Urban Gardener verbinden sich per App

Auf der Suche nach praktischen Lösungen, wie sich Stadtbewohner auch bei kleinem Geldbeutel vielseitig mit gesundem Obst und Gemüse versorgen können, sind viele. Der eigene Balkon, das Gemüsebeet im Kleingarten und die Parzelle im Gemeinschaftsgarten reichen oft nur für wenige Gemüse- und Obstarten. Neue Möglichkeiten eröffnen sich, wenn sich Urban Gardener zusammenschließen, ihren Anbau koordinieren und die Ernte miteinander teilen.

Was, wenn sich Urban Gardener nicht nur über gemeinsame (politische) Anliegen, Erfolge und Misserfolge austauschen – auf Veranstaltungen, über Blogs und in sozialen Netzen -, sondern sich miteinander verbinden und ihre Anbauflächen und andere Ressourcen in eine Art virtuellen Selbstversorger-Gemeinschaftsgarten für Gemüse, Kräuter und Obst stecken? Die durch das Zusammenschließen entstehende gemeinsame Fläche könnte effektiver genutzt und Erntegut ausgetauscht werden, Fruchtwechsel ließe sich einfacher realisieren und vieles mehr.

Urban Gardening Mischkultur

Auch im Urban Gardening: Mischkultur im Gemüsebeet zur besseren Platzausnutzung und Gesunderhaltung der Gemüse

Das dachten sich die Gründer von Sprouthood in St. Louis (US-Bundesstaat Missouri), die gerade eine Anwendung (App) entwickeln, mit deren Hilfe sich Urban Gardener miteinander verbinden, kommunizieren und koordinieren können sollen. Auf diese Weise soll das Potenzial an städtischer/regionaler Selbstversorgung besser nutzbar werden. Immerhin baut laut Angaben der National Garden Association jeder dritte amerikanische Haushalt Lebensmittel selbst an – zuhause oder in einem Gemeinschaftsgarten. Aber auch Menschen ohne Garten sollen bei Sprouthood mitmachen können, indem sie anderes als Gegenleistung für Gemüse und Obst anbieten.

Urban Gardening: Salatanbau im Topf

Urban Gardening auf kleinster Fläche: Salatanbau im Topf.

Man darf gespannt sein, wie gut die App angenommen wird und wie sie sich in der Praxis bewährt – schließlich gibt es einen hohen Kommunikations- und Abstimmungsbedarf.

Wäre eine solche Koordinationsplattform auch bei uns, dem Land mit Dokuserien über Nachbarschaft-Streitigkeiten, sinnvoll? Laut Deutscher Gartenbau-Gesellschaft (DGG) bewirtschaften 15 Millionen Freizeitgärtner in Deutschland eine Fläche von 930.000 ha. Ressourcen sind also da. Man könnte nicht nur die Gemüsearten koordinieren und Erntegut tauschen, sondern auch die gegenseitige „Urlaubsvertretung“ organisieren und vieles mehr.

Daher meine Frage: Könnten Sie/könntet ihr euch vorstellen, mit anderen Hobbygärtnern, urbanen Gärtnern in eurer Nähe zusammenzuarbeiten, euch abzusprechen, wer was anbaut, und eure Ernten miteinander zu teilen?

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Quellen und weiterführende Informationen

Über Eva Schumann

Werbefinanzierte Online-Publikationen: www.tinto.de. Journalistin, Bloggerin, Autorin, Texterin und Technische Redakteurin mit Garten-/Gartenbau- sowie IT/Kommunikation-Background: www.evaschumann.biz.
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