Buchsbaumzünsler – kein Grund zur Verzweiflung

Der Buchsbaum (Buxus sempervirens) war lange ein beliebtes Gestaltungelement in Gärten und Parks, in Beeten und in Kübeln. Seine Robustheit und Eignung für den Formschnitt brachten ihm viele Anhänger. Doch in den letzten Jahrzehnten machten sich zunehmend schwierige Krankheiten und Schädlinge am Buchs breit, so dass er mancherorts schon nicht mehr angepflanzt und nach Alternativen gesucht wurde. Neben dem Buchsbaumsterben, einer Pilzkrankheit, wurde ihm besonders der Buchbaumzünsler zur ernsten Bedrohung. Und lange sah es so aus, als wäre das Ende des Buchses in deutschen Gärten eingeläutet worden. Doch es gibt Hoffnung!

Buchsbaumzünsler-Raupe im älteren Stadium und Schaden am Buchsbaum (Bild: © wpoeschl / Pixabay)
Der Buchsbaumzünsler (Diaphania perspectalis Syn. Cydalima perspectalis Syn. Glyphodes perspectalis) ist ein Kleinschmetterlings, dessen gut getarnte Raupen den Buchs von innen nach außen kahl fressen. Im Extremfall sterben die befallenen Pflanzen sogar ab.

Die mit Baumschulware aus Ostasien eingeschleppten Schädlinge fühlten sich bei uns dank Klimawandel wohl. Und da sie hier keine natürlichen Feinde hatten, konnten sie sich ausbreiten. In manchen Regionen wurde der Buchsbaumzünsler bald zum Schrecken von Waldbesitzern, Förstern, Gärtnern und Hobbygärtnern.

Woran erkennt man den Buchsbaumzünsler?

Der Falter hat meist weiße Flügel mit dunklen Rändern. Er sitzt auf den Unterseiten von Blättern anderer Pflanzen. Erst zur Eiablage fliegen die Weibchen Buchsbäume an. Die erste Falter-Generation der Falter ist etwa im Mai aktiv. Je nach Region und Witterung gibt es bis zu drei Generationen pro Jahr.

Aus den Eiern schlüpfen kleine grüne Raupen, die im Inneren der Buchsbäume zunächst die weichere Seite der Blätter abfressen (Fensterfraß). Doch sie wachsen schnell und bald fressen sie ganze Blätter, dann auch grüne Stiele und bei Nahrungsknappheit sogar verholzte Triebe. Dabei entwickeln sie sich zu bis zu 5 cm langen, gelblich-grünen Raupen mit schwarzen und weißen Längsstreifen. Nach der Verpuppung und der Puppenphase schlüpfen die Falter der nächsten Generation.

Die Raupen der letzten Eiablage des Jahres überwintern in schützenden Kokons, meist versteckt zwischen den Blättern der Buchsbäume, aber auch in Ritzen in der Nähe der Pflanzen. Minustemperaturen bis -20 °C scheinen sie so problemlos zu verkraften. Ab Temperaturen von 7 °C oder höher im folgenden Frühjahr werden sie wieder aktiv und vollenden ihre Entwicklung. Aus den Puppen schlüpfen dann im Mai die ersten Falter des neuen Jahres schlüpfen, die dann etwa 8 Tage lang ihre Eier legen.

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Buchsbaumzünsler-Befall im Endstadium

Wenn Buchsbäume von Buchsbaumzünsler-Raupen kahlgefressen wurden, findet man nur noch Blattrippen, Gespinste, Kokons und in den Gespinsten helle Kotkrümel.

Hilfe aus der Natur ist inzwischen da

Zuerst hatte der Buchsbaumzünsler bei uns keine natürlichen Gegenspieler. So gab es keine Schlupfwespen, die die Raupen parasitierten, oder ähnliche nützliche einheimische Insekten. Die Vögel mochten ihn zunächst auch nicht, was man auf seine giftigen Nahrungspflanzen zurückführte. Inzwischen haben jedoch einige heimische Tiere Geschmack an den Raupen des Einwanderers gefunden: Stare, Spatzen, Kohlmeisen und andere Vögel sowie Wespen wurden bereits als fleißige Buchsbaumzünsler-Vertilger beobachtet. Der Buchsbaumzünsler liefert damit einen weiteren Grund, Vögel im Garten zu fördern: Kleine Vögel benötigen beispielsweise Schutz vor Raubvögeln, Katzen und anderen Jägern und man sollte Brutmöglichkeiten schaffen sowie die Schutzzeiten für den Heckenschnitt einhalten.

Buchsbaumzünsler bekämpfen mit Strategie

Noch nicht überall hat sich unter den Vögeln herumgesprochen, dass die Buchsbaumzünslerraupen gutes Futter sind. Aber auch da sind Gärtner und Hobbygärtner nicht machtlos:
  • Schon beim Kauf sollte man Gehölze auf Fensterfraß im Inneren, sonstigen Blattfraß, Raupen, Gespinste, Kotkrümel und Kokons prüfen und nur einwandfreie Ware mit nach Hause nehmen.
  • Später ist die regelmäßige Pflanzenkontrolle wichtig: Von März bis Oktober kontrolliert man regelmäßig Buchsbaum, Spindelstrauch (Euonymus japonicus und E. alata) sowie Stechpalme (Ilex purpurea). Sind noch keine Symptome da, die ins Auge fallen (abgefressene Blätter, Gespinste, Raupen etc.), sollte man im Inneren der Sträucher nach den kleinen grünen Räupchen und Fensterfraß suchen.
  • Sind einzelne Buchsbäume befallen, beispielsweise ein paar wenige Buchsbäumchen im Kübel, kann man ihnen mit einer Pinzette zu Leibe rücken, nämlich damit die Gespinste entfernen und die Raupen absammeln.
  • Hat man jedoch eine ganze Buchsbaumhecke, ist das Abklauben mit der Pinzette zu mühselig. Dann legt man auf einer Seite der Hecke parallel zu ihr eine breite Folie aus und bläst die Raupen mit dem Laubbläser oder spritzt sie mit einem festen Wasserstrahl von der anderen Seite der Hecke aus von den Blättern auf die Folie. Anschließend kann man die Raupen aufsammeln (oder von Vögeln aufpicken lassen, wenn die bereits gelernt haben, dass diese Raupen essbar sind).
  • Bei stärkeren Schäden schneidet man die Sträucher zurück. Das abgeschnittene Pflanzenmaterial darf man nicht neben der Hecke ablegen oder gar dort liegen lassen, sondern sammelt es in einer Wanne und gibt es in die Biotonne (nicht auf den Komposthaufen, denn dort könnten sie ihren Zyklus eventuell vollenden!).
  • Pheromonfallen und Lichtfallen sind in größeren Buchsbaumbeständen eine Möglichkeit, Falter abzufangen oder zumindest die Flugzeiten zu bestimmen.
  • Gegen Buchsbäume erlaubt sind biologische Spritzmittel auf Basis von Bakterien, die die Raupen von innen her abtöten. Bei den aktuell zugelassenen Wirkstoffen handelt es sich um Bacillus thuringiensis subspecies kurstaki Stamm ABTS-351 (Stamm HD-1) und Bacillus thuringiensis subspecies aizawai Stamm ABTS-1857. Die dazu gehörenden Präparate heißen beispielsweise Bactospeine ES, Dipel ES, Florbac, Lizetan Buchsbaumzünslerfrei, Universal Raupenfrei Lizetan und XenTari. Auch diese Mittel sollten mit genügend Druck und Sorgfalt ausgebracht werden, damit auch die Blätter im Strauchinneren gut benetzt werden.
  • Nachtrag 19.09.2019
    Hängt man weiße Leinentücher über die Buchsbäume, werden die Raupen davon angezogen und man kann sie anschließend absammeln – das hat eine Ulmerin durch Zufall herausgefunden (Quelle: swp.de).

Apropos Zulassungen

Nicht nur chemisch-synthetische, auch biologische Pflanzenschutzmittel brauchen eine Zulassung. Da sich Zulassungen ständig ändern, kann man die aktuelle Situation auf den Webseiten des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BLV) jederzeit prüfen. Sucht man nach zugelassenen Pflanzenschutzmitteln gegen Buchsbaumzünsler an Buchs, geht man folgendermaßen vor:
  1. Zunächst ruft man die Standardsuche der Pflanzenschutz-Datenbank des BLV auf.
  2. Nun ändert man folgende Felder (per Voreinstellung enthalten sie entweder gar nichts oder Alle).
    • HuK/Alle: Klicken Sie auf den Pfeil nach unten und wählen Sie Haus und Kleingarten.
    • Kultur: Klicken Sie auf den Pfeil nach unten und wählen Sie Buchsbaum (Gemeiner -) aus der Liste.
    • Schadorganismus: Klicken Sie auf den Pfeil nach unten und wählen Sie Freifressende Schmetterlingsraupen.
    • Klicken Sie unten auf Suchen.
  3. Auf der Ergebnisseite PSM-Liste werden nun die oben genannten Pflanzenschutzmittel gegen Buchsbaumzünsler in einer Tabelle mit weiteren Angaben, beispielsweise dem Wirkstoff, aufgelistet. Weitere Informationen zu den Präparaten erhält man wenn man auf die Handelsbezeichnung oder die Zulassungsnummer klickt.


Alternativen zum Buchsbaum

Wem der Spaß am Buchsbaum nach schlechten Erfahrungen erst einmal verloren gegangen ist, sollte sich in einer Baumschule Berberitze (Berberis), Scheinzypresse (Chamaecyparis), Liguster (Ligustrum), japanische Hülse (Ilex crenata), Steineibe (Podocarpus) und andere Gehölze als mögliche Alternativen zum Buchsbaum zeigen lassen. Eine ausführlichere Tabelle mit Alternativpflanzen einschließlich der Angaben zur Höhe, Schattenverträglichkeit, Frosthärte und mehr findet man im Buch Gesunder Buchsbaum: Krankheiten und Schädlinge erkennen und erfolgreich behandeln*, Heinrich Beltz, Verlag Eugen Ulmer.
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Was ist Clean Eating und wie geht es?

Unter Clean Eating („sauberes Essen“) versteht man eine Ernährung ohne künstliche Zusatzstoffe, ohne künstliche Aromen, Farbstoffe und anderes, was die wahre Natur eines Lebensmittels verschleiert, es künstlich verschönt, die Schwächen einer billigen Produktion und Verarbeitung übertüncht oder Lebensmittel durch chemische Zusätze zumindest optisch ewig leben lässt. Clean Eating setzt statt dessen auf ursprüngliche landwirtschaftliche, gärtnerische oder Fischerei-Erzeugnisse, die weitgehend ohne unnötige und vor allem ohne künstliche Zusatzstoffe, aber trotzdem köstlich zubereitet werden. Natürliches, gesundes Essen aus nachhaltiger Herstellung für ein bewusstes Leben eben. Und das umzusetzen ist gar nicht so kompliziert.
Einfach, schnell und clean: Gebratener grüner Spargel mit Tagliatelle und Parmesankäse

Ich persönlich bin nicht dogmatisch, was Essen anbetrifft, und auch keine Ernährungsextremistin. Aber wenn ich mein Essen selbst zubereite, setze ich immer auf „Clean Eating“, auf weitgehend natürliches Essen, und zwar schon seit Jahrzehnten, lange bevor es den Ausdruck Clean Eating oder den Trend gab. Es begann damit, dass ich durch einen Fachartikel darüber aufgeklärt wurde, was in manchem Fruchtjoghurt aus dem Supermarktsregal drin ist, was weder mit einem Milchprodukt noch mit Früchten zu tun hat: beispielsweise Gelatine (aus Knochen), natürliches Fruchtaroma (das mit Pilzkulturen auf Holz erzeugt wird), Rote-Beete-Saft (damit die Farbe passt) und anderes mehr. Fortan gab es bei mir nur noch Bio-Naturjoghurt mit frischen oder eingeweckten Früchten. Je mehr ich mich mit den Inhaltsstoffen beschäftigte, desto häufiger griff ich lieber auf das naturbelassene Ausgangsprodukt zurück und bereitete es mit frischen Zutaten nach meinem Geschmack zu. Da mir Fertigsoßen und manche Fertiggerichte oft sowieso nicht schmeckten oder aber einen fiesen Nachgeschmack hinterließen, der mich im Nachhinein vor dem eben Verzehrten ekeln ließ, verzichte ich weitgehend darauf.

Ich finde: Es gibt doch bessere Möglichkeiten, schnell etwas auf den Tisch zu bringen als viele der Fertigerzeugnisse, die angeboten werden. Ich persönlich schlage lieber ein paar Eier in die Pfanne und esse dazu ein gutes Butterbrot, als mir ein Fertiggericht mit künstlichen Zusatzstoffen aufzuwärmen (jedenfalls meistens).

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Künstliche Zusatzstoffe

Zu den Zusatzstoffen gehören Farbstoffe, Konservierungsstoffe, Verdickungsmittel, Emulgatoren, Geschmacksverstärker, Antioxidantien, Säuerungsmittel, Trennmittel, Treibmittel und Zuckeraustauschstoffe. Es gibt natürliche und künstliche Zusatzstoffe. Beispielsweise ist Essigsäure ein natürliches Konservierungsmittel, Natamycin ein künstliches, das im Verdacht steht, allergiefördernd zu sein.
In der Europäischen Union erlaubte Zusatzstoffe haben alle eine E-Nummer (Essigsäure: E260, Natamycin: E235). Es bleibt aber dem Hersteller überlassen, ob er die Nummer oder den Namen des Zusatzstoffes auf die Verpackung druckt. Nicht alle Zusatzstoffe sind schädlich – weder alle natürlichen, noch alle künstlichen -, aber manche werden doch als gesundheitlich nicht einschätzbar bis problematisch angesehen. Und die, die sich für Clean Eating entscheiden, möchten weitgehend auf sie verzichten.

Clean Eating ist ein Trend, wie es zuvor Rohkost und Vegane Ernährung waren. Aber gerade für die Veganer wird die Umstellung zur Herausforderung (wenn sie nicht Bio-Veganer waren), denn viele der Ersatz-Fleisch-/Wurst-/Käseprodukte für die vegane Ernährung sind voller Zusatzstoffe, um eine bestimmte Konsistenz und den gewünschten Geschmack nachzuahmen.
Auch viele normale Brotwaren aus dem Supermarkt enthalten alle möglichen Zusatzstoffe, die man in Brotwaren nicht erwartet und als Purist lieber nicht essen möchte.

Vorteile des Clean Eating

Manche Menschen, die Clean Eating ausprobiert haben, berichten von besserer Verdauung, besserer Haut, mehr Energie, besserem Schlaf und besserer Konzentrationsfähigkeit. Soweit würde ich persönlich nicht gehen – vor allem, weil ich kein klares Vorher und Nachher habe, die ich miteinander vergleichen könnte. Und schlecht schlafen tue ich seit Jahrzehnten und leider immer noch, was wahrscheinlich mit meinem Konsum an digitalen Medien und dem unregelmäßigen Schlaf-Wach-Rhythmus eines Workoholics zu tun hat, dagegen hilft auch kein Clean Eating, jedenfalls nicht alleine. Jedoch sagt mir mein Körper, wenn ich nicht clean gegessen habe: Manches rächt sich durch Sodbrennen (und daraus resultierende, zusätzliche Schlaflosigkeit), anderes durch einen Blähbauch und deshalb Unwohlseingefühl. Auch schmecken mir einfache, natürliche Gerichte einfach besser. Ich schrecke zurück, wenn eine Soße einen merkwürdigen Glanz hat und hauptsächlich salzig-fettig schmeckt, wie es bei manchen Fertigsoßen der Fall ist. Und ich mag kein Brot, das nach Zusatzstoffen und nicht einfach nach Brot schmeckt.

Produkte ohne (künstliche) Zusatzstoffe

Wer sich clean ernähren möchte, greift am besten auf unverarbeitete landwirtschaftliche, gärtnerische oder Fischerei-Erzeugnisse und bei weiterverarbeiteten Produkten auf „handwerklich“ gefertigte (vom Bäcker, der noch selbst backt, vom Fleischer, der seine Wurst und Fleischzubereitungen selbst macht, etc.) oder solche mit Bio-Siegel zurück.

Bio-Produkte sind frei von Geschmacksverstärkern, Farbstoffen, Süßstoffen und Stabilisatoren!

Von der EU zugelassene Zusatzstoffe sind laut EG-Öko-Verordnung nur dann erlaubt, wenn das Lebensmittel ohne den Zusatzstoff weder hergestellt noch haltbar gemacht werden kann (Liste der laut EG-Öko-Verordnung erlaubten Zusatzstoffe). Noch strenger als das EU-Biosiegel sind die Richtlinien der ökologischen Anbauverbände wie Demeter, Naturland, Bioland und andere. Sie haben jeweils unterschiedliche Richtlinien, aber alle schränken die erlaubten Zusatzstoffe noch weiter ein. Am strengsten ist Demeter – selbst natürliche Aromen sind nicht erlaubt.

Was aber tun, wenn man clean essen will, aber es schnell gehen soll?

Wer sich die Auswahl vom Pizza-Lieferservice & Co. online anschaut, stellt fest, dass dort oft keine Zusatzstoffe angegeben sind, obwohl das Landgericht Berlin nach einer Klage so entschieden hat (Mitteilung des LG Berlin). Da die Produkte aber selten als Bio-Qualität ausgewiesen sind und wahrscheinlich meistens (teilweise) vorbereitet sind, würde ich davon ausgehen, dass sie Zusatzstoffe enthalten. Sie passen also nicht zum Clean Eating.

Als Clean Eater ist man also auf frisch Gekauftes, frisch Geerntetes sowie auf die Vorräte im Kühlschrank und der Speisekammer angewiesen. Wenn man diese im Bioladen, Biomarkt oder in der Bioabteilung gekauft oder im eigenen Bio-Garten gepflückt hat, ist man auf der sicheren Seite. Ansonsten sollte man den Metzer oder Bäcker fragen, ob beziehungsweise welche seiner Erzeugnisse ohne Zusatzstoffe gefertigt sind.

Ein paar Ideen für schnelle Clean-Eating-Rezepte (Beispiele):

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Besser essen ohne Zusatzstoffe (Besser leben ohne)*
Annette Sabersky
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Thujenhecken – Pro und Contra

Die Einstellung zur Thujenhecke teilt Gartenbesitzer, Kleingärtner, Garten- und Landschaftsgärtner, Naturschützer und andere in Befürworter und Gegner. Die einen schätzen die robusten Zypressengewächse aus dem feucht-kühlen Norden Amerikas, die anderen befinden sie als Fremdlinge und wertlos für unsere heimische Tierwelt. Pro und Contra Thujenhecken und Alternativen.
sehr alte Thujenhecke
Selbst diese alte Thujenhecke ist durch den regelmäßigen Formschnitt schmal im Vergleich zu einer Hecke aus freiwachsenden heimischen Blühgehölzen wie Kornelkirsche, Weißdorn oder Schlehe (siehe Pflanzen für Nützlinge).

Ich muss zugeben, ich hätte früher keine Koniferenhecke gepflanzt, geschweige denn eine Thujenhecke. Thujen waren absolut out, nachdem unsere Elterngeneration die Gärten mit Koniferen zugepflanzt hatten, weil sie diese offensichtlich schick fanden. Aber als ich in den 1980er-Jahren in ein altes Haus mit Garten zog, war die Thujenhecke schon da. Und da das Grundstück neben einer viel befahrenen Straße lag, lernte ich sie bald zu schätzen: Unser Garten war dank der dichten Hecke nicht einsehbar, geschützt vor Lärm und Schmutz und statt Verkehr hatten wir eine beruhigend grüne Wand vor Augen, wenn wir im Garten frühstückten.

Dabei nahm uns die schmale Hecke wenig vom Garten weg, da sie im Vergleich zu einer Wildgehölz-Naturhecke oder zu freiwachsenden bunten Hecken mit Laubgehölzen weniger Platz braucht (siehe auch Hecken und begrünte Rankgitter).

Contra Thujenhecken

Mir waren zwar die Nachteile einer einseitigen Koniferenbepflanzung bewusst, aber ich war doch etwas überrascht, dass manche Naturschützer Thujenhecken geradezu verteufeln.

Die Contra-Thujenhecken-Argumente lauten, Thujen seien bei uns nicht heimisch und wertlos für die heimische Fauna, beispielsweise keine Futterpflanze für Insekten, ungeeignet für den Nestbau von Vögeln und auch keine Futterpflanze für diese.

Pro Thujenhecken

Thujenhecken-Befürworter stellen heraus, dass Thujen robuste Pflanzen sind, die auch im Winter mit ihren Schuppenblättern belaubt/benadelt sind (weshab sie „immergrün“ genannt werden). Thujenhecken bieten damit ganzjährig mehr Sichtschutz sowie Wind-, Staub- und Lärmschutz als beispielsweise sommergrüne Laubgehölzhecken – bei gleichzeitig weniger Platzbedarf als freiwachsende Hecken. Auf dem Land können die dichten Koniferenhecken zudem Wildtiere vom Gemüsegarten fernhalten.

Die Thuje ist zwar keine Futterpflanze, die wie die Vogelkirsche im Frühjahr Bienen und anderen Insekten Nektar und Pollen und im Sommer Vögeln Früchte liefert, aber die Thuje beherbergt immerhin Spinnmilben, Blattläuse, Käfer, Miniermotten und andere Kleinlebewesen, welche Nahrung für die Gartenvögel sind. Viele Hobbygärtner beobachten zudem, dass Amseln und andere Vögel sehr wohl auch in Thujenhecken nisten und kleine Vögel sich unter und hinter ihnen vor Greifvögeln etc. verstecken.

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Alternative zur Thujenhecke: die Eibenhecke

Wer eine immergrüne Hecke möchte, die wenig Platz benötigt, kann als Alternative zur Thujen- aber auch eine Eibenhecke pflanzen. Die Eibe (Taxus baccata) ist ein heimisches Nadelgehölz. Ihre Nadeln bleiben auch im Winter dunkelgrün, was für manche edler wirkt als manche Thujenarten und Sorten mit kupfrig-braunem Winterkleid. Die Eibe ist ebenfalls recht robust, verträgt Frost, schattige und sonnige Standorte, lässt sich gut schneiden (im Gegensatz zur Thuje auch bis ins alte Holz), mag aber – wie auch die Thuje – weder Staunässe, noch extrem trockene oder sehr saure Böden. Der Unterschied: Die Thuje wächst etwas schneller, ist allerdings ein Flachwurzler und vor allem in jungen Jahren sehr empfindlich gegenüber Bodentrockenheit, die Eibe ist dagegen ein Tiefwurzler und es macht ihr weniger aus, wenn der Boden oberflächlich austrocknet. Sie verträgt Schatten und Trockenheit etwas besser als Thujen.

Im Gegensatz zu anderen Nadelbäumen bilden Eiben keine Zapfen. Statt dessen entwickeln die weibliche Pflanzen leuchtend rote Früchte, die aus der Ferne wie Beeren wirken und von Vögeln als Speise geschätzt werden.

Hinweis zur Giftigkeit von Thujen und Eiben

Thujen und Eiben sind giftig.
Von der Informationszentrale gegen Vergiftungen (Universitätsklinikum Bonn) wird die Eibe als giftig bis sehr giftig eingestuft, wobei das Gift Taxin in Nadeln und Samen enthalten sind. Gefährlich sind die leuchtend roten Beeren, die Kinder zum Zugreifen verlocken: Zwar ist das Fruchtfleisch selbst nicht giftig, aber die enthaltenen Samen dafür extrem.
Auch die Thuje ist giftig, wobei die giftigen ätherischen Öle im Holz, in den Zapfen und besonders in den Zweigspitzen enthalten sind. Allerdings verlocken Thujen nicht gerade zum Verzehr. Der Hautkontakt mit Thujen kann allerdings allergische Reaktionen hervorrufen, weshalb man beim Heckenschneiden Handschuhe anziehen sollte.

Meine Meinung

Ich finde, das Thema Thujenhecke ist keines, das man so schwarzweiß malen muss, wie es manche strengen Naturschützer tun. Meiner Meinung nach hat die Thujenhecke ihre Berechtigung als Sicht- und Windschutz, Schutz vor Straßenlärm und (einen Teil der) Autoabgase, vor allem wenn der Garten klein ist. Sogar einige Vogelarten nisten in Thujenhecken, andere verstecken sich vor ihren Feinden in der Nähe oder am Fuße der Thujenhecke. Zwar ist die Thujenhecke keine Blütenpflanze, die Nektar und Pollen produziert, aber in ihr halten sich „Schädlinge“ auf, die Nahrung für deren Gegenspieler, beispielsweise die Gartenvögel, sind.

Wer mag, kann alternativ eine Eibenhecke aus heimischen Eiben pflanzen – ich persönlich würde diese aber nur als Gestaltungselement innerhalb des eigenen Gartens (ohne Kleinkinder), aber nicht als Grundstücksbegrenzung an einem öffentlichen Bürgersteig verwenden.

Trotzdem sollte ein Garten nach Möglichkeit vielfältig sein und nicht nur aus Rasen und Thujenhecke bestehen und es spricht alles dafür, zusätzlich (heimische) Pflanzen anzubauen, die unseren Vögeln, Igeln, Nutzinsekten und anderen Lebewesen auch Blüten mit Nektar und Pollen, andere Kleinbiotope und Ähnliches bieten.
Außerdem ist bei jeder Neuplanung heutzutage zu bedenken, dass der Klimawandel Standorte verändert: Die Standorte, die jetzt vielleicht noch für die feuchtigkeitsliebenden Thujen geeignet sind, werden es bald vielleicht nicht mehr sein. Und diese Standortfrage wird nicht nur bei Thujen zu stellen sein, sondern auch bei europäischen Pflanzen, die jetzt noch zur regionalen heimischen Flora gehören: Auch heimische Pflanzen, die jetzt an einem bestimmten Standort gedeihen und gut funktionierende Gemeinschaften mit anderer Flora sowie Fauna bilden, tun dies in ein paar Jahren wahrscheinlich nicht mehr am gleichen Platz, weil sich das Klima und damit die Standortbedingungen verändert haben werden.

bunte Hecke aus Blühgehölzen
Bunte Laubgehölzhecken sind in der Vegetationszeit ein echter Hingucker, aber im Winter nicht blickdicht.

Man wird sehen, wo sich die regionale heimische Flora anpassen kann und wo sie sich (sinnvollerweise) von Neulingen aus südlicheren Gefilden Europas und von anderwo, die besser zu den neuen Standortbedingungen passen, verdrängen lassen muss.

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Gartenhäcksler mit Profi-Power

Artikelkennzeichnung siehe unten.

Wer einen eigenen Garten besitzt, kennt das Problem. Wenn Bäume oder Sträucher beschnitten werden müssen oder abgestorben sind, fällt jede Menge Abfall an. Doch wohin damit, wenn die Biotonne schon voll und das Verbrennen nicht erlaubt ist? Die herumliegenden sperrigen Äste und Zweige bieten in der Regel keinen besonders schönen Anblick. Ein Gartenhäcksler ist in einem solchen Fall des Rätsels Lösung. Das Schreddern der Abfälle sorgt nicht nur für einen gepflegten Garten, es trägt auch zum nachhaltigen Umgang mit den natürlichen Ressourcen bei. Denn die Häckselschnitzel müssen nicht zwangsläufig einfach weggeworfen werden. Zum Wegebau im Garten können sie ebenso genutzt werden wie zum Verheizen in einem Holzofen oder zum Mulchen.

Günstige Billighäcksler oder hochwertiges Markengerät

Bevor es jedoch an die Verwertung der Häckselschnitzel geht, muss zunächst jedoch erst einmal der passende Häcksler für den individuellen Gebrauch gefunden werden. Die Zahl der im Fachhandel, im Baumarkt und im Internet angebotenen Modelle ist so vielfältig, dass es nicht ganz einfach ist, den richtigen Schredder zu finden. Die Frage, ob ein Elektrohäcksler für den privaten Gebrauch ausreicht oder ob es doch lieber ein Gerät mit einem leistungsstarken Benzinmotor sein sollte, steht dabei ebenso im Raum wie die Frage nach dem Preis. Häcksler gibt es in den unterschiedlichsten Preisklassen. Günstige Schredder sind zum Teil schon für weniger als 100 Euro zu bekommen. Doch sind diese Billig-Häcksler wirklich ihr Geld wert? Es muss ja nicht gleich das Profi-Gerät für mehrere tausend Euro sein, aber gewisse Bedingungen sollte ein Garten-Schredder schon erfüllen. Um seine Arbeit zuverlässig zu erledigen, ist ein ausreichend starker Motor notwendig. Die besonders günstigen Geräte können in diesem Punkt oft nicht überzeugen. Ihr Antrieb ist einfach zu schwach und kann leicht überhitzen. Um einen Motorschaden zu vermeiden, müssen deshalb immer wieder Pausen eingelegt werden. Ein potenterer Motor erlaubt dagegen ein kontinuierliches Schreddern und macht es so möglich, die Arbeit rasch zu beenden. Da das Schreddern, unabhängig vom eingesetzten Gerät, stets mit einer erheblichen Geräuschentwicklung verbunden ist, werden es auch die Nachbarn zu schätzen wissen, wenn das Häckseln in einem angemessenen Zeitraum erledigt ist. 

Schnelle, laute Messer oder leise, langsame Walze – das ist hier die Frage

Wie hoch die Geräuschentwicklung ausfällt, hängt maßgeblich von der Arbeitsweise des Häckslers ab. Unterschieden wird hier zwischen Walzenhäckslern und Messerhäckslern. Während die Gartenabfälle bei einem Walzenhäcksler mit Hilfe einer Schneidwalze zerkleiner werden, rotiert bei einem Messerhäcksler eine Schwungscheibe mit scharfen Klingen im Inneren des Gerätes. Bei der Lautstärke haben die Walzenhäcksler die Nase klar vorn. Sie sind deutlich leiser als die Messerhäcklser. Allerdings arbeiten die Leisetreter auch erheblich langsamer als ihre krawalligen Kollegen. Die Alternative heißt also leise und lange oder kurz und laut. Die verschiedenen Arbeitsweisen haben jedoch nicht nur Auswirkungen auf die Lautstärke und die Arbeitsgeschwindigkeit, sondern auch auf das Häckselprodukt. Zweige und Äste, die gewalzt wurden, eignen sich perfekt zur Kompostierung. Messer erzeugen dagegen hervorragendes Mulchmaterial.

Ganz gleich ob Walze oder Messer, elektrisch oder benzinbetrieben, die günstigen Modelle aus dem Baumarkt und dem Internet verfügen in vielen Fällen nicht über die Qualität, die ein hochwertiger Häcksler aus dem Fachhandel bietet. Wer lange Freude an seinem Gartenhelfer haben möchte, ist mit einem Markengerät auf lange Sicht sicherlich besser bedient.

* Sponsor-Posts sind informative Artikel meiner Werbepartner

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