Wir essen unser Unkraut: Löwenzahn-Bratkartoffeln mit Speck

Ist Löwenzahn ein Unkraut, Wildgemüse oder eine Heilpflanze? All das und noch mehr! Eine kurze Vorstellung und ein super einfaches Rezept („Löwenzahn-Bratkartoffeln mit Speck“), das sich für Vegetarier und Veganer ganz leicht abwandeln lässt.

Löwenzahn im Garten
Löwenzahn im Garten. Je jünger die Blätter sind, desto weniger bitter sind sie.

Unkraut ist ein unsinniger Begriff, denn krautige Pflanzen im botanischen Sinne sind „nicht verholzende“ Pflanzen. Nicht krautig (un-krautig) wären dann also Gehölze. Aber als Unkraut wurden und werden meist Pflanzen bezeichnet, die an einem Platz wachsen, wo wir Menschen sie nicht wollten, weil sie dort entweder den von uns angebauten Kulturpflanzen das Licht, Wasser und Nährstoffe wegnehmen oder weil wir sie da nicht schön oder aus anderen Gründen unpassend finden. Als Unkräuter bezeichnet wurden und werden beispielsweise Giersch, Zaunwinde, Kriechender Hahnenfuß und viele mehr. Oft wurde die Zuordnung auch aus der konventionellen Landwirtschaft übernommen, in der bei vielen jede Pflanze, die nicht die angebaute war, als Feind angesehen wurde.

Doch inzwischen, in Zeiten des Artensterbens, verbreitet sich mehr und mehr die Erkenntnis, dass alle Lebewesen Bestandteil miteinander verwobener, vieldimensionaler Netze sind, bei denen die einzelnen Komponenten wichtig sind und mit deren Vielfalt das Gesamte an Stabilität gewinnt – wovon wir letztendlich abhängen (Nahrung für uns, Nahrungspflanzenbestäuber, Futter für andere Mitlebewesen, auf die wir über Umwege angewiesen sind usw.).

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Der Gewöhnliche Löwenzahn

Zu den Pflanzen, die von manchen als „Unkraut“ bezeichnet werden, gehört der Gewöhnliche Löwenzahn. Aber eigentlich ist er ein heimisches Wildkraut, das in Wiesen, an Wegrändern und in Gärten wächst, das Brachflächen, Schutthalden und jede freie Ritze besiedelt.

Löwenzahn-Basics

Löwenzahn (Taraxacum) ist eine Gattung der Familie der Korbblütler. Der Gewöhnliche Löwenzahn (Taraxacum sect. Ruderalia) bezeichnet nicht nur eine Art, sondern eine ganze Gruppe. Die Hauptblütezeit ist im April/Mai – zu der Zeit ist er eine wichtige Bienenweidepflanze (Löwenzahnhonig). Wie bei allen Korbblütlern ist das, was wir als eine Blüte wahrnehmen, eigentlich ein Blütenstand mit Hochblättern, Hüllblättern und vielen gelben Zungenblüten auf einem hohlen Blütenstandstiel. Nachts sowie bei Regen oder Trockenheit schließen sich die Hüllblätter.

Die einzelnen Blüten bilden Früchte, die zusammen den Fruchtstand bilden, den Kinder als „Pusteblume“ bezeichnen. Jede kleine Frucht des Fruchtstandes hat ihren eigenen Flugschirm an einem Stielchen und wird vom Wind davon getragen.

Die jungen Blättern eignen sich roh als Salatbestandteil, Presssaft oder Smoothiezutat, lassen sich aber auch als Gemüse kochen. Auch die Wurzeln kann man roh oder gekocht essen oder über Trocknung und Röstung zu einem Kaffeeersatz verarbeiten. Aus den Blüten kann Sirup oder Gelee hergestellt werden. Löwenzahn ist außerdem ein wichtiges Kraut für Weidetiere und Bestandteil der Kräuter für Kleintiere.

Löwenzahn und andere Kräuter zum Essen oder zur inneren Anwendung sollte man nur da sammeln, wo nicht gespritzt wurde, nicht an viel befahrenen Straßen oder an Hunde-Gassirouten.

Die einzelnen Blüten des gelben Blütenstandes entwickeln sich zu Flugsamen und der Blütenstand wird zur Pusteblume ein.

Die jungen Blätter des Löwenzahns eignen sich roh und kleingeschnitten als Salatbestandteil oder als Würzkraut. Man kann sie auch Presssäften oder Smoothies als Zutat hinzufügen oder sie als Gemüse zubereiten. Auch die Wurzeln kann man roh oder gekocht essen oder über Trocknung und Röstung zu einem Kaffeeersatz verarbeiten. Aus den Blüten lassen sich Sirup oder Gelee herstellen. Löwenzahn ist außerdem ein wichtiges Kraut für Weidetiere und Bestandteil der Kräutermixtur für Kleintiere.

Frisch geernteter Löwenzahn
Frisch geernteter Löwenzahn

Löwenzahn hat wegen seiner wertvollen Inhaltsstoffen (Vitamine, Mineralstoffe, Inulin, Bitterstoffe, Triterpene und andere) auch in der Medizin, Volksheilkunde und Homöopathie Bedeutung und wird/wurde beispielsweise gegen Appetitmangel, Verdauungsbeschwerden, Diabetes und anderem mehr angewendet. So kann man einen Tee aus Blättern (innerlich, angeblich gut für die Verdauung), Wurzeln (innerlich, angeblich gut für die inneren Organe) oder Blüten (äußerlich, angeblich gut als Gesichtswasser) zubereiten. Andererseits wird Löwenzahn von der Informationszentrale gegen Vergiftungen als „gering giftig“ eingestuft, jedoch ohne Angaben, ab welchen Mengen und für wen. Man sollte sicherheitshalber keine zu großen Mengen Löwenzahn essen und wer zu Allergien neigt, sollte wissen, dass der Milchsaft zu Hautreizungen führen kann.

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Löwenzahn und andere Kräuter zum Verzehr oder zur inneren Anwendung sollte man nur da sammeln, wo keine giftigen Pflanzenschutzmittel oder Ähnliches gespritzt wurden, nicht an vielbefahrenen Straßen und nicht dort, wo regelmäßig Hunde Gassigeführt werden.

Löwenzahn-Rezept

In unserem Gemeinschaftsgarten wächst der Löwenzahn im Rasen auf dem begrünten Tiefgaragendach und am Grundstücksrand im lichten Schatten unter Laubgehölzen (die im Winter und Frühling noch blattlos sind). Während er in unserem Rasen wenig Blattmasse bildet, weil er mit Gräsern, Gänseblümchen und anderen Rasenblumen konkurrieren muss, gedeiht er im Frühling unter den Bäumen prächtig. Es bot sich also an, ihn nicht nur den Hasen zu überlassen, sondern ihn auch einmal in der Küche zu verarbeiten.

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Löwenzahn-Bratkartoffeln mit Speck

Das ist mein Rezept für ein schnelles Gericht aus (übriggebliebenen) Pellkartoffeln und ein paar Löwenzahnblättern aus dem Garten. Natürlich kann man auch Salzkartoffeln verwenden, ich bevorzuge Pellkartoffeln, weil sie so schnell, energiesparend und vitaminschonend im Dampfkochtopf gekocht werden können.

Zutaten

Pellkartoffeln, gepellt und in Scheiben
Löwenzahnblätter, gewaschen und grob gehackt
(Löwenzahnblüten zur Dekoration)
Zwiebel(n), gehackt
Speck (ersatzweise Tofu würzig mariniert), gewürfelt
zum Braten geeignetes Pflanzenöl oder Fett
Salz und Pfeffer
(Butter, kaltgepresstes Pflanzenöl)

Zubereitung

In einer Pfanne mit etwas hitzeverträglichem Pflanzenöl o. Ä. Speck auslassen. Den Speck dann an den Rand schieben (oder herausnehmen und warm halten) und Kartoffeln und Zwiebeln im Öl/Fett anschwitzen, bis sie leicht gebräunt sind. Zum Schluss die gehackten Löwenzahnblätter hinzufügen und heiß werden lassen. Mit Salz, Pfeffer (Butter, Pflanzenöl) abschmecken. Auf Tellern mit Löwenzahnblüten garnieren und servieren.

Löwenzahnbratkartoffeln mit Speck
Löwenzahn-Bratkartoffeln mit Speck

PS: Dazu kann man Spiegelei, (vegane) Würstchen, gebratenen Leberkäs (oder entsprechende Tofu-/Seitanprodukte) essen.

Zwei interessant klingende Rezepte mit Gewöhnlichem Löwenzahn findet man auch in dem Buch

Ersatz-Abbildung Gartenbuch mit Werbelink zu Amazon.de Der Giersch muss weg! *
28 Unkräuter bekämpfen oder einfach aufessen.
50 frische Wildkräuter-Rezepte
Susanne Hansch, Elke Schwarzer
Verlag Eugen Ulmer**
128 Seiten
Klappenbroschur
ISBN: 978-3-8186-0647-3

**Das Buch habe ich kostenfrei vom Verlag erhalten

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Über Eva Schumann

Garten(bau) und Gärtnern sind meine Therapie und Leidenschaft und sie waren viele Jahre mein Beruf. Zu meinem Gartenbau-Studium kam ich über den zweiten Bildungsweg, denn da lernte ich den Spaß am Lernen und lebenslanges Lernen wurde zu meinem Lebensmotto. Ich wurde Fachfrau auf sehr unterschiedlichen Gebieten - von der Einzelhandelskauffrau Parfümerie, über die Diplom-Ingenieurin Gartenbau (FH) mit Berufserfahrung im biologischen Pflanzenschutz und der Beratung von Hobbygärtnern, zur zertifizierten Netzwerk- und Internetmanagerin, technischen Redakteurin und anderem mehr. Bisher finanzierte ich meine Online-Veröffentlichungen über Werbung, was seit der zunehmenden mobilen Nutzung und den Werbeblockern immer schlechter funktioniert. Deshalb kann man mich jetzt auch per Paypal ("Kaffeekasse") unterstützen: paypalme/eva4tinto. Danke!
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