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© Eva Schumann,    Freising 2002

Lucinda  13/Nov/2001:14:30:12

So sehr sie sich auch in diesem Moment bem├╝hte, ihren Frieden mit ihrer unf├Ârmigen Figur zu machen, sowenig gelang es ihr. Paul fiel ihr ein - der hatte wenigstens ein Schicksal. Meine G├╝te, schrecklich mu├č das sein, wenn man sich an bet├Ąubten M├Ąnnern vergehen mu├č! Dabei sah Paul doch so appetitlich aus! Der m├╝├čte doch alle Chancen der Welt haben, zum Zuge zu kommen. Nicht nur bei M├Ąnnern, sondern auch bei Frauen. Da ist nur die Richtige noch nicht gekommen, sagte Karo sich. Das Gabi diese Frau nicht sein konnte, dieses mickrige P├╝ppchen, das sah doch ein Blinder mit dem Kr├╝ckstock...Karo drehte sich ├Ąchzend in ihrem Bett, die Federn quietschten. Das Ger├Ąusch erinnerte sie wieder an ihr eigenes Problem. Au├čerdem bekam sie in diesem Moment einen entsetzlichen Appetit. Andererseits, wenn sie jetzt das Bett verlassen w├╝rde, bek├Ąme sie eiskalte F├╝├če... Und im Bett war es doch so sch├Ân warm. Karo wurde immer w├Ąrmer. Sie wurde ein bi├čchen schl├Ąfrig. Sch├Ân, dachte sie im Einschlafen,

 

Lucinda  13/Nov/2001:14:37:03

endlich schlafe ich mal meinen Appetit weg. Wenn es doch nur immer so w├Ąre. Sie sank in einen weichen, schmeichelnden Traum. Es war wie ein Traum vom Schlaraffenland, nur das alle Leckereien wie aus Kristall waren und ├╝berhaupt nicht verzehrt werden konnten. Riesige, glitzernde Lebkuchenh├Ąuser, W├Ąlder aus Lollis, Fl├╝├če aus Schokolade - aber alles nicht e├čbar. Und sie selbst war in diesem Traum schlank wie eine Tanne. Pl├Âtzlich stand sie mit drei herzigen und sehr zartgliedrigen Feen an einem Feuer auf einer waldigen Lichtung. Die Feen hatten durchscheinende Fl├╝gel - Karo selbst hatte auch solche Schwingen. Das Feuer w├Ąrmte angenehm. Es war wie ein Traum vom Paradies, so hatte sich Karo als Kind immer den Himmel vorgestellt, mit dem Unterschied, das alles e├čbar gewesen w├Ąre. Irgendetwas fing an, Karo zu st├Âren. Zun├Ąchst nur ein ganz kleines bi├čchen, was war es eigentlich? Ja, ihre F├╝├če wurden ein wenig zu warm.

 

Lucinda  13/Nov/2001:14:43:14

Jetzt stach die W├Ąrme schon ein bi├čchen. War Karo nicht auch, trotz ihres m├Ąrchenhaften Zustandes, etwas kurzatmig? Blitzartig war der Traum zu Ende, Karo schlug die Augen auf, und machte sie sofort wieder zu. Ihr Schlafzimmer brannte lichterloh! Sie dachte, sie tr├Ąumt einen Albtraum, aber das vorhin, das mit der Elfe, das war der Traum und dieses ist die grausige Wirklichkeit! Sie ri├č die Augen wieder auf, sie hustete. Was soll ich denn machen? dachte sie verzweifelt. Sie zog sich die Bettdecke ├╝ber das Gesicht. Sie h├Ątte schreien k├Ânnen vor Angst, aber wahrscheinlich war es besser, den Atem zu sparen. Irgendwo hatte sie mal gelesen, da├č stark ├╝bergewichtige Menschen besser brennen, als D├╝nne, dieser makabre Gedanke trat in diesem Moment in ihr Bewu├čtsein...

 

Susanne  26/Nov/2001:21:09:13

Karo rang nach Atem und rannte auf ihre Balkontuer zu. Doch kurz vor der rettenden Tuer hielt sie jemand fest ....Als sie das naechste Mal die Augen aufschlug, lag sie in einem fremden Bett, in einem fremden Zimmer - nein, so fremd gar nicht. In diesem oder einem aehnlichen Zimmer des Petrusspitals hatte sie schon einmal gelegen. Und neben ihrem Bett sass mit besorgter Miene Anne. "Das Feuer - meine Wohnung", stammelte Karo. Doch Anne streichelte ihr nur sanft ueber die Wange. "Karo, Du hattest einen Nervenzusammenbruch. Die ganze Geschichte mit Paul war einfach zuviel fuer Dich. Ich hatte ja noch Deinen Schluessel und wollte vorgestern nachmittag bei Dir meine Jacke abholen, und da liefst Du panisch durch Dein Schlafzimmer und phantasiertest. Mindestens 41 Grad Fieber hattest Du, warst kochend heiss und schriest immer wieder "ich brenne nicht". Da habe ich den Notarzt gerufen und Dich in die Klinik bringen lassen". Karo schluckte und sah ihre Freundin an. Ohne Anne waere sie wohl

 

Heidi   28/Nov/2001:09:23:22

Ohne Anne w├Ąre sie wohl drauf gegangen. Sie, Karo, die Robuste, hatte einen Nervenzusammenbruch gehabt. Ungl├Ąubig sch├╝ttelte sie den Kopf. Dann sah sie zu Anne, die liebevoll ihren Arm t├Ątschelte. "Ich kann's gar nicht glauben", murmelte sie. "Eben noch lag ich in meinem Bett und sah mein Schlafzimmer lichterloh brennen. Der erste Gedanke, den ich hatte, war, dass Dicke ja besonders gut brennen, und verweifelt hab ich dann versucht, zur Terrasse rauszukommen, aber irgendwer hat mich festgehalten..." "Ja, das war ich", unterbrach Anne sie. "Du st├╝rmtest hei├čgl├╝hend und in heller Panik an mir vorbei Richtung Terrasse und ich dachte: Du lieber Himmel, wo will sie jetzt hin, die bricht sich noch den Hals! Also habe ich dich festgehalten und versucht zu beruhigen. Zwischendurch habe ich es noch irgendwie geschafft, den Notarzt anzurufen. Der kam dann auch echt schnell. Mann, mann, mann, ich habe mir echt Sorgen um Dich gemacht. Jetzt guck doch nicht so verzweifelt, es kann nur noch berg

 

Heidi   28/Nov/2001:10:00:56

Es kann nur noch bergauf gehen." "Das sagst du so", meinte Karo bedr├╝ckt. "Was sagt denn eigentlich der Arzt?" "Dr. Jordan? Der wollte von mir wissen, ob du in letzter Zeit unter besonderem Druck gestanden h├Ąttest, und da habe ich ihm kurz von dem Terror mit Paul erz├Ąhlt und von Deinen Bem├╝hungen, abzunehmen. Er meinte, dass w├Ąre wahrscheinlich alles ein bisschen viel f├╝r dich gewesen. Der m├╝sste eigentlich gleich zur Visite kommen."Kaum ausgesprochen flog auch schon die T├╝r auf und herein marschierte ein sportlich-dynamischer Typ mit blonden Haaren und fliegendem Kittel: Dr. Jordan. "Aah, guten Morgen, die Damen! Na, wie geht es uns denn heute?" 

 

Lucinda  28/Nov/2001:11:44:22

Nun, in diesem Moment hatte Karo das Gef├╝hl, bis ├╝ber beide Ohren verschossen zu sein. Ihr Herz klopfte wild und alle Krankheit war vergessen. Dieser Dr. Jordan sah sie an - es kam ihr vor, als ob er ihr bis in den Grund ihrer Seele blicken k├Ânnte! Karos lebhafte Phantasie malte sich ein Leben zu zweit aus, wie es sch├Âner nicht h├Ątte sein k├Ânnen. Alles stand mit einem Male wie Fernsehen vor ihr. Nur mit einem rechnete sie in diesem Moment nicht, und f├╝r ihre Naivit├Ąt sollte sie sp├Ąter noch bitter bezahlen: dieser Dr. Jordan, der hier so fr├Âhlich wie ein Surfer ins Zimmer st├╝rmte, war ein Fat-Admirer! Das hei├čt, er konnte sich an dicken Frauen nicht sattsehen, ja, er war sogar so verdreht, da├č der dicke Frauen m├Ąsten wollte! Wenn Karo das gewu├čt h├Ątte, ihr Magen h├Ątte sich umgedreht! Dieses dunkle Geheimnis w├Ąre zuviel f├╝r unsere arme, k├Ąmpferische Karo gewesen...

 

Lucinda  13/Dec/2001:15:06:14

Karo musterte Dr. Jordan ganz genau. Er sah wirklich unheimlich gut aus. Je besser er Karo gefiel, desto geringer sch├Ątzte sie ihre Chancen bei ihm ein. Trotzdem h├Ątte sie ihm jetzt zu gerne ein verf├╝hrerisches L├Ącheln geschenkt, dabei sah sie bestimmt schrecklich aus, in diesem wei├čen Klinikbett. Sie wollte sich durchs Haar fahren, um ihre Zotteln ein wenig in Ordnung zu bringen. Aber was war das? Sie konnte ihre Arme nicht bewegen! Sie wurde unruhig. "Herr Doktor, warum sind denn meine Arme festgebunden worden?"Der Doktor beugte sich jetzt ├╝ber sie, leuchtete ihr mit einer Taschenlampe ins Gesicht. Es blendete. "Mund aufmachen!" kommandierte er. Karo war gehorsam - doch statt sie zu untersuchen - schob er ihr einen Bonbon in den Mund! Er l├Ąchelte ihr freundlich ins Gesicht, Karo wu├čte gar nicht, wie ihr geschah...Als er ihr Zimmer wieder verlie├č, gelang es ihr, einen ihrer Arme aus dem Bett zu befreien. Sie schrie entsetzt auf, als sie die Brandwunden sah...

 

Lucinda   14/Dec/2001:09:41:22

Also doch! Es hatte also doch gebrannt. Sie konnte nicht begreifen, was hier geschah. War sie in eine riesige Verschw├Ârung geraten? Aber warum, wer tat ihr sowas an? Karo war mit den Nerven am Ende, wieder einmal. Sie wimmerte vor sich hin. Wenn sie auf ihr Leben zur├╝ckblickte, und das tat sie in diesem Moment, so war es eigentlich eine einzige Misere gewesen. Immer nur diese Besessenheit mit dem Essen - man k├Ânnte es Verfressenheit nennen - immer wieder diese hilflosen Versuche, abzunehmen, die st├Ąndigen R├╝ckf├Ąlle in bodenlose Fressereien. In ihrem Kopf war ja kaum jemals Platz f├╝r anderes gewesen. Und nun dies.Sie war in keiner Weise vorbereitet auf die Schlechtigkeit der Welt, stellte sie fest. Aber nicht, weil sie so ein guter Mensch gewesen w├Ąre, sondern einfach, weil sie sich so isoliert hatte, mit ihrem Panzer aus Fett. Karo war nahe daran, die Flinte endg├╝ltig ins Korn zu werfen, "sollen sie doch mit mir machen, was sie wollen", aber irgendwo loderte da noch ein kleiner Fun

 

Lucinda  14/Dec/2001:09:46:22

, aber irgendwo loderte da noch ein kleiner Funke.Der allerdings kurz vor'm Verl├Âschen war, denn in diesem Moment wurde die T├╝r aufgerissen, herein trat eine st├Ąmmige Frau in Krankenschwestertracht. Sie war mit einer riesigen Spritze bewaffnet und hatte ein Gesicht wie ein Panzerknacker. Karo st├Âhnte entsetzt auf.Die Frau herrschte sie an: "Sie sind doch die Amputation von morgen, oder nicht?"Karo wurde ohnm├Ąchtig. So sp├╝rte sie wenigstens den Schmerz der Injektion nicht, als ihr die Krankenschwester (die in Wirklichkeit transsexuell war - und deshalb eigentlich ein Krankenbruder) ihr die riesige Spritze in den Oberschenkel jagte...

 

lucille  15/Jan/2002:00:16:59

als karo wieder erwachte, brummte der kopf, und ├╝berhaupt tat ihr alles weh. ganz langsam konnte sie sich erinnern, was los war, und es fiel ihr auch wieder ein, dass man ihr bein amputieren wollte. automatisch griff sie unter die decke, und staunte nicht schlecht. beide beine waren noch da. langsam drehte sie den kopf gegen das fenster. draussen war es stockdunkel. also, es ist nacht, dachte karo. sie versuchte sich noch ein bisschen zu drehen, damit es ihr bequemer war. da ging eine kleine lampe an. anne sass auf einem stuhl und sah ziemlich benommen aus. "anne", sagte karo, "was tust du hier?" "ich warte, bis du wieder gesund bist meine liebe", antwortete anne. "was war denn los?", wollte karo wissen. "ach, karo", meinte anne, "du hattest fieber und du warst nicht mehr ansprechbar. dieser zustand hielt fast drei tage an. bei der letzten visite ging es dir aber schon viel besser, das fieber sank." da fiel karo wieder dieser arzt ein, wie hiess er nochmal? "hey anne, wie findest d

 

lucille  15/Jan/2002:00:19:22

"hey anne, wie findest du eigentlich diesen arzt?" anne grinste, "dir geht es wieder besser, du magst sogar an den arzt denken. wie ich den finde? ziemlich seltsam, dauernd will er mich mit schokolade f├╝ttern. als ob ich es n├Âtig h├Ątte."annes grinsen wurde noch breiter. "aber karo, weisst du wer noch hier war, um dich zu besuchen? der polizist, der das protokoll von paul geschrieben hat. er war echt besorgt um deine krankheit. und ich musste ihm versprechen, dass ich mich melde, wenn du deine augen wieder ├Âffnest, und dein verstand eingermassen mitspielt." nun musste karo doch sehr angestrengt nachdenken. "anne?" kicherte sie, "ich habe keinen plan, wie der mann aussieht?" die beiden frauen prusteten los. "keine sorge, du wirst dich wieder erinnern, wenn er wieder kommt!" anne lachte laut und aus vollem herzen. "mensch karo, bin ich froh, dass es dir wieder besser geht." karo lachte in sich hinein, ja, wenn ich nur schon jetzt wieder nach hause gehen k├Ânnte. auf einmal fiel ihr e

 

lucille  15/Jan/2002:00:21:34

auf einmal fiel ihr etwas ein. sie hatte seit tagen nichts mehr gegessen. sie legte ganz vorsichtig ihre hand auf ihren bauch. der war merklich geschrumpft. ein gef├╝hl des triumphes durchstr├Âmte sie. sie f├╝hlte sich unschlagbar und richtig gut. "anne, sobald ich hier raus kann, fahren wir in die stadt und kleiden uns neu ein. und dann, dann werden wir etwas ganz besonderes unternehmen." "was denn?" wollte anne wissen. "keine ahnung, aber uns wird etwas einfallen. ok?" anne stand auf und kam zum bett. sie nahm karo in ihre arme und fl├╝sterte "karo, ich bin so froh, dass du wieder gesund wirst. du hast mir ganz schrecklich gefehlt. aber jetzt sollten wir noch ein bisschen schlafen, damit du schnell wieder nach hause gehen kannst." langsam liess sie karo wieder in ihr kissen gleiten. diese atmete schon wieder langsam und regelm├Ąssig. anne strich karo eine str├Ąhne aus dem gesicht. "ach du sentimentale anne", dachte sich und eine einsame tr├Ąne rollte ihr ├╝ber die wange.

 

Lucinda  24/Jan/2002:12:43:16

Zu dem Besuch des netten Polizisten, der das Protokoll von Paul aufgenommen hatte, kam es ├╝brigens nicht mehr: Paul war ausgebrochen und hatte dem armen Beamten aufgelauert! Dann hatte er ihn brutal mehrfach vergewaltigt! So ein Ungl├╝ck!. Dem Polizisten konnte das Leben gerettet werden, aber er mu├čte f├╝r Wochen in eine Reha-Klinik eingeliefert werden, die sich auf solche F├Ąlle spezialisiert hatte.Dort schrieb er einen langen, traurigen Brief an Karo. Er konnte monatelang nur noch auf dem Bauch liegen, dabei war er so schlank, da├č er gar kein Polster hatte. Wie er Karo jetzt um ihr ├ťbergewicht beneidete!

 

nane  25/Jan/2002:10:57:36

Als Anne am n├Ąchsten Morgen kam, um Karo nach Hause zu begleiten -sie wollte Karo am Anfang wirklich nicht gerne sich selbst ├╝berlassen- bestand Karo darauf, an der S├Ąuglingsstation vorbeizuschauen. Wenn sie ehrlich war, musste sie n├Ąmlich seitdem sie den Arzt gesehen hatte, ziemlich oft daran denken, wie sch├Ân es w├Ąre, so ein kleines zartes Gesch├Âpf in den Armen zu halten und zu wissen, dass es ein Teil von einem selbst ist. Emotionen wallten in Karo auf. Nein- wenn sie wirklich irgendwann ein Kind haben sollte, w├╝rde sie es nicht mit ungesundem Zeug vollstopfen! Nein- sie w├╝rde ihrem Kind ihre Liebe anders zeigen! Noch v├Âllig in Gedanken versunken blickte sie auf und sprang v├Âllig ├╝berrascht einen Satz zur├╝ck...

 

Jenny  19/Mar/2002:13:31:55

Da stand auf einmal Stefan vor ihr. Karo guckte ihn v├Âllig verdutz an, nicht weniger erschrocken blicke Stefan hoch. Mensch Karo, kam ganz freudig von ihm. Dich habe ich ja eine Ewigkeit nicht mehr gesehen. Karo konnte es gar nicht glauben, sie hatte Stefan in der Aufregung der letzten Wochen v├Âllig vergessen. Die Freude auch ihn zu sehen war ihr mit einem leichten Rosaton auf den Wangen gleich anzumerken. Stefan, was machst Du den hier? Das gleich sollte ich Dich wohl auch fragen, meinte Stefan. Um sich aus der peinliche ertappen Situation zu befreien, meinte sie nur "Immer noch auf meine Obstsalat warten"! Beide finde gleichzeitig an zu lachen. Da es Karo ja schon viel besser ging, verarbredeten sie sich zum einem sp├Ąteren Zeitpunkt in der Krankenhauscafeteria. Stefan wollte nur seine Schwester besuchen, die 2 Tage zuvor Ihr erste Kind bekommen hat. Stolz berichtete er, dass er nun endlich Onkel ist. V├Âllig aufgeregt kehrte sie in ihn Zimmer zur├╝ck. Stefan war jemand der sie imme

 

Lucinda  19/Mar/2002:17:38:10

Stephan war jemand, der sie immer aufbauen konnte. Das war in diesen Wochen auch bitter n├Âtig. Niemand kann sich vorstellen, wie sehr Karo unter allem litt, was ihr zugesto├čen war! Einmal mehr verfluchte sie ihr ├ťbergewicht, denn wenn sie nicht so schrecklich disziplinlos gewesen w├Ąre und immer nur ans Futtern gedacht h├Ątte, w├Ąre sie nie in eine solche Malaise geraten. Auch jetzt kam sie sich wieder unglaublich plump und unbeweglich vor... Gerade wurden f├╝nf ├Ąltere, sehr magere Patientinnen in wei├čen Krankenhausnachhemden von einem jungen Pfleger ├╝ber den Gang gef├╝hrt. Erst schreckte Karo etwas zusammen - die alten Frauen kamen ihr vor, wie Todgeweihte. Schnell schob sie den Gedanken beiseite. Eine von den Alten musterte Karo allerdings sehr eingehend und verk├╝ndete mit br├╝chiger Stimme: "Na, junge Frau, Sie sind ja ein richtiger Elefant!" Karo wurde puterrot. Sie wollte antworten, aber ihr fiel mal wieder keine Anrwort ein. Da fragte die Frau: "Sind Sie zum Abnehmen hier?" Schnell

 

Lucinda   19/Mar/2002:17:49:20

(Fortsetzung: ...schnell) drehte Karo sich um und fl├╝chtete. Sie w├Ąre beinahe mit einer Krankenschwester zusammengesto├čen, die aus einem Krankenzimmer trat. Die gute Frau trug mehrere Bettpfannen, die jetzt bedrohlich ins Schwanken gerieten. "Vorsicht!" rief sie Karo zu "die sind voll!". Im letzten Moment gelang es ihr, die Bettpfannen auszubalancieren und eine Katastrophe zu verhindern. Karo lief weiter durch die G├Ąnge des Krankenhauses - bis sie von den ausgebreiteten Armen von Dr. Jordan aufgehalten wurde. Allerdings w├Ąren die beiden durch Karos Massen, die jetzt abrupt zum Halten kamen, fast zu Boden gegangen."Herr Doktor", japste Karo "ich will nach Hause."Dr. Jordan ├Âffnete die T├╝r zum Schwesternzimmer und sagte: "kann hier mal jemand helfen? Diese Patientin hier scheint schon wieder unter Halluzinationen zu leiden."

 

Lucinda  19/Mar/2002:17:56:50

Karo war wie vom Donner ger├╝hrt, sie wurde ganz ruhig. Sie konnte kaum glauben, was sie da eben geh├Ârt hatte. Sie sollte unter Halluzinationen leiden? "Aber Herr Dr. Jordan," stammelte sie, "bin ich denn etwa verwirrt?"Dr. Jordan klopfte ihr beruhigend auf den beleibten R├╝cken. "Mein liebes Kind, wie w├╝rden Sie es denn nennen? Erst denken Sie, dass ich Sie begehre, dann sehen Sie Menschen, die nicht da sind, weil sie nicht da sein k├Ânnen..." "Wie...?" fragte Karo verst├Ąndnislos.Dr. Jordan war ganz mild. "Nun beruhigen Sie sich erst einmal, dann sehen wir weiter. Man hat Sie vorhin in der Cafeteria in Selbstgespr├Ąche vertieft beobachtet." Karo war baff: "Aber da war ich doch mit meinem Freund Stefan." Dr. Jordan reichte Karo eine Tablette:"Schlucken, dann geht es Ihnen gleich wieder besser." Folgsam schluckte Karo die Tablette, die wie ein Yoghurt-Gum aussah und roch.

 

Lucinda  19/Mar/2002:18:01:02

Oder war es etwa wirklich ein Yoghurt-Gum? Oder wieder nur eine Halluzination?"Der Stefan, von dem Sie eben sprachen, liebes Kind, er ist doch vor drei Wochen auf dem Operationstisch verstorben. Ich habe ihn doch selbst aufgemacht."Karo kam pl├Âtzlich alles nur noch l├Ącherlich vor. Was sprach der Doktor da? Stefan sollte tot sein? Unm├Âglich, sie hatte doch selbst mit ihm...Oder nicht? Wie auch immer - eine ├╝berw├Ąltigende, alles verzehrende Gleichm├╝tigkeit kam ├╝ber Karo. Und dann wurde ihr schwarz vor Augen...

 

Jenny  21/Mar/2002:14:32:01

Pl├Âtzlich erwachte Karo, ist alles nur ein Traum gewesen? Nass geschwitz schaute sie sich im Zimmer um, Anne sahs zusammen gesunken auf Ihrem Stuhl und schlief. Noch mehr konnte sie einfach nicht verkraften. Wilde Tr├Ąume oder Wirklichkeit? Hastig versuchte sie aus dem Bett aufzustehen um gleich wieder umzufallen. Ihr K├Ârper ist v├Âllig geschw├Ąchte, sie kann sich gar nicht auf den Beinen halten. V├Âllig hysterisch fing sie an nach Anne zu schreien, die so gleich von ihrem Stuhl hochsprang. Anne was ist passiert?? Anne guckte sie unruhig um, denn sie wusste einfach nicht wie sie es ihr sagen sollte ...

 

Lucinda  21/Mar/2002:17:15:42

Anne kam zu ihr, um ihr wieder aufzuhelfen. Doch Karo begann wild mit den Armen in der Gegend herumzufuchteln. Jetzt bekam sie Annes Haare zu fassen. "H├Âr auf, du rei├čt mir ja die Haare aus!" schrie Anne entsetzt auf. Karo verkrallte sich immer mehr in Annes Haaren und sank wieder zu Boden. Dabei wog sie doch soviel! Anne hatte das Gef├╝hl, s├Ąmtliche Haarwurzeln l├Âsten sich von ihrer Kopfhaut, dabei waren es in Wirklichkeit nur einige wenige. Karo war wie von Sinnen. Hatte sie vorher gerissen und gezogen, fing sie jetzt an, zu schlagen. Anne wich entsetzt zur├╝ck. Wie h├Ątte sie Karo in diesem Zustand helfen k├Ânnen?

 

Anne  26/Mar/2002:13:01:51

Ihr viel nur noch eine m├Âglichkeit ein... Anne hohlte aus und gab Karo eine schallende Backpfeife! Das sa├č,denn Karo kam zu sich. Tr├Ąnen ├╝berstr├Âmt lag sie in ihrem Bett. Sie wimmerte:"Was ist nur los mit mir?? Anne helf mir, ich kann nicht mehr. Was ist nur los??"Sie sank in sich zusammen.Anne nahm sie vorsichtig in den Arm"Ganz ruhig meine kleine.Deine Wohnung hat gebrannt und du hast eine schwere Rauchvergiftung. Du mu├čt sehr gelitten haben,denn du warst ein paar mal kurz vor dem tode!"Der Arzt kam und nach einigen Untersuchungen kam er zu dem Entschlu├č,das Karo in einer Woche entlassen werden kommte,wenn alles planm├Ą├čig verlief.Karo ging es nun auch immer besser. Sie sah wieder klarer und konnte nun die Wirklichkeit und ihre Traumwelt unterscheiden.Wenn ich hier raus bin,mache ich erst mal Urlaub! Dachte KaroAls sie Anne von ihren Pl├Ąnen erz├Ąhlte war sie total begeistert und war sofort bereit mit zu fahren. Und so schmiedeten sie Pl├Ąne f├╝r ihren Urlaub. Es sollte eine Wel

 

Anne  26/Mar/2002:16:01:43

Wellness Urlaub sein.Als Karo eine Woche sp├Ąter bei Anne war,wo sie vorerst wohnte,f├╝hlte sie sich zwar noch etwas schwach,war aber im gro├čen und ganzen wieder gesund. Als aller erstes wollte sie auf die Waagw. Sie hatte ganze vier Wochen im Krankenhaus gelegen und f├╝hlte,das sie schlanker geworden war.Gespannt stieg sie auf die Waage. Langsam kletterte der Zeiger h├Âher...90...100...105...110...115...120...125...127,5!Hurra!! Das waren locker 5 Kilo weniger. Sie rechnete genau nach.Seit ihrem Anfang waren es genau 6.8 Kilo!Sie war hoch erfreut. Beschwingt

 

Nabeeja  27/Mar/2002:10:18:58

Dieses Gef├╝hl auf die Waage zu steigen und die Zahlen werden weniger ist einfach unglaublich. Durch nichts w├╝rde sie sich jetzt nochmal runterziehen lassen. Erstmal den sch├Ânen Urlaub und dann geht es wieder voll los mit der Di├Ąt. Doch zun├Ąchste musste sie mal einige Dinge in Ihrem Leben ├Ąndern. Eine neue sch├Âne Wohnung muss her, sie konnte ja schlie├člich nicht ewig bei Anne wohnen bleiben. Jetzt wollte sie erstmal zu Kiosk sich eine Zeitung besorgen. Als sie so den Gehweg entlang trottete stie├č sie mit jemand zusammen .... Stefan! Ein tiefer Blick in die Augen und ...

 

Lucinda  27/Mar/2002:14:26:44

ein tiefer Blick in die Augen und.... sie ging einfach an ihm vorbei, als ob sie ihn noch nie gesehen h├Ątte. Schlie├člich wollte sie ein neues Leben beginnen, Stephan kam ihr jetzt nur noch wie Ballast vor. Sicher, er hatte versucht, freundschaftlich zu ihr zu sein. Aber irgendwie war er doch nicht ernstzunehmen. Stephan rief ihr hinterher, aber sie drehte sich nicht um. Er rief lauter, sie ging etwas schneller. Mit einem Male fing er an, Schimpfworte hinter ihr her zu rufen! Es war Karo richtig peinlich... zumal die Beschimpfungen immer schlimmer und leider auch ordin├Ąrer wurden. Wenn sie doch blo├č etwas sportlicher gewesen w├Ąre, dann h├Ątte sie entweder weglaufen k├Ânnen (obwohl man das eigentlich nicht tut) oder sie h├Ątte zu ihm laufen k├Ânnen, um ihn t├╝chtig durchzusch├╝tteln. So blieb ihr nur eines, sie mu├čte so tun als ob das Ganze nicht ihr galt...

 

Lucinda  27/Mar/2002:14:33:49

Doch diesmal hatte Karo wenigstens Gl├╝ck: gleich hinter der Stra├čenecke fand sich eine Eisdiele, in die sie fl├╝chten konnte. Herrliche Sorten gab es hier: Cappucino, Tiramisu, Walnuss, Erdbeer-Mascarpone - man konnte ins Tr├Ąumen geraten.Keck fragte Karo den Besitzer, ob nach Eissorten mit wenig Fett und Kalorien. Er antwortete ihr: "Si Signorina, alle Eissorten sind bei unsse nur mitte besste SSutaten und gansse wenich Kalorien."Was f├╝r eine ├ťberraschung und ein Gl├╝ck f├╝r Karo! Sie bestellte sofort einen Riesenbecher! Nach dem Erlebnis mit Stephan war das genau das Richtige, und wenn man bedenkt: fast keine Kalorien!Allerdings war ihr entgangen, da├č der Besitzer mit einer jungen Eisverk├Ąuferin, die ausnehmend schlank und h├╝bsch war, zu tuscheln und zu lachen angefangen hatte...

 

Anne  27/Mar/2002:14:37:29

...und in diesem moment mu├čte sich Karo eingestehen,das sie sich in Stefan verliebt hatte.Sie war so verwirrt,das sie ihm nur ein kurzen Gru├č zuwarf und im n├Ąchsten Moment schon um die Ecke gebogen war.Sie steuerte das n├Ąchste Caf├ę an,bestellte sich eine hei├če Schokolade und setzte sich erst mal.Uff,da hatte sie Stefan seit Wochen nicht gesehen und mu├čte feststellen,das sie ihn am mei├čten vermisst hatte.Und nun hat sie ihn auch noch einfach stehen lassen!Sie war so bl├Âde!Als die Schokolade kam starrte Karo sie an,als w├╝rde sie sie gleich anspringen. Darf ich Schokolade??? Eigentlich nicht,oder?? Sie hatte doch so toll abgenommen!Ehrlich gesagt war das ja eigentlich nicht dein Verdienst,dacht Karo.Und trainiert sah sie auch nicht aus. Verdammt,dachte Karo.ich mu├č wieder zum Sport! Anne  27/Mar/2002:14:44:07

Aber Karo ignorierte den s├╝├čen Typen und kramte ihre Zeitung hervor.Sie studierte die Anzeigen und wurde auch bald f├╝ndig.So stand es in der Zeitung: 3Z/K/B mit Terasse in ruhiger Gegend an allein- stehende Frau zu vermieten.K├╝che und exclusive Aus-stattung vorhanden. 300 Euro.

 

Anne   27/Mar/2002:14:39:33

(((((Ups das hat sich ├╝berschnitten)))))

Lucinda  28/Mar/2002:10:17:44

Ach w├Ąre das sch├Ân aus der alten, mittlerweile total unaufger├Ąumten Wohnung einfach so ausziehen zu k├Ânnen und alles hinter sich zu lassen, wie sie Stephan hinter sich gelassen hatte!Aber das ging nicht. Moment mal: 300 Euro f├╝r eine 3Raum-Wohnung? Das ging doch sowieso nicht mit rechten Dingen zu, wahrscheinlich eine Bruchbude in einer Gegend, die von Gott und der Welt verlassen war! Au├čerdem, was sollte sie mit einer Terasse in der Ein├Âde? Karo wollte doch am Reiz und am Leben der Gro├čstadt teilhaben. Und nicht auf einer abgeschirmten Terasse vor sich hind├╝mpeln, immer hoffend, da├č niemand zuviel von ihrem "zuviel" sehen kann.Nein, sie warf die Zeitung in eine Ecke. Das hat keinen Zweck. "Ich k├Ąmpfe mich durch", sagte Karo sich. "Ich beginne jetzt ein neues Leben, niemand soll mich mehr mit F├╝├čen treten, nie wieder!" Karo f├╝hlte sich richtig durchsetzungsf├Ąhig.

 

 

Lucinda  28/Mar/2002:12:26:08

Wie immer kam ihr nicht in den Sinn, sich zu fragen, wer sie denn eigentlich jemals mit F├╝├čen getreten hatte. Ihre Mutter? Das kann man eigentlich nicht sagen, die Mutter hatte zwar viele Erziehungsfehler begangen, aber bestimmt nicht aus schlechter Absicht, sondern vielmehr aus Unwissenheit. Die M├Ąnner? Genau genommen war sie als sehr dicke Person f├╝r die M├Ąnnerwelt "unsichtbar", sie wurde gar nicht wahrgenommen als Frau; demnach also nicht schlecht behandelt, sondern gar nicht behandelt... Blieb nicht mehr viel ├╝brig. Und sie selbst, war sie nie garstig zu anderen Menschen gewesen? Wenn sie einmal ganz ehrlich zu sich war, sie hatte schon die eine oder andere -kleine- Schandtat ausgefressen. ├ťber die eine schlecht hergezogen, dem anderen mit Absicht die Laune verdorben. Also alles in allem eine recht ausgeglichene Bilanz. Und unsere gute Karo war auch klug genug, in ihrem Innersten eben doch zu wissen, da├č ihre Probleme ihr nicht von der Umwelt eingebrockt worden waren.

Lucinda  28/Mar/2002:12:38:15

Pl├Âtzlich fiel ihr Stephan wieder ein. Na, der h├Ątte aber nicht so ausfallend hinter ihr her schreien d├╝rfen! Mit dem w├╝rde sie sich nie wieder unterhalten, nie wieder. Und diesmal war es Karo ernst damit!W├Ąhrend sie so in ihrem Erdbeer-Macarpone-Becher stocherte, bemerkte sie pl├Âtzlich, wie sich die h├╝bsche Eisverk├Ąuferin und der italienische Besitzer der Eisdiele vor lachen kaum halten konnten. ├ťber wen lachten die so penetrant? Langsam d├Ąmmerte es Karo: "Die lachen ├╝ber mich!"Die Welt war also doch feindlich? Nein, diesmal hatte Karo die passende Antwort bereit. Sie warf den Eisbecher auf den Fliesenboden. Was f├╝r ein befreiender L├Ąrm! Der Dielenbesitzer kam best├╝rzt hinter seiner Theke hervor. Karo packte den Glasaschenbecher und warf ihn auch noch auf den Dielenboden. Sie lachte teuflisch.Die kleine Eisverk├Ąuferin war in Deckung gegangen - ihr war nicht mehr danach zumute, jemanden auszulachen...

 

Lucinda  28/Mar/2002:12:42:57

Komisch, Karo war mit einmal so leicht ums Herz. Sie st├╝rmte aus dem Laden - ohne zu bezahlen! - und rannte, so schnell sie konnte. Das war diesmal bemerkenswert schnell, geradezu leichtf├╝├čig. Der Eisdielenbesitzer kam aus seinem Lokal, mit hochrotem Kopf rief er hinter ihr her: "Allt├Ąt die SSSeschpr├Ąllerin! Allt├Ąt sssiie! Verdammt!"Karo mu├čte breit grinsen - es war heute schon das zweite Mal, das hinter ihr her geflucht wurde, und beide Male war sie nicht ganz unschuldig daran...

 

Lucinda  02/Apr/2002:08:27:28

Langsam ging Karo doch die Puste aus. Sie mu├čte an das Buch von Joschka Fischer denken, in dem genau erkl├Ąrt wird, was man tun mu├č, um schlank, sch├Ân und erfolgreich zu werden - der Minister schien ja nichts anderes im Kopf zu haben. Karo hatte das Buch zu Hause irgendwo 'rumliegen. Wenn sie blo├č gewu├čt h├Ątte wo, sie war in letzter Zeit f├╝rchterlich schlampig geworden. Au├čerdem - war ihre Wohnung nicht abgebrannt? Oder war das nur einer von zahllosen Tr├Ąumen gewesen? Mit ihrer Vergangenheit kannte sich Karo nicht mehr aus - sie wollte jetzt nur noch eins: mutig noch mal von vorn beginnen.Sie hielt inne, bekam jetzt ohnehin schmerzhaftes Seitenstechen.

 

Lucinda  02/Apr/2002:08:34:21

Wie k├Ânnte es jetzt weitergehen mit ihrem Leben? Karo hatte das Gef├╝hl, einiges probiert zu haben, auch einiges zweckloses. Wenn sie es recht bedachte, hatte sie eigentlich die ganze Zeit in einer extrem hohlen, bl├Âden Geisteshaltung dahinvegetiert. Hatte sie in den letzten Jahren mal ein Buch gelesen, in dem es nicht um Low-Fat oder irgendwelche Schlankheitstricks ging? War sie irgendwann einmal schwimmen oder ins Sportstudio gegangen um der reinen Freude an der Bewegung willen? Nein, immer nur war es ums Abnehmen, Abnehmen, Abnehmen gegangen. Und doch war sie in diesen Jahren der inneren Leere immer dicker und dicker geworden...

 

Lucinda  10/Apr/2002:11:34:58

Karo konnte und wollte nicht nach Hause gehen. Wo war eigentlich f├╝r sie zu Hause? Sie hatte es doch nie geschafft, sich ein wohnliches Heim zu schaffen. Einmal mehr sp├╝rte sie, wie sehr sie einen liebenden Partner und Kinder entbehrte. Und einen Job, der sie wirklich ausf├╝llte, eine echte Aufgabe. Karo ging in ein Schreibwarengesch├Ąft und kaufte sich eine Schreibmappe und einen Federhalter. Dann machte sie sich auf ins n├Ąchste Kaffeehaus. Zum Gl├╝ck gab es jetzt ├╝berall diese gem├╝tlichen Orte, in denen man Kaffee trinken und Zeit vertr├Âdeln konnte! Doch Karo stand der Sinn nicht nach tr├Âdeln - sie wollte Bilanz ziehen, schriftlich festhalten, wie es in ihrem Leben bisher gelaufen ist, aber auch, wie es weitergehen sollte. Einmal ganz ohne Illusionen, Einbildungen und Gr├Â├čenwahn ihren Weg aufschreiben. Und das tat sie nun ... viele Schalen Milchkaffee lang. Pl├Âtzlich war es dunkel geworden, so kam es Karo jedenfalls vor. Die freundliche Serviererin wollte das Lokal schlie├čen, und Ka

 Lucinda  10/Apr/2002:11:36:19

und Karo sa├č immer noch hier, mit wundgeschriebenen Fingern.

angi  12/Apr/2002:09:10:10

Schnell bezahlte Karo ihren Kaffee, packte ihre Sachen und verlie├č das Kaffeehaus. Dann rief sie erstmal Anne an. Karo bekam ein richtig schlechtes Gewissen. Sie hatte sich den ganzen Tag nicht bei Anne gemeldet, dabei hatte sich ihre Freundin so um sie gek├╝mmert. Sie war froh jemanden wie Anne zu haben. Anne war erleichtert von Karo zu h├Âren, sie hatte sich schreckliche Sorgen gemacht. "Ich hol dich ab Karo, und dann k├Ânnen wir bei einem Glas Wein deine Liste durchgehen, wenn du willst." Karo war begeistert von der Idee. Gemeinsam machten sie es sich in Annes Wohnzimmer gem├╝tlich und bespracen die einzelnen Punkte die Karo notiert hatte. Das dauerte lange, denn Karo hatte einfach alles aufgeschrieben, was ihr in den Sinn gekommen war.Nach stundenlangem sortieren und diskutieren blieben auf Karos Liste noch drei Dinge ├╝brig, die ihr am meisten Sorgen bereiteten und die sie deshalb unbedingt ├Ąndern wollte.1. sie brauchte unbedingt einen neuen Job2. eine neue Wohnung3. abnehm

angi  12/Apr/2002:10:15:40

Und pl├Âtzlich brach Karo in Tr├Ąnen aus. "Immer dasselbe... Ich werde es nie schaffen mein Leben in den Griff zu bekommen. Seit ├╝ber 20 Jahren immer wieder die selben Probleme. Was mach ich denn falsch?""komm Karo" brauste Anne auf einmal auf "Wenn du schon aufgibst bevor du ├╝berhaupt angefangen hast, wird sich nie etwas ├Ąndern. Wir gehen jetzt erstmal schlafen. Ich nehme mir morgen frei, du bist sowieso noch krank geschrieben, dann k├Ânnen wir gemeinsam einen Plan machen. Einverstanden?" Karo nickte und wischte sich die Tr├Ąnen vom Gesicht. Sie wollte nur noch eines: Endlich raus aus diesem Leben.

Anne  16/Apr/2002:08:22:52

Am n├Ąchsten morgen sah die Welt schon viel sch├Âner aus. Die Sonne strahlte,als wollte sie sagen: Hey Karo,mach dich auf den Weg! Von nichts kommt nichts...Zusammen mit Anne studierten sie die Zeitung aber sie fanden nichts passendes. Entweder zu klein,zu teuer oder zu weit weg. Karos Laune sank schon wieder gen null. Sie w├╝rde wohl ewig bei Anne bleiben m├╝ssen. Sie hatte ein furchtbar schlechtes Gewissen Anne so auf der Tasche sitzen zu m├╝ssen. Dabei f├╝hlte sie sich hier sehr wohl. So hatte ihr eigenes Zimmer und der rest der Wohnung war auch nicht gerade klein. Anne hatte ihr erz├Ąhlt,das dies das Haus ihrer Uroma war und sie nur den unteren Teil so gut sie konnte in ihre Wohnung verwandelt hatte. Oben stand alles lehr. Es war einfach zu aufwendig und zu teuer alles zu renovieren. Schade eigentlich,dachte Karo...

 

angi  16/Apr/2002:11:44:06

Aber sie k├Ânnte doch... Nein, das w├Ąre zu sch├Ân um war zu sein. Finanziell k├Ânnte es sich ausgehen. Karo hatte in den letzten Jahren ganz sch├Ân was auf die Kante gelegt. Kleidung konnte bzw. wollte sie sich nicht kaufen, Urlaub am Strand war auch nicht ihr Traum und so hatte sie das meiste Geld eigentlich f├╝r Essen ausgegeben. Nein, so sollte es wirklich nicht mehr weitergehen. Aber ob Anne das Recht sein w├╝rde. Vielleicht hatte sie mit dem oberen Stock etwas ganz anderes vor. Fragen kostet ja nichts, dachte sich Karo."was ist los Karo? Du siehst auf einmal so nachdenklich aus" sagte Anne. "Mir ist da so eine Idee gekommen, aber ich wei├č nicht...""Schie├č schon los!" Karo erz├Ąhlte Anne von ihrer Idee. "ich meine, ich verstehe es nat├╝rlich, wenn du nein sagst. Aber mir gef├Ąllt es hier so gut."

 

Karla  12/May/2002:18:47:54

Anne lie├č nicht locker, bis ihr Karo genauestens auseinander gesetzt hatte, wie sie sich eine eigene Wohnung in Annes Haus vorstellen k├Ânnte. Karo war selber ├╝berrascht, wie sicher sie sich ├╝ber alles war und schilderte Anne lebhaft auch Einzelheiten, ├╝ber die sie zuvor bewusst noch gar nicht nachgedacht hatte. Als w├Ąre ihr die Idee nicht gerade erst gekommen, sondern als w├Ąre sie schon seit langem in ihr gereift, lie├č sie sich von ihren eigenen Vorstellungen mitrei├čen. Und das lag nicht zuletzt daran, dass Anne ihr aufmerksam zuh├Ârte.

 

Karla  12/May/2002:18:58:08

Karo hatte schnell erfasst, wo in der Wohnung die schwierigen Punkte lagen: Feuchtigkeit in den W├Ąnden, nicht isolierte Fenster, die Heizk├Ârper waren alt und abgebl├Ąttert und sahen nicht so aus, als w├╝rden sie im Winter die Wohnung kuschelig warm halten k├Ânnen.Aber nichts davon konnte sie entmutigen. Da gab es doch ihren Kusin, der sein eigenes Haus gerade fertig renoviert hatte und letztens gesagt hatte, dass er sich wohl ein neues Hobby suchen m├╝sste... Und der Klempner, den sie neulich bei der Abflussverstopfung gerufen hatte, hatte ihr auch einen vern├╝nftigen und kreativen Eindruck gemacht.Und so viele Tr├Ąume konnten hier wahr werden: die Sonnen beschienene Terasse, die ger├Ąumige K├╝che, der alte Dielenboden, der unter etwas Dreck nur wenig verkratzt war, das ruhige Zimmer nach hinten raus, das sie sofort als Schlafzimmer in k├╝hlen Blaut├Ânen vor sich sah... Anne hatte lange geschwiegen. Als Karo innehielt, etwas verunsichert ├╝ber ihre eigene Begeisterung, sagte Anne nur: "Reiche

Karla  12/May/2002:19:00:12

Als Karo innehielt, etwas verunsichert ├╝ber ihre eigene Begeisterung, sagte Anne nur: "Reichen dir drei Monate? - Dann w├╝rde ich dir vorschlagen, sofort die K├╝ndigung f├╝r deinen Mietvertrag zu schreiben. Ich glaube, da ist noch eine Flasche Sekt im K├╝hlschrank. Frau Nachbarin, wir sollten ansto├čen! Mein Mietvertrag f├╝r dich wird nur eine Klausel im Kleingedruckten haben: in diesem Haus wird bei Frust nicht gefressen."

 

Marie  15/May/2002:14:45:18

Die drei Monate waren schnell vergangen. Karo und Anne hatten , mit Hilfe des Kusins und einiger Handwerker zwar, aber sonst ziemlich eigenstaendig ein ganzes Stueck arbeit geleistet.Die Wohnung war fertig. Jetzt ging es nur noch ans einrichten. Karo hatte die Wohnung ganz anders als ihre alte geplant. Es war ja ein Altbau, kein Betonkasten wie ihre alte Mietkaserne. Sie hatte die Waende in kraeftigen orange und gelbtoenen gesrichen,nur das Schlafzimmer in beruhigendem gruen und blau, der Boden war mit duftendem Parkett belegt- jetzt nur noch ab zu Ikea. Sie besorgte sich neue Moebel, Vorhaenge, Teppiche...alles was das Herz begehrt.Dann wurde eingerichtet. Bald war es Zeit fuer die Housewarmingparty.Karo wusste nicht, wen sie einladen sollte, sie ging daran eine Gaesteliste aufzustellen. Anne wuerde ja sowieso dasein, ihr Kusin, der ihr so geholfen hatte und dessen Frau, Babsi ihre duenne "beste" Freundin natuerlich... Sie merkte, dass sie ziemlich wenig Freunde hatte. Das mus

 

Marie  15/May/2002:14:47:11

Sie merkte, dass sie ziemlich wenig Freunde hatte. Das musste sich dringend aendern. Vielleicht sollte sie sich einfach ein paar von Annes Freunden "ausborgen", sie wuerde mit ihr sprechen, sobald diese Feierabend hatte.Jetzt ueberlegte sie sich aber erst einmal, woran es lag, dass sie so wenig Freunde hatte, und wie sie das aendern koennte. Klar, ihr ganzes Leben hatte immer nur aus Arbeit und dann zu Hause verkriechen bestanden. Es war ein Wunder, dass sie wenigstens Anne hatte. Denn als sie sich endlich aufgerafft hatte, Sport zu treiben, hatte sie in allen anderen dort nur Feinde gesehen und war gar nicht auf die Idee gekommen, sie koenne dort jemanden kennen lernen.Ja, ihre Freundschaften hatte auch sie nie gut gepflegt. Babsi hatte sie in letzter Zeit total vernachlaessigt, dabei war sie ihre beste Freundin gewesen. Und wenn sie jemanden nett fand, hatte sie trotzdem nie von sich etwas unternommen...... Sie war z.B. im Buero nie besonders freundschaftlich gewesen, aber ein

 

Marie  15/May/2002:14:49:38

Sie war z.B. im Buero nie besonders freundschaftlich gewesen, aber ein paar Kollegen waren doch ganz nett, vielleicht sollte sie die naeher kennen lernen? Jedenfalls konnte sie die zur Party einladen.Aber sie wollte ja sowieso einen neuen Job. Wo den bloss herkriegen? Ihr grausste vor Vorstellungsgespraechen, aber was sollte sie machen?Sie nahm die Zeitung und blaetterte die Stellenangebote durch.Dabei viel ihr Blick auf eine Anzeige der Volkshochschule. Klar- sie wollte doch Freunde finden und ihr Leben anders gestalten. Wo koennte sie das besser als in einer Hobbygruppe?sie beschloss sich so bald wie moeglich einen Prospekt von der Volkshochschule zu besorgen. Sie hatte sich immer fuer Kuenstlerisches interessiert, frueher jedenfalls, oder Theater oder Musik..eine neue Sprache?Als Jugendliche hatte sie doch so viele Hobbies gehabt, wann waren die verschwunden?

 

Karla  18/May/2002:19:43:49

Als sie an die letzten drei Monate dachte, musste sie aber l├Ącheln. So viele T├Ątigkeiten hatte sie wiederentdeckt, alles hatte sie sich allein ausgedacht, wie eine richtig gute Innenarchitektin. Sie dachte an einen Frauenroman, wo sich eine zuerst frustrierte Frau beim Renovieren eines alten Hauses in ihren farbenblinden, daher zuerst v├Âllig geschmacklosen Gesch├Ąftspartner verliebte... Warum war bei ihren k├╝nstlerischen H├Âhenfl├╝gen nur ihr netter Kusin, niemand sonst, dabei gewesen?Als sie dar├╝ber nachdachte, was ihr am meisten Spa├č gemacht hatte beim Einrichten, kam sie darauf, dass es eigentlich die Kombination von Kreativit├Ąt und k├Ârperlicher Arbeit gewesen war. Sie hatte gar keine Zeit gehabt, an ihre Di├Ąt oder Essenspl├Ąne zu denken! Andererseits hatte sie sich auch nur von dem ern├Ąhrt, was Anne f├╝r sie eingekauft hatte. Ab und zu hatte da zwischen den Farbeimern immer mal ein Teller Obst oder ein Salat gestanden, manchmal war auch ihr Kusin zum Chinesen gelaufen.

 

Karla  18/May/2002:19:48:49

Die Klamotten hatten eh immer geschlabbert, eine verbeulte Jogginghose und ein ausrangiertes Hemd ihres Kusins, dazu ein paar ebenfalls uralte schlabberige Sommerklamotten.Karo zog sich aus, um zu duschen und stellte sich vorher auf die Waage. Sie traute ihren Augen nicht: sechs Kilos hatte sie in den letzten Wochen verloren! Frisch geduscht zog sie sich zum ersten Mal wieder "normale" Kleidung an und staunte nicht schlecht, wie locker und kleidsam ihre dunkle Hose mit dem gelben T-Shirt war.Jetzt durfte sie nicht locker lassen! Sie ging in Annes Wohnung und setzte sich an den PC. Zehn Minuten sp├Ąter hatte sie sich f├╝r einen VHS-Kurs angemeldet, ein interessantes Projekt, in dem eine Theater-Auff├╝hrung vorbereitet werden sollte. Neben Schauspielern, ein paar S├Ąngern, Maskenbildnern und Schneidern sollte eine Gruppe auch bei der Gestaltung des B├╝hnenbildes angelernt werden. Das war genau das, wozu sie jetzt bestens in Form war!  

Jenny  11/Jun/2002:11:20:54

Es wurde ja auch langsam Zeit sich wieder an ein normales Leben zu gew├Âhnen. Der Kurs bei VHS w├╝rde ihr sicher gut tun und vielleicht w├╝rde sie ja auch einige nette Leute kennenlernen. Doch jetzt wollte sie erstmals Anne fragen, ob sie nicht Lust hatte einen Stadtbummel zu machen. Sie konnte ja kaum in diesen Schlabberklammotten zu ihren Kurs gehen. Schlie├člich m├Âchte sie sich ja wohlf├╝hlen und mit neuem Selbstbewu├čtsein dem Kurs besuchen. Nach l├Ąngerer ├ťberlegung fiel ihr wieder Stefan ein, im Fitness-Studio ist sie ja auch schon lange nicht gewesen. Klar, die ganze Arbeit beim renovieren, da denkt man an Sport ja am wenigsten. Wie sch├Ân das Leben doch sein kann ...  

 

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