Thujenhecken – Pro und Contra

Die Einstellung zur Thujenhecke teilt Gartenbesitzer, Kleingärtner, Garten- und Landschaftsgärtner, Naturschützer und andere in Befürworter und Gegner. Die einen schätzen die robusten Zypressengewächse aus dem feucht-kühlen Norden Amerikas, die anderen befinden sie als Fremdlinge und wertlos für unsere heimische Tierwelt. Pro und Contra Thujenhecken und Alternativen.
sehr alte Thujenhecke
Selbst diese alte Thujenhecke ist durch den regelmäßigen Formschnitt schmal im Vergleich zu einer Hecke aus freiwachsenden heimischen Blühgehölzen wie Kornelkirsche, Weißdorn oder Schlehe (siehe Pflanzen für Nützlinge).

Ich muss zugeben, ich hätte früher keine Koniferenhecke gepflanzt, geschweige denn eine Thujenhecke. Thujen waren absolut out, nachdem unsere Elterngeneration die Gärten mit Koniferen zugepflanzt hatten, weil sie diese offensichtlich schick fanden. Aber als ich in den 1980er-Jahren in ein altes Haus mit Garten zog, war die Thujenhecke schon da. Und da das Grundstück neben einer viel befahrenen Straße lag, lernte ich sie bald zu schätzen: Unser Garten war dank der dichten Hecke nicht einsehbar, geschützt vor Lärm und Schmutz und statt Verkehr hatten wir eine beruhigend grüne Wand vor Augen, wenn wir im Garten frühstückten.

Dabei nahm uns die schmale Hecke wenig vom Garten weg, da sie im Vergleich zu einer Wildgehölz-Naturhecke oder zu freiwachsenden bunten Hecken mit Laubgehölzen weniger Platz braucht (siehe auch Hecken und begrünte Rankgitter).

Contra Thujenhecken

Mir waren zwar die Nachteile einer einseitigen Koniferenbepflanzung bewusst, aber ich war doch etwas überrascht, dass manche Naturschützer Thujenhecken geradezu verteufeln.

Die Contra-Thujenhecken-Argumente lauten, Thujen seien bei uns nicht heimisch und wertlos für die heimische Fauna, beispielsweise keine Futterpflanze für Insekten, ungeeignet für den Nestbau von Vögeln und auch keine Futterpflanze für diese.

Pro Thujenhecken

Thujenhecken-Befürworter stellen heraus, dass Thujen robuste Pflanzen sind, die auch im Winter mit ihren Schuppenblättern belaubt/benadelt sind (weshab sie „immergrün“ genannt werden). Thujenhecken bieten damit ganzjährig mehr Sichtschutz sowie Wind-, Staub- und Lärmschutz als beispielsweise sommergrüne Laubgehölzhecken – bei gleichzeitig weniger Platzbedarf als freiwachsende Hecken. Auf dem Land können die dichten Koniferenhecken zudem Wildtiere vom Gemüsegarten fernhalten.

Die Thuje ist zwar keine Futterpflanze, die wie die Vogelkirsche im Frühjahr Bienen und anderen Insekten Nektar und Pollen und im Sommer Vögeln Früchte liefert, aber die Thuje beherbergt immerhin Spinnmilben, Blattläuse, Käfer, Miniermotten und andere Kleinlebewesen, welche Nahrung für die Gartenvögel sind. Viele Hobbygärtner beobachten zudem, dass Amseln und andere Vögel sehr wohl auch in Thujenhecken nisten und kleine Vögel sich unter und hinter ihnen vor Greifvögeln etc. verstecken.

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Alternative zur Thujenhecke: die Eibenhecke

Wer eine immergrüne Hecke möchte, die wenig Platz benötigt, kann als Alternative zur Thujen- aber auch eine Eibenhecke pflanzen. Die Eibe (Taxus baccata) ist ein heimisches Nadelgehölz. Ihre Nadeln bleiben auch im Winter dunkelgrün, was für manche edler wirkt als manche Thujenarten und Sorten mit kupfrig-braunem Winterkleid. Die Eibe ist ebenfalls recht robust, verträgt Frost, schattige und sonnige Standorte, lässt sich gut schneiden (im Gegensatz zur Thuje auch bis ins alte Holz), mag aber – wie auch die Thuje – weder Staunässe, noch extrem trockene oder sehr saure Böden. Der Unterschied: Die Thuje wächst etwas schneller, ist allerdings ein Flachwurzler und vor allem in jungen Jahren sehr empfindlich gegenüber Bodentrockenheit, die Eibe ist dagegen ein Tiefwurzler und es macht ihr weniger aus, wenn der Boden oberflächlich austrocknet. Sie verträgt Schatten und Trockenheit etwas besser als Thujen.

Im Gegensatz zu anderen Nadelbäumen bilden Eiben keine Zapfen. Statt dessen entwickeln die weibliche Pflanzen leuchtend rote Früchte, die aus der Ferne wie Beeren wirken und von Vögeln als Speise geschätzt werden.

Hinweis zur Giftigkeit von Thujen und Eiben

Thujen und Eiben sind giftig.
Von der Informationszentrale gegen Vergiftungen (Universitätsklinikum Bonn) wird die Eibe als giftig bis sehr giftig eingestuft, wobei das Gift Taxin in Nadeln und Samen enthalten sind. Gefährlich sind die leuchtend roten Beeren, die Kinder zum Zugreifen verlocken: Zwar ist das Fruchtfleisch selbst nicht giftig, aber die enthaltenen Samen dafür extrem.
Auch die Thuje ist giftig, wobei die giftigen ätherischen Öle im Holz, in den Zapfen und besonders in den Zweigspitzen enthalten sind. Allerdings verlocken Thujen nicht gerade zum Verzehr. Der Hautkontakt mit Thujen kann allerdings allergische Reaktionen hervorrufen, weshalb man beim Heckenschneiden Handschuhe anziehen sollte.

Meine Meinung

Ich finde, das Thema Thujenhecke ist keines, das man so schwarzweiß malen muss, wie es manche strengen Naturschützer tun. Meiner Meinung nach hat die Thujenhecke ihre Berechtigung als Sicht- und Windschutz, Schutz vor Straßenlärm und (einen Teil der) Autoabgase, vor allem wenn der Garten klein ist. Sogar einige Vogelarten nisten in Thujenhecken, andere verstecken sich vor ihren Feinden in der Nähe oder am Fuße der Thujenhecke. Zwar ist die Thujenhecke keine Blütenpflanze, die Nektar und Pollen produziert, aber in ihr halten sich „Schädlinge“ auf, die Nahrung für deren Gegenspieler, beispielsweise die Gartenvögel, sind.

Wer mag, kann alternativ eine Eibenhecke aus heimischen Eiben pflanzen – ich persönlich würde diese aber nur als Gestaltungselement innerhalb des eigenen Gartens (ohne Kleinkinder), aber nicht als Grundstücksbegrenzung an einem öffentlichen Bürgersteig verwenden.

Trotzdem sollte ein Garten nach Möglichkeit vielfältig sein und nicht nur aus Rasen und Thujenhecke bestehen und es spricht alles dafür, zusätzlich (heimische) Pflanzen anzubauen, die unseren Vögeln, Igeln, Nutzinsekten und anderen Lebewesen auch Blüten mit Nektar und Pollen, andere Kleinbiotope und Ähnliches bieten.
Außerdem ist bei jeder Neuplanung heutzutage zu bedenken, dass der Klimawandel Standorte verändert: Die Standorte, die jetzt vielleicht noch für die feuchtigkeitsliebenden Thujen geeignet sind, werden es bald vielleicht nicht mehr sein. Und diese Standortfrage wird nicht nur bei Thujen zu stellen sein, sondern auch bei europäischen Pflanzen, die jetzt noch zur regionalen heimischen Flora gehören: Auch heimische Pflanzen, die jetzt an einem bestimmten Standort gedeihen und gut funktionierende Gemeinschaften mit anderer Flora sowie Fauna bilden, tun dies in ein paar Jahren wahrscheinlich nicht mehr am gleichen Platz, weil sich das Klima und damit die Standortbedingungen verändert haben werden.

bunte Hecke aus Blühgehölzen
Bunte Laubgehölzhecken sind in der Vegetationszeit ein echter Hingucker, aber im Winter nicht blickdicht.

Man wird sehen, wo sich die regionale heimische Flora anpassen kann und wo sie sich (sinnvollerweise) von Neulingen aus südlicheren Gefilden Europas und von anderwo, die besser zu den neuen Standortbedingungen passen, verdrängen lassen muss.

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Über Eva Schumann

Ich lerne gerne und lebenslanges Lernen ist mein Lebensmotto. Ich habe viele Ausbildungen (Einzelhandelskauffrau Parfümerie, abgeschlossenes Studium Gartenbau, Weiterbildung Netzwerk- und Internetmanagement, Schulungen technische Redaktion, IT, Mobilfunknetze, Programmierung, Datenbanken und mehr) und auch ausgiebig Berufserfahrung gesammelt. Daneben war ich immer leidenschaftliche Hobbygärtnerin (Garten, Balkon, Terrasse) und Hobbybörsianerin (aus Begeisterung für das Internet). Ich verdiene meinen Lebensunterhalt heute als freie Journalistin, Bloggerin, Texterin, Buchautorin und Technische Redakteurin (mehr siehe www.evaschumann.biz) sowie über meine werbefinanzierten Publikationen im Internet (Portalseite www.tinto.de). Buchen Sie Werbeplatz oder bestellen Sie frische Texte, Bilder oder anderen Content bei tinto@tinto.de oder eschumann@evaschumann.biz
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