{"id":11977,"date":"2023-01-16T17:52:09","date_gmt":"2023-01-16T16:52:09","guid":{"rendered":"http:\/\/www.tinto.de\/tipps\/?p=11977"},"modified":"2025-10-20T15:36:40","modified_gmt":"2025-10-20T13:36:40","slug":"heimisch-alteingewandert-neophyt-invasiv-alles-relativ","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.tinto.de\/tipps\/heimisch-alteingewandert-neophyt-invasiv-alles-relativ\/","title":{"rendered":"Heimische Pflanze, alteingewanderte oder Neophyt &#8211; alles eine Frage der Zeit"},"content":{"rendered":"\n<img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/vg04.met.vgwort.de\/na\/f0551c83417c46358e6a735fb9f5f446\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\" style=\"float:right; margin-left:0px; padding:0px;\">\n\n\n\n<p><strong>Pflanzen, die nicht heimisch sind und erst nach 1492 eingef\u00fchrt wurden, sind bei vielen als Neophyten geradezu verschrien. Dabei sind auch die als heimisch geltenden Lebewesen und Lebensgemeinschaften irgendwann irgendwoher gekommen und haben sich angesiedelt, wenn die Bedingungen passten. Es ist dasselbe Prinzip, nur bei den einen schon l\u00e4nger her als bei den anderen.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Nur an isolierten Standorten, beispielsweise abgelegenen Inseln wie den Galapagos- und den Hawaii-Inseln, entwickelten sich endemische Arten, die es nur an diesem einen Standort gibt. Ansonsten fand und findet ein Austausch von Pflanzen und anderen Lebewesen statt, einerseits durch Wind, Wasser und Wildtiere, aber auch durch die Wanderbewegungen, Neubesiedelungen, Kriege und Handelst\u00e4tigkeiten des Menschen.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image is-style-default\">\n<figure class=\"aligncenter size-large\"><a href=\"http:\/\/www.tinto.de\/tipps\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Topfgarten-Schmetterlingsflieder-Buddleja-davidii-Black-Knight-Distelfalter-400x.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"400\" height=\"500\" src=\"http:\/\/www.tinto.de\/tipps\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Topfgarten-Schmetterlingsflieder-Buddleja-davidii-Black-Knight-Distelfalter-400x.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-11983\" srcset=\"http:\/\/www.tinto.de\/tipps\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Topfgarten-Schmetterlingsflieder-Buddleja-davidii-Black-Knight-Distelfalter-400x.jpg 400w, http:\/\/www.tinto.de\/tipps\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Topfgarten-Schmetterlingsflieder-Buddleja-davidii-Black-Knight-Distelfalter-400x-240x300.jpg 240w\" sizes=\"(max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Der von Mai bis Oktober bl\u00fchende Schmetterlingsflieder <em>(Buddleja davidii)<\/em> ist ein von manchen Natursch\u00fctzern ge\u00e4chteter Neophyt, wird von Schmetterlingen, Bienen, Hobbyg\u00e4rtnerInnen, ImkerInnen und anderen aber sehr gesch\u00e4tzt. <\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n<p>Wenn die Bedingungen am neuen Standort passen, keimen die angeflogenen Samen oder Samen aus von Menschen mitgebrachten Fr\u00fcchten und besiedeln den Platz. Und wenn sich der Standort von alleine oder durch die T\u00e4tigkeit des Menschen im Laufe der Zeit ver\u00e4ndert (Mahd, Beweidung, Pflanzenbau, D\u00fcngung etc.), ver\u00e4ndern sich auch die dortigen Arten und Lebensgemeinschaften \u2013 entweder k\u00f6nnen sie sich anpassen oder sie werden durch das Erstarken anderer Lebewesen (die besser dorthin passen, aber bis dahin ein Nischendasein fristeten) oder durch ganz neue Besiedler ganz oder teilweise verdr\u00e4ngt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Heimisch, alteingewandert oder Neophyt ist eine Frage der Zeit<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Als <strong>indigene (einheimische, urw\u00fcchsige) Pflanzen<\/strong> bezeichnet man solche, die sich ohne den Einfluss des Menschen in einem Gebiet ausgebreitet haben. Sie haben sich aber nicht an diesem Standort aus einer ersten Pflanzenzelle im Laufe der Evolution \u00fcber Lebermoos bis hin zu einer neueren Baumart entwickelt. Die erste Pflanzenzelle entstand n\u00e4mlich  im Meer (Urozean) und aus ihr entwickelten sich die ersten Pflanzen. <\/p>\n\n\n\n<p>Die ersten Pflanzen an Land waren vermutlich eine Vorstufe von Lebermoosen, die irgendwie an Land gesp\u00fclt wurden und dabei nicht starben, sondern mit den Bedingungen zurechtkamen (die genauen Zeiten und Abl\u00e4ufe werden unter WissenschaftlerInnen noch diskutiert). Nach der &#8222;Landnahme&#8220; folgten Ausbreitung, Weiterentwicklung, Spezialisierungen etc. \u00fcber Millionen von Jahren. <\/p>\n\n\n\n<p>Pflanzen, die wir heute an einem Standort als heimisch bezeichnen, haben sich irgendwann dort angesiedelt, als sie von Wind, Wasser oder Wildtieren dorthin gebracht wurden, sie die &#8222;Umsiedlung&#8220; \u00fcberlebt haben und dort l\u00e4ngerfristig gedeihen konnten.<\/p>\n\n\n\n<span style=\"font-size: small;\">Anzeige<\/span><br>\n\n\n<!-- START ADVERTISER: Paper & Sons DE from awin.com -->\n\n<a rel=\"sponsored\" href=\"https:\/\/www.awin1.com\/cread.php?s=3091782&amp;v=24089&amp;q=432781&amp;r=548507\">\n    <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.awin1.com\/cshow.php?s=3091782&amp;v=24089&amp;q=432781&amp;r=548507\" border=\"0\">\n<\/a>\n\n<!-- END ADVERTISER: Paper & Sons DE from awin.com -->\n\n <br>\n    <br>\n\n\n\n<p>Dem gegen\u00fcber stehen die nicht einheimischen <strong>hemerochoren Pflanzen<\/strong>. Sie werden durch die Aktivit\u00e4ten von Menschen und ihren Haustieren verbreitet. Erste Menschen der Art <em>Homo sapiens<\/em> gibt es seit etwa 300.000 Jahren, belegen Funde aus Afrika. Im mittleren Europa gibt es uns<strong> <\/strong>Homo-Sapiens-Menschen wahrscheinlich seit etwa 45.000 Jahren: Wir sind gerade erst aufgetaucht, gemessen an der bisher 4,6 Milliarden dauernden Erdgeschichte. Die Zeitangaben unterscheiden sich je nach Quelle und \u00e4ndern sich mit jedem neuen Fund oder wissenschaftlicher Auswertung.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei diesen nichteinheimischen Arten unterschiedet man <strong>Arch\u00e4ophyten<\/strong> und <strong>Neophyten<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Arch\u00e4ophyten<\/strong> sind die etablierten &#8222;Alteinwanderer&#8220;, sie wurden bereits vor 1492 eingef\u00fchrt. Das sind 226 Gef\u00e4\u00dfpflanzenarten (Pflanzen mit spezialisierten Leitb\u00fcndeln: B\u00e4rlapppflanzen, Farne und Samenpflanzen). Sie stammen gr\u00f6\u00dftenteils aus dem vorder- oder zentralasiatischen Raum und umfassen besonders die Kulturfolger aus der Zeit der Neolithischen Revolution (8000 v. Chr. bis 2000 v. Chr.).<\/p>\n\n\n\n<p>Zu den Arch\u00e4ophyten geh\u00f6ren beispielsweise Apfel, Birne, Pflaume, Weizen, Gerste, Klatschmohn, Kornblume, Echte Kamille und Kornrade. Sie werden \u2013 wie die einheimischen Arten &#8211; als sch\u00fctzenswert angesehen und die, die durch intensive Landwirtschaft bedroht sind, setzt man auch auf die Rote Liste der bedrohten Arten.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Neophyten<\/strong> sind Pflanzenarten, die erst seit 1492 zu uns gelangt sind. Dazu geh\u00f6ren beispielsweise Kartoffeln, Tomaten und Mais. Allerdings verwildern die genannten w\u00e4rmeliebenden, als Gem\u00fcse genutzten Pflanzen bei uns (noch) nicht, weil sie nicht frosthart sind. Das taten aber viele andere, beispielsweise Beifu\u00df, Estragon, das Gro\u00dfbl\u00e4ttrige Kaukasusvergissmeinnicht, die Italienische Ochsenzunge, L\u00f6wenm\u00e4ulchen und viele andere (<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Liste_der_Neophyten_in_Deutschland\">Liste der Neophyten<\/a> bei Wikipedia).<\/p>\n\n\n\n<span style=\"font-size: small;\">Anzeige<\/span><br>\n\n<!-- START ADVERTISER: Baumschule-Horstmann DE from awin.com -->\n\n<a rel=\"sponsored\" href=\"https:\/\/www.awin1.com\/cread.php?s=2081713&amp;v=9329&amp;q=327607&amp;r=548507\">\n    <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.awin1.com\/cshow.php?s=2081713&amp;v=9329&amp;q=327607&amp;r=548507\" border=\"0\">\n<\/a>\n\n<!-- END ADVERTISER: Baumschule-Horstmann DE from awin.com -->\n\n\n <br>\n    <br>\n\n\n\n<p>Ungef\u00e4hr 433 neue Gef\u00e4\u00dfpflanzenarten haben sich etabliert \u2013 etwa die H\u00e4lfte wurden eingef\u00fchrt, die anderen wurden unbeabsichtigt eingeschleppt. Au\u00dferdem kommen 1.600 Neophyten unbest\u00e4ndig vor, d. h., sie verschwinden auch wieder.<\/p>\n\n\n\n<p>[Das Jahr 1492 w\u00e4hlte man, weil es das Jahr war, in dem Kolumbus Amerika &#8222;entdeckte&#8220;. Es gilt vielen als Epochengrenze zwischen Mittelalter und Neuzeit. Von Entdeckung kann nicht wirklich die Rede sein: Kolumbus war auf der Suche nach Indien versehentlich auf einer Bahama-Insel gelandet. Er und seine Begleiter waren auch nicht die ersten Menschen, die den amerikanischen Kontinent entdeckt und betreten haben, denn die Menschen die bereits dort lebten, waren viel fr\u00fcher dort angekommen. Tats\u00e4chlich war Amerika 15.000 Jahre zuvor besiedelt worden &#8211; von anderen Menschen, die wie wir alle urspr\u00fcnglich aus Afrika stammten, unsere Ahnen sind nur zu verschiedenen Zeiten aufgebrochen und\/oder sie haben verschiedene Routen genommen.]<\/p>\n\n\n\n<p>Als <strong>invasiv<\/strong> mit unerw\u00fcnschten Auswirkungen gelten 38 Arten der Neophyten, darunter der Riesen-B\u00e4renklau (<em>Heracleum mantegazzianum<\/em>), die Beifu\u00df-Ambrosie (<em>Ambrosia artemisiifolia<\/em>), Japan- und Sachalin-Kn\u00f6terich (<em>Fallopia japonica, F. sachalinensis<\/em>), Kanadische und Sp\u00e4te Goldrute (<em>Solidago canadensis, S. gigantea<\/em>) sowie das Indische Springkraut. Es gibt aber auch Stimmen, die sagen, dass das Indische Springkraut nicht, wie behauptet, andere Arten verdr\u00e4ngt, sondern von Standortver\u00e4nderungen wie N\u00e4hrstoffeintrag profitiert, mit denen andere nicht klarkommen. <\/p>\n\n\n\n<p>Aus naturwissenschaftlicher Sicht sind invasive Arten nicht per se negativ. Je nach Art und Situation kann die invasive Art die biologische Vielfalt eines Standortes\/\u00d6kosystems erh\u00f6hen oder verringern.<\/p>\n\n\n\n<span style=\"font-size: small;\">Anzeige<\/span><br>\n\n<!-- START ADVERTISER: Woodstore24 DE\/AT from awin.com -->\n\n<a rel=\"sponsored\" href=\"https:\/\/www.awin1.com\/cread.php?s=3398570&amp;v=48707&amp;q=466026&amp;r=548507\">\n    <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.awin1.com\/cshow.php?s=3398570&amp;v=48707&amp;q=466026&amp;r=548507\" border=\"0\">\n<\/a>\n\n<!-- END ADVERTISER: Woodstore24 DE\/AT from awin.com -->\n <br>\n    <br>\n\n\n\n<p><strong>Karibik in den Alpen?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>In den Alpen findet man an verschiedenen Standorten jede Menge fossile Korallen, Fischschuppen tropischer Fische und Muschelreste. Das sind \u00dcberreste aus einer Zeit, als die Fl\u00e4chen, die jetzt bestimmte Regionen der Alpen ausmachen, noch am Meeresgrund des Urmeeres Tethys lagen. Niemand k\u00e4me auf die Idee zu sagen, wir brauchen in den Alpen karibische Korallenb\u00e4nke, tropische Fische und Muscheln, nur weil das irgendwann mal die heimischen Lebewesen waren \u2013 nein, der Standort hat sich ver\u00e4ndert: Gebirge haben sich gebildet, das Meer ist weg, die H\u00f6henlage und damit das Klima sind v\u00f6llig anders und so leben hier nun andere Pflanzen und Tiere.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>So fing es mit den Pflanzen an Land an<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Erde ist 4,6 Milliarden Jahre alt, grob 4 Milliarden davon war sie ohne Landpflanzen. Im Meer dagegen hat sich Leben entwickelt und als sich ein tierischer Einzeller eine Bakterie einverleibte, die in der Lage war, mit Hilfe von Farbstoffen Licht in Energie umzuwandeln, war die erste Pflanzenzelle entstanden. <\/p>\n\n\n\n<p>Die ersten Pflanzen an Land waren vermutlich Vorstufen der Lebermoose. Wollen wir zu diesem \u201eurspr\u00fcnglichen Zustand\u201c zur\u00fcck? Nat\u00fcrlich nicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit dem Beginn der Photosynthese vor etwa 2,3 Milliarden Jahren begann sich die Erdatmosph\u00e4re zu ver\u00e4ndern, denn die Pflanzen entzogen der Atmosph\u00e4re Kohlendioxid f\u00fcr ihre Photosynthese und sie trugen zur Verwitterung der Gesteine bei. Letzteres f\u00fchrte zu einer Verbindung von Kohlendioxid mit ins Meer geschwemmten Kalzium- und Magnesiumionen. Dies und andere Faktoren minderten nach heutigen Kenntnissen den damaligen Treibhauseffekt und es wurde k\u00fchler, gleichzeitig gelangte zunehmend Sauerstoff in die Atmosph\u00e4re.<\/p>\n\n\n\n<p>Zun\u00e4chst gab es Moosarten, sp\u00e4ter auch Gef\u00e4\u00dfpflanzen, dann traten erste amphibisch lebende Landtiere und gefl\u00fcgelte Insekten auf. Vor 359 bis 299 Millionen Jahren gab es riesige W\u00e4lder aus Farnen, Schachtelhalmen und B\u00e4rlapp-Pflanzen.<\/p>\n\n\n\n<span style=\"font-size: small;\">Anzeige<\/span><br>\n\n\n<!-- START ADVERTISER: ohne-makler DE from awin.com -->\n\n<a rel=\"sponsored\" href=\"https:\/\/www.awin1.com\/cread.php?s=3099401&amp;v=13450&amp;q=339087&amp;r=548507\">\n    <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.awin1.com\/cshow.php?s=3099401&amp;v=13450&amp;q=339087&amp;r=548507\" border=\"0\">\n<\/a>\n\n<!-- END ADVERTISER: ohne-makler DE from awin.com -->\n\n <br>\n    <br>\n\n\n\n<p><strong>Krasse Unterbrechungen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Insgesamt wei\u00df man heute von etwa 15 gro\u00dfen Aussterbeereignissen von Lebewesen auf der Erde. Ursache waren meist Klimaver\u00e4nderungen hervorgerufen durch Vulkanausbr\u00fcche, Meteoriteneinschl\u00e4ge und andere einschneidende Ereignisse.<\/p>\n\n\n\n<p>Das bisher gr\u00f6\u00dfte Aussterbeereignis, wahrscheinlich von Vulkanausbr\u00fcchen verursacht, fand an der Grenze vom Perm (vor 299 bis 251 Mio. Jahren) zur Trias (vor 251 bis 201 Mio. Jahren) statt: Drei Viertel aller Land- und ein gro\u00dfer Teil der Meereslebewesen starben aus. Aber die Natur hat sich erneuert und neue Pflanzenarten entwickelten sich, beispielsweise Bedecktsamer (\u201eBl\u00fctenpflanzen\u201c).<\/p>\n\n\n\n<p>Beim n\u00e4chsten gro\u00dfen Aussterbeereignis, wahrscheinlich verursacht durch einen Meteoriteneinschlag vor etwa 66 Millionen Jahren, starben die Dinosaurier aus. Danach haben sich S\u00e4ugetiere und Bl\u00fctenpflanzen besser entwickeln und ausbreiten k\u00f6nnen. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Ver\u00e4nderte Landschaften<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Naturlandschaft<\/strong>, vom Einfluss des Menschen nicht beeintr\u00e4chtigte Landschaft, gibt es so gut wie gar nicht mehr, weil unsere Umweltverschmutzung und sonstige Beeintr\u00e4chtigungen \u00fcberall auf der Erde zu finden sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Was die nat\u00fcrliche Vegetation betrifft, h\u00e4tten wir in Deutschland ohne menschlichen Einfluss haupts\u00e4chlich Laub- und Mischw\u00e4lder und an einzelnen Standorten Heide, Moore oder vegetationsarme Hochlagen.<\/p>\n\n\n\n<p>Unsere Landschaft und deren Vegetation wird aber kaum sich selbst \u00fcberlassen, sondern \u00fcberwiegend durch die Nutzung durch den Menschen gepr\u00e4gt \u2013 es ist eine <strong>Kulturlandschaft<\/strong>: bewirtschaftete W\u00e4lder, Wiesen, Weiden und Weinberge ebenso wie Siedlungs- und Stadtlandschaften oder von Industrie und Wirtschaft gepr\u00e4gte Landschaften. <\/p>\n\n\n\n<p>Die Auswirkungen der menschlichen Kultur sind nicht grunds\u00e4tzlich schlecht f\u00fcr die Artenvielfalt: So gibt es die blumen- und insektenreichen Bergwiesen nur auf extensiv beweideten Fl\u00e4chen. Ohne sie w\u00fcrde sich der Wald ausbreiten und damit Blumen, viele Insektenarten, Murmeltiere und andere vertreiben. Die extensive Almbewirtschaftung ist f\u00fcr den Landwirt allerdings aufw\u00e4ndig und teuer und mehr und mehr Almen werden aufgegeben. (Bei Intensivbewirtschaftung, die auf niedrigeren Lagen m\u00f6glich ist, geht die Artenvielfalt ebenfalls verloren und andere Nachteile mehr).   <\/p>\n\n\n\n<span style=\"font-size: small;\">Anzeige<\/span><br> \n<script async=\"\" src=\"https:\/\/pagead2.googlesyndication.com\/pagead\/js\/adsbygoogle.js\"><\/script>\n<!-- tinto bloggt - inText-horizontal-responsive -->\n<ins class=\"adsbygoogle\" style=\"display:block\" data-ad-client=\"ca-pub-2201113603938588\" data-ad-slot=\"8203883338\" data-ad-format=\"auto\" data-full-width-responsive=\"true\"><\/ins>\n<script>\n     (adsbygoogle = window.adsbygoogle || []).push({});\n<\/script> <br>\n    <br>\n\n\n\n<p>Auch die derzeitige, vom Menschen gemachte Klimaerw\u00e4rmung ver\u00e4ndert Standorte, beispielsweise verlagern sich die klimatischen Waldgrenzen an vielen Standorten weiter nach oben (wenn dort nicht andere Faktoren dagegen wirken). Wald wandert nun in H\u00f6henlagen, wo es vorher zu kalt f\u00fcr Wald war. Und andererseits: Wo es vorher warm genug f\u00fcr bestimmte Baumarten war, wird es f\u00fcr diese nun m\u00f6glicherweise bald <em>zu<\/em> warm und <em>zu<\/em> trocken sein. Die logische Folge, wenn man das Klima und andere Umweltbelastungen nicht zur\u00fcckdrehen kann &#8211; was am besten w\u00e4re: Andere Arten m\u00fcssen her beziehungsweise in diesen Wald dazu gepflanzt werden, um ihn zu stabilisieren.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Alles ist immer im Wandel<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Fl\u00e4chen ohne Vegetation werden zun\u00e4chst von sogenannten <strong>Pionierpflanzen<\/strong> besiedelt. Ihre Samen werden meist \u00fcber Wind oder Tiere an den Standort gebracht. Weil sie mit den oft extremen Bedingungen eines unbesiedelten Standortes (Temperaturunterschiede, n\u00e4hrstoffarmer Boden etc.) zurechtkommen und weil keine Konkurrenz da ist, die ihnen das Leben schwer macht, breiten sie sich aus. Oft ver\u00e4ndern sie den Standort so, dass sich nun auch andere Pflanzen ansiedeln k\u00f6nnen (<strong>Sukzession<\/strong>), w\u00e4hrend sie selbst dabei oft verdr\u00e4ngt werden und per Samen neue Standorte erobern m\u00fcssen. Am Ende entsteht jeweils ein zum Standort passender (tempor\u00e4rer) <strong>Klimaxzustand<\/strong>, der bei Ver\u00e4nderung der Standortbedingungen (Klima) aber wieder ein anderer werden muss.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Einteilung in heimische, alteingeb\u00fcrgerte und neue Pflanzen (Neophyten) ist kein Naturgesetz, sondern von Menschen gemacht. Ob ein Lebewesen invasiv im Sinne von &#8222;sch\u00e4dlich&#8220; ist oder nicht, muss sorgf\u00e4ltig gepr\u00fcft und dann auch \u00fcberpr\u00fcft werden (manchmal werden zun\u00e4chst Aspekte \u00fcbersehen wie beim Indischen Springkraut siehe bei <a href=\"http:\/\/www.tinto.de\/tipps\/naturschutz-neu-gedacht\/\" data-type=\"URL\" data-id=\"http:\/\/www.tinto.de\/tipps\/naturschutz-neu-gedacht\/\">Naturschutz neu gedacht<\/a> oder nat\u00fcrliche Gegenspieler (wie V\u00f6gel, die Insekten fressen) lernen dazu und kommen auf den Geschmack wie beim <a href=\"http:\/\/www.tinto.de\/tipps\/buchsbaumzunsler-raupen-am-buchsbaum-loswerden\/\" data-type=\"URL\" data-id=\"http:\/\/www.tinto.de\/tipps\/buchsbaumzunsler-raupen-am-buchsbaum-loswerden\/\">Buchsbaumz\u00fcnsler<\/a>). <\/p>\n\n\n\n<span style=\"font-size: small;\">Anzeige<\/span><br>\n\n\n<!-- START ADVERTISER: Leitermann DE from awin.com -->\n\n<a rel=\"sponsored\" href=\"https:\/\/www.awin1.com\/cread.php?s=2623326&#038;v=13703&#038;q=367470&#038;r=548507\">\n    <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.awin1.com\/cshow.php?s=2623326&#038;v=13703&#038;q=367470&#038;r=548507\" border=\"0\">\n<\/a>\n\n<!-- END ADVERTISER: Leitermann DE from awin.com -->\n\n\n<br><br>\n\n\n\n<p>Die Natur organisiert sich bei Bedarf, besonders nach Krisen, wieder neu. Sie wird auch ohne uns Menschen weitergedeihen und eine neue Vielfalt hervorbringen, falls wir den Planeten so ver\u00e4ndern sollten, dass wir selbst darauf nicht mehr leben k\u00f6nnen. <\/p>\n\n\n\n<p>Die Natur hat ja Zeit: Nach heutiger Sch\u00e4tzung noch etwa 600 Mio. bis 1,2 Milliarden Jahre, dann wird die Leuchtkraft der Sonne zu hoch sein. Sp\u00e4testens in  etwa 1,6 Milliarden Jahren, je nach Szenario, sterben auch die letzten Bakterien und es gibt keine Lebewesen mehr. Aber wer wei\u00df schon, ob sich dann nicht eine andere als die uns bekannte kohlenstoffbasierte Lebensform entwickelt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Weiterlesen bei <a href=\"http:\/\/www.tinto.de\/tipps\/naturschutz-neu-gedacht\/\">Naturschutz neu gedacht<\/a> (tinto bloggt)<\/strong> <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Quellen:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul>\n<li><a target=\"_blank\" rel=\"noreferrer nofollow noopener\" href=\"https:\/\/www.ardmediathek.de\/video\/gut-zu-wissen\/fossilien-in-den-alpen-forscher-auf-zeitreise\/br-fernsehen\/Y3JpZDovL2JyLmRlL3ZpZGVvL2UyNDY1NTUwLTdkN2ItNGE4MC05ZTkyLThjODlhMzEzMjBlMw\">Fossilien in den Alpen &#8211; Forscher auf Zeitreise<\/a> (ARD Mediathek)<\/li>\n\n\n\n<li><a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.spektrum.de\/news\/erste-landpflanzen-frueher-als-gedacht\/1545475\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/www.spektrum.de\/news\/erste-landpflanzen-frueher-als-gedacht\/1545475\" target=\"_blank\">Erste Landpflanzen fr\u00fcher als gedacht?<\/a> (Spektrum der Wissenschaft) <\/li>\n\n\n\n<li><a rel=\"noreferrer nofollow noopener\" href=\"https:\/\/www.pflanzenforschung.de\/de\/pflanzenwissen\/journal\/die-entstehung-der-pflanzenwelt-10107\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/www.pflanzenforschung.de\/de\/pflanzenwissen\/journal\/die-entstehung-der-pflanzenwelt-10107\" target=\"_blank\">Die Entstehung der Pflanzenwelt<\/a> (pflanzenforschung.de)<\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"https:\/\/www.ardalpha.de\/wissen\/geschichte\/urzeit\/homo-sapiens-evolution-geschichte-moderner-mensch-102.html\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/www.ardalpha.de\/wissen\/geschichte\/urzeit\/homo-sapiens-evolution-geschichte-moderner-mensch-102.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Homo sapiens: Die Entwicklung des modernen Menschen<\/a> (ARD alpha)<\/li>\n\n\n\n<li><a target=\"_blank\" rel=\"noreferrer nofollow noopener\" href=\"https:\/\/www.arte.tv\/de\/videos\/095087-001-A\/heimat-natur\/\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/www.arte.tv\/de\/videos\/095087-001-A\/heimat-natur\/\">Heimat Natur &#8211; Berge, W\u00e4lder, Moore<\/a> (Doku | arte) <\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p><strong>Das k\u00f6nnte Sie auch interessieren<\/strong>:<\/p>\n\n\n\n<ul>\n<li><a href=\"http:\/\/www.tinto.de\/tipps\/apfel-gespinstmotte-gespenster-im-apfelbaum\/\" data-type=\"URL\" data-id=\"http:\/\/www.tinto.de\/tipps\/apfel-gespinstmotte-gespenster-im-apfelbaum\/\">Apfel-Gespinnstmotte &#8211; Gespenster im Apfelbaum<\/a> (tinto bloggt)<\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"http:\/\/www.hobbygarten.de\/gartengestaltung\/hecke-rankgitter-sichtschutz\/\" data-type=\"URL\" data-id=\"http:\/\/www.hobbygarten.de\/gartengestaltung\/hecke-rankgitter-sichtschutz\/\">Hecken und begr\u00fcnte Rankgitter<\/a> (hobbygarten.de\/gartengestaltung)<\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"http:\/\/www.tinto.de\/tipps\/ich-mache-strom-solarstrom-selbst-erzeugen-mit-mobiler-solarstromanlage\/\" data-type=\"URL\" data-id=\"http:\/\/www.tinto.de\/tipps\/ich-mache-strom-solarstrom-selbst-erzeugen-mit-mobiler-solarstromanlage\/\">Solarstrom selbst erzeugen<\/a> (tinto bloggt)<\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"https:\/\/gartensaison-gartentipps.blogspot.com\/2013\/06\/blueten-fuer-bienen-und-nuetzlinge.html\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/gartensaison-gartentipps.blogspot.com\/2013\/06\/blueten-fuer-bienen-und-nuetzlinge.html\">Bl\u00fcten f\u00fcr Bienen und andere<\/a> (Gartensaison-Gartenblog)<\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"http:\/\/www.gartensaison.de\/html\/hochbeet-bauen.htm\" data-type=\"URL\" data-id=\"http:\/\/www.gartensaison.de\/html\/hochbeet-bauen.htm\">Hochbeete, Hochbeet bauen<\/a> (gartensaison.de)<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<span style=\"font-size: small;\">Anzeige<\/span><br>\n<script async=\"\" src=\"https:\/\/pagead2.googlesyndication.com\/pagead\/js\/adsbygoogle.js\"><\/script>\n<!-- tinto bloggt - inText-horizontal-responsive -->\n<ins class=\"adsbygoogle\" style=\"display:block\" data-ad-client=\"ca-pub-2201113603938588\" data-ad-slot=\"8203883338\" data-ad-format=\"auto\" data-full-width-responsive=\"true\"><\/ins>\n<script>\n     (adsbygoogle = window.adsbygoogle || []).push({});\n<\/script> <br>\n    <br>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Pflanzen, die nicht heimisch sind und erst nach 1492 eingef\u00fchrt wurden, sind bei vielen als Neophyten geradezu verschrien. Dabei sind auch die als heimisch geltenden Lebewesen und Lebensgemeinschaften irgendwann irgendwoher gekommen und haben sich angesiedelt, wenn die Bedingungen passten. Es ist dasselbe Prinzip, nur bei den einen schon l\u00e4nger her als bei den anderen. <a href=\"http:\/\/www.tinto.de\/tipps\/heimisch-alteingewandert-neophyt-invasiv-alles-relativ\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":11983,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[5,58,120],"tags":[815,570,1260,1259,107,1256,576,495,338,577,1257,1258],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.tinto.de\/tipps\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11977"}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.tinto.de\/tipps\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.tinto.de\/tipps\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.tinto.de\/tipps\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.tinto.de\/tipps\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=11977"}],"version-history":[{"count":39,"href":"http:\/\/www.tinto.de\/tipps\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11977\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":14113,"href":"http:\/\/www.tinto.de\/tipps\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11977\/revisions\/14113"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.tinto.de\/tipps\/wp-json\/wp\/v2\/media\/11983"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.tinto.de\/tipps\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=11977"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.tinto.de\/tipps\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=11977"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.tinto.de\/tipps\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=11977"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}