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Integrierter Pflanzenschutz

Integrierter PflanzenschutzIntegrierter Pflanzenschutz

Unter dem Begriff “Pflanzenschutz” werden Maßnahmen zum Schutz von Kulturpflanzen zusammengefasst. Weil man eine Zeitlang unter Pflanzenschutz vor allem den Einsatz chemischer Mittel verstand, wurde der Begriff „Integrierter Pflanzenschutz“ per Pflanzenschutzgesetz (Gesetz zum Schutz der Kulturpflanzen) definiert und vorgeschrieben:

Integrierter Pflanzenschutz ist nach diesem Gesetz “eine Kombination von Verfahren, bei denen unter vorrangiger Berücksichtigung biologischer, biotechnischer, pflanzenzüchterischer sowie anbau- und kulturtechnischer Maßnahmen die Anwendung chemischer Pflanzenschutzmittel auf das notwendige Maß beschränkt wird.”

Mit einfachen Worten: Der integrierte Pflanzenschutz nutzt viele verschiedene umweltfreundliche Verfahren und nur im Notfall „chemische Pflanzenschutzmittel“. Wobei “chemisch” auch nicht unbedingt mit “umweltschädlich” gleichzusetzen ist, denn beispielsweise ist ein Wirkstoff wie Kaliseife (z. B. in Neudosan), keine harte chemische Keule - besonders, wenn man gezielt auf die Befallsherde sprüht, nachdem man überprüft hat, dass keine Nützlinge bereits aktiv sind. Doch grundsätzlich sollen alle anderen Maßnahmen ausgeschöpft werden - vor allem die kultur- und anbautechnischen - die die Pflanzen mit einer starken Abwehr ausrüsten.

Maßnahmen des integrierten Pflanzenschutzes

Viele Dinge können Pflanzen krank machen oder ihnen schaden:

  • Abiotische Faktoren
    Ein falscher Standort, falsche Pflege, Luftverschmutzung und andere abiotische Faktoren können Schuld sein an an Pflanzenschäden. Beispiele: Triebsterben bei Obst (z. B. bei Kupfermangel), Stippigkeit bei Äpfeln (Ursache: ungleichmäßiger Wasserhaushalt), Blütenendfäule bei Tomaten (Kalziummangel), Umfallen von Setzlingen (wenn man sie ohne Abhärtung vom Warmen in die Kälte umstellt). Oft werden Pflanzen unnötig mit Pflanzenschutzmitteln behandelt, weil man das Schadbild falsch deutet.
  • Viren
    Es gibt viele pflanzenschädliche Viren, die Viruskrankheiten auslösen, z. B. Tomatenmosaikvirus, Gurkenmosaikvirus, Apfelmosaikvirus und viele mehr.
  • Bakterien
    Bakterien verursachen Bakterienkrankheiten wie Bakterienwelken, Bakterien-
    Nassfäulen, Bakterienbrand, Bakterienkrebs, Rosettengallen und vieles andere
  • Pilze
    Pilzliche Organismen rufen Pilzkrankheiten hervor. Bekannte Pilzkrankheiten sind Falscher Mehltau, Echter Mehltau, Kraut- und Braunfäule, Stammgrund- und Wurzelhalsfäulen, Rostfleckenkrankheiten, Obstbaumkrebs, Monilia Spitzendürre und viele mehr
  • Schädlinge
    Schädlinge schaden durch Saugen (z. B. Blattläuse, Spinnmilben, Thripse) oder Fressen (z. B. Raupen, Schnecken, Wühlmäuse). Beim Saugen können auch noch Viruskrankheiten übertragen werden.

Mit den Maßnahmen des integrierten Pflanzenschutzes kann das Auftreten und/oder die Auswirkungen verhindert oder eingedämmt werden:

  • Anbau- und kulturtechnische Maßnahmen
    Der integrierte Pflanzenschutz beginnt bei den anbau- und kulturtechnischen Maßnahmen. Pflanzen wachsen da am besten und sind am widerstandsfähigsten, wo die Kulturbedingungen den Bedingungen des Heimatstandortes ähnlich sind. Entsprechend sollte der Boden beschaffen sein, gegossen und gedüngt werden. Nicht ”Viel hilft viel”, sondern das, was die Pflanze braucht, zählt. Hier sind Gärtnerwissen und Pflanzenkenntnisse – oder gute Gartenratgeber - hilfreich.
    Auch die
    Sortenwahl hat einen großen Einfluss. Für den Gemüseanbau im Sinne des Integrierten Pflanzenschutzes sind robuste Sorten zu empfehlen, für den Obstgarten wählt man am besten regional bewährte Sorten. Weitere derartige vorbeugenden Maßnahmen sind Fruchtwechsel, richtige Standweite, optimale Anbautermine, gesunder Kompost, regelmäßiges Entfernen kranker Pflanzenteile, Desinfizierung der Werkzeuge etc.
  • Biotechnische Maßnahmen
    Zu den biotechnische Maßnahmen gehört das Einsetzen von Fallen: Klebefallen (Gelbe Leimfallen gegen Weiße Fliege, blaue gegen Thripse), Lockstofffallen (Bierfallen gegen Schnecken, Pheromonfallen gegen Apfelwickler u. a.), Wühlmausfallen (mit oder ohne Köder).
  • Physikalische Maßnahmen
    Unter physikalische Maßnahmen versteht man das Absammeln von Schnecken, Raupen und Kartoffelkäfern, das Überspannen der Beete mit Schutznetzen und –vliesen (z. B. gegen Gemüsefliegen) sowie Drahtgeflechte um die Wurzeln von Obstbäumen gegen Wühlmäuse.
  • Biologischer Pflanzenschutz
    Biologischer Pflanzenschutz ist die Förderung von natürlichen Feinden (Igel, Vögel, Spitzmäuse, Florfliegen, Marienkäfer, Schlupfwesen etc.) und der Einsatz von gezüchteten Nützlingen (vorwiegend im Rahmen des integrierten Pflanzenschutzes im Gewächshaus: Florfliegenlarven, Raubmilben, Schlupfwespen, Gallmücken).

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