Erfahrungsbericht 3: Ich war einmal dicker

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             Ich war einmal dicker


Erfahrung von Anette (3)

Anette vorher
vorher

Anette mit schon großen Abnehmerfolgen
Zwischenstation

Anette am Ziel
am Ziel

Hallo,

zunächst möchte ich mich erst einmal vorstellen. Ich bin 38 Jahre alt,

1,58 m groß und wiege derzeit 52,8 kg. Wie ihr euch denken könnt, war

das nicht immer so...

Auch ich war immer ein pummeliges Kind und nie schlank. Ich musste als

Kind immer alles aufessen und bekam nur Limonaden, zuckerhaltige

Säfte und Kakao zu trinken. Süßigkeiten gab es immer wann ich wollte.

Unvernünftig und ungebremst habe ich alles in mich hineingestopft. Es

kam wie es kommen musste, ich wurde fett. Als ich mit 21 Jahren

heiratete wog ich um die 85 kg. Danach bekam ich meinen Sohn und die

Ehe ging in die Brüche. In dieser Zeit habe ich sehr gelitten und hatte

viele Sorgen. Ganz wie von selbst nahm ich an Gewicht hab, was

mich natürlich sehr freute. Hinzu kam, dass ich mich neu verliebte

(das beste Schlankheitsmittel was ich kenne!!!) und es spielend auf

53 kg schaffte. Ich war glücklich, dachte ich hätte es geschafft.

Mit meiner neuen Familie zogen wir 1988 nach Berlin. Wir waren ganz

allein in dieser großen fremden Stadt, eine neue Umgebung, keine

Freunde eine Arbeit, die keine Freude machte ... ich suchte mir Trost

auf meine Weise. Jeden Tag ein Eis, es gab doch dann noch diesen

guten Bäcker um die Ecke und so weiter und so fort. Ich war ja so

allein. Ohne es zu merken tauschte ich die Kleidergrößen! Es hat mir

am Anfang nichts ausgemacht. Längst ging ich nicht mehr auf eine

Waage, ich wußte wirklich nicht was ich für ein Gewicht hatte. Na-

türlich habe ich auch die verschiedensten Diäten versucht, den Erfolg

kennen alle von euch selbst und ich brauche kein Wort mehr darüber

verlieren! Vor Freunden und Kollegen gab ich mich als Clown, als sei

es mir egal wie mein Körper aussah. Das stimmt jedoch nicht, aber es

spielt wirklich keine Rolle ob man sich eine hübsche Bluse in Größe 48

kauft, sie sieht auf einer so kleinen Frau wie mir, immer aus wie ein

Zirkuszelt. Es kam ein Tag im Januar 1996 - ein Freund unserer Familie

meinte, er müsse abnehmen und er hätte von seiner Ärztin einen

Ernährungsplan bekommen. Ich habe mir die Auflistung angeschaut und

spontan gesagt - Ich bin dabei! Das war der Wendepunkt - ich habe mich

14 Tage lang genau an die Rezepte gehalten und festgestellt, dass ich

Gewicht verlor, ohne Hunger zu haben und ohne schlecht gelaunt zu

sein. Eine Waage wurde gekauft - ich wog 92,4 kg (bei 1,58 m!) Ich

hab mich total geschämt, war aber angespornt weiterzumachen. Ich habe

auf alles verzichtet was ich früher ohne Sinn und Verstand in mich

hineingestopft habe. Es gab keine Süßigkeiten mehr, keine fetten

Wurstsorten keinen Doppelrahmkäse und keinen Alkohol! Es ging mir

blendend, ich nahm zuerst rasend schnell ab, später immer langsamer.

Sport habe ich keinen gemacht, ich bin einfach zu bequem dazu.

Angespornt hat mich ganz besonders eine Sache - ich hatte das Inter-

net für mich entdeckt und war der "Chat-Leidenschaft" verfallen.

Auf diese Weise lernte ich eine menge nette Leute kennen, die

jedoch keine Ahnung hatten wie ich wirklich aussah. Ich sagte mir,

so kannst Du denen nie und nimmer unter die Augen treten. Es mag

wirklich für einen Außenstehenden unwirklich klingen, aber ich

habe vor allem vor Augen gehabt, dass ich mich von diesen Menschen

nicht blamieren wollte, wenn es dann zu einem ersten Treffen kommt.

Gegen Ende des Jahres wog ich 64 kg und alle waren mächtig stolz

auf mich. Ich natürlich am meisten, ich konnte nun wieder Hosen

tragen, die ich vorher aus meinem Kleiderschrank völlig verbannt

hatte. Es ging dann stetig so weiter, meine Ernährung bestand über-

wiegend nur aus Obst, Gemüse und fettarmen Nahrungsmitteln. Ich

war recht glücklich, warum ich diese Einschränkung mache, darauf

möchte ich später noch zurückkommen.

Seit einem Jahr gehe ich regelmäßig zu einem Tanzkurs. Das ist zwar

kein Sport in dem Sinne, aber ich bewege mich und komme ordentlich

dabei ins Schwitzen. Das wichtigste ist, es macht mir irre viel Spaß und

ich nehme dabei ab. Längst verzichte ich nicht mehr auf alles wie am

Anfang meiner Gewichtsreduktion. Ich finde, man darf bei all dem

Abnehmen nicht verbittern. Wenn ich mir an einem Tag ein Eis gönne,

dann mit großem Vergnügen und nicht mit schlechtem Gewissen. Dann

kann man es nämlich gleich sein lassen. Die überflüssigen Kalorien

gleiche ich dann durch mehr Obst und Gemüse aus. Bisher geht das

alles ganz gut.

Es ist viel Zeit vergangen und die Menschen um mich herum haben sich

an mein neues Outfit gewöhnt. Keiner lobt mich mehr für meine Leistung

so wie früher, keiner findet anerkennende Worte. Sie alle haben schein-

bar vergessen wie ich früher war. Im Gegenteil, wenn ich mich bei

"Schlemmerorgien" ausschließe bekomme ich zunehmend schlechte

Kritik, "ich sei zickig" "sei wohl magersüchtig" "wolle mich zum

Kleiderständer abhungern". Sie verstehen einfach nicht wie schwer es

mir fällt, diese viel zu vielen überflüssigen Kalorien wieder

auszugleichen.

Es bricht für mich keine Welt zugrunde wenn die Waage beim wöchent-

lichen wiegen ein Kilo mehr zeigt, aber ich habe es am eigenen Körper

erlebt wie schnell man wieder die Kontrolle über sich verliert. Ich muss

sagen, ich habe sehr große Angst davor wieder dick zu sein!!!

Jetzt wiege ich 52,8 kg und möchte dieses Gewicht behalten, ich bin von

Kleidergröße 48 auf Kleidergröße 36 "eingelaufen" und ich weißt welche

Leistung wir alle vollbracht haben. Trotzdem bin ich nicht glücklich und

zufrieden. Wenn ich meinen Körper anschaue, dann ist an mir alles

schlaff und fahl. Alles hängt an mir herum ich fühle mich als sei meine

Haut ein leerer Mehlsack, der nicht zu mir gehört. Das macht mich manch-

mal ganz schön fertig. Ich kann nicht daran denken einen Bikini zu tragen,

geschweige denn im Sommer "oben ohne" zu baden. Ich frage mich dann,

wozu all meine Mühen? Als Dicke war alles ganz prall und ausgefüllt. Durch

meine zweimalige Gewichtsreduktion kann sich wohl die Haut nicht mehr

regenerieren. Ich denke manchmal an eine Schönheitsoperation, aber die

kann ich mir nicht leisten. Das ist also das Schattendasein der ehemaligen

Dicken. Kann ich das bewältigen? Ich hoffe mit eurer Hilfe wird es mir

gelingen.

Anette

PS von Eva:

Aus meinem weiteren Schriftverkehr mit Anette geht jedoch hervor,

dass sie dennoch nicht wieder dicker sein möchte.

Anette:

<< ...Meinen Beitrag habe ich damals spontan geschrieben, ohne

darüber nachzudenken ihn zu veröffentlichen. Aber ich habe nichts

dagegen, wenn Du ihn auf den Seiten unterbringst. ....

Eva :

Ja, das mit der schlaffen Haut kenne ich, wobei es bei mir eigentlich

hauptsächlich der Bauch ist, der schlapp macht ... Deshalb hab ich für mich

entschlossen auch nur bis ca. 68 kg runterzugehen (ich bin 1,60 m, war 100 kg,

derzeit 76 kg), so eine Art Kompromiß, zwischen dem was möglich ist und was

meinem Busen und Hintern noch ein bißchen Fülle gibt

Du wirst Dein Ziel erreichen :-) vielleicht wirst Du aber auch sagen

wenn Du bei 76 kg angekommen bist, jetzt mache ich weiter. So

jedenfalls ist es mir gegangen und nun "hängt" halt nicht nur der

Busen und der Bauch. Aber, wie Du Dir sicher denken kannst,

kann ich mich schwer überwinden zuzunehmen. Allein diese

Vorstellung bereitet mir Kummer. Also finde ich mich mit meinem

schlaffen Körper ab. Außerdem findet mein Mann das allemal

attraktiver als meine früheren Fettmassen ;-).

... Ich werde eine kleine, hoffentlich etwas hübsche Mollige

bleiben, habe ich mich entschieden

Das wirst Du sicher, ich hab Deine Foto gesehen. Wenn man

sowas sieht, dann denkt man immer, dass eine solche Veränderung

gar nicht sein kann. Ich meine aber auch, dass man mit dem Erfolg

den man durch das Abnehmen hat, auch eine ganz andere

Ausstrahlung hat. Erstens wird man selbstbewußter und hat schon

daher ein anderes Auftreten und der zweite "Schwung" kommt

dann wenn man sich die ersten wirklich hübschen "Klamotten"

kaufen kann. Aber das alles kennst Du ja sicher schon liebe Eva.

Es grüßt Dich aus dem heute leider total verregneten Berlin

Anette
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evastip@aol.com
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© Eva Schumann,
Freising 199
8/99/00/01

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