Schlank werden - so klappt es!/Kapitel
3: Keine Selbstvorwürfe mehr
Schlank werden -
so klappt es!
Schlank werden - so klappt
es!
Online-Buch und Schlankheitskurs
Eva Schumann
3 Keine Selbstvorwürfe mehr!
Inzwischen ist es auch wissenschaftlich belegt, dass
es gute und schlechte Futterverwerter gibt. Man geht davon aus, dass
Übergewicht zu 50 bis 70 % genetisch bedingt ist.
Die guten Futterverwerter neigen dazu, Energie zu speichern und Fettreserven
anzulegen. Die schlechten Futterverwerter lassen einen guten Teil der
aufgenommenen Kalorien als Wärme verpuffen, können also viel mehr
essen ohne zuzunehmen.
Die Natur hat es sinnvollerweise so eingerichtet, dass wir Menschen
(und alle anderen Lebewesen genauso) verschiedene Erbanlagen haben, so dass
die Wahrscheinlichkeit, dass die Art erhalten bleibt, wenn sich die
äußeren Bedingungen (wie beispielsweise Nahrungsangebot) ändern,
wesentlich größer ist, weil sie so anpassungsfähiger ist.
Bei einer Nahrungsmittelknappheit hätten wir - die guten Futterverwerter
- vermutlich bessere Überlebenschancen.
Akzeptieren Sie diese Tatsache, dass Sie, wenn Sie dick sind, vermutlich
zu den besseren Futterwertern gehören und je mehr Diäten Sie gemacht
haben, desto stärker haben Sie diese Eigenschaft ungewollt trainiert.
Lachen Sie in den Spiegel und sagen Sie sich: ich habe einen
leistungsfähigen Körper und diese Stärke werde ich in Zukunft
zu meinem Vorteil zu nutzen wissen.
Hören Sie auf, diejenigen zu beneiden, die immer essen und keine
Zurückhaltung bei den typischen Dickmachern wie fette Braten, fetter
Käse, Mayonaise, Remoulade, Sahne oder Schokolade an den Tag legen,
und trotzdem hager bleiben. Das sind eben schlechte Futterverwerter. Verschwenden
Sie nicht Ihre gedankliche Energie darauf, neidisch zu sein, diese Menschen
haben andere Probleme, Ihres ist, zu dick zu sein und damit Ihre Gesundheit
zu strapazieren. Aber hören sie genauso auf, sich selbst Vorwürfe
zu machen oder sich selbst zu bemitleiden. Das ist reine Zeitverschwendung
und lenkt Sie nur von Ihrem Ziel ab. Sie wollen endlich schlank werden und
es auch bleiben. Allein daran sollten Sie denken.
Aber eines haben Sie schon gelernt, Sie brauchen sich nicht schuldig
fühlen, weil sie dick sind, vermutlich ist es Ihre genetische Veranlagung.
Hören Sie auf, sich dafür zu hassen. Akzeptieren Sie, dass
sie eben ein guter Futterverwerter sind. Aber finden Sie sich nicht damit
ab, dick zu sein! Übergewicht (damit meine ich nicht ein paar Gramm
oder wenige Pfunde zuviel) schadet Ihrer Gesundheit und verkürzt Ihre
Lebenserwartung, abgesehen von der Einschränkung der
Lebensqualität.
Neben den genetischen Ursachen ist vor allem ein ungeeignetes Eßverhalten
Verursacher des Übergewichts. Ungeeignetes Eßverhalten lernt man
zum Teil schon in der Kindheit, zum Teil hat man es sich später ungewollt
und meist auch unbemerkt angeeignet.
Die meisten von uns wissen, dass Obst eine gesunde "Süßigkeit"
voller Vitamine ist, und essen dennoch im Kino Schokoriegel statt Weintrauben.
Woher kommt das? Warum essen wir Sachen, die für uns nicht gesund sind?
Und alles was uns dick und krank macht, ist für uns ungesund. "Weil
sie eben schmecken", werden Sie sagen. Aber was genau schmecken Sie da?
Hören Sie in sich hinein. Ist das denn nicht sowas wie "eine innere
Meinung", die wir uns zu dem Geschmack von etwas gebildet haben und die wir
hegen und pflegen?
Wir denken an den Geschmack und lassen uns gedanklich auf dieses Gelüst
ein. dass Schokoladenplätzchen etwas besonders Leckeres sind, haben
wir als Kind gelernt, als unsere Eltern oder Großeltern uns Schokolade
schenkten in der Absicht uns mit dem zu verwöhnen oder belohnen, was
es in ihrer eigenen Kindheit (die meist von Hungersnot nach dem Krieg
geprägt war) so gut wie gar nicht gab und dadurch als eine besondere
Köstlichkeit angesehen wurde. Diesen Geschmack im Mund zu haben, stellt
sich uns nun erlernterweise als etwas erstrebenswertes dar, eine Art des
Genußes, die oft über den reinen Geschmack hinausgeht sondern
ebenso Belohnung, Liebe, Glück, Trost und ähnliches
bedeutet.
Auch wenn man auf Diät ist, wünscht man sich diesen Geschmack im
Mund, und jede Werbepause im Fernsehen und jeder Einkauf im Supermarkt erinnert
uns an diesen Geschmack und was wir sonst noch angelernterweise damit verbinden.
Und je länger man dann auf Diät ist, desto schwerer kämpft
man gegen diese schmerzliche Sehnsucht nach diesem Geschmack an. Aber ist
meist nicht die Sehnsucht nach dem Geschmack gewichtiger als der
tatsächliche Genuß es eigentlich wert ist, nicht zuletzt, weil
wir dann gar nicht so bewußt essen. Beobachten Sie sich selbst ohne
es zu werten.
Bei dem einen ist es die Schokolade, die durch ihren hohen Fett- und Zuckergehalt
für sein Übergewicht verantwortlich ist, der andere kann sich eine
befriedigende Mahlzeit nicht ohne eine richtig deftig Schlachtplatte mit
Surhaxe (Eisbein) und fetten Würsten vorstellen. Es ist sicher zum einen
der Geschmack, den er mag, aber für viele stehen ihre Speisesünden
auch für "sich etwas gutes Gönnen" oder erinnern an vergangene
Sonntagsmahlzeiten im Familienkreis in ihrer Kindheit.
Würde man von diesen sehr kalorienreichen Speisen (fettreiches Fleisch,
Speck, Mayonaise, Sahne, Remoulade, Butter, Schokolade, stark fetthaltiges
Gebäck wie Blätterteig), die im Verhältnis nicht so viele
Vitamine und andere wertvolle Inhaltsstoffe wie beispielsweise lecker zubereitete
Rohkostsalate mit Joghurt-Marinade oder schonend gegarte Gemüsegerichte
enthalten, gar nicht oder nur ganz wenig essen, eben entsprechend dem jeweiligen
tatsächlichen Kalorienbedarf, hätten wir nicht das Problem des
Dickseins.
Aber hier ist unsere Schwierigkeit bisher. Wie kann man von etwas, was man
in seinem inneren Ansehen als eine große Köstlichkeit kultiviert
(das haben wir irgendwann so gelernt), eine Köstlichkeit, die zudem
auch noch in anderen Hinsichten eine Art Befriedigung verspricht, nur ganz
wenig essen. Da bleibt doch dann immer noch so etwas wie ein ungestillter
Hunger danach. Aber niemand hat uns gelehrt unsere Gelüste zu ändern,
entsprechend dem, was uns und unserem Körper wirklich gut tut, entsprechend
dem, für was wir uns aus Liebe zu unserer Gesundheit und Wohlbefinden
entscheiden würden.
Ich behaupte, wir sind vor allem deshalb dick geworden, weil wir zu den
jeweiligen Nahrungsmitteln unabsichtlich innerlich ein ungeeignetes Bild
entwickelt haben. Wir haben uns auf das Falsche fokussiert, nämlich
auf einen bestimmten Geschmack, den wir vielleicht auch noch mit Wärme,
Wohlbefinden u.ä. verbinden. Aber geben uns diese, für uns gute
Futterverwerter in diesen Mengen ungesunden Nahrungsmittel auch nur eines
davon, was wir uns und was die Werbung uns davon verspricht. Nein, das tun
sie nicht. Im Gegenteil, sie machen uns dick, krank und daneben oft auch
süchtig.
Ich dachte früher, als ich noch dick war, wenn ich an ein bestimmtes
Essen dachte, immer an den Geschmack und wie wohl ich mich fühlen
würde, wenn ich das jetzt essen würde. Und dann hab ich es manchmal
in mich hineingestopft, mich in diesem Geschmack gebadet, und zwar so viel,
bis ich mich richtig satt und rund gefühlt habe. Dann aber war ich
müde und träge und unzufrieden mit mir selbst, weil ich mir so
antriebslos vorkam. Halt! Oft wußte ich auch schon vorher, dass
ich mich nach diesem Essen müde und schlecht fühlen würde,
und trotzdem konnte ich mich nicht bremsen, denn ich habe meine Gedanken
immer an diesem Geschmack hängen lassen, habe ihn sozusagen gedanklich
kultiviert und er wurde dadurch unwiderstehlich.
Durch die Diäten wurde diese Sehnsucht oder der Heißhunger nach
diesen Nahrungsmitteln noch stärker. Zwar wußte ich irgendwo,
sie machen dick, sie geben mir nicht die Vitamine und Vitalstoffe, die ich
brauche und die ich durch frisches Obst und Gemüse erhalten würde,
nicht die gleichmäßige Energie, die ich durch fettarme Vollwertkost
gut dosiert erhalten würde und die mich über den Tag mit Lebensenergie
versorgen würde. Trotz all dem aß ich vor und nach den Diäten
zuviel Schokolade, viel zu viel fetten Käse, zu oft fette Salami. Geht
es Ihnen auch so? Zuviel waren nicht unbedingt immer riesige Mengen. Vielleicht
essen Sie ja auch nur jeweils ganz geringe Mengen. Aber wenn Sie dick sind,
dann nehmen Sie unterm Strich mehr Kalorien auf, als sie verbrauchen und
damit mehr als Ihnen gut tut.
Warum essen Sie nicht weniger beziehungsweise weniger kalorienreiche
Nahrungsmittel? Wenn Sie ein guter Futterverwerter sind, dann benötigen
Sie nicht soviel wie ein schlechter Futterverwerter. Warum scheint es so
schwierig, die Mengen und bevorzugten Nahrungsmittel, dem Vitamin- und
Nährstoffbedarf des eigenen Körpers anzupassen? Ich
persönlich konnte dem Geschmack nicht widerstehen, weil ich diesen Geschmack
als etwas Köstliches verinnerlicht hatte und den Gedanken an den Wert
bzw. gesundheitlichen Nichtwert dieser Nahrungsmittel mehr oder weniger achtlos
beiseite geschoben habe. Und ich musste viel davon essen, denn viel
essen, war so, wie sich in einem Wonnegefühl baden, bis ich satt und
müde war. Es war wie ein innerer Zwang. Ich konnte nicht den Teller
beiseite schieben, wenn ich ausreichend gegessen hatte. Ich musste solange
essen, bis ich wirklich pappsatt war. Geht es Ihnen auch so?
Und kaum war dann eine Diät vorbei, entweder weil das gewünschte
Gewicht erreicht wurde, aber in den meisten Fällen, weil ich den Verzicht
nach einigen Wochen nicht mehr ertragen konnten, schon aß ich diese
vermißten Nahrungsmittel wieder wie vorher, und oft sogar in
größeren Mengen als vorher, weil ich sie ja so lange entbehrt
hatte, ihnen in Gedanken "nachgeweint" hatte. Das muss nicht so sein.
Es gibt einen Weg aus diesem Kreislauf.
Ich möchte gleich darauf hinweisen, dass ich weder einen
persönlichen Feldzug gegen alle, die Schokoplätzchen, fette Braten
oder Mayonaise lieben, führe. Jeder entscheidet für sich selbst.
Es gibt möglicherweise Menschen - schlechte Futterverwerter - die
Kalorienbomben brauchen um ihre Substanz zu erhalten (sie sollten aber auch
auf die sonstigen Inhaltsstoffe schauen, nicht nur auf den Energiegehalt.
Gemüse, Rohkost und Obst sowie kohlehydrathaltige Lebensmittel wie Nudeln,
Reis und Kartoffeln sind für jedermann und -frau gesünder als
ausschließlich Eisbein und Sahnetorten!). Auch kann in schlechten Zeiten
die Sicherung der Energiezufuhr durch Fett unter Umständen für
das Überleben sinnvoll sein. Aber wenn Ihr persönliches Problem
Dicksein heißt, so wie es meins seit meiner Pubertät war, dann
will ich Ihnen gerne helfen, Gelüsten nach Nahrungsmitteln, die Ihnen
dieses Unglück bescherten, nicht länger ausgeliefert zu sein.
Essen Sie weiter wie bisher und beobachten Sie sich ohne zu werten, damit
Sie sich besser kennenlernen. Haben Sie bitte kein schlechtes Gewissen dabei.
Denken Sie nicht, ich erwarte von Ihnen irgendeinen Verzicht oder Sie
müßten sich irgendwas verkneifen. Aber machen Sie sich einfach
ein bißchen bewußt, was sie essen, wie sie essen, warum Sie bestimmte
Sachen essen. Ist das, was sie da gerade in den Mund stecken vor allem ein
Kalorienlieferant (beispielsweise Schokolade oder Wurst? Oder gibt es Ihnen
Vitamine, Ballaststoffe und andere gesundheitsfördernde Inhaltsstoffe
(wie beispielsweise Paprikastreifen in Knoblauchjoghurtsauce, Krautsalat,
Obstsalat o.a.)? Werden Sie einfach ganz langsam ein bißchen sensibler
beim Essen. Und denken Sie an das, was Sie ihrem Körper Gutes tun
können, mit dem was Sie essen.
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Männer sind
anders.
Frauen auch.
Männer sind vom Mars.
Frauen von der Venus.
John Gray