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Geldanlage, Kapitalanlage

Welches ist die beste Geldanlage?

Wer Geld gespart, geerbt oder in der Lotterie gewonnen hat, sucht nach sinnvollen Geldanlage-Möglichkeiten, denn jeder weiß: Es auf dem Girokonto liegen zu lassen, ist fast so schlecht, wie es unter der Matratze zu verstecken.

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Möglichkeiten, Geld anzulegen oder zu investieren, gibt es viele: Immobilienkauf, Edelmetalle (Gold, Silber, Platin), Direktinvestition in Firmen, Sparprodukte (Sparbuch, Festgeld, Tagesgeld etc.), festverzinsliche Wertpapiere (Anleihen, Obligationen, Bundesschatzbriefe, Pfandbriefe etc.), Aktien, Fonds (Aktienfonds, Rentenfonds...), Kunst, Antiquitäten, Edelsteine, Schmuck  etc. Es reicht jedoch nicht, die Zinsen oder die erwartete Rendite der einzelnen Geldanlage-Möglichkeiten zu vergleichen, sondern man benötigt eine Anlagestrategie bzw. Vermögensstrategie, die zum Vermögen und zum Eigentümer passt und ihn schützt. Einige  Grundsätze sollte man sich immer vor Augen führen:

  • Jede Chance birgt ein Risiko. Je größer die Chance, desto größer ist auch das Risiko. Will Ihnen ein Anlageberater etwas anderes erzählen (und etwas entsprechendes verkaufen oder vermitteln), dann seien Sie auf der Hut!
  • Bei Aktien, Aktienfonds und vielen anderen Wertpapieren sowie bei Sachwerten (z. B. Edelsteine, Gold, Kunst und Schmuck) erhalten Sie beim Verkauf nur so viel, wie jemand anderer bereit ist dafür zu bezahlen - egal, was Sie beim Kauf dafür bezahlt haben und egal, was in irgendeinem Hochglanzkatalog steht.
  • Nur weil sich ein Kurs oder ein Preis halbiert hat, heißt das nicht, dass er sich nicht noch einmal halbieren kann - Vorsicht vor Turnaround-Spekulationen.

Anlagestrategie, Vermögensstrategie - auf den richtigen Mix kommt es an

Die Anlagestrategie muss zum Vermögen (Größe des gesamten Vermögens und der regelmäßigen zu erwartenden Einkünfte, Zeithorizont der Geldanlage) und dessen Eigentümer (Alter, Familienverhältnisse, Altersvorsorge, Gesundheit, Interesse an aktiver Geldanlagen etc.) passen. Grundsätzlich ist es jedoch zu empfehlen, ein Vermögen auf mehrere Standbeine zu verteilen (Diversifikation) - also nicht alles in Immobilien, alles in Versicherungen, alles in Aktien oder alles in Gold zu investieren, sondern festzulegen, mit wie viel Vermögenswert man auf Nummer Sicher (Priorität Vermögenserhalt) gehen will und mit wie viel man bereit ist, Chancen wahrzunehmen (Priorität Vermögensvermehrung) und auch das dazugehörende Risiko in Kauf zu nehmen. Außerdem muss man überlegen, wann man wie viel Liquidität (verfügbares Geld, “flüssige Mittel”) benötigen wird (beispielsweise für eine große Reise, Umzug, die Renovierung oder um die Rente aufzupeppen).

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Sichere Anlageformen (Vermögenserhalt) sind beispielsweise:
Beachten Sie aber unbedingt auch die Einlagensicherung der Kreditinstitute!

  • Sparbuch - so gut wie kein Verlustrisiko, aber kaum Zinsen
  • Festgeldkonto - so gut wie kein Verlustrisiko, feste Zinsen für vertraglichen Zeitraum, attraktivere Zinsen als das Sparbuch, siehe auch Tagesgeld oder Festgeld
  • Tagesgeldkonto - kein Verlustrisiko, attraktivere Zinsen als das Sparbuch, Zinsentwicklung nach Zinsgarantie nicht vorhersehbar
    Siehe auch Tagesgeld oder Festgeld, Tagesgeldkonto und im Geld-Blog von tinto: Girokonto, Tagesgeld - was ist besser?
  • Festverzinsliche Wertpapiere (Bundesanleihen, -obligationen, Bundesschatzbriefe, -pfandbriefe etc.) - so gut wie kein Verlustrisiko, aber derzeit auch nicht allzu hohe Zinsen
  • Garantiefonds - sehr geringes Risiko, geringe Rendite
  • Rentenfonds - geringes Risiko, geringe Rendite

Mittleres bis hohes Risiko/mittlere bis hohe Chancen (Vermögensvermehrung) bieten beispielsweise
Nur für Vermögensanteile zu empfehlen, die man lange nicht benötigt, da es manchmal sogar Jahre dauern kann, bis sich eine Krise/Verluste wieder verwachsen hat.

  • Geldmarktfonds - geringes Risiko, geringe bis mittlere Rendite
  • Laufzeitfonds - mittleres bis sehr hohes Risiko, mittlere Rendite
  • Mischfonds - mittleres Risiko, mittlere Rendite
  • Offene Immobilienfonds - mittleres bis großes Risiko, mittlere Rendite
  • Garantiezertifikate - mittleres bis hohes Risiko, niedrige Rendite
  • Gold - Kursverlustrisiko im Moment eher hoch, da aktuell schon sehr teuer. Da Gold in Dollar notiert, gibt es auch noch das Wechselkursrisiko.
    (Finanztest 07/2010 empfiehlt: Gold max. 10 % des risikobehafteten Anteils des Vermögens)
  • Aktien bieten im Durchschnitt mittlere bis sehr große Chancen und mittlere bis sehr hohe Risiken (einzelne Aktien bergen die Gefahr eines großen Verlustes bis Totalverlustes, innerhalb des Wertpapierdepots daher immer für weitere Diversifikation sorgen)
  • Aktienfonds - im Durchschnitt mittlere bis sehr große Chancen und mittlere bis sehr hohe Risiken. Zum Beispiel: Mittlere Chancen und Risiken bergen beispielsweise Aktienfonds, die auf deutsche Aktien aus dem DAX (Deutscher Aktien Index) setzen, große Chancen aber auch Risiken bergen Aktienfonds, die auf die Entwicklung der Schwellenländer (China/Hongkong, Indien, Brasilien/Lateinamerika, Schwellenländer in Osteuropa...) setzen. Daher innerhalb des Depots für weitere Diversifikation sorgen.

Anmerkung: Aktien und Aktienfonds bieten im Mix mit Zinspapieren einen relativ guten Inflationsschutz.

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Sonderfall Immobilien
Immobilien können selbst genutzt oder vermietet werden - neben dem Ertrag durch Vermietung (bzw. Mietersparnis bei Eigennutzung) ist die Wertentwicklung über einen längeren Zeitzeitraum zu betrachten - letztere kann lage- und demografieabhängig positiv oder negativ sein. Die Wertentwicklung ist außerdem auch von Veränderungen der Infrastruktur u. ä. abhängig.

Wenn überhaupt dann nur für Experten bzw. Liebhaber

  • Kunst
  • Antiquitäten
  • Edelsteine, Schmuck

Wer Sachwerte aus Angst vor Inflation kaufen möchte, sollte sich vor Augen halten, dass man immer nur den Preis erhält, den jemand anders bereit zu zahlen ist, und davon gehen dann auch noch Provisionen u. a. weg. Bekommt man schon in guten Zeiten bei Sachwerten kaum das, was man dafür einmal bezahlt hat, kann man davon ausgehen, dass man in schlechten Zeiten, wenn viele keine andere Wahl haben, als unter Wert zu verkaufen, erst recht keinen guten Preis erzielen kann.

 

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