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Gartenprobleme - was tun?

Feuerbrand - was tun?

Feuerbrand gefährdet den Obstanbau

Feuerbrand ist eine gefährliche Bakterienkankheit (Erwinia amylovora), die an Apfelbäumen, Birnbäumen, Weiß- und Rotdorn, Cotoneaster, Quitten, Feuerdorn und anderen Obst- und Ziergehölzen auftritt. Nicht befallen werden Steinobst, Beerenobst, Nadelgehölze und verschiedene Laubgehölze.


Feuerbrand erkennen

Typische Symptome für Feuerbrand sind an den Triebspitzen welkende Blätter, die nicht abfallen, sondern hängenbleiben. Die Befallsstellen verfärben sich bald braun bis schwarz und sehen häufig wie verbrannt aus. Manchmal sind die Triebspitzen auch hakenförmig umgebogen. Ein typisches Merkmal für Feuerbrand sind die Bakterienschleimtröpfchen im Sommer und Herbst.


Feuerbrand - Krankheitsverlauf

Junge Pflanzen sterben nach dem Befall mit Feuerbrand innerhalb von zwei bis drei Wochen ab, bei älteren Pflanzen kann sich das Sterben über mehrere Jahre hinziehen.

Da Feuerbrand sehr leicht übertragbar ist (über Pflanzenteile, Werkzeuge, Verpackungsmaterial, Vögel, Wind, Regen, Insekten und mehr) und sich sehr schnell ausbreiten kann, wird auch von einer Seuche gesprochen. Am häufigsten ist die Infektion mit Feuerbrand über die Blüte. Die Hauptinfektionszeiten sind Frühjahr und Sommer bei warmfeuchter Witterung.


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Gartenprobleme - was tun?*

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Bei Verdacht auf Feuerbrand sollte das örtlich zuständige Landesamt beziehungsweise die Landesanstalt für Landwirtschaft informiert werden, da diese Krankheit eine ernsthafte Bedrohung für den Obstbau darstellt. Grundsätzlich gilt die Meldepflicht also noch (Verordnung zur Bekämpfung der Feuerbrandkrankheit (Feuerbrandverordnung) vom 20. Dezember 1985), doch weil sich Feuerbrand schon in so vielen Gebieten etabliert hat, gilt in Bayern beispielsweise, dass dort nicht mehr jeder einzelne Baum gemeldet werden muss, wenn die Region schon für Feuerbrand bekannt ist, sondern lediglich die ersten Fälle in der Region. Bayern: Wo sich die Krankheit schon eingebürgert hat, muss die Meldung nur noch bei Erstauftreten erfolgen (siehe -> Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft, LFL, Pflanzenschutz). Im Zweifelsfall bei der Gemeinde oder einem örtlichen Pflanzenschutzamt nachfragen.


Was tun gegen Feuerbrand?

Bei Neupflanzungen kann man gegen Feuerbrand robuste oder widerstandsfähige Sorten wählen, beispielsweise

weniger anfällige Apfelsorten (die verschiedenen Quellen sind leider nicht einheitlich, eventuell bei einer Baumschule in der Region beraten lassen):

  • Empire
  • Florina
  • Glockenapfel
  • Liberty
  • Reanda
  • Reka
  • Retina
  • Reglindis
  • Relinda
  • Renora
  • Schmidtberger Renette

Weniger anfällige Birnensorten:

  • Harrow Delight
  • Harrow Sweet
  • Madame Verté


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Feuerbrand bekämpfen:

  • Pflanzen regelmäßig, besonders ab der Blüte, kontrollieren.
  • Erkundigen Sie sich, ob für Ihre Gegend eine besondere Regelung gilt, ob sie beispielsweise in einer Schutzzone wohnen, und folgen Sie den örtlichen Vorschriften.

    Ansonsten:
  • Einzelne, befallene Triebe bis tief ins gesunde Holz zurückschneiden.
  • Stärker befallene Pflanzen roden.
  • Befallene Weißdornsträucher auf den Stock zurücksetzen und anschließend genau beobachten.
  • Scheren und andere Schnittwerkzeuge immer mit 70 %-igem Alkohol desinfizieren.
  • Befallenes Material am besten verbrennen (wo erlaubt), kleine Mengen in den Hausmüll geben, größere Mengen zur Müllverbrennungsanlage bringen, keinesfalls auf den Kompost geben, auch die Biotonne ist nicht zu empfehlen.


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Hinweis zu Pflanzenschutzmitteltipps:
Bitte beachten Sie, dass sich die Zulassungen für Pflanzenschutzmittel ständig verändern. Aktuelle Informationen finden Sie beim -> BVL