{"id":5880,"date":"2019-01-10T15:58:38","date_gmt":"2019-01-10T14:58:38","guid":{"rendered":"http:\/\/www.tinto.de\/tipps\/?p=5880"},"modified":"2019-01-13T16:09:38","modified_gmt":"2019-01-13T15:09:38","slug":"weniger-gift-durch-elektronische-saatgutbeizung","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.tinto.de\/tipps\/weniger-gift-durch-elektronische-saatgutbeizung\/","title":{"rendered":"Weniger Gift durch elektronische Saatgutbeizung"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" style=\"float: right; border: none; padding: 0px;\" src=\"https:\/\/vg04.met.vgwort.de\/na\/c2d548c679dd4871adbe34c569f20f7c\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\" \/><strong>Vor ein paar Jahren wurde die elektronische Saatgutbeizung entwickelt. Sie wird haupts\u00e4chlich bei Saatgut von Getreide, Mais und anderen Feldfr\u00fcchten eingesetzt. Sie soll genauso wirksam wie die chemische Saatgutbeizung sein und etwa genauso viel kosten, f\u00fcgt der Umwelt aber keine belastenden Stoffe hinzu. Die Nachfrage seitens der Landwirtschaft ist gro\u00df. Die BayWA AG investiert in eine neue Anlage im Osten Deutschlands. <\/strong><\/p>\n<p>Saatgut ist ein kostbares Gut &#8211; es ist der Ertrag von morgen und die Lebensgrundlage der Zukunft. Saatgut vor Krankheiten, Insekten und V\u00f6gel zu sch\u00fctzen, hat deshalb eine lange Geschichte: Die alten Agypter, Griechen und R\u00f6mer verwendeten Asche, Zwiebelsud, die Reste der Olivenpressung und anderes mehr. Seit dem 17. Jahrhundert kamen giftige Stoffe wie Kupfervitriol und Arsenpr\u00e4parate, Ende des 19. Jahrhunderts sogar Quecksilber hinzu. Sp\u00e4ter wurden anwenderfreundlichere Pr\u00e4parate entwickelt, doch auch diese stehen wegen ihrer Neben- und Langzeitwirkungen auf die Artenvielfalt, Bienengesundheit, Bodenleben, Wasserlebewesen, Trinkwasser und sogar den menschlichen Hormonhaushalt in der Kritik.<\/p>\n<p><strong>Elektronische Saatgutbehandlung statt chemischer Saatgutbeizung<\/strong><\/p>\n<p>Viele Jahre wurde nach alternativen M\u00f6glichkeiten der Saatgutbeizung gesucht, denn nat\u00fcrlich sind die chemischen Beizen im biologischen\/\u00f6kologischen Anbau nicht erlaubt, au\u00dferdem sind sie unangenehm f\u00fcr alle, die damit arbeiten m\u00fcssen, und sie passen nicht zum zunehmenden Umwelt- und Gesundheitsbewusstsein.<\/p>\n<p>Und siehe da, dank einiger cleverer und engagierter Menschen wurde eine physikalische M\u00f6glichkeit entdeckt und die entsprechende Technologie geschaffen: die Saatgutbeizung mit Strom. Genauer gesagt, handelt es sich um eine &#8222;Elektronenbeize&#8220; in einer Anlage, bei der Elektronen anhaftende Krankheitskeime wie Pilze, Bakterien und sogar Viren\u00a0bis zu einer bestimmten, von der Samenart abh\u00e4ngigen Eindringtiefe zerst\u00f6ren.<\/p>\n<p>2002 stellten das Dresdner Fraunhofer Institut f\u00fcr Organische Elektronik, Elektronenstrahl- und Plasmatechnik (FEP) und die Schmidt-Seeger GmbH einen Prototypen (e-ventus) vor. Genutzt wurde die Technologie dann von der BayWa (e-pura) und von der Ceravis AG (e-vita). 2015 wurde eine kleine, handlichere Schwester der e-ventus, die Evonta e-3, auf der Agritechnica als Weltneuheit pr\u00e4sentiert, die nicht nur f\u00fcr das Saatgut von Getreide, Mais, Raps und Zuckerr\u00fcben bestimmt ist, sondern auch f\u00fcr anderes Saatgut geeignet sein soll. Das elektronische Beizverfahren ist auch f\u00fcr \u00f6kologisch erzeugtes Saatgut erlaubt.<\/p>\n<p>Auch wenn die &#8222;kleine&#8220; Evonta e-3 noch nichts f\u00fcr den Hausgebrauch beim samenvermehrenden Hobbyg\u00e4rtner ist, kostet sie doch etwa 650.000 Euro, k\u00f6nnen wir uns als Verbraucher doch freuen, wenn die Landwirtschaft und der Gartenbau auf eine umweltfreundliche Technologie zur\u00fcckgreifen k\u00f6nnen, die letztlich uns allen zugutekommt.<\/p>\n<p>Die Nachfrage aus der Landwirtschaft nach elektronischer Saatgutbeizung ist jedenfalls da, so dass beispielsweise die BayWA AG in Ostdeutschland gerade 2,4 Millionen Euro in eine mobile Anlage nach dem e-pura-Verfahren investiert, um sie an mehreren BayWa-Standorten der Agrarspartenregion Ost einzusetzen.<\/p>\n<div><span style=\"font-size: small;\">Anzeige<\/span><br \/>\n<!-- BEGIN PARTNER PROGRAM - DO NOT CHANGE THE PARAMETERS OF THE HYPERLINK --><script type=\"text\/javascript\" src=\"http:\/\/banners.webmasterplan.com\/view.asp?ref=2095&#038;js=1&#038;site=9307&#038;b=20&#038;target=_blank&#038;title=G%c3%a4rtner+P%c3%b6tschke+-+wo+Qualit%c3%a4t+und+Freude+sich+verbinden\" ><\/script><noscript><a href=\"http:\/\/partners.webmasterplan.com\/click.asp?ref=2095&#038;site=9307&#038;type=b20&#038;bnb=20\" target=\"_blank\"><br \/>\n<img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/banners.webmasterplan.com\/view.asp?ref=2095&#038;site=9307&#038;b=20\" border=\"0\" title=\"G\u00e4rtner P\u00f6tschke - wo Qualit\u00e4t und Freude sich verbinden\" alt=\"G\u00e4rtner P\u00f6tschke - wo Qualit\u00e4t und Freude sich verbinden\" width=\"234\" height=\"60\" \/><\/a><\/noscript><!-- END PARTNER PROGRAM --><\/div>\n<p>&nbsp;<br \/>\nEin klein wenig muss man seine Freude jedoch d\u00e4mpfen: Lediglich samenb\u00fcrtige Erreger werden durch die Elektronenbeizung zerst\u00f6rt. Bodenb\u00fcrtige oder anfliegende Krankheiten und Sch\u00e4dlinge k\u00f6nnen auf die Weise nicht in Schach gehalten werden, dazu sind Kulturtechniken wie ausreichender Fruchtwechsel, Mischkultur, Erhalt oder Schaffung von Feldrainen sowie Geh\u00f6lzstreifen, Ma\u00dfnahmen zur F\u00f6rderung des Bodenlebens und anderes mehr notwendig.<\/p>\n<p><strong>Quellen<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"https:\/\/www.e-ventus.de\/downloads\/20160427_agrarmanager_05-2016_Beize_aus_der_Steckdose_C._Hahn_gesamt.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Beize aus der Steckdose<\/a> (agrarmanager)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.agrarheute.com\/pflanze\/baywa-investiert-24-millionen-euro-elektronische-beizung-550752\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">BayWa investiert 2,4 Millionen Euro in elektronische Beizung<\/a> (agrarheute)<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vor ein paar Jahren wurde die elektronische Saatgutbeizung entwickelt. 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