Kompost ausbringen

Kompost-BehälterKompost – genauer: reifer Gartenkompost – ist das Ergebnis der Kompostierung von Garten- und Küchenabfällen.
Kompostieren kann man in einem Kompost-Behälter oder auf einer Kompostmiete (Komposthaufen) – und wenn der Platz zu eng wird, kann man auch ein Hochbeet bauen und darin kompostieren. Während der Kompostierung (Zerkleinerung durch Bodenlebewesen, Verrottung/Zersetzung) verwandeln sich die Abfälle in Humus, mit dem man düngen und den Boden verbessern oder auch eigene Blumenerdemischungenn herstellen kann.

Gartenkompost enthält im Durchschnitt 1 % Stickstoff, 0,7 % Phosphat, 0,8 % Kaliumoxid, 1,4 % Magnesium und 7,5 % Kalk in der Trockenmasse. Zum Vergleich: Organische oder organisch-mineralische Volldünger für den Garten aus dem Handel enthalten

  • Hauert Hornoska spezial (Hauert): 8 % Stickstoff, 3 % Phosphat, 10 % Kaliumoxid, 3 % Magnesium
  • Azet Veggie Dünger (Neudorff): 5 % Stickstoff,3 % Phosphat, 6 % Kaliumoxid
  • AzetTomatenDünger (Neudorff): 7 % Stickstoff, 3 % Phosphat,  10 % Kaliumoxid
  • Engelharts Gemüsedünger Sti-p-Ka (Ludwig Engelhart): 7 % Stickstoff, 4 % Phosphat, 8 % Kaliumoxid

Die Nährstoffkonzentration ist im Gartenkompost zwar niedriger als in einem festen Dünger, aber doch beachtlich – außerdem bringt man ja größere Mengen aus als vom gekauften Dünger.
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Damit man seine Pflanzen aber nicht überdüngt, sollte man – wie bei jedem anderen Dünger auch – darauf achten, dass man nur so viel an Nährstoffen ausbringt, wie die Pflanzen verwerten können. Vor allem Phosphat kann sich sonst im Gartenboden anreichern beziehungsweise ist der Gehalt in vielen Gemüsegärten durch jahrelange hohe Mistgaben bereits erhöht. Stickstoff reichert sich zwar nicht so an, denn es wird bei warmer, feuchter Witterung mineralisiert und dann mit dem Regen oder dem Gießen ins Grundwasser ausgeschwemmt – aber das ist ebenfalls nicht wünschenswert! Zu viel hilft beim Düngen (und Kompost ist ein Dünger) nicht, sondern schadet  Pflanzen und der Umwelt.

Im Idealfall lässt man sowohl den Gartenboden als auch den Kompost in einem Labor untersuchen und errechnet mittels Verbrauchslisten, wie viel Kompost ausgebracht werden solltef. Doch da man dies für jeden Nutzungsbereich des Gartens extra machen müsste, macht dies kaum ein Hobbygärtner, sondern orientiert sich an pauschalen Empfehlungen, mit denen der Phosphatbedarf gedeckt ist. Damit die Pflanzen dann auch genügend Stickstoff bekommen (wichtig für das Wachstum), wird mit Stickstoff-Düngern ohne Phosphat nachgedüngt, beispielsweise mit Hornmehl.

Wie viel Kompost ausbringen pro Jahr?

Übersicht „Bei welcher Gartennutzung darf man wie viel Kompost ausbringen“

  • Pflanzen, die gar nicht mit Kompost gedüngt werden
    0 l Kompost/m² ausbringen bei Steingartenpflanzen, mageren Blumenwiesen und kalkunverträglichen Pflanzen (z. B. Enzian)
  • Pflanzen, die wenig Kompost erhalten
    1 l Kompost/m² ausbringen bei schwachzehrendem Gemüse wie Radieschen, Feldsalat, Gartenkresse oder andere Kräuter, außerdem bei Rosen, Zier- und Obstgehölzen, schwachwüchsige Stauden, „fetten“ Blumenwiesen, Blumenzwiebel- und Knollengewächsen
  • Pflanzen mit einem mittleren Bedarf an Kompost
    2 l Kompost/m² ausbringen bei mittelstarkzehrendem Gemüse wie Kohlrabi, Lauch, Mangold u. a., bei starkwüchsigen Stauden und Rasen
  • Pflanzen, die mehr Kompost bekommen
    3 l Kompost/m² ausbringen bei starkzehrendem Gemüse wie Artischocken, Tomaten, Gurken, Kohl, Zucchini und Mais.

Kompost ausbringen im Garten

Kompost eignet sich als Dünger und Bodenverbesserungsmittel für Rasen, Gehölze, Stauden, Blumen und Gemüse. 1 l Kompost/m² entspricht einer Schichtdicke von 1 mm. Das lässt sich am ehesten noch mit den Händen oder einer kleinen Gartenschaufel dosieren.

Bei einer Gartenneuanlage auf einem mageren Boden können vor der Begrünung zur Verbesserung des Bodens einmalig bis zu 50 l Kompost/m² ausgebracht und eingearbeitet werden.

Für die Bodenverbesserung eignet sich halbreifer Kompost besser als reifer, abgelagerter Kompost – denn so bekommen die Bodenlebewesen (Regenwürmer, Mikroorganismen etc.) etwas zu futtern und vermehren sich – was für den Boden und die Bodenfruchtbarkeit gut ist. Doch wer halbreifen Kompost einsetzt, muss besonders darauf achten, dass er keine kranken Pflanzenteile und erst recht keine tierischen Abfälle (auch keine Eierschalen) auf den Kompost gibt.

Geht es eher um die Düngung (Rasenpflege, Herstellung von Blumenerde), dann ist gesiebter, reifer Kompost besser geeignet, denn die Nährstoffe sind schneller verfügbar und gröbere Bestandteile behindern die Pflanzen nicht oder schädigen den Rasenmäher nicht.

Kompost zur Herstellung von Blumenerden

Für die Herstellung von Blumenerden wird gesiebter Kompost mit Gartenerde, Sand und Holzfaserstoffen o. ä. gemischt. Bei Anzuchterden sollte der Kompostanteil unter 20 Volumenprozent betragen (1/5 der Menge). Für die Balkonbepflanzung darf der Kompostanteil bis zu 50 Volumenprozent (1/2 der Menge) betragen – Ausnahme sind kalkempfindliche Pflanzen wie Petunie, Zitrus und Bougainvillea (Kompost maximal 1/3 der Menge).

Richtig kompostieren

Kompost ist ein wertvoller Dünger und Bodenverbesserungsstoff – wenn die Zutaten bei der Kompostierung stimmen. Für den Gartenkompost sehr gut geeignet sind:

  • Pflanzenteile von Pflanzen aus dem eigenen Garten
    Grasschnitt, Schnittabfälle von Gehölzen, Laub, Reste von Gemüse, Blumen, Stauden etc.
  • Pflanzliche Abfälle aus der Küche
    Gemüse- und Obstabfälle
  • Zugekaufte organische Strukturbildner
    Wenn man nicht genügend grobes Material für die Strukturbildung hat, kann man gehäckseltes Stroh, unbehandelte Rinden- und Holzabfälle hinzufügen

Durch die Kompostierung von Garten- und Küchenabfällen tut man etwas für die Umwelt („Abfall-Recycling“, weniger Torfabbau, weil Torf eingespart werden kann) und für das eigene Portemonnaie (man braucht weniger Dünger und braucht weniger Platz in der Mülltonne).

Weniger für den Kompost geeignet sind gekaufte (und wahrscheinlich mit Pestiziden behandelte) Schnittblumen und Topfpflanzen sowie Schalen von Zitrusfrüchten (Pestizidrückstände). Altpapier gehört auch nicht auf den Kompost – aber geringe Mengen (Papier-Mülltüte bzw. Altpapier zur Auskleidung des Bio-Abfalleimers in der Küche) schaden nicht. Auch Kaffeesatz und Teereste sollen wegen des hohen Zink- und Kupfergehaltes nur in kleinen Mengen auf den Kompost.

Nicht geeignet für die Kompostierung sind Altpapier in größeren Mengen, stark belastete Gartenabfälle (z. B. Schnittabfälle von Hecken neben einer stark befahrenen Hauptstraße), Windeln, gebrauchte Taschentücher, Kleintierstreu, Staubsaugerbeutelinhalte, Asche (enthält Schwermetalle in hoher Konzentration, auch Holzasche). Auch auf gekochte Essensreste, Fleisch, Wurst, Fisch, Brot, Schalen, Teigwaren, rohe Eier sollte man unbedingt verzichten – sie ziehen Ratten an und können (z. B. mittels Fliegen) Salmonellen und andere Krankheitserreger verbreiten. Lieber in die Biotonne als auf den eigenen Kompost sollte man kranke Pflanzen (z. B. mit Kraut- und Braunfäule befallene Tomaten oder Kartoffeln) sowie samende Unkräuter und Wurzelunkräuter geben – die Temperaturen eines Gartenkomposthaufens reichen nicht, um die Schaderreger abzutöten.

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Wichtiger Tipp zur Kompostierung:
Eine gute Verrottung benötigt Sauerstoff. Deshalb werden grobe und feine Bestandteile miteinander vermischt (z. B. Grasschnitt mit Holzschnittabfällen).

Quellen:




Über Eva Schumann

Werbefinanzierte Online-Publikationen: www.tinto.de. Journalistin, Bloggerin, Autorin, Texterin und Technische Redakteurin: www.evaschumann.biz.
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4 Antworten auf Kompost ausbringen

  1. Hartmut sagt:

    Gute Anleitung, ich mache meinen Kompost allerdings schon jahrelang etwas anders.
    Ich habe mir 3 Haufen gesetzt, die ich zweimal im Jahr umsetze.
    Damit habe ich die Gewissheit, daß alle unerwünschten Keime abgestorben sind. Denn die Komposthaufen werden im Sommer ziemlich heiss innen drin.
    Mit halbreifem Kompost habe ich keine guten Erfahrungen gemacht. Dort sind schon kurz nach dem Ausbringen die ersten Unkräuter aufgetaucht.
    Ich baue aber kein Gemüse an, und den Blumen und Sträuchern reichen die in meinem Kompost vorhandenen Nährstoffe.
    So blüht alles schön, und obwohl ich einen ziemlich schlechten Gartenboden habe, brauche ich überhaupt keine Chemie.

  2. Jan Wund sagt:

    Ein guter Tipp sind auch die Trommelkomposter. Dort reift der Kompost wesentlich schneller als in der herkömmlichen Kompostmiete. Der einzige Nachteil, wenn es überhaupt einer ist: Man muss alle paar Tage den Schwengel drehen. Aber das sehe ich nicht als Problem. Sogar den Rasenschnitt kann man darin kompostieren, ohne dass er fault.

    Probiert es einfach aus, man kann die Trommelkomposter auch sehr leicht selber bauen.

    Gruß Jan

  3. Frank sagt:

    Hallo,
    wir wohnen in Südspanien, sprich im Sommer Monate ohne regen bei sehr hohen Temperaturen und hoher Luftfeuchtigkeit. Besteht da nicht doch ein hohes Risiko, dass alles fault?
    Gruß
    Frank

    • Eva Schumann sagt:

      Ich habe zwar keine Erfahrung mit der Kompostierung in Spanien, doch sollte das gut funktionieren, wenn das Kompostmaterial eine gute Mischung aus strukturgebenen Materialen (geschredderte Zweige, Stroh etc.) und anderem (Gemüseabfälle, Rasenschnitt etc.) ist. In Südspanien würde ich den Kompost an einen Platz im lichten Halbschatten setzen. Bei starken Winterregen sollte man ihn etwas abdecken, damit er nicht zu nass wird. Im Sommer muss man ihn – abhängig vom Ausgangsmaterial – bei überwiegend trockenem Material gelegentlich gießen. Vielleicht auch mal bei Bio-Gärtnern oder ökologischen Landwirten nach den Erfahrungen vor Ort fragen.

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