Sparerenteignung auf Zypern – unfassbar

Mit Nachträgen vom 20.3.2013 und 25.3.2013: Warum nicht gleich so?

Da hat man jahrelang daran gearbeitet, Vertrauen in die Eurozone/Europäische Union (EU) und natürlich auch in europäische Banken aufzubauen – sowohl bei europäischen Anlegern als auch im entfernteren Ausland. Man hat eine Einlagensicherung eingerichtet und man hat Banken gerettet. Und dann bei der Zypernkrise so was:

Von Bankeinlagen (Guthaben auf den Konten der Bankkunden) soll Geld weggenommen werden: bei Guthaben unter 100.000 Euro 6,75 % des Guthabens, bei Guthaben von über 100.000 Euro 9,9 % des Guthabens.

Das ist so, als wenn man als Kunde eines Supermarktes oder Handwerkers dessen Schulden bezahlen müsste, wenn er in Schwierigkeiten gerät. Und dann müssten nur die einen Beitrag leisten, die gerade einen Zehner im Portemonnaie haben.

Ich kann gar nicht glauben, dass diese Sparerenteignung in Zypern rein rechtlich mit dem Einlagensicherungssystem der EU in Einklang zu bringen ist! Immerhin sind dadurch Spareinlagen unter 100.000 Euro pro Anleger und pro Bank geschützt.

Die ganze Zeit überlege ich, ob ich irgendwo einen Denkfehler habe, ob ich irgendetwas übersehe, das dieses Szenario irgendwie sinnig machen könnte.

Willkür mitten in Europa

Wie rechtstaatlich und gerecht ist denn das, wenn Guthaben auf einem Bankkonto „besteuert“ werden, anderes Vermögen aber nicht? Da werden die bestraft, die vermeintlich risikoarm ihr Geld in Spareinlagen (Sparbuch, Tagesgeld etc.) anlegen, solche, die ihr Geld gerade auf dem Konto für eine Anschaffung geparkt haben, vielleicht sogar gerade einen Kredit für eine Anschaffung aufgenommen haben. Das hat doch mit Recht und Gerechtigkeit nichts zu tun, wenn nur eine Anlageform, nämlich Sparguthaben und Guthaben auf dem Girokonto, besteuert wird.

Lockte das Geld der reichen Russen?

Es wird so gerne von irgendwelchen russischen Milliardären gemunkelt, die dort in Zypern ihr Schwarzgeld parken. Da tobt der Mob und mancher Politiker lässt sich durch dieses Gemunkel (nichts Genaues weiß man nicht) verleiten, in die Rufe nach Beteiligung (Teil-Enteignung) von „Anlegern“ einzustimmen. Aber erstens: Sollte es stimmen und dort Steuerhinterzieher (die sich in anderen Ländern strafbar gemacht haben) Geld auf Konten liegen haben, so hat man dennoch kein Recht, denen nun Geld pauschal ohne Berücksichtigung der Einlagensicherung wegzunehmen, nachdem man sie vorher angelockt hat und solange man ihnen keine Straftat nachweisen kann – hinterzogenes Geld stände dann wohl auch eher deren Heimatländern zu, welche sie mit ihrer Steuerhinterziehung betrogen haben. Sie sind auch nicht daran Schuld, dass Zypern pleite ist – das müssen sich die Regierung bzw. Politik Zyperns sowie Bürger, die sie gewählt haben, nämlich selbst anlasten. Und zweitens: Selbst wenn es irgendeine Rechtsgrundlage dafür gäbe, ausländische Steuerhinterzieher zu enteignen, kann man dennoch nicht alle einheimischen Sparer und alle nicht-steuerhinterziehenden Kontoinhaber, die man ins Land gelockt hat, mit in Haft zu nehmen. Apropos Schuld: Die beiden Pleitebanken Bank of Cyprus und Laiki Bank hatten die europaweiten Stresstests bestanden (Spiegel vom 28.3.2013).

Ich verstehe das geplante Vorgehen im Fall Zypern nicht. Das widerspricht meiner Meinung nach jedem Recht und Rechtsgefühl. Das ist Willkür. Das ist Bananenrepublik!

Von einem nachhaltigen Konzept keine Spur

Ja, Zypern braucht Geld. An eine Rettungshilfe aus der Eurozone und vom IWF kann man natürlich Auflagen knüpfen. Meiner Meinung nach müssten solche Auflagen derart sein, dass sie das Land langfristig weiterbringen und nicht potenzielle Geschäftspartner/Bankkunden auf ewig verprellen – und nicht nur aus Zypern – und die Sparer/Bürger aller Euroländer aufschrecken. Wer hat sich diese Sparerenteignung ausgedacht? Ist sie eine der Auflagen des Rettungspaketes für Zypern oder ist diese Idee auf zyperneigenem Mist gewachsen? Wer genau hatte diese Idee? Und wer hat sie abgesegnet?
Nachtrag: Bundesfinanzminister Schäuble hatte inzwischen behauptet, die Idee der pauschalen Einlagen-Teilenteignung quer über alle Spareinlagen sei aus Zypern gekommen. Aber wieso hat es dann im zyprischen Parlament keine einzige Stimme dafür gegeben?

Sparerenteignung in Zypern – Schaden für Europa

Meiner Meinung nach würde eine Sparerenteignung in Zypern nicht nur jeden Bankkunden in ganz Euroland/EU, wahrscheinlich sogar ganz Europa, verstören – und Privatanleger möglicherweise zu stark in andere Geldanlage-Möglichkeiten (Wertpapiere, Immobilien etc.) treiben, anstatt dass sie für ausreichende Liquidität (Sicherheitspolster für Notfälle etc.) sorgen -, sie wird auch den Ruf europäischer Banken bzw. Eurolands, der EU und Europas allgemein schädigen – denn wer bringt schon sein Geld dahin, wo man möglicherweise willkürlich enteignet und die Einlagensicherung umgangen wird.

Es ist meiner Meinung nach nicht zu verstehen, dass zuerst die Kunden und Gläubiger eines Unternehmens bzw. maroder Banken in Haft genommen werden und nicht zuerst die Eigentümer selbst. Die könnten sich „Schuldnerberater“ nehmen, welche – in Zwegat-Manier – versuchen mit den Gläubigern Kompromisse auszuarbeiten oder anderweitig das Geld auftreiben. Aber Eigentümer dürfen nicht willkürlich selbst ihren Gläubigern in die Tasche greifen können. Und ich verstehe nicht, dass europäische Finanzminister wie Herr Schäuble das offensichtlich erwarteten, wenn nicht sogar verlangten.

Diese Ankündigung der Sparerenteignung auf Zypern macht meiner Meinung nach alle Anstrengungen der letzten Jahre, die durch Banken- und Staatsrettungen das Vertrauen in die EU/Europa erhalten sollten, zunichte.

Ich wünschte, es wäre nicht so. Bitte sagt mir, dass ich unrecht habe und hier irgendetwas übersehe.

Nachtrag 20.3.2013:
Das Parlament in Zypern hat das Rettungspaket abgelehnt. Es gab keine einzige Stimme dafür. Zypern hat damit sein großes Geldproblem zwar noch nicht gelöst, aber dieser Blödsinnsidee der einseitigen „Besteuerung“ von Bankeinlagen zur Geldbeschaffung unter Umgehung der Einlagensicherung (die nur für eine Pleite der Bank gilt) – zumindest vorläufig – ein Ende bereitet. Hoffentlich findet Zypern bessere Lösungen für sein Problem.
 

Nachtrag 25.3.2013: Warum nicht gleich so?
Zypern und die internationalen Geldgeber haben sich nun auf eine andere Lösung geeinigt, die noch von den Parlamenten der Euroländer abgesegnet werden muss: Von den Pleitebanken in Zypern wird eine zerschlagen und eine andere zurechtgestutzt. Die Spareinlagen bis 100.000 Euro werden nicht angetastet, dafür die Vermögen, die darüber hinausgehen umso stärker (30 bis 50 % verlieren sie). Auch die neue Lösung ist hart, weil viele Zyprer dadurch ihren Arbeitsplatz bei einer Bank verlieren, aber sie erscheint mir besser und fairer, weil

  • am Bankensystem Zyperns was geändert wird und
  • damit die Eigentümer der Banken zuerst in Haft genommen werden und
  • dass Einlagen der Kunden unter 100.000 geschützt sind – mehr wird ja durch die Einlagensicherung nicht garantiert – wer mehr bei einer Bank als Guthaben hat, sollte das Risiko kennen.

Insofern bin ich mit der neuen Lösung ganz zufrieden und frage mich, warum man diesen Weg nicht gleich eingeschlagen hat. Das hätte das Vertrauen in Euroland nicht so geschädigt.
Ein Anlass zum Jubel besteht vor allem für die Zyprer natürlich nicht, denn die Menschen, die gerade ihre Jobs verlieren, haben im Moment auch wenig Perspektiven, denn so viel Möglichkeiten gibt es ja in Zypern nicht.
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Unverbissen vegetarisch – sympathisch undogmatisch und deshalb überzeugend!

Rezension zum gerade bei TRIAS erschienenen Buch „Unverbissen vegetarisch“ von Claudia Klinger. Das Buch erhält von mir 4,5 von fünf Sternen.

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Gründe gibt es genug, das eigene Essverhalten zu reflektieren und es ein wenig oder möglicherweise ganz in Richtung vegetarische oder vegane Ernährung zu verschieben – von Lebensmittelskandalen und gesetzlich geduldeter Tierquälerei, über die schlechte Umweltbilanz der Erzeugung von tierischen Lebensmitteln bis hin zur deprimierenden Klimabilanz einer Ernährung mit Fleisch.

Doch die Vorstellung, auf Liebgewonnenes zu verzichten – vor allem beim Essen –, macht Angst. Da verdrängt man lieber unbequeme Gedanken – bis es nicht mehr geht.

Als bei Claudia Klinger der Zeitpunkt gekommen war, entschloss sie sich, es einfach auszuprobieren – unverbissen und undogmatisch. Das Ziel war ungefähr klar – Ausstieg aus dem Fleischkonsum. Aber wenn zwischendrin der Hunger auf Fleisch groß wäre, dann würde sie eben ein Steak essen, nahm sie sich vor – ein Bio-Produkt, weil da die Messlatte für eine artgerechte Haltung und nachhaltige Produktionsweise höher liegt als in der konventionellen industriellen Landwirtschaft.

Und Claudia Klinger wäre nicht die Claudia Klinger, eine Webworkerin und bekannte Bloggerin, wenn sie ihr Vorhaben nicht mit einem „Unverbissen vegetarisch“-Blog begleitete, der den Trend zu „mehr vegetarisch“ unterstützten sollte. Per Blog teilte sie ihre Erfahrungen häppchenweise, diskutierte mit ihren Blogbesuchern Gedanken zum Thema und tauschte Erfahrungen und Rezepte aus.

Nun gibt es das Buch zum Blog.

Über das Buch

Claudia Klinger schildert in „Unverbissen vegetarisch: Der lockere Einstieg in ein fleischloses Leben“ ihre Motive für die Veränderung ihrer Ernährungsgewohnheiten und wie sie diese Veränderung unverbissen in die Tat umsetzte.  Es geht ihr nicht um ideologische Grabenkämpfe, sondern darum, wie man es anstellt, „besser“ zu werden – vor allem wegen der Tiere. Sie teilt ihre Erfahrungen mit vegetarischen und veganen Produkten und gibt Zubereitungstipps, die neugierig machen – z. B. auf fleischlose Wiener Schnitzel, Wurst ohne tierische Bestandteile und Pfannkuchen ohne Ei. Pfannkuchen ohne Ei? Was hat das mit fleischlos zu tun? Nun, Claudia Klinger hat festgestellt, dass es ihr nicht reicht, Fleisch vom Speiseplan zu streichen, sondern dass viele der Argumente gegen Fleisch auch für andere tierische Produkte wie Eier und Milch gelten. Ihr Prozess der Umstellung setzte sich also weiter fort.

„Unverbissen vegetarisch: Der lockere Einstieg in ein fleischloses Leben“ ist eine Darstellung des Themas aus persönlicher Perspektive, ein Erfahrungsbericht und Resümee zugleich. Das Buch enthält neben Informationen, Argumenten und Erfahrungen auch einen Rezeptteil. Bei manchen Rezepten geht es darum, gewohnte Genüsse aus der alten Ernährung fleischlos bzw. tierproduktefrei zu ersetzen, andere sollen neue Genüsse erschließen helfen.

Das Taschenbuch ist ansprechend aufgemacht. Das Umschlagmotiv und die witzigen Illustrationen von Andrea Koopmann geben ihm die zum Inhalt passende Frische und Aufgeschlossenheit. Das Buch enthält eine kommentierte Liste von Adressen im Veggi-Universum und am Buchende gibt es je ein Inhalts- und ein Rezeptregister.

Buchdaten

Unverbissen vegetarisch: Der lockere Einstieg in ein fleischloses Leben*
Claudia Klinger
TRIAS Verlag
ISBN 978-3-8304-6733-5
160 Seiten
12,99 EURO

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Aus dem Inhaltsverzeichnis

  • Wie alles begann
  • Unverbissen vegetarisch
  • Die Suche nach dem anderen Essen
  • Ab sofort ist selbst kochen angesagt
  • Erfahrungen mit der Umstellung
  • Weniger radikal, aber dafür nachhaltiger
  • Müssen Vegetarier Mangelerscheinungen befürchten
  • Mit bloßem Weglassen ist es nicht getan
  • Tipps und Infos
  • Meine Alltagsrezepte

 Kleine Kritikpunkte

Ich hätte mir zusätzlich zu den vielen Erfahrungen, die das Buch bietet, noch Informationen zu den Kosten gewünscht – speziell, wenn der Anspruch an gekaufte Produkte nicht nur „vegetarisch“ oder „vegan“, sondern auch noch „biologisch/ökologisch“ und „fair“ lautet. Ein Fragezeichen ist bei mir aufgepoppt, was denn in diesen Zusatz-/
Ersatzstoffen wie NoEgg oder Kala Namak Salz drin ist – bzw. wie „künstlich“ die sind. Speziell für Berufstätige, die außer Haus arbeiten und oft 10 Stunden oder mehr nicht in der eigenen Küche sind, und für Menschen, die selbst gar nicht oder nur Schnellgerichte kochen, wären noch ein paar mehr praktische Tipps hilfreich gewesen.

Mein Lieblingskapitel

… ist das Kapitel „Der Verbraucher will es nicht anders“ – wobei Claudia Klinger genau dies widerlegt. Denn niemand hat uns gefragt, ob wir wollen, dass Millionen frisch geschlüpfter männlicher Küken getötet werden, weil sie keine Eier legen können, ob wir wollen, dass lebende Tiere in Transportern quer durch Europa gekarrt werden oder dass bei der Schlachtung wegen der Effizienz in Kauf genommen wird, dass – laut Klinger – viele Tiere „versehentlich“ bei vollem Bewusstsein gesiedet und zerteilt werden. Trotzdem würde ich den Verbraucher, der mit seinem „Geiz-ist-geil“-Kaufverhalten ja auch Druck ausübt und dem Lebensmittelhandel eine Richtung vorgibt, der wiederum diesen Druck an die Erzeuger weitergibt, nicht völlig freisprechen. In dem Zusammenhang hätte man vielleicht auch noch etwas zur Globalisierung und deren Einfluss sagen können. Andererseits hätte das vielleicht in diesem Buch, bei dem es vor allem um persönliche Erfahrungen geht, auch zu weit geführt.

Fazit: Sympathisch undogmatisch und deshalb überzeugend (4,5 von fünf Sternen)

Claudia Klinger überzeugt den Leser mit Argumenten und praktischen Erfahrungen und nicht mit Dogmen und erhobenem Zeigefinger. Sie hat an sich selbst nicht den Anspruch, eine perfekte Vegetarierin oder Veganerin zu sein und setzt dadurch auch den Leser nicht unter Druck. Wer auf  ideologische Grabenkämpfe aus ist, läuft hier ins Leere. Man muss Claudia Klinger auch nicht bei all ihren persönlichen Motiven beipflichten, aber das Buch macht große Lust darauf, ihre Tipps unvoreingenommen auszuprobieren – einfach weil es Sinn macht und einige der Rezepte sehr schmackhaft klingen – und dann selbst zu entscheiden, ob und wie dieser Weg von „mehr vegetarisch“ bis „vegan“ auch für einen selbst infrage kommt. Das Buch enthält viele praktische Tipps für diesen Selbstversuch. Sehr empfehlenswert!

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Voodoo gegen Winterblues

Der Winter dauert vielen (gefühlt) zu lange und das kann aufs Gemüt gehen. Wie hält man den langen Winter aus, ohne vom Winterblues befallen zu werden? Ein Beitrag zur Blogparade

Fiona Amann, Werbetexterin, Fotografin und liebe Kollegin vom Texttreff-Netzwerk suchte 2013 per Blogparade nach Hausmitteln gegen den Winterblues, seit sie am Morgen des 25. Februar von 40 Zentimetern Neuschnee überrascht wurde.

Schneeglöckchen in Schneeinseln

Voodoo gegen Winterblues: So wie das Eis auf meiner Zunge wird auch der Schnee um diese Schneeglöckchen und andere Blumenzwiebelpflanzen schmilzen!

Auch bei uns in Oberbayern lagen damals noch mindestens 20 Zentimeter Schnee und alle Blumenzwiebeln, die vorher schon vorwitzig aus der Erde spitzten, waren nun wieder dick unter Schnee verborgen. Sehr schade, hatten sie doch schon die Vorfreude auf den Frühling geweckt.

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Was kann man also tun, um in so einer Situation nicht vom Winterblues in die Tiefe gesogen zu werden?

Meine Strategien gegen den Winterblues

An sonnigen Tagen – wir in Oberbayern hatten ein paar davon im Januar und Anfang Februar – lege ich mich in meiner Mittagspause schon mal dick eingepackt und mit Decke und Buch bewaffnet für eine halbe Stunde auf den Liegestuhl auf der Südseiten-Terrasse – um Licht zu tanken und zu entspannen. Allerdings gab es solche Tage und vor allem erträgliche Temperaturen in den letzten beiden Wochen nicht mehr.

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Und wenn keine Sonne scheint und man sich nicht in die Sonne legen oder zum Spazierengehen aufraffen kann, muss man sich etwas anderes einfallen lassen. Manchmal versuche ich es mit Voodoo gegen den Winterblues: Ich setze mich ans Fenster und schaue mit festem Blick und beschwörend in die weiße Landschaft draußen – und dabei esse ich ein Eis, lasse es auf der Zunge zergehen! Ein satanisches Grinsen dabei hilft auch als Stimmungsaufheller: Am Ende werden wir siegen – die Schneeglöckchen, Krokusse, Narzissen, Tulpen und ich!

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Vergangenes Wochenende habe ich noch etwas anderes ausprobiert: Ich habe Tausende Pflanzen- und Garten-Dias, die ich in den 1990er Jahren aufgenommen habe, durchgeschaut und davon etwa 300 per Scanner digitalisiert, um sie für meine Webseiten und Blogs nutzen zu können. So konnte ich den ganzen Tag lang schöne Blüten, aufregende Farbkombinationen, tolle Gemüse-Pflanzideen und beneidenswerte Gärten bewundern. Viele der Motive inspirierten mich zu neuen Artikelideen – wann ich diese Ideen allerdings alle in die Tat umsetzen soll, weiß ich noch nicht so recht, nicht nur weil spannende Kundenaufträge warten, sondern auch, weil das Wetter bestimmt bald besser wird – und dann geht’s endlich los mit dem Gärtnern, aber auch mit mehr Spazierengehen und Sonne tanken im Freien.

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Gartenarbeiten im Vorfrühling

Gartenarbeiten im Spätwinter und Vorfrühling

Spätwinter und Vorfrühling starten die neue Gartensaison

Laut Kalender beginnt der Frühling am 20. März, wir sind also jetzt im Februar im Spätwinter bzw. demnächst im Vorfrühling. Wenn man in den Garten schaut – dorthin, wo der Schnee schon geschmolzen ist -, dann sieht man sogar bei uns in Oberbayern schon die Blätter der Tulpen und der anderen Blumenzwiebeln herausspitzen. Langsam klingt der Winter aus – mit kleinen Rückschlägen, wie immer. Aber trotzdem: In den ersten Gärten zeigen sich schon Schneeglöckchen und Winterlinge. Lange dauert es also nicht mehr bis zur ersehnten Blüte von Krokussen, Blausternchen, Osterglocken und Tulpen!

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Was im Spätwinter und Vorfrühling im Garten zu tun ist


  • Wer ein kaltes Gewächshaus oder Frühbeet hat, kann nun mit der Bodenvorbereitung beginnen, denn ab Ende Februar/Anfang März können die ersten Gemüse – Kohlrabi-, Kopfsalat-, Rettich-Jungpflanzen – schon ausgepflanzt werden. Sie sind die Vorkultur, die rechtzeitig abgeerntet ist, wenn im Mai Tomaten, Paprika und Gurken gepflanzt werden sollen.
    Direkt ins Beet säen kann man im Gewächshaus und Frühbeet aber jetzt im Spätwinter/Vorfrühling auch schon: z. B. Spinat, Erbsen, Radieschen, Möhren.
  • Zu Anfang gönnt man den Pflanzen bzw. den Aussaaten noch eine Bedeckung mit wärmendem Vlies (1 bis 2 Schichten). Und vor kalten Nächten deckt man das Gewächshaus oder das Frühbeet mit Strohmatten o. ä. ab, damit es nachts nicht zu stark auskühlt. Aber je größer die Pflanzen werden und je weiter der Frühling fortschreitet, desto weniger gefährdet sind sie. Vlies-Abdeckung bei Frühgemüse im Gewächshaus
    Vlies-Abdeckung bei Frühgemüse im Gewächshaus
  • Wer ein warmes Gewächshaus („Treibhaus“) bzw. eine warme Kabine im Gewächshaus oder zumindest ein warmes, helles Blumenfenster hat, der kann dort jetzt bereits die Sommerblumen und Gemüse aus Samen heranziehen, die dann später als Jungpflanzen ins Gewächshaus, Frühbeet oder ins Freie gepflanzt werden sollen.
  • Die Knollen von Knollenbegonien und Dahlien werden jetzt im Spätwinter in feuchte, lockere Erde gelegt und an einem hellen, warmen Platz (Zimmertemperatur) vorgetrieben, damit sie zur Balkonpflanzzeit schon kräftig sind und früh blühen.
  • Fuchsien, Geranien und Kübelpflanzen werden im Spätwinter und Vorfrühling zurückgeschnitten bzw. nachgeschnitten und bei Bedarf geteilt und/oder umgetopft.
  • Der Spätwinter bzw. Vorfrühling ist auch die Zeit Beerensträucher und Obstbäume zu schneiden. Aber Achtung: nur an frostfreien Tagen!
  • Moose und Flechten von den Stämmen der Bäume können mit einer Drahtbürste vorsichtig abgebürstet werden.
  • Spätwinter und Vorfrühling sind – sobald der Boden schneefrei und etwas abgetrocknet ist – auch Pflanzzeit für Hecken, Beerensträucher und andere Gehölze sowie für Primeln und Stiefmütterchen.

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