Kostenlose Online-Kurse – Resümee nach einem Jahr

Es ist jetzt etwa ein Jahr her, dass die Stanford Universität die ersten drei kostenlosen Online-Kurse für Interessierte weltweit anbot – „Introduction to Artificial Intelligence (AI)“, „Introduction to Databases (DB)“ und „Machine Learning (ML)“. Um die 100.000 Teilnehmer und mehr hatten sich jeweils eingeschrieben. Ich habe damals an dem Datenbankkurs teilgenommen und in meinen Blogs darüber berichtet (z. B. Die Stanford Universität hat eine Bildungsoffensive gestartet).

Was ist seit dem passiert? Im Blog von Class Central wird nun nach einem Jahr der kostenlosen Online-Kurse ein Resümee gezogen. Hier die Zusammenfassung in Deutsch mit meinen Anmerkungen.

Nach den positiven Erfahrungen mit den ersten drei Kursen der Stanford-Dozenten wurden zwei Startups gegründet, die die Stanford-Erfolgsgeschichte seit dem fortführen: Coursera, in welchem sich die Stanford Universität und inzwischen 32 weitere Universitäten engagieren, und Udacity, welches von Sebastian Thrun, dem Dozenten des AI-Kurses gegründet wurde. Darüber hinaus gibt es auch eine Non-Profit-Organisation, edX, der sich bisher vier Universitäten angeschlossen haben: das Massachusetts Institute of Technology (MIT), die Harvard Universität, Berkeley und die Universität von Texas. Für den Prototyp-Kurs des MIT’s „6.002x – Circuits & Electronics“ alleine hatten sich 155.000 Studenten eingeschrieben.

Bei Coursera bieten inzwischen 33 Universtitäten aus der ganzen Welt kostenlose Online-Kurse an. Udacity arbeitet nicht direkt mit Universitäten, sondern mit Nicht-Fakultätsmitgliedern zusammen, die teilweise aus der Wirtschaft stammen. An einem dieser Kurse habe ich teilgenommen: Das Didaktische ließ in dem Fall im Vergleich zu dem eines erfahrenen Hochschuldozenten zwar zu wünschen übrig, aber der Kurs war dennoch sehr interessant und lehrreich.

Insgesamt 250 Kurse wurden inzwischen von den drei genannten Startups bzw. Organisationen bisher bekannt gegeben – 198 alleine durch Coursera. Jetzt Ende Oktober starten über 100 Kurse – davon ca. 60 bei Coursera.

Bei Coursera alleine gab es inzwischen über eine Millionen Einschreibungen von Menschen aus 196 Ländern! Auch Udacity dürfte demnächst die 500.000 Einschreibungen erreicht haben.

Die ursprünglichen drei kostenlosen Online-Kurse waren Informatik-/Computer-wissenschaftskurse, aber inzwischen gibt es die kostenlosen Online-Kurse in vielen Fachrichtungen. Laut dem Blog-Beitrag von Class Central zeigt sich außerdem ein Trend, dass auch Unternehmen (10gen, Google, Microsoft, Autodesk, Wolfram etc.) diese oder eigene Online-Kurs-Plattformen nutzen wollen oder bereits nutzen, nicht zuletzt um ihre Technologien über derartige weltweite Online-Kurse Interessierten – und vermutlich potenziellen neuen Fachkräften – näherzubringen. Das könnte ein Vorbild für deutsche Unternehmen und Unternehmenszusammenschlüsse im Kampf gegen den Fachkräftemangel sein.

Quelle

 

Über Eva Schumann

Werbefinanzierte Online-Publikationen: www.tinto.de. Journalistin, Bloggerin, Autorin, Texterin und Technische Redakteurin: www.evaschumann.biz.
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2 Antworten auf Kostenlose Online-Kurse – Resümee nach einem Jahr

  1. Ralph Delzepich sagt:

    Und der Anbieter eines Kurses hat einen entscheidenden Vorteil: er kann gute Studierende bzw. Teilnehmerinnen und Teilnehmer identifizieren – und diese versuchen für sich zu gewinnen.
    Im Rennen um kluge Köpfe sicher nicht die dümmste Idee… daher sollten wir nicht zu weit zurückfallen.

  2. Pingback: Massive Open Online Courses (MOOC) – neue Entwicklungen | tinto bloggt

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