Trendgemüse Blumenkohl als Blumenkohl-Reis getestet

Erst wurde aus unserem piefigen Grünkohl das Trendgemüse „Kale“, eines der aktuellen Superfoods, ohne das der gesundheitsbewusste Zeitgenosse den Tag nicht überlebt. Und nun wird aus Blumenkohl Blumenkohl-Reis – ein glutenfreies, kohlenhydrat- und kalorienarmes Convenience-Produkt, das in so ziemlich jede Diät passt. Dieser Blumenkohl-Reis, auch Blumenkohlreis geschrieben, wird nicht nur als Reisersatz und Sättigungsbeilage verwendet, sondern als Basis für viele Gerichte, sogar Kuchen. Was sind die Hintergründe? Wo kann man Blumenkohl-Reis bei uns kaufen? Wie kann man Blumenkohl-Reis selbst herstellen?
Blumenkohl ist kalorienarm, enthält kaum Kohlenhydrate und so gut wie kein Fett. Er ist schon lange Bestandteil gesunder, bekömmlicher Ernährung. Dank neuer Essgewohnheiten, Diäten und Convenience-Produkten ist er zum Trendgemüse geworden.

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Amerikanische Trends breiten sich meist etwas zeitverzögert auch bei uns in Europa und anderswo aus. Beispiel Smoothie: Pürierte oder breiige Obst-/Gemüsemixgetränke mit oder ohne Beimischung von Milchprodukten gab es schon lange und in vielen Kulturen, aber in den USA wurden sie im letzten Jahrhundert zum „Smoothie“ erhöht und über Franchise-Unternehmen als Gesundheits- und Schönheitsgetränk vermarktet und in riesigen Mengen unters Volk gebracht. Wenig später gab es diesen „Smoothie“-Trend auch bei uns.

Auch viele andere Ernährungs- und Fitnesstrends schwappen aus den USA zu uns herüber, denn entgegen mancher bei uns über Amerikaner herrschenden Vorurteile essen die Menschen in den USA nicht alle nur Burger, Fritten und Pizza, sondern es gibt eine starke Szene gesundheitsbewusser Menschen und nicht wenige davon sind regelrechte Gesundheitsfanatiker – am bekanntesten dafür ist Kalifornien.

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Einerseits sind ein Teil der Verbraucher und Verbraucherinnen zunehmend an gesunder Ernährung, Ernährung für Sportler oder Ernährung zum Abnehmen interessiert, andererseits gibt es auch viele, die von diesen Verbrauchertrends profitieren und sie deshalb fördern: Anbauer, Lebensmittelhandel allgemein, Naturkosthandel im Speziellen, Hersteller von speziellen Geräten zur Herstellung/Verarbeitung solcher Produkte zu Hause oder in der Gastronomie, des weiteren Restaurantketten, Restaurants sowie die verschiedenen Akteure der Medien, Social Media, der Medizin, der Alternativmedizin, Hersteller und Handel von passenden Convenience-Produkten und so weiter.

Aus manchen „langweiligen“ Gemüsearten, die man lange Zeit vor allem mit Omas gutbürgerlicher Küche verband, wurden in den letzten Jahren Superfoods. Die herausgestellten Gesundheitseigenschaften lassen sich zwar manchmal mit dem Hinweis auf die PR-Arbeit von Profiteuren und Interessensverbänden abtun, aber oft stammen die neumodischen beworbenen Produkte aus Bio-Anbau, werden ernährungswissenschaftlich besser kombiniert sowie vitaminschonender verarbeitet und gegart als früher üblich – und sind dann tatsächlich gesünder. Davon abgesehen sind sie oft Bestandteil von Modediäten wie der Paleo-Diät oder anderen kohlenhyratarmen/Keto-Diäten oder sie eignen sich für eine vegane, vegetarische, lactose- und/oder glutenfreie Ernährungsweise.

Kohlgewächse so gesund

Kohlgewächse, zu denen auch Grünkohl und Blumenkohl gehören, enthalten viele Vitamine, Mineralstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe (bioaktive Substanzen wie Carotinoide und Senfölglycoside). Sie sollen Krankheiten vorbeugen und sogar heilende Wirkungen haben, angeblich sogar gegen Krebs. Allerdings gehen hitzeempfindliche Inhaltsstoffe beim traditionellen Kochen verloren. Schonender als langes Kochen in viel Wasser sind Dämpfen, Garen in der Mikrowelle oder das kurze Anbraten in heißem Öl unter Rühren im Wok.

Kale – altes Kohlgemüse neu entdeckt
Auch Grünkohl (Englisch: Kale) wurde in den USA neu entdeckt und zu einem Superfood gemacht, denn als Kohlgewächs trumpft er mit guten Inhaltsstoffen bei wenig Kohlenhydraten, Fett oder Kalorien auf – so passt er auch gut in jede Diät, egal ob jemand Kalorien sparen will oder auf Kohlenhydrate verzichtet (Keto-/Low-Carb- oder Paleo-Diäten). In jede Ernährungsweise passt er sowieso, egal ob vegan, vegetarisch oder Mischkosternährung.

Blumenkohl klassisch

Das traditionelle Blumenkohlgericht meiner Kindheit war der Blumenkohl als gekochte oder gedämpfte Beilage mit geschmolzener Butter zu Frikadellen und Kartoffeln. Später als ich selbst anfing zu kochen, liebte ich überbackene Blumenkohlgerichte aus dem Backofen oder Blumenkohl mit Käsesoße. Aber Blumenkohl ist vielseitig und schmeckt auch mit tomatigen Soßen – indem ich die Spaghetti der Spaghetti Bolognese ganz oder teilweise durch gedämpften Blumenkohl ersetzte, reduzierte ich die Kalorien.

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Blumenkohl-Reis im Trend

Bei uns neu ist der Blumenkohl-Reis (Riced Cauliflower, Cauliflower Rice, auch Low-Carb-Reis oder „Ersatzreis“ aus Blumenkohl genannt), den man in Amerika, England, bei Amazon* und inzwischen bei Edeka als vorbereitetes Tiefkühlgemüse kaufen kann. Mit Blumenkohl-Reis kann man Reis als Beilage oder als Zutat in Risottos und anderen Reisgerichten ersetzen (ähnlich wie man „Nudeln“ durch entsprechend geschnittene und zubereitete Zucchinis auch glutenfrei, kohlenhydratreduziert und kalorienarm ersetzen kann). Der Reis aus Blumenkohl hat etwa 85 % weniger Kalorien als „normaler“ Reis.

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(Cauli Rice, Cauliflower Rice)

In den USA gibt es solchen Blumenkohl-Reis auch „mit Geschmack“ zu kaufen, beispielsweise mit Zitrone & Knoblauch, mit Tomaten, Knoblauch & mediterranen Gewürzen, mit Käse oder anderem präpariert. Darüber hinaus gibt es weitere Convenience-Produkte basierend auf Blumenkohl wie Pizzaböden, Tortilla Chips, Bretzeln, Sandwichscheiben, Brownies und vieles mehr – beliebt nicht nur bei den Glutenallergikern, sondern bei allen, die Kohlenhydrate und/oder Kalorien sparen wollen oder müssen.

Blumenkohl-Reis selbst machen

Das Convenience-Produkt „Blumenkohl-Reis“ im Handel zu kaufen, ist teuer. Zum Glück kann man ihn leicht selbst machen. Ob der selbst gemachte Blumenkohl-Reis nachhaltiger als ein gekauftes Tiefkühlprodukt in einer Plastikverpackung ist, hängt von vielen Faktoren der einzelnen Situation ab: Vergleichen muss man beispielsweise beim Convenience-Produkt Rohstoffe, Produktion, (Verarbeitung), Verteilung und Vermarktung des Tiefkühl-Ersatzreises sowie auch die Entsorgung des Verpackungsmülls versus den relevanten Aspekten des frisch gekauften Blumenkohls wie Einkaufswege des Verbrauchers, mit welchem Fahrzeug, wie effizient das Einkaufen gehandhabt wird, wie hoch der Wasserverbrauch beim Gemüsewaschen ist, ob es es einen Komposthaufen für organische Abfälle gibt (die beim Blumenkohl doch erheblich sein können), und anderes mehr. Die Entscheidung muss jeder selbst auch aus seiner individuellen Situation heraus treffen. Ein großer Blumenkohl-Kopf kann in einer kleinen Küche bis zur Verarbeitung zu viel Platz wegnehmen und es bleibt auch viel Abfall, der sofort entsorgt werden muss, weil sonst die Wohnung nach Kohl riecht. In einem größeren Haushalt mit kühler Vorratskammer, Komposthaufen im Garten würde man sich wohl auf jeden Fall für das Selbermachen entscheiden.

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Aus Rücksicht auf die eigene Nase sollte der Blumenkohl-Reis erst kurz vor der Verwendung hergestellt werden. Dazu wird der Blumenkohl-Kopf zunächst mit dem Messer in grobe Stücke geschnitten und dann mit einer Küchenmaschine zerkleinert, bis die Körnung etwa dem von gekochtem Reis entspricht. Alternativ kann man den Blumenkohl mit einer groben Käsereibe reiben (Bild).

So wird aus rohem Blumenkohl Blumenkohl-Reis: Den Blumenkohl-Kopf mit einem Messer in Stücke schneiden, diese Stücke mit einer groben Reibe hobeln oder in einer Küchenmaschine nicht zu fein zerkleinern.
Den Blumenkohl-Reis kann man beispielsweise in einer Pfanne anbraten und mit Butter, Zitrone, Salz, Pfeffer und Kräutern abschmecken.

Gegart wird der Blumenkohl-Reis, indem man ihn entweder in der Mikrowelle erhitzt (und eventuell anschließend ausdrückt) oder in wenig Pflanzenöl zum Anbraten in einer beschichteten Pfanne (ersatzweise beschichteter Topf mit Deckel) unter gelegentlichem Rühren 5 bis 8 Minuten anbrät.

Überschüssige Feuchtigkeit des in der Mikrowelle gegarten Blumenkohl-Reises kann man entfernen, indem man ihn zwischen sauberen Küchen-Handtüchern oder Papierhandtüchern ausdrückt.

Wer Butter mag, schmeckt den „Ersatzreis“ zum Schluss mit etwas Butter, sonst nur mit Pfeffer, Salz und eventuell Zitronensaft ab.

Der Blumenkohl-Reis passt sehr gut zu Omelett, Rührei, gebratenem Lachs, Fleischspeisen, würzigen Soßen und vielem anderen. Man kann ihn auch in bunte Gemüse-Aufläufe mischen und mit Käse überbacken. Mit der Suchmaschine findet man zahlreiche Rezepte, dazu einfach „Blumenkohlreis“, „caulirice“ o. Ä. eingeben.

Blumenkohl-Reis auf Vorrat

Wer Blumenkohl-Reis bevorraten will, kann den rohen Blumenkohl-Reis gleich nach dem Zerkleinen einfrieren. Bereits gegarter Blumenkohl-Reis hält sich einige Tage im Kühlschrank.

Blumenkohl selbst anbauen
Wer einen Garten hat, kann nicht nur den Blumenkohlreis aus gekauftem Blumenkohl selbst herstellen, sondern auch den Blumenkohl selbst anbauen und ernten. Allerdings ist Blumenkohl anspruchsvoll: Er braucht einen tiefgründigen, humusreichen Boden, viel Platz, Wasser und Nährstoffe. Die Anzucht vom Samen zur pflanzfertigen Jungpflanze dauert 6 bis 7 Wochen und ist nur zu empfehlen, wenn man einen hellen und warmen Platz dafür hat. Sicherer ist es, vor allem für die ersten Sätze, ist es, die Jungpflanzen beim Gärtner zu kaufen.
Ab April kann man Blumenkohl ins Freie pflanzen. Der Boden sollte gut mit Kompost versorgt sein, der Pflanzabstand etwa 50 x 40 betragen. Beginnend etwa 4 Wochen nach der Pflanzung wird mehrmals gedüngt. Je nach Jahreszeit ist der Blumenkohl nach etwa 12 bis 16 Wochen erntereif.

Mein persönliches Fazit zum Blumenkohl-Reis

Ich freue mich, dass eine Gemüseart, die bei uns in Deutschland sowie bei unseren europäischen Nachbarn Frankreich, Italien und anderen angebaut wird, wiederentdeckt wird und in neuen Variationen unsere Küche belebt. Wer gesund und abwechslungsreich essen möchte, ist nicht auf Avocado, Chia & Co. aus fremden Ländern angewiesen.

Meine Erfahrungen mit Blumenkohl als Reisersatz

Oben: Haushaltsreis, unten: Blumenkohl-Reis

Der Blumenkohl-Reis lässt sich sehr einfach und schnell garen und schmeckt mir persönlich sehr gut. Allerdings riecht und schmeckt er nach Blumenkohl. Ich persönlich werde ihn derzeit nur in/zu Gerichten essen, zu denen auch der Blumenkohlgeschmack passt, beispielsweise Blumenkohl-Reis mit Sauce Bolognese, mit Wurst oder Fleisch beziehungsweise deren veganen/vegetarische Ersatzprodukten, zum Omelette mit Käse, mit anderen Gemüsen zusammen in einem Mischgemüse oder in einem (überbackenen) Auflauf, als Puffer (mit Mehl und Ei) und anderem mehr.

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Über Eva Schumann

Ich lerne gerne und lebenslanges Lernen ist mein Lebensmotto. Ich habe viele Ausbildungen (Einzelhandelskauffrau Parfümerie, abgeschlossenes Studium Gartenbau, Weiterbildung Netzwerk- und Internetmanagement, Schulungen technische Redaktion, IT, Mobilfunknetze, Programmierung, Datenbanken und mehr) und auch ausgiebig Berufserfahrung gesammelt. Daneben war ich immer leidenschaftliche Hobbygärtnerin (Garten, Balkon, Terrasse) und Hobbybörsianerin (aus Begeisterung für das Internet). Ich verdiene meinen Lebensunterhalt heute als freie Journalistin, Bloggerin, Texterin, Buchautorin und Technische Redakteurin (mehr siehe www.evaschumann.biz) sowie über meine werbefinanzierten Publikationen im Internet (Portalseite www.tinto.de). Buchen Sie Werbeplatz oder bestellen Sie frische Texte, Bilder oder anderen Content bei tinto@tinto.de oder eschumann@evaschumann.biz
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