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Anleihe

Festverzinsliches Wertpapier zwischen Chance und Risiko

Was ist eine Anleihe?

Zinsanlagen: Anleihen, Sparbriefe & Co. (Finanztest-Buch) - klicken Sie hier für mehr Informationen und  Rezensionen bei unserem Werbepartner AmazonEine Anleihe ist ein festverzinsliches Wertpapier, das von jemandem, der Geld haben will, zur Fremdfinanzierung herausgegeben wird.

Aus der Sicht des Anlegers ist die Anleihe eine Kapitalanlage: Der Anleger bekommt dafür, dass er sein Geld jemandem für eine bestimmte Laufzeit überlässt, Zinsen und hat Anspruch auf Rückzahlung des Anleihe-Betrages nach Ablauf der Laufzeit. Dieses Schuldverhältnis wird in einer Urkunde (Anleihe) verbrieft. Für den Anleger sind Anleihen von Unternehmen sicherer als dessen Aktien, da sie im Falle der Pleite bevorzugt bedient werden. Gehörte die Anleihe bis vor kurzem zu den eher langweiligen Anlagen, ist sie in letzter Zeit in aller Munde - besonders häufig werden Staatsanleihen in Nachrichten über die Krisen der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion (Griechenland-Krise, Irland-Krise, Spanien-Krise, Portugalkrise ...) erwähnt.

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Wie hoch die Zinsen für die Anleihe sind und wie sicher der Anleger sein kann, dass er die versprochenen Zinsen und sein Geld nach Ende der Laufzeit zurückbekommt, hängt davon ab, wem er sein Geld leiht. Normalerweise ist es so, dass man sich hohe Zinsen mit einem hohen Risiko erkauft. Dieses Verhältnis kann jedoch durch Eingriffe in das System verfälscht werden.

Anleihe - Hohe Zinsen werden mit hohem Risiko erkauft

Wie von Unternehmen wird auch die Bonität von Staatsanleihen durch Ratingagenturen eingestuft. Unternehmens-/Staatsanleihen mit niedriger Bonität müssen sich Geld zu höheren Zinsen leihen als solche mit hoher Bonität. Der Anleger freut sich an den hohen Zinsen der als schlecht eingestuften Anleihen und hofft darauf, dass schon alles gut gehen wird. Wenn es schief geht, hat er Pech gehabt - weswegen ein kluger Anleger auch sein Risiko streut und sein Geld nicht ausschließlich in Anleihen von Unternehmen/Ländern mit schlechter Bonität anlegt, sondern nur einen kleinen Teil.

Rettungsschirme verführen Anleger

Doch was passiert, wenn Anleger sicher sein können, dass - egal was passiert - auch Anleihen mit schlechter Bonität gerettet werden? Es verleitet die Anleger dazu, risikoreiche Investitionen einzugehen - denn im Grunde sind sie ja gar nicht so risikoreich, wie es zu ihrer Bonität und den dazu gehörenden hohen Zinsen passen würde. Das geschieht gerade (Ende 2010) mit Staatsanleihen mancher Euroländer. Anleger hoffen, dass Anleihen als schlecht eingestuft werden und sie dann voll Freude zugreifen können - denn wenn etwas passiert, werden sie ja gerettet. Und mit Anleger sind hier nicht nur kleine Privatanleger, sondern auch Großinvestoren wie Banken, Zentralbanken, Versicherungen, Pensionsfonds u. a. gemeint.

Für Staaten, deren Bonität herabgestuft wird, sind die hohen Zinsen, die sie nun für ihre Staatsanleihen aufbringen müssen, eine enorme Belastung. Schließlich hatten sie vorher schon Probleme, nun müssen sie statt z. B. 4 % Zinsen 8,5 % Zinsen bezahlen. Außerdem kann die Herabstufung der Bonität dazu führen, dass ihre Staatsanleihen aus großen Fonds fliegen, weil deren Anlagekriterien eine höhere Einstufung vorschreiben, was die Geldbeschaffung noch schwieriger bis unmöglich macht. Die Schreckensnachrichten bringen die Märkte in Aufruhr, Spekulanten wetten auf den Kreditausfall und gegen den Euro/Euroland (über Credit Defaut Swaps, CDS)... Die Krise schaukelt sich hoch. Aber kann man das tatsächlich den Marktteilnehmern vorwerfen oder muss man nicht dem unausgereiften System und den fehlenden Regeln - installiert bzw. nicht installiert durch die verantwortlichen Politiker - sowie den Verflechtungen zwischen Wertpapierhandelsunternehmen und Politik die Schuld geben?

 

Weitere Informationen
-> Die Stunde der Wahrheit (Film über den Euro und seine Krisen mit erhellenden Einblicken und vielen Interviews der verschiedenen Beteiligten - videos.arte.tv)
-> Griechische Finanzkrise 2009/2010 (Wikipedia)

Über Rating-Agenturen:
-> Ratingagentur (Wikipedia)

Zur politischen/wirtschaftlichen Lage und Schuldenkrise(n)

-> Euro-Krise: Warum Europa den Schuldenschnitt braucht (Spiegel Online)
-> Schmidt: Leadership wanted in Europe (MarketWatch)

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