) oder die Ballaststoffe.
Bewertung/Meinung Mir scheint die Glyx-Diät nur die marketingmäßige Aufbereitung einer altbekannten Sache zu sein: nach manchen Lebensmitteln kriegt man schneller wieder Hunger als nach anderen. Und Überraschung: zu den schlechten gehört Zucker (Süßigkeiten) und Weißmehl! Schon Montignac hat daraus eine Diät entwickelt und nun wurde wieder eine auf den Markt geworfen, die nennt sich Glyx-Diät. Die folgenden Schlankheitskonzepte, die den Glyx integriert haben wurden von Stiftung Warentest mit Stufe 2 oder 3 (von fünf Stufen) bewertet: Michael Hamm, Christine Neubauer (Vollweib-Diät), Marion Grillparzer.
Grundsätzlich interessant zu wissen: Lebensmittel mit niedrigem Glyx (also “gut”) sind sind z. B. Vollkornbrot, Vollkornmüsli ohne Zuckerzusatz, Vollkornreis, Vollkornnudeln, Erbsen, alle Hülsenfrüchte, rohe Möhren, Artischocken, Auberginen Spinat, Spargel, Mangos, Kiwis, Weintrauben, frische Aprikosen, alle Nüsse.
Lebensmittel mit hohem glykämischen Index sind z.B. Zucker, Honig, Schokoriegel, Eiscreme, Marmelade, Ananas (deshalb auf Ananas verzichten? Nein! außerdem scheint mir das doch vom Reife- und damit Zuckergehalt abhängig zu sein), Wassermelonen, Rosinen, Dörrobst, reife Bananen, Bier, fettes Fleisch, zuckerhaltige Limonaden.
Aber: der glykämische Index eines Lebensmittels ist auch von seiner Zubereitungsart (Nudeln “al dente” sind günstiger als weich gekochte), aber auch von der Kombination mit anderen Lebensmitteln - und wer isst schon Reis oder Kartoffeln pur - abhängig.
Egal wie man es nennt, in der Praxis führt kein Weg dran vorbei, dass man, um abzunehmen, weniger Energie aufnehmen als verbrauchen muss. Dabei darf man nicht übertreiben (also nicht zuwenig essen), sonst kommt der Jojo-Effekt, der Körper stellt sich um und lutscht jede Kalorie dreimal aus. Gesunde, wertvolle Lebensmittel tragen dazu bei, dass man länger satt bleibt. Vollkornprodukte werden schon seit langem von jedem vernünftigen Ernährungsberater empfohlen, wobei dabei inzwischen differenziert wird, denn z. B. verträgt nicht jeder jede Art von Vollkornbrot, nicht zuletzt, weil die Backzeiten heutzutage oft zu kurz sind. Wichtig ist aber auch die Zusammensetzung der Ernährung, also Eiweiß, Fett, Kohlenhydrate, Vitamine, Mineralstoffe, sekundäre Stoffe usw. Sicher ist es nicht uninteressant, mal in eine Glyxtabelle zu schauen. Aber sind da auch Glyxwerte von Kombinationen berücksichtigt? Meines Wissens nach nicht. Außerdem reagiert jeder Mensch anders auf Lebensmittel- oder Kombinationen. Die Glyxtabellen sind also eher theoretisch.
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