Wie werden Blumentöpfe, Kübel und andere Pflanzgefäße möglichst umweltgerecht entsorgt?

Am umweltfreundlichsten und billigsten ist es, wenn man Töpfe, Schalen, Pflanzkübel und andere Pflanzgefäße möglichst viele Jahre im Einsatz hat, sie eventuell upcycelt (verschönert, aufmotzt, umfunktioniert) und weiterverwendet. Aber manchmal werden es einfach zu viele Gefäße oder sie sind so kaputt, dass man sie nicht mehr verwenden kann, und manchmal mag man sie einfach nicht mehr. Wie wird man die Blumentöpfe und Pflanzgefäße aus den verschiedenen Materialien dann möglichst umweltgerecht los?

Tontöpfe

Was tun, wenn ein Pflanzgefäß kaputt geht oder nicht mehr gefällt? Die wenigsten Probleme mit der Entsorgung bereiten natürliche Materialien.

Pflanzgefäße aus Naturstein, Holz und Keramischen Massen (Ton, Terracotta etc.)
Schalen, Töpfe, Tröge, Kübel und andere Gefäße aus Naturstein kann man im Grunde ewig im Einsatz haben. Oft sind sie sogar recht wertvoll. Falls man sie wirklich nicht mehr mag, kann man sie an Liebhaber verschenken/verkaufen oder zweckentfremdet nutzen, beispielsweise kann man aus ihnen ein Wasserspiel o. ä. bauen oder man nutzt sie um etwas zu beschweren.

Auch Gefäße aus Holz, beispielsweise Pflanzkästen oder halbierte Fässer, kann man sehr lange nutzen. Sie lassen sich notfalls reparieren, verkaufen oder verschenken. Wenn gar nichts mehr geht, kann man sie selbst zerhacken und im Kamin verfeuern oder kleine Mengen in die eigene Restmülltonne geben. Man kann Holzgefäße auch zum Wertstoffhof bringen. Als Außenbereichsholz darf es aber nicht in den normalen Holzcontainer geworfen werden, der für Holzmöbel gedacht ist. Wenn der Wertstoffhof Naturholz sammelt und die Pflanzbehälter nicht behandelt sind, kann man fragen, ob man sie dort hinzufügen darf. Ansonsten kann man Außenholz in überschaubaren Mengen (gebührenpflichtig) in deren Müllbehälter geben.

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Terracotta-Pflanzgefäß aus Italien

Tontöpfe und Terracottagefäße sind normalerweise langlebig. Sind sie defekt, kann man sie zerschlagen und die Scherben zur Dränage oder zum Schutz des Abflusslochs vor Verstopfung bei anderen Pflanzkübeln verwenden. Hat man mehr Scherben, als man braucht, kann man sie in haushaltsüblichen Mengen in den Restmüll geben. Bei größeren Mengen sollte man sie zum örtlichen Wertstoffhof bringen, wo sie normalerweise zum Bauschutt gehören.

Pflanzgefäße aus Metall
Pflanzgefäße aus Metall gibt es matt, hochglänzend und mit „Edelrost“ (gewünschter Rost) – jeweils mit einer völlig anderen „Aussage“. Doch bei der Entsorgung sind sie gleich.
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Edelrost-Kräuterspirale

Pflanzgefäße aus Edelstahl und anderen Metallen kann man zum Wertstoffhof bringen, dort gibt es in der Regel einen Container für Schrott, dessen Inhalt in einen Recyclingprozess eingebracht wird, bei dem die Metalle aussortiert und wiederverwendet werden.

Gefäße aus Beton, Kunststein etc.
Schalen, Kübel und andere Pflanzgefäße aus Beton, Kunststein und ähnlichem, für die man keine Verwendung mehr hat, werden in der Restmülltonne entsorgt. Sind sie zu groß, bringt man sie zum Wertstoffhof  und muss sie dort beim Bauschutt abgeben.

Im Zweifelsfalle sollte man das Wertstoffhofpersonal vor Ort fragen, die Leute sind in der Regel sehr hilfsbereit. Allerdings sollte man nach möglichen Gebühren fragen, bevor man schwere oder sperrige Pflanzgefäße eine steile Treppe hinauf zur Containeröffnung schleppt. Erscheinen die Gebühren zu hoch, kann man das Gefäß wieder mitnehmen und sich eine andere Lösung überlegen – vielleicht entscheidet man sich doch, aus dem Kunststeintopf einen Miniteich zu basteln.

Gefäße aus Kunststoff und Verbundstoffen (Fiberglas/faserverstärkter Kunststoff, Fiberclay, Fiberstone etc.)

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Naturstein-Design aus Fiberglas

Plastiktöpfe, in denen Pflanzen geliefert wurden, kann man anschließend für die eigene Jungpflanzenanzucht – also Aussaat oder Stecklingsvermehrung – oder für Zimmerpflanzen, die sowieso einen Übertopf erhalten sollen, verwenden. Wer mag, kann die Töpfe auch anmalen oder mit Sprühfarbe umfärben – schon hat man einen ganz neuen Stil und/oder Farbakzent auf dem Balkon oder der Terrasse.

Plastiktöpfe, die kaputt sind oder die man nicht mehr mag und die ursprünglich als „Verpackung“ mit gekauften Pflanzen ins Haus kamen, darf man in den meisten Kommunen in den gelben Sack oder die gelbe Tonne stecken. Ansonsten müssen Plastiktöpfe/-Übertöpfe, Pflanzkübel, Schalen oder andere Pflanzgefäße aus Kunststoff in die Restmülltonne, sehr große als Sperrmüll zum Wertstoffhof.

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Balkonkasten aus Fiberglas

Viele Pflanzgefäße aus den neuen Verbundmaterialien wirken sehr natürlich und sind optisch sehr ansprechend. Oft vereinen sie Materialeigenschaften ganz verschiedener Materialien. Ihre Entsorgung belastet die Umwelt allerdings mehr als natürliche Materialien. Doch sind die meisten immerhin recht langlebig – was auch die Frostfestigkeitsgarantien verschiedener Hersteller zeigen.

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Design „Woodley“ Old Stone aus Fiberglas

Für Pflanzgefäße aus Faserverbundstoffen wie Fiberglas, Fiberclay, Fiberstone, Faserbeton, Polystone und wie sie alle heißen, gilt derzeit i. d. R. die Recyclingklasse 7, das heißt: Es ist kein Recycling vorgesehen. Zwar gibt es mit Fibreglass Recycling Europe einen Verwerter, allerdings kann man dort nicht als Verbraucher mit seinem Blumentopf aus glasfaserverstärktem Kunststoff vorbeischauen. Das Unternehmen recycelt Produkte von Herstellern, mit denen sie einen Vertrag haben und die dann entsprechend gelabelt werden. Man muss Behälter aus Faserverbundstoffen als Endverbraucher derzeit, wenn man sie nicht für etwas anderes verwenden kann (beispielsweise als Aufbewahrungsbehälter im Keller), in den Restmüll geben beziehungsweise großen Gefäße zum Wertstoffhof bringen und sie dort als Sperrmüll abgeben.

Nur zur Info:
Beim Abbau von alten Windkrafträdern und beim Ausrangieren von Leichtflugzeugen und Booten fallen große Mengen solcher Verbundstoffe als Abfall an und an ihnen ist die Zementindustrie interessiert – sie nutzen sie als Energielieferant und sind auch an den mineralischen Zusätzen interessiert. Für diesen Zweitnutzungsprozess gibt es Recyclingunternehmen wie Fibreglass Recycling Europe. Ich habe leider keine Sammelstelle und kein Kreislaufsystem für Endverbraucher-Haushaltsprodukte aus solchen Stoffen gefunden, obwohl über das Thema Recycling von Verbundstoffen schon lange gesprochen wird. Die Hersteller der Fiberglas-/Faserverbund-Pflanzgefäße, die ich angeschrieben habe, bieten leider keine Rücknahme an und kennen auch keine Sammelstellen für Endverbraucher.

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Sollte ich etwas Neues in Erfahrung bringen, werde ich es hier gerne noch ergänzen. Falls ein Leser oder eine Leserin Tipps hat oder mehr weiß, freue ich mich über eine E-Mail an tinto@tinto.de

Buchtipp:
Flexibel und mobil gärtnern: Blumen, Gemüse & Kräuter, Stauden und Gehölze in Töpfen und anderen Pflanzgefäßen anbauen und so Balkone, Terrassen, Dachterrassen, Eingangsbereiche verschönern und/oder für den Selbstversorgeranbau nutzen. Standortgerecht Gartenträume wahrmachen – vom ansprechenden Eingangsbereich über Duft-, Bienen-, Künstlerbalkon bis zur Wohlfühloase und/oder Selbstversorgerterrasse auf dem Dach.

Gärtnern in Töpfen:*
Balkon und Terrasse mit Pflanzen gestalten*
Eva Schumann
Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart, 1. Auflage (2019)
Taschenbuch/Klappenbroschur, 128 S.,
86 Farbfotos, 3 Farbzeichungen, 17 Tabellen
ISBN 3-8186-0635-8 







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Über Eva Schumann

Garten(bau) und Gärtnern sind meine Therapie und Leidenschaft und sie waren viele Jahre mein Beruf. Zu meinem Gartenbau-Studium kam ich über den zweiten Bildungsweg, denn da lernte ich den Spaß am Lernen und so wurde lebenslanges Lernen zu meinem Lebensmotto. Ich bin Fachfrau auf mehreren Gebieten, denn ich habe mehrere Ausbildungen (Einzelhandelskauffrau Parfümerie, abgeschlossenes Studium Gartenbau, Weiterbildung Netzwerk- und Internetmanagement, Schulungen technische Redaktion, IT, Mobilfunknetze, Programmierung, Datenbanken und mehr) und auch ausgiebig Berufserfahrung gesammelt. Daneben bin ich immer leidenschaftliche Hobbygärtnerin (Garten, Balkon, Terrasse) und Hobbybörsianerin (aus Begeisterung für das Internet) geblieben. Ich verdiene meinen Lebensunterhalt heute als freie Journalistin, Bloggerin, Texterin, Buchautorin und Technische Redakteurin (mehr siehe www.evaschumann.biz) sowie über meine werbefinanzierten Publikationen im Internet (Portalseite www.tinto.de). Buchen Sie Werbeplatz oder bestellen Sie frische Texte, Bilder oder anderen Content bei tinto@tinto.de oder eschumann@evaschumann.biz
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