Der Kühlschrank – treues Familienmitglied oder böser Stromfresser?

Kühlschrank - mein neuerAuf jeden Fall manchmal unwiderstehlich. Heute habe ich mein Leben ohne Kühlschrank vorerst beendet.

Die meisten von uns vergleichsweise wohlhabenden Mitteleuropäern können sich ein Leben ohne Kühlschrank kaum vorstellen. Der Kühlschrank ist in unseren Haushalten fast wie ein Familienmitglied, immer da und, wenn man Glück hat, einigermaßen verlässlich. Und wie ein Familienmitglied mag man ihn mal sehr und mal nicht so sehr – abhängig davon, ob er die Erwartungen erfüllt, die man gerade an ihn hat. Was den Kühlschrank von den anderen Familienmitgliedern unterscheidet: Wenn er nicht mehr funktioniert, wie er soll – weil er manchmal komische Geräusche macht oder seine Haushaltspflichten nicht erfüllt -, dann tauscht man ihn einfach gegen einen neuen aus.

Als mein letzter Kühlschrank im Herbst 2010 nicht mehr die Kraft hatte, zu tun, für was ich ihn angeschafft hatte, brachte ich es nicht über mich, ihn einfach zu entsorgen bzw. zu ersetzen – er sah ja noch so gut aus – und gab ihm bis gestern ein Gnadenbrot als Schrank. Jeder, dem ich erzählte, dass ich keinen funktionierenden Kühlschrank in der Wohnung habe, hielt mich für gestört oder sah mich mitleidig an, weil er oder sie dachte, die Geschäfte gingen schlecht und ich könnte mir keinen Kühlschrank mehr leisten.

Dem war nicht so, sondern ich habe das Leben ohne Kühlschrank erprobt – mit meinen vielen Fernreisen in jüngeren Jahren hatte ich energiesparmäßig auch noch etwas gut zu machen.

Und ich fand das Leben ohne Kühlschrank eigentlich nicht einmal besonders schwierig – was aber auch daran liegt, dass ich als freie Journalistin und Autorin überwiegend zu Hause arbeite. Im Winter konnte ich sowieso manches in einer Kiste auf der Terrasse kühlen, im Sommer ging ich für kalte Getränke zum Bäcker, Bioladen, Türken oder Kiosk um die Ecke, wo riesige, gut gefüllte Kühlschränke stehen. Ansonsten half auch gezielteres Einkaufen – tatsächlich warf ich eher weniger weg als früher. Ich freute mich außerdem an den niedrigen Stromkosten, denn obwohl ich bei einem zertifizierten Ökostrom-Anbieter bin, der ausschließlich Strom aus erneuerbaren Energiequellen verkauft, und bei mir TV-Gerät und Notebook-Computer überbeansprucht werden, zahle ich monatlich gerade mal 26 Euro für meine Wohnung (Stromkosten für Waschen, Licht im Treppenhaus etc. gehen allerdings extra).
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Doch nach zweieinhalb Jahren als Schrank war mein Kühlschrank doch ziemlich unansehnlich geworden und ich ließ mich überreden, mir doch einen neuen zu kaufen, den ich entweder als Schrank oder Kühlschrank nutzen wollte (Alleinstehender, gut aussehender Kühlschrank unter 50 gesucht), und mich von dem alten zu trennen.

Gestern kam nun der neue. Ich war von seinem Anblick gleich so geblendet, dass ich die Trennung vom alten schnell vergaß. Immer wieder ging ich um ihn herum und begutachtete ihn. Er passte gut an seinen Platz. Beim Einschlafen hatte ich ein Lächeln auf den Lippen.

Als ich den neuen Kühlschrank heute Morgen einsteckte, um zu prüfen, ob er überhaupt funktionsfähig wäre, wenn ich ihn denn als Kühlschrank nutzen wollte, da war da Licht und sein Weiß und Plexiglas blitzten mich an. Ich konnte nicht anders: Ich stellte die Lebensmittel, die ich auf der Terrasse aufbewahrt hatte, in den neuen Kühlschrank und schaute mir das neue Stillleben an. Und ich wusste, so schnell würde ich ihm seinen Lebenssaft Strom nicht wieder nehmen können. Er gehört jetzt zu mir: als Kühlschrank, nicht als Schrank. Und wenn er mal komische Geräusche macht, dann werde ich das auch ertragen, genauso wie die Kosten für 165 kWh/Jahr an Energieverbrauch – bei 25,75 Cent/kWh sind das etwa 42,50 Euro/Jahr (lt. Hersteller: Kühlraum 87 l, Gefrierraum *** 9 l, A+).

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Über Eva Schumann

Werbefinanzierte Online-Publikationen: www.tinto.de. Journalistin, Bloggerin, Autorin, Texterin und Technische Redakteurin mit Garten-/Gartenbau- sowie IT/Kommunikation-Background: www.evaschumann.biz.
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