{"id":1201,"date":"2012-07-18T19:17:57","date_gmt":"2012-07-18T17:17:57","guid":{"rendered":"http:\/\/www.tinto.de\/tipps\/?p=1201"},"modified":"2023-02-26T19:57:33","modified_gmt":"2023-02-26T18:57:33","slug":"einlagensicherung-bei-bankenpleite","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.tinto.de\/tipps\/einlagensicherung-bei-bankenpleite\/","title":{"rendered":"Einlagensicherung bei Bankenpleite"},"content":{"rendered":"<p><strong><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/vg04.met.vgwort.de\/na\/ 52e8e025da1641988d5782986ed743c7\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\" align=\"right\">Wie sicher ist das Ersparte, wenn die Bank pleitegeht?<\/strong><\/p>\n<p>Ein<a href=\"http:\/\/www.tinto.de\/tipps\/wp-content\/uploads\/2012\/07\/einlagensicherung.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignright size-full wp-image-1202\" title=\"Einlagensicherung - Was passiert, wenn die Bank tats\u00e4chlich pleitegeht?\" src=\"http:\/\/www.tinto.de\/tipps\/wp-content\/uploads\/2012\/07\/einlagensicherung.jpg\" alt=\"Einlagensicherung - Was passiert, wenn die Bank tats\u00e4chlich pleitegeht?\" width=\"300\" height=\"226\"><\/a>lagensicherungssysteme sollen Finanzsysteme stabil erhalten und Verbraucher sch\u00fctzen. Ohne Einlagensicherung w\u00fcrden Anleger panikartig ihr Geld abheben, sobald eine Bank (angeblich) in Schwierigkeiten ger\u00e4t. Das wiederum w\u00fcrde dann wirklich in k\u00fcrzester Zeit zur Pleite der Bank und zu Beeintr\u00e4chtigungen der gesamten Wirtschaft f\u00fchren. Einlagensicherungssysteme sch\u00fctzen also Anleger\/Verbraucher, Banken\/ Kreditinstitute und die Wirtschaft. Aber wie sicher ist das Ersparte deutscher Anleger, wenn ihre Bank tats\u00e4chlich pleitegeht?<\/p>\n<p>Die kurze Antwort: Das kommt darauf an, wie viel Geld und bei welcher Bank der Anleger sein Geld angelegt hat.<\/p>\n<h2>Einlagensicherungssysteme<\/h2>\n<p>Die gesetzliche Einlagensicherung ist von dem Land abh\u00e4ngig, in welchem die Bank bzw. das Kreditinstitut ihren Hauptsitz hat. Au\u00dferdem kann sich die Bank freiwilligen Sicherungssystemen angeschlossen haben bzw. zu einem Haftungsverbund geh\u00f6ren &#8211; oder eben nicht.<\/p>\n<p>Einlagensicherungssysteme werden jedoch nur den Pleitefall einzelner Banken absichern k\u00f6nnen. F\u00fcr den unwahrscheinlichen Fall, dass alle Banken und Wirtschaftssysteme zusammenbrechen, d\u00fcrften die Sicherungssysteme nicht ausreichen.<\/p>\n<h3>Die Einlagensicherung in Deutschland<\/h3>\n<p>F\u00fcr Banken mit Hauptsitz in Deutschland gilt grunds\u00e4tzlich mindestens die gesetzliche Einlagensicherung laut Einlagensicherungs- und Anlegerentsch\u00e4digungsgesetz (<strong>EAEG<\/strong>), nach dem 100 % der <strong>Einlagen<\/strong> bis zu maximal 100.000 Euro und 90 % der <strong>Verbindlichkeiten aus Wertpapiergesch\u00e4ften<\/strong> bis maximal 20.000 Euro pro Anleger und pro Bank\/Kreditinstitut gesch\u00fctzt sind.<\/p>\n<p>Unter <strong>Einlagen<\/strong> versteht man Guthaben auf einem Konto (Tagesgeldkonto, Festgeldkonto, Girokonto etc.), Sparbuch, Sparbriefe etc. in Euro oder einer W\u00e4hrung eines EU-Mitgliedstaates.<\/p>\n<p>Unter <strong>Verbindlichkeiten aus Wertpapiergesch\u00e4ften<\/strong> versteht man Dividenden, Aussch\u00fcttungen, Verkaufserl\u00f6se u. a., die dem Kunden zustehen &#8211; wobei &#8222;Verbindlichkeit&#8220; die Sicht der Bank ist, f\u00fcr den Kunden sind es Forderungen an die Bank.<\/p>\n<p>Neben der gesetzlichen Einlagensicherung gibt es in Deutschland <strong>freiwillige Einlagensicherungssysteme,<\/strong> z. B. den Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken (<strong>BdB<\/strong>), wodurch mindestens 250.000 Euro pro Kunde abgesichert sind \u2013 oft weitaus mehr (abh\u00e4ngig vom haftenden Eigenkapital und davon, wie lange die Bank Mitglied ist) &#8211; und den <strong>Haftungsverbund der Sparkassen<\/strong> \u2013 ganz ohne Haftungslimit nach oben.<\/p>\n<p>Die Angaben, welcher Einlagensicherung eine Bank (-&gt; <a title=\"Bankenvergleich - Tagesgeld, Festgeld, Depot\" href=\"http:\/\/www.tinto.de\/bankenvergleich\/bankenvergleich.htm\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Bankenvergleich<\/a>) angeh\u00f6rt, findet man im Preisaushang, in den Allgemeinen Gesch\u00e4ftsbedingungen (AGB) auf der Website der jeweiligen Bank und\/oder in den Beilagen von Vertr\u00e4gen mit der Bank, die man vor Abschluss (z. B. f\u00fcr ein Tagesgeldkonto oder f\u00fcr Festgeld) genau pr\u00fcfen sollte.<\/p>\n<p>Dem <strong>BdB<\/strong> mit seiner hohen Einlagensicherung k\u00f6nnen sich auch Banken mit Hauptsitz im Ausland anschlie\u00dfen. F\u00fcr sie gilt dann jeweils die gesetzliche Regelung des Landes, in dem sie den Hauptsitz haben, und die Einlagensicherung des BdB bis zum jeweiligen Maximalbetrag. Dem BdB angeschlossen haben sich beispielsweise die Bank of Scotland (Hauptsitz in Gro\u00dfbritannien) und Cortal Consors (Hauptsitz Frankreich).<\/p>\n<p><small>Anzeige<\/small><!-- BEGIN PARTNER PROGRAM - DO NOT CHANGE THE PARAMETERS OF THE HYPERLINK --><script language=\"JavaScript\" type=\"text\/javascript\" src=\"http:\/\/banners.webmasterplan.com\/view.aspx?site=7561&amp;ref=2095&amp;type=html&amp;hnb=1&amp;lcid=54613&amp;pid=7561&amp;mr=5&amp;dt=2&amp;css=1&amp;w=468&amp;h=330&amp;rh=50&amp;js=1\"><\/script><!-- END PARTNER PROGRAM --><\/p>\n<h3>Die Einlagensicherung in der EU<\/h3>\n<p>So wie in Deutschland die EU-Vorgaben (EU-Einlagensicherungsrichtlinie (94\/19\/EG) und der EU-Anlegerentsch\u00e4digungsrichtlinie (97\/9\/EG) \u00fcber das EAEG in deutsches Recht \u00fcbersetzt wurde, so geschah das auch in anderen EU-L\u00e4ndern, in \u00d6sterreich z. B. \u00fcber das Bankwesengesetz (BWG). Auch in anderen EU-Staaten gilt die gesetzliche Einlagensicherung von 100.000 Euro (bzw. 85.000 britische Pfund) pro Person und Bank.&nbsp;<\/p>\n<h3>Die Einlagensicherung au\u00dferhalb der EU<\/h3>\n<p>Au\u00dferhalb der EU gibt es keine einheitliche Regelung. In der Schweiz sind bis 100.000 Schweizer Franken (ca. 80.000 Euro) pro Person und Bank abgesichert, die gesetzliche Einlagensicherung in den USA \u00fcber die Federal Deposit Insurance Corporation betr\u00e4gt seit Kurzem 250.000 US-Dollar (204.000 Euro) pro Person. In der T\u00fcrkei gibt es&nbsp;f\u00fcr Geld aus dem Ausland keinen Schutz &#8211;&nbsp;manche t\u00fcrkische Banken haben jedoch eigenst\u00e4ndige Niederlassungen mit einem Hauptsitz in einem EU-Land, dann gelten die Gesetze des Landes, also die umgesetzen EU-Richtlinien.<\/p>\n<p>Bei <strong>ausl\u00e4ndischen Banken<\/strong> muss also immer darauf geachtet werden, wo sie ihren Hauptsitz haben und welche gesetzlichen Regelungen dadurch greifen und ob sie m\u00f6glicherweise zus\u00e4tzliche Absicherungsma\u00dfnahmen ergriffen haben (indem sie sich z. B. dem BdB angeschlossen haben).<\/p>\n<h2>Was passiert bei einer Bankenpleite und wie schnell kommen Sie an Ihr Geld?<\/h2>\n<p>Wenn eine deutsche Bank oder ein deutsches Kreditinstitut pleitegeht, muss die Bundesanstalt f\u00fcr Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) den Entsch\u00e4digungsfall feststellen und die entsprechende Entsch\u00e4digungseinrichtung informieren \u2013 im Falle von <strong>Einlagen<\/strong> innerhalb von 5 Tagen, im Falle von <strong>Wertpapierverbindlichkeiten<\/strong> innerhalb von 21 Tagen. Die Entsch\u00e4digungseinrichtung muss die Gl\u00e4ubiger (Konteninhaber etc.) unterrichten, die dann innerhalb eines Jahres schriftlich ihre Anspr\u00fcche melden m\u00fcssen. Die Entsch\u00e4digungseinrichtung muss die Entsch\u00e4digung f\u00fcr <strong>Einlagen<\/strong> innerhalb von 20 Tagen nach der Feststellung bzw. nach der Meldung auszahlen \u2013 in besonderen F\u00e4llen kann sie eine Verl\u00e4ngerung dieser Frist bewilligt bekommen. F\u00fcr die Entsch\u00e4digung f\u00fcr <strong>Wertpapierverbindlichkeite<\/strong>n hat die Entsch\u00e4digungseinrichtung drei Monate ab Feststellung Zeit.<\/p>\n<p>Wenn eine Bank pleitegeht, die ihren Hauptsitz im Ausland hat, greifen zuerst die gesetzlichen Regeln des Heimatlandes. Was dar\u00fcber an Anspr\u00fcchen hinausgeht, wird vom BdB bis zur jeweiligen H\u00f6chstsicherung abgedeckt, falls die Bank dem BdB angeh\u00f6rt!<\/p>\n<h2>Was passiert bei einer Bankenpleite mit Aktien, Fonds oder anderen Wertpapieren?<\/h2>\n<p>Wertpapiere sind keine Einlagen. Sie bleiben immer Eigentum des Kunden und werden von der Bank nur verwahrt. Man kann sie jederzeit \u2013 auch bei Insolvenz einer Bank &#8211; zu einer anderen Bank \u00fcbertragen.<\/p>\n<h2>Fazit &#8211; Sichere Geldanlage<\/h2>\n<p>Wer sein Erspartes sicher anlegen m\u00f6chte, sollte darauf achten, dass die Einlagensicherung der jeweiligen Bank (mit Hauptsitz in einem vertrauensw\u00fcrdigen Land) den Anlagebetrag abdeckt. \u00dcbersteigt der Anlagebetrag die Einlagensicherung, sollte man das Geld woanders anlegen oder auf mehrere Banken\/Kreditinstitute verteilen.<\/p>\n<p>Grunds\u00e4tzlich scheint mir Diversifikation \u2013 Verteilung des Ersparten\/Verm\u00f6gens auf viele Standbeine (Tagesgeld, Festgeld, Aktien, Gold, Immobilien etc.) dem Anlegerprofil entsprechend &#8211; die sicherste <a title=\"Geldanlage\" href=\"http:\/\/www.tinto.de\/geld\/html\/geldanlage.htm\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Geldanlage<\/a>-Strategie gegen Inflation, <a title=\"B\u00f6rsencrash\" href=\"http:\/\/www.tinto.de\/geld\/html\/boersencrash_warnsignale.htm\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">B\u00f6rsencrash<\/a> und sonstige Unw\u00e4gbarkeiten.<\/p>\n<p><strong>Quellen und weiterf\u00fchrende Informationen<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"http:\/\/www.bafin.de\/DE\/Verbraucher\/HaeufigeFragen\/BankenBausparkassen\/EinlagensicherungAnlegerentschaedigung\/einlagensicherunganlegerentschaedigung_node.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Einlagensicherung &#8211; FAQ<\/a> (BaFin)<\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.gesetze-im-internet.de\/eaeg\/BJNR184210998.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Einlagensicherungs- und Anlegerentsch\u00e4digungsgesetz<\/a><br \/>\n(Gesetze im Internet, Bundesministerium der Justiz)<\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.bankenverband.de\/themen\/geldinfos-finanzen\/einlagensicherung\/abfrage\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Bankenabfrage<\/a> (BdB)<\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.dsgv.de\/de\/sparkassen-finanzgruppe\/haftungsverbund\/index.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Haftungsverbund der Sparkassen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/ec.europa.eu\/internal_market\/bank\/guarantee\/index_de.htm\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Einlagensicherungssysteme<\/a>&nbsp;(Europ\u00e4ische Kommission)<\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.fdic.gov\/news\/news\/press\/2010\/pr10161.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Amerikanische Einlagensicherung<\/a> (FDIC)<\/li>\n<\/ul>\n<p>Wichtiger Hinweis:<br \/>\nGesetze, Richtlinien u. \u00e4. unterliegen st\u00e4ndig \u00c4nderungen. Die Informationen und die Links wurden sorgf\u00e4ltig recherchiert, ich \u00fcbernehme jedoch keine Garantie f\u00fcr die Richtigkeit, Vollst\u00e4ndigkeit und Aktualit\u00e4t. Die Informationen sind keine Rechtsberatung. Ich schlie\u00dfe jede Haftung aus.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie sicher ist das Ersparte, wenn die Bank pleitegeht? Einlagensicherungssysteme sollen Finanzsysteme stabil erhalten und Verbraucher sch\u00fctzen. Ohne Einlagensicherung w\u00fcrden Anleger panikartig ihr Geld abheben, sobald eine Bank (angeblich) in Schwierigkeiten ger\u00e4t. 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