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Nachhaltige Geldanlage - ökologisch, ökonomisch, sozialNachhaltige Geldanlage

Nachhaltigkeit - Definition
Nachhaltigkeit - persönliche Sicht des Anlegers
Nachhaltige Geldanlage mit Aktien und Aktienfonds
Nachhaltige Geldanlage - Indizes
Nachhaltige Geldanlage - geschlossene Fonds
Nachhaltige Geldanlage über Genussscheine/Genussrechte
Grüne Banken, Nachhaltigkeitsbanken

Wer Geld gespart hat, der sollte es nicht unter der Matratze verstecken - denn da verliert es inflationsbedingt an Wert, kann gestohlen (Einbruch) oder vernichtet (Hausbrand) werden. Besser ist es, das Geld anzulegen.

Wie man Geld am besten anlegt, hat nicht nur mit Anlagestrategie (Diversifizierung etc.), Renditechancen und Risikobereitschaft zu tun, sondern auch mit der persönlichen Weltanschauung - beispielsweise ob man investieren oder spekulieren will sowie um ethische (Kinderarbeit, Menschrechte, ökologische Nachhaltigkeit etc.) und religiöse Aspekte.

Nachhaltigkeit - Definition

Bei "Nachhaltigkeit" geht es darum, ein vorhandenes System so zu nutzen, dass es dauerhaft erhalten bleibt. Dabei gibt es die Aspekte

  • Ökologische Nachhaltigkeit
    Ökologisch nachhaltiges Handeln berücksichtigt Naturschutz, Umweltschutz, Ressourcenschonung, Regenerierbarkeit von Ressourcen etc.
  • Ökonomische Nachhaltigkeit
    Bei der ökonomischen Nachhaltigkeit geht es darum, dass (volks-)wirtschaftliches Handeln auf für Nachfolgegenerationen sinnvoll sein muss.
  • Soziale Nachhaltigkeit
    Sozial nachhaltiges Handeln setzt sich für den Abbau sozialer Ungerechtigkeiten und sozialer Spannungen und für friedliche Konfliktlösungen ein.

Wie man sieht, kann "Nachhaltigkeit" ganz unterschiedlich ausgelegt werden - auch wenn idealerweise alle Aspekte berücksichtigt werden.

Nachhaltigigkeit - persönliche Sicht des Anlegers

Wegen der Dehnbarkeit des Begriffs Nachhaltigkeit, sollte man als Anleger vor der Suche nach nachhaltigen Geldanlagen überlegen, welche Aspekte man persönlich bei der Beurteilung von Unternehmen wichtig findet, z. B.

  • Nachhaltigkeit der Wirtschaftsweise/Produktion
    (nachhaltiges Wirtschaften, ökologischer Anbau, biologischer Pflanzenschutz, artgerechte Tierhaltung etc.)
  • Entwicklung ökologischer Produkte
    (Regenerative Energien)
  • Engagement in Umweltschutz und Nachhaltigkeitsthemen
  • Keine Atomenergie
  • Keine Gentechnik in der Landwirtschaft
  • Keine Lebensmittel, für deren Erzeugung Gentechnik eingesetzt wurde
  • Keine Agrarchemie und Monokulturanbau
  • Keine nicht-artgerechte Tierhaltung/keine Massentierhaltung
  • Gute Arbeitsbedingungen
    (gute Strukturen im Unternehmen, keine Ausbeutung)
  • Sorgsamer Umgang mit der Bevölkerung
    (z. B. bei der Umsetzung von Großprojekten)
  • Achtung der Menschenrechte
    (keine Kooperation mit Diktatoren etc.)
  • Keine Kinderarbeit

Nachhaltige Geldanlage mit Aktien und Aktienfonds
(offene Publikumsfonds)

Wer sein Geld in Aktien anlegen möchte, kann

  • selbst Unternehmen recherchieren, die seinen Kriterien entsprechen
    Mit dem Kauf von Aktien wird man Miteigentümer und hat i. d. R. auch ein Mitspracherecht (Ausnahme Vorzugsaktien)
  • einen Anteil an einem Nachhaltigkeits-Aktienfonds/Ökologie-Aktienfonds kaufen
  • sich bei der Auswahl an Nachhaltigkeits-Strategieindizes orientieren

Wobei man sowohl bei den Nachhaltigkeits-Aktienfonds, als auch bei den Nachhaltigkeits-Strategie-Indizes genau schauen muss, was die Herausgeber jeweils unter Nachhaltigkeit/Ökologie verstehen bzw. wonach die Aktien im Aktienfonds bzw. im Nachhaltigkeitsindex ausgewählt werden:

  • Nachhaltigkeit - Ausschlusskriterien
    z. B. keine Atomkraft, keine Gentechnik, keine Kinderarbeit und/oder keine Waffenproduktion
  • Nachhaltigkeit - Positivkriterien
    z. B. Unternehmen aus dem Bereich Ökologischer Anbau, Regenerative Energien
  • Nachhaltigkeit - Engagement
    z. B. wenn ein Unternehmen aus einer Branche, die nicht direkt mit Nachhaltigkeitsthemen zu tun hat, seinen Strom ökologisch selbst erzeugt
  • Nachhaltigkeit - die Besten-der-Branche-Konzept (Best in Class, relativer Ansatz)
    z. B. aus verschiedenen Branchen werden die nach einer definierten Vorgabe "Besten" gewählt

Bei Best-in-Class-Auswahlverfahren ohne weitere Einschränkungen oder Positivkriterien haben Anleger schon unangenehme Überraschungen erlebt, als sie feststellten, dass ihr Ökologie-/Nachhaltigkeitsfonds Ölkonzerne, Atomkonzerne oder Rüstungsunternehmen enthielt. 

Nachhaltige Geldanlage - Indizes

Die wichtigsten Nachhaltigkeits-Indizes, nach denen sich auch viele Nachhaltigkeits-/Ökologie-Fonds richten und die man auch als Orientierungshilfe nutzen kann, wenn man seine Aktien selbst auswählen will:

  • Natur-Aktien-Index (NAI)
    Enthält 30 Unternehmen; umweltschädliche Branchen sind dabei von vorne herein ausgeschlossen; bewertet wird ökonomisch, ökologisch und sozial nachhaltiges Handeln, Einsparung von Energie und Wasser, Vorreiter ihrer Branche u. a. m.
    -> Unternehmen im NAI
  • FTSE KLD 400 Social Index (bis Juli 2009: Domini 400 Social Index)
    Enthält 400 Unternehmen; soziales und ökologisches Handeln stehen im Vordergrund; Ausschlusskriterien (bei Erreichung definierter Grenzen) sind Engagement in Alkohol, Tabak, Feuerwaffen, Rüstungsindustrie, Glücksspiel, Atomkraft;
    Details -> Fact Sheet
  • Öko-Aktienindex (nx-25)
    Enthält 25 Unternehmen; vorbildliche Unternehmen hinsichtlich ökologischer und ethischer Kriterien; Ausschlusskriterien sind: Atomkraft, fossile Energieträger, Produktion mit hohem Schadstoffausstoß, Gentechnologie, Rüstung, Tabak, Alkohol, Tierversuche, Massentierhaltung, Ausbeutung, Diskriminierung, Korruption;
    nicht ganz aktuelle Liste der Unternehmen bei -> Wikipedia
  • ÖkoDAX
    Enthält 10 Unternehmen aus dem Bereich erneuerbarer Energien;
    nicht ganz aktuelle Liste bei -> Wikipedia
  • Stoxx Global ESG Leaders
    (verschiedene siehe -> Fact Sheet)
  • Dow Jones Sustainability Index
    ("Corporate Sustainability", Best-in-Class-Konzept)
  • FTSE-4-Good
    (Best-in-Class-Konzept)

Im Vergleich der verschiedenen Nachhaltigkeitsindizes zeichnen sich die "strengen" Indizes wie der NAI nicht nur durch eine strenge Auslegung des Nachhaltigkeitskonzeptes, sondern auch durch besonders gute Performance/Wertenwicklung aus (Quelle: Börse am Sonntag, Ausgabe Nr. 37 vom 18.09.2011). Zumindest der Langfrist-Chart bestätigt das - zeigt aber auch, wie viel langen Atem und Nerven man braucht (-> NAI-Chart bei Onvista).

Wer einzelne Aktien mit Hilfe eines Nachhaltigkeitsindex herauspicken möchte, sollte sich unbedingt für jede Aktie den Chart (Kursverlauf) der letzten Jahre und den Handel an deutschen Börsenplätzen anschauen (an wie vielen Börsenplätzen wird die Aktie in welchen Stückzahlen regelmäßig gehandelt etc.). Bei der Wahl eines Aktienfonds sollte man, neben dem Aspekt Nachhaltigkeit, auch die sonstigen Kriterien für die Fondsauswahl (-> Aktienfonds) beachten.

Nachhaltige Geldanlage - Geschlossene Fonds

Geschlossene Fonds können chancen- aber auch risikoreich sein - weshalb man sich unabhängig beraten lassen sollte. Bei geschlossenen Fonds  ist der Anleger i. d. R. sehr langfristig gebunden. Will er während der Laufzeit Fondsanteile verkaufen, kann er dies meist nur mit Verlusten. Besondere Vorsicht ist geboten, wenn der Vertrag eine Nachschusspflicht vorsieht oder wenn die Haftung über die Kommanditeinlage hinausgeht.

Nachhaltige Geldanlage über Genussrechte/Genussscheine

Manche Ökostromerzeuger und andere Firmen, die für sich Nachhaltigkeit, Ökologie etc. in Anspruch nehmen, bieten Genussrechte zur "nachhaltigen Geldanlage" an, um sich Kapital für Erweiterungen, Vorleistungen u. ä. zu beschaffen.

Mit Genussrechten wird man kein Miteigentümer, sondern die Investoren erhalten dafür, dass sie ihr Geld "verleihen", eine Gewinnbeteiligung. Als Anleger sollte man sich bewusst sein, dass Genussscheine zu den risikoreichen Geldanlage-Möglichkeiten gehören: Wenn es keinen Gewinn gibt, gibt es i. d. R. auch keine Gewinnbeteiligung. Wenn die Firma insolvent wird, werden die Genussscheininhaber nachrangig nach allen anderen Gläubigern bedient.

Was für alle risikoreichen Anlagemöglichkeiten gilt, sollte man auch bei Genussrechten/Genussscheinen bedenken und grundsätzlich nur einen kleinen Teil des Vermögens im Rahmen einer diversifizierenden Anlagestrategie in Genussrechte/Genussscheine anlegen.

Grüne Banken, Nachhaltigkeitsbanken

Wer nicht erst bei den Geldanlageprodukten auf Nachhaltigkeit Wert legt, sondern schon seine Bank nach diesen Gesichtspunkten auswählen möchte, muss eine der grünen Banken/Nachhaltigkeitsbanken wählen.

Diese Banken zählen sich selbst zu den ethischen Banken bzw. grünen Banken/Nachhaltigkeitsbanken (Beispiele in alphabetischer Reihenfolge):

  • EthikBank
  • GLS Bank
  • Triodos Bank
  • UmweltBank

Banken mit ethischen Grundsätzen bzw. "Grüne Banken" sind nicht einheitlich aufgestellt, sondern agieren nach verschiedenen Philosophien und Richtlinien - sowohl was die Schwerpunkte, als auch was die Transparenz betrifft.

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