Erdmandelgras – im Garten gern gesehen, auf dem Acker und in der Natur ein Angstauslöser

Die Landwirte sind in Panik, weil ihre Felder vom eingeschleppten Erdmandelgras überwuchert werden, bis sie praktisch unbrauchbar werden. Die Naturschützer sehen mit Sorge die Ausbreitung der fremden Art in der Natur. Und doch kann man Erdmandeln als Zierpflanzen im Topf und zum Anbau im Garten für den eigenen Speiseplan kaufen.

Das Erdmandelgras (Cyperus esculentus), auch Chufa, Tigernuss und Essbares Zypergras  genannt, gehört zur Gattung der Zypergräser innerhalb der Familie der Sauergräser. Die Angaben, woher es ursprünglich stammt, reichen je nach Quelle von Ostafrika bis Südwestasien. Der Ursprung ist also nicht eindeutig klar, aber es wurde mit Pflanzgut inzwischen sehr weit verbreitet.

Erdmandelgras Cyperus esculentes (Illustration gemeinfrei aus „Deutschlands Flora in Abbildungen nach der Natur“ von 1830, gefunden bei wikimedia)

Die mehrjährige, krautige Pflanze kann sich über Samen (an Ähren) und über Knollen (die Erdmandeln) an unterirdischen Sprossen (bis zu 500 an einer Pflanze) sehr stark vermehren. Wärme fördert das Wachstum – es profitiert von der Klimakrise, und weder Trockenheit noch Staunässe scheinen es zu beeinträchtigen.

Die Samen keimen ab einer Bodentemperatur von 8–10 °C, die Pflanzen sind schon nach wenigen Tagen sichtbar. Die Blütezeit dauert von Juli bis September – die Blüten sind weiß, die Samenbildung beginnt im August. Im Winter sterben die oberirdischen Pflanzenteile bei uns meist ab, aber die Mandeln im Boden halten bis etwa -15 °C aus und keimen nach und nach in den nächsten Jahren, wenn man sie nicht erntet/entfernt (siehe auch Informationen der → Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen)

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Gefahr für Artenvielfalt und Landwirtschaft

Das bei uns nicht heimische, wahrscheinlich mit Blumenzwiebeln eingeschleppte und verbreitete Erdmandelgras ist sehr wachstumsstark. Hobbygärtner bauen es gerne an, aber beim Naturschutz und in der Landwirtschaft läuten die Alarmglocken.

„Das derzeit gefährlichste Ungras“ wird Dr. Dirk Wolber von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen in der Fachzeitung → agrarheute zitiert.

Ist das Erdmandelgras erlaubt?

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Rechtliches

Das Erdmandelgras ist nicht auf der Liste invasiver gebietsfremder Arten von unionsweiter Bedeutung („Unionsliste“ entsprechend der Verordnung (EU) Nr. 1143/2014 und den Erweiterungen bis (EU) 2025/1422). Arten auf der Unionsliste der invasiven gebietsfremden Arten dürfen nicht vorsätzlich in die EU gebracht, nicht gehalten, gezüchtet, gehandelt, verwendet, getauscht, zur Fortpflanzung, Aufzucht oder Veredelung gebracht und in die Umwelt freigesetzt werden. Da das Erdmandelgras nicht auf der Unionsliste ist, ist es in Deutschland von dieser Seite bisher nicht verboten.

Auch in der Schweiz wird das Erdmandelgras nicht auf ihrer Schwarzen Liste der invasiven Neophyten (nachweislich schädigend für die Umwelt) aufgeführt und unterliegt daher nicht deren Freisetzungsverordnung (FrSV). Es ist auf der Liste der potenziell invasiven Neophyten (man geht von einer Schädigung in der Umwelt aus).

Informationen des Deutschen Bundesamtes für Naturschutz

In den naturschutzfachlichen Invasivitätsbewertungen (Schriften 731 von 2025, Herausgeber: Stefan Nehring und Wolfgang Rabitsch), die man auf der Website des → Deutschen Bundesamtes für Naturschutz herunterladen kann, wird das Erdmandelgras ebenfalls nur als potenziell invasiver Neophyt, der negative Auswirkungen auf heimische Pflanzen haben kann, eingestuft. Das Erdmandelgras ist dort derzeit auf der Beobachtungsliste, d. h. Vorkommen und Ausbreitung werden beobachtet und es wird zur Art geforscht.

Die naturschutzfachlichen Invasivitätsbewertungen sind keine Verbotsliste, sondern dienen als Diskussionsvorlage für den jeweiligen Umgang mit den Arten, beispielsweise ob man eine nationale Verbotsliste entwickeln will. Dort erfährt man auch, dass das Erdmandelgras schon im 16. Jahrhundert kultiviert wurde und man bereits Anfang des 20. Jahrhundert in Deutschland verwilderte Pflanzen fand.

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Bis jetzt wurde es kleinräumig verbreitet in neun Bundesländern gefunden, aber bisher keine Gefährdung heimischer Ökosysteme festgestellt. Doch es bestehe Forschungsbedarf zu langfristigen Auswirkungen in naturnahen Lebensräumen.

Das sagt die Landwirtschaft

In verschiedenen Bundesländern Deutschlands, beispielsweise in NRW und in Niedersachsen, sowie in Österreich und in der Schweiz gefährdet das Erdmandelgras in einigen Regionen den Ackerbau (siehe European and Mediterranean Plant Protection Organization, EPPO zu invasiven nicht heimischen Pflanzen (→ Invasive Alien Plants, IAP). Und ist das Erdmandelgras einmal auf einem Hof, wird es mit Erdresten an Maschinen und Ähnlichem auf weitere Flächen übertragen.

Besonders betroffen ist der Anbau von Kartoffeln, Rüben, Zwiebeln, Möhren, Schnittlauch, Mais, die Fahrgassen der Getreidefelder und Grünland.

Auf der Website der → Landwirtschaftskamer Nordrhein-Westfalen werden einige Möglichkeiten der Vorbeugung und Bekämpfung im Ackerbau genannt, beispielsweise:

  • Flache Bodenbearbeitung, beispielsweise nur die Oberfläche fräsen
  • Keine Bodenwenden, d. h. kein Pflügen
  • Hitze bis 20 cm tief (Dämpfen)
  • Zwischenfrüchte und Fruchtfolgemaßnahmen (langfristig wenig Wirkung)

Dr. Dirk Wolber von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen empfiehlt in → agrarheute zwei Jahre Schwarzbrache als eine harte, aber die wirkungsvollste Bekämpfungsoption.

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Erdmandel gesund und lecker

Erdmandeln werden unter anderem in Apotheken verkauft: als ganze (geröstet), gemahlen, als Flocken und auch als Bestandteil von Schokocremes und ähnlichem. Sie enthalten reichlich Ballaststoffe, einfach ungesättigte Fettsäuren, Eiweiß, Kalium, Magnesium, Phosphor, Calcium sowie Antioxidantien.

Die Erdmandel ist gluten- und laktosefrei. Aber vor allem können die Knollen auch von Allergikern mit einer Nussallergie gegessen werden (→ fitforfun).

Aus Erdmandeln kann auch Speiseöl hergestellt werden.

Erdmandelgras als Gartenpflanze

Man kann Erdmandelgras leicht selbst anbauen und Erdmandeln ernten.

Die Samen und Knollen werden als Pflanzgut für den Garten online und offline von Staudengärtnereien und anderen Pflanzgutanbietern verkauft, beispielsweise Erdmandelsamen bei → Amazon.de (Werbelink). Eine Anbauanleitung ist in der Regel dabei.

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Wer Erdmandelgras im Garten anbaut, sollte darauf achten, dass es im Garten bleibt und nicht entweicht.

Dafür geeignete Maßnahmen sind

  • Wurzelsperren (Rhizomsperren) um die Pflanzung herum, mindestens 30 cm tief
  • Regelmäßig die Umgebung prüfen und Ausbrecher sorgfältig bekämpfen (ausreißen, Mandeln aus der Erde sieben u. ä.)
  • Keine Erde oder Pflanzen mit Wurzel- und Knollenresten weitergeben.
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Bodenentgiftung

Erdmandelgras kann einen Boden unbrauchbar für den Ackerbau machen, wenn das Gras alles überwuchert. Doch hat Erdmandelgras eine positive Seite: Es kann zur Entgiftung von Böden genutzt werden. Erdmandeln von solchen gifthaltigen Flächen sind nicht für den Verzehr geeignet! Der Vorteil des Entgiftens und die Schwierigkeiten, das Erdmandelgras vom Auswildern abzuhalten sowie den Boden später wieder frei von Samen und Knollen zu bekommen, muss man gegeneinander abwägen.

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Wer ist gefürchtet, beißt und stinkt?

Es ist des Weidenbohrers Kind! Die Raupe des Weidenbohrer bohrt sich während ihrer mehrjährigen Entwicklung erst unter die Rinde und dann in das Holz, wo sie lange Gänge anlegt. Die einen freut’s, denn dies kann die Artenvielfalt fördern, die anderen leiden: Befallene Laub- und Obstgehölze zeigen Wachstumsstörungen, welken und können absterben.

Raupe des Weidenbohrers
Weidenbohrer-Raupen sind gefräßig und können Bäume sogar umbringen. Doch sie sind nicht nur Schädlinge an Weiden, Birken, Apfelbäumen und anderen Laubgehölzen, sondern auch Nützlinge, da ihre zerstörerische Tätigkeit Lebensraum für viele Arten schafft. (Foto von Nordwind bei Pixabay)

Weidenbohrer finden ihre Wirte in Laubholzwäldern, Auenwäldern, Gärten und Streuobstwiesen. Dort legen die Falter ihre Eier ab, aus denen die gefräßigen Raupen schlüpfen. Durch den Befall können Ertrag und Holzqualität beeinträchtigt oder sogar völlig zunichte gemacht werden, was vor allem die Forstwirtschaft und den Obstanbau trifft. Menschen sind zudem durch Astbruch und das Umstürzen von befallenen Bäumen in Gärten, Parks, im Wald und durch Straßenbäume gefährdet.

Der Verursacher

Der Weidenbohrer (Cossus cossus) gehört zur Ordnung der Schmetterlinge, genauer zur Familie der Holzbohrer (Cossidae). Er ist in Europa, Nordafrika und in den gemäßigten Zonen Asiens verbreitet. Der nachtaktive Falter wird trotz seiner Größe von bis zu 8 cm Flügelspannbreite oft übersehen, weil er auf Baumrinde optisch fast verschwindet.

Weidenbohrer befallen hauptsächlich Weiden, Birken, Schwarzerle, Apfel, Birne, gelegentlich Walnuss, Kirschen, Stieleiche und andere Laubgehölze.

Weidenbohrer-Falter fliegen zwischen Mai und August und paaren sich. Anschließend legen die Weibchen jeweils bis zu 700 Eier einzeln oder in Gruppen von bis zu 70 Eiern in Rindenritzen ihrer bevorzugten Wirtsbäume ab. Weil ihre Mundwerkzeuge unvollständig sind, können sie keine Nahrung aufnehmen und sterben bald danach. In trockenen warmen Jahren vermehrt sich der Weidenbohrer besonders stark.

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Die Weidenbohrer-Raupen schlüpfen nach etwa zwei Wochen, dringen unter die Rinde und fressen zunächst in geselliger Runde im Phloem (Transportsystem für die Fotosyntheseprodukte), bis sie sich nach etwa einem Jahr tief ins Holz bohren. Dort legen sie senkrechte, etwa 2 cm breite, ovale Gänge von bis zu einem Meter Länge mit Ausbuchtungen sowie Ausbohröffnungen an. Durch letztere befördern sie rötliches Holzmehl samt Kot nach außen.

Im Gegensatz zu den getarnten Faltern sind die orange-roten, am Ende ihrer Entwicklung bis zu 10 cm langen, fingerdicken Weidenbohrer-Raupen sehr auffällig. Färbung, Größe, der schwarze Kopf sowie die flotte Art sich zu bewegen sollen Fressfeinde abschrecken.

Als Mensch begegnet man den Weidenbohrer-Raupen, wenn man befallenes Holz untersucht, nachdem der Baum zusammengebrochen ist, oder wenn Raupen am Ende ihrer Entwicklung den Baum verlassen, um sich in der Umgebung eine Stelle zur Verpuppung im Boden suchen.

Ein Hinweis auf ältere Weidenbohrer-Raupen im Stamm ist der säuerliche Geruch, der von einem befallenen Baum ausgeht. Dieser soll weiblichen Faltern signalisieren, dass dieses Gehölz eine gute Kinderstube für ihren Nachwuchs sein kann.

Am Ende ihrer Entwicklung, meist nach zwei bis vier Jahren, verpuppen sich die Raupen in einem Gang im Baum oder außerhalb im Erdreich.

Fun Fact: Holzbohrer-Raupen galten in der Antike bei den Griechen und Römern als Delikatesse, in manchen Regionen der Welt sind es die dort heimischen Arten auch heute.

Anzeichen für einen Befall

  • Bohrlöcher mit Auswurf von Holzmehl und Kot
  • Auswurf sammelt sich oft am Stammgrund
  • Säuerlicher Geruch
  • Geräusche im Baum
  • Puppen und Puppenhülsen
  • Wachstumsstörungen, Welke, Absterben
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Niedlich, faszinierend, tödlich?

Die Raupen des Weidenbohrers höhlen mit ihrer Bohrtätigkeit den Baum von innen aus. Dabei öffnen sie die Tür für Sekundärbefall. Sie leben mit Holz zersetzenden Pilzen in Symbiose, die ihnen die Verwertung der Zellulose aus dem Holz erleichtern. Am Ende kann ein Befall mit dem Weidenbohrer einem Baum, sogar ganzen Baumbeständen das Leben kosten. Menschen, denen die befallenen Bäume gehören und die von dem Ertrag leben, sind verständlicherweise weniger begeistert.

Andere finden die Weidenbohrer-Raupe niedlich und geben ihr den Namen „Raupe Nimmersatt“ oder sie sind zumindest fasziniert, wenn sie ihnen begegnen. Einige Raupenfans und auch Wissenschaftler züchten Weidenbohrer-Raupen. Sie werden dabei in Aufbewahrungsbehältern in Luftzufuhr gehalten mit Äpfeln, Bananen, Gemüse und/oder Brot gefüttert. Interessanterweise ist ihr Lebenszyklus kürzer und die Falter, die aus solchen Raupen entstehen, sind kleiner als die in freier Wildbahn.

Es gibt aber auch die Menschen, die diese roten Muskelpakete mit den ausgeprägten Mundwerkzeugen zum Fürchten finden – nicht ganz zu Unrecht, denn fühlt sich die Raupe bedrängt, zeigt sie sich wendig, beißt und sondert ein Sekret ab. Der Biss soll schmerzhaft, aber nicht giftig sein. Ich persönlich würde es nicht drauf ankommen lassen – besser ist, man reizt die Raupe erst gar nicht.

Schmatzen Weidenbohrer-Raupen?

Manche Profis erkennen die Weidenbohrer-Raupen angeblich an den Geräuschen, die diese beim Fressen machen: Wenn sie das Ohr an den Stamm legen, würden sie ein Nagen oder Knarzen hören. Ich bin nicht sicher, ob das „Anglerlatein“ von Insektenkundlern ist – ich habe trotz langer Suche keinen Audiobeweis finden können, den ich hier gerne verlinkt hätte.

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Ökologie und Gegenspieler

Weidenbohrer sind in Deutschland heimisch. Sie haben eine wichtige Funktion im Naturkreislauf, denn sie sind einerseits Futter für ihre natürlichen Feinde und andererseits fördern sie die Artenvielfalt: Indem sie die Bäume durchbohren, fördern sie Totholzstrukturen – Lebensraum für bis zu 200 Insektenarten.

Natürliche Feinde des Weidenbohrers (und ihr Futter) sind beispielsweise

  • Fledermäuse (Falter)
    kann man mit Fledermauskästen* fördern.
  • Elstern und Spechte (Raupen)
    (Spechte im Blogartikel)
  • Meisen und andere kleine Vögel (Eier)
    Mit Nistkästen*, Wasserstellen* und Futterhäuschen können heimische Wildvögel gefördert werden.
  • Schlupfwespen (Eier)

Vorbeugung

  • Gehölze passend zum Standort pflanzen
  • Monokulturen vermeiden
  • Bedarfsgerechte Versorgung mit Wasser und Nährstoffen
  • Fachgerechte Baumpflege (Ausschneiden kranker, befallener Pflanzenteile)
  • Stammanstrich (Weißanstrich*) macht die Rinde etwas unattraktiver für Insekten/Eiablage
  • Frisch geschnittenes Holz vor Abholung auf Schädlinge kontrollieren
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Der wachsame Gärtner besiegt den Wurm!

Je früher man einen Befall mit Weidenbohrern entdeckt, desto eher hat man eine Chance, ihn unter Kontrolle zu bringen:

  • Von Mai bis August nach Faltern, Eigelegen und Jungräupchen auf und in der Rinde suchen und diese entfernen.
  • Lockstofffallen:
    Die männlichen Falter werden mit weiblichen Sexuallockstoffen in Fallen gelockt. Einzelne Fallen zur Flugzeitfeststellung, viele Fallen bewirken eine mehr oder weniger starke Befallsreduzierung.
  • Lockstoff-Verwirrstrategie:
    Lockstoffe werden in großen Mengen, beispielsweise in einer Obstplantage, verteilt. Die Männchen können die Weibchen dann nicht mehr finden, es gibt keine Paarung und damit auch keine oder weniger Nachkommen (Weidenbohrerraupen).
  • Schlupfwespen einsetzen, die Eier von Faltern parasitieren können (Trichogramma-Arten). Da keine bei uns speziell für Weidenbohrer angeboten werden, sollte man beim Nützlingsproduzenten nach einer Empfehlung fragen.
  • Raupen mit einem Draht über die Bohrlöcher aus den Gängen fischen und beseitigen – wenig angenehme Tätigkeit und nur beschränkt wirksam.
  • Nützliche Nematoden gegen Raupen einsetzen. Diese Nematoden sind winzige, mit dem Auge nicht sichtbare Fadenwürmer. Die Spritzlösung mit den Nematoden muss man über die Bohrlöcher in die Gänge einbringen.
  • Befallene Äste bis ins gesunde Holz zurückschneiden
  • Bei starkem Befall des Stammes und Bruchgefahr muss gefällt werden.

Rechtliches und Ansprechpersonen

Es gibt in Deutschland weder eine Melde-, noch eine Bekämpfungspflicht für den Weidenbohrer. Ebenso wenig gibt es Vorschriften zum Schutz des Insekts, denn der Weidenbohrer wird in der Rote-Liste-Kategorie „Ungefährdet“ geführt. Man kann sich bei Fragen und Sorgen an die örtliche Forstverwaltung wenden. Die Bayerische Forstverwaltung findet man beispielsweise in den Ämtern für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten und in den Forstrevieren vertreten.

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Zum Thema Weidenbohrer habe ich auch für den Praktischen Gartenratgeber des Bayerischen Landesverbandes für Gartenbau und Landespflege e. V. geschrieben. Der Beitrag erscheint (mit mehr Bildern) im Juliheft 2026.

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Pflanzen des Jahres 2026

Wie jedes Jahr wählten verschiedene Organisationen, Institutionen und andere ihre jeweilige Pflanze des Jahres, als da sind die Blume des Jahres, die Staude des Jahres, der Baum des Jahres, die Arzneipflanze des Jahres, die Giftpflanze des Jahres und viele andere. Meistens geht es darum, das Augenmerk von Pflanzenbegeisterten, KonsumentInnen und die Öffentlichkeit auf Pflanzen zu lenken, die gefährdet oder zu wenig bekannt sind oder die nicht genügend wertgeschätzt werden. Oft sind es Aspekte des Naturschutzes, der Artenvielfalt und des Klimawandels, manchmal aber auch die wenig bekannte Gefährlichkeit einiger Pflanzenarten.

Hier die wichtigsten Pflanzen des Jahres 2026 und von wem sie jeweils als solche bestimmt wurden:

Feldrittersporn
Die Loki-Schmidt-Stiftung hat den Feldrittersporn (Consolida regalis) zur Blume des Jahres 2026 gewählt.

Illustration Feldrittersporn
Früher häufig, heute selten: Feldrittersporn
(Bild: gemeinfrei, Wikimedia, aus: Jan Kops, Christiaan Sepp (Illustrator) Flora Batava of Afbeelding en Beschrijving van Nederlandsche Gewassen, IX Deel. (1846))

Früher war der Feldrittersporn ein häufiges Wildkraut im Getreide, an dem sich Wildbienen und Schmetterlinge labten. Heute ist er selten geworden. Mit der Wahl des Feldrittersporns zur Blume des Jahres soll auf den dramatischen Artenschwund in Agrarlandschaften aufmerksam gemacht. Es soll dazu angeregt werden, sich für den Erhalt und Schutz extensiv genutzter und damit artenreicherer Kulturlandschaften einzusetzen. 

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Blattkohl
Blattkohl wurde vom Verein zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt (VEN) zum Gemüse des Jahres 2025 und 2026 ernannt. Unter Blattkohl verstehen die Botaniker Kultivare von Brassica oleracea, die einen Blattschopf entwickeln wie beispielsweise Grünkohl, Blatt-/Blätterkohl, Palmkohl, Markstammkohl und Zierkohl. Auch Kohlrabi (Brassica oleracea var. gongylodes) ist ein Blattkohl, dessen Blätter bei uns aber wenig genutzt werden. Dabei kann man mit diesen auch gefüllte Kohlröllchen, Kohltäschchen (Beispiel Lahana Sarmasi im TikTok-Video) und andere Blattgemüse-Gerichte zubereiten.

Der bei uns am häufigsten genutzte Blattkohl ist vermutlich der Grünkohl (Brassica oleracea var. sabellica) – wenn man den Kohlrabi nicht mitzählt, der bei uns leider kaum als solcher genutzt wird.
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Zitterpappel
Die Zitter-Pappel (Populus tremula), auch Espe genannt, wurde von der Dr. Silvius Wodarz Stiftung und dem Verein Baum des Jahres zum Baum des Jahres 2026 gekürt.

Ilustration Zitterpappel (Populus tremula)
Die Zitterpappel ist zweihäusig: Die schnellwachsenden Bäume haben entweder nur weibliche Kätzchen (unten links) oder nur männliche Kätzchen (oben rechts). Die Bestäubung erfolgt über den Wind. (Bild: gemeinfrei, Wikimedia, Ursprung: Prof. Dr. Otto Wilhelm Thomé Flora von Deutschland, Österreich und der Schweiz 1885, Gera, Germany).

Die anpassungsfähige und widerstandsfähige Baumart aus der Familie der Weidengewächse ist eine Pionierbaumart und von besonderer Bedeutung angesichts des Klimawandels. Sie besiedelt beispielsweise karge, durch Erosion gestörte Flächen, was sie auch zur guten Vorwaldbaumart macht.

Die Zitterpappel ist extrem frosthart, industrie- und auch stadtklimafest.

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Die Zitterpappel wird je nach Sorte und Standort etwa 12 bis 20 Meter hoch – sie eignet sich also für größere Gärten und Parks – dort wo eventuelle Wurzelausläufer nicht stören. Sie ist schon wegen ihrer langstieligen Blätter, die bei jedem Windhauch zittern und leise rascheln, ein markantes und beliebtes Gehölz.

Die Zitterpappel leistet aber auch einen wichtigen Beitrag zur Artenvielfalt: Sie bietet den Raupen von zahlreichen Schmetterlingsarten Kost und Logis (Großer Eisvogel, Großer Fuchs, Kleiner Schillerfalter, Maivogel, Rotes Ordensband und vielen anderen (Nacht-)Faltern). Auch viele Vogelarten finden hier Futter und Unterkunft. Das weiche Espenholz wird von Spechten für den Höhlenbau geschätzt.

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Schönaster
Der Bund Deutscher Staudengärtner (BDS) hat die Schönaster (Gattung Kalimeris) zur Staude des Jahres 2026 gewählt. 

Begeistert hat die Staudengärtner die Zartheit der Einzelblüte, der Blütenreichtum (und damit auch die Fernwirkung), die Robustheit, Standfestigkeit, die lange Blütezeit ab etwa Juli, dass sie leicht zu pflegen ist und ähnliche Eigenschaften der je nach Art und Sorte meist zwischen 40 bis 80 cm hohen Staude, mit denen sie ihre Kunden glücklich machen können. Denn darum geht es: Den Kunden – privaten als auch Garten- und Landschaftsgärtnern – attraktive und robuste Pflanzen anbieten zu können, mit denen sie Gartenbereiche und andere Standorte verschönern können und die auch ein paar Wetterkapriolen aushalten. Dazu kommt, dass auch Hummeln, Bienen, Schmetterlinge und andere Insekten Kalimeris gerne anfliegen und/oder in ihrem Schutz überwintern.

Blühende Schönaster
Garten-Schönaster (Kalimeris incisa), auch Sibirische Aster genannt (Foto von Kulbir bei Pexels)

Die Schönastern (Gattung Kalimeris) gehören zu den Korbblütlern (Familie Asteraceae) und stammen aus Ostasien. Sie sind damit – im Gegensatz zu ihrer bei uns lebenden Verwandten, der Bergaster (Aster amellus) – nicht heimisch! Wer also ausschließlich heimische Sorten pflanzen möchte, sollte nach der Bergaster oder ihren Sorten (oft Sommer-Astern genannt) fragen.

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Gemeine Nachtkerze
Die Gemeine Nachtkerze (Oenothera biennis) wurden von NHV Theophrastus zur Heilpflanze des Jahres 2026 erklärt. Sie ist eine zweijährige krautige Pflanze, die im 17. Jahrhundert als Zierpflanze aus Nordamerika eingeführt wurde – was sie zum Neophyten macht. Im ersten Jahr bildet sie eine Blattrosette, im zweiten den Blütenstand mit den leuchtenden gelben Blüten.

Die Gemeine Nachtkerze überwindet mit ihren Samen Zäune und Grenzen. Hier ist sie auf Wanderschaft im Chiemgau.

Das hochwertige aus den Samen gewonnene Öl sei für Neurodermitiker hilfreich und andere Heilwirkungen mehr, so die Pressemitteilung von NHV Theophrastus.

Die Gemeine Nachtkerze ist ein Gartenflüchtling, der freie Flächen schnell besiedelt. Sie steht aber nicht auf der Unionsliste (Liste der Europäischen Union) der invasiven Pflanzen. Sie wird wegen ihres möglicherweise starken Konkurrenzdrucks auf heimische Arten von Experten beobachtet. In der Veröffentlichung „Naturschutzfachliche Invasivitätsbewertungen und Gesamtartenliste der in Deutschland wild lebenden gebietsfremden Gefäßpflanzen“ (Bundesamt für Naturschutz, Bonn 2025) wird sie als potenziell invasiv der Beobachtungsliste zugeordnet.

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Ingwer
Der Studienkreis Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzenkunde und die Gesellschaft für Phytotherapie haben den Ingwer (Zingiber officinale) zur Arzneipflanze des Jahres 2026 ernannt. Ausschlaggebend für die Wahl waren vor allem die Geschichte als Arzneipflanze sowie die grundsätzliche Neubewertung durch den Ausschuss für pflanzliche Arzneimittel (HMPC) der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA). Eine neue Monografie (schriftliche Abhandlung) der European Scientific Cooperative on Phytotherapy (ESCOP) soll demnächst folgen.

Ingwer-Rhizom (Wurzelstock), wie man es auf dem Markt oder im Supermarkt erhält. Man kann es als scharfes, aromatisches Gewürz und/oder als Heilmittel nutzen. Man kann es auch zerteilen und daraus auf einer warmen Fensterbank oder im Gewächshaus neue Ingwerpflanzen ziehen.

Unsereins denkt bei Ingwer an schmackhafte asiatische Speisen, die mit Ingwer gewürzt werden, an Ingwer-Shots, kandierten Ingwer, an Hausapothekenrezepte und möglichweise den Anbau im Kübel. Die Auslober der Auszeichnung denken „antiemetisch, karminativ und antiphlogistisch wirkende Scharfstoffdroge mit weltweiter Verbreitung und Arzneipflanze des Jahres 2026″. Dabei steht antiemetisch für eine Wirkung gegen Übelkeit und Erbrechen, karminativ für eine Wirkung gegen Blähungen und antiphlogistisch für entzündungshemmend. Das hört sich vielversprechend an!

Der Ingwer (Zingiber officinale) ist eine Pflanzenart aus der Familie der Ingwergewächse. Er stammt aus Südostasien und wird heutzutage in vielen tropischen Ländern angebaut.

Gartenbohne
Die Gartenbohne (Phaseolus vulgaris) wurde vom Botanischen Sondergarten Wandsbek zur Giftpflanze des Jahres 2026 gewählt.

Stangenbohne Blauhilde im Kübel
Bohnen sind im rohen Zustand giftig! Sie müssen gekocht werden. Stangenbohne ‚Blauhilde‘ bietet attraktive Schoten, Sichtschutz und Sonnenschutz. Die blauen Bohnen werden beim Kochen grün. Mehr über die Stangenbohne ‚Blauhilde‘

Bohnen enthalten viel Protein und sind gesund – solange sie nicht roh verzehrt werden. Rohe Gartenbohnen sind wegen ihres enthaltenen Phasins gesundheitsschädlich (stark giftig ++), erst durch Kochen werden sie zu einem wertvollen Gemüse. Die Verbraucherzentrale empfiehlt, die Bohnen mindestens 15 Minuten bei 100 Grad Celsius zu kochen.

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Übrigens färbten sich blaue Bohnensorten wie die Stangenbohne ‚Blauhilde‘ beim Kochen grün, weil sich das Anthocyan, das die lila-blaue Farbe hervorruft, ebenfalls durch Hitze zerfällt, wodurch die Bohnenfrüchte dann grün werden.

Gewöhnlicher Natternkopf
Der Ökoanbauverband Bioland e.V. und die Umwelt- und Naturschutzorganisation NaturGarten e.V. haben gemeinsam den Natternkopf (Echium vulgare) zur Wildpflanze des Jahres 2026 gekürt. Fünf Wildpflanzen standen zur Auswahl, 2.600 Menschen waren an der Wahl beteiligt und entschieden sich mehrheitlich für den Gewöhnlichen Natternkopf. Nachdem man im Rahmen der Insektenlobby-Initiative 2024 eine Pflanze gewählt hatte, die für heimische Schmetterlinge bedeutsam ist (Wiesen-Flockenblume) und 2025 eine Wildbienenpflanze (Wiesen-Glockenblume) herausgestellt hatte, steht mit dem Gewöhnlichen Natternkopf nun eine „Käferpflanze“ auf dem Podium und repräsentiert die Wichtigkeit von bestimmten Pflanzenarten für eine oder mehrere Insektenarten und damit für den Erhalt der Artenvielfalt.

So ist der Gewöhnliche Natternkopf beispielsweise für den Blauglänzenden Natternkopf-Erdfloh (Longitarsus echii) wichtig, der vom Rote-Liste-Zentrum in der Kategorie „gefährdet“ gelistet ist und der sich von den Blättern des Gewöhnlichen Natternkopfs ernährt.

Blauer Blütenstand des Gewöhnlichen Natternkopfs
Der Gewöhnliche Natternkopf gehört zur Familie der Raublattgewächse. Er ist bei vielen Insektenarten sehr beliebt. (Foto von Philippe Serrand bei Pexels)

Die Pflanze ist immergrün und meist zweijährig (manchmal lebt sie auch ein paar Jahre länger). Die schönen Blüten mit den herausragenden langen Griffeln und Staubblättern erscheinen an aufrechten Blütenständen – mit dem Öffnen der Knospen wechseln sie die Farbe von Rosa zu leuchtendem Blau.

Der Gewöhnliche Natternkopf ist dank seiner Pfahlwurzeln sehr trockenheitsverträglich. Die Blüten werden wegen ihres stark zuckerhaltigen Nektars von vielen Insekten besucht, darunter auch viele Schmetterlinge, Bienen und Schwebfliegen.

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Violette Ständelwurz
Die Violette Ständelwurz (Epipactis purpurata) wurde von den Vorständen der Arbeitskreise Heimischer Orchideen zur Orchidee des Jahres 2026 gewählt. Mit der Wahl will man auf die Gefährdung ihres Lebensraumes aufmerksam machen, denn diese heimische Orchidee bevorzugt schattige, feuchte Plätze am liebsten in Buchen- oder Eichen-Hainbuchen-Wäldern. Dort zeigt sie im Sommer zahlreiche Blüten an einem Blütenstand. Die Blüten werden von Schwebfliegen und Wespen bestäubt. Bild und mehr Infos zur Violetten Ständelwurz.


Stadtpflanze des Jahres
Der Bochumer Botanische Verein hat den Krähenfuß-Wegerich (Plantago coronopus) zur Stadtpflanze des Jahres 2026 ernannt. Ursprünglich wuchs die Pflanzenart bei uns an der Nordseeküste. Doch die Wegerichart erobert inzwischen viele Nischen in der Stadt wie Bordsteinränder, Baumscheiben, Brachflächen und Gärten und macht sie zu ihrem Lebensraum. Bild und mehr Informationen zum Krähenfuß-Wegerich.

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Trauermücken in Töpfen und Kübeln und wie man sie loswird

Die meisten Pflanzenliebhaber, die Zimmerpflanzen besitzen, Pflanzen aus Samen oder Stecklingen heranziehen oder Kübelpflanzen und anderes im Gewächshaus überwintern, kennen die taumeligen Flieger mit ihren langen, schlanken Beinen, die auffliegen, wenn man die Pflanzen gießt oder aus anderen Gründen bewegt. Die bis zu 4 mm großen Zweiflügler sind wenig beliebt, da ihre Larven in der Topferde leben und bei Massenauftreten Schäden an den Wurzeln anrichten können. Ohne voll funktionsfähige Wurzeln werden die Pflanzen fahl und schwächlich, bis sie schließlich eingehen. (zuletzt bearbeitet 5.01.2026)

Zimmerpflanze Fensterblatt im grünen Keramik-Übertropf und hellblaue Chamäleon-Kindergießkanne davor.
Trauermücken können im Freien, im Gewächshaus und an Pflanzen im Zimmer auftreten.
[Gießkanne von Amazon.de*]

Trauermücken sind alte Insekten. Es gibt sie schon seit 130 Mio. Jahren. Sie bilden eine Familie (Sciariae) innerhalb der Unterordnung der Mücken. Alleine in Europa gibt es mehr als 600 Arten Trauermücken.

Trauermücken in der Natur und in Pflanzgefäßen

Trauermücken spielen eine wichtige Rolle in den verschiedenen Ökosystemen. Die Larven sind wichtig für die Zersetzung von organischem Material in Wäldern, Mooren und anderswo und sowohl die Larven als auch die erwachsenen Trauermücken sind wichtig als Futter für Vögel und andere Tiere. An Menschen sind sie normalerweise nicht interessiert.

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Trauermücken sind zwar schlechte Flieger, aber sie lassen sich auch vom Wind oder auf Treibgut sitzend über das Wasser verbreiten. In unsere Wohnungen und Gewächshäuser schleppen wir sie jedoch meist mit Blumenerde, Topfpflanzen und Ähnlichem ein.

Trauermücken – Zyklus und Lebensweise von erwachsenen Trauermücken und Larven

Erwachsene Trauermücken ernähren sich von Flüssigkeiten, doch die bis zu 5 mm langen weißlichen Larven mit der schwarzen, glänzenden Kopfkapsel leben im Boden von organischen Material – je nach Art und Nahrungsangebot von abgestorbenem oder lebendem organischen Material, von Pflanzen oder von Pilzen stammend.

Trauermücken haben ein Paar Flügel, einen kleinen, nach unten versetzten Kopf mit Fühlern und die typischen langen Mückenbeine. (Bildquelle: Bradysia sp. von AfroBrazilian/Wikimedia, (Lizenz: CC BY-SA)

Bei Massenauftreten schädigen die Larven die Wurzeln von Sämlingen, Jungpflanzen, Stecklingen und auch älteren Pflanzen. Die betroffenen Pflanzen schwächeln, werden fahl und können eingehen. Die Larven übertragen zwar nach aktuellem Kenntnisstand keine Krankheiten, aber ihre Fraßstellen können dennoch Eintrittspforten für Krankheitserreger sein.

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Wegen ihrer bescheidenen Flugkünste und weil es mehr Weibchen (90 Prozent) als Männchen gibt, bleiben die Tiere schon als Larven beieinander. Manche Arten bilden sogar lange Larvenprozessionen, so verliert kein Individuum den Anschluss (und Fressfeine werden verwirrt, weil sie die Prozession für ein großes Tier halten).

Die Entwicklungsgeschwindigkeit vom Ei zum erwachsenen Tier und damit zur nächsten Generation ist wie bei allen Insekten von der Temperatur abhängig. Die Lebenszeit als erwachsene Tiere beträgt etwa 5 Tage. Nach der Paarung legen die Weibchen jeweils bis zu 200 Eier auf oder in den oberen Boden. Nur wenn die Erde in diesem Bereich recht feucht ist, können die nach etwa 5-8 Tagen schlüpfenden Larven aktiv werden. Bei trockener Erde sterben sie ab und werden durch Mikroorganismen zersetzt. Nach etwa 13 Tagen Larvenzeit verpuppen sich die Larven und aus den Puppen schlüpfen 5 bis 6 Tage später neue erwachsene Trauermücken. Der Kreislauf beginnt von vorne.

Zur Orientierung, wo die Trauermücken im Tierreich eingeordnet werden:
Klasse:
Insekten (Insecta) – das sind Häutungstiere, die als Erwachsene 3 Paare gegliederter Beine haben.
Überordnung:
Neuflügler (Neoptera) – das sind Fluginsekten, die ihre Flügel nach hinten umklappen können (das können Eintagsfliegen und Libellen nicht).
Ordnung:
Zweiflügler (Diptera) – zu dieser Ordnung gehören die Unterordnungen der Mücken und der Fliegen.
Unterordnung:
Mücken (Nematocera) – neben der Familie der Trauermücken gibt es in dieser Unterordnung Stechmücken, Kriebelmücken, Schnaken und viele andere Mückenfamilien.


Trauermücken von Topf- und Kübelpflanzen fernhalten und bekämpfen

Damit Topf- und Kübelpflanzen im Gewächshaus, im Zimmer und auf dem Balkon weitgehend von Trauermücken frei bleiben oder zumindest nicht geschädigt werden:

Keine Trauermücken einkaufen

Beim Einkaufen von Topfpflanzen sollte man auch die Blumenerde inspizieren. Sieht die so aus, als waren die Pflanzen zu oft zu nass gestanden, oder schwirren und krabbeln gar Trauermücken umher, sollte man die Pflanzen lieber stehen lassen.

Beim Kauf von Pflanzenerde sollte man nur intakte Säcke, die normal feucht sind (merkt man am Gewicht), vom Gartencenter oder Baumarkt mitnehmen. Auch zuhause sollte man die Blumenerde geschützt lagern und angebrochene Säcke gut verschließen.

Chili-Anzucht im Topf
Bei ungünstigen Anzuchtbedingungen können sich Trauermücken im Substrat stark vermehren.
Gelbtafeln und Gelbsticker

Mit beleimten Gelbtafeln zum Aufhängen oder Stickern, die in die Erde gesteckt werden, lassen sich geflügelte Blattläuse, Weiße Fliege, Trauermücken, Zikaden und einige andere Schädlinge anlocken und abfangen. So bemerkt man frühzeitig, welche Schädlinge unterwegs sind. Diese Klebefallen sind hilfreich bei der Befallsfeststellung, jedoch als Bekämpfungsmaßnahme alleine meist nicht ausreichend.

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Richtiges Gießen ist das A und O

Man sollte seine Pflanzen mit Bedacht und vorausschauend gießen und nie Wasser im Übertopf oder Untersetzer über längere Zeit stehen lassen. Die Erde sollte oberflächlich immer gut abtrocknen, bevor man wieder gießt. Das macht die geschlüpften Larven bewegungsunfähig und lässt sie absterben. Ein weiterer Vorteil von vorsichtigem Gießen: Zu viel Wasser führt zu Sauerstoffmangel im Wurzelbereich, was nur Sumpf- und Wasserpflanzen vertragen und was Trauermücken und andere Schadorganismen, die ein feuchtes Milieu bevorzugen, anzieht.

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Hausmittel gegen Trauermücken

Eines der Prinzipien der Hausmittel gegen Trauermücken: Trauermücken daran hindern, ihre Eier in feuchte Erde zu legen. Das kann man beispielsweise erreichen, indem man die Oberfläche der Topferde mit einer Sandschicht bedeckt. Sand lässt nämlich das Wasser durchlaufen und wenn Trauermücken ihre Eier darauf ablegen, trocknen die schlüpfenden Larven auf dem trocknenden Sand ebenfalls aus. Allerdings ist es mit einer Sandschicht schwieriger festzustellen, ob die Erde darunter noch feucht ist oder ob gegossen werden muss – erfahrene Hobbygärtner merken es am Gewicht, ansonsten kann ein Feuchtefühler helfen.

Biologische Bekämpfung von Trauermücken

…mit speziellen Bakterien
Bakterien des Stammes Bacillus thuringiensis subsp. israelensis wirken selektiv gegen Stechmücken- und Kriebelmückenlarven in Gewässern (auch in Regentonnen) sowie gegen Trauermückenlarven in Substraten. Die Bakterien geben ein Gift ab, das den Verdauungstrakt der Mückenlarven schädigt. Diese Bakterien gibt es als Pflanzenschutzpräparate zu kaufen, beispielsweise unter den Namen Neudomück Pro und Gnatrol SC. Diese Präparate dürfen aber nach den Vorgaben des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) nur im Erwerbsgartenbau von beruflichen Anwendern angewendet werden. Sie haben keine Zulassung für den Haus- und Kleingarten.

…mit tierischen Nützlingen: SF-Nematoden
Nematoden der Art Steinernema feltiae sind winzige Fadenwürmer (unter 1 mm lang), die die Trauermückenlarven aktiv aufsuchen und mit einem Bakterium infizieren, wodurch diese sterben und sich zersetzen. Steinernema-Nematoden werden in Gel oder Tonmineral geliefert und mit dem Gießen ausgebracht. Am besten gießt man bei trübem Wetter. Wenn man sie bei Kübelpflanzen im kühlen Gewächshaus oder in einem ungeheizten Raum ausbringen möchte, sollte man bedenken: Die Substrattemperatur muss mindestens 12°C betragen, sonst sind die Nematoden nicht wirksam.

…mit tierischen Nützlingen: Raubmilben der Gattung Hypoaspis
Die Raubmilben Hypoaspis miles und H. aculeifer sind maximal 1 mm groß. Sie leben in der obersten Bodenschicht und jagen dort die Larven von Trauermücken, Sumpffliegen, Thripsen, Springschwänzen, Weichhautmilben. Man kann diese Raubmilben vorbeugend einsetzen, da sie notfalls auch mehrere Wochen hungern können. Die Raubmilben kann man beim Nützlingsanbieter bestellen und bekommt sie in einem Torf-Vermiculite-Gemisch, das man über die Topf- oder Kübelerde (im Gewächshaus auch auf den Boden unter dem Tisch) ausstreut.

Gezüchtete Nützlinge/Nutzorganismen erhält man direkt bei Nützlingsanbietern, beispielsweise bei Sautter und Stepper (nuetzlinge.de) oder man kauft Gutscheinkarten in Gartencentern und anderen Gartenfachbedarfsgeschäften/-Abteilungen und bestellt sie dann damit.

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Trauermückenbekämpfung mit Neem

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit erlaubt im Haus- und Kleingarten den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln auf Basis von Azadirachtin, beispielsweise enthalten in Neem Bio-Schädlingsfrei, Bayer Garten Bio-Schädlingsfrei Neem, Spruzit TrauermückenFrei oder Etisso Schädlings-frei EC. Azadirachtin ist der Hauptbestandteil des Neemöls, das aus den gepressten Samen der Niembaums gewonnen wird. Der Wirkstoff ist allerdings nicht selektiv, sondern kann auch Fischen und Fischnährtieren, Marienkäfern, Florfliegen, Schwebfliegen und anderen Nützlingen schaden. Man sollte Neem also nur da anwenden, wo kein Kontakt mit diesen stattfindet und die Anwendungshinweise genau beachten. Diese Pflanzenschutzpräparate gibt es in Gartenfachgeschäften, Gartencentern und Ähnlichem.

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