Affiliate-Marketing, Google Adsense, Partnerprogramme oder Direktvermarktung?

Wie erzielt man Werbeeinnahmen mit der Homepage oder dem Blog – meine Erfahrungen

Wer einen Blog oder eine Homepage hat, kann damit unter Umständen Werbeeinnahmen erzielen. Wie gut das klappt, ist davon abhängig, wie gut die Seite besucht ist und auf welche Art dort Werbeeinnahmen generiert werden sollen.

Grundsätzlich geht das beispielsweise über

  • Affiliate-Plattformen (Pay Per Lead, Pay Per Sale)
  • Google Adsense (Pay Per click)
  • Amazon-Partnerprogramm (Provision)
  • Direktvermarktung (individuelle Vereinbarungen, z. B. Werbeplatzmiete oder Pauschalpreis)

Die einzelnen Programme/Möglichkeiten zur Erzielung von Werbeeinnahmen, mit denen ich Erfahrung habe, sowie ihre Vor- und Nachteile habe ich bei Geld verdienen mit der Homepage beschrieben. Dort gibt es auch ein Rechenbeispiel, wie viele Besucher man monatlich braucht, um beispielsweise 1.000 Euro mit Google Adsense zu verdienen.

Was funktioniert am besten: Affiliate-Marketing, Google Adsense, Partnerprogramme oder Direktvermarktung?

Oft wird die Frage gestellt, welche von den oben genannten Werbe-Möglichkeiten am besten zur Erzielung von Werbeeinnahmen funktioniert. Meine Antwort – basierend auf meinen persönlichen Erfahrungen – lautet: Am besten ist es, direkt und individuell mit ausgewählten Kunden Werbevereinbarungen zu treffen. Dann weiß man nämlich, mit wem man eine Werbekooperation eingeht und welche Werbung man sich auf die Homepage oder in den Blog setzt. Durch die übliche Vorauszahlung für eine bestimmte Werbeplatz-Mietperiode oder des Pauschalpreises kann man außerdem besser kalkulieren.

Doch warten Werbekunden mit Angeboten für individuelle Werbevereinbarungen leider nicht an jeder Ecke – erst recht nicht, wenn man wie ich hohe Ansprüche an die Werbekunden stellt: Sie müssen seriös sein und das beworbene Produkt, das Unternehmen und deren Webseiten/Shop o. ä. müssen sich professionell präsentieren und sehr gut zu meinen Themen passen. Außerdem sind meine Preise eher hoch (sagen die Agenturen, die eher Masse statt Klasse wollen) und die gesetzlich vorgeschriebene Transparenz für Seitenbesucher – Trennung von Werbung und Inhalt bzw. Kennzeichnung von Werbung – ist mir sehr wichtig: Kunden, die von mir verlangen, dass ich ihre Werbung nicht als solche kennzeichne, nehme ich grundsätzlich nicht.

Die Frage ist daher eigentlich nicht, welche die beste Methode ist, um mit seiner Website oder mit dem Blog Werbeeinnahmen zu erzielen, sondern was passt zum Thema und welche Möglichkeiten habe ich als Webseitenbetreiber oder Blogger in dem Stadium, in dem ich mich gerade befinde.

Affiliate-Programme, Amazon-Partnerprogramm, Google Adsense und Direktvermarktung im Mix

Da man als kleiner Homepage- oder Blog-Betreiber vor allem am Anfang nicht genügend Direktkunden für Werbevereinbarungen findet (ich habe sie allerdings bisher auch nicht aktiv gesucht, sondern mich finden lassen), muss man auch die anderen Werbe-Möglichkeiten nutzen.

Die heutige Zusammensetzung meiner Werbeeinnahmen aus den verschiedenen Werbeeinnahmen-Programmen/-Möglichkeiten (siehe Grafik unten) entwickelte sich erst im Laufe der Zeit: Ende der 1990er Jahre stammten 100 % meiner Werbeeinnahmen noch aus dem Amazon-Partnerprogramm. Später probierte ich – zuerst eher erfolglos, aber in letzter Zeit zunehmend erfolgreich – Affiliate-Plattformen aus. Dann kam irgendwann Google Adsense dazu. Erst seit knapp drei Jahren erhalte ich direkte Anfragen von seriösen, guten Unternehmen, die auf meinen Webseiten oder in meinen Blogs werben wollen, oder von deren Agenturen.

Wie oben schon erwähnt, bin ich bei der Auswahl der Kunden sehr wählerisch. Vor allem Vermittlerportale und Agenturen, die auf Masse aus sind, wollen Blogger und Webseitenbetreiber gerne in ein Schema pressen – wegen der Vielfalt meiner Themen und wegen der Befürchtung, so ein Vermittlerportal könnte Schwierigkeiten mit der Google-Suche bekommen und dies dann auf meine Domains zurückfallen (was wiederum meine Sichtbarkeit und damit die Werbeeinnahmen auf nahe Null reduzieren könnte), habe ich mich darauf nicht eingelassen – auch sind mir die Preise oft zu niedrig: Manche meinen tatsächlich, sie könnten mich mit einem Gratistext von einer Content-Schleuder bezahlen. Das ist für mich absolut uninteressant!

Aktuell setzen sich meine bescheidenen Werbeeinnahmen so zusammen:

Google Adsense ca. 35 %
Amazon Partnerprogramm ca. 12 %
Affiliate Plattformen ca. 9 %
Direkte Kunden ca. 44 %

Werbeeinnahmen aus Affiliate Marketing, Google Adsense u. a. Quellen prozentual

Werbeeinnahmen aus Affiliate Marketing, Google Adsense, Amazon-Partnerprogramm und Direktvermarktung in Prozent (%)

Das ist jedoch eine Gesamtübersicht für alle Themen, Websites und Blogs. Für die einzelnen Themen, die Domains und Blogs kann es ganz anders ausschauen.

Bei manchen Themen funktioniert meiner Erfahrung nach das Amazon-Partnerprogramm gut, bei anderen aber überhaupt nicht. Ein Nachteil des Amazon-Partnerprogramms ist außerdem, dass Produkte, die man eingebaut hat, aus dem Programm genommen werden können, ohne dass man das merkt – was bei einer großen Website leicht passieren kann.

Mit Google Adsense hat man zwar nicht das Problem, dass die Anzeigen veralten, dafür werden bei manchen Themen so unprofessionelle Werbebanner oder so unmögliche Produkte eingeblendet, dass es peinlich ist und/oder niemand sie interessant genug findet, darauf zu klicken. Dann fängt man an, unpassende Werber in der Google-Adsense-Einstellung zu blockieren, bis bei manchen Themen keiner mehr übrigbleibt und Google-Adsense-Werbung bei dem Thema ganz rausfliegt. Bei anderen Themen wiederum funktioniert Google Adsense – saisonal oder dauerhaft und abhängig vom Thema – gut, wenn die Besucherzahlen hoch genug sind und/oder Klickrate und Klickpreis für die Suchbegriffe hoch sind. Trotzdem bin ich insgesamt von der Höhe der Werbeeeinnahmen über Google Adsense im Verhältnis dazu, wie viel Informationsseiten mit Google-Adsense-Werbung ich eingebaut habe, enttäuscht. Google Adsense schreibt mir oft, ich würde mein Potenzial nicht ausschöpfen und solle weitere Google-Adsense-Banner auf die Seiten setzen – aber erstens könnte mir das bei der Google-Suche schaden und zweitens ist Google Adsense für viele meiner Themen nicht optimal. Ein weiterer Gesichtspunkt ist für mich, dass ich nicht zu abhängig von Google sein möchte (man ist es ja schon wegen der Quasi-Monopolstellung der Google-Suche).

Auch Affiliate-Programme funktionieren manchmal gut und manchmal gar nicht – je nach Thema, Partnerfirmen der Affiliate Plattform, deren Konditionen sowie abhängig vom zur Verfügung gestellten Werbematerial. Ärgerlich ist, wenn man die Werbung eines Affiliate-Partners auf vielen Seiten eingebaut hat, dieser dann plötzlich die Affiliate-Plattform verlässt und man alles wieder ausbauen muss, weil dann die Verlinkungen nicht mehr funktionieren – und kaputte Links werden von Suchmaschinen-Algorithmen nicht positiv bewertet.

Zu beachten ist, dass das Verkaufen von Werbeplatz eine gewerbliche Tätigkeit ist, die man anmelden muss (Gewerbeschein), und dass man Werbeeinnahmen natürlich in der Steuererklärung angeben bzw. eine Einnahme-/Ausgaben-Überschussauflistung machen muss. Auch als freiberufliche Journalistin/Autorin, die ein Einkommen ganz oder teilweise über Werbeeinnahmen in ihren Blogs verdient, braucht man den Gewerbeschein. Die Künstlersozialkasse (KSK) darf diese Einnahmen nach einem Gerichtsurteil jedoch nicht mehr als Ausschlusskriterium bewerten (-> Indirekte Vermarktung (KSK)).

Soweit meine Erfahrungen damit, als freiberufliche Journalistin/Autorin ein Einkommen über Werbeeinnahmen auf eigenen Online-Angeboten zu erzielen. Zwar gebe ich nur relative Werte preis, doch so viel sei gesagt: Über die genannten Werbeeinnahmen alleine erziele ich noch kein ausreichendes Einkommen für meinen Lebensunterhalt, obwohl ich daran seit Jahren hart arbeite. Doch sind die Werbeeinnahmen inzwischen ein wichtiges Standbein im Mix mit meinen anderen Einkommensquellen als Journalistin und Autorin.  

Ich würde mich freuen, wenn auch andere Blogger und Webseitenbetreiber ihre Erfahrungen teilen.

Hinweis: Dies ist keine Rechtsberatung. Alle Angaben ohne Gewähr.

Über Eva Schumann

Werbefinanzierte Online-Publikationen: www.tinto.de. Journalistin, Bloggerin, Autorin, Texterin und Technische Redakteurin mit Garten-/Gartenbau- sowie IT/Kommunikation-Background: www.evaschumann.biz.
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4 Antworten auf Affiliate-Marketing, Google Adsense, Partnerprogramme oder Direktvermarktung?

  1. Petra K. sagt:

    Es ist nicht unbedingt so, dass man einen Gewerbeschein benötigt, wenn man eine Werbung schaltet, die auf privaten Seiten Platz findet. So lange wie man noch Unkosten hat, Server, Webseite, Fachbücher, Weiterbildung, Ausrüstungszeug um die Webseite zu betreiben etc. und diese Unkosten höher liegen als der Ertrag, dann sieht die Sache noch anders aus. Aber das sollte man mit seinem Steuerberater besprechen.
    Viele Grüße
    Petra

    • Eva Schumann sagt:

      Hm. Meines Wissens ist das so: Wer Werbung auf der Homepage verkauft, der betreibt ein Gewerbe und braucht einen Gewerbeschein. Allerdings muss er deshalb nicht unbedingt einen IHK-Beitrag oder Steuern bezahlen, denn das hängt ab vom Einnahme-/Ausgaben-Überschuss – da werden die Ausgaben von den Einnahmen abgezogen und erst wenn ein bestimmter Überschuss erreicht wird, dann muss man tatsächlich Steuern oder Beiträge bezahlen.

      Alle Angaben ohne Gewähr 🙂

  2. Petra K. sagt:

    Nein, das ist nicht unbedingt so. Eine private Homepage, die Werbeplatz zur Verfügung stellt, ist noch kein Gewerbetrieb i.S. der Gewerbeordnung, denn es muss schon mit einer Gewinnabzielungsabsicht einhergehen. Wenn von vorneherein nur Verluste gemacht werden und nie geplant ist, damit Gewinn einzufahren, also die Ausgaben immer höher sind als das was man einnimmt, dann wird das Finanzamt dies als steuerlich unerhebliche „Liebhaberei“ einordnen.

    Aber wie gesagt, ich empfehle dazu den Steuerberater zu befragen. 😉

  3. Eva Schumann sagt:

    Pflicht zur Gewerbeanmeldung (zuständig ist das Gewerbeamt), Einstufung als Liebhaberei oder nicht (macht das Finanzamt) sind meines Erachtens verschiedene Dinge.

    Gewerbe anmelden muss laut Gewerbeverordnung, wer selbstständig, nachhaltig und mit Gewinnerzielungsabsicht eine erlaubte Tätigkeit ausführt (darum ging’s im Artikel). Die Gewinnerzielungsabsicht kann lt. meiner Quelle mit dem ersten eingeblendeten Werbebanner unterstellt werden:

    Gründerlexikon

    Möglicherweise wird das unterschiedlich gehandhabt. Ich würde daher im Zweifelsfall beim Gewerbeamt nachfragen.

    Die Gewerbeanmeldung ist nicht teuer – und führt auch noch nicht dazu, dass man Steuern geschweige denn Gewerbesteuer zahlen muss – das hängt vom Einnahmen-/Ausgabenüberschuss ab bzw. ob das Finanzamt die Tätigkeit als Liebhaberei wertet und bei der Einkommensteuer von der gesamten Einnahmesituation – denn es gibt ja jeweils Freigrenzen, bis zu denen man keine Einkommenssteuer zahlen muss, keine MWST veranschlagen muss, keine Gewerbesteuer bezahlen muss etc.

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