Erfahrungsbericht: Ich war einmal dicker
              Ich war einmal dicker


Erfahrung von Kerstin

Hallo!

Ich heiße Kerstin und habe viele Jahre mein Eßverhalten nicht in den Griff  bekommen. Mit 16-18 Jahren war mein Gewicht enorm am schwanken. Ich schrieb mir alles genau auf was ich aß. Ich kontrollierte jeden Bissen. Genau kannte ich die einzelnen Kalorien. Als meine erste Liebesbeziehung in die Brüche ging. Da war mein Eßverhalten ganz gestört. Ich fraß meinen Kummer so sehr in mich rein, dass ich gar nichts mehr aß. Ganz schnell nahm ich auf 45 Kilo bei 1, 67 m ab. Es war schrecklich. Als ich eines Tages keine Kraft mehr hatte um die Zugtür zu öffnen und jemanden darum bitten musste, da habe ich mich entsetzlich geschämt. Ich wollte mir das Leben nehmen. Irgendwie sah ich kein Ende meiner Schmerzen.

Dann aß ich wieder, aber nicht viel. Und trotzdem nahm ich schnell zu. Ruck zug wog ich 70 Kilo. Damit kam ich auch nicht klar. Also aß ich immer extrem wenig.

Mit 23 bekam ich meinen Sohn. Den Schwangerschaftsspeck hatte ich schnell wieder weg. Aber mit der neuen Rolle kam ich noch nicht so ganz klar. Ich liebte meinen Sohn war immer für ihn da. Aber es war eine Leere in meinem Leben. Mein Mann nahm mich nicht mehr so wahr wie vorher. Ich kam mir dumm und allein vor. Die Familie von meinem Mann ging mir auch auf den Wecker. Entschuldigt den Ausdruck. Sie suchten immer einen Punkt, wo sie an mir meckeln konnten. Dabei war mein Haushalt sauber, mit dem wenigen Geld kam ich zurecht, und für meinen Sohn war ich immer da.

Heute sehe ich einiges anders. meine Schwiegermutter und die Schwester meines Mannes waren eifersüchtig, dass ich mit damals 23 Jahren alles allein ohne deren Hilfe hin bekam. Sie machten mir das Leben schwer. Ich spürte wie sie dummes Zeug erzählten und konnte mich nicht wehren. Ich wurde dicker und trauriger. 21/2 Jahre später bekam ich meinen zweiten Sohn. Ich liebte dieses Kind noch mehr. Vielleicht weil er bei der Geburt fast gestorben wäre. Doch der Streß wurde immer schlimmer. Es waren verdammt harte Jahre. Ich wurde immer dicker. Eines Tages zeigte die Waage 90 Kilo. Oh Gott jetzt bleibst Du für immer fett. Das schaffst Du nie so viele Kilos abzunehmen.

Ich trank von diesen Tag an nie mehr Limonade , Cola, Saft . Ich habe mich an Mineralwasser und Tee gewöhnt. Ich fühlte mich häßlich. In kleineren Geschäften bekam ich keine Kleidung mehr. Doch eins habe ich in dieser Zeit gelernt. Menschen niemals nach den Aussehen einzuschätzen. Ich nahm mit meinen kalorienlosen Getränken 7 Kilo dauerhaft ab. Doch irgendwie wollte ich den bitteren Rest loswerden. Da fand ich ein Buch das hieß fettarm leben. Ich las den dicken Wälzer und stellte mein Leben immer mehr um. Dann kaufte ich mir Bücher von lowfett 30 und kochte fleißig und kam immer mehr in die Vollwertecke, noch nie habe ich so langsam und ebenmäßig abgenohmen.

Ich esse heute mehr als damals. Im Pc besuchte ich Foren und nahm mir gute Tips zu Herzen. Seit einem Jahr jogge ich und mache regelmäßig Gymnastik.

Mein Mann will ich auch erwähnen, hat 40 Kilo abgenohmen. Er hat erst so komische Drinks zu sich genohmen . Dabei hatte er viel abgenohmen. Doch seit ich fettarm koche und backe, haben wir beide nie mehr zugenohmen. Wir essen beide gern und gut. Nur wir essen heute bewußter und hochwertiger. Dazu gehört auch viel weniger süßes und fettes.

Irgendwann war ich auch richtig wütend auf unsere Lebensmittelindustrie. Ich entdeckte in wievielen Dingen versteckte Fette drin stecken. Hat man sich durch dieses Dickicht durch geschlagen, dann weiß man was man nicht mehr ißt.

Ich bin jetzt viel glücklicher als damals. ich wiege jetzt nur noch 71 Kilo. Die 3 Kilo Übergewicht werde ich auch noch schaffen. Am meisten bin ich auf meine Knochen die ich wieder sehen kann stolz. Lacht nicht, aber es ist ein tolles Gefühl mein Steißbein und meine Hüftknochen wieder sehen zu können.

Auch die Sexualität ist eine andere. Ich nehme sie viel klarer war. Ich habe damals nie in den Spiegel dabei geschaut. Weil ich mein Körper nicht sehen und ertragen konnte. Mein Mann sagt, dass ich heute besser aussehe als vor zehn Jahren.

Meine Waage schlägt schon lange nicht mehr nach rechts. Ganz stolz war ich als eine Verkäuferin zu mir sagte, Sie sind hier falsch. Sie müssen dadrüben bei den kleinen Größen nach schauen. Es ist ein schöneres Lebensgefühl schlank und fit zu sein. Laßt die Finger von der Diät. Stellt Eure Ernährung um und runter vom Sofa, macht ganz gemütlich Sport.

Ich habe mich nur im 130 Herzfreqenzbereich bewegt und Gymnastik gemacht. Meine Beine haben fast keine Dellen mehr. Meine Figur strafft sich immer mehr. Übrigens den Kontakt zu der nervigen Familie habe ich abgebrochen. Ich arbeite wieder in meinem Beruf. Auch das ist für mich ein ganz wichtiger Punkt. Mein Mann sieht mich nicht mehr als kleine dumme Maus an. Endlich bin ich gesund und stark.

Ps. Falls Ihr liebe Mitarbeiter von Tinto meinen Beitrag veröffentlichen wollt, dann habe ich nichts dagegen einzuwenden. Ich habe erst jetzt meiner Familie erzählt wie schwer ich damals war. Ich habe mit meiner fetten Vergangenheit abgeschlossen. Tschüßi Kerstin T.
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© Eva Schumann,
Freising 2002

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