Keine Angst vor Pflanzen

Warum sieht man in den letzten Jahren häufiger Vorgärten und andere Gartenbereiche, für die die Bezeichnung Schotterhalde zutreffender wäre? Oder warum haben manche Balkone keine Pflanzen? Ist das nur Teil eines minimalistischen Gestaltungsstils: viel Schotter und mittendrin ein perfekt geschnittener Buchsbaum? Liegt es am Klimawandel – wollen die Besitzer Wasser sparen? Sind sie vielleicht oft abwesend oder aus gesundheitlichen Gründen nicht in der Lage, sich um Pflanzen zu kümmern? Oder haben sie vielleicht einfach Angst vor Pflanzen, weil sie keine Erfahrung haben? Für all diese Umstände gibt es bessere Lösungen, als auf Pflanzen zu verzichten.

Manche Vorgärten und Gärten sehen aus, als ob ihre Besitzer oder deren Architekten/Gartengestalter überhaupt keine Pflanzen mögen – dabei sorgen schöne Pflanzen das ganze Jahr hindurch für ein ansprechendes Ambiente und vor allem im Hochsommer für ein angenehmeres Klima und frischere Luft – sowohl am als auch im Haus.

Anzeige

Wer jedoch nicht mit Pflanzen aufgewachsen ist und auch später wenig Erfahrung mit ihnen gesammelt hat, fürchtet möglicherweise, etwas falsch zu machen, und verzichtet daher lieber auf lebende Pflanzen. Plastik oder Schotter kann man immerhin nicht umbringen! Doch damit, auf lebendes Grün und Blühendes zu verzichten, tut man sich keinen Gefallen, denn Leben mit Pflanzen ist gesünder und schöner.

Außerdem macht Gärtnern glücklich – probieren Sie es aus, denn bald ist wieder Pflanzzeit für Stauden, Blumenzwiebelpflanzen und Gehölze. Was nächstes Jahr im Frühjahr blühen soll, wird schon im Spätsommer und Herbst davor gepflanzt.

Stauden: einmal pflanzen - viele Jahre Freude haben.

Stauden: einmal pflanzen – viele Jahre Freude haben.

Hilfreich ist, wenn man vor dem Kauf schaut, welche Pflanzen zum Standort passen: Wenn das Beet auf der Südseite vom Haus liegt und nicht durch Bäume o. Ä. beschattet wird, nimmt man sonnenhungrige Arten (beispielsweise wie im Bild oben Purpursonnenhut Echinacea, Prairiekerze Gaura und Zierarten von Allium), an schattigere Plätze setzt man Pflanzen, die mit weniger Licht auskommen. Hier finden Sie beispielsweise Listen mit schattenverträglicheren Arten:

Zum Gärtnern gehört auch das Ausprobieren und Üben

Gärtnern ist gar nicht so schwierig: Wenn der Standort zur Pflanze passt, kann nicht mehr allzu viel passieren. Mit jedem Saatgutpäckchen und mit jeder Pflanze, die man kauft, erhält man in der Regel eine Anleitung zum Pflanzen und Pflegen. Und sollte doch eine Pflanze in Ihrer Obhut sterben, dann geben Sie sie auf den Komposthaufen, in die Biotonne oder zu einer Grüngutsammelstelle – dort wird sie zu wertvoller Komposterde und dient dann anderen Pflanzen als Nährstofflieferant, das ist ein natürlicher Kreislauf.

Arbeit und Zeit sparen

Zwar macht Gärtnern glücklich (Gartentherapie: Gärtnern für die Seele), aber wer – aus welchen Gründen auch immer – mit seiner Zeit und Kraft haushalten muss, muss dennoch nicht ohne Pflanzen leben:

  • Viele winterharte Großpflanzen wie Gartenbambus, Chinaschilf sowie (immergrüne) Gehölze, die zum Standort passen, machen wenig Arbeit.
  • Auch Stauden muss man nur einmal pflanzen und sie kommen jedes Jahr wieder – viele Arten sind sehr pflegearm.
  • Schön aussehen kann auch eine Blumenwiesenmischung. Sie wird ein bis zwei Mal im Jahr geschnitten und benötigt ansonsten kaum Pflege.
  • Die Gießarbeit kann man stark reduzieren, indem man ein Bewässerungssystem anbringt oder anbringen lässt und dieses per Zeitschaltuhr, Feuchtefühler etc. automatisiert oder per Handy (Smart Garden) fernsteuert.

Bepflanzung statt Schotter – auch für Vögel, Bienen und andere Nützlinge

Die Belohnung für eine Bepflanzung (statt Schotter) sind nicht nur das ansprechendere Erscheinungsbild und das angenehmere Klima – beides hebt die Wohnqualität -, sondern auch die Freude daran, etwas für die Natur zu tun – dass dank unserer Hilfe Vögel, Bienen und andere Tiere einen Lebensraum mit Nahrung und Verstecken bekommen.

Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Über Eva Schumann

Ich habe Ausbildungen und langjährige Erfahrungen im (Gartenfach-)Handel, (Hobby-)Gartenbau sowie in der Netzwerk-/Internet-/IT-Welt. Ich verdiene meinen Lebensunterhalt heute als freie Journalistin, Bloggerin, Texterin, Buchautorin und Technische Redakteurin (mehr siehe www.evaschumann.biz) sowie über werbefinanzierte Publikationen im Internet (Portalseite siehe www.tinto.de). Wenn Sie Werbeplatz suchen oder frische Texte, Bilder oder anderen Content benötigen, schreiben Sie mir an eschumann@evaschumann.biz oder tinto@tinto.de.
Dieser Beitrag wurde unter Garten und Pflanzen, Gesundheit, Mitreden, Öko-/Bio-Themen, Selbstverwirklichung, Wohnen und Garten abgelegt und mit , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.