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Urlaubstipp:

Seychellen per Yacht

Segel- und Tauchtörn durch ein Inselparadies

Ich wollte sie ja schon so lange kennenlernen, diese Perlen verstreut im Indischen Ozean: die Seychelleninseln Praslin, La Digue, Mahé und ihre kleineren Nachbarinseln, allesamt Splitter des alten Gondwanalandes, das sich vor langer Zeit in Afrika und Indien teilte (und zu dem damals auch die Antarktis, Australien und Südamerika gehörten).

Schon oft hatte ich von diesen Traumstränden, der üppigen Pflanzenpracht und der farbenprächtigen Unterwasserwelt gelesen und die Bilder in Reisemagazinen bewundert. Doch konnte ich mich nie entschließen, auf welcher der Inseln ich meinen Urlaub verbringen wollte: auf Mahe - der vielseitigen und spektakulären, Praslin - der Heimat der Seychellennußpalme (Coco de mer), auf La Digue - der verträumten oder lieber auf einer der vielen abgelegeneren Inseln. Das Islandhopping auf eigene Faust schien mir zu kompliziert und teuer.

Das Internet half: als ich "Seychellen" in meine Suchmaschine tippte, spuckte mir Altavista "Segel- und Tauchtörn in den Seychellen" aus. Sofort nahm ich Kontakt mit dem Anbieter auf und erfuhr, daß man weder tauchen noch segeln können muß, um an solch einem Trip teilzunehmen, aber dies lernen kann (ausgebildeter Skipper und Tauchlehrer an Bord), wenn man dies möchte. Ich buchte einen 6 Tage-Trip in den Inneren Inseln (wer mehr Zeit hat, kann auch länger und auch die Äußeren Inseln der Seychellen auf diese Art besuchen) und Ende Januar war es dann soweit.

Ich flog nach Mahé und checkte mich im Hafen von Victoria (Inter Island Quay) auf der Segelyacht Wikinger ein und planmäßig ging die Reise los.

Und sie übertraf alle meine Erwartungen. Das Bootfahren, besonders das Segeln auf dem 22 m Schoner (Motorsegler) gefiel mir sehr gut. Ich genoß den angenehmen Fahrtwind, der das tropische Klima gut verträglich machte. Für einen Schattenplatz war auch gesorgt und es war herrlich, ständig draußen sein zu können und den Ausblick auf traumhafte Strände und Insellandschaften (die wir natürlich auch besuchten) genießen zu können.


Die Kabinen waren hübsch und jeweils mit einer kleinen Toilette, Dusche und Waschbecken ausgestattet und boten viel Stauraum. Das Essen im schönen Salon oder auf Deck war ein Genuß (dank Danny, dem ausgebildeten, einheimischen Koch), der Service vorbildlich (Danke Steve) und Martin, der deutsche Skipper und Tauchlehrer, sorgte für eine angenehme, sichere Fahrt und hatte die besten Tips für Ausflüge am Land oder zu Wasser (Tauchen und Schnorcheln).


Die Inseln sind wunderschön mit unzähligen Stränden und interessanten Naturpfaden (z.B. Vallée de Mai auf Praslin, wo man die Seychellennuß  (rechts) und andere endemische Pflanzen bestaunen kann, Curieuse mit einem schönen Pfad durch Mangroven, Zimt und Takamakabäumen).




Auch die tropische Unterwasserwelt in ihrer unglaublich bunten Vielfalt war ein Erlebnis (z.B. Schnorcheln bei Big Sister: Wasserschildkröten, Adlerrochen, korallenbewohnende Fische und vieles mehr). Und die planktonfressenden Walhaie werden in den Seychellen häufig gesichtet, da hatte ich aber leider kein Glück. Auf jeden Fall sind die Seychellen für Schnorchler und Taucher ein Paradies und die Wikinger bestens ausgerüstet. Und hab ich schon erwähnt, wie schön das Meer in allen Blautönen schimmert?


Zugegeben die Seychellen sind kein billiges Urlaubsland, nicht zuletzt weil dort vieles importiert werden muß. Lebensmittel und Hotels sind eher teuer, und für Ausflüge in die Nationalparks muß bezahlt werden (was deren Erhalt ermöglicht!). Jedoch war der Törn auf der Wikinger nicht teurer als vergleichbare Törns in der Karibik und anderswo.

Unbedingt erforderlich für so einen Yachttrip sind ausreichend Sonnenschutzmittel und vor allem bei schon etwas lichterem Haarwuchs ein Hut, aber dieser "Aufwand" lohnt sich. Malaria und andere Tropenkrankheiten sind auf den Seychellen nicht zu finden, was ich als sehr beruhigend empfand. Erfreulich ist auch die unaufdringliche Freundlichkeit der Seychelloisen. Hier gilt: wer anderen ein Lächeln schenkt, bekommt auch eines zurück.

Ich fand diese Art des Reisens eine spannende Möglichkeit diese wunderschönen Inseln kennenzulernen (spannend, weil alles für mich ganz neu war, sowohl die Inseln, als auch das Leben auf einer Yacht ) und kann es jedem, der nicht extrem leicht seekrank wird, nur empfehlen. Geeignet ist dieser Trip für Singles, Paare und Familien, für Taucher und Nichttaucher. Man kann das ganze Schiff (maximal 8 Personen), eine Kabine oder auch nur ein Bett in einer Doppelkabine buchen.


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© Eva Schumann,
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