Steuererklärung – schrittchenweise über den Mount Everest

Wenn sie an ihre Steuererklärung denken, wächst vor dem inneren Auge vieler Menschen ein Berg Arbeit in die Höhe von der Größe des Mount Everest. Das erschreckt sie so, dass sie den Gedanken daran sofort wieder verdrängen. Am liebsten für immer. Zumindest solange, bis Strafe droht. Dann machen sie sich in einer Nacht- und Nebelaktion und ohne Sauerstoff auf den Achttausender.
Ich gebe zu, ich bin auch ein Steuererklärungsverdränger. Dabei ist der Steuererklärungsarbeitsberg, wenn man ihn in viele kleine Arbeitsschritte von wenigen Minuten aufteilt, nicht mehr als eine lang gestreckte Bodendelle – habe ich vergangenes Jahr festgestellt. Viele der Arbeitsschritte zur fertigen Steuererklärung erfordern nicht einmal die ungeteilte Aufmerksamkeit, sondern man kann sie nebenbei beim Fernsehen erledigen und sich gemütlich, sozusagen per Nordic Walking, auf den Weg zur fertigen Steuererklärung machen.
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Steuererklärung in kleinen Arbeitsschritten

Ich habe hier aufgedröselt, aus welchen Arbeitsschritten eine Steuererklärung bei den meisten Steuerpflichtigen besteht.

  • Steuererklärungssoftware installieren – 1 x ca. 10 Minuten
    Das muss nur der machen, der seine Steuererklärung ohne Steuerberater selbst macht.
  • Bankauszüge in die richtige Reihenfolge bringen – 1 x ca. 10 Minuten
  • Ordner Steuererklärung 2013 mit groben Registern anlegen – 1 x ca. 10 Minuten
    Die Register können z. B. sein: private Versicherungen, private Geldanlage, Einnahmen als Arbeitnehmer, Ausgaben als Arbeitnehmer, Einnahmen aus Freiberuflichkeit, Ausgaben für Freiberuflichkeit und so weiter.
  • Trennung der gesammelten Belege nach Jahren – 1 x 10 bis 30 Minuten
    Dieser Arbeitsschritt ist nur nötig, wenn man die Steuerbelege von 2014 auf den gleichen Berg wie die von 2013 geworfen hat.
  • Trennung der gesammelten Belege – 1 bis 3 x 10 bis 30 Minuten
     Die Belege grob nach Themen (entsprechend den Registern) sortieren, diese Stapel lochen und in den Ordner in die entsprechenden Register einlegen
  • Belege/Berechnungen aus dem Internet – 1 x 30 Minuten
    Wer Online-Banking macht, kann sich je nach Geldinstitut die Buchungen auf der Webseite der Bank/Sparkasse (einloggen und zu Umsätze gehen) für den Zeitraum gesamt und nach Kriterien ( oder andere Stichworte) gefiltert anzeigen lassen und downloaden. Diese Dateien im CSV-Format kann man dann mit Excel öffnen und mit zwei Klicks jeweils die Betragsspalte aufsummieren. Das erspart später die Arbeit mit dem Taschenrechner.
  • Feinsortierung der Belege innerhalb eines Registers – 1 bis 10 x 30 Minuten
    Sortierung nach Begünstigten bzw. nach Kunden/Auftraggebern/Arbeitgeber und innerhalb dieser Belege jeweils nach Zeit
  • Einnahmenüberschussrechnung(en) zur Ermittlung des Gewinns/Verlusts – 1 bis 10 x 60 Minuten
    Dieser Schritt und die folgenden Schritte sind nur bei Selbstständigkeit bzw. Freiberuflichkeit notwendig, und auch nur dann, wenn man die Steuererklärung selbst macht
  • Eingeben der Daten in das Steuererklärungsprogramm – 4 bis 10 x 30 Minuten
    Belege, die ich eingegeben habe, nehme ich aus dem Ordner, nummeriere sie und lege sie umgedreht auf einen Stapel. Am Ende sollten keine für die Steuererklärung zu verarbeitenden Belege mehr im Ordner sein.
  • Notwendige Formulare, die später mit den Belegen an das Finanzamt geschickt werden müssen, ausdrucken.
    In der Regel muss dazu in der Steuererklärungssoftware nur ein entsprechender Knopf angeklickt und anschließend das ausgedruckte Formular unterschrieben werden.
  • Daten der Steuererklärung per Elster an das Finanzamt übertragen – 1 x 10 bis 60 Minuten
    Der Zeitbedarf dafür hängt davon ab, ob man vom letztem Jahr her noch weiß, wie es geht, und ob die Konfiguration noch in Ordnung ist oder ob man irgendetwas neu erlernen oder neu erstellen muss. Aber nun ist man schon so weit gekommen, da kriegt man das auch noch irgendwie hin.
  • Belege verpacken und zusammen mit dem unterschriebenen Formular(en) zum Finanzamt bringen oder per Post verschicken

Wer jetzt anfängt und jeden Tag oder jeden zweiten Tag eines der kleinen Schrittchen geht, schafft die Steuererklärung für das Jahr 2013 rechtzeitig – und zwar so ganz nebenbei. Ich habe die ersten Schrittchen schon getan. Wir treffen uns dann, wenn wir über den Berg sind! Mal sehen, wer aus der Puste ist und wer nicht.

PS:
Wer hat weitere Tipps und Tricks? Ich freue mich über eure/Ihre Kommentare!

Über Eva Schumann

Werbefinanzierte Online-Publikationen: www.tinto.de. Journalistin, Bloggerin, Autorin, Texterin und Technische Redakteurin: www.evaschumann.biz.
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