{"id":5099,"date":"2017-08-01T22:30:04","date_gmt":"2017-08-01T20:30:04","guid":{"rendered":"http:\/\/www.tinto.de\/tipps\/?p=5099"},"modified":"2019-02-14T15:03:42","modified_gmt":"2019-02-14T14:03:42","slug":"us-farmer-bessere-tomatenernte-mit-kuenstlicher-intelligenz-landwirtschaft-4-0","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.tinto.de\/tipps\/us-farmer-bessere-tomatenernte-mit-kuenstlicher-intelligenz-landwirtschaft-4-0\/","title":{"rendered":"US-Farmer: Bessere Tomatenernte mit K\u00fcnstlicher Intelligenz (Landwirtschaft 4.0)"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/vg04.met.vgwort.de\/na\/d32beac83b1a4584b076d058fec39d21\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\" style=\"float:right;border:none;padding:0px;\"><strong>So wie es die Industrie 4.0 gibt, gibt es eine Landwirtschaft 4.0 \u2013 eine Landwirtschaft, die die Digitalisierung und ihre M\u00f6glichkeiten, beispielsweise den Einsatz von K\u00fcnstlicher Intelligenz, nutzt. Ziel ist es, die Effizienz zu erh\u00f6hen sowie Ressourcen und\/oder Kosten zu sparen. Ein Beispiel aus der Praxis: Das texanische Unternehmen NatureSweet Tomatoes erprobt den Einsatz von K\u00fcnstlicher Intelligenz zur \u00dcberwachung der Pflanzengesundheit.<\/strong><\/p>\n<p>Um K\u00fcnstliche Intelligenz ranken sich viele Mythen. Die einen denken an au\u00dfer Kontrolle geratene Killerdrohnen, andere an menschen\u00e4hnliche Roboter, die aus sich selbst heraus immer intelligenter werden, bis sie am Ende die Weltherrschaft \u00fcbernehmen. Doch so geheimnisvoll ist K\u00fcnstliche Intelligenz nicht (immer). Sie ist auch keine Sache, die sich in der Zukunft oder in einem Zukunftsroman abspielt, sondern breitet sich gerade aus, auch im Gartenbau. <\/p>\n<div style=\"border: 1px solid black; padding: 5px;\">\n<strong>Industrie 4.0 <\/strong><\/p>\n<ul>\nUnter Industrie 4.0 wird die vierte Stufe der Industrialisierung verstanden. <\/p>\n<li>Stufe 1: Mechanisierung mit Energie aus Dampf und Wasserkraft<\/li>\n<li>Stufe 2: Massenproduktion, Flie\u00dfb\u00e4nder, Fabrikationsstra\u00dfen mit elektrischer Energie<\/li>\n<li>Stufe 3: Erste Phase der Digitalisierung: Computer und Informationstechnologie (IT) zur Automatisierung der Produktion<\/li>\n<li>Stufe 4: Zweite Phase der Digitalisierung: Dazu geh\u00f6ren beispielsweise\n<ul>\n<li>die Entwicklung cyber-physischer-Systeme (verteilte, komplexe Systeme, deren Komponenten Daten \u00fcber eine Infrastruktur austauschen und sich anpassen k\u00f6nnen, z. B. Intelligente Stromnetze),<\/li>\n<li>das Internet der Dinge (Internet of Things, IoT),<\/li>\n<li>Cloud Computing (Bereitstellung von IT-Infrastruktur \u2013 Speicherplatz, Anwendungsprogramme etc. &#8211; als Dienstleistung \u00fcber das Internet),<\/li>\n<li><span style=\"color:red;\">K\u00fcnstliche Intelligenz<\/span><\/li>\n<\/ul>\n<\/ul>\n<\/div>\n<p>&nbsp;<br \/>\nK\u00fcnstliche Intelligenz (KI) oder Artificial Intelligence(AI) ist als Forschungsgebiet ein Teil der Informatik. Im Grunde ist die Nutzung von AI eine Kombination aus unglaublich vielen gesammelten Daten sowie Software, die diese auf einem (Hochleistungs-)Rechner sehr schnell und m\u00f6glichst zeitnah auslesen, daraus Vorhersagen ableiten und Handlungen oder Handlungsabfolgen in Gang setzen kann. Manches, was fr\u00fcher unter die KI-Forschung fiel, wie beispielsweise Texterkennung, ist heute Alltagstechnologie. Heute wird beispielsweise am inhaltlichen Verstehen von Sprache und der selbstst\u00e4ndigen Suche nach Antworten, an selbstfahrenden Autos und anderen autonomen Dingen (Internet of Autonomous Things, IoAT &#8211; selbst navigierende Drohnen, Haushaltsroboter etc.) sowie an der Auswertung komplexer Daten gearbeitet.<\/p>\n<div><script async src=\"\/\/pagead2.googlesyndication.com\/pagead\/js\/adsbygoogle.js\"><\/script><br \/>\n<!-- tinto-bloggt-mobil --><br \/>\n<ins class=\"adsbygoogle\"\n     style=\"display:inline-block;width:320px;height:100px\"\n     data-ad-client=\"ca-pub-2201113603938588\"\n     data-ad-slot=\"9335341939\"><\/ins><br \/>\n<script>\n(adsbygoogle = window.adsbygoogle || []).push({});\n<\/script><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>K\u00fcnstliche Intelligenz zur \u00dcberwachung der Pflanzengesundheit <\/strong><\/p>\n<p>Je gr\u00f6\u00dfer eine Anbaufl\u00e4che ist, desto schwieriger ist es, den gesamten Pflanzenbestand zu \u00fcberwachen und Krankheiten, Sch\u00e4dlinge oder andere Schadursachen fr\u00fchzeitig zu entdecken. Besonders die Best\u00e4nde der Fruchtgem\u00fcseproduktion unter Glas sind wertvoll, da sie viel kosten und eine lange Erntezeit haben, und m\u00fcssen \u00fcberwacht werden, damit nicht ein Kulturfehler, eine Krankheit und\/oder Sch\u00e4dlinge alle vorherigen Anstrengungen und Investitionen zunichte machen. Bisher gehen entsprechend geschulte Menschen in regelm\u00e4\u00dfigen Abst\u00e4nden durch den Bestand, begutachten die Pflanzen sorgf\u00e4ltig, drehen Bl\u00e4tter um, achten auf auffliegende Sch\u00e4dlinge etc. und notieren eventuelle Befunde mit Zeit- und Ortsangabe in irgendeiner Weise, um dann sp\u00e4ter Gegenma\u00dfnahmen einleiten zu k\u00f6nnen \u2013 beispielsweise N\u00fctzlinge bestellen, die gegen die Sch\u00e4dlinge vorgehen oder bei manchen Krankheiten den Befallsherd entfernen und entsorgen lassen.<\/p>\n<div id=\"attachment_5100\" style=\"width: 410px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-5100\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/www.tinto.de\/tipps\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/ai-tomaten3.jpg\" alt=\"Phytophtora infestans an Tomatenbl\u00e4ttern\" width=\"400\" height=\"317\" class=\"size-full wp-image-5100\" srcset=\"http:\/\/www.tinto.de\/tipps\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/ai-tomaten3.jpg 400w, http:\/\/www.tinto.de\/tipps\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/ai-tomaten3-300x238.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/><p id=\"caption-attachment-5100\" class=\"wp-caption-text\">K\u00fcnstliche Intelligenz soll bei der fr\u00fchzeitigen Entdeckung von Krankheiten und Sch\u00e4dlingen in einem Pflanzenbestand helfen. Im Bild: <em>Phytophtora infestans<\/em> an Tomatenbl\u00e4ttern.<\/p><\/div>\n<p>Ein Beispiel f\u00fcr den Einsatz K\u00fcnstlicher Intelligenz im Gartenbau ist die Nutzung von Kameras (fest installierte oder an Drohnen befestigte), die den Pflanzenbestand beobachten (d. h. in vorgegebenen Abst\u00e4nden Fotos machen), diese Bilder und andere Daten an ein Auswertungssystem weitergeben, das  etwaige \u201eungesunde\u201c Ver\u00e4nderungen verursacht durch Kulturfehler, Sch\u00e4dlings- oder Krankheitsbefall an den Pflanzen bemerken kann. Dazu muss das System schnell sehr gro\u00dfe Mengen an Daten verarbeiten k\u00f6nnen und gleichzeitig muss es auch auf eine gro\u00dfe Menge von Daten zur\u00fcckgreifen k\u00f6nnen, um zu wissen, wie eine gesunde Pflanze w\u00e4chst, beziehungsweise zu identifizieren, welche Ursache eine bestimmte Abweichung vom optimalen Zustand hat. Je nachdem, was das KI-System findet und abh\u00e4ngig davon, wie weit die Automatisierung fortgeschritten ist, w\u00fcrde das KI-System den zust\u00e4ndigen G\u00e4rtner informieren und\/oder vielleicht selbst Ma\u00dfnahmen in Gang setzen (beispielsweise die L\u00fcftung anders steuern, N\u00fctzlinge bestellen etc.).<\/p>\n<p><strong>KI in der Tomatenanbau-Praxis<\/strong><\/p>\n<p>NatureSweet, ein Tomatenanbauer mit Hauptsitz in Texas, erprobt derzeit KI zur \u00dcberwachung der Pflanzengesundheit in seinen Tomatengew\u00e4chsh\u00e4usern. Mit einer Verringerung des Ernteausfalls durch eine verbesserte \u00dcberwachung und schnellere Gegenma\u00dfnahmen will man den Ertrag steigern und zu mehr Nachhaltigkeit beitragen. Tats\u00e4chlich hofft Adrian Almeida, der Abteilungsleiter f\u00fcr Innovation bei NatureSweet, die Tomatenertr\u00e4ge auf l\u00e4ngere Sicht um 20 % steigern zu k\u00f6nnen, sagte er CNN tech. Bisher sind es allerdings nur zwischen 2 und 4 %, die erreicht werden, was aber bei gro\u00dfen Produktionsmengen beziehungsweise Ums\u00e4tzen durchaus von Bedeutung ist. <\/p>\n<p>Die Informationen \u00fcber den Pflanzenzustand werden bei NatureSweet mit fest installierten Kameras gewonnen, die im Gew\u00e4chshaus angebracht wurden und die nun ununterbrochen Fotos vom Pflanzenbestand machen. Die Bilder werden mithilfe eines KI-Programmes von Prospera, einem israelischen Start-up-Unternehmen, das auf Datenanalyse und Digital Farming (digitalisierte Landwirtschaft, Landwirtschaft 4.0) spezialisiert ist, sofort ausgewertet. Mithilfe der Software k\u00f6nnen problematische Ver\u00e4nderungen im Pflanzenbestand, beispielsweise ein Sch\u00e4dlingsbefall, Blattver\u00e4nderungen oder Welkeerscheinungen, fr\u00fch erkannt werden. <\/p>\n<p>Almeida sch\u00e4tzt, dass er ohne die Kameras und die Nutzung von KI den Personalbestand um 4 % erh\u00f6hen m\u00fcsste.<\/p>\n<p>Prospera hat jedenfalls bereits eine dicke Ernte von 15 Millionen US-Dollar an Investitionsgeldern f\u00fcr eine Expansion des Unternehmens eingefahren, unter anderem von Firmen wie Qualcomm Ventures (Qualcomm ist selbst im Bereich Halbleiter und IP-L\u00f6sungen t\u00e4tig) and Cisco Investments (Cisco ist praktisch gleichbedeutend mit Internet-Infrastruktur).<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Mit der Landwirtschaft 4.0 will man laut Fachgruppe Agtech den Zielkonflikt zwischen \u00d6kologie und Versorgungssicherheit aufl\u00f6sen. Der Einsatz von K\u00fcnstlicher Intelligenz erm\u00f6glicht Unternehmen ein effizienteres Arbeiten und Wachstum. Skeptisch macht mich, dass &#8211; au\u00dferhalb von Versuchen &#8211; f\u00fcr solche Innovationen im Betrieb hohe Investitionskosten n\u00f6tig sind und die neue Technik daher eher Agrargro\u00dfbetrieben zugute kommen k\u00f6nnte und b\u00e4uerliche Betriebe au\u00dfen vor bleiben. Vielleicht wird es daf\u00fcr aber auch einmal Sharing-\/Zusammenarbeitsl\u00f6sungen geben. Aber so spannend die neuen Technologien sind, fehlt mir noch eine Antwort der Politik auf die Frage, was mit den eingesparten Arbeitskr\u00e4ften passieren soll und wovon die in Zukunft leben. Zwar werden durch die Digitalisierung auch neue Jobs geschaffen, allerdings mit anderen, oft mit wesentlich h\u00f6heren (Akademikerjobs) oder wesentlich niedrigeren Anforderungen (schlechter bezahlte (Handlanger-) Jobs) als die, die wegfallen (Ausbildungsberufe).<\/p>\n<div><script async src=\"\/\/pagead2.googlesyndication.com\/pagead\/js\/adsbygoogle.js\"><\/script><br \/>\n<!-- tinto-bloggt-inline-q --><br \/>\n<ins class=\"adsbygoogle\"\n     style=\"display:inline-block;width:300px;height:250px\"\n     data-ad-client=\"ca-pub-2201113603938588\"\n     data-ad-slot=\"5514706337\"><\/ins><br \/>\n<script>\n(adsbygoogle = window.adsbygoogle || []).push({});\n<\/script><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Zum Weiterlesen<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"https:\/\/www.pcwelt.de\/ratgeber\/Der-Mythos-Kuenstliche-Intelligenz-10048539.html\" target=\"_blank\">Der Mythos K\u00fcnstliche Intelligenz<\/a> (PCWelt)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.zdnet.de\/88347989\/was-kuenstliche-intelligenz-kann-und-was-sie-koennen-soll\" target=\"_blank\">Was K\u00fcnstliche Intelligenz kann und was sie k\u00f6nnen soll<\/a> (ZDNet)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/deutschestartups.org\/netzwerk\/fachgruppen\/agtech\/\" target=\"_blank\">Fachgruppe Agtech im Bundesverband Deutsche Startups e.V.<\/a> <\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.agrarheute.com\/tag\/landwirtschaft-40\" target=\"_blank\">Tag: Landwirtschaft 4.0<\/a> (agrarmanager)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/naturesweet.com\/\" target=\"_blank\">NatureSweet Tomatoes<\/a> (Unternehmenshomepage)<\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/prospera.ag\/\" target=\"_blank\">Prospera: The Digital Farming System<\/a> (Unternehmenshomepage)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/techcrunch.com\/2017\/07\/25\/agtech-startup-prospera-which-uses-ai-and-computer-vision-to-guide-farmers-harvests-15m\/\" target=\"_blank\">Agtech startup Prospera, which uses AI and computer vision to guide farmers, harvests $15M<\/a> (Techcrunch)<\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/money.cnn.com\/2017\/07\/26\/technology\/future\/farming-ai-tomatoes\/index.html\" target=\"_blank\">Future Tense: Farmers turn to artificial intelligence to grow better crops<\/a> (CNN tech)<\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.adinnovations.nl\/\" target=\"_blank\">Applied Drone Innovations Ltd.<\/a> (Unternehmenshomepage)<\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/text-und-kommunikation.blogspot.de\/2016\/12\/arche-357-eine-sf-kurzgeschichte.html\" target=\"_blank\">SF-Kurzgeschichte um K\u00fcnstliche Intelligenz: Arche 357<\/a><\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>So wie es die Industrie 4.0 gibt, gibt es eine Landwirtschaft 4.0 \u2013 eine Landwirtschaft, die die Digitalisierung und ihre M\u00f6glichkeiten, beispielsweise den Einsatz von K\u00fcnstlicher Intelligenz, nutzt. 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