Liquidität – immer schön flüssig bleiben

vgwortAus (Liquiditäts-) Krisen wird man klug

Liquidität ist ein wichtiger Aspekt der AnlagestrategieNicht nur Industriezweige, Banken oder Länder geraten in Finanzkrisen, auch Privatverbrauchern/ Privatanlegern passierte das in den vergangenen Jahren – oft als Folge der Krisen der Erstgenannten, denn alles ist miteinander verflochten: die Wirtschaft, die Banken, der Arbeitsmarkt etc.

Es gibt viele Möglichkeiten, privat Geld anzulegen: Tagesgeld, Festgeld, Aktien und Aktienfonds, Anleihen, Gold, Immobilien, fremden Währungen etc. Sie unterscheiden sich nicht nur hinsichtlich der Zinsen/Rendite und des Risikos, sondern auch wie einfach und schnell sie in flüssige Mittel (Liquidität) umgewandelt werden können.

Liquiditätskrise – worst cases 2011 bzw. der letzten Jahre

Wenn beispielsweise eine Familie all ihr Geld vor ein paar Jahren in eine Immobilie oder eine andere Großanschaffung gesteckt hatte und dafür auch noch eine Hypothek/Kredit aufnahm, dann geriet sie in eine Liquiditätskrise, wenn ein oder mehrere Einkommen der Familie durch einen Arbeitsplatzverlust (z. B. wegen der Pleite des Arbeitgebers) ausfielen. Plötzlich war nicht mehr genug Geld für den täglichen Bedarf da, geschweige denn für die Hypotheken-/Darlehenszinsen. Und wie bei den verschuldeten Ländern will ihr in dieser Situation wegen des Risikos, dass die Situation nicht besser wird, kein Kreditinstitut weiteres Geld leihen. Wenn während so einer privaten Liquiditätskrise gerade keine große Nachfrage am örtlichen Immobilienmarkt herrschte, musste die Familie ihr Haus zu einem ungünstigen Preis verkaufen – hoffentlich wenigstens zu mehr, als die Hypothek betrug.

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Auch wer all sein Geld in Aktien angelegt hatte, musste böse dafür bezahlen, wenn er aus Liquiditätsmangel Aktien zum Tiefpreis verkaufen musste. Der Dax beispielsweise hatte am 2.5.2011 sein Jahreshoch von 7.528 Euro, am 12.9.2011 erreichte er ein Jahrestief von 5.072 Euro, aktuell pendelt er zwischen 5.700 und 6.000 Euro. Wer Mitte des Jahres in den DAX investierte und später aus Liquiditätsmangel verkaufen musse, verlor viel Geld.

Bei der Anlage in Gold war es nicht besser: Auch Gold unterlag starken Kursschwankungen (Höchstpreis am 5.09.2011: 1.900 US-Dollar, Tiefstpreis Ende 2011: ca. 1.600 Euro) und wer all seine Ersparnisse in Gold angelegt hatte, musste, wenn er in eine Liquiditätskrise geriet, zu einem schlechten Preis verkaufen.

Dies sind Beispiele aus 2011 bzw. den vergangenen Jahren, aber im Grunde sind sie zeitlos: Persönliche Krisen und damit Liquiditätsprobleme kann jeder jederzeit haben.

Liquiditätskrisen mit Strategie vermeiden

Geld anzulegen ist gut, denn dann bringt es Zinsen oder anderen Wertzuwachs, wodurch der Wertverlust des Geldes – die Inflation – ausgeglichen wird. Wenn man Glück hat, ist der Wertzuwachs sogar höher als die Inflation. Allerdings gibt es bei der Geldanlage zu beachten, dass man für hohe Chancen (günstige Konditionen, Zinsen, Rendite) bezahlt:

  • mit höherem Risiko (Verlustrisiko)
  • mit langer Vertragsbindung

Bei der Planung der Geldanlage ist neben der Streuung (die Geldanlage auf verschiedene Standbeine verteilen, um das Verlustrisiko zu mindern) unbedingt auch ein Liquiditätsplan für die nächsten Jahre notwendig.

Ein Liquiditätsplan sollte beinhalten, wann man wie viel Geld als flüssige Mittel benötigt, z. B. für Reparaturen, notwendige Anschaffungen oder als Reserve. Dieses Geld sollte dann nicht langfristig angelegt werden, sondern als Liquiditätsreserve. Flüssige Mittel zu haben, bedeutet nun nicht, dass man dieses Geld als Bargeld bereithalten muss, sondern es so anzulegen, dass man sofort darauf zugreifen kann – also beispielsweise als Tagesgeld. Geld auf dem Tagesgeldkonto wird einigermaßen gut verzinst, aber ist trotzdem jederzeit einsetzbar (liquide).

Hoffen wir, dass nicht nur die normalen Sparer, Häuslebauer und Privatanleger, sondern auch die verschuldeten Staaten bzw. deren Politiker und die Unternehmer ihre Lehren aus den Krisen ziehen und es in Zukunft besser machen.

Tagesgeld-Angebote im Vergleich*

* Die Tabelle enthält Werbelinks

Über Eva Schumann

Werbefinanzierte Online-Publikationen: www.tinto.de. Journalistin, Bloggerin, Autorin, Texterin und Technische Redakteurin mit Garten-/Gartenbau- sowie IT/Kommunikation-Background: www.evaschumann.biz.
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