Währungshandel – sinnvolle Geldanlage oder reine Spekulation?

WährungshandelDer Währungshandel wird immer mehr zum Zockerparadies für Privatanleger

Die Wechselkurse zwischen Währungen verändern sich ständig. Das ist ein erhebliches Risiko für Unternehmen, die Waren in Fremdwährungen kaufen oder verkaufen: Durch eine Veränderung des Wechselkurses kann nach der Abwicklung und Umrechnung in Euro der Einkaufspreis für eine Ware, die man von einem Zulieferer kauft, viel höher oder der Verkaufspreis einer Exportware viel niedriger sein als zu dem Zeitpunkt, als man das Geschäft vereinbart hat. Aber auch für Banken, Fonds und Privatanleger, die Wertpapiere in ausländischen Währungen kaufen, sind Wechselkursschwankungen ein großes Risiko: Wechselkursänderungen können Kursgewinne in der Originalwährung eines Wertpapiers völlig aufzehren (-> Währungsrisiko).

Währungshandel zur Absicherung

Um sich gegen solche Währungsrisiken abzusichern (zu hedgen), werden daher häufig und sinnvollerweise parallel zum eigentlichen Geschäft Währungsgeschäfte (Devisengeschäfte/Währungshandel) durchgeführt. Dazu werden teilweise hochriskante Hebelgeschäfte genutzt – durch den jeweiligen Hebel muss der Händler nur einen kleinen Geldbetrag einsetzen, um ein großes Geschäft abzusichern.

Privatanleger entdecken den Währungshandel

Doch eben diese hochspekulativen Währungsgeschäfte (Währungshandel) kommen immer mehr in Mode – und zwar bei Privatanlegern, ohne dass es ein Geschäft zum Absichern gäbe. Laut Die Zeit spekulieren in Deutschland aktuell geschätzte 50.000 Privatinvestoren mit Devisen (Währungen). Und laut einem der großen Währungshandel-Anbieter, Forex, sind die Hälfte der Kunden unter 34 Jahre alt, haben einen Hochschulabschluss und/oder ein hohes Einkommen. Weitere Anbieter, die neben Forex (Forex.com) gerade den deutschen Markt erobern bzw. ausweiten wollen, sind Alpari (Alpari.com) und FXCM. Neben den verschiedenen Brokern gibt es auch Informationsplattformen mit Bewertungen von Brokern, Online-Trading-Signalanbietern, Auto-Trading-Robotern etc. wie beispielsweise Faire Forex Broker*. Wie seriös die einzelnen Handels- und Informationsanbieter sind, sollte man vorab recherchieren.

Gezockt wird auf alle möglichen Währungen bzw. Wechselkurse dieser Welt: Euro/US-Dollar, US-Dollar/Yen, Pfund Sterling/US-Dollar etc. Doch niemand muss beim Währungshandel Geld oder Spielchips in die Hand nehmen. Man muss sich nur die Handelssoftware des Devisenhandelanbieters herunterladen und Geld auf ein dort eingerichtetes Konto überweisen und schon darf man alle Währungen handeln, was das Zockerherz begehrt – und was das Konto hergibt. Die Hebel wirken natürlich nicht nur in die „richtige“ Richtung, sondern man kann auch das Mehrfache des auf eine Position gesetzten Geldes verlieren: Wer 1.000 Euro bei einem Hebel von 100 zu 1 auf eine bestimmte Position setzt, hat bei einer Wechselkursbewegung von 2 Prozent 200 Prozent (also 2.000 Euro) Gewinn oder Verlust gemacht. Im Falle des Verlustes bedeutet dies: Er muss unter Umständen 1.000 Euro nachlegen.

Mit Geldanlage oder Absicherung hat diese Art von Währungshandel (Devisengeschäften) nichts zu tun, sondern mit Spekulation bzw. mit dem Bedürfnis zu zocken (-> Investieren oder Spekulieren.

Was die Leute an die digitalen „Spieltische“ lockt, sind aber meiner Meinung nach nicht – wie Christoph Hus in Der Zeit meint – die angeblich aktuell schwierige Durchschaubarkeit der Aktienmärkte, sondern die Gier nach dem schnellen und einfachen Geld. Ende der 1990er Jahre hatte das private Daytrading mit Wertpapieren Hochkonjunktur und Tausende private Möchtegern-Spekulanten verspielten ihr Geld online über die entsprechenden Handelsplattformen, nun strömt die nächste Generation Glücksjäger an die Spieltische der Währungshandel-Plattformen im Internet. Doch gegenüber dem Spielkasino hat sich eines nicht geändert: Sicher ist nur, dass auf Dauer die Bank bzw. die Plattform gewinnt.

*Werbelink

Bitte beachten Sie, dass nicht alles, was im Internet angeboten wird, bei uns auch legal ist, und dass sich Vorschriften für Finanzprodukte auch ändern können. Zuständig ist die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin): eine aktuelle News ist beispielsweise Aktuelles zu CFDs und Binäre Optionen.

Quellen

Über Eva Schumann

Lebenslanges Lernen ist mein Motto. Ich habe viele Ausbildungen (Einzelhandelskauffrau Parfümerie, abgeschlossenes Studium Gartenbau, Weiterbildung Netzwerk- und Internetmanagement, Schulungen IT, Mobilfunknetze, Programmierung, Datenbanken und mehr ) und ausgiebig Berufserfahrung gesammelt. Daneben war ich immer leidenschaftliche Hobbygärtnerin (Garten, Balkon, Terrasse) und Hobbybörsianerin (aus Begeisterung für das Internet). Ich verdiene meinen Lebensunterhalt heute als freie Journalistin, Bloggerin, Texterin, Buchautorin und Technische Redakteurin (mehr siehe www.evaschumann.biz) sowie über meine werbefinanzierten Publikationen im Internet (Portalseite www.tinto.de). Buchen Sie Werbeplatz oder bestellen Sie frische Texte, Bilder oder anderen Content bei tinto@tinto.de oder eschumann@evaschumann.biz
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2 Antworten auf Währungshandel – sinnvolle Geldanlage oder reine Spekulation?

  1. Amelie sagt:

    Ich dachte immer der Gewinn wird durch das Risiko gerechtfertigt. Bewegen wir uns überhaupt noch im Rahmen eines kapitalistischen Systems, wenn das Riskio (wie bspw. durch die Eurorettungsschirme) komplett negiert wird?

  2. Thomas sagt:

    Interessanter Artikel, der auch die Risiken gut beschreibt. Vielen Dank dafür, das passiert selten, wie ich finde.

    Gruß T.V.

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