Blumen gießen: morgens oder abends?

Morgens oder abends gießen?

Morgens oder abends gießen?

Die Wetteraussichten stehen auf sonnig und trocken, das bedeutet, dass wir Selbstversorger und Hobbygärtner die Wasserversorgung unserer Balkon- und Gartenpflanzen im Auge haben müssen. Jeder hat seine eigene Philosophie, was das Gießen betrifft. Meine beschreibe ich unten. Wie machen Sie es/macht ihr es – im Normalfall und bei einer Hitzewelle? Gießt ihr nur den Gemüsegarten oder auch die Blumenbeete und den Rasen? Habt ihr Hilfen wie Regner oder ein anderes (Urlaubs-) Bewässerungssystem? Und nutzt ihr Bewässerungscomputer und anderes für eine automatisierte Bewässerung?

Mein Topfgarten mit Gemüse, Kräutern, Sommerblumen und Stauden auf der Terrasse und mein Staudenbeet auf dem begrünten Tiefgaragendach benötigen bei Hitzewellen besonders viel Aufmerksamkeit. Doch gieße ich bei extremem Wetter auch andere Pflanzen, die vertrocknen könnten (junge Obstbäume, Rasen auf dem Tiefgaragendach) und die in meiner (Schlauch-)Reichweite liegen. Mein Eindruck ist, dass auch das Klima im Haus angenehmer bleibt, wenn der Garten draußen nicht zur Wüste wird, sondern gut bepflanzt und – falls nötig – gegossen wird.

Ich bin bekennende Morgengießerin – einerseits, weil mir das Gießen am Morgen hilft, richtig wach zu werden, andererseits, weil es den Pflanzen guttut. Allerdings halte ich mich nicht stur an Regeln, sondern schaue:

  • Wie es den Pflanzen geht (schlappen sie oder stehen sie knackig da – wenn sie schlappen bekommen sie auch außerplanmäßig Wasser),
  • wie der letzte Tag und die letzte Nacht waren,
  • was der Wetterbericht hinsichtlich Temperatur, Wind und Sonnenstunden für den aktuellen Tag und die nächsten Tage vorhersagt.

Und natürlich muss ich mich auch nach meinen terminlichen Möglichkeiten richten.

Trockenheitsschaden

In diesem Garten gab es Trockenheitsschäden an Stauden, Sträuchern, Rasen und sogar den Bäumen (nicht im Bild).

Warum ich morgens gieße
Am meisten Wasser benötigen die Pflanzen tagsüber während der warmen Sonnenstunden. Ich gieße morgens, bevor es warm wird – so verteilt sich das Wasser im Boden, bis es warm ist und die Pflanzen es brauchen. Außerdem sind Luft und Boden am Morgen kühler und es geht weniger Wasser über Verdunstung verloren, als wenn man am späten Nachmittag bei warmer Luft und aufgeheiztem Boden gießt.

In der Nacht brauchen Pflanzen i. d. R. wenig Wasser, so dass es nichts ausmacht, wenn der Wasservorrat nachts im Boden nicht gefüllt ist. Nur an extrem heißen Tagen gieße ich einzelne Schützlinge ein zweites Mal am späten Nachmittag – und nur dann, wenn für die nahe Zukunft kein Regen vorhergesagt ist und die Pflanzen bereits trocken sind oder Symptome wie schlaffe Blätter zeigen.

Blumen gießen am Morgen

Blumen gießen im Morgenlicht ist am schönsten und tut auch den Pflanzen gut.

Wie ich gieße
Beruflich hatte ich immer mit automatischer Bewässerung zu tun, aber privat gieße ich manuell mit Gießkanne (Topfgarten) und mit Schlauch (Staudenbeet und Rasen – nur bei extremer Trockenheit) – nach Möglichkeit immer in den Wurzelbereich und nicht über die Blätter (außer beim Rasen). Beim Gießen in den Wurzelbereich verteilt sich das Wasser unterirdisch, es geht weniger Wasser durch Verdunstung verloren, als wenn man breitflächig und über die Pflanzen gießt. Trockene oberirdische Pflanzenteile sind auch weniger gefährdet, von Pilzkrankheiten befallen zu werden.

Wasser spart auch, wer den Boden nicht nackt liegen lässt, sondern bedeckt hält – durch Gründüngung, Unterpflanzungen/Untersaaten und Mulchen.

Und wie ist eure Gießphilosophie? Habt ihr schon einmal ein Urlaubsbewässerungssystem ausprobiert?

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Über Eva Schumann

Werbefinanzierte Online-Publikationen: www.tinto.de. Journalistin, Bloggerin, Autorin, Texterin und Technische Redakteurin mit Garten-/Gartenbau- sowie IT/Kommunikation-Background: www.evaschumann.biz.
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5 Antworten auf Blumen gießen: morgens oder abends?

  1. Wir gießen gegen Abend, denn der Garten ist nicht wohnungsnah, sondern ca. 20 Fahrradminuten entfernt. Und ich sage „wir“, denn es braucht schon zwei Menschen, um 2 verbundene Parzellen ‚a 400 m² in absehbarer Zeit zu schaffen! 🙂

    Normalerweise gießen wir bei jedem Gartenbesuch alle Gemüsepflanzen, die wir in dieser Saison gesetzt haben – und zwar mit Gießkannen und Wasser aus Regentonnen in den Wurzelbereich. Etwas seltener kommen die Erdbeeren dran. Alles andere (Sommerblumen, Hecken, Beerensträucher, mediterrane Kräuter, Zierstauden, Bäume, Wiese) wird nur selten gegossen, in Hitzeperioden häufiger. Neuerdings auch öfter mit Schlauch, da das Regenwasser nicht reicht und es für ALLES zu mühsam ist, stundenlang Kannen zu schleppen. Tomaten werden nie besprüht.

    Auch in feuchten/kühlen Zeiten ist das Gießen im (jetzt offenen) Gewächshaus und unter dem Tomatendach ein Muss. In heißen Zeiten lassen wir höchstens einen Tag mal aus, ist es kühl und regnerisch auch mal 2 Tage.

    Was die „Liegewiese“ angeht (das ist der Teil des Gartens, der an Rasen erinnert), so hab ich dieses Jahr in der Hitze häufig mit dem Schlauch gegossen und sie so vor dem totalen Austrocknen bewahrt. Im „Hinterland“ (=Parzelle ohne Laube/Bauten), wo teilweise richtig Trockenwiese ist, verzichten wir auf solche Anstrengungen. Da darf es „nach August aussehen“ – und es ergibt auch eine für mein Empfinden schöne Optik, wie die gegossenen Beet-Inseln von Trampelpfanden und mittlerweile strohiger Wiese umrahmt sind. Ein interessanter Kontrast!

    Die jungen Bäume, die wir gesetzt haben, gießen wir jetzt häufig – und tatsächlich ist dadurch eine Birne wieder „ergrünt“, deren Blätter definitiv schon recht gelblich waren. Wohlgemerkt: kein neuer Austrieb, sondern diesselben Blätter sind wieder grün… ich wusste gar nicht, dass das möglich ist!

    Wir haben einen recht sandigen Boden, die Beete werden gemulcht so gut es geht (so viel Material wir halt haben/holen können), was sehr nützlich ist. Neben uns ist grade ein „Tabula-rasa-Garten“ (=kahle Erde, Gemüse in Reihe) komplett mit allem, was da halbreif stand, vertrocknet! Sowas müssen wir nicht befürchten…

  2. Claudia sagt:

    Jetzt wollte ich deine Antwort kommentieren, da mosert das System, ich hätte keine richtige Mailadresse eingegeben – und nach „zurück“ war der Kommentartext weg! (bei meinen WP-Blogs bleibt der Text erhalten…)

    Wollte sagen: Tapferkeit brauch ich zum Gießen nicht – es ist eher wie ein grüner Zweitwohnsitz, angenehmster Abschluss des Arbeitstages, gern schon mal ab 15 Uhr. Und ich gieße ja nicht nur, sondern entspanne, esse was, pflücke Beeren, koche Marmelade, treffe / empfange Freunde…. erst zur Nacht gehts dann wieder nachhause.

    • Eva Schumann sagt:

      Oh, du kannst in deinem Garten sogar kochen? Grüner Zweitwohnsitz – das hört sich schön an! Um 15 Uhr bei 35 Grad mit dem Fahrrad zu fahren, finde ich trotzdem tapfer, auch wenn es zum Entspannungsort ist ;-).

      PS: Tut mir leid, dass der Text weg war, ich weiß, wie ärgerlich das ist, da mir das auch immer wieder in Blogs passiert und ich mir jedesmal schwöre, dass ich in Zukunft in einem Text-Editor vorschreibe und rüberkopiere. Was ich natürlich beim nächsten Mal wieder vergesse. Ich habe in der Hinsicht an meinem Blog-Template nichts eingestellt oder verstellt und bisher keine Beschwerden erhalten. Werde es checken. Danke für den Hinweis!

  3. Basti sagt:

    Hallo,
    ich habe die Erfahrung gemacht, dass wenn ich erst abends die Blumen und den Gemüsegarten gieße, sich die Pflanzen über Nacht erholen.

    Bei extrem heißen Sommertagen gieße ich auch gerne mal morgens und abends.

    LG Sebastian

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