Aktienstrategien - Die Kunst, die besten Aktien herauszupicken
Die Aktien-Börse ist keine Einbahnstraße
Aktienkurse ergeben sich aus Angebot und Nachfrage an der Börse, beide können sich ändern und das hängt nur zum Teil von der Entwicklung der Aktiengesellschaft selbst ab, sondern u. a. von der Stimmung an der Börse. Aktien bieten im Durchschnitt mittlere bis sehr große Renditechancen bei mittlerem bis sehr hohem Risiko. Einzelne Aktien bergen bei möglicherweise sehr hoher Chance die Gefahr eines großen Verlustes bis Totalverlustes, deshalb sollte man "nie alle Eier in einen Korb legen" - d. h. nicht nur Aktien einer Firme kaufen, sondern sein Depot streuen, siehe auch Diversifikation. Diese Verteilung auf mehrere Standbeine kann man vornehmen, indem man statt auf einzelne Aktien auf Aktienfonds setzt. Doch selbst da sollte man nicht nur einen einzelnen Aktienfonds, sondern mehrere kaufen. Und natürlich kann man auch beides kombinieren: z. B. deutsche, europäische und US-amerikanische Aktien selbst entsprechend der eigenen Strategie aussuchen, bei den Schwellenländern auf Aktienfonds oder Index-/Basketzertifikate setzen.
Ob man mit einer einzelnen Aktie Gewinn oder Verlust macht, hängt von der Kurs-/Wertentwicklung und von der Dividende (Ausschüttung an die Aktionäre) ab.
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Dividenden-Strategie - hohe Dividenden (pro Aktie) punkten
Die Dividende ist eine Ausschüttung eines Teils des Gewinns der Aktiengesellschaft an deren Aktionäre. Die Dividendenhöhe wird vom Vorstand vorgeschlagen und von der Hauptversammlung der Aktiengesellschaft beschlossen.
Die Dividenden-Strategie wird gerne von sicherheitsbewussten Anlegern benutzt. Sie wählen diejenigen Aktien aus, die die höchste Dividendenrendite aufweisen.
Die Dividendenrendite wird folgendermaßen errechnet:
Kritik an der Dividenden-Strategie:
Die Dividendenrendite berücksichtigt nicht den Kursverlauf/die Wertentwicklung. Als langfristiger Anleger bin ich eigentlich nicht an Ausschüttungen interessiert, sondern daran, dass die Firma, in die ich investiert habe, mein Geld nutzt und sich bestmöglich entwickelt und sich dadurch der Wert meines Firmenanteils erhöht - dies soll sich natürlich auch im Kurs widerspiegeln, vor allem zum Zeitpunkt, an dem ich verkaufen will oder muss.
Zur Bewertung, was eine Aktieninvestition tatsächlich bis heute gebracht hat, kann man die Aktienrendite errechnen:
Aktienrendite = (Kaufkurs - aktueller Kurs + Dividenden) : Kaufkurs
Erfolg der Dividenden-Strategie:
Schaut man sich die Ergebnisse dieser Strategie im Zeitraum vom 30.4.2008 bis 31.5.2010 an, dann ist die Wertentwicklung bei Anwendung der Strategie auf DAX-Aktien fast identisch mit der Entwicklung vom DAX (Deutscher Aktienindex) - bringt also wenig. Wurde die Strategie auf Aktien aus dem DJ Euro Stoxx 50 angewendet, so war das Ergebnis etwas besser als der Index. Auf Aktien aus dem Dow Jones angewendet, war das Ergebnis unglaublich viel schlechter als die Entwicklung des Dow Jones (Quelle: Entwicklung der Strategiedepots - Finanztest 7/2010).
Trend-Strategie
"The trend is your friend" - der Trend ist dein Freund. Bei dieser Strategie werden die Aktien (oder Fonds) ausgewählt, die sich in den vergangenen 1, 3 oder 5 Jahren am besten entwickelt haben. Man geht davon aus, dass sich ein Trend auch weiter fortsetzt.
Kritik an der Trend-Strategie
Nur weil etwas gestern gut lief, muss es nicht auch morgen gut laufen. Beispielsweise wirken sich Krisen auf die verschiedenen Branchen unterschiedlich aus - war z. B. die Euro-Abwertung für viele Firmen ein Desaster, so konnte sich doch die Exportwirtschaft über sich füllende Auftragsbücher freuen. Derartige Auswirkungen können je nach Branche und Firma kurz oder lange dauern. Gerade wenn nur das letzte Jahr zur Auswahl herangezogen wird, läuft man Gefahr, nach dieser Strategie ausschließlich junge, gehypte Firmen auszuwählen - von denen viele aber auch ganz schnell wieder verschwinden können. Der Zeitpunkt von Aktienkauf und -verkauf spielt eine sehr große Rolle für das Ergebnis.
Erfolg der Trend-Strategie
Schaut man sich die Ergebnisse dieser Strategie (durchgeführt vom 30.4.2008 bis 31.5.2010 - Auswahl der Aktien nur jeweils nach Ergebnissen des letzten Vorjahres) an, dann ist die Wertentwicklung bei Anwendung der Strategie auf DAX-Aktien schlechter als die Entwicklung vom DAX (Deutscher Aktienindex). Wurde die Strategie auf Aktien aus dem DJ Euro Stoxx 50 angewendet, so war das Ergebnis schlechter als der Index selbst. Auf Aktien aus dem Dow Jones angewendet, war das Ergebnis besser als die Entwicklung des Dow Jones (Quelle: Entwicklung der Strategiedepots - Finanztest 7/2010).
Strategietipp
Meiner Meinung nach sollte man nicht nur das Vorjahr zur Auswahl der Aktien heranziehen, sondern auch den Trend der letzten 3 und der letzten 5 Jahre beachten. Wenn man sich dann noch die entsprechenden Charts (Performance-Diagramme) im Vergleich zum jeweiligen Aktienindex anschaut, kann man erkennen, wie eine Aktie in Krisen und nach Krisen reagiert. Wenn die Aktie nicht nur in Krisens tark fällt (Gewinnmitnahmen), sondern sie hinterher wieder zu denen gehört, die stark ansteigen, dann lohnt es sich, sich mit den Nachrichten zu der Firma und deren Branche auseinanderzusetzen und einen Einstieg in Erwägung zu ziehen.
Umkehrstrategie
Diese Strategie ist die Umkehrung der Trend-Strategie. Man wählt die Aktien mit der schlechtesten Wertentwicklung im letzten Jahr aus.
Kritik an der Umkehrstrategie
Manche Börsianer spekulieren darauf, dass eine Aktie mit negativem Trend irgendwann entdeckt wird und sich viele Anleger darauf stürzen, wodurch dann der Preis steigt. Ähnlich hoffnungsvoll agieren auch die, die Aktien mit niedrigem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV = Kurs : Gewinn pro Aktie) aussuchen. Doch der Markt (Angebot und Nachfrage) lässt sich nicht von statistischen Zahlen beeindrucken. Meiner Meinung nach sollte man sich lieber diesen Grundsatz vor Augen führen: Nur weil sich der Wert einer Aktie um die Hälfte reduziert hat, heißt das nicht, dass sie das nicht noch einmal tun könnte - genauso kann eine Aktie, deren Kurs seit Monaten schläft auch noch Jahre weiterschlafen. [Doch manchmal findet tatsächlich eine Firma und deren Aktie aus dem Tal der Tränen wieder heraus: z. B. 2010 Infineon. Das ist aber die Ausnahme.]
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