Diversifikation ist die wichtigste Strategie für
die Geldanlage/Vermögensverwaltung allgemein und für das Depot im Speziellen.
Streuung Vermögen Streuung Depot
Die Börse ist - langfristig und insgesamt gesehen
- immer gestiegen, dennoch können kurz- bis mittelfristig immer mehr
oder weniger starke Kursrückschläge
eintreten, nicht nur einzelner Aktien oder Aktienfonds, sondern auch
des gesamten Marktes. Bis sich eine schwere Krise wieder
verwächst, können manchmal einige Jahre vergehen. Wer an der
Börse ohne Strategie handelt und dann zu einer ungünstigen
Zeit Liquidität braucht (d. h. Wertpapiere verkaufen muss), kann
herbe Verluste erleiden. Im Gegensatz zur Börse werden Immobilien
von vielen als sichere Geldanlage mit stetiger positiver Entwicklung
angesehen - das dem nicht so ist, mussten viele erkennen, die ihre
Immobilie in ungünstigen Zeiten verkaufen mussten. Sicher ist nur:
Nichts ist sicher. Deshalb gilt es, mit einer guten Strategie
vorzubeugen. Der wichtigste Baustein einer solchen Strategie
heißt Diversifikation (Streuung) oder wie Harry Markowitz sagte:
Lege niemals alle Eier in einen Korb! Ein Wetter würde sagen:
Setze nicht alles, was du hast, auf ein Pferd.
Hohe Chancen haben ihren Preis: ein hohes Risiko
Wer höhere Gewinne möchte, der muss eine
höhere Risikobereitschaft haben, also zum Beispiel Aktien von
Firmen wählen, die noch neu und/oder in einer neuen Technologie
tätig sind oder Aktienfonds kaufen, die in neue
Märkte/Branchen investieren. Aber Risiko bedeutet eben auch
die Möglichkeit eines Verlustes - und das sollte man nie
vergessen. Mit Diversifikation (Verteilung auf unterschiedliche
Geldanlagemöglichkeiten/-produkte) - streut man das Risiko.
Diversifikation I: Auf welche Pfeiler will ich meine
Vermögensstrategie stellen?
Die Geldanlage über die Börse in Aktien,
Fonds, Zertifikate etc. ist nur eine Möglichkeit, daneben gibt es viele
andere Möglichkeiten sein erarbeitetes, geerbtes oder gewonnenes Geld anzulegen, z. B. in Immobilien,
Edelmetalle (Gold, Silber etc.), Sparbuch, festverzinsliche Wertpapiere,
Kunst, Antiquitäten etc.
Zuerst muss man entscheiden, auf welche Pfeiler man
sein Vermögen verteilen will und wie viel Prozent seines Vermögens
man über die Börse in Aktien, Aktienfonds,
Indexzertifikate o. ä. investieren will (-> Geldanlage). Die
meisten Vermögensverwalter empfehlen, mit zunehmender Nähe zum
Rentenalter den Anteil der Aktien/-Aktienfonds zu verringern und statt dessen
Anlageformen, die weniger Schwankungen und Turbulenzen unterworfen sind (z.
B. Immobilien, festverzinsliche Wertpapiere wie sichere Staatsanleihen oder
Gold - wobei Gold aber derzeit sehr teuer ist), zu wählen.
Es gibt eine Daumenregel für den prozentualen
Anteil von Aktien/Aktienfonds am gesamten Vermögen:
% Anteil Aktien/Fonds am gesamten Vermögen
= 100 - Lebensalter
Ein 25-jähriger Mensch sollte demnach 75 Prozent
seines Geldes in Aktien bzw. Aktienfonds anlegen, ein 60-jähriger 40
Prozent. Das ist aber nicht mehr als eine Richtschnur, die an die
persönlichen Umstände wie Höhe des Vermögens,
Börsenerfahrungen, Zeit, die man investieren will etc. angepasst werden
muss.
Um noch in der Lage zu sein, eine oder mehrere unerwartete
Reparaturrechnungen zu bezahlen, benötigen Sie außerdem unbedingt
ein Liquiditätspolster (Geld, auf das Sie schnell zugreifen können,
z. B. auf einem Tagesgeldkonto).
Diversifikation II: Risikostreuung im
Depot (Aktien, Fonds ...)
Um das Risiko in Bezug auf die Werte im Wertpapierdepot
(so heißt der virtuelle Aufbewahrungsort Ihrer Wertpapiere bei der
Bank) einzugrenzen, kauft man nicht nur Aktien von einer Firma oder Fonds,
die zu einer einzigen Investitionsidee passen (also nicht nur Afrika-Fonds,
nicht nur Alternative-Energien-Zertifikate oder nicht nur Apple-Aktien),
sondern man investiert in verschiedene Firmen, verschiedene Märkte ...
setzt also mehrere Anlageideen um.
Man kann in seinem Depot in verschiedener Hinsicht
streuen: einerseits verschiedene Anlage-Ideen umsetzen Aktien/Fonds aus
verschiedenen Ländern/Regionen und verschiedenen Branchen wählen
), andererseits sollte man auch die verschiedenen Risikoklassen im Auge haben
und dementsprechend verteilen (z. B. sowohl einen Teil in "sichere"
und einen Teil in chancen- aber gleichzeitig risikoreichere Wertpapiere
anlegen - entsprechend Ihrer persönlichen Situation und Risikobereitschaft).
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