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© Eva Schumann
Freising

Kompostierung

Biologischer Pflanzenschutz bei ho

Kompostierung von Gartenabfällen

Kompostierung - wie geht das?

Kompostierung dient der umweltfreundlichen Entsorgung und  Wiederverwertung  von organischen "Wertstoffen" - z. B. von Gartenabfällen wie Rasenschnitt, Laub, Schnittgut und auch pflanzlichen Küchenabfällen. Das Endprodukt einer fachgerechten Kompostierung ist ein wertvoller Dünger und Bodenverbesserungsstoff. Die Verwendung von Kompost kann Torf im Garten weitestgehend ersetzen. Die Kompostqualität wird durch das Ausgangsmaterial und die Rottebedingungen bestimmt.

Richtig Kompostieren im Garten

 

Zur Kompostierung eignen sich Abfälle aus dem Garten wie Grasschnitt, Laub, Gehölzschnitt, Staudenabfälle, Reste von Beet- und Balkonpflanzen, Gemüse- und Obstabfälle, pflanzliche Abfälle aus der Küche, von zugekauftem Obst und Gemüse sowie Stroh, zerkleinerte und unbehandelte Rinden- und Holzabfälle und ähnliche nährstoffarme, aber strukturbildende Rohstoffe von außerhalb des Gartens. Weniger gut geeignet bzw. nur in kleinen Mengen auf den eigenen Kompost im Garten gehören Schnittblumenabfälle, Topfpflanzen, sowie Schalen von Südfrüchten. Die sind in der Biotonne besser aufgehoben. Ein bisschen Einpackpapier schadet dem Kompost auch nicht, aber ansonsten gehört Papier in die Altpapiersammlung und nicht auf den Komposthaufen. Auch Kaffeesatz und Teereste sollten nur in kleinen, haushaltsüblichen Mengen auf den Kompost, da diese erhöhte Zink- und Kupfergehalte aufweisen.

Grundsätzlich nicht geeignet oder abzulehnen für die Kompostierung sind Gartenabfälle, die starken Abgasemissionen ausgesetzt waren (neben stark befahrenen Straßen u. ä.), gekochte und/oder gesalzene Essensreste, Fleisch, Pflanzenteile von kranken Pflanzen, samende und Wurzelunkräuter, Staubsaugerbeutelinhalte, Straßenkehrichte, Holz- und Kohlenaschen (beide sind stark schwermetallhaltig) sowie nährstoffreiche Materialien von außerhalb des Gartens wie Pferdemist vom Reiterhof, Haare vom Friseur u. ä. Auch Eierschalen werden nicht mehr empfohlen, da Fliegen die Salmonellen vom Kompost auf offene Lebensmittel in der Küche übertragen könnten.

Eignet sich Grasschnitt zur Kompostierung?

Ja, Grasschnitt eignet sich zur Kompostierung und bringt sogar wertvollen Stickstoff in den Kompost. Allerdings legen sich die flachen Grashalme sehr dicht aufeinander wodurch der Kompost - wenn man ausschließlich Grasschnitt verwendet - zuwenig belüftet ist und dann fault. Am besten wird Grasschnitt gut mit strukturbildenden Materialen wie Laub, Gehölzschnitt oder Stroh durchmischt.

Thermokomposter, Komposthaufen oder offener Kompostbehälter?

Der Vorteil von Kompostbehältern gegenüber offenen Mieten (Komposthaufen), ist die Platzersparnis und der "aufgeräumtere" optische Eindruck.

 

Modern sind Thermokomposter/Schnellkomposter (wie z. B. der Thermo-Komposter von Neudorff). Die Rotte im geschlossenen Behälter (Thermokomposter) verläuft nicht schneller (Testergebnisse des Instituts für Bodenkunde und Pflanzenernährung der Versuchsanstalt für Gartenbau an der FH Weihenstephan), doch der Kompostplatz sieht ordentlich aus. Aber eigentlich ist ein Kompostbehälter aus Latten oder Metall völlig ausreichend - die Belüftung und damit die Rottebedingungen in der Regel sogar besser. Wenn man sich für einen Holzkomposter entscheidet, sind Latten aus schwer verrottbaren Holzarten wie Lärche empfehlenswert. Noch wichtiger aber ist meiner Meinung nach, dass der Kompostbehälter ein problemloses Befüllen und eine einfach Entnahme des fertigen Kompostes ermöglicht. Man sollte also beispielsweise eine Seite öffnen können oder Latten herausnehmen können, ohne dass die ganze Konstruktion zusammenbricht.

Unbedingt anzuraten ist die Abdeckung des Kompostes entweder mit einem Deckel oder einem Kompostvlies, damit Regenfälle nicht die Nährstoffe ausschwemmen oder der Kompost zu nass und sauerstoffarm wird. Andererseits muss bei lange anhaltender Trockenheit auch mal gegossen werden (bzw. der Deckel beim nächsten Regen abgenommen werden).

Kompostzusätze, Kompostwürmer

Zusätze zum Kompost wie Kompoststarter, -beschleuniger, Kalk u. ä. sind überflüssig. Auch muss man keine Kompostwürmer dazugeben - die siedeln sich schnell von alleine an. Wichtig ist, dass durch eine gute Durchmischung strukturbildender und feuchterer Bestandteile genügend Luft im Kompost ist, also zum Beispiel Gras und Küchenabfälle mit Holzhächsel mischen. (Merken: Durchmischung vielfältiger Ausgangsstoffe ist in, Schichtenbilden ist out!). Das Umsetzen des Kompostes beschleunigt den Rottevorgang, ist aber nicht notwendig.

Kompost ausbringen

Vor dem Ausbringen - besonders von Frischkompost - wird das Material mit einem Kompostsieb durchgesiebt. Frischkompost, der noch nicht ganz verrottet ist, kann verwendet, aber darf nicht zu tief eingearbeitet werden und eignet sich nicht bei Wurzelgemüsen, Zwiebeln und Kohl. Reifekompost erzielt man in der Regel nach einjähriger Rotte. Mit noch längerer Rottezeit nimmt die Qualität eher ab.

Kompost sollte nur in kontrollierten Mengen ausgebracht werden, denn er ist nährstoffreich und wirkt wie ein Dünger. Viele Gartenböden, besonders Gemüsebeete, sind durch jahrelange sehr reichliche Kompost- und Stallmistgaben vor allem mit Phosphat überversorgt. Optimal wäre es, die Kompostgaben und sonstige Düngung an die Ergebnisse einer Bodenuntersuchung auszurichten. Im Durchschnitt zu empfehlende Mengen sind bei Gemüse 1 bis 3 l/m2 vor jeder Gemüsekultur, 1 - 2 l /m2 bei Stauden, Gehölzen und Rasen. Nach einer Kompostdüngung muss kein Volldünger, sondern je nach Bedarf nur Stickstoff und Kali zugedüngt werden. Genaue Angaben erhält man, wenn man seinen Boden UND seinen Kompost untersuchen lässt.

Gartenabfälle lassen sich alternativ auch gut in einem Hochbeet verstecken, bis sie verrottet sind. --> Wie man ein Hochbeet baut

 

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