Schlank werden - so klappt es!/Kapitel 15: Kleine Ernährungskunde

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Schlank werden
so klappt es!

Schlank werden - so klappt es!

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Eva Schumann

15 Kleine Ernährungskunde

Abnehmen und schlank werden und bleiben, hat nichts mit "nichts essen" oder "Verzicht" zu tun, sondern damit, seine Ernährung der eigenen Gesundheit und dem Wohlbefinden entsprechend auszurichten. Sie sollten um schlanker zu werden, nie hungern oder leiden.

Gemüse und Obst enthalten außer Kohlehydraten, Fett und Eiweiß auch Vitamine, Mineralstoffe, Ballaststoffe sowie sekundäre Inhaltsstoffe. Besonders letztere werden derzeit wissenschaftlich untersucht. Tausende von diesen sekundären Inhaltsstoffen in Obst und Gemüse haben einen positiven Einfluß auf das Immunsystem. Sie beugen Krebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen vor und schützen vor Infektionen. Die bekanntesten sind die Carotinoide (z.B. Beta-Carotin in gelbem Obst und Gemüse wie Aprikose und Karotten), sie senken das Krebsrisiko. Phytosterine senken den Cholesterinspiegel (sind enthalten in Pflanzensamen und -ölen). Glucosinolate (Senf, Meerrettich und Kohlrabi) haben eine krebshemmende und antimikrobielle Wirkung. Polyphenole sind reichlich in der Schale von Obst, Gemüse und Vollkorngetreide enthalten, und die krebs- und entzündungshemmenden Saponine wurden in Hülsenfrüchten wie Kichererbsen und Sojabohnen gefunden. Die Kombination und Vielseitigkeit, wie Obst und Gemüse Vitamine, Mineralstoffe und sekundäre Inhaltsstoffe liefern, kann kein Vitaminpräparat ersetzen.

Ernährungwissenschaftler bei uns empfehlen täglich mindestens 250 g Gemüse zu essen, davon mindestens die Hälfte roh! Auch an Obst sollte man mindestens 250 g pro Tag roh verzehren. Amerikanische Wissenschaftler gehen noch weiter und raten zu 400 bis 600 g Gemüse und 250 bis 500 g Obst täglich, davon auch möglichst viel roh. Diese Mengen sollten über die 4 bis 5 täglichen Mahlzeiten verteilt werden. Gemüse sollte möglichst wenig geschält werden und Obst, bei dem die Schale mitgegessen werden kann, möglichst gar nicht. Warum nehmen Sie sich nicht sofort vor, diese Mengen ab sofort täglich zu essen und damit etwas für Ihre Gesundheit zu tun. Man kann von vielen der Gemüse in unbegrenzten Mengen essen, ohne viele Kalorien zu sich zu nehmen. Drumherum bauen Sie dann die Energielieferanten wie etwas Nudeln, Reis, Kartoffeln und Brot. Und wenn Sie dann immer noch Hunger haben, dann essen Sie noch mehr Rohkost und Salat. So habe ich es gemacht und damit großen Erfolg gehabt.

Vergessen Sie die langweiligen gemischten Salate, wie man sie häufig in Gaststätten erhält bestehend aus einem angewelkten Blatt Salat und ein paar Tomaten- und Paprikaschnitze. Wie wärs mit Endiviensalat mit Frühlingszwiebeln, Chinakohl-Mandarinensalat mit Currymarinade, Krautsalat mit Joghurtmarinade, Möhrensalat mit Zitronensauce, Bananen-Reis-Currysalat, Tomaten-Nudel-Avocado-Joghurt-Salat usw. Lassen Sie Ihre Phantasie spielen. Essen sie lecker, gesund und abwechslungsreich. Genießen Sie Ihr Essen jetzt erst recht!

Fett macht fett, aber Fett hat auch wichtige Funktionen. Es ist beispielsweise wichtig zur Aufnahme fettlöslicher Vitamine. Daher ist es unsinnig seinen Fettkonsum auf Null runterzufahren. Aber wählen Sie wertvolle Pflanzenöle, wie Distelöl, Leinöl, Sonnenblumenöl u.ä. für Ihr Salatdressing oder zum Kochen und nehmen Sie nur kleine Mengen. Unser Fettverbrauch von durchschnittlich 140 g pro Kopf und Tag (die Angaben in der Fachpresse schwanken hier stark) ist im allgemeinen zu hoch. Dabei geht es nicht nur um die Butter auf dem Brot, sondern vor allem um die versteckten Fette in Wurst, vielen Süßwaren, Käse usw. Ein Überangebot aber macht dick, kann Herz und Kreislauf belasten, das Krebsrisiko für Dickdarm- und Prostatakrebs erhöhen, Bluthochdruck und Diabetes begünstigen sowie das Immunsystem schwächen. Ernährungswissenschaftler empfehlen eine tägliche Menge von etwa 60 bis 80 g/Tag. Wenn Sie abnehmen möchten, reduzieren Sie lieber noch ein bißchen mehr auf etwa 30 bis 40 g/Tag.

Aber Sie müssen nicht täglich nachrechnen, wieviel Fett Sie gegessen haben. Sparen Sie einfach beim Kochen Fett soweit als möglich ein, verwenden Sie beschichtetes Kochgeschirr und ähnliches, damit Sie zum Anbraten fast kein Fett benötigen, lassen Sie am besten die Butter vom Brot, verwenden Sie statt dessen Quark, Senf, Tomatenmark u.ä. Sie führen Ihrem Körper dennoch genügend Fett über versteckte Fette im Brot, Müsli (Haferflocken enthalten Fett), Quark, Magerkäse, Magermilch und dem Öl im Salat zu. Für den Salat oder auch zum Kochen sollte man einfach- (Olivenöl) oder mehrfach ungesättigte (Distelöl, Sonnenblumenöl, Maiskeimöl) Fette verwenden.

Eine Beschränkung der Fettmenge und der gesättigten Fettsäuren (besonders der tierischen Fette: fette Wurst, fetter Käse) ist außerdem empfehlenswert zur Senkung der Cholesterinwerte. Sicher ist Fett auch ein Geschmacksträger, aber dazu reichen auch kleinste Mengen, ansonsten liefern frische Kräuter Geschmack und wertvolle Inhaltsstoffe im Doppelpack. Was besonders viel Fett enthält und deshalb nur noch in Spuren zum Würzen oder gar nicht mehr verwendet werden sollte (aber das ist Ihre persönliche Entscheidung, wie alles hier):

Mayonaise (100 g enthalten 80 g Fett)

Speck (100 g enthalten 65 g und mehr Fett)

Erdnüsse (100 g enthalten 50 g Fett)

Salami (100 g enthalten etwa 42 g Fett)

Pommes frites (100 g enthalten 39 g Fett)

Milchschokolade (100 g enthalten 35 g Fett)

Sahne (100 g enthalten 32 g Fett)

Käse (100 g Käse mit 60 % F .i. Tr. enthalten 31 g Fett)

Blätterteig (100 g enthalten 28 g Fett)

Am besten Sie besorgen sich eine ausführliche Tabelle zu Fett- und Kaloriengehalt von Lebensmitteln und zubereiteten Speisen um zu lernen, was Sie ohne Reue genießen können, und was Sie lieber sparsam wie ein Gewürz bzw. gar nicht mehr verwenden wollen. Auch durch die Umstellung von normaler auf fettarme Milch, fettarmen Joghurt, mageren Quark und Käse sparen Sie jede Menge Fett und damit Kalorien ein. Denken Sie daran: Nahrungsfett (vor allem aus Fleisch und Wurst) wird sehr leicht in Körperfett umgewandelt, komplexe Kohlehydrate (aus Kartoffeln, Vollkornprodukten und Gemüse) werden nicht so leicht in Hüftspeck umgewandelt, sondern versorgen unsere Muskeln und unser Gehirn mit Energie.

Cholesterin ist ein fettähnlicher Stoff. Es hat durchaus wichtige Funktionen bei der Hormonbildung und der Bildung von Vitamin D, die Leber macht aus ihm Gallensäure und er dient als Baustoff für Zellwände. Cholesterin wird vom Körper selbst gebildet. Eine LDL (Low Density Lipoprotein)-Umhüllung ermöglicht den Transport und die Versorgung der Zellen und Organe, eine HDL (High Density Lipoprotein)-Umhüllung sorgt für die Rückführung des nicht benötigten Cholesterins aus der Blutbahn, damit es nicht zu Ablagerungen in den Blutgefäßen kommt.

Ist zuviel LDL-Cholesterin im Blut führt dies durch die Ablagerungen zu Gefäßverengungen und nachfolgend unter Umständen zu Herzinfarkt und Gehirnschlag. Wichtig sind also das Gesamtcholesterin sowie das Verhältnis von HDL- zu LDL-Cholesterin. Um den Cholesterinspiegel zu senken ist einerseits die Einschränkung cholesterinhaltiger Nahrungsmittel zu empfehlen, sowie die Reduzierung der Fettmenge und die Bevorzugung von ungesättigten Fetten. Cholesterin ist besonders reichlich in vielen tierischen Produkten wie Hirn, Eigelb, Fleisch, Wurstwaren, Käse, Butter, Hummer und Krabben enthalten. Vielleicht entschließen Sie sich auch, weitgehendst auf diese Produkte zu verzichten, beziehungsweise den Verzehr einzuschränken. Unterstützend zur Senkung des Cholesterinspiegels sind außerdem Bewegung und ballaststoffreiche Ernährung, erhöhend dagegen wirkt das Rauchen.

Ballaststoffe sind ein Segen in mehrerer Hinsicht. Sie füllen den Magen, reduzieren den Hunger, regen den Stoffwechsel an und regulieren den Stuhlgang. Sie sind quellfähig und binden dadurch Gallensäure im Darm. Bei der Neubildung wird Cholesterin verbraucht, wodurch wiederum der Cholesterinspiegel im Blut sinkt. Ballaststoffreich sind beispielsweise Gemüse, Salate, Obst (besonders Quitten) und Vollkorn (z.B. Weizenkleie).

an apple a day

Fleisch enthält viel Eiweiß aber auch Fett in unterschiedlichen Mengen. Ich persönlich habe meinen Fleischkonsum schon aus dem Aspekt eingeschränkt, dass Fleisch relativ viel Kalorien enthält und ich, wenn ich meinen Kalorienbedarf mit Fleisch abdeckte, kaum etwas essen dürfte. Auch möchte ich nicht die Massentierhaltung unterstützen und habe für mich entschieden, dass für mich persönlich einmal wöchentlich etwas Fleisch ausreichend ist. So kann ich meinen Kalorienbedarf mit Nudeln, Reis, Kartoffeln und Vollkornprodukten abdecken, dazu reichlich Gemüse, Obst und Rohkost, so bin ich immer gut gesättigt. Reichlich pflanzliches Eiweiß liefern mir Kartoffeln, Hülsenfrüchte, Getreide und Getreideprodukte sowie Nüsse.

Industriezucker enthält viele Kalorien ohne Vitamine und Mineralstoffe. Es kann zudem bei reichlicher Zufuhr den Kohlehydratstoffwechsel und den Umbau der Fette durcheinanderbringen. Ähnliches gilt auch für Alkohol. Obst dagegen enthält zwar auch Zucker, aber eben auch jede Menge Vitamine und andere gesunden Inhaltsstoffe. Daher ist es besser, wenn einen die Lust auf Süßes überkommt, ein kleines Müsli oder einen Magerjoghurt mit frischen Früchten und eventuell ein paar Tropfen Honig zu sich zu nehmen.

Ein Wort zu Vollwertkost. Sie ist vielseitig und ausgewogen, ballaststoff- und nährstoffreich. Diese Ernährung ist grundsätzlich sehr zu empfehlen, aber meiner Erfahrung nach für gute Futterverwerter oft zu fett- und damit zu kalorienreich. Tip: Wandeln Sie die Rezepte einfach ab. Nehmen Sie statt Sahne fettarme Milch u.ä.

Für mich war es sehr hilfreich, mich mit Qualität und Inhaltsstoffen von Nahrungsmitteln auseinander zu setzten, so bekam gesundes Essen wie Rohkost und frisches Gemüse schon einen höheren Stellenwert in meinem persönlichen Ansehen. Ich habe das dann bewußt gedanklich weiterkultiviert, so dass ich jetzt auf frisches, möglichst umweltgerecht angebautes Gemüse und Obst größten Wert lege. Fleisch und Fisch esse ich jeweils nur etwa einmal die Woche, zum einen um Kalorien einzusparen, zum anderen auch aus persönlichen ethischen Gründen. Übrigens, wer sich ein Zuviel an Fleisch abgewöhnen will, braucht sich nur mit der bei uns überwiegend praktizierten Massentierhaltung auseinanderzusetzen oder mal einen Ausflug zum Schlachthof zu unternehmen, schon vergeht der Appetit. Aber auch das ist wie alles hier allein Ihre Entscheidung.

Hier noch ein paar Ratschläge aus der Medizin zum gesunden Abnehmen:

· Nehmen Sie langsam ab (manche Mediziner raten zu nur 0,5 - 1 kg pro Monat)

· Nehmen Sie häufiger kleine Mahlzeiten zu sich. Das belastet den Organismus weniger und versorgt ihren Körper gleichmäßig mit Energie, so dass die Heißhungerattacken wegbleiben.

· Die Kombination von Fett mit einfachem Zucker (Schokolade, süße, gefüllte Croissants, Sahnetorte u.ä.) aus der Ernährung streichen, denn das macht besonders fett. Der Zucker bewirkt eine relativ starke Insulinausschüttung, welches wiederum das Eindringen von Fett in die Zellen ermöglicht. Zudem spielt auch noch der glykämische Index eine Rolle, der läßt den Blutzucker beim Verzehr von Schokolade u.ä. Fettzuckerkombinationen besonders schnell ansteigen (Stimmungshoch) und dann völlig absacken (Stimmungstief), was zu den bekannten Heißhungerattacke mit nachfolgend meist weiterer Kohlehydrataufnahme führt. Gehen Sie aus dem Kreislauf hinaus. Wenn Sie Lust auf Süßes verspüren, dann essen Sie ein kleines Müsli mit Obst und Magerjoghurt. Das versorgt sie über einen längeren Zeitraum konstant mit Energie, ist vitaminreich und gesund und es sättigt wesentlich besser. Mein Tip: Lenken Sie Ihre Gedanken beim Anblick von Schokolade und Sahnetorte Richtung "Pfui" (sehen Sie den Fettklumpen, der darin enthalten ist vor Ihrem geistigen Auge, sagen Sie sich: "das Zeug macht fett und mich dadurch unglücklich, ich mag es nicht") und beim Anblick von einer Banane oder Müsli oder ähnlichem "Hui" ("mmmmmh, was für eine leckere Vitaminbombe, und so nett und umweltschonend verpackt ;-)") Trainieren Sie Ihre Assoziationen.

· Stellen Sie Ihre Ernährung um. Sie sollte möglichst abwechslungsreich sein. Fett, Zucker und Weißmehl lassen Sie weitestgehend weg. Dafür genießen Sie Obst, Rohkost, Gemüse, Vollkornprodukte, Reis, Nudeln und Kartoffeln.

· Beginnen Sie den Tag mit einem vollwertigen Frühstück (Müsli, Vollkornknäckebrot mit Quark und Kräutern oder Marmelade o.ä.) Wer morgens noch nichts mag, der trinkt eine Tasse Kaffee mit viel Magermilch, ein Glas Saft, Buttermilch o.ä. und nimmt sich sein Frühstück mit in die Arbeit.

· Die letzte große Mahlzeit des Tages sollten Sie möglichst nicht zu spät zu sich nehmen, wenn es ihr Zeitplan erlaubt, möglichst nicht nach 18.30 Uhr oder 4 Stunden vor dem Schlafengehen. Wer das Problem hat, nachts von Heißhungerattacken überfallen zu werden, kann abends vor dem Schlafengehen noch einen Apfel essen. Und wenn Sie Hunger verspüren, können Sie natürlich jederzeit etwas Obst, ein kleines Knäckebrot , ein kleines Müsli oder viel Gemüse mit Dip essen.

· 2 bis 3 mal die Woche oder mehr sollte man sich möglichst sportlich betätigen, z.B. mit strammen Spaziergängen, Ballspielen, Radfahren, Fitnessstudio, Joggen, Tanzen, Schwimmen u.ä.. Sport erhöht den Kalorienverbrauch, steigert die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit, das Körperbewußtsein und Ihr Wohlbefinden.

Sie wissen sicherlich schon längst, was Sie persönlich ändern müssen, um Ihr Ziel schlank zu werden und zu bleiben zu erreichen, und Sie werden die entsprechenden Entscheidungen im großen wie im kleinen treffen. Erinnern Sie sich an den Schmerz, der die Folge wäre, wenn Sie alles beim alten ließen, und fühlen Sie die Freude, welche Ihnen winkt, wenn Sie Ihr neuen, inneren Bilder zu den Nahrungsmitteln und Verhaltensweisen aufbauen und üben. Bald werden Sie die neuen Assoziationen verinnerlicht haben und dann geht alles wie von selbst. Freuen Sie sich drauf, freuen Sie sich schon jetzt bei jedem Möhren-Salat, bei jedem Apfel, bei jeder Tomatensuppe, was Ihnen diese gesunden Nahrungsmittel schenken werden, nämlich besseres Aussehen, Gesundheit und Wohlfühlen. Schmecken Sie das beim Essen!

 Essanfälle nachts ...
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Freising 2001

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