Gärtnern in Töpfen und anderen Pflanzgefäßen auf Balkonen, Terrassen/Dachterrassen, im Eingangsbereich und im Garten

Wie lassen sich Terrassen/Dachterrassen, Balkone, der Eingangsbereich oder besondere Bereiche im Garten schön gestalten und flexibel nutzen? Mit Pflanzgefäßen! In Töpfen, Kübeln, Schalen, Blumenkästen, Blumenspindeln, Blumenampeln, Pflanzkisten und Pflanzsäcken lassen sich Sommerblumen, Stauden und Gehölze der Pflanzenliebhaber genauso unterbringen wie Gemüse, Kräuter und sogar Obst der Selbstversorger und Naschkatzen. Der große Vorteil: Mit Pflanzgefäßen sind keine baulichen Veränderungen nötig, man ist vom Untergrund unabhängig und man kann jederzeit nach Geschmack umstellen.

Buchtipp: Gärtnern in Töpfen - Garten, Terrasse, Balkon, Eingangsbereich - Werbelink Amazon.deBuchtipp für Blumenliebhaber genauso wie Selbstversorger: Gärtnern in Töpfen* (und anderen Pflanzgefäßen) – auf Balkon und Terrasse, im Garten und Eingangsbereich

Vom Duftgarten auf dem Balkon, über den Kräutergarten neben der Outdoorküche auf der Terrasse bis hin zum Stauden- und Gehölzgarten in Kübeln auf einem Tiefgaragendach – mit Töpfen, Kübeln und anderen Pflanzbehältern kann man überall gärtnern, auch Anfänger! Und übrigens: auch Urban Gardening ist im Grunde ein Gärtnern in Töpfen, wenn man den Begriff „Töpfe“ als Synonym für alle Arten von Pflanzgefäßen verwendet, also auch Pflanzkisten und Erdesäcke.

Die meisten der Möglichkeiten des Gärtnerns in Pflanzgefäßen habe ich im Laufe von Jahrzehnten selbst ausprobiert. Schon während meines Studiums zur Gartenbau-Ingenieurin habe ich mit dem Gärtnern in Töpfen experimentiert – zuerst hauptsächlich mit Sommerblumen, mediterranen Kübelpflanzen und Tomaten, später mit ausgefallenen Obst- und Gemüsesorten und in den letzten Jahren zusätzlich mit winterharten Stauden und Gehölzen. Über viele meiner Erfahrungen habe ich in den letzten Jahren gebloggt. Nun sind meine Erfahrungen mit dem Topfgärtnern in ein Buch geflossen, das zum Jahresanfang 2019 im Ulmer Verlag erscheint.

In Gärtnern in Töpfen: Balkon und Terrasse mit Pflanzen gestalten*

  • stelle ich viele Möglichkeiten vor, die man mit einem Topfgarten hat, beispielsweise Blütenträume ausleben, ein Duftpflanzenparadies schaffen, Bienen, Schmetterlingen und Nützlingen helfen, einen Erntegarten auf kleinem Raum verwirklichen oder die künstlerische Leidenschaft austoben und anderes mehr,
  • gebe ich Gärtnerwissen zum richtigen Pflanzen, Bewässern, Düngen, Pflegen und Gesunderhalten von Sommerblumen, Stauden, Gehölzen, Kräutern, Gemüse und Obst in Töpfen und Kübeln weiter – natürlich umweltfreundlich,
  • zeige ich, wie man durch die vertikale Raumnutzung mehr Platz für Pflanzen schafft,
  • informiere über die verschiedenen Pflanzerden und Topfmaterialien,
  • erläutere die Frostfestigkeit der Pflanzgefäße,
  • liste Pflanzen für Bepflanzungen nach Jahreszeit sowie für Dauerbepflanzungen auf,
  • zeige, wie man einen persönlichen Gestaltungsstil entwickelt,
  • welche Wirkung man mit Solisten im Vergleich zum choreografierten Zusammenspiel von Pflanzen erzielt und vieles mehr.

Das Buch soll Anfängern den Einstieg ins Gärtnern in Töpfen einfach machen, damit aus dem Funken eines ersten Interesses durch den Erfolg ein Feuer werden kann, und ich möchte fortgeschrittenere Hobbygärtner mit neuen Ideen zur Pflanzenauswahl und zur Gestaltung mit Pflanzen unterstützen.

Buchdaten im Überblick:

Gärtnern in Töpfen:*
Balkon und Terrasse mit Pflanzen gestalten*
Eva Schumann
Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart, 1. Auflage (2019)
Taschenbuch/Klappenbroschur, 128 S.,
86 Farbfotos, 3 Farbzeichungen, 17 Tabellen
ISBN 3-8186-0635-8

Herzlichen Dank an den Ulmer Verlag in Stuttgart, der auch bei diesem Buch an mich und das Thema glaubte.

* Werbelink

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeige


Veröffentlicht unter Bücher, Garten und Pflanzen, Mitreden, Öko-/Bio-Themen, Selbstverwirklichung, tinto-Bücher, Urban Gardening, Wohnen und Garten | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , , , | Kommentare deaktiviert für Gärtnern in Töpfen und anderen Pflanzgefäßen auf Balkonen, Terrassen/Dachterrassen, im Eingangsbereich und im Garten

Torffreie und torfreduzierte Pflanzerden für Balkon und Terrasse

In Blumenerden, Pflanzerden und ähnlichen Substraten aus dem Handel wird Torf zunehmend ganz oder teilweise ersetzt, damit die Moore geschont werden. Die neuen Bestandteile verändern jedoch manche der gewohnten Eigenschaften einer Pflanzerde. Was alle Gärtnernden wissen sollten.

Torffreie Pflanzerden für den Anbau in Töpfen und KübelnDie Frühlingsbepflanzung steht an: Mit torffreien Pflanzerden für Töpfe und Kübel schont man die Moore.

Moore sind ein wertvoller Lebenraum für Pflanzen und Tiere und in ihnen sind große Mengen an Treibhausgasen gespeichert, die bei Trockenlegung frei würden. Dem Klima und der Artenvielfalt zuliebe sollten Moore möglichst unberührt bleiben. Die weitgehende Erhaltung vorhandener Moore ist nur durch Einsparen von Torf möglich.

Torffreie und torfreduzierte Substrate („Erden“)

Als Ersatz für einen Teil des Torfes oder den gesamten Torf wird den Substraten vor allem Grüngutkompost, Rindenhumus, Holzfasern, Hanffasern, Kokosfasern, Kokosmark und/oder Xylit (Schieferkohle) beigemischt.

Die Eigenschaften einer Pflanzerde werden von den Ausgangsmaterialien bestimmt: Von der Feinkörnigkeit/Porenvolumen der Ausgangsmaterialien hängen beispielsweise Wasser- und Nährstoffhaltevermögen sowie die Luftdurchlässigkeit ab.

Grobkörnige Materialien halten Wasser und ebenso eine Nährstofflösung schlecht, dafür lassen sie viel Luft an die Wurzeln. Feinkörnige Materialien sind gute Speicher und Puffer, aber neigen eher zu Staunässe und damit Luftarmut im Wurzelbereich – was die wenigsten Pflanzen mögen.

Eher feinkörnig und damit wasserkapazitäterhöhend sind gesiebter Frästorf, Kokosmark, Grüngutkompost sowie Rindenhumus.

Eher grobkörnig und damit luftkapazitäterhöhend sind Sodentorf, Holzfaser, Kokosfaser und Hanffaser.
Anzeige
Vom Kohlenstoff-Stickstoff-Verhältnis eines Ausgangsmaterials hängt es ab, ob eine Pflanzerde Stickstoff an die Pflanzen abgibt oder alles an sich bindet (auch die Nährstoffe, die gedüngt oder mit dem Kompost verabreicht werden). Holzfasern haben beispielsweise viel Kohlenstoff und wenig Stickstoff – sie entziehen ihrer Umgebung Stickstoff. Grüngutkompost enthält dagegen wenig Kohlenstoff, aber viele Nährstoffe, die abhängig von der Temperatur und dem Feuchtigkeitsgehalt mehr oder weniger schnell freigesetzt werden.

Blumenerden, Pflanzerden, andere Substrate: Auf die Mischung und den Einsatzzweck kommt es an

Bei der Substratanmischung wird versucht, eine Erde mit Eigenschaften für den jeweiligen Zweck zu schaffen: eine feinkrümelige, nicht zu nährstoffreiche für die Aussaat und weitere Anzucht von Blumen und Gemüsen, eine grobere für die Ansprüche verschiedener, größerer Baumschulpflanzen, und noch andere für die Bepflanzung von Pflanzkästen und Kübeln, für den Anbau in Hochbeeten sowie anderen Behältern und so weiter.

Wer in den letzten Jahren die neuen torffreien und torfreduzierten Pflanzerden ausprobiert hat, hat festgestellt, dass selbst die torffreien oder torfarmen Blumenerden, Pflanzerden und ähnliche Substrate für den „universellen Einsatz“ schon von der Struktur und damit von den physikalischen Eigenschaften her ganz unterschiedlich sind, denn jeder Hersteller hat sein eigenes Rezept – vermutlich auch abhängig davon, wie gut seine Bezugsquellen für die verschiedenen Materialien sind. Während größere Baumschulpflanzen von der besseren Durchlüftung eines großporigen Substrates profitieren, benötigt man für die Aussaat/Direktsaat in Pflanzgefäße zumindest im anfänglichen Durchwurzelungsbereich feinere Poren, damit die jungen Pflanzenwurzeln Halt und Wasser finden.

Dazu kommt, dass die verschiedenen Substrate auch unterschiedliche Mengen an verfügbaren Nährstoffen (abhängig beispielsweise vom Kompostanteil, Feuchtigkeit und Temperatur) enthalten: Die einen enthalten zu viele verfügbare Nährstoffe und ihr dadurch erhöhter Salzgehalt schadet manchen empfindlichen (Jung-)Pflanzen. Andere versorgen die Pflanzen in der Anfangsphase bis zur ersten Düngung gerade richtig, aber haben keine Reserven. Wieder andere geben von Anfang an keine Nährstoffe frei beziehungsweise entziehen sogar die Nährstoffe, die gedüngt werden, so dass den Pflanzen zu wenig bleibt.
Anzeige

Tipps zur Verwendung von torffreien und torfreduzierten Pflanzerden in Kübeln

Wer selbst mischt, sollte wissen: Ist die Basis eines torfreduzierten Substrates ein feinkörniger Torf, wirken sich die Torfersatzmaterialen weniger auf die Wasser- und Luftkapazität aus als bei einem torfreduzierten Substrat auf Basis eines groben Torfes.

Ansonsten gilt meiner Erfahrung nach: Bei Direktsaat oder Pflanzung in größere Töpfe oder Kübel kann man in die untere Hälfte die günstigere torffreie Hochbeeterde und oben drauf eine feinkörnigere Pflanzerde füllen. Wichtig ist, die Pflanzen gut zu beobachten, um einen Nährstoffmangel oder -überschuss frühzeitig ausgleichen zu können, und die Feuchtigkeit im Wurzelbereich zu überprüfen, um bedarfsgerecht gießen zu können.

Pflanzen beobachten

Bei Unterversorgung mit Stickstoff wird das Laub der Pflanze von unten her hell und sie wirken spärlich – am schnellsten lässt sich das mit einem Flüssigdünger ausgleichen, in welchem die Nährstoffe bereits in pflanzenverfügbarer Form vorliegen.

Bei Überversorgung sind die Pflanzen dunkelgrün und mastig. Manchmal sind sie sogar an der Spitze schopfartig gebogen. In diesem Fall wird auf die nächsten (Zusatz-)Düngungen verzichtet, bis die Pflanzen wieder normal sind.

Vor dem Gießen checken

Da manche torffreien Substrate immer trocken wirken – vor allem solche mit groben Bestandteilen -, sollte man die tatsächliche Feuchtigkeit mit einem Messgerät überprüfen oder zumindest mit dem Finger vorsichtig, aber tief genug hineinbohren, ob die Pflanze wirklich Wasser benötigt, bevor man gießt.

Beispiele für torffreie (Bio-)Erden

Torffreie Pflanzerde selbst mischen

Wer seine torffreie Blumenerde selbst mischen möchte, kann dies zum Beispiel nach den folgenden Rezepten:

  • 25% Rindenhumus
  • 25% Gartenkompost
  • 50% Gartenerde

oder

  • 35% Holzfaserstoffe
  • 30% Rindenhumus
  • 25% Gartenkompost
  • 10% Ton
Buchtipp:

Gärtnern in Töpfen:*
Balkon und Terrasse mit Pflanzen gestalten*
Eva Schumann
Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart, 1. Auflage (2019)
Taschenbuch/Klappenbroschur, 128 S.,
86 Farbfotos, 3 Farbzeichungen, 17 Tabellen
ISBN 3-8186-0635-8






*Werbelink

PS: Die drei torffreien Pflanzerden im Bild habe ich selbst gekauft.

Kontakt für Werbekooperationen: tinto@tinto.de

Quellen und weitere Informationen
  • Blumenerden – torffreie sind anders (Gartentipps-Blog)
  • Rund um die gesunde Wurzel: Die Luftkapazität zählt (DeGa Gartenbau 12/2018, S.48, Meinken E., Lohr D., Neumaier D., Institut für Gartenbau an der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (HSWT))
  • Baumschulversuche: Torffreie und torfreduzierte Substrate (DeGa Gartenbau 12/2018, S.45, Beitz H., LVG Bad Zwischenahn)
Anzeige


Veröffentlicht unter Garten und Pflanzen, Gewächshaus, Öko-/Bio-Themen, Urban Gardening, Wohnen und Garten | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , | Kommentare deaktiviert für Torffreie und torfreduzierte Pflanzerden für Balkon und Terrasse

Vegan essen und dabei fit und gesund sein für Anfänger

Kennzeichnung siehe unten beim Asterisk (*)Millionen Menschen haben sich in Deutschland für die vegetarische Ernährung entschieden. Ein zunehmender Teil von ihnen lebt vegan – sie verzichten vollständig auf tierische Produkte. Wie gelingt der Einstieg in die gesunde, vegane Ernährung? Schmeckt die pflanzenbasierte Kost überhaupt? Tipps und Informationen helfen, die ersten Schritte hin zum tierproduktfreien Leben zu gehen – und dranzubleiben.

Vegan essen, gesund leben – wie geht das?

In der Ernährung bedeutet vegan: kein Fleisch, keine Eier, keine Milchprodukte, kein Honig und andere Inhaltsstoffe, die von Tieren stammen. Die meisten Veganer entscheiden sich aus Tierliebe für diese Ernährungsweise. Die vegane Ernährung hat aber auch einen positiven Einfluss auf die Umwelt und das Klima und bei einem ausgewogenen Speiseplan leistet die pflanzenbasierte Ernährung auch einen wertvollen Beitrag zur eigenen Gesundheit. Darüber hinaus führt die Ernährungsumstellung auf vegan dazu, dass die eigene Lebensweise reflektiert wird – so mancher findet dadurch gesündere Gewohnheiten für den Alltag als bisher.

Legt man neben dem Verzicht auf tierisches Essen auch Wert auf Vollkornprodukte, frisches Obst und Gemüse und eine ausgewogene Zusammenstellung, kann die vegane Ernährung die Gesundheit positiv beeinflussen. Vielversprechend ist die Umstellung auf den veganen Speiseplan, wenn Sie Gewicht reduzieren wollen. Veganer haben eine große Auswahl an hochwertigen Lebensmitteln, aus denen sie wählen können. Neben ausgewogen-gesunden Produkten bieten die Supermärkte jedoch auch im Vegan-Regal Hochkalorisches und eher ungesunde Fettbomben. Mit dem Wechsel zur pflanzlichen Kost gehen viele aber einen ersten Schritt hin zu einer langfristig gesünderen Ernährung.

Gesund abnehmen und schlank bleiben – mit veganer Ernährung kann das klappen

Noch gibt es eine begrenzte Anzahl an Studien, die die langfristige Wirkung von veganem Essen untersuchen. Doch eines konnte schon gezeigt werden: Als Diät funktioniert die Umstellung auf pflanzliche Kost ausgezeichnet. Auch Blutdruck- und Blutfettwerte verbesserten sich bei einer ausgewogen veganen Diät nachweisbar. So profitiert von der Umstellung nicht nur die schlanke Linie, sondern zugleich die Gesundheit.

Vegan essen und fit werden – Fitnesstraining mit Pflanzenpower

Passen vegane Ernährung und Fitness zusammen? Verträgt sich der pflanzliche Speiseplan mit einem Muskelaufbautraining? Ist es möglich, die nötigen Proteine zum Muskelaufbau ausschließlich aus pflanzlicher Nahrung zu beziehen?

Die Antwort lautet: im Prinzip ja. Es kommt auf die Auswahl an.

Wer sein Muskelwachstum anregen will, muss dazu nicht zum bekannten Molkeprotein greifen. Auch Proteine aus Reis oder Soja können den veganen Speiseplan ergänzen. Tatsächlich enthalten alle pflanzlichen Lebensmittel Proteine – allerdings in unterschiedlicher Menge.

Besonders proteinhaltig sind:

  • Hülsenfrüchte (Linsen, Erbsen, Kichererbsen)
  • Vollkorngetreide
  • Nüsse (Mandeln, Haselnüsse, Cashewnüsse)
  • Saaten (Hanfsamen, Sonnenblumenkerne, Kürbiskerne)

Wer sich einen ausgewogenen Speiseplan zusammenstellt, kann auch im Sport weiterhin Höchstleistungen abrufen. Diverse Spitzensportler schwören sogar auf vegan-vegetarische Ernährung. Erfolgreiche Diätansätze sind ebenso möglich wie das gewohnte Ausdauer- und Aufbautraining – so mancher wird nach der Umstellung auf vegane Ernährung gar eine verbesserte Leistungsfähigkeit feststellen.

Vegan durchstarten mit einfachen Rezepten

Machen Sie sich den Anfang leicht. Probieren Sie verschiedene Rezepte aus, und was gut schmeckt, darf gern öfter auf den Tisch. Für den Anfang lohnen sich Gerichte, die leicht zuzubereiten und nicht sehr aufwändig sind. Gerade Menschen, die bisher nicht regelmäßig selbst gekocht haben, werden eine Weile brauchen, um sich an die Zubereitung am eigenen Herd zu gewöhnen. Mit den nachfolgenden Rezepten gelingt der Einstieg ins vegane Leben bestimmt – sie sind unwiderstehlich lecker und einfach zuzubereiten.

Quinoa-Birnen-Auflauf

Zutaten für 3 Personen:
250 g Quinoa
500 ml Wasser
Fett für die Auflaufform
5 Birnen
80 ml Hafermilch (alternativ auch Sojamilch)
Für den Guss:
35 g Mandelmus
200 ml Hafermilch
1 EL Zitronensaft
2 EL Mehl

Zubereitung:
Quinoa heiß waschen, abtropfen lassen. Das Wasser zum Kochen bringen, Quinoa hinzugeben. Ca. 15 Minuten unter häufigem Umrühren kochen. Eine Viertelstunde auf der heißen Platte quellen lassen.
Das Mandelmus in Hafermilch auflösen, die Mischung mit dem Mehl und Zitronensaft zu einer dickflüssigen Masse verrühren. Quinoa vom Herd nehmen, 80 ml Hafermilch einrühren und bei geschlossenem Deckel 10 Minuten ausquellen lassen.
Die Auflaufform einfetten. Quinoamasse einfüllen, verteilen und gleichmäßig andrücken.
Die Birnen schälen, entkernen, in Spalten schneiden. Die Stücke auf der Quinoa verteilen und den Guss darübergießen. Im vorgeheizten Backofen bei 180 Grad etwa 25 Minuten backen.
Kann als Hauptgericht dienen, oder mit Marmelade und frischem Obst als leckere Nachspeise.

Mousse au Chocolat – vegane Nachspeise, fix angerichtet

Zutaten:
200 g Cashewsahne – selbst gemacht oder gekauft
1 Banane
1 EL Kakao
1 Spritzer Zitronensaft
1 Prise Salz
Etwas Zimt
Mandelsplitter zum Bestreuen.

Zubereitung:
Alle Zutaten im Mixer oder Smoothie-Maker zu einer dicken Creme mixen. Nach Bedarf mit etwas Agavendicksaft abschmecken. Mandelsplitter obenauf streuen. Vor dem Servieren kühl stellen.

Die erfolgreiche Ernährungsumstellung auf vegan – so nutzen Sie die Pflanzenpower für sich

Mehr Informationen, Tipps und Rezepte für eine gesunde vegane Ernährung sowie einen Online-Shop mit einer riesigen Auswahl an veganen Lebensmitteln finden Sie bei veganfitness.de.

Ist die Umstellung auf vegane Kost einmal gelungen, bemerken Sie viele Veränderungen, nicht nur in Ihren Alltagsgewohnheiten. Die vegane Küche kann sich positiv auf die schlanke Linie auswirken, Sportler entdecken neue Leistungslevels, und dank reichhaltiger neuer Erfahrungen in der Küche weitet sich der kulinarische Blick. Die pflanzliche Kost kann eine echte Bereicherung für den Speiseplan und für den gesamten Lifestyle sein. Mit den richtigen Informationen gelingt es Ihnen bald, das pflanzliche Kochen in den Alltag zu integrieren. Geben Sie sich selbst genug Zeit, und genießen Sie die sichtbaren und spürbaren Erfolge Ihres neuen Menüplanes.

*Sponsor-Posts sind informative Artikel meiner Werbepartner.

Veröffentlicht unter Abnehmen, Diäten, Gesundheit, Küchenpraxis und Rezepte, Mitreden, Öko-/Bio-Themen, Selbstverwirklichung | Verschlagwortet mit , | Kommentare deaktiviert für Vegan essen und dabei fit und gesund sein für Anfänger

Schöner Schein mit Filtern, Facetuning, Photoshop & Co.

Wie glaubwürdig sind Bilder als Teil der Selbstdarstellung, Selbstvermarktung und Kommunikation angesichts der Bearbeitungsmöglichkeiten und wie ehrlich sollte man sein?

Schon nicht manipulierte Bilder und Videos können im falschen Zusammenhang ein falsches Zeugnis sein. In den letzten Jahren ist hinzugekommen, dass Bilder und Videos immer einfacher verändert werden können. Das geschieht nicht nur, wenn Tatsachen politisch motiviert falsch dargestellt werden sollen oder wenn jemand Prominente mit gefälschten Videos unter Druck setzen oder deren Ruf zerstören will. Dank Digitalisierung lassen sich heute alle unsere Bilder mit ein paar Klicks oder Tipps verändern: das Wetter verschönern, die Figur trimmen, unerwünschte Personen oder Gegenstände aus dem Bild entfernen. Aber soll man diese Möglichkeiten für die Selbstdarstellung, Selbstvermarktung und die Business-Kommunikation nutzen?

Aufwachen macht mehr Spaß mit Snapchat-Effekten, Linsen und Filtern
Der Blick in den Spiegel am Morgen kann in meinem Alter schon manchmal frustrieren: Augenringe, Knitterfalten, Rötungen und anderes mehr. Aber auf meinem neuen iPhone habe ich jetzt endlich die Snapchat-App installieren können (gab es für mein voriges Lumia-Smartphone mit Windows nicht). Die Zeiten mit dem Frust am Morgen sind vorbei, denn jetzt heißt es: Aufwachen, Smartphone an, Snapchat öffnen, Effekt auswählen und schon lächelt mir eine schmalere Eva mit makelloser Haut, schönen, langen Wimpern, Lidstrich und/oder mit sonstiger Verzierung je nach Laune an. Will ich heute Prinzessin sein, Vampir oder will ich bunte Haare und ein Piercing über der Lippe?



Ich liebe es, alle angebotenen Effekte. Linsen und Filter auszuprobieren. Allerdings bin ich dadurch heute eine Stunde später aufgestanden. In bester Laune!

Kleiner Tipp: Den Spiegel im Badezimmer sollte man am Abend vorher verhängen, sonst kommt beim Zähneputzen das Erwachen!


Solange man im Homeoffice arbeitet und die Kommunikation mit der Außenwelt auf Snapchatten, Instagram & Co. mit geschönten Fotos und Videos, E-Mails und Telefonieren beschränkt, kann man den schönen Schein im Business und anderswo aufrechterhalten. Aber was ist, wenn man rausgeht? Dass man dann auf der Straße von Fremden nicht erkannt werden kann, werden viele begrüßen, die zurückgezogen leben und ihre Privatsphäre schützen wollen. Allerdings könnte es frustrierend werden, wenn man dann doch einmal auf eine Veranstaltung geht oder sich mit virtuellen Bekannten geschäftlich oder privat verabredet und denen dann möglicherweise vor Schreck die Kinnlade runterfällt.
Anzeige

Wie ist Ihre/eure Meinung zu dem Thema? Soll man sich online möglichst positiv darstellen? Oder doch lieber authentisch mit allen Facetten? Man könnte natürlich auch tiefstapeln, um dann im wahren Leben positiv zu überraschen. (Da hier aktuell nicht kommentiert werden kann: Wer einen Blogbeitrag zum Thema verfasst hat, kann mir den Link an tinto@tinto.de schicken. Ansonsten freue ich mich über Kommentare und Diskussionen bei Facebook, Twitter, Instagram & Co.).

Apropos: Wie weit soll das Verschönern mit App-Effekten, Facetuning, Photoshop & Co. im Privaten gehen? Soll man die Bikinifigur aufmöbeln, Muttermale entfernen, den Müll am Bildrand vom Strandfoto wegretouchieren? Aber wie echt sind dann die Erinnerungen, die ja auch durch Bilder wachgehalten werden? Wie viel Realität ist eigentlich wichtig?

Anzeige



Veröffentlicht unter Beauty, Beruf, Internet, Mitreden, Software | Verschlagwortet mit , , , , , , | Kommentare deaktiviert für Schöner Schein mit Filtern, Facetuning, Photoshop & Co.

Was bringt das Bedingungslose Grundeinkommen? (Buchvorstellung und Meinung)

Das gerade im Econ-Verlag erschienene Buch Was würdest Du tun?: Wie uns das Bedingungslose Grundeinkommen verändert – Antworten aus der Praxis* von Michael Bohmeyer und Claudia Cornelsen führt der neu entfachten Diskussion um das Bedingungslose Grundeinkommen frische Luft zu. Was bringt das bedingungslose Grundeinkommen? Wie verändert es die Menschen und die Gesellschaft? Und wie soll es finanziert werden? Es stellt sich auch die Frage, ob wir ein Bedingungsloses Grundeinkommen überhaupt noch brauchen – das Umfeld hat sich in den letzten Jahren gewandelt.


Gerade im Econ-Verlag erschienen: Was würdest Du tun?: Wie uns das Bedingungslose Grundeinkommen verändert – Antworten aus der Praxis*

Ein Bedingungsloses Grundeinkommen wird schon lange angedacht und in ganz unterschiedlichen Ausprägungen schon lange gefordert. Vor allem, als vor etwa zwei Jahrzehnten die Arbeitslosenquote in Deutschland noch über 10 Prozent lag, die Hartz-4-Effekte zu beobachten waren und man die (weitere) Digitalisierung wie eine Welle auf uns zurollen sah, wurde das Thema bei uns in Deutschland heiß diskutiert. Roboter würden bald die noch verbliebene Arbeit übernehmen, fürchtete man, und das Heer der Menschen ohne Arbeit und ohne Einkommen würde zu einem riesigen Problem werden. Wovon sollten die (wir!) dann leben? Von „Hartz 4“? Wer sollte in die Rentenkasse zahlen? Wie sollte man selbst noch Geld anlegen und für das Alter oder Notzeiten vorsorgen können? Schöne Aussichten angesichts der offenen oder unterschwelligen Unterstellung seitens mancher Politiker, Parteien und Teilen der Presse, dass Arbeitslose und andere Bedürftige Schmarotzer seien [Entmenschlichung als Mittel, um staatliche Hilfe möglichst klein halten und sogar das Mindesteinkommen noch reduzieren lassen zu können, wenn sich jemand nicht jeder (oft genug unsinnigen) Forderung seines Betreuers beim Jobcenter fügt]. Vergessen wird von den Vertretern der Sanktionen gerne, dass viele dieser Menschen vorher auch in die Arbeitslosenversicherung und ins Steuersäckl gezahlt haben und/oder dass sie vielleicht in (prekären) Jobs wichtige Aufgaben für uns und unsere Gesellschaft erfüllt haben. Gehorche ohne Widerspruch und du kannst dir ein Geburtstagsgeschenk fürs Kind leisten oder eben nicht – das ist für manche Bedürftige leider die demütigende Realität.

Statistik: Arbeitslosenquote in Deutschland im Jahresdurchschnitt von 2004 bis 2019 | Statista
Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

Das Bedingungslose Grundeinkommen könnte eine Lösung sein, die Probleme menschenwürdig zu lösen, sagen die Befürworter. Und es sollte nicht nur akut Arbeitslosen die Schmach der unfreiwilligen „Bedürftigkeit“ nehmen, sondern allen offenstehen – bedingungslos in beide Richtungen: ohne Voraussetzungsprüfung und ohne Rechtfertigung. So würde kein Neid entstehen. Außerdem sollte es höher sein als das Arbeitslosengeld 2 („Hartz 4“) der Langzeitarbeitslosen.

Eine der großen Fragen ist: Wie würden sich Menschen verhalten, deren Existenz, wenn auch auf bescheidenem Niveau, gesichert ist? Würden sie sich dem Nichtstun hingeben? Würden Sie sich für eine gerechtere Welt oder andere würdige Ziele engagieren? Denn die einen träumen vom guten Kern der Menschen, die sich fortan nur noch zum Wohle der Allgemeinheit verhalten würden, die anderen desillusionieren, dass Menschen nur dann etwas tun, erst recht etwas Sinnvolles, das aber keinen Spaß macht, wenn sie davon einen persönlichen Vorteil haben. Aber wie sind Menschen wirklich?

In einigen Ländern gab es bereits staatliche Pilotprojekte mit ganz unterschiedlichen Konzepten eines Grundeinkommens. Sie waren allerdings nicht bedingungslos, sondern nur für bestimmte Gruppen (beispielsweise Finnland: ausschließlich für Arbeitslose), wurden vorzeitig abgebrochen (kanadische Provinz Ontario nach einem Regierungswechsel) oder wichen anders vom obigen Idealbild ab.

Um Erfahrungen in Deutschland zu sammeln, starteten Michael Bohmeyer und Mitstreiter ein Experiment, bei dem Geld von Spendern gesammelt wird („Crowdfunding“), das dann als Bedingungsloses Grundeinkommen für ein Jahr verlost wird. Um das zu verwirklichen, gründete Michael Bohmeyer den Verein Mein Grundeinkommen e.V., der die Informationsarbeit übernehmen und das Ganze abwickeln würde. Die, die in die Verlosung einzahlen (und dadurch auch an der Lotterie teilnehmen können), werden Crowdhörnchen genannt. Der einzelne merkt seinen kleinen Beitrag nicht, aber ein oder mehrere andere würden dank aller beteiligten Crowdhörnchen ein Jahr lang monatlich 1000 Euro (zusätzlich) zur Verfügung haben. Und vielleicht ist man sogar selbst der/die glückliche GewinnerIn.

Das Interesse an dem Projekt wuchs schnell und es wurde sowohl für den Lostopf als auch für den Verein (nur der ist gemeinnützig) so viel gespendet, dass inzwischen 273 Bedingungslose Grundeinkommen für ein Jahr vergeben werden konnten (mehr sind in der Pipeline). Für den Verein arbeiten inzwischen 23 Mitarbeiter. Die, die ein Bedingungsloses Grundeinkommen gewinnen, müssen keine Bedürftigkeit nachweisen oder andere Bedingungen erfüllen und sie können mit den 12 x 1000 Euro machen, was sie wollen. Da Gewinne grundsätzlich steuerfrei sind, können sie über den Betrag zusätzlich zu dem, was sie sonst an Einkommen haben, verfügen, ohne dadurch in eine höhere Steuerklasse zu rutschen oder dass das Finanzamt ihnen das Geld wegnehmen könnte. Benachteiligt sind hier Arbeitslosengeld-2-/Hartz-4-Empfänger: Sie müssen zwar auch keine Steuer zahlen, aber ihr Anspruch auf die staatliche Hilfe fällt durch den Gewinn eines Bedingungslosen Grundeinkommens zumindest für dieses Jahr weg.

Einige der bisherigen GewinnerInnen wurden – so sie gewillt waren – interviewt, um Erkenntnisse zu gewinnen, was das Bedingungslose Grundeinkommen bewirkt und wie es die Menschen und ihr Leben verändert hat. Ihre Beobachtungen und Folgerungen aus diesen Gesprächen veröffentlichten Michael Bohmeyer, der Initiator, und Claudia Cornelsen, eine Mitstreiterin, in einem Buch.

Was würdest Du tun?: Wie uns das Bedingungslose Grundeinkommen verändert – Antworten aus der Praxis*
Michael Bohmeyer, Claudia Cornelsen
Econ Verlag (Januar 2019)
ISBN: 978-3-4302-1007-2







Die Ergebnisse sind überraschend und interessant – und ich möchte sie hier nicht vorwegnehmen. Man erhält Einblicke in deutsche Wirklichkeiten (Paralleluniversen!), lernt ganz unterschiedliche Lebenswege kennen und welche Auswirkungen das Bedingungslose Grundeinkommen für ein Jahr auf diesen jeweils hatte.

Aber wir haben doch heute zuwenig Fachkräfte und die Unternehmen finden keine Auszubildenden

Bevor ich das Buch Was würdest Du tun?: Wie uns das Bedingungslose Grundeinkommen verändert – Antworten aus der Praxis* kaufte, fragte ich mich, wie akut der Bedarf an einem Bedingungslosen Grundeinkommen eigentlich (noch) ist. Die Arbeitslosen sind doch weniger geworden, sieht man in Statistiken und hört man immer lauter, vor allem von den Hartz-4 Befürwortern. Doch wenn man genau hinschaut, sind viele der Menschen in zwar gesellschaftlich wichtigen, aber dennoch so schlecht bezahlten Jobs untergekommen, dass ihnen nichts für Rücklagen für Notfälle bleibt, geschweige denn für die von Teilen der Politik erwartete zusätzliche eigene Altersvorsorge zur gesetzlichen Rentenversicherung.

Brauchen wir angesichts des zunehmenden Nachwuchs- und Fachkräftemangels und der Überalterung unserer Gesellschaft wirklich noch ein Bedingungsloses Grundeinkommen? Da mit dem Schwenk von warmherziger Willkommenskultur zu Fremdenängstlichkeit und Fremdenfeindlichkeit manchen angekommenen Geflüchteten die Illusion von Integration, Gleichberechtigung und gegensetigem Respekt genommen und ein Teil potenzieller qualifizierte Einwanderer verschreckt wurden, müssen wir doch jetzt eigentlich jeden Bürger des Landes, der noch atmet, zur Arbeit treiben – jedenfalls, wenn wir nicht wollen, dass Konzerne und damit auch deren Steuern (und die Steuern der Angestellten) wegen des Fachkräftemangels in andere Länder abwandern und mittlere und kleinere Betriebe hier gleichzeitig pleitegehen, weil die Menschen hier vor Ort nicht genug Geld haben, um bei ihnen zu kaufen oder Dienste in Anspruch zu nehmen. Da ist ein Bedingungsloses Grundeinkommen doch kontraproduktiv. Oder nicht?
Anzeige

Warum das Thema Bedingungsloses Grundeinkommen noch relevant ist

Ihre Erkenntnisse aus den Gesprächen mit den Gewinnern lassen die beiden AutorInnen von Was würdest Du tun?: Wie uns das Bedingungslose Grundeinkommen verändert – Antworten aus der Praxis* unser vertrautes Leistungsprinzip „Fordern und Fördern“ in Frage stellen – und das nicht nur hinsichtlich der Grundsicherung und Sanktionen der Jobcenter, die diese „Grundsicherung“ bei angeblichem Fehlverhalten manchmal so stark vermindern, dass in Extremfällen nicht einmal genug zum Essen bleibt.

Nach Lektüre des interessanten Buches, finde ich, dass das Bedingungslose Grundeinkommen nach wie vor seine Berechtigung hat. Das Vertrauen der Menschen in Staat und Gesellschaft wurden durch die Stigmatisierung von Arbeitslosigkeit und Hilfebedürftigkeit untergraben. Das begann als Deutschland „der kranke Mann Europas“ war und nach Lösungen gesucht wurde, wie man angesichts zunehmender Arbeitslosigkeit die hohen Sozialausgaben in den Griff bekommen könnte. So kam es zu Hartz 4 und Co. Jedoch: Das Hetzen mancher Medien und die unterschwellige Unterstellung seitens weiten Teilen der Politik seit damals, Arbeitslose wollten nicht arbeiten, und nicht zuletzt dieses harte Fordern-und-Fördern-Prinzip haben eine Angst vor dem Absturz bis weit in die Mittelschicht ausgelöst. Schließlich ist niemand vor Arbeitslosigkeit gefeit. Tagtäglich gehen Firmen pleite, wird in Konzernen umstrukturiert und Leute entlassen. Jeder Mensch kann morgen selbst eine/einer der Fallengelassenen sein und vor Jobcentermitarbeitern zu Kreuze kriechen und sein Leben rechtfertigen müssen. All das hat vermutlich zum Vertrauensverlust in den Staat, zu Neiddebatten, Fremdenfeindlichkeit und zur gesellschaftlichen Spaltung zumindest beigetragen. Das Bedingungslose Grundeinkommen würde das Vertrauen wiederherstellen und die Menschen vermutlich wieder mehr zusammenführen können.

Wenn man allen ein Bedingungsloses Grundeinkommen gäbe und dadurch alle mehr Sicherheit und Freiheit haben, würden sie ohne Existenzangst den eigenen Neigungen nachgehen können, auch wenn diese Neigung ein nicht so gut bezahlter Pflege- oder Dienstleistungsberuf ist (allerdings darf das nicht ein Freifahrtschein für Arbeitgeber werden, ihre Mitarbeiter schlecht zu bezahlen). Anreiz für das Erlernen und Ausüben eines höher qualifizierenden Berufes wäre immer noch das eigene Bedürfnis nach Profilierung, die bessere zusätzliche Bezahlung durch den Arbeitgeber und der sonstige Selbstverwirklichungsantrieb.

Wer soll das Bedingungslose Grundeinkommen bezahlen?

Vieles wird zur Finanzierung des Bedingungslosen Grundeinkommens diskutiert: Einsparungen bei den bisherigen Transferleistungen und der Sozialverwaltung, höhere Konsumsteuer oder Einkommenssteuer, Einführung einer Robotersteuer und/oder Finanztransaktionssteuer und anderes mehr.

Im Buch Was würdest Du tun?: Wie uns das Bedingungslose Grundeinkommen verändert – Antworten aus der Praxis* wird vorgeschlagen, das Bedingungslose Grundeinkommen aus der Einkommenssteuer zu finanzieren. Dazu würden zwar die Steuern erhöht, die mittleren Einkommen bekämen diese Erhöhung aber in etwa als Bedingungsloses Grundeinkommen wieder heraus, die Ärmeren und Armen bekämen mehr als sie eingezahlt haben, die Reichen weniger.

Mein Fazit zum Experiment des Vereins „Mein Bedingungsloses Grundeinkommen“

Das Experiment hat seine Grenzen: Man kann es leider nicht wirklich statistisch auswerten und erst recht nicht die Ergebnisse und Beobachtungen auf eine ganze Gesellschaft übertragen. Dafür ist die Zahl der Interviewten zu klein. Außerdem ist die Dauer des gewonnenen Bedingungslosen Grundeinkommens von vorneherein auf ein Jahr beschränkt – ich vermute, Menschen würden sich anders verhalten, wenn sie wüssten, dass sie das Bedingungslose Grundeinkommen zeitlich unbegrenzt erhalten würden. Wir können auch nichts darüber erfahren, wie sich ein Bedingungsloses Grundeinkommen langfristig (über Jahre oder ein ganzes Leben lang) auf die Menschen und die Gesellschaft auswirkt und ob sich das Erleben der EmpfängerInnen verändert, wenn ALLE Menschen bedingungslos in den Genuss kommen und nicht nur wenige glückliche Gewinner, die sich möglicherweise vom Schicksal auserkoren, reich beschenkt und schon deshalb glücklicher fühlen. Trotzdem finde ich das Experiment und die daraus gewonnenen Erfahrungen sehr interessant (und ich werde ein Crowdhörnchen bleiben).

Fazit zum Buch Was würdest Du tun?: Wie uns das Bedingungslose Grundeinkommen verändert – Antworten aus der Praxis*

Auch wenn man als neugierige/r LeserIn die ein- oder andere Erwartung, Schlussfolgerung und Finanzierungsidee möglicherweise nicht teilt, ist das Buch doch eine gute Informationsquelle zum Thema Bedingungsloses Grundeinkommen und erzählt Geschichten von Menschen in Deutschland, ihre ganz verschiedenen Lebenswege, wie sie das Bedingungslose Grundeinkommen genutzt haben und wie es ihr Leben verändert hat. Darüber hinaus regt es allgemein zur Diskussion an, wie wir die Zukunft unserer Gesellschaft gestalten wollen.

* Werbelink zu Amazon.de

Auch interessant

Anzeige


Veröffentlicht unter Beruf, Bücher, Geld, Geldanlage, Helfen, Mitreden, Politik, Selbstverwirklichung | Verschlagwortet mit , , , , , | Kommentare deaktiviert für Was bringt das Bedingungslose Grundeinkommen? (Buchvorstellung und Meinung)