Urbane Landwirtschaft – was bringt’s?

Weltweit ziehen die Menschen zunehmend vom Land in die Stadt, bis 2050 sollen über 65 Prozent der Menschen in Städten wohnen. Am stärksten ist dieser Trend in den Entwicklungsländern, wobei dort dann besonders viele Menschen in Slums leben.

Salat und Kräuter im Topf

Platz ist auf der kleinsten Scholle: Salat und Kräuter im Topf

Dass für die Ernährung der Menschen in der Stadt die urbane Landwirtschaft (Urban Gardening, Urban Horticulture, Urban Farming etc.) schon jetzt eine wichtige Rolle spielt, zeigen die von der Food and Agriculture Organisation (FAO) der Vereinten Nationen veröffentlichten Zahlen.

Laut FAO sind etwa 800 Millionen Menschen weltweit „städtische Landwirte„. Sie bauen Gemüse, Kräuter, Pilze und Obst an, betreiben Viehzucht, Fischzucht und Ähnliches mehr – ein Viertel davon für den Verkauf. Das Worldwatch Institute gibt an, dass durch sie 15 bis 20 Prozent der Welt-Nahrungsmittel erzeugt werden.

Was nicht für den eigenen Verzehr produziert wird, wird über Wochenmärkte, Gemüseläden, Supermärkte mit einem regionalen Sortiment, direkt an Restaurants oder über Lieferabonnements im Rahmen von Community Supported Agricultere (CSA) verkauft.

Zwar haben Gärtner/Selbstversorger auf kleinem Raum im Vergleich zur industriellen Landwirtschaft einen höheren Arbeitsaufwand und damit Arbeitskosten, aber auch einen höheren Ertrag pro Flächeneinheit, außerdem niedrigere Transport- und Kühlungskosten und sie müssen nichts an Großhändler oder andere Verteilungsstrukturen zum Endverbraucher abgeben. Durch die Nähe zum Konsumenten – beispielsweise bei einem Verkaufsstand auf dem Wochenmarkt – haben sie ihr Ohr nahe am Kunden, können sie Fragen beantworten und Vertrauen schaffen.

Urbane Landwirtschaft kann nicht nur die Versorgung der Stadtbewohner mit frischen Lebensmitteln verbessern, Arbeitsplätze und Einkommen schaffen, Gemeinschaften aufbauen und die zwischenmenschliche Kommunikation verbessern, sondern auch Kindern und Jugendlichen Wichtiges über Ernährung, Anbau, Planung etc. lehren und Werte vermitteln, das Recycling von Materialien und Abfällen ankurbeln, Städte verschönern und das Stadtklima verbessern.

Aus all diesen Gründen verdient das Thema noch mehr Aufmerksamkeit und Förderung durch die Politik – und zwar nicht nur Mega-Technikprojekte wie Pflanzenfabriken, mit denen teure Produkte für Zahlungskräftige produziert werden, sondern durch die Unterstützung von kleinen Einzelpersonen-, Familien- und Gemeinschaftsprojekten, die auch noch etwas produzieren, wenn mal drei Tage lang der Strom ausfällt.

 
Und hier noch ein Beispiel, welche Vielfalt und welche Mengen man auf kleinem Raum produzieren kann – da bleibt  jede Menge für den Verkauf und damit für ein Zusatzeinkommen übrig: Urban Agroecoloy: 6,000 lbs of food on 1/10th acre – Urban Homestead – Urban Permaculture (FoodAbundance, YouTube)

 

Über Eva Schumann

Werbefinanzierte Online-Publikationen: www.tinto.de. Journalistin, Bloggerin, Autorin, Texterin und Technische Redakteurin: www.evaschumann.biz.
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4 Antworten auf Urbane Landwirtschaft – was bringt’s?

  1. Anja Walessa sagt:

    Auch bei uns wurde früher in den Städten Grünzeug angebaut. Oft hielt man sich auch ein paar Hühner. Diese Tradition ist leider verloren gegangen und so kommt es, das die wenigsten wissen, wann natürlicher weise Äpfel reif sind; wie auch, wenn man sie das ganze Jahr im Supermarkt kaufen kann.
    Zum Glück setzt sich Urban-Gardening immer weiter durch und auch Schrebergärten werden zunehmend von jungen Familien bearbeitet. Hoffentlich ist das nicht nur ein Modetrend.

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