Monsanto als ungebetener Gast im Garten?

Stand und Klarstellung 12.5.2013: Mir ging es mit dem Monsanto-Artikel nicht darum, Züchter oder Händler schlecht zu machen, sondern darum, Transparenz zu schaffen. Weder bin ich persönlich gegen Hybrid-Saatgut aus der klassischen Züchtung, noch finde ich die Sorten von De Ruiter prinzipiell schlecht – und erst recht nicht die Unternehmen Nebelung, Gärtner Pötschke oder Wyss oder deren Marken. Fakt ist einfach nur, dass De Ruiter und Seminis von Monsanto aufgekauft wurden. Dadurch stammten plötzlich manche Sorten der Hobbygartenmarken-Sortimente obiger Unternehmen von Monsanto-Tochterunternehmen.
Hinweis: Manche Webseiten haben sich seit Erstellung des ursprünglichen Artikels (Mai 2012) geändert – so stehen die Namen Volmary GmbH, Bruno Nebelung GmbH, Gärtner Pötschke, Wyss Samen und Pflanzen AG heute nicht mehr auf der Website von Seminis. Meine Stichproben heute haben ergeben: Einzelne Sorten der Marken Kiepenkerl Profi-Line und von Gärtner Pötschke sind laut EU-Datenbank De Ruiter zuzuordnen – nicht alle! Bei meinen Stichproben zu Wyss-Sorten habe ich heute keine Sorte von De Ruiter gefunden. Jeder, der möchte, kann seine Sorten mit Hilfe der EU-Datenbank selbst recherchieren. Sollte jemand andere Ergebnisse haben, bitte ich um Bescheid.

Monsanto ist ein weltweit agierender und seit 1927 börsennotierter Konzern, der Agrarprodukte herstellt und vertreibt. Monsanto ist für viele Umweltschützer das Feindbild Nr. 1 und auch viele umweltbewusste Hobbygärtner, aber auch (Bio-) Erwerbsgärtner, würden keine Monsanto-Produkte für ihren Garten kaufen oder das Unternehmen in irgendeiner Form unterstützen, wenn der Name Monsanto denn auf den Produkten draufstünde. Kritisiert an Monsanto werden u. a. die Produktion und Verbreitung von gentechnisch veränderten Sorten (nicht in Deutschland), Pflanzenschutzmitteln und allgemein die Strategien des Unternehmens – z. B. mit welchen Methoden Monsanto Bauern, vor allem in Entwicklungsländern, in eine zerstörerische Abhängigkeit triebe.

Viele Hobbygärtner wurden 2012 durch Meldungen in Blogs aufgeschreckt, dass auch in Deutschland bei Hobbygärtnern beliebte Saatgut-Marken wie Kiepenkerl und Sperli mit Monsanto in Verbindung stünden. Manch erschütterter Hobbygärtner ist gleich soweit gegangen, sein gesamtes Kiepenkerl- und Sperli-Saatgut wegzuwerfen. Ist das gerechtfertigt?

Welche Unternehmen/Marken zu Monsanto gehören, findet man auf der Monsanto-Webpage (alle Links siehe unten). Zu den Unternehmen/Marken im Bereich Gemüsesorten (“Vegetable Seed Brands”) gehören De Ruiter Seeds (lt. Wikipedia von Monsanto gekauft 2008) und Seminis (lt. Wikipedia von Monsanto gekauft 2005).
Monsanto im Garten?

Geht man auf die De Ruiter Seeds Kontaktseite, wird als Kontakt für Deutschland die Volmary GmbH angegeben (Nachtrag 2013: Inzwischen werden Monsanto-Adressen in Deutschland angegeben). Volmary wiederum nennt als eine von mehreren ihrer Geschäftstätigkeiten die “Steuerung der Pflanzen-Markenkonzepte ‘Volmary®’, ‘Soul Food®’ und ‘Kiepenkerl® Profi-Line® Pflanzen’”. Jedem Hobbygärtner bekannt ist der Markenname Kiepenkerl, denn Kiepenkerl und Sperli gehören zu den beliebtesten Marken für Hobbygärtner-Saatgut. Recherchiert man in der Datenbank des Deutschen Patent- und Markenamtes, findet man: Die Marken Kiepenkerl und Kiepenkerl Profi-Line gehören der Bruno Nebelung GmbH, die übrigens vor kurzem auch über eine neugegründete Sperli GmbH die Markenrechte an “Sperli” und “Carl Sperling’s Gartenidee” erworben hat (Sperli-News vom 2.11.2011). Zu denken gibt, dass im Impressum von www.kiepenkerl.com die Volmary GmbH und die Bruno Nebelung GmbH beide nebeneinander angegeben sind – und zwar links die Volmary GmbH, die ja, wenn es alphabetisch gehen würde, rechts stehen müsste.

Aber auch auf der Seminis-Webseite findet man Verbindungen zum Hobbygarten-Saatgutvertrieb, denn dort wurde auf die Zusammenarbeit mit diesen Firmen hingewiesen: Volmary GmbH, Bruno Nebelung GmbH, Gärtner Pötschke, Wyss Samen und Pflanzen AG. (Nachtrag 2013: Auf der Seminis Webseite werden keine Namen mehr genannt.)

Aber kann man nun den Schluss ziehen, dass Volmary nur De Ruiter Saatgut handelt und alle, die sonst etwas mit Volmary zu tun haben, De Ruiter Seeds- sprich Monsanto-Saatgut verkaufen, weil Volmary als Deutschland-Kontakt für De Ruiter Seeds angegeben ist? Die gleiche Frage stellt sich wegen der Beziehung zwischen Seminis und den genannten Firmen. Eigentlich kann man diesen Schluss so nicht ziehen, denn, nur weil ein Laden ein ungeliebtes Produkt enthält, muss ja nicht der ganze Laden schlecht sein.

Aber wer züchtet und vermehrt denn nun eigentlich die Sorten hinter den Hobbygärtner-Marken? Ist das De Ruiter Seeds und damit eine dem Monsanto-Konzern gehörende Firma oder sind es verschiedene Züchter?

Auf der Nebelung-Webseite findet man das ganze Kiepenkerl-Programm mit vielen traditionellen Sorten (genannt “historischer Gemüsesamen”), die ich noch aus meiner Studienzeit Anfang der 1980er Jahre kenne, mit neuen Sorten (wozu auch Sorten der Kiepenkerl-Linie Profi-Line gehören), mit Bio-Saatgut (EU-Bio-Siegel, auch Teil der Kiepenkerl Profi-Line) und viele mehr. Auf der separaten Sperli-Seite heißt es, dass die Saatzuchtstandorte Quedlinburg und Lüneburg DAMALS zu den wichtigsten Züchtungsstandorten gehörten, HEUTE seien die Sperli-Produkte WELTWEIT gezüchtete Blumen- und Gemüsesamenspezialitäten.

Monsanto – der Feind in meinem Beet?

Tatsächlich ist es nicht ein einzelner Züchter, der hinter einer Hobbygärtner-Marke steht, sondern verschiedene. Um der Sache auf den Grund zu gehen, muss man letztendlich für jede einzelne Sorte herausfinden, wer sie gezüchtet hat. Dafür kann man sich der Plant Variety Database der EU bedienen. Die hat einen Katalog “Vegetable species” (Gemüse), in welchem man nach dem Züchter bzw. Maintainer (Sortenerhalter) recherchieren kann. Dazu gibt man, nachdem man Section “Varieties” ausgewählt hat, bei “Variety Name” den Sortennamen ein (z. B. ‘Goldflame’ – eine Paprika-F1-Hybride aus der Kiepenkerl-Profi-Line-Serie) und wählt bei “Species” die Art (in diesem Fall “H 12 – Chili, Pepper – Capsicum annuum …”). Dann klickt man auf “Search” (Suchen). Auf der Ergebnisseite findet man dann im Details-Feld unter “Maintainers” eine verlinkte ID (in diesem Fall “NL 73″). Klickt man darauf, hat man den Züchternamen: De Ruiter Seeds BV. Macht man das Gleiche für die Paprika-Sorte ‘Mavras’ (eine F1-Hybride auch aus der Kiepenkerl-Profi-Line-Serie), dann findet man als Maintainer “Enza Zaden Seed Operations BV”. Es sind also nur ein Teil der Kiepenkerl-Profi-Line-Sorten von De Ruiter!

Wie sieht es bei Saatgut von anderen Hobbygärtner-Marken aus? Für die Paprika-Sorte ‘Gourmet’, die sowohl von Sperli sowie Thompson & Morgan angeboten wird, lautete das Ergebnis: Gartenland Produktion GmbH Aschersleben. Sucht man nach der Sorte ‘Bendigo’ (Paprika-Hybridsorte aus dem Gärtner Pötschke-Sortiment) erhält man als Ergebnis Enza Zaden Seed Operations BV. Recherchiert man nach der Riesenpaprika ‘Pantos’, die im Angebot der Bingenheimer Saatgut AG ist, erhält man: Kultursaat e.V. für Züchtungsforschung und Kulturpflanzenerhaltung auf biologisch-dynamischer Grundlage. Für Tomatensorten erhält man ein ähnlich gemischtes Bild.

Es gibt also Möglichkeiten, De Ruiter Seeds, Seminis – oder wen auch immer man aus persönlichen Gründen abstrafen will – zu boykottieren, indem man jede Sorte recherchiert und kein Saatgut dieses Züchters kauft.

Ich selbst bin noch unentschlossen, wie meine Sortenempfehlungen in Zukunft aussehen werden und ob ich Sorten aus dem Hause De Ruiter Seeds und Seminis und damit Monsanto grundsätzlich nicht mehr empfehlen soll, auch wenn ich sie als Sorten an sich gut finde. Denn einige der neuen Sorten haben den Garten meiner Meinung nach bereichert und dank Resistenzen (die natürlich nicht durch Genmanipulation, sondern durch Auswahl- und Hybridzüchtung zustande kamen!) vermutlich geholfen, den Pflanzenschutzmitteleinsatz im Gemüsegarten und im Erwerbsgartenbau zu reduzieren bzw. den Ertrag der Gärtner zu sichern. Und viele Sorten waren ja schon längst da, bevor Monsanto De Ruiter Seeds übernahm. Für mich eine schwierige Entscheidung.

Und würde es Monsanto Anlass zum Umdenken geben (und das Unternehmen dazu bringen, De Ruiter Seeds an ein Bio-Unternehmen zu verkaufen ;-))? Den einzelnen Hobbygärtner wird De Ruiter Seeds/Monsanto wohl nicht spüren, aber wenn Bruno Nebelung oder Gärtner Pötschke Saatgut/Sorten von anderen Züchtern bevorzugen, das würden sie vielleicht schon merken. Und auf die haben Hobbygärtner sehr wohl Einfluss, vermute ich jedenfalls.

Allerdings muss man auch bei anderen Saatgutzüchtern schauen, wer dahinter steht. Oft genug sind es Chemie-Giganten wie Bayer Crop Science, Dow Chemicals etc.

Welche Alternativen zu Monsanto oder anderen Chemie- oder Biotechnologie-Megakonzernen hat man?

Ein paar gibt es schon. Man kann

  • Jede Sorte mithilfe der EU-Datenbank checken
  • Saatgut von samenfesten Sorten selbst gewinnen und im nächsten Jahr wieder anbauen
  • Saatgut von ökologisch agierenden Züchtern kaufen (z. B. von der Bingenheimer Saatgut AG, Dreschflegel Bio-Saatgut)

Ich freue mich über weitere Tipps in den Kommentaren!

Quellen und ergänzende Infos

  • Plant Variety Database (Hier kann man den Züchter jeder Gemüsesorte sowie landwirtschaftliche Sorten nachschauen)
  • Monsanto (Wikipedia-Artikel)
  • Woher kommt mein Saatgut? (Projekt Landeier)
  • Monsanto-Marken (Monsanto-Website)
  • De Ruiter Seeds (De Ruiter Seeds)
    Nachtrag 5.3.2013
    De Ruiter Seeds hat eine neue Website. Nun ist nur die Verbindung zu Seminis, aber nicht mehr zu Volmary aufgeführt. Als Ansprechpartner wird Monsanto Agrar Deutschland GmbH in Neustadt a. Rbg. genannt.
  • Volmary Selbstporträt (Volmary Website)
    Nachtrag 5.3.2013
    Volmary beschreibt sich nach wie vor als Marketing-Stratege für Kiepenkerl Profi-Line. Schaut man die Sorten in der EU-Datenbank nach, ist der “Maintainer”, z. B. bei Tomaten, überwiegend De Ruiter Seeds BV
  • Seminis (Seminis Website)
    Nachtrag 12.05.2013
    Seminis hat die Website geändert und schreibt nun: “Unsere führenden Hobbygarten Sorten sind über namhafte Firmen für Hobbygarten-Saatgut erhältlich.”
  • Bruno Nebelung GmbH (Bruno Nebelung Website)

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35 Antworten auf Monsanto als ungebetener Gast im Garten?

  1. Jan sagt:

    Danke für deinen Kommentar bei uns “Landeiern”. Schöne Grafik, die die Beziehungen in Richtung Klein/Hobbygärtner darstellt!

  2. Martina sagt:

    Da hast Du ja gründlich recherchiert, vielen Dank! Der Verein Pro Specie Rara ist heuer auf den Freisinger Gartentagen – vielleicht auch eine Gelegenheit, um an alternatives Saatgut zu kommen.
    LG Martina

  3. Brigitte sagt:

    danke an Dich (und die landeier) für die recherchearbeit. Sehr interessante ergebnisse. Hin und wieder kaufe ich kiepenkerl oder sperli saatgut (das meiste allerdings von reinsaat.at), allerdings keine f1 hybriden. Muss mal schauen, von wem nicht-f1-saatgut stammt.

    Sehr interessant wäre für mich zu wissen, woher gärtnereien, von denen ich pflanzen kaufe, das saatgut haben. Das ist aber sehr schwer herauszubekommen.

    lg, brigitte

    • Eva Schumann sagt:

      Meines Wissens kaufen die meisten konventionellen Gärtnereien das Saatgut bei Saatgutfirmen ein (Hild, Bruno Nebelung, Enza Zaaden etc.), denn Züchtung und Saatgutgewinnung sind aufwändig. Hier in Deutschland gibt es ja – glücklicherweise – ziemliche Einschränkungen, was wann womit gespritzt werden, weshalb natürlich die neuen resistenteren oder robusteren Sorten wichtig sind. Nur vereinzelt habe ich in herkömmlichen Gärtnereien die Weitermehrung von einzelnen Sorten gesehen.

      Anders sieht es bei Bio-Betrieben aus, die haben ihre eigenen Saatgutfirmen, mit denen sie zusammenarbeiten, denn die müssen ja entsprechend dem jeweiligen Biosiegel agieren, – wenn sie nicht sowieso ihr Saatgut selbst gewinnen. Siehe auch Biosaatgut bei Wikipedia.

  4. Eva Schumann sagt:

    Mit Hybridsaatgut habe ich persönlich kein grundsätzliches Problem – im Gegenteil. Zumindest was die Hobbygärtner und Gärtner bei uns angeht, die ihre Samen nicht selbst ernten und im nächsten Jahr verwenden wollen – das geht bei Hybridsorten nämlich wegen der Aufspaltungen in der nächsten Generation nicht. Hybridsorten sind meiner Meinung nach oft gute Sorten. Problematisch finde ich allerdings, wenn Hybridsaatgut in Entwicklungsländern als Allheilmittel angepriesen werden, wo sich der Bauer vielleicht im nächsten Jahr nicht wieder teures Hybridsaatgut leisten kann. Und dann habe ich persönlich auch noch etwas gegen gentechnisch veränderte Sorten (die dürfen bei uns aber zum Glück nicht verkauft werden) – ein Grund gegen Monsanto aber nicht gegen Hybridsaatgut zu sein. Aber bei uns kann ja jeder Saatgut kaufen oder selbst anziehen, wie er mag und er es sich leisten kann oder will. Erschreckend ist für mich, dass hinter einem großen Teil unseres putzig aufgemachten Hobbygärtner-Saatguts Chemie- und Technologiegiganten stehen. Andererseits ist Sortenzucht ein aufwändiges und langwieriges Unterfangen … Und ein wenig ärgere ich mich über mich selbst, denn laut Wikipedia wurde De Ruiter Seeds bereits 2008 von Monsanto gekauft, wo von ich nichts mitbekommen habe, und wenn, dann hätte ich nicht gewusst, dass dadurch eine Verbindung unserer Gartenmarken zu Monsanto entstand. Nun wissen wir es und können uns entscheiden. Aber einfach finde ich das nicht ;-)

  5. Eva Schumann sagt:

    Nur falls das nicht ganz klar wurde: Nur ein Teil des Saatguts der Marken Sperli, Kiepenkerl, Gärtner Pötschke lassen sich auf die von Monsanto gekaufte Firma De Ruiter Seeds zurückführen. Um es genau zu wissen, muss man für jede Sorte in der EU-Datenbank nachschauen.

  6. Myrna sagt:

    Vielen Dank für diese Infos und die beeindruckende Grafik!
    Mein Tipp für CH: Sativa

  7. Pingback: Monsanto in unserem Garten - BIO Weisheiten | BIO Weisheiten

  8. Pingback: Netzfundstücke 77 - NEBELREITER.COM

  9. Harald sagt:

    Hallo,

    Auch nach einem halben Jahr ist dieser Artikel aktuell und interessant. Nur ist leider eine dauerhaft sinnvolle Umsetzung der Tipps kaum möglich. Die Masse der Hobbygärtner die intensiv Saatgut einkaufen wird immer älter und ist kaum in der Lage derart aufwendige Recherchen zum Saatgut durchzuführen. Die kaufen im örtlichen Baumarkt und sind teilweise froh überhaupt Saatgut zu bekommen.
    Aber es ist wirklich gut mal wieder darüber nachzudenken.

    BG Harald

  10. Pingback: Vom Gärtnern in der Stadt – Buchrezension (4,5 Sterne) | tinto bloggt

  11. Rebecca sagt:

    Vielen Dank für deine Recherchen. Es war für mich sehr wissenswert zu lesen.
    Gott sei Dank habe ich mich grundsätzlich für Biosaatgut von Dreschflegel, Bio-Saatgut Gaby Krautkrömer und Bingenheimer Biosaatgut entschieden.
    Da ich meinen Saatgut nach Möglichkeit künftig selber gewinnen möchte, sind Hybriden für mich kein Thema.

  12. Taurarwen sagt:

    Ich habe mich bei Wyss Samen und Pflanzen AG erkundigt. Sie distanzieren sich entschieden von gentech verändertem Saatgut und garantieren dass ihr Saatgut sauber ist! Da in der Schweiz noch strengere Verordnungen gelten zweifle ich nicht an den Aussagen der Fa Wyss, zumal ich seit vielen Jahren dort auch Saatgut der pro Spezie Rara kaufe!

    • Eva Schumann sagt:

      Die bei uns verkauften Samen sind ALLE gentechnikfrei. Und viele der Sorten von De Ruiter finde ich persönlich auch sehr gut. Deren durch normale Züchtung gezüchteten widerstandsfähigen Sorten haben schließlich geholfen, Pflanzenschutzmittel einzusparen bzw. die Erträge sicherer zu machen – denn das war mal ein Problem. Manche der Sorten gab es sowieso schon, bevor Monsanto das Unternehmen De Ruiter gekauft hat. Es geht um etwas anderes: Monsanto macht Sachen, die viele Menschen nicht gut finden (z. B. Gentechnik, Roundup und die dazugehörige Unternehmenspolitik z. B. gegenüber Bauern in Entwicklungsländern) – deshalb wollen sie Monsanto und Produkte, die mit der Firma in irgendeiner Weise zusammenhängen (also auch normales Saatgut von De Ruiter), boykottieren. Sie wollen eben – auch nicht indirekt – zum Gewinn von einem Monsanto-Unternehmen beitragen.

  13. Dorothea sagt:

    In Greifenberg, Brandenburg, gibt den Verein zur Erhaltung und Rekultivierung von Nutzpflanzen in Brandenburg: http://vern.de/ .
    Kann ich sehr empfehlen.
    Gruß Dorothea

  14. Pingback: Balkongemüse und ziviler Ungehorsam | Mein Leben als Rezitatorin und Verlegerin

  15. Martin F. sagt:

    Für die Schweiz unbedingt empfehlenswert:
    http://www.zollinger-samen.ch/de/ und http://www.sativa-rheinau.ch/oekologisches-saatgut/de/home.html

    Das sind die führenden Produzenten für biolog. und bio-dynamisches Saatgut in der Schweiz, kann ich aus eigener Erfahrung sagen.

  16. Dodo sagt:

    Hi,

    möchte noch 3 Anbieter für Hobbygärtner ergänzen.
    http://www.d-landsmann.de – Tomaten und Raritäten. Bestellung per Telefon.
    http://www.samenbau-nordost.de – freundlicher Kontakt, nicht immer proffessionel, aber mit Herz.
    http://www.monika-gehlsen.de – üppige Portionen zu äußerst günstigen Preisen. Bestellung nur per Post.

  17. Pingback: Monsanto in aller Munde? | gnogongo

  18. Alfred sagt:

    Hallo,
    ich befasse mich seit längerem mit Pflanzenzucht, und für mich gibt es einige Gründe kein Saatgut von Monsanto & Co zu kaufen:
    -Es gibt eine Monopolstellung, es werden nicht mehr lokal angepasste Sorten gezüchtet (siehe evb.ch, Agropoly)
    -Die gezüchteten Sorten werden für den grossanbau bestimmt. Somit sind nur noch Farbe, Grösse, Lagerfähigkeit und natürlich Ertrag unter High Input Bedingungen berücksichtigt.
    -Die oben angesprochenen Resistenzen sind kontraproduktiv. Auf der ganzen Welt werden die gleichen Vertikalen Resistenzen verbreitet, bis sie nach einigen Jahren durchbrochen sind. Für horizontale Resitenzen, oder Toleranzen, interessiert sich niemand weil en nicht rentabel ist. (mehr dazu in “Robinson, Breeding for Resistence”, frei als pdf erhältlich)
    -Mit dem Kauf von so breit angebauten Sorten verhindere unterstütze ich den Rückgang von alten Sorten. Die ironischerweise Träger der Resistenzen sind die Monsanto später wieder braucht.
    -Häufig sind die Hybriden CMS-Hybriden, also männlich steril. Ein anderer Züchter kann mit diesem Saatgut nicht weiterzüchten wie mit normalen Hybriden, es sind genetische Sackgassen.

    Das hat mich ermutigt alte Sorten oder Biozüchtungen zu nutzen. Biosorten wurden schon ohne Pestizide selektiert, sind also schon angepasster. Zusätzlich zu den oben genannten Quellen kann ich noch realseeds.co.uk, kokopelli.asso.fr, die Samentauschbörse semeurs.free.fr, (über 3000 Tomaten!) prospecierara.ch,

  19. Pingback: Die Welt von Monsanto und Co. | ideenwanderer

  20. Benthaus sagt:

    Gerade bin ich über Ihre Seite “gestolpert” und möchte allen Lesern eine zusätzliche Information geben: Hybrid-Saatgut hat vermutlich die unangenehme Nebenwirkung, dass der Verzehr der daraus hervorgehenden Früchte auch beim Menschen Unfruchtbarkeit fördert. Alles hängt mit Allem zusammen. Herzliche Grüße! Susanne

    • Eva Schumann sagt:

      Hallo Susanne,

      das ist absolut falsch.

      Hybrid-Saatgut entsteht durch ganz natürliche Züchtung und hat rein gar nichts mit Gentechnik o. ä. zu tun. Bei der Hybrid-Züchtung werden Vater- und Muttersorte ganz normal durch Auslese gezüchtet – so wie man es seit Tausenden von Jahren macht. Und dann wird der Pollen der reinerbigen Vatersorte auf die reinerbige Muttersorte aufgetragen – und da beide durch die Auslese gute Sorten (reine Elternlinien) sind, entstehen aus dieser Kreuzung Samen (und aus diesen dann Pflanzen), die bestimmte Eigenschaften haben.
      Der Nachteil der Hybridsorten liegt darin, dass, wenn man von diesen wunderbaren Hybrid-Pflanzen Samen erntet, diese Nachkommen alle verschieden sind, weil sich durch die Kreuzung von Hybrid mit Hybrid alle Elterneigenschaften in allen möglichen Kombinationen aufspalten – was laut Vererbungslehre auch so sein muss.

      Deshalb macht es keinen Sinn, Hybrid-Sorten zu kaufen, wenn man selbst Samen für das nächste Jahr ernten möchte in der Hoffnung, die wären dann so wie die Hybridsorte. Wer aber Spaß am Rumprobieren und eigenen Kreuzversuchen hat, der freut sich über dieses neue Gemisch (also die Kinder der Hybridsorte), denn da können plötzlich wieder Wildeigenschaften und alles mögliche Interessante dabei sein.

      Es ist also nur wichtig zu wissen, was man will.

      Schöne Grüße
      Eva

      • Spike sagt:

        Hallo Eva,
        das ist aber nicht der vollständige Nachteil von Hybrid Saatgut, speziell die angebotenen F1 Hybriden sind oft geschlossenpollig, d.h. Null Nahrung für Bienen + gebildete Samen sind steril größtenteils, so daß immer wieder Saatgut nachgekauft werden muß, im Glücksfall keimfähiges Saatgut, daß aber qualitativ schlechtere Pflanzen hervorbringt (Geschäftsmodell!)

        Aus Wikipedia zu Hybride
        “Um den Heterosis-Effekt vollständig zu nutzen, werden in der Hybridzucht reinerbige Inzuchtlinien als Elterngeneration verwendet. Die entstehenden Linienhybriden bilden die erste Filialgeneration (F1-Generation). Sie werden als F1-Hybriden bezeichnet und sind genetisch uniform.

        Die Verwendung von Hybriden hat für den Landwirt den Nachteil, dass Nachkommen von Hybriden deutlich an Fitness verlieren. Beim Anbau von aus Hybriden erzeugtem Saatgut kommt es beispielsweise bei Mais zu Ertragsreduktionen von etwa 30 %. Der übliche Saatgutpreis beträgt nur einen Teil dieser Ertragseinbuße, weshalb sich der jährliche Saatgutzukauf aus betriebswirtschaftlicher Sicht lohnt. Hinzu kommen zwei weitere Nachteile von offen bestäubten Sorten im Vergleich zu Hybriden: Erstens haben private Saatguthersteller einen geringeren Anreiz, verbesserte Sorten zu entwickeln und zu vermarkten, zweitens können offen bestäubte verbesserte Sorten, insbesondere in Feldnähe zu unverbesserten Sorten, durch Kreuzung ihre Züchtungsvorteile verlieren.”

        • Eva Schumann sagt:

          Hallo Spike,

          zu “geschlossenpollig”
          Ich hab das noch nie in der Gartenbaupraxis gehört. Das kann ja nur da funktionieren, wo man keine Befruchtung braucht, um Früchte zu bekommen (z. B. gibt es Jungfernfrüchtigkeit bei Gewächshausgurken – was selektiert wurde, weil der Verbraucher lieber samenlose Gurken hat). Aber alle Tomatensorten, mit denen ich je zu tun hatte, bekamen nur schöne Früchte, wenn die Blüten befruchtet wurden. Überall wo ich gearbeitet habe und auch in den Gärtnereien, die ich besucht habe, wurden sogar extra Hummeln eingesetzt bzw. liefen die Gärtner mit kleinen Vibrierstäben rum und hielten sie an die Blütenstände, damit Befruchtung stattfand. Sogar bei der Temperatur- und Luftfeuchteregelung wurde und wird die Bestäubung berücksichtigt – dabei wurden da überwiegend Hybridsorten angebaut (weil die Sorten ausgesucht hatten, die eben gegen bestimmte Krankheiten (meist Viren- und Pilzkrankheiten) widerstandsfähiger waren und man Ernteausfälle und Giftspritzen vermeiden wollte).

          zur Ertragsabnahme:
          Das stimmt. Ja klar, nur die eine Generation – nämlich die Pflanzen aus dem Hybridsaatgut – hat die guten Eigenschaften. Die Samen von diesen Hybriden sind dann nämlich Kreuzungen von Hybrid x Hybrid – und die sind nicht mehr einheitlich (Aufspaltung, siehe Vererbungslehre). Die Kinderpflanzen der Hybriden sind alle verschieden. Bei manchen kommen z. B. weniger gute Eigenschaften vom Opa und Uropa ans Licht, die in der Hybridsorte durch andere Eigenschaften verdrängt waren. Deshalb ist der Ertrag der nächsten Generation natürlich viel niedriger!

          Hybridsorten sind nicht dafür gezüchtet, aus ihnen selbst wieder Samen zu gewinnen – obwohl das für den Experimentierwilligen echt interessant sein kann, was da an Vorfahreneigenschaften ans Licht kommen kann.

          Aber ich will niemandem Hybrid-Saatgut einreden. Nur kann ich die Verteufelung des Hybrid-Saatguts nicht nachvollziehen. Jedenfalls nicht bei uns, wo die Gärtner sich meist nicht auch noch mit Saatgutvermehrung befassen – ausgenommen lokale/betriebliche Sondersorten wie den Münchner Bierrettich. Anders sehe ich es, wenn Hybridsorten einem armen Bauern im Entwicklungsland aufgeschwatzt werden, der davon ausgeht, dass er einen Teil der Maisernte o. ä. für den Anbau im nächsten Jahr aufhebt – das geht mit Hybridsaatgut natürlich nicht bzw. ist die Ernte dann nicht so gut. Und das sollte beim Verkauf auch klar gesagt werden!

          Wer sein Saatgut selbst gewinnen möchte und im nächsten Jahr die gleichen Eigenschaften wieder haben möchte, der sollte keine Hybrid-Sorten sondern samenfestes Saatgut kaufen!

  21. Pingback: Hybridsamen – hui oder pfui? | tinto bloggt

  22. Gartenrot sagt:

    Gelbe, gestreift und schwarze Tomaten, die man nun im Supermarkt zu kaufen bekommt, haben oft nur wenige Elternlinien, die miteinander gekreuzt werden. Das genetische Material ist somit im Gegensatz zu sortenechten Tomaten geringer. Dies führt zwangsläufig zu einer schnelleren Ermüdung der Fruchtbarkeit. Die Folge ist, das ständig neue F1-Hybriden gezüchtet werden. Die alten Sorten haben dann ausgedient, denn man hat ja sein Geld mit ihnen verdient.
    Es ist nicht etwas so, das wir heutzutage mehr Sorten an Obst und Gemüse haben sondern weniger. Alte regionale Sorten sind größtenteils verschwunden. Stattdessen sind in jeden deutschen Supermarkt größtenteils dieselben Obst-und Gemüsesorten zu finden. Das Ziel von Monsanto und Co. ist es, das regionale Sorten vom Markt verschwinden, weil sie kein Geld damit verdienen können. Und sie machen es kleinen Betrieben, die alte Sorten erhalten, wie etwa Kokopelli in Frankreich, das Leben schwer.
    http://www.saatgutkampagne.org/kokopelli.html

    Wer Macht über Nahrung hat, braucht keine Kriege zu führen, denn er hat bereits gewonnen.

  23. Raurinde sagt:

    ich würde sagen wenn jeder der Saatgut beziehen will als 1. bei Dreschflegel reinschauen würde und da soviel wie geht bezieht. Dann würden wir Monsanto Singenta ect. schon eins ans Bein geben! Für Chilisaatgut bei Semilias und sonstiges Gemüse bei Prospetia rara kaufen. Gutes gelingen allen und danke für den Bericht!
    werde Ihn weiterverbreiten.
    LG Raui

  24. Pingback: Saatgut und Pflanzen Tauschbörse auch bei KleiGaFo | KleiGaFo ... alles für den Gartenfreund

  25. Pingback: Monsanto gibt Europa NICHT auf!

  26. Habe gestern bei Dreschflegel Samen bestellt und bin dort auf einer guten sicheren Seite. Die Bewegung der Selbstversorgung nimmt immer mehr zu; auch in Wuppertal.

  27. Pingback: Keimglasg vs. Keimautomat / Sprossenbox » Rohkost statt Migräne

  28. Gerhild Walter sagt:

    Wisst ihr, ob Quedlinburger Saatgut gen- und Monsatofrei ist? Oder habt ihr schon andere Sachen darüber gehört?

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