Zinnie – erste Blume, die im All blüht

Dass Pflanzen mit der richtigen Technik an jedem Ort auf der Erde kultiviert werden können, zeigen uns manche Ausprägungen des Urban Farmings (urbane Landwirtschaft/Gartenbau), beispielsweise der Anbau in isolierten, umgebauten Frachtcontainern (Containerfarm) oder in fensterlosen Räumen (Pflanzenfabriken) mit künstlichem Licht, in Hydroponik (in wässriger Nährlösung ohne Erde), mit geregelter Temperatur sowie kontrollierter Luft- und Nährlösungszusammensetzung etc.

Zinnie pink

Zinnien gehören zu den Korbblütlern und sind beliebte Zierpflanzen für Gartenbeete und Balkonkästen an sonnig warmen, geschützten Standorten mit gut durchlässigem Boden.

Aber, wie wir in der Schule in Biologie gelernt haben, orientieren sich Pflanzen auch an der Schwerkraft (Gravitation). Auf der Internationalen Raumstation (International Space Station, ISS) wird neben vielem anderen untersucht, was Pflanzen tun, wenn es keine Erdanziehung, sondern nur Mikrogravitation (eine Beinahe-Schwerelosigkeit) gibt – nicht zuletzt, um sehr lang dauernde Expeditionen, beispielsweise zum Mars, sowie eine Besiedelung vorzubereiten bzw. die Möglichkeit zu untersuchen.

Salat und Weizen wurden schon im All auf der ISS angebaut, aber noch nie hat dort eine Blume geblüht. Der amerikanische Astronaut Scott Kelly, der ein Jahr lang auf der ISS sein wird, gab am 16. Januar 2016 auf Twitter bekannt, dass eine orangefarbene Zinnie auf der ISS blüht – im Weltall und ohne Schwerkraft! Hier ist der Tweet samt Bild der ISS-Zinnie zu sehen.

„Die Zinnie ist gegenüber Umweltparametern und Lichtverhältnissen sensibler als Salat“, wird Trent Smith, der Projektmanager der Veggie-Versuchseinrichtung auf der ISS vom Nasa-Blog zitiert. „Die Wachstumsphase dauert 60 bis 80 Tage. Sie ist schwieriger anzubauen und zur Blüte zu bringen, und mit der längeren Wachstumsdauer eignet sie sich als Vorreiter für Tomatenpflanzen.“

Aber die Zinnie hat man nicht nur als Versuchspflanze gewählt, um den Wissenschaftlern neue Erkenntnisse zu ermöglichen, sondern auch, weil Blumen die Stimmung aufhellen können – besonders an isolierten und extremen Orten, wo alles künstlich ist. Einigen Wissenschaftlern gefällt zudem die Beschäftigung mit Pflanzen. Verständlich!

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Über Eva Schumann

Werbefinanzierte Online-Publikationen: www.tinto.de. Journalistin, Bloggerin, Autorin, Texterin und Technische Redakteurin: www.evaschumann.biz.
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