Erfahrungsbericht 9: Ich war einmal dicker
              Ich war einmal dicker


Erfahrung von Leoni (9)

Hallo ich bin Leoni,

bei meiner Größe von 1,65 m wiege ich 60 kg und fühle mich dabei sehr wohl, obwohl ich gerade im Moment durch Sport versuche, meine Figur ein wenig mehr zu straffen und generell fit zu werden. Sollte ich dabei noch ein paar Kilos verlieren, wäre ich auch zufrieden.

 Vor 5 Jahren sah das alles noch ein wenig anders aus: Während meines Studiums nahm ich ständig und stetig zu, bis ich ein stolzes Gewicht von 82 Kilo erreicht hatte.  Innerhalb von 2 Jahren hatte ich fast 20 Kilo zugenommen!

Durch ständiges Fasten und Diäten hatte ich meinen Stoffwechsel soweit in die Knie gezwungen, dass ich einfach nur noch zunehmen konnte.  Die ständige Beschäftigung mit dem Essen, dem

Einteilen der Lebensmittel in verbotenes und erlaubtes,  hatten Essen für mich zu einer Art Hassliebe werden lassen. Meine Essgewohnheiten waren völlig durcheinander geraten. Ich wusste zwar um gesunde Ernährung und hatte auch mit der Brigitte Diät begonnen, aber Crashdiäten mit ihren schnellen Erfolgsgarantien waren immer wieder zu verlockend. Leider ist es irgendwann so weit gekommen, dass ich den Fressattacken mit „Kotzen“ begegnete.

Für mich endlich der Weg zum Ausstieg! Früh genug habe ich dann die Notbremse gezogen. Privat hatte ich zu der Zeit zwar nette Freunde, fühlte mich aber in meinem Körper überhaupt nicht wohl. Ich kaufte mir keine neuen Klamotten ( ich warte noch bis ich dünner bin), ging zwar schwimmen und fuhr auch Rad, aber war immer sofort aus der Puste. Ich glaube zu der Zeit kam meine psychische Verfassung einem depressiven Zustand schon sehr nahe. Richtig freuen konnte ich mich kaum, alles war mir egal und ich war immer müde. Ich bin kaum noch aus dem Bett gekommen und das mit 22 Jahren!  

Alles änderte sich, als ich mein Studium sausen ließ und das einzig richtige (in meinem Fall) tat.

Ich nahm mir Zeit für mich selbst und machte die lang geplante und ersehnte Reise. Für ein halbes Jahr klinkte ich mich einfach aus allem aus. Die Neugier auf das Neue, das Gezwungen sein, über mich und meine Wünsche und Bedürfnisse nachzudenken , waren ein Schritt zu Heilung.

Alle Menschen, denen ich begegnete, sahen mich in einem Jetztzustand – sie konnten mich ablehnen aufgrund meines Dickseins oder akzeptieren – es spielte nicht so eine große Rolle, weil ich wusste, dass ich die wenigsten nach meiner Reise wiedersehen würde.

Mein Essverhalten begann sich zu ändern. Ich achtete schon darauf, was ich aß, war aber ständig abgelenkt und bewegte mich viel. Ich aß z.B. sehr gern Sandwiches, aber ohne Butter nur mit Avocado und Salat, die man sich in den Shoppingmalls selbst zusammenstellen konnte.

Nach 3 Monaten wog ich 6 Kilo weniger. Ich hatte auf meiner Reise ja keine Waage. Als ich das erste mal in einer Apotheke das Ergebnis 3er Monate sah – bin ich gleich in die nächste Apotheke in der Hoffnung, dort auch eine Waage zu finden! Wiegen machte plötzlich Spaß! Ich habe dann auch sofort begonnen mir wieder neue Sachen zum Anziehen zu kaufen, zur Kosmetikerin zu gehen und in die Sauna. Auf einem Trip, wie meinem ein unerhörter Luxus, aber sehr nötig.

Obwohl ich immer noch Kleidergröße 44 trug, fühlte ich mich viel schlanker, attraktiver und schön.

Ich finde auch heute, wo ich noch einmal 12 Kilo abgenommen habe, dass ich gut aussehe auf den Fotos. Entspannt und selbstbewusst. Darauf kommt es nämlich hauptsächlich an:

Das wichtigste ist, dass man einen Schritt in die richtige Richtung geht und sich von da an gut fühlt – egal wie weit das Ziel noch entfernt scheint– wenn man lernt, dass man in dem Augenblick, wo man seinen Schatten überspringt, auch anfangen kann sich zu mögen und sich Gutes zu tun – beginnt man den Kreislauf zu durchbrechen.

Wer sagt schon, dass man unbedingt die Kleidergröße bei der Körpergröße tragen muss!

In welchem Stadium man sich gerade befindet, ist egal, man muss anfangen sich zu mögen. Also –

weg von dem Denken, wenn ich erst einmal das und das wiege, dann---- Nicht dann, sondern jetzt, dass machen, was man will: schwimmen, sich etwas neues zum anziehen kaufen etc. und langfristig an seinem Ziel arbeiten.

Ich habe zwischendurch auch immer mal wieder ein bisschen zugenommen. Na und? Man kann nicht immer hundertprozentig an seinen Plänen festhalten, aber man kann zu ihnen zurückkehren! Wenn ich Lust habe auf etwas Süßes, dann esse ich auch Schokolade und wenn ich auch 2-3 Kilo zunehme?! Das ist kein Weltuntergang , sondern normal, solange ich bei meinem Sport und der ansonsten gesunden Ernährung bleibe. Bisher habe ich mein Gewicht so immer gehalten (mit ganz kleinen Abweichungen).

Ich wiege mich nicht mehr - interessiert nicht. Wenn ich merke, dass meine Hosen enger werden, bremse ich ein bisschen.

Das klappt und ist meiner Meinung auch der einzige Weg - ohne viel Stress, schlank zu werden und zu bleiben: Das Motto heißt ein neues Lebensgefühl, sei nett zu Dir - aber wirklich nett!

Nicht nur auf bequeme Weise mit Schoki und Fernsehschauen, sondern fordernd, sportlich und mit

Konsequenz.

Gruß

Leoni

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© Eva Schumann,
Freising 1999

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