Natur-Aktien-Index versus DAX

 Während der DAX die dreißig größten an der Frankfurter Wertpapierbörse gehandelten Aktiengesellschaften repräsentiert, ist der Natur-Aktien-Index (NAI) ein Aktienindex, der sich aus dreißig internationalen Unternehmen zusammensetzt, die nach strengen ökologischen und sozialen Nachhaltigkeitsprinzipien bewertet und ausgewählt wurden.

Natur-Aktien-Index schlägt DAX im Zehnjahresvergleich

Natur-Aktien-IndexDass sich Ökologie/Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit nicht ausschließen müssen, zeigt der Natur-Aktien-Index im Vergleich zum DAX: Der NAI hat sich über einen Zeitraum von 10 Jahren wesentlich besser geschlagen als der DAX. Während der DAX von April 2002 bis April 2012 von etwa 5.000 auf 7.000 Euro stieg – was einem Zuwachs von 40 Prozent entspricht -, kletterte der NAI im gleichen Zeitraum von 2.000 auf 5.000 US-Dollar – also um 150 Prozent.

Den NAI-Chart kann man bei andere Chart-Tools über seine Wertpapierkennnummer (WKN) A1A4ZT abrufen.

Nicht ganz so rosig sieht es für den Natur-Aktien-Index allerdings aus, wenn man den Messzeitraum verkürzt: Vergleicht man die Entwicklung der beiden Indizes auf Sicht der letzten drei oder fünf Jahre, entwickelten sich NAI und DAX ungefähr ähnlich (5 Jahre: ca. minus 8 Prozent, 3 Jahre: ca. 45 Prozent). Auf Einjahressicht schneidet der DAX mit einem Minus von ca. 7 Prozent gegen über dem NAI mit einem Minus von ca. 26 Prozent besser ab. Gründe für die schlechte Entwicklung des Natur-Aktien-Index im vergangenen Jahr dürften u. a. die Turbulenzen im Solarbereich und damit verbundene Umstrukturierungen gewesen sein. So musste das deutsche Solarthermie-Unternehmen Solar-Millenium wegen Insolvenz aus dem Index genommen werden – Einzug erhielt dafür das kanadische Biolebensmittel-Unternehmen SunOpta.

Dass Unternehmen, die einmal im Natur-Aktien-Index aufgenommen wurden, sich nicht auf ihren Lorbeeren ausruhen können, musste die australische Bank Westpac feststellen. Als der NAI-Ausschuss befand, dass Westpac die NAI-Kriterien verletze, wenn sie Kohle- und Bergbauaktivitäten finanziert, ersetzte er das Unternehmen im Natur-Aktien-Index Anfang 2011 kurzerhand durch die in Holland gegründete Bank SNS Reaal, die Kundengelder nach strengeren ethischen und ökologischen Kriterien anlegen soll.

Zusammensetzung des Natur-Aktien-Index

Den Natur-Aktien-Index (NAI) gibt es seit 1997. Bereitgestellt wird er von der SECURVITA Unternehmensgruppe, die auch einen NAI-Werte-Fonds (GreenEffects) anbietet. Über die Zusammensetzung des NAI entscheidet der oben erwähnte sechsköpfige NAI-Ausschuss basierend auf die Recherchen und Bewertungen der Schweizer Nachhaltigkeits-Ratingagentur Inrate. Eine Liste der Mitglieder des Ausschusses sowie der Unternehmen im Natur-Aktien-Index findet man auf der NAI-Website (www.nai-index.de). Der Natur-Aktien-Index setzt sich aus ökolologisch und wirtschaftlich nachhaltig arbeitenden Unternehmen verschiedener Länder und Branchen zusammen. Mindestens 75 Prozent der Unternehmen haben einen Jahresumsatz von mehr als 100 Millionen US-Dollar. Maximal 25 Prozent der Unternehmen dürfen Pioniere mit einem niedrigeren Umsatz sein, wenn sie ökologisch innovative Produkte entwickeln und langfristig als erfolgsversprechend eingestuft werden. Grundsätzlich nicht in den Natur-Aktien-Index aufgenommen werden Unternehmen, die in Atomenergie, Waffenproduktion, Diskriminierung, Gentechnik oder der Produktion von umwelt- oder gesundheitsschädlichen Produkten verwickelt sind.

Weitere strenge Nachhaltigkeitsindizes sind der Domini 400 Social Index und die Indexfamilie Stoxx Global ESG Leaders.

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2 Antworten auf Natur-Aktien-Index versus DAX

  1. Amelie sagt:

    Na wenn der Index so extrem an die Entwicklung von der Solarenergie genküpft ist, seh ich in Zukunft schwarz für ihn 🙁

    • Eva Schumann sagt:

      Die Werte in dem Index sind ja international und über alle möglichen Nachhaltigkeitsthemen gestreut, nicht nur deutsche Solarindustrie ;-). Wobei ich es wirklich sehr schade finde, dass die so den Bach runtergegangen ist, zumindest was die Produktionsfirmen betrifft, weil woanders halt billiger produziert werden kann.

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