Wann beginnen Frühling, Sommer, Herbst und Winter?

Wann beginnen die Jahreszeiten? Der Frühling? Der Sommer? Der Herbst? Und der Winter? Kommt drauf an, wen man fragt! Während die einen die Bewegungen der Himmelskörper verfolgen und komplizierte Berechnungen anstellen, machen sich andere den Frühling so, wie er sich am besten statistisch auswerten lässt und wieder andere schauen einfach auf die Zeichen in die Natur.

So sieht der Frühling, genauer der April, in der Realität manchmal aus: Nach sommerlich heißen Tagen mit Temperaturen über 25 °C, kommt der Winter mit Schnee und Frost zurück.
So werden die Jahreszeiten nach dem astronomischen, meteorologischen und dem phänologischen Kalender bestimmt.

Astronomische Jahreszeiten

Die Astronomen erstellen Kalender auf Basis der Bewegungen der Himmelskörper. Kalender, deren Zeiteinteilung auf dem Lauf der Erde um die Sonne basieren, heißen Solarkalender. Andere, die sich am Lauf des Mondes oder am Verlauf des Mondes vor dem Fixsternhimmel orientieren (Lunarkalender). Und natürlich gibt es auch Kombinationen daraus.

Die Jahreszeiten nach dem astronomischen Kalender in Form einer Jahreszeitenuhr, wobei der 1. Januar hier bei 9.00 Uhr liegt.
Die Jahreszeiten nach dem astronomischen Kalender in Form einer Jahreszeitenuhr, wobei der 1. Januar hier bei 9.00 Uhr liegt.

Zur Veranschaulichung:

Kalendermonate als Uhr angeordnet, wobei der 1. Januar auf 9 Uhr liegt.
Kalendermonate als Uhr angeordnet, wobei der 1. Januar auf 9 Uhr liegt.

Der bei uns am meisten gebräuchliche Kalender ist in der Regel der Gregorianische Kalender. Er ist ein Sonnenkalender und hat eine Jahreslänge von 365,2425 Tagen, die sich auf 12 Monate verteilen. Die Nachkommastellen werden durch Schaltjahre ausgeglichen: Auf 3 Jahre mit 365 Tagen folgt ein Schaltjahr mit 366 Tagen, wobei der zusätzliche Tag der 29. Februar ist. Damit im Laufe der Jahrhunderte nun kein Überhang in die andere Richtung entsteht, werden pro 400 Jahre 3 Schaltjahre weggelassen.

Anzeige


Wann ist Frühlingsanfang?

Bei uns auf der Nordhalbkugel der Erde beginnt der Frühling mit der Tagundnachtgleiche (Äquinoktium) und dauert etwa 92 Tage. Die Tagundnachtgleiche liegt im gregorianischen Kalender zwischen dem 19. März (erstmals 2048) und dem 21. März (zuletzt 2011, erst wieder im 22. Jahrhundert). Derzeit fällt sie auf den 20. März.

Wann ist Sommeranfang?

Der Sommer beginnt mit der Sommer-Sonnenwende (Solstitium), der größten Mittagshöhe über dem Horizont, die entweder auf den 20. oder den 21. Juni fällt, und dauert etwa 93 Tage. Derzeit fällt die Sommer-Sonnenwende auf den 21. Juni.

Wann ist Herbstanfang?

Der Herbst wird von der Herbst-Tagundnachtgleiche eingeläutet, die ist am 22. oder am 23. September, und dauert etwa 90 Tage. 2021 fällt sie auf den 22. September, 2022 und 2023 auf den 23. September.

Wann ist Winteranfang?

Der Winter beginnt mit der Winter-Sonnenwende, dem niedrigsten Mittagsstand der Sonne, die auf den 21. oder 22. Dezember fällt. Er dauert etwa 89 Tage. Derzeit beginnt der Winter astronomisch meist am 21. Dezember, nur im Jahr 2023 am 22. Dezember.

Anzeige


Meteorologische Jahreszeiten

Im meteorologischen Kalender beginnt die Jahreszeit am ersten Tag des Monats, in welchem die Jahreszeit nach dem astronomischen Kalender beginnt.
Im meteorologischen Kalender beginnt die Jahreszeit am ersten Tag des Monats, in welchem die Jahreszeit nach dem astronomischen Kalender beginnt.

Die meteorologischen Jahreszeiten sind an die Jahreszeiten des astronomischen Kalenders gekoppelt. So beginnt jede Jahreszeit im meteorologischen Jahreszeitenkalender am ersten Tag des Monats, in welchem der Beginn der astronomischen Jahreszeit liegt, und dauert drei volle Monate. Die meteorologischen Jahreszeiten erleichtern die Erfassung und statistische Auswertung von Klimadaten.

Wann beginnt der Frühling?

Der meteorologische Frühling dauert im meteorologischen Kalender vom 1. März bis zum 31. Mai.

Wann beginnt der Sommer?

Der meteorologische Sommer beginnt am 1. Juni und endet am 31. August.

Wann beginnt der Herbst?

Als meteorologische Herbst wird die Zeit vom 1. September bis zum 30. November bezeichnet.

Wann beginnt der Winter?

Winter ist im meteorologischen Kalender die Zeit vom 1. Dezember bis Monatsende Februar.

Auf den Webseiten des Deutschen Wetterdienstes (https://www.dwd.de/) kann man aktuelle und historische Wetterdaten als Tageswerte und als Monatswerte recherchieren.

Anzeige


Phänologische Jahreszeiten

Die Natur richtet sich nach dem Klima und Wetter an einem bestimmten Standort und zeigt uns, in welcher Jahreszeit sie sich wirklich befindet.

Wenn sich die männlichen Blüten der Hasel öffnen, ist die Natur an diese Standort in diesem Jahr im Vorfrühling.
Wenn sich die männlichen Blüten der Hasel öffnen, ist die Natur an diese Standort in diesem Jahr im Vorfrühling.

Flora und Fauna zeigen uns, in welcher phänologischen Phase sie sich tatsächlich befinden: mit dem Beginn der Blüte bestimmter Zeigerpflanzen, ihrer Blattentfaltung, Fruchtbildung, Fruchtreife, Blattfärbung oder dem Blattfall. Und diese Erscheinungen hängen vom tatsächlichen Wetterverlauf an diesem Standort im jeweiligen Jahr ab.

Der phänologische Jahreskalender unterteilt das Jahr in zehn phänologische Jahreszeiten, die je nach Region und von Jahr zu Jahr variieren.

Vorfrühling

Der Vorfrühling beginnt im Durchschnitt etwa Ende Februar/Anfang März und dauert etwa 35 Tage. Zeigerpflanzen für den Vorfrühling sind die Hasel, genauer das Aufblühen der männlichen Blüten, die Schneeglöckchen sowie die Vollblüte vom Winterjasmin.

Erstfrühling

Der Erstfrühling startet ab etwa Ende März/Anfang April, wenn die Forsythien auflühen und Stachel- und Johannisbeeren beginnen, ihre Blätter zu entfalten. Er dauert im Durchschnitt 32 Tage.

Vollfrühling

Ab etwa Ende April/Anfang Mai, wenn Apfelbaum und Flieder blühen und die Eichen ihr Laub entfalten, sind wir im Vollfrühling. Er dauert ungefähr 30 Tage.

Apfelbäume blühen etwa Ende April/Anfang Mai. Willkommen im Vollfrühling!
Apfelbäume blühen etwa Ende April/Anfang Mai. Willkommen im Vollfrühling!

Frühsommer

Der Frühsommer beschert uns etwa Ende Mai/Anfang Juni die Blüte von Holunder, Robinie und Roggen. Er dauert ungefähr 22 Tage.

Anzeige


Hochsommer

Der Hochsommer beginnt etwa Mitte/Ende Juni. Die Johannisbeeren reifen, die Sommerlinden blühen und die Wintergerste wird ernterif. Der Hochsommer dauert etwa 44 Tage.

Spätsommer

Der Spätsommer ist Erntezeit. Ab etwa Anfang August reifen die Frühäpfel, Felsenbirne und Vogelbeere. Der Spätsommer dauert ca. etwa 23 Tage.

Frühherbst

Der Frühherbst beginnt etwa Ende August und dauert ungefähr 25 Tage. Die Blüte der Herbstzeitlose, die Reife des Schwarzen Holunders und die Reife der Haselnüsse fallen in den Spätherbst.

Vollherbst

Im Vollherbst reifen Rosskastanie, Walnus und Quitte. Der Vollherbst beginnt etwa Ende September und dauert ca. 24 Tage.

Anzeige


Spätherbst

Wenn Rosskastanie und Stieleiche das Laub verlieren, ist der Spätherbst ins Land gezogen. Das ist ab etwa Mitte Oktober der Fall. Der Spätherbst dauert ca. 19 Tage.

Winter

Der Winter beginnt etwa Anfang November. Es herrscht weitgehend Vegetationsruhe. Er dauert im Schnitt 111 Tage.

* Werbelink
** Die Zeitangaben im phänologischen Kalender sind mittlere Werte der Jahre 1981 – 2010 (Quelle: Klima und Pflanzen – Phänologie (Faltblatt DWD))

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeige


Veröffentlicht unter Garten und Pflanzen, Mitreden, Öko-/Bio-Themen | Verschlagwortet mit , , , , , , , , | Kommentare deaktiviert für Wann beginnen Frühling, Sommer, Herbst und Winter?

Mehrjährige Pflanzenfreude auf Balkonien und Terrassien

Auch im Topfgarten auf Balkon, Terrasse oder Dachterrasse kann man mehrjährige Pflanzen anbauen – sowohl solche fürs Auge und Gemüt als auch Köstlichkeiten für den Gaumen. Tipps zum Anbau in Pflanzgefäßen. (aktualisiert 2021)

Topfgarten mit mehrjährigen Pflanzen

Mehrjährige Pflanzen in Töpfen und Kübeln: Lavendel, Weißer Scheinsonnenhut/Purpursonnenhut Echinacea purpurea, Schmetterlingsflieder und andere

Viele urbane Gärtner und andere Hobbygärtner, die wenig Platz für ihre Gartenleidenschaft haben, weil sie beispielsweise nur einen Balkon oder eine Terrasse/Dachterrasse nutzen können, beschränken sich bei ihrer Pflanzenauswahl auf einjährige Sommerblumen und vielleicht ein paar nicht winterharte Kräuter, die sie in Kästen, Kübeln und Töpfen anbauen. Manche haben vielleicht noch ein paar Balkontomaten oder Chili-Pflanzen in irgendeiner Ecke stehen, doch erst wenige trauen sich an mehrjährige Pflanzen heran.

Bei winterharten Pflanzen für den Balkon denken die meisten auch eher an (Zwerg-) Koniferen oder andere immergrüne Gehölze als an mehrjährige Stauden und laubabwerfende Obst- oder Ziergehölze. Sie fürchten, dass diese im Winter draußen erfrieren, wenn sie im Topf, Kübel, Pflanzkasten oder anderen Pflanzgefäßen und nicht in gewachsenem Boden stehen oder einen Überwinterungsplatz im Gewächshaus erhalten.

Anzeige

Ich habe im Laufe der Jahre jedoch mit einigen mehrjährigen Kräutern, Stauden und (Obst-) Gehölzen in meinem Topfgarten gute Erfahrungen gemacht – damit meine ich nicht Kübelpflanzen, die man im Gewächshaus überwintert, sondern Pflanzen im Kübel/Pflanzgefäß bei Überwinterung im Freien!

Eine Herausforderung ist der Standort meines Topfgartens: Er befindet sich auf einem begrünten Tiefgaragendach in Oberbayern (kalte Winter), an der Südseite eines Wohnhauses (sehr heiße Sommer).

Die Pflanzgefäße in meinem Topfgarten waren lange vorwiegend aus Ton/Terrakotta, bis auf ein paar schwarze Kübel aus der Studentenzeit. Zwar hätte mir schon immer auch Stein gut gefallen hätte, war mir jedoch zu schwer und zu teuer. Inzwischen experimentiere ich mit einigen der modernen Kübelmaterialien wie Metall in Rostoptik oder Fiberglas-Steingemische (Verbundmaterialien).

Weißer Purpursonnenhut Echinacea purpurea ‚Baby Swan‘ in einem Pflanzkübel aus einem Verbundmaterial, das wie verwitterter Stein ausschaut und inzwischen – wie auch die Staude – schon zwei Winter draußen gut überstanden hat. („Woodley“ von Emsa/Esteras Amazon.de *)

Die alten Plastikkübel verwende ich inzwischen nur selten und nur noch in der zweiten Reihe, nicht nur, weil sie nicht besonders schön sind, sondern sich der schwarze Kunststoff in der Sonne stark erwärmt.

Köstlichkeiten aus dem Mehrjährigen-Topfgarten

Blühender Thymian im Topfgarten

Blühender Thymian im Topfgarten

Trotz der schwierigen Standortverhältnisse klappt die Kultur und die Überwinterung von Schnittlauch, Thymian, Rosmarin und Salbei im Topf bzw. Kübel sehr gut – von Frühjahr bis Spätherbst ernte ich würzige Kräuter auf meiner Terrasse. Während der warmen Monate erhalten sie von mir Wasser nach Bedarf und ich dünge sie während der Hauptwachstumszeit mehrmals mit einem organischen Flüssigdünger oder Festdünger.

Anzeige

Wenn der Schnittlauch blüht, schneide ich die Blütenhalme heraus und würze den Salat, Gebratenes oder überbackenes Gemüse mit den zerpflückten Blüten. Die im Herbst absterbenden Halme des Schnittlauchs legen sich von alleine wie ein Schutz über seinen Topf mit den Schnittlauchbulben. Ich lockere dieses trockene“Nest“ an sonnig warmen Spätwintertagen etwas auf, sobald die jungen Triebe sichtbar werden, damit sie mehr frische Luft bekommen. Ich entferne die alten Halme jedoch erst im Frühjahr komplett, wenn die neuen Schnittlauchhalme schon kräftig durchdrücken und keine allzu tiefen Fröste mehr zu erwarten sind.

Auch Thymian ernte ich fortlaufend und freue mich an seinem intensiven Aroma. Nach der Blüte schneide ich ihn etwa um die Hälfte zurück. Er treibt sofort frische Würztriebe aus.

Der Salbei sieht (wie manchmal auch der Thymian) nach dem Winter ganz furchtbar aus. Während ich den Thymian im Frühjahr eventuell in einen größeren Topf pflanze und anschließend gieße und dünge, schneide ich den Salbei im Frühjahr sehr stark zurück, denn so viele Blätter, wie er jedes Jahr hervorbringt, kann ich nicht verbrauchen.

Mini-Kiwis 'Weiki' im Kübel

Mini-Kiwis (‚Weiki‘) auf der Terrasse. Im Sommer sind die schönen Blätter eine Zierde, im Herbst gibt es (nach ein paar Jahren) süße Früchte zum Naschen.

Viele Jahre lang hatte ich auch zwei Mini-Kiwis Actinidia arguta „Weiki“ (Auslese der TUM in Weihenstephan) im Kübel auf der Terrasse stehen. Die Weiki-Pflanzen mit dem schönen Laub und den roten Blattstielen brauchen einen großen Kübel und ein Spalier, aber wenig Pflege – lediglich störende Triebe entfernt man oder kürzt sie ein. Ansonsten erhalten Weikis während der Wachstumszeit viel Wasser und gelegentlich Dünger. Früchte trug die Weiki allerdings erst nach ein paar Jahren – und das tun Weikis übrigens nur, wenn man mindestens eine weibliche und eine männliche Pflanze hat. Mehr zur Weiki.









Inzwischen gibt es nicht nur verschiedene Mini-Kiwi-Arten*, sondern auch klein bleibende Obstbäume, Erdbeeren und Heidelbeeren für Töpfe und Kübel, die man auf der Terrasse oder dem Balkon anbauen und ernten kann.

Anzeige

Was fürs Auge im mehrjährigen Topfgarten

Zwar sehen auch Kräuter schön aus, doch mögen die meisten Menschen gerne ein paar auffälligere Farbtupfer mit längerer Blütezeit zwischen dem Grün. Bienen, Hummeln, Schwebfliegen und andere Nützlinge lieben zwar die Blüten von Rosmarin und Salbei im Frühjahr, aber im Sommer macht man sich selbst und ihnen eine Freude, wenn man etwas mehr bietet.

Bodendeckerrose 'Lavender Dream' im Kübel

Bodendeckerrose ‚Lavender Dream‘ im Kübel

Mit Rosen im Kübel habe ich schon mehrmals gute Erfahrungen gemacht und konnte manche Beetrose auch im Kübel über Jahre kultivieren. Wenn sie dann doch irgendwann abstarben, ließ sich das immer auf Gießfehler zurückführen, es lag nicht an der Kälte im Winter. Man muss im Spätwinter an sonnigen Tagen ans Gießen denken! Vorletzten Herbst habe ich eine neue Rose, ‚Lavender Dream‘ ®, gepflanzt. Sie sieht nicht so aus, wie ich sie mir vorgestellt hatte (diese hätte ich ‚Clownsgesicht‘ getauft), aber sie hat inzwischen den zweiten Winter gut überstanden und treibt sehr schön aus.

Lampenputzergras im Kübel

Lampenputzergras ‚Hameln‘ und Balkon-Verbene vertragen sich gut im Kübel

Vorletzten Herbst wollte ich es dann wissen und kaufte einige sonnen- und trockenheitsverträgliche Stauden, Gräser und Gehölze, um mit ihnen einen Mini-Staudengarten im „Prairie-Style“ über mehrere Kübel verteilt anzulegen. Dieser Stauden-Topfgarten sollte den Übergang von meinem neuen, kleinen Staudenbeet (ebenfalls mit sonnen- und trockenheitsverträglichen Stauden und Gräsern bepflanzt) hin zur Terrasse bilden, wo ansonsten Gemüse, Kräuter und Sommerblumen in großen Kübeln und kleineren Töpfen/Topfregal stehen.

Stauden sind ausdauernde, krautige Pflanzen, die jedes Jahr nach dem Winter neu aus dem Wurzelstock oder anderen Speicherorganen austreiben. Präriestauden sind Stauden, die Sonne und Trockenheit vertragen, ein Klima wie in den Prärien Nordamerikas, wo sie normalerweise auch ihre Heimat haben. Ich dachte, eine Prairie sei nicht unähnlich dem Standort, den ich meinen Stauden bieten kann. Ein wichtiger Unterschied ist jedoch, dass die Wurzeln in der Prairie sehr tief reichen können, während sie bei mir im Staudenbeet auf dem Tiefgaragendach knapp 20 cm und in den Kübeln zwischen 20 und 40 cm Bodentiefe zur Verfügung haben. Außerdem stammen nicht alle von mir verwendeten Stauden aus Nordamerika, doch war mein Ziel, im Kleinen die Luftigkeit einer Prairie nachzubilden.

Im Herbst 2012 pflanzte ich also Sonnenhut Echinacea ‚Baby Swan White‘, Prachtscharte Liatris, Regenbogen-Schwingel Festuca amethystina, kleinwüchsiges Lampenputzergras Pennisetum alopecuroides ‚Hameln‘ in Kübel. Alle diese Stauden kamen sehr gut über inzwischen zwei Winter – genauso auch die oben bereits erwähnte Rose und ein Sommerflieder/Schmetterlingsflieder Buddleja davidii ‚Black Knight‘, die als Hintergrund bzw. Übergang an einen verwilderten Garten erinnern sollten. Soweit meine Vision!

Topfgarten mit mehrjährigen Stauden und Gehölzen

Topfgarten mit mehrjährigen Stauden und Gehölzen wie Purpur-Sonnenhut ‚Baby Swan White‘, Lavendel und anderen

Gartengestaltung mit Stauden: Von Foerster bis New German Style*

Da die Stauden-Kübel im Mai dann doch noch etwas trist aussahen, habe ich eher aus Verlegenheit eine niedrigbleibende, pinkfarbene Balkonkasten-Verbene hinzugepflanzt (es gibt nämlich eigentlich mehrere Arten an „Prairiegarten-Verbenen“, die blau-lilafarben sind und höher werden). Doch auch Balkon-Verbene und Lampenputzergras vertragen sich bisher sehr gut zusammen im Kübel.

Lavendel ist ein Halbstrauch

Lavendel ist ein kleiner Halbstrauch aus dem Mittelmeerraum

Seit letztem Jahr gehört auch ein Lavendel (ein kleiner Halbstrauch) zu meinem
Prairie-Style-Topfgarten, obwohl der Lavendel ja aus dem Mittelmeerraum stammt – über Überwinterungserfahrungen im Topf kann ich allerdings erst demnächst berichten, genauso auch wie zur Überwinterungsfähigkeit der Balkon-Verbene.

Topfgarten im Winter

Anzeige



Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es meist nicht die Kälte ist, die die mehrjährigen Pflanzen umbringt, denn die haben sie ja auch in harten Wintern überstanden – was nicht heißt, dass man grundsätzlich auf Kälteschutzmaßnahmen verzichten soll. Aber wenn Pflanzen den Winter nicht überstanden haben, dann konnte ich das fast immer auf zu wenig oder zu viel Pflege zurückführen. Meine beiden wichtigsten Pflegetipps aus meiner Erfahrung heraus:

  • Mehrjährige Pflanzen erst im Frühjahr zurückschneiden, denn Frost greift von der Spitze her an.
  • Mehrjährige Pflanzen an sonnigen Tagen auch bei Bodenfrost vorsichtig gießen. Das Wasser in kleinen Mengen in den Wurzelbereich geben – so viel, dass die Pflanze etwas aufnehmen kann, wenn die oberirdischen Pflanzenteile Wasser verdunsten, aber nicht so viel, dass der Wurzelstock im Sumpf steht, der über Nacht zu einem kompakten Eisblock friert.
Schmetterlingsflieder Buddleja davidii 'Black Knight' mit Tagpfauenauge

Auch der Schmetterlingsflieder Buddleja davidii ‚Black Knight‘ hat den zweiten Winter im Kübel überstanden. Hier ein Bild vom letzten Jahr: ein kleiner Blütenstand mit Tagpfauenauge.

Buchtipp zum Gärtnern in Töpfen:
Gestaltungs, Bepflanzungs- und Pflegetipps für Pflanzen in Töpfen, Kübeln und Kisten auf Balkon, Terrasse, im Eingangsbereich und anderswo: Bepflanzungen nach Jahreszeit und/oder Dauerbepflanzungen – dekorative, duftende Pflanzen, Pflanzen für Schmetterlinge, Bienen und Nützlinge und/oder Arten/Sorten für Selbstversorgeranbau in Pflanzgefäßen.


Gärtnern in Töpfen:*
Balkon und Terrasse mit Pflanzen gestalten*
Eva Schumann
Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart, 1. Auflage (2019)
Taschenbuch/Klappenbroschur, 128 S.,
86 Farbfotos, 3 Farbzeichungen, 17 Tabellen
ISBN 3-8186-0635-8

 


* Werbelink

Mehr zum Thema Topfgarten

Dieser Beitrag wurde erstmalig 2013 veröffentlicht und danach mehrmals aktualisiert.

Anzeige

Veröffentlicht unter Garten und Pflanzen, Urban Gardening, Wohnen und Garten | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , | 2 Kommentare

Unterschied zwischen Kompost und Terra Preta

(aktualisiert 14.2.2021)

Kompost und Terra Preta haben vieles gemeinsam:

  • Beide gehören zu einem nachhaltigen Stoffkreislauf.
  • Bei beiden werden mehr oder weniger grobe organische Abfälle (und weitere Ausgangsstoffe) in eine humus- und nährstoffreiche, erdige Substanz umgewandelt.
  • Kompost und Terra Preta wirken als Bodenverbesserer (Luft- und Wasserhaltevermögen, Durchwurzelbarkeit) und Dünger (Nährstoffvorrat).
  • Beide tragen dazu bei, dass weniger Torf abgebaut wird, der sonst in größeren Mengen zur Substratherstellung und zur Bodenverbesserung gebraucht würde.
  • Kompost und Terra Preta tragen direkt und indirekt zum Schutz der Artenvielfalt bei, weil durch sie Moore erhalten bleiben, aber auch, weil sie selbst gut für die Bodenfruchtbarkeit und das Bodenleben sind.
  • Außerdem bleibt durch Kompost und Terra Preta das im Torf gespeicherte Kohlendioxid (CO2) in den Mooren – Klimaschutz.
  • Durch den höheren Humusanteil im Boden bei der regelmäßigen Ausbringung von Kompost und/oder Terra Preta wird außerdem mehr CO2 im Boden gespeichert – das ist ebenfalls positiv für das Klima.

Vergleich von Gartenkompost und Terra Preta

Grundsätzlich unterscheiden sich Kompost, besonders Gartenkompost, und Terra Preta bezüglich der Zutaten, der Prozesse während der Umsetzung, der Vorgehensweise und der Gehalte des Endprodukts.

Kompost

Gartenabfälle werden über die Kompostierung zu einem wertvollem Bodenverbesserer und Dünger

Gartenabfälle werden über die Kompostierung zu einem wertvollem Bodenverbesserer und Dünger.

Die Kompostierung ist schon seit Jahrtausenden bekannt und in Europa verbreitet, wobei sie vermutlich mit der Kompostierung von tierischen Exkrementen begann und seit einigen hundert Jahren systematisiert und verbessert wird. Vor allem seit Ende des letzten Jahrhunderts wurde sehr viel analysiert und erprobt, auch um Torf in Substraten durch andere Stoffe wie Grüngutkompost oder kompostierte Rinde ersetzen zu können. Allerdings hauptsächlich unter dem Gesichtspunkt der Pflanzenernährung und weniger unter dem Gesichtspunkt  der Ernährung des Bodenlebens und von Humusaufbau.

Anzeige



Gartenkompost-Herstellung

Zutaten:
Gartenabfälle, pflanzliche Küchenabfälle

Prozesse:
Zerkleinerung durch Würmer, Insekten, Spinnentiere, Springschwänzen usw. und aerobe (luftunterstützte) Verrottung durch Mikroorganismen (Bakterien, Pilze etc.). Bei der Verrottung entsteht Wärme. Das Endprodukt ist der reife Kompost: Er enthält Humus und (teilweise wasserlösliche) Nährstoffe.

Vorgehensweise:
Strukturbildende Ausgangsstoffe wie klein gehäckselter Gehölzschnitt und Stroh sowie nährstoffreiche Ausgangsstoffe wie Grasschnitt, Küchenabfälle und Gemüseabfälle werden gesammelt, miteinander vermischt und aufgehäuft oder in einen Kompostbehälter gegeben. Ein gemischter Kompost mit ausreichender Luftzufuhr riecht nicht und braucht keine Zusatzstoffe. Vor zu viel Regen kann man ihn durch einen Deckel oder eine Folienabdeckung schützen, bei lang anhaltender Trockenheit sollte man etwas gießen – aber nicht zu viel, die Rotte braucht auch Luft. Man kann den Kompost nach 3 bis 6 Monaten umsetzen, muss es aber nicht. Je nach Jahreszeit (Niederschläge, Temperatur) und Lage und in welchem Reifestadium man den Kompost ausbringen möchte, ist der Kompost nach 6 bis 12 Monaten einsatzbereit.

Gehalte von Gartenkompost/Grüngutkompost:
3 l Gartenkompost enthalten im Mittel 16 g Stickstoff (N), 11 g Phosphat (P2O5) und 12 g Kaliumoxid (K2O) sowie Magnesium (MgO), Calcium (CaO), Schwefel, Spurenelemente und nützliche Mineralstoffe. (Quelle: Fischer/Jauch: Leitfaden zur Kompostierung im Garten, HSWT). Die tatsächlichen Werte können je nach Zutaten stark abweichen. Wird mit Kompost gedüngt, wird in der gärtnerischen Praxis auf Dauer pro Jahr nur so viel ausgebracht, wie die Pflanzen während des Gartenjahres an frei werdenden Nährstoffen verbrauchen können. Ähnliches wird auch in der Landwirtschaft angestrebt. Ziel ist es, die Pflanzen zu ernähren, aber nicht zu überdüngen, wegen der Gefahr der Auswaschung ins Grundwasser.

Humusaufbau: Buchempfehlung mit Werbelink zu Amazon.de
Kritiker der derzeit üblichen Anbauweisen mit Düngung nach Nährstoffentzugszahlen, die für Gemüse und landwirtschaftliche Kulturen existieren, argumentieren, dass bei den aktuellen Düngungsempfehlungen (auch für Dünger biologischen Ursprungs) vergessen wird, dass das Bodenleben ernährt werden muss, damit es mehr wird, noch effektiver mit den Pflanzen zusammenarbeitet, beide sich gegenseitig ernähren, ein lebendiger, dauerhaft krümeliger Boden mit hohem Humusanteil entsteht. (Ein paar Stichworte zu dieser Zusammenarbeit: Pflanzen ernähren Mikroorganismen über ihre Wurzelausscheidungen und Wurzelhaare, Mikroorganismen schließen Nährstoffe auf für die Pflanzen und sie bilden den eigentlichen Humus in Form von Humusstoffen und Huminsäuren und schaffen die Krümelstruktur durch die Lebendverbauung von organischem und mineralischem Material, wichtig hier auch Mykorrhiza-Pilze. Alles was das Bodenleben stört oder tötet, muss vermieden werden, vor allem das Wenden, die Brache, Fungizide, statt dessen Lockerung nur bei Bedarf und ohne Wenden, optimaler Fruchtwechsel, Gründüngung, Untersaat, Mulch etc., dann ist wirklicher Humusaufbau (und damit auch CO2-Bindung) bei höheren Gaben an Kompost oder Mist möglich, ohne dass es zu Nahrstoffauswaschungen oder CO2-Freisetzungen kommt.)

Kompost ist nicht gleich Kompost und Terra Preta nicht gleich Terra Preta
Ein Gartenbesitzer oder Selbstversorger gibt seine Küchen- und Gartenabfälle auf den Komposthaufen – das Ergebnis ist der Gartenkompost. Je mehr Gemüseabfälle und Grasschnitt auf dem Kompost landen, desto stickstoffreicher, je mehr abgestorbene Stauden sowie Gehölzschnitt und Stroh, desto stickstoffärmer ist der Gartenkompost. Allerdings sind beide wichtig: die grünen Bestandteile liefern den Stickstoff, die braunen den Kohlenstoff und Struktur für die Luftzirkulation. Am besten gelingt der Kompost, wenn er aus einem Gemisch von nährstoffreichen und strukturbildenden Abfällen entsteht.
Ein Kleinbauer mit Tieren hat dagegen einen Misthaufen, auf dem dann auch die Küchen- und Gartenabfälle landen. Der daraus entstehende Kompost ist dann mehr kompostierter Mist als Gartenkompost/Grüngutkompost und auch reicher an Stickstoff als der „normale“ Gartenkompost – man muss also noch vorsichtiger sein, davon nicht zu viel auszubringen, um die Umwelt nicht zu belasten (jedenfalls bei den herkömmlichen Arten der Bodenbearbeitung und Düngung (der Kultur und nicht des Bodens), dazu ein Buchtipp: Humusaufbau von Gerald Dunst*).
Auch bei Terra Preta kann es Unterschiede geben, je nachdem in welchem Verhältnis die verschiedenen Ausgangsstoffe zusammengebracht wurden.

Mehr zur Kompostierung siehe Kompostierung von Gartenabfällen
Zur Verwendung im Garten siehe Kompost ausbringen

Terra Preta („Terra preta de índio“, schwarze Indianererde)

Terra Preta ist ein wertvoller, nährstoff- und humusreicher Boden. Er entstand über Jahrhunderte durch den Eintrag von Verkohlungsrückständen (Pflanzenkohle), Küchenabfällen und anderer Biomasse sowie Dung, Fäkalien, Knochen und Gräten. Solche Art Böden werden dort gefunden, wo es Wanderfeldwirtschaft mit Brandfeldbau in den feuchten Tropen gab/gibt: beispielsweise im Amazonasbecken in Südamerika. Ähnliche Böden gibt es aber auch in Afrika, Südostasien und sogar Europa. Gerade in den feuchten Tropen neigen Böden – vor allem die, die gerodet wurden oder aus anderen Gründen nicht bewachsen sind, – zur extremen Verarmung, weil Humus sehr schnell abgebaut und Nährstoffe freigesetzt und ausgewaschen werden. Die Verkohlungsrückstände/Pflanzenkohle tragen in einem solchen Klima wesentlich zur Stabilisierung bei – sie machen die Terra Preta so besonders.

Terra Preta aus dem Amazonasbecken kann man bei uns zwar nicht kaufen, aber es gibt Rezepte zur eigenen Herstellung eines Bodenverbesserungs- und Düngungsmittel, das ähnliche Eigenschaften haben soll wie Terra Preta, und man kann auch entsprechende Bodenverbesserer, die nach der Terra-preta-Rezeptur hergestellt wurden und ebenfalls Pflanzenkohle enthalten, fertig kaufen.

Terra-Preta-Herstellung

Zutaten:
Gartenabfälle, Küchenabfälle, Pflanzenkohle, Milchsäurebakterien, (Tierdung), (Urin), (Gesteinsmehl)

Pflanzenkohle kann man selbst herstellen oder fertig kaufen. Milchsäurebaktierien haften natürlicherweise an Gemüseabfällen, können aber auch zugegeben werden. Im Gartenfachhandel werden dafür „Effektive Mikroorganismen“ (EM) angeboten. Zu beidem weiter unten mehr.

Prozesse:
Anaerobe (sauerstofffreie) Milchsäuregärung und aerobe (luftunterstützte) Verrottung

Vorgehensweise zur Aktivierung der Pflanzenkohle:
Die Pflanzenkohle wird zunächst mit wenig Gesteinsmehl, manchmal auch etwas Asche, vermischt und dann mit Urin (zur Aufladung mit Nährstoffen) und der EM-Lösung (zur Belebung mit Mikrolebewesen) befeuchtet. Diese Mischung wird über die Pflanzen- und Gartenabfälle verteilt und diese dann festgestampft. Die anaerobe Fermentation dauert etwa 1 Monat. Danach kann die Masse wie gewohnt auf dem Komposthaufen mit Luft verrotten. (Vorgehensweise nach dem Buch Die Humusrevolution: Wie…*)

Über die Nährstoffgehalte des Endproduktes und die jährliche Nährstofffreisetzung (abhängig von der Anbauweise) gibt es nach meinem Wissen noch keine wissenschaftlich belastbaren Untersuchungen.

Viele Experten bezweifeln, dass die Milchsäuregärung tatsächlich zur ursprünglichen Terra-preta-Herstellung gehört. Sie gehört jedoch zum Fermentieren von Pflanzenabfällen und Essensresten im so genannten Bokashi-Eimer*. Dessen Inhalt wird nach der erfolgreichen Fermentierung auf den Kompost gegeben (kann ein Problem sein für Bokashi-Eimer-Nutzer, die keinen Garten haben).

Anzeige
Terra Preta BodenAktivator* zur Bodenverbesserung
Neudorff Terra preta Bodeaktivator - Werbelink
Was ist Pflanzenkohle?

Pflanzenkohle, auch Biokohle genannt, ist verkohltes Pflanzenmaterial. Dazu gehört auch die Holzkohle. Die moderne Herstellung von Holzkohle oder anderer Pflanzenkohle nutzt die technische Pyrolyse (Holzvergasung). Die Temperatur bei der Herstellung darf nicht zu tief und nicht zu hoch sein – ist sie zu tief, verkohlt das Pflanzenmaterial nicht genügend und verrottet dann statt dessen, ist sie zu hoch, dann wird die Pflanzenkohle zu Asche und hat dann nicht mehr die guten nährstoffbindenden Eigenschaften der schwarzen Pflanzenkohle. Die Herstellung sollte außerdem so durchgeführt werden, dass die Pyrolysegase nicht ungenutzt in die Atmosphäre entweichen, sondern zum Kochen, Heizen oder zur Stromerzeugung genutzt werden.
Bei YouTube findet man viele Anleitungen zur Herstellung von Pflanzenkohle, in Terra-Preta-Foren und Social-Media-Gruppen gibt es Erfahrungsaustausch über Herstellung, Verwendung und Nutzen von Pflanzenkohle, EM und Terra Preta.

Wer sich die eigene Herstellung von Pflanzenkohle ersparen will, kann sie auch fertig kaufen – sollte aber, wie auch bei der Grillkohle, darauf achten, dass sie nicht gerade aus Tropenholz, sondern am besten aus heimischen Pflanzenabfällen hergestellt wurde. Wichtig ist, dass die Pflanzenkohle über die Beimischung von stickstoffhaltiger Flüssigkeit, die Fermentierung und die Kompostierung „aufgeladen“ und „aktiviert“ wird, bevor sie in den Boden kommt, denn sonst kann sie durch die Stickstoffbindung zu Keim- und Wachstumshemmungen führen.

Anzeige
Pflanzenkohle*

Pflanzenkohle - Werbelink

Was sind Effektive Mikroorganismen (EM)?

Effektive Mikroorganismen (EM) sind kommerziell vertriebene Mischungen aus natürlich und überall vorkommenden anaeroben und aeroben Mikroorganismen – also solche, die unter Sauerstoffabschluss und solche die mit Sauerstoff aktiv werden – in einer Nährlösung. Hersteller und Inhaber der registrierten Warenmarken Effective Microorganisms und EM ist die Firma Em Research Organization in Japan.
Enthalten sind beispielsweise Milchsäurebakterien wie Lactobacillus casei, andere harmlose Bakterien und Hefen. Die Wirkung der EM als Bodenverbesserer wird von unabhängigen Wissenschaftlern meist nicht bestätigt, lediglich eine höhere Vermehrungsrate von Würmern in der Wurmzucht wurde in einem Versuch beobachtet.

Auch Sauerkrautsaft, saure Milch, Kefir und Sauerteig enthalten lebende Milchsäurebakterien.

Anzeige
Effektive Mikroorganismen*

Fazit

Kompostierung und Terra-Preta-Herstellung sind nicht so verschieden. Der Hauptunterschied ist die Verwendung von Pflanzenkohle, die besonders im tropischen Klima wichtig zur Stabilisierung des Endproduktes – Schutz vor Nährstoffauswaschung, Habitat für Mikroorganismen und Humuserhalt – ist. Die sonstigen Eigenschaften der jeweiligen Endprodukte wie Nährstoffnachlieferung, Wasserspeichervermögen etc. hängen von den Ausgangszutaten wie der Art der Pflanzenkohle, deren Verhältnisse zueinander, der weiteren Behandlung und letztendlich der Anbauweise ab.

Wie viel Verbesserung bei uns im deutschen Klima mit Terra Preta möglich ist, hängt vom Ausgangsboden, örtlichen Klima und davon ab, wie gut vorher schon mit Kompostausbringung, Fruchtfolgen, Gründüngung, Mischkultur, pfluglosem Anbau, Anbau ohne Bodenwendung etc. für einen hohen Humusgehalt und eine gute Bodenqualität gesorgt wurde.

Bezüglich Terra Preta sind manche Fragen beispielsweise zum Humusabbau, zur Nährstofffreisetzung und zur Nährstoffversorgung der Pflanzen wissenschaftlich noch nicht ausreichend geklärt. Viele Selbstversorger und Hobbygärtner beobachten positive Wirkungen, doch man weiß nicht, welche Mengen sie ausbringen und ob ein Nährstoffüberschuss eintritt, der dann möglicherweise ins Grundwasser gelangt. Insofern kann man meinem Kenntnisstand nach noch nichts Verlässliches zur jährlichen Ausbringungsmenge im Gemüsegarten oder in der Landwirtschaft – sicher abhängig von der Bodenart und dem regionalen Klima – sagen.

* Werbelink

Anzeige

Veröffentlicht unter Garten und Pflanzen, Mitreden, Öko-/Bio-Themen | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , | 1 Kommentar

Torffreie und torfreduzierte Pflanzerden für Balkon, Terrasse, Garten und Gewächshaus

In Blumenerden, Pflanzerden und ähnlichen Substraten aus dem Handel wird Torf zunehmend ganz oder teilweise ersetzt, damit die Moore geschont werden. Die neuen Bestandteile verändern jedoch manche der gewohnten Eigenschaften einer Pflanzerde. Was alle Gärtnernden wissen sollten. (Werbung wegen Markenerkennbarkeit, nicht bestellt, nicht bezahlt, alles selbst gekauft, zuletzt bearbeitet 22.1.2021)

Torffreie Pflanzerden für den Anbau in Töpfen und KübelnDie Frühlingsbepflanzung steht an: Mit torffreien Pflanzerden für Töpfe und Kübel schont man die Moore.

Moore sind ein wertvoller Lebenraum für Pflanzen und Tiere und in ihnen sind große Mengen an Treibhausgasen gespeichert, die bei Trockenlegung frei würden. Dem Klima und der Artenvielfalt zuliebe sollten Moore möglichst unberührt bleiben. Die weitgehende Erhaltung vorhandener Moore ist nur durch Einsparen von Torf möglich.

Torffreie und torfreduzierte Substrate („Erden“)

Als Ersatz für einen Teil des Torfes oder den gesamten Torf wird den Substraten vor allem Grüngutkompost, Rindenhumus, Holzfasern, Hanffasern, Kokosfasern, Kokosmark und/oder Xylit (Schieferkohle) beigemischt.

Beispiele für torffreie (Bio-)Erden

* Werbelink

Was bestimmt die Qualität von Pflanzerden

Die Eigenschaften einer Pflanzerde werden von den Ausgangsmaterialien bestimmt: Von der Feinkörnigkeit/Porenvolumen der Ausgangsmaterialien hängen beispielsweise Wasser- und Nährstoffhaltevermögen sowie die Luftdurchlässigkeit ab.

Grobkörnige Materialien halten Wasser und ebenso eine Nährstofflösung schlecht, dafür lassen sie viel Luft an die Wurzeln. Feinkörnige Materialien sind gute Speicher und Puffer, aber neigen eher zu Staunässe und damit Luftarmut im Wurzelbereich – was die wenigsten Pflanzen mögen.

Eher feinkörnig und damit wasserkapazitäterhöhend sind gesiebter Frästorf, Kokosmark, Grüngutkompost sowie Rindenhumus.

Eher grobkörnig und damit luftkapazitäterhöhend sind Sodentorf, Holzfaser, Kokosfaser und Hanffaser.

Anzeige


Vom Kohlenstoff-Stickstoff-Verhältnis eines Ausgangsmaterials hängt es ab, ob eine Pflanzerde Stickstoff an die Pflanzen abgibt oder alles an sich bindet (auch die Nährstoffe, die gedüngt oder mit dem Kompost verabreicht werden). Holzfasern haben beispielsweise viel Kohlenstoff und wenig Stickstoff – sie entziehen ihrer Umgebung Stickstoff. Grüngutkompost enthält dagegen wenig Kohlenstoff, aber viele Nährstoffe, die abhängig von der Temperatur und dem Feuchtigkeitsgehalt mehr oder weniger schnell freigesetzt werden.

Blumenerden, Pflanzerden, andere Substrate: Auf die Mischung und den Einsatzzweck kommt es an

Bei der Substratanmischung wird versucht, eine Erde mit Eigenschaften für den jeweiligen Zweck zu schaffen: eine feinkrümelige, nicht zu nährstoffreiche für die Aussaat, eine gröbere für die Ansprüche größerer Baumschulpflanzen und noch andere für die Bepflanzung von Pflanzkästen und Kübeln, für den Anbau in Hochbeeten sowie anderen Behältern, für Fruchtgemüse oder Spezialkulturen und so weiter.

Wer in den letzten Jahren die neuen torffreien und torfreduzierten Pflanzerden ausprobiert hat, hat festgestellt, dass selbst die torffreien oder torfarmen Blumenerden, Pflanzerden und ähnliche Substrate für den „universellen Einsatz“ schon von der Struktur und damit von den physikalischen Eigenschaften her ganz unterschiedlich sind, denn jeder Hersteller hat sein eigenes Rezept – vermutlich auch abhängig davon, wie gut seine Bezugsquellen für die verschiedenen Materialien sind. Dazu kommt, dass die verschiedenen Substrate auch unterschiedliche Mengen an verfügbaren Nährstoffen (abhängig beispielsweise vom Kompostanteil, Feuchtigkeit und Temperatur) enthalten: Die einen enthalten (zu) viele verfügbare Nährstoffe und ihr dadurch erhöhter Salzgehalt schadet manchen Keimlingen und salzempfindlichen Pflanzen. Andere versorgen die Pflanzen in der Anfangsphase bis zur ersten Düngung gerade richtig, aber haben keine Reserven. Wieder andere geben von Anfang an keine Nährstoffe frei beziehungsweise entziehen sogar die Nährstoffe, die gedüngt werden, so dass den Pflanzen zu wenig bleibt.

Anzeige


Tipps zur Verwendung von torffreien und torfreduzierten Pflanzerden in Kübeln

Wer selbst mischt, sollte wissen: Ist die Basis eines torfreduzierten Substrates ein feinkörniger Torf, wirken sich die Torfersatzmaterialen weniger auf die Wasser- und Luftkapazität aus als bei einem torfreduzierten Substrat auf Basis eines groben Torfes.

Ansonsten gilt meiner Erfahrung nach: Bei Direktsaat oder Pflanzung in größere Töpfe oder Kübel kann man in die untere Hälfte die günstigere torffreie Hochbeeterde und oben drauf eine feinkörnigere Pflanzerde füllen. Wichtig ist, die Pflanzen gut zu beobachten, um einen Nährstoffmangel oder -überschuss frühzeitig ausgleichen zu können, und die Feuchtigkeit im Wurzelbereich zu überprüfen, um bedarfsgerecht gießen zu können.

Pflanzen beobachten

Bei Unterversorgung mit Stickstoff wird das Laub der Pflanze von unten her hell und sie wirken spärlich – am schnellsten lässt sich das mit einem Flüssigdünger ausgleichen, in welchem die Nährstoffe bereits in pflanzenverfügbarer Form vorliegen.

Bei Überversorgung sind die Pflanzen dunkelgrün und mastig. Manchmal sind sie sogar an der Spitze schopfartig gebogen. In diesem Fall wird auf die nächsten (Zusatz-)Düngungen verzichtet, bis die Pflanzen wieder normal sind.

Vor dem Gießen checken

Da manche torffreien Substrate immer trocken wirken – vor allem solche mit groben Bestandteilen -, sollte man die tatsächliche Feuchtigkeit mit einem Messgerät überprüfen oder zumindest mit dem Finger vorsichtig, aber tief genug hineinbohren, ob die Pflanze wirklich Wasser benötigt, bevor man gießt.

Torffreie Pflanzerde selbst mischen

Wer seine torffreie Blumenerde selbst mischen möchte, kann dies zum Beispiel nach den folgenden Rezepten:

  • 25% Rindenhumus
  • 25% Gartenkompost
  • 50% Gartenerde

oder

  • 35% Holzfaserstoffe
  • 30% Rindenhumus
  • 25% Gartenkompost
  • 10% Ton
Buchtipp:

Gärtnern in Töpfen:*
Balkon und Terrasse mit Pflanzen gestalten*
Eva Schumann
Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart, 1. Auflage (2019)
Taschenbuch/Klappenbroschur, 128 S.,
86 Farbfotos, 3 Farbzeichungen, 17 Tabellen
ISBN 3-8186-0635-8




  • Werbelink (kleine Provision für mich, wenn auf der Link-Zielseite etwas gekauft wird)
Quellen und weitere Informationen

PS: Die drei torffreien Pflanzerden und alle anderen Produkte im Foto oben habe ich selbst gekauft. Not sponsered!

Kontakt für Werbekooperationen: tinto@tinto.de

Anzeige


Veröffentlicht unter Garten und Pflanzen, Gewächshaus, Öko-/Bio-Themen, Urban Gardening, Wohnen und Garten | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , | Kommentare deaktiviert für Torffreie und torfreduzierte Pflanzerden für Balkon, Terrasse, Garten und Gewächshaus