Dinner-Cancelling/Dinner-Canceling, zu Deutsch “Abendessen ausfallen lassen” ist eine alte Sache unter neuem Namen: Iss morgens wie ein Kaiser, mittags wie ein König und abends wie ein Bettelmann.
Bewertung/Meinung/Erfahrung Meiner Meinung nach ist es gut, mal ein Abendessen ausfallen zu lassen, wenn man Mittags zu viel gegessen hat und einem daher schlecht ist oder wenn man aus irgendeinem anderen Grund keinen Appetit hat. Aber es zur Philosophie zu erheben und ihm einen englischen Namen zu geben, sehe ich einfach nur als interessante Vermarktungsstrategie an. Nach meinem Kenntnisstand der Ernährungswissenschaft ist es auch so, dass es auf die täglich zugeführte Kalorienzufuhr im Verhältnis zum Verbrauch ankommt - und es ist egal, wann man die Kalorien aufnimmt, ob morgens oder abends. Darauf wie sättigend und wertvoll diese Kalorien sind und wie viele es gesamt sind, hat aber meiner Erfahrung nach sehr wohl Einfluss.
Ich habe mit ca. 17 Jahren (immerhin 31 Jahre her) mit einer Freundin zusammen "Dinner-Cancelling" betrieben: Wir haben nur bis Nachmittags gegessen und dann nichts mehr. Wir haben nicht abgenommen, denn wir haben ab dem zweiten Tag automatisch zu den verbliebenen Mahlzeiten mehr gegessen als vorher, vor allem haben wir dem Essen mehr Bedeutung beigemessen, weil wir nachts Hunger hatten.
Dinner-Cancelling ist kein ganzheitliches Konzept - es fehlen Ansätze zur Motivation (um den Anfang zu finden und um Rückschläge zu verkraften), zur dauerhaften, sinnvollen Ernährungsumstellung, zur Verhaltens- und Bewegungsumstellung.
Als Anregung kann die Methode hilfreich sein: für jemanden, der sich angewöhnt hat, abends zu viel zu essen und durch das Essen Entspannung zu finden. Allerdings sollte der dann nicht das Essen ausfallen lassen, sondern zur Entspannung etwas anderes zu finden (Sport, Meditation etc.) und das Abendessen reduzieren.