Was bringt das Bedingungslose Grundeinkommen? (Buchvorstellung und Meinung)

Das gerade im Econ-Verlag erschienene Buch Was würdest Du tun?: Wie uns das Bedingungslose Grundeinkommen verändert – Antworten aus der Praxis* von Michael Bohmeyer und Claudia Cornelsen führt der neu entfachten Diskussion um das Bedingungslose Grundeinkommen frische Luft zu. Was bringt das bedingungslose Grundeinkommen? Wie verändert es die Menschen und die Gesellschaft? Und wie soll es finanziert werden? Es stellt sich auch die Frage, ob wir ein Bedingungsloses Grundeinkommen überhaupt noch brauchen – das Umfeld hat sich in den letzten Jahren gewandelt.


Gerade im Econ-Verlag erschienen: Was würdest Du tun?: Wie uns das Bedingungslose Grundeinkommen verändert – Antworten aus der Praxis*

Ein Bedingungsloses Grundeinkommen wird schon lange angedacht und in ganz unterschiedlichen Ausprägungen schon lange gefordert. Vor allem, als vor etwa zwei Jahrzehnten die Arbeitslosenquote in Deutschland noch über 10 Prozent lag, die Hartz-4-Effekte zu beobachten waren und man die (weitere) Digitalisierung wie eine Welle auf uns zurollen sah, wurde das Thema bei uns in Deutschland heiß diskutiert. Roboter würden bald die noch verbliebene Arbeit übernehmen, fürchtete man, und das Heer der Menschen ohne Arbeit und ohne Einkommen würde zu einem riesigen Problem werden. Wovon sollten die (wir!) dann leben? Von „Hartz 4“? Wer sollte in die Rentenkasse zahlen? Wie sollte man selbst noch Geld anlegen und für das Alter oder Notzeiten vorsorgen können? Schöne Aussichten angesichts der offenen oder unterschwelligen Unterstellung seitens mancher Politiker, Parteien und Teilen der Presse, dass Arbeitslose und andere Bedürftige Schmarotzer seien [Entmenschlichung als Mittel, um staatliche Hilfe möglichst klein halten und sogar das Mindesteinkommen noch reduzieren lassen zu können, wenn sich jemand nicht jeder (oft genug unsinnigen) Forderung seines Betreuers beim Jobcenter fügt]. Vergessen wird von den Vertretern der Sanktionen gerne, dass viele dieser Menschen vorher auch in die Arbeitslosenversicherung und ins Steuersäckl gezahlt haben und/oder dass sie vielleicht in (prekären) Jobs wichtige Aufgaben für uns und unsere Gesellschaft erfüllt haben. Gehorche ohne Widerspruch und du kannst dir ein Geburtstagsgeschenk fürs Kind leisten oder eben nicht – das ist für manche Bedürftige leider die demütigende Realität.

Statistik: Arbeitslosenquote in Deutschland im Jahresdurchschnitt von 2004 bis 2019 | Statista
Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

Das Bedingungslose Grundeinkommen könnte eine Lösung sein, die Probleme menschenwürdig zu lösen, sagen die Befürworter. Und es sollte nicht nur akut Arbeitslosen die Schmach der unfreiwilligen „Bedürftigkeit“ nehmen, sondern allen offenstehen – bedingungslos in beide Richtungen: ohne Voraussetzungsprüfung und ohne Rechtfertigung. So würde kein Neid entstehen. Außerdem sollte es höher sein als das Arbeitslosengeld 2 („Hartz 4“) der Langzeitarbeitslosen.

Eine der großen Fragen ist: Wie würden sich Menschen verhalten, deren Existenz, wenn auch auf bescheidenem Niveau, gesichert ist? Würden sie sich dem Nichtstun hingeben? Würden Sie sich für eine gerechtere Welt oder andere würdige Ziele engagieren? Denn die einen träumen vom guten Kern der Menschen, die sich fortan nur noch zum Wohle der Allgemeinheit verhalten würden, die anderen desillusionieren, dass Menschen nur dann etwas tun, erst recht etwas Sinnvolles, das aber keinen Spaß macht, wenn sie davon einen persönlichen Vorteil haben. Aber wie sind Menschen wirklich?

In einigen Ländern gab es bereits staatliche Pilotprojekte mit ganz unterschiedlichen Konzepten eines Grundeinkommens. Sie waren allerdings nicht bedingungslos, sondern nur für bestimmte Gruppen (beispielsweise Finnland: ausschließlich für Arbeitslose), wurden vorzeitig abgebrochen (kanadische Provinz Ontario nach einem Regierungswechsel) oder wichen anders vom obigen Idealbild ab.

Um Erfahrungen in Deutschland zu sammeln, starteten Michael Bohmeyer und Mitstreiter ein Experiment, bei dem Geld von Spendern gesammelt wird („Crowdfunding“), das dann als Bedingungsloses Grundeinkommen für ein Jahr verlost wird. Um das zu verwirklichen, gründete Michael Bohmeyer den Verein Mein Grundeinkommen e.V., der die Informationsarbeit übernehmen und das Ganze abwickeln würde. Die, die in die Verlosung einzahlen (und dadurch auch an der Lotterie teilnehmen können), werden Crowdhörnchen genannt. Der einzelne merkt seinen kleinen Beitrag nicht, aber ein oder mehrere andere würden dank aller beteiligten Crowdhörnchen ein Jahr lang monatlich 1000 Euro (zusätzlich) zur Verfügung haben. Und vielleicht ist man sogar selbst der/die glückliche GewinnerIn.

Das Interesse an dem Projekt wuchs schnell und es wurde sowohl für den Lostopf als auch für den Verein (nur der ist gemeinnützig) so viel gespendet, dass inzwischen 273 Bedingungslose Grundeinkommen für ein Jahr vergeben werden konnten (mehr sind in der Pipeline). Für den Verein arbeiten inzwischen 23 Mitarbeiter. Die, die ein Bedingungsloses Grundeinkommen gewinnen, müssen keine Bedürftigkeit nachweisen oder andere Bedingungen erfüllen und sie können mit den 12 x 1000 Euro machen, was sie wollen. Da Gewinne grundsätzlich steuerfrei sind, können sie über den Betrag zusätzlich zu dem, was sie sonst an Einkommen haben, verfügen, ohne dadurch in eine höhere Steuerklasse zu rutschen oder dass das Finanzamt ihnen das Geld wegnehmen könnte. Benachteiligt sind hier Arbeitslosengeld-2-/Hartz-4-Empfänger: Sie müssen zwar auch keine Steuer zahlen, aber ihr Anspruch auf die staatliche Hilfe fällt durch den Gewinn eines Bedingungslosen Grundeinkommens zumindest für dieses Jahr weg.

Einige der bisherigen GewinnerInnen wurden – so sie gewillt waren – interviewt, um Erkenntnisse zu gewinnen, was das Bedingungslose Grundeinkommen bewirkt und wie es die Menschen und ihr Leben verändert hat. Ihre Beobachtungen und Folgerungen aus diesen Gesprächen veröffentlichten Michael Bohmeyer, der Initiator, und Claudia Cornelsen, eine Mitstreiterin, in einem Buch.

Was würdest Du tun?: Wie uns das Bedingungslose Grundeinkommen verändert – Antworten aus der Praxis*
Michael Bohmeyer, Claudia Cornelsen
Econ Verlag (Januar 2019)
ISBN: 978-3-4302-1007-2







Die Ergebnisse sind überraschend und interessant – und ich möchte sie hier nicht vorwegnehmen. Man erhält Einblicke in deutsche Wirklichkeiten (Paralleluniversen!), lernt ganz unterschiedliche Lebenswege kennen und welche Auswirkungen das Bedingungslose Grundeinkommen für ein Jahr auf diesen jeweils hatte.

Aber wir haben doch heute zuwenig Fachkräfte und die Unternehmen finden keine Auszubildenden

Bevor ich das Buch Was würdest Du tun?: Wie uns das Bedingungslose Grundeinkommen verändert – Antworten aus der Praxis* kaufte, fragte ich mich, wie akut der Bedarf an einem Bedingungslosen Grundeinkommen eigentlich (noch) ist. Die Arbeitslosen sind doch weniger geworden, sieht man in Statistiken und hört man immer lauter, vor allem von den Hartz-4 Befürwortern. Doch wenn man genau hinschaut, sind viele der Menschen in zwar gesellschaftlich wichtigen, aber dennoch so schlecht bezahlten Jobs untergekommen, dass ihnen nichts für Rücklagen für Notfälle bleibt, geschweige denn für die von Teilen der Politik erwartete zusätzliche eigene Altersvorsorge zur gesetzlichen Rentenversicherung.

Brauchen wir angesichts des zunehmenden Nachwuchs- und Fachkräftemangels und der Überalterung unserer Gesellschaft wirklich noch ein Bedingungsloses Grundeinkommen? Da mit dem Schwenk von warmherziger Willkommenskultur zu Fremdenängstlichkeit und Fremdenfeindlichkeit manchen angekommenen Geflüchteten die Illusion von Integration, Gleichberechtigung und gegensetigem Respekt genommen und ein Teil potenzieller qualifizierte Einwanderer verschreckt wurden, müssen wir doch jetzt eigentlich jeden Bürger des Landes, der noch atmet, zur Arbeit treiben – jedenfalls, wenn wir nicht wollen, dass Konzerne und damit auch deren Steuern (und die Steuern der Angestellten) wegen des Fachkräftemangels in andere Länder abwandern und mittlere und kleinere Betriebe hier gleichzeitig pleitegehen, weil die Menschen hier vor Ort nicht genug Geld haben, um bei ihnen zu kaufen oder Dienste in Anspruch zu nehmen. Da ist ein Bedingungsloses Grundeinkommen doch kontraproduktiv. Oder nicht?
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Warum das Thema Bedingungsloses Grundeinkommen noch relevant ist

Ihre Erkenntnisse aus den Gesprächen mit den Gewinnern lassen die beiden AutorInnen von Was würdest Du tun?: Wie uns das Bedingungslose Grundeinkommen verändert – Antworten aus der Praxis* unser vertrautes Leistungsprinzip „Fordern und Fördern“ in Frage stellen – und das nicht nur hinsichtlich der Grundsicherung und Sanktionen der Jobcenter, die diese „Grundsicherung“ bei angeblichem Fehlverhalten manchmal so stark vermindern, dass in Extremfällen nicht einmal genug zum Essen bleibt.

Nach Lektüre des interessanten Buches, finde ich, dass das Bedingungslose Grundeinkommen nach wie vor seine Berechtigung hat. Das Vertrauen der Menschen in Staat und Gesellschaft wurden durch die Stigmatisierung von Arbeitslosigkeit und Hilfebedürftigkeit untergraben. Das begann als Deutschland „der kranke Mann Europas“ war und nach Lösungen gesucht wurde, wie man angesichts zunehmender Arbeitslosigkeit die hohen Sozialausgaben in den Griff bekommen könnte. So kam es zu Hartz 4 und Co. Jedoch: Das Hetzen mancher Medien und die unterschwellige Unterstellung seitens weiten Teilen der Politik seit damals, Arbeitslose wollten nicht arbeiten, und nicht zuletzt dieses harte Fordern-und-Fördern-Prinzip haben eine Angst vor dem Absturz bis weit in die Mittelschicht ausgelöst. Schließlich ist niemand vor Arbeitslosigkeit gefeit. Tagtäglich gehen Firmen pleite, wird in Konzernen umstrukturiert und Leute entlassen. Jeder Mensch kann morgen selbst eine/einer der Fallengelassenen sein und vor Jobcentermitarbeitern zu Kreuze kriechen und sein Leben rechtfertigen müssen. All das hat vermutlich zum Vertrauensverlust in den Staat, zu Neiddebatten, Fremdenfeindlichkeit und zur gesellschaftlichen Spaltung zumindest beigetragen. Das Bedingungslose Grundeinkommen würde das Vertrauen wiederherstellen und die Menschen vermutlich wieder mehr zusammenführen können.

Wenn man allen ein Bedingungsloses Grundeinkommen gäbe und dadurch alle mehr Sicherheit und Freiheit haben, würden sie ohne Existenzangst den eigenen Neigungen nachgehen können, auch wenn diese Neigung ein nicht so gut bezahlter Pflege- oder Dienstleistungsberuf ist (allerdings darf das nicht ein Freifahrtschein für Arbeitgeber werden, ihre Mitarbeiter schlecht zu bezahlen). Anreiz für das Erlernen und Ausüben eines höher qualifizierenden Berufes wäre immer noch das eigene Bedürfnis nach Profilierung, die bessere zusätzliche Bezahlung durch den Arbeitgeber und der sonstige Selbstverwirklichungsantrieb.

Wer soll das Bedingungslose Grundeinkommen bezahlen?

Vieles wird zur Finanzierung des Bedingungslosen Grundeinkommens diskutiert: Einsparungen bei den bisherigen Transferleistungen und der Sozialverwaltung, höhere Konsumsteuer oder Einkommenssteuer, Einführung einer Robotersteuer und/oder Finanztransaktionssteuer und anderes mehr.

Im Buch Was würdest Du tun?: Wie uns das Bedingungslose Grundeinkommen verändert – Antworten aus der Praxis* wird vorgeschlagen, das Bedingungslose Grundeinkommen aus der Einkommenssteuer zu finanzieren. Dazu würden zwar die Steuern erhöht, die mittleren Einkommen bekämen diese Erhöhung aber in etwa als Bedingungsloses Grundeinkommen wieder heraus, die Ärmeren und Armen bekämen mehr als sie eingezahlt haben, die Reichen weniger.

Mein Fazit zum Experiment des Vereins „Mein Bedingungsloses Grundeinkommen“

Das Experiment hat seine Grenzen: Man kann es leider nicht wirklich statistisch auswerten und erst recht nicht die Ergebnisse und Beobachtungen auf eine ganze Gesellschaft übertragen. Dafür ist die Zahl der Interviewten zu klein. Außerdem ist die Dauer des gewonnenen Bedingungslosen Grundeinkommens von vorneherein auf ein Jahr beschränkt – ich vermute, Menschen würden sich anders verhalten, wenn sie wüssten, dass sie das Bedingungslose Grundeinkommen zeitlich unbegrenzt erhalten würden. Wir können auch nichts darüber erfahren, wie sich ein Bedingungsloses Grundeinkommen langfristig (über Jahre oder ein ganzes Leben lang) auf die Menschen und die Gesellschaft auswirkt und ob sich das Erleben der EmpfängerInnen verändert, wenn ALLE Menschen bedingungslos in den Genuss kommen und nicht nur wenige glückliche Gewinner, die sich möglicherweise vom Schicksal auserkoren, reich beschenkt und schon deshalb glücklicher fühlen. Trotzdem finde ich das Experiment und die daraus gewonnenen Erfahrungen sehr interessant (und ich werde ein Crowdhörnchen bleiben).

Fazit zum Buch Was würdest Du tun?: Wie uns das Bedingungslose Grundeinkommen verändert – Antworten aus der Praxis*

Auch wenn man als neugierige/r LeserIn die ein- oder andere Erwartung, Schlussfolgerung und Finanzierungsidee möglicherweise nicht teilt, ist das Buch doch eine gute Informationsquelle zum Thema Bedingungsloses Grundeinkommen und erzählt Geschichten von Menschen in Deutschland, ihre ganz verschiedenen Lebenswege, wie sie das Bedingungslose Grundeinkommen genutzt haben und wie es ihr Leben verändert hat. Darüber hinaus regt es allgemein zur Diskussion an, wie wir die Zukunft unserer Gesellschaft gestalten wollen.

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Gärtnern in Töpfen und anderen Pflanzgefäßen auf Balkonen, Terrassen/Dachterrassen, im Eingangsbereich und im Garten

Wie lassen sich Terrassen/Dachterrassen, Balkone, der Eingangsbereich oder besondere Bereiche im Garten schön gestalten und flexibel nutzen? Mit Pflanzgefäßen! In Töpfen, Kübeln, Schalen, Blumenkästen, Blumenspindeln, Blumenampeln, Pflanzkisten und Pflanzsäcken lassen sich Sommerblumen, Stauden und Gehölze der Pflanzenliebhaber genauso unterbringen wie Gemüse, Kräuter und sogar Obst der Selbstversorger und Naschkatzen. Der große Vorteil: Mit Pflanzgefäßen sind keine baulichen Veränderungen nötig, man ist vom Untergrund unabhängig und man kann jederzeit nach Geschmack umstellen.

Buchtipp: Gärtnern in Töpfen - Garten, Terrasse, Balkon, Eingangsbereich - Werbelink Amazon.deBuchtipp für Blumenliebhaber genauso wie Selbstversorger: Gärtnern in Töpfen* (und anderen Pflanzgefäßen) – auf Balkon und Terrasse, im Garten und Eingangsbereich

Vom Duftgarten auf dem Balkon, über den Kräutergarten neben der Outdoorküche auf der Terrasse bis hin zum Stauden- und Gehölzgarten in Kübeln auf einem Tiefgaragendach – mit Töpfen, Kübeln und anderen Pflanzbehältern kann man überall gärtnern, auch Anfänger! Und übrigens: auch Urban Gardening ist im Grunde ein Gärtnern in Töpfen, wenn man den Begriff „Töpfe“ als Synonym für alle Arten von Pflanzgefäßen verwendet, also auch Pflanzkisten und Erdesäcke.

Die meisten der Möglichkeiten des Gärtnerns in Pflanzgefäßen habe ich im Laufe von Jahrzehnten selbst ausprobiert. Schon während meines Studiums zur Gartenbau-Ingenieurin habe ich mit dem Gärtnern in Töpfen experimentiert – zuerst hauptsächlich mit Sommerblumen, mediterranen Kübelpflanzen und Tomaten, später mit ausgefallenen Obst- und Gemüsesorten und in den letzten Jahren zusätzlich mit winterharten Stauden und Gehölzen. Über viele meiner Erfahrungen habe ich in den letzten Jahren gebloggt. Nun sind meine Erfahrungen mit dem Topfgärtnern in ein Buch geflossen, das zum Jahresanfang 2019 im Ulmer Verlag erscheint.

In Gärtnern in Töpfen: Balkon und Terrasse mit Pflanzen gestalten*

  • stelle ich viele Möglichkeiten vor, die man mit einem Topfgarten hat, beispielsweise Blütenträume ausleben, ein Duftpflanzenparadies schaffen, Bienen, Schmetterlingen und Nützlingen helfen, einen Erntegarten auf kleinem Raum verwirklichen oder die künstlerische Leidenschaft austoben und anderes mehr,
  • gebe ich Gärtnerwissen zum richtigen Pflanzen, Bewässern, Düngen, Pflegen und Gesunderhalten von Sommerblumen, Stauden, Gehölzen, Kräutern, Gemüse und Obst in Töpfen und Kübeln weiter – natürlich umweltfreundlich,
  • zeige ich, wie man durch die vertikale Raumnutzung mehr Platz für Pflanzen schafft,
  • informiere über die verschiedenen Pflanzerden und Topfmaterialien,
  • erläutere die Frostfestigkeit der Pflanzgefäße,
  • liste Pflanzen für Bepflanzungen nach Jahreszeit sowie für Dauerbepflanzungen auf,
  • zeige, wie man einen persönlichen Gestaltungsstil entwickelt,
  • welche Wirkung man mit Solisten im Vergleich zum choreografierten Zusammenspiel von Pflanzen erzielt und vieles mehr.

Das Buch soll Anfängern den Einstieg ins Gärtnern in Töpfen einfach machen, damit aus dem Funken eines ersten Interesses durch den Erfolg ein Feuer werden kann, und ich möchte fortgeschrittenere Hobbygärtner mit neuen Ideen zur Pflanzenauswahl und zur Gestaltung mit Pflanzen unterstützen.

Buchdaten im Überblick:

Gärtnern in Töpfen:*
Balkon und Terrasse mit Pflanzen gestalten*
Eva Schumann
Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart, 1. Auflage (2019)
Taschenbuch/Klappenbroschur, 128 S.,
86 Farbfotos, 3 Farbzeichungen, 17 Tabellen
ISBN 3-8186-0635-8

Herzlichen Dank an den Ulmer Verlag in Stuttgart, der auch bei diesem Buch an mich und das Thema glaubte.

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Pflanzen des Jahres 2019

Jedes Jahr werden Blumen, Stauden, Gehölze und Heilpflanzen von verschiedenen Organisationen zu ihrer Pflanze des Jahres bestimmt. Meist steckt dahinter, dass diese Pflanzen mehr Aufmerksamkeit brauchen – sei es, weil sie gefährdet oder zuwenig bekannt sind beziehungsweise nicht wertgeschätzt werden.

Dies sind die Pflanzen des Jahres 2019 im Überblick und von wem sie jeweils als solche bestimmt wurden:

Europäischer Froschbiss
Die Wasserpflanze des Jahres 2019 ist der Europäische Froschbiss (Hydrocharis morsus-ranae) – er steht symbolisch für den gefährdeten Flachwasserbereich, der wichtiger Lebensraum für viele Pflanzen und Tiere ist. Zur Wasserpflanze des Jahres gekürt wurde er vom Verband der Deutschen Sporttaucher.

Besenheide
Die Besenheide (Calluna vulgaris) ist die Blume des Jahres 2019. Dazu auserkoren wurde er von der Loki-Schmidt-Stiftung, um auf die Schutzbedürftigkeit ihres artenreichen Lebensraumes aufmerksam zu machen.

Disteln
Die ganze Gruppe der Disteln wurde vom Bund Deutscher Staudengärtner (BDS) zur Staude des Jahres 2019 auserwählt.

Flatterulme
Die Dr.-Silvius-Wodarz-Stiftung kürte die Flatterulme (Ulmus laevis) zum Baum des Jahres 2019.

Johanniskraut
Der Ingwer (Hypericum perforatum) wurde vom Verein zur Förderung der naturgemäßen Heilweise nach Theophrastus Bombastus von Hohenheim, bekannt als Paracelsus, zur Heilpflanze des Jahres 2019 bestimmt.

Weißdorn
Der Studienkreis „Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzen“ an der Universität Würzburg wählte den Weißdorn (Crataegus spec.) zur Arzneipflanze des Jahres 2019. 
  

Aronstab
Der ein- bis mehrjährige Wunderbaum (Arum sp.) ist die Giftpflanze des Jahres 2019 – verantwortlich ist der Botanische Sondergarten Wandsbek.

Junge Gurken im Kleingewächshaus

Gemüse des Jahres 2019: Die Gurke. Trotz ihrer enormen wirtschaftlichen Bedeutung hat die Artenvielfalt bei Gurken beträchtlich abgenommen. Das Bild zeigt junge Gurken im Kleingewächshaus.

Gurke
Der Verein zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt (VEN) hat die Gurke (Cucumis sativus) zum Gemüse des Jahres 2019 und 2020 ernannt. VEN möchte darauf aufmerksam machen, wie viel Artenvielfalt bei der Gurke verlorengegangen ist und für den Erhalt und die Verbreitung samenfester, nachbaufähiger Sorten werben.
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Kapuzinerkresse und Möhre
Fleuroselect, die internationale Organisation der Zierpflanzenindustrie, stellt 2019 Kapuzinerkresse und Möhre in den Mittelpunkt ihrer Home-and-Garden-Marketingkampagnen: „Jahr der Kapuzinerkresse“ und „Jahr der Möhre“.

Ausblick 2020: Da will sich Fleuroselect Rudbeckie und Gurke widmen.

Hier finden Sie meine Ode an die -> Kapuzinerkresse.
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Hier finden Sie die Pflanzen des Jahres 2018.

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Weniger Gift durch elektronische Saatgutbeizung

Vor ein paar Jahren wurde die elektronische Saatgutbeizung entwickelt. Sie wird hauptsächlich bei Saatgut von Getreide, Mais und anderen Feldfrüchten eingesetzt. Sie soll genauso wirksam wie die chemische Saatgutbeizung sein und etwa genauso viel kosten, fügt der Umwelt aber keine belastenden Stoffe hinzu. Die Nachfrage seitens der Landwirtschaft ist groß. Die BayWA AG investiert in eine neue Anlage im Osten Deutschlands.

Saatgut ist ein kostbares Gut – es ist der Ertrag von morgen und die Lebensgrundlage der Zukunft. Saatgut vor Krankheiten, Insekten und Vögel zu schützen, hat deshalb eine lange Geschichte: Die alten Agypter, Griechen und Römer verwendeten Asche, Zwiebelsud, die Reste der Olivenpressung und anderes mehr. Seit dem 17. Jahrhundert kamen giftige Stoffe wie Kupfervitriol und Arsenpräparate, Ende des 19. Jahrhunderts sogar Quecksilber hinzu. Später wurden anwenderfreundlichere Präparate entwickelt, doch auch diese stehen wegen ihrer Neben- und Langzeitwirkungen auf die Artenvielfalt, Bienengesundheit, Bodenleben, Wasserlebewesen, Trinkwasser und sogar den menschlichen Hormonhaushalt in der Kritik.

Elektronische Saatgutbehandlung statt chemischer Saatgutbeizung

Viele Jahre wurde nach alternativen Möglichkeiten der Saatgutbeizung gesucht, denn natürlich sind die chemischen Beizen im biologischen/ökologischen Anbau nicht erlaubt, außerdem sind sie unangenehm für alle, die damit arbeiten müssen, und sie passen nicht zum zunehmenden Umwelt- und Gesundheitsbewusstsein.

Und siehe da, dank einiger cleverer und engagierter Menschen wurde eine physikalische Möglichkeit entdeckt und die entsprechende Technologie geschaffen: die Saatgutbeizung mit Strom. Genauer gesagt, handelt es sich um eine „Elektronenbeize“ in einer Anlage, bei der Elektronen anhaftende Krankheitskeime wie Pilze, Bakterien und sogar Viren bis zu einer bestimmten, von der Samenart abhängigen Eindringtiefe zerstören.

2002 stellten das Dresdner Fraunhofer Institut für Organische Elektronik, Elektronenstrahl- und Plasmatechnik (FEP) und die Schmidt-Seeger GmbH einen Prototypen (e-ventus) vor. Genutzt wurde die Technologie dann von der BayWa (e-pura) und von der Ceravis AG (e-vita). 2015 wurde eine kleine, handlichere Schwester der e-ventus, die Evonta e-3, auf der Agritechnica als Weltneuheit präsentiert, die nicht nur für das Saatgut von Getreide, Mais, Raps und Zuckerrüben bestimmt ist, sondern auch für anderes Saatgut geeignet sein soll. Das elektronische Beizverfahren ist auch für ökologisch erzeugtes Saatgut erlaubt.

Auch wenn die „kleine“ Evonta e-3 noch nichts für den Hausgebrauch beim samenvermehrenden Hobbygärtner ist, kostet sie doch etwa 650.000 Euro, können wir uns als Verbraucher doch freuen, wenn die Landwirtschaft und der Gartenbau auf eine umweltfreundliche Technologie zurückgreifen können, die letztlich uns allen zugutekommt.

Die Nachfrage aus der Landwirtschaft nach elektronischer Saatgutbeizung ist jedenfalls da, so dass beispielsweise die BayWA AG in Ostdeutschland gerade 2,4 Millionen Euro in eine mobile Anlage nach dem e-pura-Verfahren investiert, um sie an mehreren BayWa-Standorten der Agrarspartenregion Ost einzusetzen.

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Ein klein wenig muss man seine Freude jedoch dämpfen: Lediglich samenbürtige Erreger werden durch die Elektronenbeizung zerstört. Bodenbürtige oder anfliegende Krankheiten und Schädlinge können auf die Weise nicht in Schach gehalten werden, dazu sind Kulturtechniken wie ausreichender Fruchtwechsel, Mischkultur, Erhalt oder Schaffung von Feldrainen sowie Gehölzstreifen, Maßnahmen zur Förderung des Bodenlebens und anderes mehr notwendig.

Quellen

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