Arbeitskalender für Gewächshaus und Frühbeet („Gewächshauskalender“)

Anfang des Jahres erschien beim Verlag Eugen Ulmer mein neues Gewächshausbuch Gewächshaus und Frühbeet Monat für Monat: säen – pflanzen – pflegen –ernten. Der beste Zeitpunkt für jeden Handgriff*. Es ist ein immerwährender Arbeitskalender für alle anfallenden Arbeiten im Gewächshaus, Frühbeet, Tomatenhaus, unter Folie und an anderen geschützten Orten nach Monaten. Er enthält für jeden Monat nicht nur detaillierte und praktische pflanzenbauliche Vorschläge und Anregungen, sondern auch ob und was vorzubereiten und am Gewächshaus zu warten ist. (Buchvorstellung in eigener Sache, zuletzt aktualisiert am 19.08.2022)

Gewächshaus und Frühbeet Monat für Monat: säen – pflanzen – pflegen –ernten. Der beste Zeitpunkt für jeden Handgriff - zum Buch bei Amazon.de (Werbelink)
Damit Sie keinen Termin verpassen und das Gartenjahr im Gewächshaus, Frühbeet und unter Folie optimal nutzen können: Gewächshaus und Frühbeet Monat für Monat: säen – pflanzen – pflegen –ernten. Der beste Zeitpunkt für jeden Handgriff*.

Einen groben Kleingewächshauskalender für alle Nutzungsarten gibt es von mir schon länger online und er ist sehr gefragt, aber der Verlag Eugen Ulmer hat mir die Möglichkeit gegeben, einen wesentlich detaillierteren, immerwährenden Arbeitskalender für die gemüsebauliche Nutzung von Gewächshaus und Frühbeet als Buch zu erstellen, das man jedes Jahr wieder als Planungs- und Arbeitshilfe zur Hand nehmen kann. Das Buch ist gerade erschienen und kann in jeder Buchhandlung sowie beim Verlag Eugen Ulmer bestellt werden.

Warum es dieses Gewächshausbuch braucht

Gewächshausbücher sowie viele andere Gartenbücher sind meist themenorientiert. Das macht Sinn, wenn man sich zu den einzelnen Verfahren und Gemüsekulturen tiefergehend informieren möchte. Ich habe selbst zwei solcher Gewächshausbücher geschrieben: ein großes Buch über Gewächshaustechnik und alle Nutzungsarten von Gartengewächshäusern von Gemüse bis Tropenpflanzen (Das Kleingewächshaus – Technik und Nutzung von Schumann/Milicka*) sowie ein Taschenbuch über den Gemüseanbau im Gewächshaus und Frühbeet (Gewächshaus und Frühbeet: Erfolgreich nutzen für den eigenen Gemüseanbau*). Zwar enthalten diese Bücher auch jeweils einen kurzen Überblick über die Arbeiten im Gewächshaus im Laufe des Gartenjahres, aber wer detailliert nachschlagen können möchte, welche Arbeiten in jedem Monat im und am Gewächshaus anfallen, was man wann vorbereiten, aussäen, vorziehen, pflanzen, pflegen, ernten sollte und welche Instandhaltungsarbeiten in diesem Monat anfallen, der wird froh über das neue Buch Gewächshaus und Frühbeet Monat für Monat: säen – pflanzen – pflegen –ernten. Der beste Zeitpunkt für jeden Handgriff* sein, denn es ist ein immerwährender Arbeitskalender, der Ihnen darüber hinaus auch ein wenig Platz für eigene Notizen (Beobachtungen, Sorten etc.) gibt.

Cover hinten vom Buch Gewächshaus und Frühbeet Monat für Monat - Arbeitskalender (Werbelink)
Timing spielt im Gemüse- und Kräuteranbau eine große Rolle. Umso mehr, wenn man den Platz in einem Gewächshaus oder Frühbeet optimal nutzen möchte, denn schließlich steckt jede Menge Arbeit und/oder Geld in dem guten Stück.

Das Buch

Mit dem dauerhaften Arbeitskalender Gewächshaus und Frühbeet Monat für Monat: säen – pflanzen – pflegen –ernten. Der beste Zeitpunkt…* wissen Sie immer, was im aktuellen Monat zu tun ist. Sie verpassen keine Termine für Aussaat, Pflanzung, Pflegearbeiten, termingerechte Jungpflanzenanzucht und anderes und Sie bekommen Anregungen, was Sie zu welchem Zeitpunkt anbauen können. Endlich ein ausführlicher Gewächshauskalender, den man jedes Jahr wieder benutzen kann!

Zur Einstimmung und zum besseren Verständnis werden zunächst astronomische, meteorologische und phänologische Jahreszeiten erklärt, dann erläutert, was Gewächshaus, Frühbeet, Tomatenhaus, Folientunnel usw. leisten können sowie ein Überblick über das Gartenjahr und Eckdaten zur Jungpflanzenanzucht gegeben.

Für jeden Monat von Januar bis Dezember wird beschrieben und in Bildern veranschaulicht:

  • Was muss/kann vorbereitet werden
  • Was kann man direkt ins Beet aussäen
  • Was kann man ins Beet pflanzen (selbst vorgezogene oder gekauft hat)
  • Was kann man verfrühen und treiben
  • Welche Pflegemaßnahmen und Ernten fallen an
  • Was kann man jetzt vorziehen, damit es zu einem bestimmten Zeitpunkt ausgepflanzt werden kann (Jungpflanzenanzucht)
  • Sonstige Gärtnerarbeiten, an die man denken sollte
  • Instandhaltung des Gewächshauses
  • Platz für eigene Notizen mit einem Extratipp

Das Buch enthält außerdem Specials zu den Themen

  • Anbau ohne gewachsenen Boden
  • Wasserversorgung
  • Gründüngung

sowie einen Serviceteil mit Bezugsquellen, Lesetipps und mehr.

Gewächshaus und Frühbeet Monat für Monat - säen - pflanzen - pflegen - ernten. Der beste Zeitpunkt für jeden Handgriff. (Werbelink)
Jeder Monat im Buch hat die gleiche Struktur, so dass man sich im immerwährenden Arbeitskalender gut zurechtfindet.
Gewächshaus und Frühbeet Monat für Monat - säen - pflanzen - pflegen - ernten. Der beste Zeitpunkt für jeden Handgriff. (Werbelink)
Jeder Monat ist zudem mit praktischen Informationen und Gartentipps gespickt. Am Ende jeden Monats ist zudem etwa eine Dreiviertelseite für Ihre eigenen Notizen reserviert.

Buchdaten

Gewächshaus und Frühbeet Monat für Monat: säen – pflanzen – pflegen –ernten. Der beste Zeitpunkt für jeden Handgriff*
Eva Schumann
Ulmer Verlag, Stuttgart (13. Januar 2022)
ISBN-10: 3-8186-1415-6
ISBN-13: 978-3-8186-1415-7

Das Buch enthält 84 Farbfotos, 2 farbige Zeichnungen und 5 Tabellen. Beim Verlag Eugen Ulmer** finden Sie auch einen Blick ins Buch.

Das Buch kann über jede Buchhandlung vor Ort und online sowie direkt beim Verlag Eugen Ulmer** bestellt werden.
Bei Amazon.de findet man es unter https://amzn.to/3JqBnYb*.

Danksagung von Eva Schumann, Autorin von Gewächshaus und Frühbeet Monat für Monat - säen - pflanzen - pflegen - ernten. Der beste Zeitpunkt für jeden Handgriff.
Danksagung von Eva Schumann, Autorin von Gewächshaus und Frühbeet Monat für Monat … *

* Werbelink (Buchabbildungen und Werbelinks führen zu einem Werbepartner und ich erhalte eine kleine Provision, falls dort irgend etwas bestellt wird).
** Link zum Buchverlag (unbezahlt, unbeauftragt)

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Autoversicherung: Typklasse

Kennzeichnung siehe unten

So wirkt sich die Typklasse auf die Autoversicherung aus

Die Prämie für die jährliche Autoversicherung setzt sich aus unterschiedlichen Bausteinen zusammen. Neben persönlichen Eigenschaften des Fahrers bzw. des Fahrzeughalters, der Regionalklasse und weiteren Faktoren spielt auch die Typklasse eine wichtige Rolle. Mit der Typklasse wird Bezug auf das zu versichernde Fahrzeug genommen. Was es dabei zu beachten gibt, erfahren Sie hier.

Katalogisierung der Schadensbilanz

Zur Kalkulation von Risiko und möglichen Schadensregulierungen ziehen Versicherungen gerne die sogenannte Typklasse zurate. Dabei wird ermittelt, wie häufig ein bestimmtes Fahrzeugmodell in einen Unfall verwickelt wird und wie hoch die jeweilige Unfallsumme ausfällt. Besonders fehleranfällige Autos werden demnach in eine höhere Typklasse eingeordnet. Dies führt wiederum dazu, dass die Prämie der Autoversicherung für Sie als Fahrzeughalter steigt. Wie bei Regionalklassen auch, wird die Einteilung der verschiedenen Fahrzeugmodelle vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) vorgenommen und jährlich überprüft.

Die eigene Typklasse herausfinden

Wenn Sie neugierig geworden sind, zu welcher Typklasse Ihr Fahrzeug gehört, können Sie dies mit wenigen Klicks ganz einfach herausfinden. Geben Sie hierfür die Herstellerschlüsselnummer (HSN) und die Typschlüsselnummer (TSN) in den Typklassenrechner des GDV ein und Sie erhalten die aktuelle Typklasse für Ihren Wagen. Die HSN und TSN finden Sie unter anderem in der Zulassungsbescheinigung Teil I.

Unterschiede in der Kasko- und Kfz-Haftpflichtversicherung

Da die Kfz-Haftpflichtversicherung nur Schäden von Dritten ersetzt, sind für den Versicherungsschutz bzw. die anfallende Prämie die Schäden, die am eigenen Fahrzeug entstanden sind, nicht relevant. Diese sind dann für die Vollkaskoversicherung interessanter. Aus diesem Grund ergeben sich je nach Versicherungsart unterschiedliche Typklassen. Die meisten Typklassen gibt es bei der Vollkaskoversicherung (10 bis 34), während die Kfz-Haftpflicht nur die Typklassen von 10 bis 25 kennt und bei der Teilkasko bei 33 Schluss ist. Übrigens: Verschlechtert sich Ihre Typklasse, können Sie Ihre Autoversicherung außerordentlich kündigen und zu einer günstigeren wechseln.

Die Typklasse als Kaufkriterium

Vor dem Kauf eines neuen oder gebrauchten Autos ist es durchaus sinnvoll, einen Blick auf die jeweiligen Typklassen zu werfen. Denn auch die Unterschiede einzelner Fahrzeugmodelle in unterschiedlichen Ausführungen können teilweise erheblich sein. Auf diese Weise kann die Typklasse als Kaufkriterium dienen, um hinterher einen günstigen Versicherungsbeitrag zu erzielen.



* Sponsor-Posts sind informative Beiträge von Werbepartnern veröffentlicht gegen Bezahlung

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Die neuen Wilden. Braucht der Naturschutz eine Willkommenskultur? (Buchvorstellung**)

Die neuen Wilden - Werbelink zu AmazonEinheimisches ist nicht nur gut und Fremdes ist nicht nur schlecht. Zuwandernde Arten können sogar überlebenswichtig sein, sagen einige Ökologen heute und ziehen damit die Ablehnung der Naturschützer der alten Schule auf sich. Das Buch „Die neuen Wilden. Wie es mit fremden Tieren und Pflanzen gelingt, die Natur zu retten.“ von Fred Pearce zeigt, dass es Zeit für einen neuen Naturschutz wird. (zuerst veröffentlicht am 21.6.2016, immer noch aktuell)

Es ist an der Zeit, mit der Dämonisierung von fremden Arten (auch „Invasives“, „Neophyten“ und „Aliens“ genannt) aufzuhören. Nicht alles, was fremd ist, ist feindlich. So auch im Naturschutz. Gebietsfremde Arten können beispielsweise Teil einer Lösung von menschengemachten Problemen sein. Die dickstieligen Wasserhyazinthen beispielsweise, die Wasserwege verstopfen können, treten nur da in Massen auf, wo das Wasser verschmutzt und zu nährstoffreich ist. Sie gehen weg, wenn die Ursache beseitigt ist bzw. sie das Wasser gesäubert haben und es keinen neuen Eintrag gibt. Ebenso tritt manche invasive Qualle nur da auf, wo andere Tiere nicht mehr leben können, weil das Wasser zu sauerstoffarm ist.

Oft wird von Naturschützern auch Ursache und Wirkung nicht getrennt, kritisiert Pearce. Die Invasivarten besiedelten oft Flächen, wo die Einheimischen wegen Umweltveränderungen bereits gestört oder sogar ausgerottet wurden. Daran ist aber nicht der Neophyt oder die invasive Art schuld. Beispielsweise hat sich die Caulerpa-Alge im Mittelmeer auf Flächen ausgebreitet, nachdem dort Süßgraswiesen wegen der Verschmutzung abgestorben waren. Die Alge kam mit den Bedingungen besser zurande, besiedelte den frei gewordenen Standort und filterte das Wasser. Und Überraschung: Sie beherbergt in ihrem Habitat mehr Spezies als vorher die Süßgraswiesen. Wo das Wasser wieder sauberer wird, zieht sie sich zurück.

Starre Ökosysteme und eine Heimatnatur gäbe es auf lange Sicht sowieso nicht. Nordamerika und Teile Europas waren vor 10.000 Jahren wegen der Eiszeit noch von Eis bedeckt. Seitdem werden die neuen Flächen von allen Seiten aus kolonialisiert. Bei diesen Kolonialisierungen spielen und spielten Zufall, Wetter (-Extreme), Strömungen, Menschenwanderungen, Natur- und Landschaftspflegephilosophien der jeweiligen Zeit und Kultur, Schiffsverkehr (Ballastwasser-Ablassung) und vieles andere eine Rolle.

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Entgegen früheren Annahmen seien Ökosysteme oft nicht einmal durch eine gemeinsame Entwicklung entstanden. Wie die Insel Ascension im Südatlantik zeige, wo Pflanzen aus aller Welt ausgesetzt wurden, können sie doch zu einem erfolgreichen Ökosystem werden – man spricht hier vom ökologischen Fitting. Die bereits vorhandenen tierischen Arten freuen sich über den Schutz, die gespeicherte Feuchtigkeit, Schatten oder die Nahrung, die ihnen die fremden Arten bieten. Sie bestäuben sie und sie verteilen ihre Samen.

Das Drüsige Springkraut ist für viele ein ungeliebter Neophyt, aber Bienen schätzen den reichen Nektar und zuckerhaltigen Pollen.
Das Drüsige Springkraut ist für viele ein ungeliebter Neophyt, aber Bienen schätzen den reichen Nektar und zuckerhaltigen Pollen.

Natürlich gibt es auch Negativbeispiele, aber man muss eben genau hinschauen und die positiven Seiten sowie die negativen Seiten der alten und der neuen Spezies betrachten, bevor man eingreift – wenn man sich denn dazu entscheidet. Es darf nicht mehr so sein, dass das Alte immer das Gute ist und die Neuen verteufelt und ausgerottet werden müssen. Meist hat es einen Grund, warum plötzlich etwas Neues Fuß fassen kann: beispielsweise, weil ein Platz unbesiedelt ist oder es eine Veränderung der örtlichen Bedingungen gegeben hat. Abgesehen davon, dass oft auch beide Arten nebeneinander existieren können. Mehr Artenvielfalt bedeutet dann auch mehr Flexibilität bei Veränderungen, sei es durch das Klima oder andere (menschengemachte) Veränderungen.

Und: Wie anders sollen Arten gedeihen und auf den Klimawandel reagieren, als durch das Vordringen in neue Territorien?

Auch die Hawaii-Inseln, wo sich die Old-School-Invasiv-Biologen mit den „ketzerischen“ Vertretern der neuen Wildheit Auge in Auge gegenüberstehen, sind für Pearce ein Beispiel für den Nutzen einer Willkommenskultur. Es haben sich dort mehr neue Arten angesiedelt, als alte Arten tatsächlich deswegen ausgestorben seien. Und auch die Neuen leisten ihre Dienste für die Natur – sie bestäuben die Blüten und sie verbreiten die Samen.

Pearce kritisiert, dass die Naturschützer der alten Schule bei den Zuwanderern immer nur die Negativseiten, und bei den alten Bewohnern immer nur die Positivseiten benennen und auf dieser Basis krasse Maßnahmen zur Ökosystemerhaltung durchsetzen wollen. Die einseitige Sichtweise fängt bei der Definition von Schaden an: Nimmt die Population der alten Art ab, so ist das grundsätzlich ein Schaden, den der Einwanderer verursacht. Dabei können auch einheimische Arten eine „Pest“ sein und sich negativ auf die Biodiversität auswirken.

Mit Säuberungswut und Ausrottung lassen sich selten alte Zustände dauerhaft wiederherstellen, so Pearce – am ehesten noch auf Inseln. Meistens erzielt man allerdings ungewollte Folgen und das auch noch bei enorm hohen monetären Kosten und – je nachdem, was bekämpft wird – bei einem Einsatz von großen Mengen an Gift, die in die Natur entlassen werden.

Fred Pearce ist ein renommierter britischer Umweltjournalist, der für den Guardian und Daily Telegraph schreibt und dessen Bücher über Wasserknappheit und Landgrabbing in viele Sprachen übersetzt wurden. Er ist außerdem Umweltberater der Zeitschrift „New Scientist“.

In seinem Buch „Die neuen Wilden. Wie es mit fremden Tieren und Pflanzen gelingt, die Natur zu retten.“ setzt Pearce sich für neue Wilde in einer neuen Wildnis ein. Und damit ist er nicht alleine, denn ein Riss führt durch die Ökologen- und Naturschützerwelt – da sind die Old-School-Ökologen und die Invasionsbiologen, die durch Ausrottung von neuen zugewanderten Arten zu einem früheren Zustand zurückwollen, versus die neuen Ökologen, die weg von der Schwarz-Weiß-Malerei und zu einer Ökologie mit den Neuen wollen (zumindest, wo es Sinn macht).

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Pearce kritisiert auch die Beweisführung der Vertreter der „alten“ Ökologen als zu einseitig sowie für das Veröffentlichen nicht überprüfter Zahlen. Sie würden darüber hinaus Erfahrungen, die auf einzelnen Inseln gemacht wurden, auf die Natur der gesamten Erde übertragen.

Pearce fordert: Fremde dürften nicht mehr per se verteufelt werden, denn die Natur lasse sich nicht einfrieren. Ein Problem der Naturschützer: Sie wollen die Schwachen schützen, aber die Natur will und braucht die Starken.

Das Buch
Die neuen Wilden: Wie es mit fremden Tieren und Pflanzen gelingt, die Natur zu retten*
Fred Pearce
oekom verlag**
ISBN 978-3-86581-768-6
336 Seiten
Hardcover mit Schutzumschlag
22,95 Euro / 23,60 (A)
auch als E-Book erhältlich

Das Buch ist mit einem Vorwort von Prof. Dr. Josef. H. Reichholf ausgestattet, einem bekannten Zoologen, Evolutionsbiologen und Ökologen sowie Honorarprofessor an der Technischen Universität München.

Mein persönliches Fazit zum Buch:
Sehr spannendes Thema, sehr interessante Beispiele von einer Reise über sechs Kontinente und für mich eine überzeugende Beweisführung. Lesenwert! ***** (Fünf von fünf Sternen)

Nachtrag: Das Magazin „bild der wissenschaft“ hat sechs Wissensbücher des Jahres ausgezeichnet, die über Themen aus Wissenschaft und Forschung besonders kompetent, verständlich und unterhaltsam berichten – darunter in der Kategorie „Zündstoff, das brisanteste Buch“: Die neuen Wilden. Wie es mit fremden Tieren und Pflanzen gelingt, die Natur zu retten* von Fred Pearce, erschienen im März 2016 im oekom verlag. Herzlichen Glückwunsch!

* Werbelink zu Amazon
** Ich habe ein kostenloses Rezensionsexemplar erhalten.

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LawTuber & Co. sind die neuen Rockstars in Social Media – der Fall Johnny Depp versus Amber Heard

Wie sich manche der herkömmlichen Medien mit schlechten Entscheidungen, Arroganz und/oder fauler Recherche selbst ins Knie schossen und potenzielle Zuschauer/AbonnentInnen verprellten, während RechtsexpertInnen und andere Content Creators das außergewöhnlich große Interesse an Rechtsprechung und Gerichtsverfahren dank der High-Profile-Verleumdungsklage Johnny Depp’s gegen seine Ex-Frau Amber Heard nutzten und auf ihren YouTube-Kanälen (LawTube) und anderswo auf Social Media starke „Law-Nerd“-Gemeinschaften aufbauten. (Meinungsbeitrag, zuletzt aktualisiert am 20.12.2022 „Amber hat verloren“ **).

English: To read this article in English, open it in a browser and use its translator function.

Die mediale Begleitung der Verleumdungsklage (Defamation Trial) Johnny Depp’s versus Amber Heard hat viele Menschen an der Seriosität mancher der großen Zeitungen und TV-Sender zweifeln lassen (ich habe in der Zeit allerdings hauptsächlich englischsprachige Medien verfolgt, daher bezieht sich dieser Meinungsbeitrag nur auf diese). Viele dieser interessierten Menschen sind politisch Mitte bis leicht Links orientiert und damit potenzielle AbonnentInnen, Online-LeserInnen und ZuschauerInnen besagter Medien. Während diese Medien anscheinend zum unkritischen Werkzeug von Interessensgruppen wurden und versuchen, deren Narrativ zu verbreiten, wurde bessere journalistische Arbeit von vielen YouTubern geleistet, allen voran von den „LawTubern“, die sich als Anwälte überwiegend der Neutralität und der technischen Korrektheit des Gerichtsprozesses verpflichtet sehen, sowie auch von anderen Content-Schaffenden, die den Fall unabhängig journalistisch begleiteten – teils neutral investigativ, teils eher als Kommentatoren (im Sinne von Meinungsbeiträgen).

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Der Fall Johnny Depp versus Amber Heard

Gerichtsverhandlung 2022 in Fairfax/Virginia
Amber Heard hatte im Dezember 2018 einen Artikel geschrieben, bei dem ihr die American Civil Liberties Union (ACLU) als Ghostwriter zuarbeitete. Der Beitrag wurde in der Washington Post veröffentlicht und mit abgewandelter Überschrift („Opinion Amber Heard: I spoke up against sexual violence – and faced our culture’s wrath. That has to change.“) auch online bei Twitter gepostet. Der abgewandelte Titel des Online-Beitrages wurde bei der von ihr benutzten Zitierfunktion ebenfalls ausgespielt, wie der eingebettete Tweet zeigte, bevor sie ihren Twitter-Account gelöscht hat. Aber wenn man auf den eingebetteten Link klickt, kommt man zum Artikel der Washington Post mit der genannten Überschrift, die bei Twitter automatisch eingespielt wurde).



Im besagten Artikel selbst steht der Absatz: „Then two years ago, I became a public figure representing domestic abuse“. Mit dieser Zeitangabe richtete sie den Finger auf ihren Ex-Mann Johnny Depp, denn am 27. Mai 2016 hatte sie eine einstweilige Verfügung (Temporary Restraining Order (TRO)) wegen angeblicher Gewalt (die im Prozess durch Zeugen, Beweise und ihre eigenen unglaubwürdigen Aussagen widerlegt wurde) gegen Johnny Depp erwirkt (der in oder auf dem Weg nach Europa war und sich nicht wehren konnte).

Der gewählte Termin für die Veröffentlichung in der Washington Post sollte vermutlich der Vermarktung von Aquaman helfen, einer Komikverfilmung im Rahmen des DC Extended Universe (inoffizielle Bezeichnung eines Film-Franchises über das fiktive Universum von DC Comics, einer Tochtergesellschaft von Warner Bros. Entertainment, welches seit neuestem zu Warner Bros. Discovery gehört). In Aquaman spielte sie neben Jason Mamoa als Aquaman und anderen die Rolle der Mera.

Amber Heard hat den Artikel vor der Veröffentlichung abgezeichnet und später die Online-Version per Zitat mit persönlicher Notiz, siehe oben (also nicht per einfachem Retweet), bei Twitter weiterverteilt, wobei auch die defamierende Überschrift geteilt und ihren Twitter-Followern präsentiert wurde. Durch das Zitieren (statt einfachem Teilen) machte sie den Beitrag einschließlich der neuen Überschrift rechtlich gesehen zu einer eigenen Veröffentlichung bei Twitter (was später im Prozess und dem Jury-Urteil eine Rolle spielte).

Obwohl der Artikel nicht den Namen ihres Ex-Mannes Johnny Depp enthielt, wiesen der Zusammenhang und die Zeitangabe darauf hin, dass sie ihn als einen Täter und sich selbst als „Überlebende“ seiner angeblichen Misshandlungen hinstellte, was sie zu einer der Stellvertreterinnen der #Metoo-Bewegung machte (und ihr „Bedeutung“ verlieh).

Johnny Depp im April 2011 bei einer Feierlichkeit auf dem Hollywood Walk of Fame, als Penélope Cruz dort ihren Stern bekam (Bild: Angela George, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons)
Johnny Depp im April 2011 bei einer Feierlichkeit auf dem Hollywood Walk of Fame, als Penélope Cruz dort ihren Stern bekam (Bild: Angela George, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons)

Johnny Depp verklagte sie nach Erscheinen des Artikels in der Washington Post auf 50 Millionen US-Dollar wegen Verleumdung. Seine Wahrheit sollte (auch wegen seiner Kinder) vor Gericht und öffentlich gehört werden. Amber Heard setzte dagegen mit einer Gegenklage auf 100 Millionen US-Dollar.

Nach wochenlanger öffentlicher Verhandlung in Virginia (zuständig, da Standort der Washington Post), unzähligen Zeugenaussagen, Beweisvorlagen, Kreuzverhören und so weiter entschied eine 7-köpfige Jury bezüglich Johnny Depp’s Klage einstimmig, dass es eine Verleumdung durch Amber Heard gab – was impliziert, dass Amber Heard’s Missbrauchsvorwürfe alle unwahr waren (hätte sie einen einzigen beweisen können, wäre Johnny Depp gescheitert) – und dass sie diese Verleumdung in böswilliger Absicht durchgeführt hatte. Amber Heard’s Gegenklage gaben die Jurymitglieder in einem Punkt recht: Ein Sprecher und früherer Anwalt von Johnny Depp, Adam Waldman, hatte behauptet, dass Amber Heard und ihre Freunde die Wohnung Amber Heard’s und Johnny Depp’s am 21. Mai 2016 verwüstet hätten, der Tag eines der angeblichen Gewaltausbrüche, bevor sie die Polizei ein zweites Mal riefen (die erste Polizeieinheit hatte keinen Hinweis auf irgendeine Art von Gewalt an ihr oder der Wohnung festgestellt). Dieser Punkt der Gegenklage wurde von der Jury als Verleumdung gewertet, da in der Verhandlung nicht bewiesen wurde, dass Amber Heard und ihre Freunde dies wirklich getan hatten. (Wer sich als Zuschauer jedoch im Internet umsah – was der Jury natürlich untersagt war – fand eine E-Mail Waldman’s von 2019 mit Bericht über eine Zeugenaussage eines der beteiligten Freunde von Amber Heard, die bestätigte, dass es eine Art Inszenierung gegeben hatte.)

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Johnny Depp bekam von der Jury 10 Millionen US-Dollar Entschädigung und 5 Millionen US-Dollar Strafzahlung durch Amber Heard zugesprochen – die 5 Millionen Strafe wurden allerdings entsprechend den Regeln des Gerichts von Fairfax/Virginia auf deren Höchstbetrag von 350.000 US-Dollar reduziert.
Amber Heard wurden von der Jury (für den einen Punkt der Gegenklage) 2 Millionen Entschädigung zugesprochen.
Alles in allem ein großer Sieg für Johnny Depp und die Wiederherstellung seiner Reputation.



Ich habe einige aussagekräftige Videos von LawTubern (YouTuber, die Anwälte sind und Kriminalfälle, Zivilstrafrechtliches und Gerichtsverfahren erläuternd begleiten) und anderen mit interessanten Informationen zu einer Playlist zum Fall Johnny Depp versus Amber Heard zusammengefasst. Mit Klick auf das Bild oben beginnt die Playlist mit dem ersten Video. Viele der in der Liste enthaltenen LawTuber praktizieren hauptberuflich vor Gericht, andere wie Emily D. Baker (erstes Video), früher Staatsanwältin, haben sich inzwischen ganz auf das Kommentieren und Erläutern von interessanten Fällen und Gerichtsverfahren mittels YouTube-Lives und Videos sowie Podcasts verlegt.

In der Playlist sind auch einige Popkulturnachrichten-Kanäle enthalten (beispielsweise Popcorned Planet) sowie andere, die seit Jahren Informationen zusammengetragen, analysiert und aufbereitet haben (beispielsweise der YouTube-Kanal Incredible Average, The Umbrella Guy und TheRealLauraB). Wer noch mehr zu dieser oder zu anderen Gerichtsverhandlungen wissen möchte, sollte den LawTubern und anderen YouTubern in der Playliste bei YouTube folgen. Viele sind auch bei Twitter, Instagram, Tik Tok und Co.

Ein Beispiel für einen Anwalt und Kommentator auf Twitter:
Der folgende Tweet ist der Einstieg in einen Twitter-Thread des Scheidungsanwaltes Christopher C. Melcher, der übrigens auch oft bei Popcorned Planet die Popkulturnachrichten aus juristischem Blickwinkel erklärt. In diesem Thread geht es um Amber Heard’s Beweggründe, ein Kontaktverbot persönlich mit dazu bestellter Presse zu beantragen, statt zur Polizei zu gehen, wo sie sich doch angeblich vor Johnny Depp fürchtete, der sich zu dem Zeitpunkt aus beruflichen Gründen schon in Spanien befand, wo er sich mehrere Wochen aufhalten sollte.

Unschuldig, bis die Schuld bewiesen ist

Jeder möchte dem Opfer glauben, aber dieser Fall zeigt, dass man niemanden als Täter vorverurteilen darf, bevor nicht alle Beweise gesichtet und alle Zeugen sowie die klagende und die beklagte Partei in fairem Umfang zu Wort gekommen sind und ihre Seite dargelegt haben. Alles muss auf den Prüfstand. Immer.

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Der Fall Johnny Depp versus The Sun

Gerichtsverhandlung 2020 in London
Ja, es gab bereits vorher eine Gerichtsverhandlung wegen Verleumdung im Vereinigten Königreich (UK), die Johnny Depp verloren hatte und sein Berufungsantrag wurde ebenfalls abgewiesen. Aber es war keine Klage gegen seine Ex-Frau Amber Heard. Im Fall Johnny Depp gegen das Boulevardblatt The Sun musste The Sun nur nachweisen, dass sie Quellen aus erster Hand zurecht (mit wenig Aufwand?) geglaubt hatte. The Sun hatte Johnny Depp einen „Wife Beater“ genannt, einen, der seine Frau schlägt – die Quelle der The Sun war Amber Heard, die als nicht direkte Gegenpartei jedoch nicht der üblichen Prüfung einer Gegenpartei unterzogen wurde. Der damalige Richter (Justice Andrew Nichol) ließ wichtige Argumente und Belege der Johnny Depp-Seite nicht als Beweise zu, sondern befand Amber Heard prinzipiell als glaubwürdig.

Dieses Urteil wurde und wird von vielen als anfechtbar angesehen: Sie sind der Meinung, der Richter hätte den Fall schon wegen persönlicher Verflechtungen abgeben müssen (sein Sohn arbeitete für ein Unternehmen, welches wie The Sun zu Rupert Murdoch gehört), Amber Heard ist möglicherweise eine Freundin seiner Frau, zumindest war sie angeblich während des Verfahrens auf der Dinner Party einer Freundin seiner Frau. Seine Bewertung der angeblichen Beweise und seine Entscheidung Amber Heard als glaubwürdig einzustufen, obwohl sie nachweislich mehrmals unter Eid beziehungsweise gegenüber Behörden/Amtspersonen gelogen hat, ist vieler Meinung nach sachlich nicht nachvollziehbar.

Eine von Amber Heard’s Lügen war, dass sie die 7 Millionen US-Dollar Scheidungsabfindung, die sie von Johnny Depp erhalten hatte, vollständig gespendet hätte, zur Hälfte an das Kinderkrankenhaus von LA (Children’s Hospital of Los Angeles, CHLA) und die andere Hälfte an die ACLU – was bewiese, dass sie nicht hinter Johnny Depp’s Geld her sei und daher glaubwürdig, befand der UK Richter. Jedoch: Bis heute ist kaum etwas von den 7 Millionen US-Dollar beim CHLA und bei der ACLU angekommen, letztere hatte sie (wegen der versprochenen Spenden?) zur Botschafterin der ACLU gemacht.

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Es wurden von ihr selbst meiner Kenntnis nach bisher 350.000 US-Dollar an die ACLU gespendet, aber gar nichts an das Kinderkrankenhaus. Johnny Depp hatte bereits 100.000 US-Dollar für sie jeweils an die ACLU und CHLA überwiesen, weil er die Abfindung direkt an die Organisation überweisen wollte, was sie aber ablehnte (er sollte keine Steuervorteile haben). Elon Musk, mit dem sie ein Verhältnis möglicherweise schon während ihrer Ehe (er kam angeblich nachts, wenn Johnny Depp beruflich unterwegs war), sicher aber später hatte, hat in ihrem Namen 500.000 US-Dollar über Vanguard Charitable an die ACLU überwiesen (Vanguard Charitable hatte laut influenceWatch.org etwa 37,8 Millionen US-Dollar aus dem Musk Fonds übertragen bekommen). Das CHLA erhielt 250.000 US-Dollar in ihrem Namen von einer anonymen Quelle über Fidelity Charitables. Mehr zur angeblichen Verwicklung von Musk findet man beispielsweise bei Heir of Justice). (Da fällt mir ein, dass Elon Musk während seiner offiziellen Zeit mit Amber Heard mit einem blauen Auge fotografiert wurde.)

Wenn Amber Heard vor Gericht in Virginia danach gefragt wurde, ob sie wie angekündigt, ihr Scheidungsgeld gespendet hätte, sagte sie erst ja, dann bei wiederholtem Nachfragen nein und behauptete sie, sie würde die Worte „versprechen“ (to pledge) und „spenden“ (to donate) synonym verwenden. Später sagte sie aus, sie hätte nicht bezahlt, weil Johnny Depp sie verklagt hatte – dabei hatte sie das Geld schon etwa 13 Monate zuvor erhalten, und abgesehen davon hatte sie eine Art Rechtsversicherung, die mit irgendeinem Immobilienvertrag kam, die anscheinend schon 6 Millionen US-Dollar vor Beginn der eigentlichen Verhandlung in Virginia für Anwälte & Ähnliches bezahlt hatte. [Nachtrag September 2022: Anscheinend waren die Ausgaben noch Millionen höher und es gab mehrere Versicherungen, von denen jetzt eine die andere und diese Amber Heard verklagen. Content Createrin TheRealLauraB präsentiert die Infos und die Dokumente in diesem YouTube-Video und in dessen Beschreibung.]

Was den Richter im UK anbetrifft: Es hätte auch im Vereinigten Königreich die Möglichkeit gegeben, eine Jury die Entscheidung treffen zu lassen statt eines einzelnen Richters. Richter Nichol ist 2021 im Alter von 70 Jahren in den Ruhestand gegangen. Tatsächlich gibt es aktuell eine Petition, initiiert durch einen praktizierenden Gerichtsanwalt im UK, den Antrag auf das Berufungsverfahren wieder zu öffnen.



Die „alten“ Mainstream-Medien (MSM)

#Metoo und #AbuseHasNoGender
Informationen aus dritter Hand unkritisch zu verbreiten, ist schlecht, vor allem, wenn man sich als wichtiges Informationsorgan sieht. Manches Blatt, manche TV-Show und manche Organisation in den USA dachte wohl, man könne nichts falsch machen, wenn man auf den populären #Metoo-Zug aufspringt und die Bewegung dahingehend interpretiert, dass Frauen immer die Opfer und Männer immer die Täter sind. Dann muss man sich erst gar nicht die Mühe machen, die Gerichtsverhandlung zu verfolgen und sich eine Meinung zu bilden. Opfer und Überlebende sehen das meinem Eindruck nach überwiegend anders.

Ich persönlich habe die #Metoo-Bewegung nie als ein reines Frauenthema, sondern als Opferaufbegehren und Zeichen der Solidarität mit Opfern/Überlebenden von Übergriffen und Gewalt meist mächtigerer Täter angesehen. Dass die Opfer von Gewalt in Beziehungen oder Missbrauch im Beruf häufiger Frauen und die Täter häufiger Männer sind, ist schrecklich und unfair, aber darf meiner Meinung nach nicht dazu führen, dass jede Frau grundsätzlich als Opfer/Überlebende gilt und jeder Mann als Täter vorverurteilt und als Opfer ignoriert bis gedemütigt wird. Vorurteile sind nie richtig, denn #AbuseHasNoGender: Jedes Opfer muss gehört und jeder Fall #mentoo muss isoliert betrachtet, untersucht und in die ein oder andere Richtung bewiesen und entschieden werden.

Statistik Deutschland
Nur zur Information: Laut Statista waren im Jahr 2018 etwa 81 Prozent der Opfer von Partnerschaftsgewalt in Deutschland weiblich, d. h. 19 Prozent der Opfer waren männlich. Die Tagesschau berichtet, dass die BKA-Zahlen für 2020 einen Anstieg um 4,9 Prozent auf 146.655 Fälle zeigen, wobei der Anteil männlicher Opfer auf 20,9 Prozent stieg.

Gibt es Menschen, die die #Metoo-Bewegung ausnutzen?
Ich glaube, ja. Und Amber Heard ist meiner Meinung nach eine solche Person – wobei dies nach meiner persönlichen Einschätzung nur ein Aspekt ist, warum sie tat, was sie tat. Sie ist ein Mensch mit schwieriger Vergangenheit, welche wahrscheinlich zu ihren Persönlichkeitsauffälligkeiten (Anzeichen für Narzistische, Borderline- und Hystrionische Persönlichkeitsstörungen siehe Aussage Dr. Curry sowie auch Videokommentar von Rise Beyond Abuse, einer Therapeutin für Missbrauchsopfer) mit teils sehr widersprüchlichen Verhaltensweisen geführt oder zumindest beigetragen hat.

Und meiner persönlichen Meinung nach wird/wurde sie von verschiedenen Medien, Personen mit eigener Agenda und Interessensgruppen in diesem #Metoo-Rahmen gerne als hübsches Aushängeschild benutzt. Ich persönlich habe ein Problem damit, wie The Sun, The Washington Post, TMZ, ACLU, Michele Dauber – um nur einige Beispiele zu nennen – mit ihr und ihren Anschuldigungen Auflagen, Geld machten/machen und/oder Einfluss zementieren wollten. Dass dabei das Leben eines Menschen, der die Taten, die ihm vorgeworfen wurden, nicht begangen hat, fahrlässig bis böswillig zerstört und die Leben seiner Kinder belastet wurden, war Amber Heard und ihren Förderern und Unterstützern offensichtlich egal.

Amber Heard verbrachte viel Zeit damit, ihren Ex-Mann in peinlichen Situationen zu fotografieren, inszenierte diese zumindest teilweise, aber hatte keine Zeit, ihre angeblichen Verletzungen nach angeblichen Gewaltausbrüchen von jemand Glaubwürdigem bezeugen und fotografieren zu lassen (beispielsweise von einem Arzt, dann hätte es tatsächlich medizinische Dokumente und Ärzte als Zeugen gegeben). Außer editierten Fotos ohne Original-Metadaten gab es nichts. Und ein Fleck auf einer Wange oder eine angeblich verletzte Lippe, die eben noch einen unglaublich harten Angriff beweisen sollten, waren am nächsten Tag völlig weg und sie hielt ein perfektes Gesicht mit weitem Lachen in die Kamera einer Talkshow. Merkwürdigerweise nannte sie ihr Makeup-Kit, das sie angeblich nutzte, um Flecken auszugleichen (Colour Correcting), ihr „Bruise-Kit“. Und die Reihenfolge, die sie beschrieb, wie sie dieses zum Abdecken von Verletzungen benutzte, ist meines Wissens nach die Reihenfolge, wie man Flecken (im Film, zu Halloween o. Ä.) aufbringt, nämlich nach der Grundierung. Beim tatsächlichen Verbergen (Color-Correcting) von Flecken würde man die ausgleichenden Farben (beispielsweiße Grün zum Ausgleich von Rötungen) vor der Foundation oder einem Concealer auftragen. Der Verdacht liegt nahe, dass sie sich oder andere ihr Flecken und Verletzungen ins Gesicht schminkte (beispielsweise an dem Tag, als sie ein Kontaktverbot (27. Mai 2016) beantragte, dabei war Johnny Depp in Europa und konnte sich nicht verteidigen und erst recht nicht sie angreifen) und das Gerichtsgebäude durch den Haupteingang (statt einem der Nebeneingänge für High-Profile-Leute) verließ, und wo die von ihr zuvor informierten Paparazzi warteten. Ach ja: Und Johnny Depp’s Mutter war gerade (am 20. Mai 2016) gestorben und es war am Geburtstag seiner Tochter Lily-Rose (27. Mai 1999) – so viel dazu, dass sie sich vor Gericht als Beschützerin seiner Kinder inszenieren wollte, die sie in Wirklichkeit nicht mochten.

Wie sich im Fall Amber Heard herausgestellt hat, war sie diejenige, die ihren damaligen Mann Johnny Depp mental und emotional missbraucht, ihn sogar geschlagen und mit Gegenständen beworfen hat. Bei einer Gelegenheit hat ihm eine auftreffende Flasche ein Stück einer Fingerkuppe abgetrennt. Sie soll ihm während einer ihrer Ausraster sogar eine Zigarette im Gesicht ausgedrückt haben. Zu einer Gelegenheit hinterließ sie ihm als „Streich“ eine Kackwurst auf seiner Seite des Bettes, bevor sie mit Freunden zum Coachella-Festival fuhr. Später befragt, behauptete sie, das sei einer der Hunde gewesen (ein winziger Teacup-Yorkshire Terrier, kaum größer als das Objekt), und sie beschuldigte die Reinigungsfrau, die das wegmachen musste, ihre Ehe zerstört zu haben, weil sie ein Foto davon gemacht hatte, was über einen Manager an Johnny Depp geschickt wurde. Zu dem Schluss, dass Amber die Gewalttätige und die Missbraucherin in der Beziehung war, kamen viele der Verhandlungsbeobachter vor Ort und online und vor allem auch die Jury, wie man am Tag der Urteilsverkündung erfuhr.

Die Diagnose einer sehr kompetent wirkenden Expertin des Johnny Depp-Teams, Dr. Curry, Amber Heard habe eine Borderline- und eine Histrionische Persönlichkeitsstörung, erschien bald den meisten, die die Verhandlung und Amber Heard’s Aussagen sahen und hörten, überzeugend.

Missbrauch hat kein Geschlecht. Auch Männer können Opfer sein.
Vor der Verhandlung der Verleumdungsklage Johnny Depp versus Amber Heard war ich, wie viele andere, neutral gegenüber beiden Parteien: Alles war möglich, schließlich kennt man Schauspieler ja nicht persönlich, Amber Heard kannte ich nicht einmal vom Namen her. Aber während der wochenlangen Beweisvorlagen, Zeugenaussagen, Expertengutachten und Kreuzverhöre, die im Internet übertragen wurden, haben sich meine Gedanken sortiert – auch mit Hilfe einiger LawTuber (Anwälte mit YouTube-Kanal, die Prozesse fachlich erläuternd begleiten). Doch meine und andere Meinungen im Internet waren nicht wichtig. Am Ende zählte nur die Meinung der 7-köpfigen Jury – ich bin froh, dass sie zu fast dem gleichen Schluss wie wir ZuschauerInnen gekommen sind.

Andererseits kam bei einigen der Verdacht auf, dass Amber Heard möglicherweise von Anfang an den Plan verfolgte, durch Johnny Depp („den alten Mann“) reich und berühmt zu werden. Über Jahre legte sie Spuren, mit denen sie Johnny Depp erpressen können würde, falls er sie nicht ins Testament aufnähme, sich trennen wollte und es um die Höhe der Abfindung bei der Scheidung ginge o. Ä. Sie erzählt ihm sogar davon, dass sie Bilder von angeblichen blauen Flecken gemacht habe und zeitlich passend Freundinnen und ihre Mutter angerufen oder ihnen getextet und von angeblichen Misshandlungen berichtet habe – dies würde ihre Geschichte über seine angebliche häusliche Gewalt belegen, falls er ihre Forderungen nicht erfüllte.

Man kann das noch weiterspinnen (Vorsicht Spekulation): Die gelegte Spur, sie sei sein Opfer, wäre auch hilfreich gewesen, wenn Johnny Depp etwas noch Schlimmeres durch sie passiert wäre als Schläge, Beworfenwerden mit Gegenständen und andere Attacken mehr. Zum Glück war sie nicht in seinem Testament.



Versagen vieler der großen Medien
Grundsätzlich sollte die Unschuldsvermutung gelten, bis das Gegenteil bewiesen ist.
Viele der traditionellen Medien der USA und anderswo, wie die großen Zeitungen und Fernsehsender, haben es schwer dieser Tage, denn es gibt viele extreme politische Gruppen und sogar feindliche Staaten, die sie (oft mit Lügen und gefälschten „Beweisen“) als unglaubwürdig darstellen, um sich selbst als einzig glaubwürdige Quelle zu präsentieren (man kennt diese Strategie ja auch von Donald Trump). Wem geglaubt wird, der hat die Macht. Noch werden die alten Medien von vielen konsumiert, gerade auch von solchen wie mir, die an guten investigativen Journalismus glauben. Passieren mal Fehler, dann werden die nach einer Entschuldigung mit Zähneknirschen verziehen, denn die Medien hatten es nicht leicht angesichts des schnellen Wandels durch die Einführung neuer Informations- und Kommunikationstechniken und damit veränderter Lese-/Konsumgewohnheiten. Doch dieses Verständnis ist nicht endlos.

Den Fall Johnny Depp versus Amber Heard haben einige der großen bekannten Medien der USA völlig unkritisch und regelrecht faul begleitet. Da wurde nachgeplappert, was ihnen Amber Heard, ihre Nutzer, Unterstützer und (PR-)Teams auf dem Silbertablett servierten, während ihre (potenziellen) Leser und Zuschauer die Verhandlung live oder per Aufzeichnung bei YouTube verfolgten – oft kommentiert und erläutert von unvoreingenommenen Rechtsanwälten – und sich dabei ihre eigene Meinung bildeten. Und was sie sahen, überzeugte sie davon, dass Amber Heard die Gewalttätige in der Beziehung war und Johnny Depp das Ziel ihrer Misshandlungen, dass Amber Heard immer wieder log und dass ihr Beitrag in der Washington Post verleumderisch und mit böswilliger Absicht verfasst und von ihr selbst online weiterverbreitet worden war, um zusätzlich zu den Lesern der Washington Post ihre Fans zu erreichen. Und genau zu diesem Schluss kam auch die 7-köpfige Jury.

Und im Gegensatz zu dem, was Amber Heard und ihre Anwältin Elaine Bredehoft, nachdem sie verloren hatten, auf ihrer PR-Tour durch die Sendungen der großen Medien behaupteten (die ihnen großzügig Sendezeit und Platz gewährten – und möglicherweise noch dafür bezahlten), war die öffentliche Empörung über Amber Heard meiner Beobachtung nach weitgehend nicht von Johnny Depp’s Team orchestriert, sondern wuchs von selbst von Verhandlungstag zu Verhandlungstag aufgrund der Aussagen und Aufzeichnungen von Amber Heard sowie ihren Experten und Zeugen. Die Leute hassten sie, weil sie log und ihnen manipulativ erschien. Dabei schien es ihr nicht nur egal, sondern gerade recht zu sein, welchen Schaden sie im Leben von Johnny Depp und seinen Kindern anrichtete. Ihn (weiter) zu demütigen, wie sie es schon in der Ehe getan hatte, schien manchen ein Teil ihres Planes/Lohnes zu sein (auch wenn sie im nächsten Moment behauptete, sie liebe ihn immer noch – aber wer sie in ihren grausigen Aufzeichnungen gehört hat, konnte das nicht glauben, ebenso wenig, dass sie ein Opfer von Gewalt dieses Mannes war, der trotz seiner Probleme mit Alkohol und Drogen unendlich viel Geduld ihr gegenüber aufbrachte.

Das Amber-Heard-Camp (und von Amber Heard beauftragte PR-Spezialisten, beispielsweise das unter Beschuss geratene Unternehmen Shane Comm.) dagegen versuchen angeblich, mit Trollen und möglicherweise Bots bei Twitter und YouTube zu suggerieren, alle außer die verrückten Depp-Fans würden Amber Heard glauben. Außerdem griffen/greifen sie Menschen und Unternehmen an, die sich in irgendeiner Weise pro Johnny Depp verhielten (Dior Sauvage hat seinen Vertrag verlängert) oder unschuldig etwas Nettes sagen (Britney Spears hatte eine Art Lebensmotto von Johnny Depp bei Instagram repostet) oder ihre falschen Behauptungen entlarvten (Milani Cosmetics wegen deren Richtigstellung über das „Bruise Kit“, das sie angeblich IMMER benutzte, um blaue Flecken zu kaschieren, und das es zu dem Zeitpunkt noch gar nicht gab): Die einen versuchen sie einzuschüchtern, indem sie deren Privatadressen im Internet veröffentlichen, ihnen drohen (Jessica Reed Kraus) und ihnen die schlimmsten Vergehen andichteten, bei anderen werden angeblich die Kommentare mit Bots gehijackt. Sogar falsche Anzeigen/Hinweise bei der Polizei und beim Jugendamt, die gefährliche Swatting-Einsätze zur Folge haben oder die Kinder der Betroffenen traumatisieren können, haben sie laut The Umbrella Guy bei der Polizei eingereicht, um Fürsprechern für Johnny Depp finanziell zu schaden und ihnen und ihren Familien Angst zu machen. Andere versuchen sie mit Unterlassungsklagen (wegen einer einzelnen Frage!) einzuschüchtern. Das könnte ihnen auf die Füße fallen, denn man fragt sich, wie das mit ihrem Beharren auf den ersten Zusatz der amerikanischen Verfassung (Freedom of Speach) als Motto ihrer Berufung zusammenpassen soll: Amber Heard und ihre Unterstützer dürfen öffentlich lügen und die Wahrheit verdrehen, alle anderen dürfen keine Meinung haben und überhaupt nicht den Mund aufmachen?





Wir, die Zuschauer (viele waren vorher keine Johnny-Depp-„Fans“ und den Namen Amber Heard hatten viele noch nie gehört) haben mit eigenen Augen und Ohren über Wochen verfolgt, was Zeugen, Amber Heard, Johnny Depp und deren Anwaltteams, Zeugen und Experten im Gericht vorbrachten und was man dazu sonst noch im Internet fand. (Die meisten LawTuber haben aber meines Wissens nicht nach Zusatzinformationen im Internet recherchiert, solange das Verfahren lief, damit sie auf dem gleichen Informationsstand wie die Jurymitglieder blieben).

Hier Review-Videos über die voreingenommene, manipulative „Documentary“ von NBC „Marriage on Trial“





Warum?
Warum diese Ignoranz der Mainstream-Medien gegenüber den Fakten, die doch vor Gericht ausgebreitet wurden? Amber Heard hat gelogen und sie war beleidigend, erniedrigend, provozierend und gewalttätig. Jeder konnte es hören, sie sprach es in ihren eigenen Aufzeichnungen aus. Der Online-Artikel konnte eindeutig mit Johnny Depp in Verbindung gebracht werden, auch ohne dass sein Name genannt wurde. Was sie verbreitete, war Verleumdung. Und sie tat es mit böser Absicht oder nahm die gravierenden negativen Folgen (Reputation, Verlust von existierenden und zukünftigen Filmrollen, Werbeverträgen etc.) für ihn böswillig in Kauf.

Warum diese Nichtbeachtung des Urteilsspruch durch diese Medien? Warum die Ignoranz gegenüber der Wirkung auf die Leser/Zuschauer beziehungsweise warum werden diese pauschal und auf eine abstoßend überhebliche Art als Social-Media-Manipulierte dargestellt? Wer betreibt hier Projektion und Gaslighting und warum?

War diese lückenhafte bis verdrehte Faktendarstellung einfach ein Fehler aus Ignoranz und/oder Faulheit? Folgten diese Medien einem falsch interpretierten Trend, weil sie die Lage ungeprüft ließen und falsch einschätzten? Waren die Regisseure/Moderatoren/Autoren entsprechender Beiträge von Höhergestellten in der Unternehmenshierarchie, den Werbekunden oder bestimmten Sponsoren unter Druck gesetzt worden? Gab es möglicherweise Gegenleistungen für die Verbreitung dieses verdrehten Narrativs von wem auch immer? Wem nutzten diese einseitige bis falsche Darstellung?

Die Menschen, die wie ich täglich über Wochen die Verhandlungen verfolgten, nehmen das Verhalten vieler der Main-stream-Medien sehr übel. „Was kann man denen denn noch glauben, wenn sie nicht mal bei so etwas die Wahrheit berichten“, war immer wieder zu lesen.

Ich hoffte lange, es war nur ein Fehler, eine Fehleinschätzung der Lage und man dachte, man müsse nicht viel Zeit und Arbeit in das Thema stecken, bekäme einen politisch korrekten Content auf dem Silbertablett. Inzwischen habe ich Zweifel: Möglicherweise bin ich zu naiv und sehe nicht das große Ganze der finanziellen Interessen und Vernetzungen hinter den Medien (die hier meiner Meinung nach total auf dem falschen Dampfer sind) und anderen Enablern (ACLU, Totalitärfeministinnen – wobei das meiner Meinung nach nichts mit Femininismus oder #metoo zu tun hat, wenn Männern normale Rechte, wie das Recht sich öffentlich oder vor Gericht gegenüber Anklagen zu verteidigen, abgesprochen werden).

Ich hoffe, man lernt daraus – auch dass man sich nicht einmal auf gemeinnützige Organisationen und deren Vertreter oder Professoren von Elite-Unis ohne Überprüfung verlassen darf, denn auch da gibt es, wie überall, schwarze Schafe, Fehlgeleitete, Manipulierte und Manipulierende mit ihrer eigenen Agenda.

Und die Medien sollten lernen, dass man im Zeitalter von Social Media frühestmöglich eine ordentliche Kehrtwende vollziehen muss, wenn man feststellt, dass man sich geirrt hat (was jedem passieren kann), und nicht das Urteil der Jury ignorieren und die Menschen (davon viele im amerikanischen, kanadischen, britischen und australischen Rechtssystem arbeitende), die den Prozess verfolgt haben, als Idioten darstellen.

Wie Johnny Depp die Herzen gewann

Sicher hatte Johnny Depp auch vor Prozessbeginn Fans, wenn auch weniger seit den öffentlichkeitswirksam inszenierten Anschuldigungen Amber Heard’s und seiner daraus resultierenden Vertreibung aus Hollywood. Nur seine Hardcore-Fans haben all die Jahre zu ihm gehalten, sie haben den Anschuldigungen Amber Heard’s nie geglaubt – es gab viele Gegenbeweise ja schon seit Jahren, nur hatte sie der Richter in London nicht zugelassen und Amber Heard einen Freifahrtschein verpasst.



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Viele Unbeteiligte, die wie ich zu Anfang mehr zufällig einen Blick auf das Prozessgeschehen in Virginia warfen, wurden regelrecht in die Auseinandersetzung und das Ringen um die Wahrheit hineingesogen. Es war spannend und es kam anders, als von vielen, so auch den Mainstream-Medien, erwartet: Mehr und mehr in der Verhandlung dargelegte Fakten und Aussagen sprachen dafür, dass Johnny Depp zwar Probleme mit Alkohol und Drogen hatte, nicht zuletzt um schlimme Situationen wie die von Amber Heard permanent angezettelten Streits zu ertragen, und dass er sich auch mal bei einem Freund verbal extrem krass auskotzte, aber dass er im Grunde ein selbstreflektierender, hilfsbereiter und großzügiger Mensch ist, der noch nie eine Frau geschlagen hatte.

Anders Amber Heard: Sie gab in mehreren Mitschnitten zu, dass sie ihren Mann geschlagen hat und dass sie immer wieder die Kontrolle verliert, wenn sie sich aufregt. Wir haben gehört, wie sie ihn verspottet, gedemütigt, angeschrien und herausgefordert hat. Und bei all dem wirkte sie auf uns, die Zeitzeugen der Verhandlung, berechnend und manipulativ, und ihre Lügen und Verdrehungen wurden immer offensichtlicher.

Die Herzen öffneten sich durch die Verhandlung, die Aussagen und die Beweise für das wirkliche Opfer Johnny Depp mit seinen Stärken und Schwächen, nicht für Amber Heard, die in Social Media mehr und mehr als Narzisstin, Psychopathin, Missbraucherin und Goldgräberin angesehen wurde. Doch der Fall wurde nicht in den sozialen Netzen entschieden, sondern einstimmig von einer Jury, deren Mitglieder von beiden Parteien der Verhandlung vorab auf ihre Eignung geprüft worden waren, die einen Eid geleistet hatten, sich außerhalb des Gerichts nicht über den Fall zu informieren und die täglich daran erinnert wurden.

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Übrigens: Auch die LawTuber, die Gerichtsverhandlungen kommentierend in YouTube Lives oder Videos begleiten, so auch diese Verhandlung Depp versus Heard, glaubten zu Anfang, dass die Verhandlung Depp versus Heard mit großer Wahrscheinlichkeit für Amber Heard ausgehen würde, weil Verleumdungsklagen von sehr bekannten Personen wohl sehr schwer bis gar nicht zu gewinnen sind. Aber sie folgten den präsentierten Fakten, den Aussagen und Beweisen, und kommentierten, was sie in der Gerichtsverhandlung hörten und sahen.

Die öffentliche Meinung

Die Öffentlichkeit, nicht nur in den sozialen Medien, ist fast immer auf der Seite der Opfer, wenn sie von ihnen und ihrem Leid erfährt. Und so war es auch hier: Die Übertragung des Gerichtsfalls 2022 bei Court TV oder Law & Crime oder mit Kommentaren bei einem der vielen LawTuber und sonstigen Kommentatoren (siehe meine Playliste oben) zeigte bald: Das wahre Opfer war nie Amber Heard, sondern Johnny Depp – er wurde verbal und emotional von ihr misshandelt und er wurde von ihr geschlagen und mit Gegenständen beworfen. Wenn er versuchte, sich zurückzuziehen, damit sie sich abkühlte, folgte sie ihm durchs ganze Haus von Zimmer zu Zimmer. Nicht einmal, wenn er sich im Bad einschloss, ließ sie ihn in Ruhe. Aber wie alle gewieften NarzisstInnen und MissbraucherInnen versteht sie sich aufs Verdrehen der Fakten und schiebt anderen das unter, was nur sie selbst tut („Gaslighting“, Projektion).

Für ihre Missbrauchsbehauptungen gegen ihn gab es letztendlich weder glaubwürdige Beweise noch vertrauenswürdige Zeugen – und Amber Heard’s Theater (und die Widersprüche) bei ihren eigenen Aussagen vor Gericht nahm ihr niemand ab. Sie tat, als ob sie weinte, wenn sie zur Jury schaute, verzerrte das Gesicht in merkwürdig schneller Abfolge in alle Richtungen, doch hatte keine Tränen, und wenn sie den Blick zurück zum/zur fragestellenden Person wendete, waren alle Ausdrücke innerhalb einer Sekunde wieder aus ihrem Gesicht verschwunden. Sie hörte sich die nächste Frage an, drehte sich zur Jury und war wieder von Null auf Hundert in ihrer Rolle, die sie aber eben auch noch schlecht spielte, denn im wirklichen Leben ist da kein An- und Abschalter, den ein einfaches Kopfwenden betätigen kann, Erinnerungen an traumatische Ereignisse von vor mehr als sechs Jahren würden sich meiner Meinung nach erst beim Reden und Erinnern aufbauen, und genauso bräuchte es Zeit, sich wieder zu fassen. Es wirkte, als arbeite sie ein Skript und alle Gesichtsausdrücke, die sie im Schauspielunterricht gelernt hat, gleichzeitig ab – aber immer nur, wenn sie zur Jury blickte. Die YouTube-Videos von Körperspracheexperten, Verhörspezialisten, Psychotherapeuten und anderen bestätigten das Zweifeln an ihrer Ehrlichkeit, das alle hatten, die ihr zuschauten (siehe beispielsweise bei The Behavior Panel). Am vernichtendsten waren aber ihre eigenen Aufzeichnungen, in denen sie zugab, Johnny Depp geschlagen und sich nicht unter Kontrolle zu haben. Sie hatte keine Angst vor ihm, sondern er musste vor ihr fliehen – dann nannte sie ihn das Monster. Mein Eindruck: Wenn er sich nicht der von ihr provozierten Auseinandersetzung stellte und statt dessen eine Zeit der Distanz wollte, damit sie sich beruhigte, geriet sie in Panik (Verlassenheitsängste?) und rastete aus. Gleichzeitig versuchte sie aber, ihm Fallen zu stellen oder ihn zumindest schlecht aussehen zu lassen. Aber die einzige Gewalt, die sie per Video beweisen konnte, war die von Johnny Depp gegen Küchenschränke. Dieses Video war (von ihr?) an TMZ geschickt worden, allerdings in gekürzter Form, die nicht zeigte, wie Amber Heard die Kamera aufstellte und am Ende wieder aufräumte, scheinbar grinsend, auf jeden Fall ohne Verletzungen.



Besonders abgestoßen von Amber Heard fühlten sich auch sehr viele, die tatsächlich Gewalt in der Partnerschaft durchlitten und überlebt haben (siehe dazu bei Twitter: hier und hier). Ich habe oft Kommentare von Überlebenden gesehen, die deutlich sagten, dass Amber Heard sie nicht repräsentiere, dass sie ihr nicht glaubten und sie wirklichen Opfern schade. Und auch auf Missbrauchthemen spezialisierte Therapeuten von Überlebenden äußerten diese Meinung..

Wer als Argument vorbringt, man müsse den weiblichen Opfern immer glauben, denn es gäbe Männer, die die Tatsachen verdrehen und sich als Opfer inszenieren, während die wirklichen, die weiblichen Opfer bestraft und ihnen die Kinder weggenommen würden, sage ich: Ja, das stimmt, solche Männer gibt es viel zu viele. Aber es gibt eben auch Frauen, die lügen, die die Tatsachen verdrehen, projizieren und Gaslighting betreiben – meiner Meinung nach macht Amber Heard genau dieses. Sie spielt meinem Empfinden nach nur nach, was sie von wirklichen Opfern/Überlebenden gehört, gelesen oder gesehen hat.

Aber meine Meinung spielte und spielt keine Rolle. Auch nicht die der LawTuber oder anderer Kommentatoren. Nur die Meinung der Jury war am Ende der Verhandlung bei der Urteilsfindung wichtig.





Aber was Opfer und Überlebende von Missbrauch, egal welchen Geschlechts, betrifft: Ihr Leid und die Schwierigkeit, ihre Lage zu beweisen, darf nicht übersehen werden. Sie benötigen Hilfe! Es muss vielleicht ein anderes Prozedere her, vielleicht eines, das speziell geschulte Sozialarbeiter und/oder Gutachter und Therapeuten einbezieht, die die möglichen Opfer/Ziele von gewalttätigen Personen in irgendeiner Art begleiten und die auch die Tricks und das Gaslighting von Narzissten, Psychopathen und anderen mit Persönlichkeitsstörungen erkennen können. Die könnten das Opfer eventuell mithilfe der Polizei aus der Situation herausholen und in Sicherheit bringen und dann auch vor Gericht mit ihren Beobachtungen, Erklärungen und Diagnosen unterstützen. Trotzdem darf es keine Verurteilung außerhalb des normalen Rechtsystems und ohne eine ordentliche Verhandlung durch ein ordentliches Gericht (unschuldig bis die Schuld bewiesen ist) geben.

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Während Johnny Depp auch dadurch Sympathien gewann, dass er seine Probleme und Fehler nicht beschönigte, tat Amber Heard lange so, als sei sie Prinzesschen Perfekt und trinke nur Wasser mit Vitaminen aus Paris, während ihr böser Ehemann Spirituosen konsumierte, die ihr völlig unbekannt seien. Doch bald kam ans Licht, dass sie selbst reichlich teuren Wein (angeblich auch in Kombination mit Medikamenten) und illegale Drogen konsumierte (und ihm dadurch möglicherweise auch die eigenen Reha-Versuche erschwerte – Süchtige sind leichter zu kontrollieren), womit sie das einzige und sehr pauschale Argument ihres skurrilen Experten, Alkohol und Drogen führten (unweigerlich?) zu Gewalttätigkeit, nicht mehr zur Verleumdung von Johnny Depp verwenden konnte, ohne dass man auch auf sie zeigte. Nachdem sie gelernt hatte, dass Johnny Depp’s Offenheit besser ankam (beispielsweise durch das TV-Interview mit Johnny Depp’s Anwalt Ben Chew), änderte sie ihre Strategie und plötzlich erwähnte sie in ihren Interviews, dass sie auch Fehler hätte. Wirklich?

Tatsächlich war die Mehrheit der Prozessbeobachtenden bald der Meinung, Johnny Depp sei ein in sich gekehrter, nachdenklicher Mensch mit Schwächen und Stärken, der aber liebenswert, hilfsbereit und großzügig ist und keiner Frau absichtlich etwas zuleide tun würde – was auch seine Ex-Freundinnen und Lebenspartnerinnen (14 Jahre lang), seine erste Ex-Ehefrau sowie alte Freunde und langjährige MitarbeiterInnen bestätigten.

Über Amber Heard dagegen empörte und entsetzte man sich: die Grausamkeit, die Gemeinheiten und überhaupt wie berechnend und manipulativ sie anscheinend ist und wie wenig einsichtig – es war alles auf den Aufzeichnungen zu hören. Es gibt vereinzelt auch Stimmen des Mitleids, weil sie vermutlich unter einer oder mehreren Persönlichkeitsstörungen leidet und ihr chaotisches Gefühlsleben bestimmt auch für sie selbst schwer auszuhalten ist. Noch mehr Mitleid erhalten allerdings die Menschen, die ihrer Manipulation, ihren Stimmungen und ihrem Verhalten ausgesetzt sind oder waren – und wer weiß, ob sich ihr Zustand, wie immer er genannt wird, nicht noch verschlimmert. Amber Heard sollte sich professionelle Hilfe suchen, sonst wird sie möglicherweise im Gefängnis landen, ganz abgesehen von möglichen Folgen ihrer Opfer.

Schaden für die alten Massenmedien

Mit der Art, wie viele der großen, oft eher moderaten bis linken Medien der USA den Fall Johnny Depp versus Amber Heard bearbeiteten, haben sie viele potenzielle AbonnentInnen vor den Kopf gestoßen. Sie werden nun (von mehr Menschen) zu denen gezählt, die Interessensgruppen vertreten statt die Wahrheit zu berichten. Sie gaben mit ihrem Verhalten denen Munition, die sie sowieso als unglaubwürdige und damit überflüssige Mainstream Media abtun. Vor allem, als sie uns, die tatsächlich die Verhandlung von Tag zu Tag über Wochen verfolgten, die die Beweise und die Aussagen kannten und dabei auch viel über das „technische“ Prozedere von Verhandlungen gelernt haben, als manipulierte Idioten abtaten – dabei sind sie die, die sich nicht die Mühe gemacht haben, den Prozess unvoreingenommen zu begleiten, wie es ihre Aufgabe gewesen wäre (oder waren sie zu feige?).

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Trägheit, Feigheit oder Ignoranz?
Die meisten (oder alle) der bekannten „alten“ Medien hatten gar keinen Prozessbeobachter nach Fairfax/Virginia geschickt und anscheinend auch niemanden beauftragt, den Prozess wenigstens online tatsächlich Aussage für Aussage und die Kreuzverhöre zu verfolgen, um sich eine unabhängige Meinung zu bilden. Oder wussten sie vorher, welche Meinung sie vertreten würden, egal, was im Prozess passieren würde? Welches Interesse oder welche Interessensgruppen stecken dahinter?

Die LawTuber waren dagegen täglich am Fall dran, einige reisten sogar zu den Verhandlungen und reihten sich nachts in die Schlange vor dem Gerichtsgebäude ein, damit sie morgens bei den wenigen sein würden, die Zutritt zum Zuschauerbereich im Gerichtssaal bekamen. Nur wer im Saal war, konnte die Jury-Mitglieder sehen und die Stimmung bei den Anwaltteams und den Zuschauern auf der Gallerie erfassen. Da Lawtuber, die angereist waren, nicht gleichzeitig im Gericht sitzen und YouTube-Videos produzieren konnten, arbeiteten sie mit anderen LawTubern/Content Creatern zusammen und gaben bei diesen in den Verhandlungspausen Eindrücke per Zuschaltung in die YouTube-Livesendung ab – dies machte beispielsweise Runkle of he Baileys, Strafverteidiger aus Kanada, als Interviewter bei Emily D. Baker, früher Bezirksstaatsanwältin in Kalifornien, heute YouTube-Kommentatorin für Gerichtsfälle mit Schwerpunkt Popkultur. Auch Law & Lumber, Partner in einer Kanzlei und spezialisiert auf Familienrechtprozesse, und Lawyer You Know, Partner in der Rechtsanwaltskanzlei Tragos, Sartes & Tragos ergänzten sich gegenseitig.



Ich finde, es stände den alten Mainstream-Medien gut, sich Partner unter den LawTubern und anderen seriösen YouTubern zu suchen, mit denen sie zusammenarbeiten. Das Geld, das sie (vermutlich) Amber Heard für ihr gestelltes Interview bezahlt haben, hat vielleicht kurzfristig die Zuschauerzahlen erhöht, weil jeder deren Reaktion auf das für sie niederschmetternde Urteil hören wollte, wäre langfristig besser in gute Recherche mit gleichzeitigem Aufbau einer Community und Leser-/Zuschauerschaft investiert worden. Der Glaubwürdigkeit hat das Interview langfristig wenig geholfen – die toughe Fragestellerin Savannah Guthrie fanden die meisten von uns noch gut und fair, aber als in der NBC-Zusammenführung der vorher einzeln gesendeten Teilstücke des Interviews, Dinge herauseditiert worden waren, damit Amber Heard besser wegkam, fühlten sich viele verarscht.

Die LawTubers – Rockstars der Prozessberichterstattung

Die LawTuber dagegen haben jeden Vorgang der Gerichtsverhandlung so erklärt, dass alle verstanden haben, was da vor sich geht, was in welchem Stadium üblich und was eher unüblich ist, was wahrscheinlich und warum Erfolg haben könnte und was nicht, warum dieser oder jener Einspruch gemacht wird, und warum die Richterin (Penney S. Azcarate: geduldig, freundlich und fair, hatte die Lage immer unter Kontrolle) ihn angenommen hat oder eben nicht. Und nun begleiten sie ihre ZuschauerInnen durch die Möglichkeiten und das Prozedere nach dem Urteil.

Zur Information: Bei Jury-Verhandlungen in Zivilprozessen in den USA leiten die zuständigen RichterInnen die Verhandlung und treffen Entscheidungen zu den Rechtsfragen (ob etwas zulässig ist oder nicht etc.). Die Jury hat nach Abschluss der Verhandlung die Aufgabe, die vorgebrachten Beweise und Aussagen zu bewerten und zu einem Urteil (der verschiedenen Teilfragen) sowie einem Strafmaß zu kommen.

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Der Rockstar und Schauspieler nach dem Gerichtsurteil

Johnny Depp hat durch die Verhandlung, in der seine Wahrheit endlich ans Licht durfte, sehr viele Fans hinzugewonnen. Viele wünschen sich, dass sich die, die ihm ohne bewiesene Schuld wegen Amber Heard’s Lügen seine Rollen entzogen hatten (Walt Disney Pirates of the Caribbean Franchise und Warner Bros. Fantastic Beasts Harry Potter Spinoff), bei ihm entschuldigten und ihn zurückholten (siehe auch die Petition We want JOHNNY DEPP back as Captain Jack Sparrow).

Im Moment steht Johnny Depp erst einmal als Rockmusiker teils mit Jeff Beck, teils mit den Hollywood Vampires auf verschiedenen Bühnen Europas (vor ein paar Tagen auch in München) und demnächst wird er König Ludwig XV. im neuen Film von Regisseurin Maiwenn spielen. Ganz nebenbei hat er gerade eigene Bilder als NFTs verkauft (NFT steht bei ihm nicht nur für Non Fungible Tokens, sondern auch für Never Fear Truth – fürchte niemals die Wahrheit) und konnte dadurch fast 800.000 US-Dollar an verschiedene Kinderkrankenhäuser spenden.





Der Mann hat also nach Jahren der Demütigung und des Schmerzes gut zu tun, tut Gutes und scheint im Kreis von Freunden gut aufgehoben zu sein. Am Freitag, dem 15.7.2022 erscheint „18“, das erste gemeinsame Album von ihm und Jeff Beck. [Nachtrag: Bald nach diesen Meldungen konnte er weitere eigene Kunstwerke (Drucke) im Wert über 3 Millionen Euro verkaufen und demnächst wird man ihn als Piraten im Kurzfilm Adventurer’s Game für das Mobile-Game „Sea of Dawn“ sehen.]

@johnnydepp

To all of my most treasured, loyal and unwavering supporters. We’ve been everywhere together, we have seen everything together. We have walked the same road together. We did the right thing together, all because you cared. And now, we will all move forward together. You are, as always, my employers and once again I am whittled down to no way to say thank you, other than just by saying thank you. So, thank you. My love & respect, JD

♬ Stranger – Love Joys


Und was ist mit Hollywood?

Johnny Depp hat wohl in einem Interview gesagt, dass er auch für 300 Millionen US-Dollar und 1 Millionen Alpakas nicht zurückgeht (so sehr verletzt hat ihn die Vertreibung aus seinen Rollen, an deren Entwicklung er beteiligt war, nach der langen guten Zusammenarbeit). Ich kann mir aber vorstellen, dass er es sich den Fans zuliebe überlegen würde – und die wollen ihn zurück als Jack Sparrow und in anderen seiner von ihm (mit-)entwickelten außergewöhnlichen Filmfiguren.

LawTubers – wie geht es weiter?

Die LawTuber waren schon seit einiger Zeit im Trend bei YouTube, aber besonders die jüngste Gerichtsverhandlung, die Verleumdungsklage von Johnny Depp versus Amber Heard hat ihnen kräftigen Aufwind gegeben, den sie gut genutzt und nebenbei viele Menschen für die Rechtswissenschaft interessiert haben.

Die LawTuber beantworten nach wie vor geduldig alle Fragen zu alten und neuen Gerichtsfällen und zu Verbraucherfragen, die mit Streitthemen vor Gericht zu tun haben. Sie und auch viele der anderen YouTube-Kommentatoren zeigen einen professionellen Zugang zu Auseinandersetzungen: Wie man den Fakten von Anfang bis Ende objektiv folgt und dies mit ordentlichem Gerichtsprozedere in Einklang bringt, statt sofort in Emotionen abzudriften, nur noch Schwarz und Weiß (oder Rot) zu sehen und nicht mehr offen für Gegenargumente zu sein. Ich bin der Meinung, dass sie der Gesellschaft einen großen Dienst erweisen.

Der nächste große Gerichtsfall kommt bestimmt (oder Berufungsanträge dieses Falls siehe Nachtrag weiter unten) und die Pausen lassen sich auch sehr unterhaltsam mit Storytelling historischer Kriminalfälle und wie und warum sie am Ende vor Gericht (korrekt oder auch nicht) verhandelt wurden, überbrücken.

Spannend und historisch interessant: Die Axtmorde in River/Massachusetts im Sommer 1892 (Zusammenarbeit der YouTube-Kanäle Law & Lumber, Scott Cardinal, Runkle of the Bailey)



Nachtrag 23.7.2022: Beide Parteien, Amber Heard und Johnny Depp, gehen in Berufung

Nachdem Amber Heard und ihr Team das Gericht, das ihren Fall verhandelt hat, per Appeal Notice darüber informiert haben, in Berufung zu gehen, reagieren Johnny Depp und sein Team gezwungenermaßen ebenfalls mit einer offiziellen Bekanntgabe ihrer Berufung. Diese Benachrichtigung an das Verhandlungsgericht kostet nur 50 Euro. Für die Berufung, die nach dem eigentlichen Berufungsantrag von einem Berufungsgericht (Court of Appeal) durchgeführt wird, müssen in Fairfax/Virginia 500 US-Dollar für die Kostenübernahme hinterlegt werden (Appeal Bond). Soll während der Zeit des Berufungsverfahrens die Zahlung der im Gerichtsverfahren verhängten Strafe vorübergehend ausgesetzt werden, muss (zusätzlich) der gesamte Strafbetrag plus 6 % Zinsen/Jahr in einen Aussetzungs-Bond (Suspension Bond) hinterlegt werden, beispielsweise als unwiderruflicher Kreditbrief. Johnny Depp müsste also 2 Mio. US-Dollar plus die Zinsen für ein Jahr in dieser Art hinterlegen, Amber Heard 10,35 Mio. US-Dollar plus Zinsen, damit die jeweilige Gegenpartei das Geld nicht einzieht/einziehen lässt. Mehr zu diesen Feinheiten siehe Information des Fairfax County und Appelate Praxis).

Warum Johnny Depp ebenfalls in Berufung gehen musste:



Nachtrag am 1.8.2022
Auch wenn das Urteil mit den Verfahrensunterlagen nun zum Berufungsgericht von Virginia geht, ist diese Verhandlung vor dieser Jury mit dem offiziellen Urteil abgeschlossen. Richterin Penney S. Azcarate hat daher viele der vorher versiegelten Dokumente entsiegelt. Sie sind nun der Öffentlichkeit und Presse zugänglich. Wer diese sehen möchte, muss aber dafür bezahlen. Andrea Burkhart, Strafverteidigerin in Washington State und LawTuberin, hat alle Dokumente kostenpflichtig beschafft und für jeden zugänglich auf ihre Website gestellt. Die Kosten hat sie über Spenden decken können. Den Überschuss an Spenden hat sie an zwei Organisationen weitergegeben, die im Prozess auftauchten: das Kinderkrankenhaus von Los Angeles und The Art of Elysium (Künstler helfen Menschen).


Die jetzt entsiegelten Dokumente (über 6000 Seiten) enthalten die Anträge und Gegenargumente, die Korrespondenz zwischen den Parteien und mit der Richterin und die Entscheidungen, wenn diese nicht schon durch den Prozess bekannt waren. Sie enthalten keinen Prozessmitschrieb. Die entsiegelten Dokumente sind also vor allem für die interessant, die den Prozess verfolgt haben und mehr über das, was vor, während und nach dem Prozess hinter den Kulissen passierte, wissen möchten.

Nachtrag am 3./4.08.2022: Viele der herkömmlichen Medien verdrehen immer noch die Tatsachen!

Die Menschen, die wie ich den gesamten Prozess kommentiert von neutralen, faktenorientierten Rechtsanwälten/Staatsanwälten online verfolgt haben, wissen, dass vor der eigentlichen zivilrechtlichen Verhandlung zwischen den Anwälten ausgehandelt wird, was/wer an Beweisen, Zeugen- und Expertenaussagen etc. bringen darf. Nur das, was abgesprochen ist und mit den Streitfällen zu tun hat, soll die Jury zu hören bekommen.

Beide Parteien verfassen also lange vor der Verhandlung Anträge, die von der Gegenseite angenommen werden oder nicht. Man argumentiert hin und her und wenn man sich nicht einigen kann, entscheidet der Richter oder die Richterin. Ziel ist es, einen fairen, relativ straffen Prozess im Sinne der eigentlichen Anklagen/Fragestellungen zu liefern.

So kamen beispielsweise Sachen aus Amber Heard’s Jugend, die ein schlechtes Licht auf sie werfen, nicht vor die Jury, weil das Vorurteile gegen sie geschaffen hätte, die nichts unmittelbar mit dem Thema zu tun hatten. Umgekehrt musste sich Johnny Depp nicht psychiatrisch/psychologisch untersuchen lassen, denn er hatte nicht darauf geklagt , dass sie ihm seelische und emotionale Schäden verursacht hat, Amber Heard dagegen hatte in ihrer Gegenklage behauptet, sie würde wegen Johnny Depp und seinem Anwalt Waldman unter einer posttraumatischen Belastungsstörung (PTSD) leiden – damit öffnete sie die Tür dahingehend, dass sie sich von einem Experten/Expertin der Gegenseite untersuchen lassen (Gespräche, Fragebögen) musste. Frau Dr. Curry stellte dabei die Diagnose, dass Amber Heard starke Merkmale für zwei Persönlichkeitsstörungen zeigt (Borderline- und Histrionische), aber kein PTSD.

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Wie sich gezeigt hat, haben einige JournalistInnen mancher Mainstream-Medien keine Ahnung, wie amerikanische Zivilverhandlungen vor einer Jury funktionieren – oder sie tun so und schreiben falsches Zeug, um nach wie vor ein bestimmtes Narrativ zu erzeugen. Sie nehmen wahllos einen entsiegelten Antrag heraus und stellen dessen Inhalt als Fakt dar, den die Gegenseite der Jury nicht zeigen wollte. Das, was sie schreiben, stimmt so nicht und ist unseriöser Journalismus. Anträge sind oft lediglich einseitige Wünsche und Behauptungen, keine Beweise, genauso wenig wie die einleitenden Ausführungen oder die Schlussworte der jeweiligen Anwälte im Gerichtssaal vor der Jury, es sind nur Behauptungen. Welche Partei mit ihrer Sichtweise durchkommt, hängt davon ab, ob sie die Beweise, Gutachten und Glaubwürdigkeit hat, die ihre Behauptungen untermauern und von der Jury entsprechend bewertet werden. Amber Heard’s Seite hatte sie nicht, sonst hätte sie nicht so eindeutig verloren.

Wer den Prozess nicht gesehen hat und nun einen Antrag (größtenteils aus der Vorverhandlungszeit) herauspickt, muss auch die Gegenargumente, das Urteil der Richterin zum Antrag sowie den Part der tatsächlichen Verhandlung vor der Jury anschauen, um sich ein Urteil zu bilden. (Bei YouTube findet man den gesamten Prozess mit und ohne Kommentare von LawTubern, Kommentatoren etc. YouTube hat eine Suchfunktion).



Und dann gibt es immer noch einige Medien (und einige ihrer JournalistInnen), die bewusst einseitig berichten, die die Tatsachen meiner Meinung nach mit Absicht verdrehen und anderen Dis-/Misinformation, unlautere Absichten und halbseidene Social-Media-Methoden unterstellen, wobei sie selbst, andere Unterstützer und PR-Teams oder die von ihnen befeuerten Amber-Heard-Stans die sind, die genau dies tun (Stans sind Extremfans). Auch hier ein Fall von Gaslighting und Projektion. Ein Gedanke, den ich bei einigen der „JournalistInnen“ wie Kat Tenbarge, die früher für Insider und jetzt für nbc schreibt, habe: Sie nimmt den (unbewiesenen) Vorwurf gegen eine Person, der die größtmögliche Reaktion (Empörung am besten auf allen Seiten) hervorruft und spielt den aus, denn Reaktionen (Engagement der Leser) spielt eine Rolle bei der Werbeplatzvermarktung/Monetarisierung von Online-Content. Wen interessiert denn noch die Wahrheit, wenn es um Geld oder die eigene Profilierung geht.



Nachtrag am 6.09.2022: Die Pro-Amber-Eingestellten haben sich wenig bis gar nicht mit dem Gerichtsverfahren, den Zeugenaussagen und den Beweisen befasst.

Einige der Mainstream-Medien (oder zumindest deren Abteilungen für Entertainment und Celebrity-Nachrichten) und ihnen zuarbeitende EmpörungsjournalistInnen, tun immer noch so, als habe es das Jury-Urteil nicht gegeben, und Amber Heard’s PR-Team arbeitet angeblich mit fragwürdigen Methoden und möglicherweise in Zusammenarbeit mit oben erwähnter Art JournalistIn darauf hin, das Urteil zu defamieren sowie durch Unwahrheiten und Verdrehungen der Tatsachen Amber Heard unschuldig erscheinen zu lassen.

Gleichzeitig wollen sie meiner Meinung nach den Eindruck erzeugen, als sei die Mehrheit der Menschen, die das Thema interessiert, auf Seiten Amber Heard’s und nicht auf der Seite der Jury und der Mehrzahl der Prozessbeobachter.

Befragung zeigt: Je weniger jemand den Prozess verfolgt hat, desto eher glaubt er/sie Amber Heards Behauptungen

Das ist nicht verwunderlich. Ich war vor dem Prozess auch geneigt, dem angeblichen Opfer zu glauben, obwohl ich von Amber Heard noch weniger wusste, als von Johnny Depp, von dem ich in jüngeren Jahren immerhin mehrere Filme gesehen habe. Das hat sich durch den Prozess geändert und ich persönlich bin mir heute sicher, dass Amber Heard regelmäßig die Kontrolle verliert, gewalttätig ist und zum Erreichen ihrer Ziele skrupellos lügt.

Dr. Colin A. Harris wollte genau wissen, wie die Stimmung ist: Wie stark die Pro-Amber-Seite und wie stark die Pro-Depp-Seite ist und wodurch unterscheiden sie sich? Im Rahmen seiner Untersuchung Behind the Smoke Screen: An Analysis of the Depp v. Heard Verdict and the Conflict Between Truth… führte er vom 21. Juli bis zum 21. August 2022 eine Befragung durch, an der 322 Menschen teilnahmen (250 Frauen, 47 Männer, 21 Non-Binary, vier andere). Die statistische Auswertung ergab unter anderem, dass über 65,6 Prozent der Befragten der Meinung sind, dass Amber Heard Johnny Depp körperlich missbrauchte, 34,4 Prozent glaubten das nicht. 37,2 Prozent der Befragten glaubten dagegen, dass Johnny Depp Amber Heard missbrauchte, aber 62,8 Prozent glaubten dies nicht. Mit anderen Worten: Die Mehrheit glaubt Johnny Depp. Auch in allen Teilgruppen (Frauen, Männer, Non-Binary, Missbrauchsüberlebende, PTSD-Erfahrene) glaubten mehr Menschen, dass Amber Heard Johnny Depp missbrauchte, als umgekehrt. Bei der Frage, wie viel Prozent des öffentlichen Verfahrens die Teilnehmer gesehen hatten, zeigte sich: Je mehr die Teilnehmer vom Verfahren gesehen hatten, desto mehr waren sie überzeugt, dass Amber Heard gewalttätig gegenüber Johnny Depp war und dass Johnny Depp nicht gewalttätig gegenüber Amber Heard war.

Zwar ist die Teilnehmerzahl mit 322 Personen relativ klein, aber die Ergebnisse decken sich von der Tendenz her mit meinen persönlichen Beobachtungen und subjektiven Eindrücken/Interpretationen: Dass die Amber-Stans den Prozess in Fairfax/Virginia meist nicht oder kaum verfolgt haben und daher auch die Beweise, Zeugenaussagen, die Aussagen von Johnny Depp und Amber Heard sowie die vielen Tonmitschnitte nicht kennen und offensichtlich nicht kennen wollen.

Ich finde die Auswertung auf jeden Fall lesenswert.

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Bei den verbalen Auseinandersetzungen beispielsweise auf Twitter, frage ich mich allerdings immer wieder, ob hinter jedem Account der Amber-Heard-Seite wirklich jeweils ein anderer einzelner Mensch steht. Ich bekomme zunehmend den Eindruck, dass da „Puppenspieler“ (von Heard’s PR-Teams oder andere?) mit vielen Accounts am Werke sind. Sie lassen ihre vielen Puppen entweder durch manuelle Eingaben für jeden der eingerichteten multiplen Accounts oder mit einem Botprogramm sprechen.

Nachtrag 11.9.2022: Über den erwarteten (sogenannten) Dokumentarfilm

Seit einiger Zeit ist bekannt, dass es demnächst eine sogenannte Dokumentation über den Fall Johnny Depp versus Amber Heard geben soll. Die Produktionsfirma heißt Optomen. Gestreamt werden soll bei Discovery plus – anscheinend der Auftraggeber. Die Dokumentation soll zweiteilig sein, wobei der erste Teil auf Johnny Depp’s Jugend und seine Alkohol- und Drogenprobleme eingeht und der zweite Teil auf Amber Heard’s „Wahrheit“, die im Verfahren in Fairfax/Virginia von der siebenköpfigen Jury als Lügen entlarvt wurde (sonst hätte Johnny Depp die Verleumdungsklage nicht gewonnen) sowie auf angebliche Gemeinheiten ihr gegenüber durch Johnny-Depp-Fans in Social Media.

Das hört sich nicht so an, als sei die Dokumentation unvoreingenommen und fair, wie man es von einer wirklichen Dokumentation erwartet. Was ist mit Amber Heard’s problematischer Jugend, was mit ihren Alkohol- und Drogenexzessen, mit ihrem Kontrollverlust, wenn sie in Wut gerät und der von ihr in Audio-Mitschnitten zugegebenen Gewalt gegen Johnny Depp?

Die, die das Gerichtsverfahren gesehen haben, haben ihr auf Social Media gesagt, was vor Gericht klargestellt oder einfach offensichtlich wurde: Sie lügt, lügt und dann lügt sie. Sie widersprach sich selbst, ihre sogenannten Beweise waren editiert. Jeder sah: Sie und ihre Freunde nutzten Johnny Depp’s Gutmütigkeit aus. Sie versuchte ständig, ihn mit Gemeinheiten und auch mit Gewalt zu provozieren, handgreiflich zu werden, doch er schlug nicht zurück. Sie hatte keine Angst vor seiner Gewalt (eher davor, dass er sie verließ und sie leer ausgehen könnte, weil er sie nicht in sein Testament aufnahm), aber er vor ihr. Er hatte nicht die Möglichkeit sich zu wehren, weil er keine Frauen schlägt, er ließ sich von seinen Leibwächtern herauszuholen, wenn sie ihn nicht gehen lassen wollte. Amber Heard wird von vielen DV-Opfern, die die Verhandlung gesehen haben, als Täterin erkannt, sie glauben Johnny Depp, nicht ihr. Aber nicht auf die Zuschauer oder Fans kam es an. Nur die Jury fällte das Urteil.

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Auch Amber Heard’s Mitleidsnummer, sie würde auf Social Media von Johnny-Depp-Fans schikaniert, ist nur ein Mittel, die Johnny-Depp-Seite schlechtzumachen, und zeigt ihren Narzissmus, denn was ist mit dem, was sie Johnny Depp, seinen Kindern und indirekt auch seinen Mitarbeitern und Freunden angetan hat, als sie ihre Lügen verbreitete. Ihr PR-Team und Stans tun auf Social Media, was sie anderen vorwerfen (Projektion, Mirroring, Manipulation): organisiert vorzugehen, die „Gegenseite“ mit Worten kleinzureden und die Wahrheit in den Köpfen der Menschen verdrehen. Sie versuchen, Cancelmobs gegen Johnny Depp’s Zeugen, Auftraggeber und jeden, der für ihn spricht oder gesprochen hat, zu mobilisieren – das ist für mich Einschüchterung und Schikane. Sie versuchen mit allen Mitteln, das Gerichtsurteil zu defamieren. Deshalb herrscht dieser Krieg bei Twitter. Während die Heard-Seite meinem Eindruck nach gelenkt und skrupellos zu sein scheint, hören alle, die die Verhandlung gesehen haben, von sich aus nicht auf, Johnny Depp zu verteidigen – und das sind nicht (nur) Johnny Depp Fans, es sind Menschen mit Augen und Ohren, die sich die Mühe gemacht haben, die Verhandlung Tag für Tag zu verfolgen. Sie verteidigen ihn nicht, weil sie jemand lenkt oder ihnen Vorteile verspricht, sondern weil es richtig ist. Die Wahrheit darf nicht verlieren, weil sie Amber Heard, der ACLU, der Washington Post, Warner Bros. Discovery oder sonst wem nicht in den Kram passt.



Schließt sich hier der Kreis? Die Op-ed in der Washington Post sollte angeblich ein PR-Stunt sein, von dem neben Amber Heard (Profilierung als Aktivistin, Popularität als Schauspielerin), die Washington Post, ACLU sowie der Film Aquaman (Warner Bros Entertainment) profitieren würden.

Die Superheldenfilme wie Aquaman & Co. werden von DC Films (Tochtergesellschaft von Warner Bros. Entertainment) produziert und basieren auf Figuren von DC Comics. Warner Bros. Entertainment (Kalifornien) gehört zu Warner Bros. Discovery (New York). Warner Bros Discovery hieß früher WarnerMedia, davor Time Warner. Im September 2022 kam interessanterweise eine sogenannte Dokumentation heraus, mit der wieder versucht wurde, Amber Heard’s und damit des Unternehmens eigene Reputation (und eine Erfolgschance von Aquaman 2 mit Amber Heard) wiederherzustellen – jedenfalls ließ die Vorankündigung darauf schließen (Teil 1: Johnny Depp’s Kindheit und Suchtprobleme, Teil 2: Amber Heard’s „Seite“ der Wahrheit und wie sie in den Social Media gejagt wird). Hier soll anscheinend Amber Heard wieder als Opfer implementiert werden – entgegen dem, was die Jury befunden hat und was von den meisten, die die Verhandlung verfolgt haben, genauso gesehen wird: Johnny Depp ist das Opfer und ihre Seite der Wahrheit ist ein Lügengebäude. Und sie ist meiner Meinung nach auch nicht diejenige, die unschuldig schikaniert wird, sondern sie ist diejenige, die Menschen, die die Wahrheit aussprechen, über ihre PR-Leute und Stans bei Twitter und YouTube mit falschen Anschuldigungen und Drohungen versucht, zu defamieren/vernichten. Gezeigt wird diese Dokumentation bei Discovery plus, ebenfalls zu Warner Bros. Discovery gehörend.

Doch nach Jahrzehnten Interneterfahrung glaube ich: So klappt das nicht. Die Menschen in den sozialen Netzen werden sie damit nicht durchkommen lassen. Sie verlangen das Eingeständnis von Fehlern, glaubhafte Reue, Entschuldigungen und Wiedergutmachungen.

Nachtrag 3.10.2022: Christopher Bouzy und Bot Sentinel

Bei Twitter gibt es einen Christopher Bouzy, der ein Unternehmen Bot Sentinel hat. Angeblich will er über seine Aktivitäten (ich sehe nur Drangsalieren und Defamieren) sowie durch seine Plattform Bot Sentinel Twitter von unerwünschten Personen, die sich nicht an die Twitterregeln halten, sich beispielsweise rassistisch, gegen LGBTQ, Frauen etc. äußern, säubern.
Wenn man den Wolf zum Schafshirten macht! Allem Anschein nach filtert die Bot-Sentinel-Plattform nämlich keine Hassprediger u. Ä. heraus, sondern die, die eine Meinung Pro-Depp/Anti-Heard oder gegen Meghan Markle äußern. Tatsächlich können sich Menschen rassistisch äußern und haben eine perfekte Bewertung bei Bot Sentinel, aber wer LawTubern folgt, die sagen, dass das Gerichtsurteil gut nachvollziehbar ist, oder jemandem, der Amber Heard kritisiert, wird von seinem Messinstrument abgestraft. Man könnte meinen, er sei dafür angeheuert worden, freie Rede gegen Amber Heard und das Gerichtsurteil (und ebenfalls gegen Meghan Markle oder irgendwie positiv zum britischen Königshaus) zu unterbinden. Traurig ist, dass sich große Mainstream-Medienhäuser bei beiden Themen auf seine „Studien“ beziehen, anscheinend ohne seine Kompetenz oder die Leistung seiner Plattform irgendeiner Prüfung unterzogen zu haben.

Christopher Bouzy hat mehrere Content-Schaffende (Content Creators) und LawTuber persönlich angegriffen und Lügen über sie bei Twitter verbreitet. Am krassesten waren seine Unterstellungen gegen NateTheLawyer, der nun den Rechtsweg (wahrscheinlich Defamationsklage) gehen will (einen Anwalt sowie lokale und Social-Media-Privatermittler hat er bereits engagiert, ein Unterlassungsschreiben verfasst und mehr). Dabei wird er von vielen seiner YouTube-Abonnenten sowie von YouTube-Content-Schaffenden einschließlich anderer LawTuber unterstützt. Ehrlich gesagt, frage ich mich, wieso Twitter es zulässt/zuließ, dass sich jemand als Sheriff von Twitter aufspielt, und dann noch nicht mal auf die Nachfragen von Leuten reagiert, die sich plötzlich ohne irgendeine Information von Twitter entfernt sehen. (Letzteres war übrigens das Einzige, das Elon Musk meiner Meinung nach positiv beeinflusst hat: Er hat Leute, die nur durch Mass Flagging und Defamation (manche im Rahmen von bezahlten „PR“-Aktionen oder nur wegen anderer Meinung ohne dass es tatsächliche Verstöße gegeben hat) ihre Twitteraccounts verloren haben, ihnen diese wiedergegeben.



Sehr merkwürdig ist auch, dass sich Zeitungen auf Bouzy und Bot Sentinel stützen, obwohl es keinerlei Hinweise auf Bouzy’s Kompetenz gibt und es sich gezeigt hat, das Bot Sentinel als angeblich selbst lernendes Einstufungstool, ob jemand problematisch ist, nicht taugt, sondern vermutlich von Bouzy so mit Daten gefüttert wird, dass die Gegner seiner (zahlenden?) Kunden eine Einstufung als problematisch erhalten, während tatsächlich Rassisten u. Ä. nicht angezeigt werden.

Nachtrag 3.10.2022: Wann bekommt Johnny Depp sein Geld?

Wer sich wundert, warum Johnny Depp, soweit wir wissen, noch nicht versucht hat, an die Millionen US-Dollar zu kommen, die ihm das Gericht im Urteil gegen Amber Heard zugesprochen hat, obwohl diese keinen Aussetzungs-Bond (Suspension Bond) hinterlegt hat: Das Geld müsste er in dem Bundesstaat fordern, in welchem die zur Zahlung verpflichtete Person lebt, sie Eigentum hat und/oder ihr Arbeitgeber/Auftraggeber sitzt. Bis vor kurzem lebte Amber Heard, wie Johnny Depp, in Kalifornien, doch hat sie gleich nach dem Urteil ihr Haus verkauft und wird seitdem mal in Israel und mal in Spanien geortet. Bliebe als Ansprechmöglichkeit noch Warner Bros. Entertainment in Kalifornien, in deren Aquaman-Film sie eine Rolle hatte.

Jedoch hat jeder Bundesstaat der USA seine eigenen Gesetze: Während man in Virginia, wo das Gerichtsverfahren stattfand, sofort nach dem Urteil das Geld einziehen darf, wenn kein Suspension Bond hinterlegt wurde, ist dies in Kalifornien erst nach dem Berufungsverfahren möglich – und die Berufungsverfahren haben noch gar nicht richtig angefangen. Alle Details im YouTube-Video von Andrea Burkhart Why isn’t Johnny Depp Collecting his Judgement?

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Nachtrag 24/25.11.2022 Berufungsanträge

Weil Amber Heard Berufung gegen das Urteil eingelegt hat, ging auch Johnny Depp in Berufung, da er in einem Punkt wegen der Aussage seines Anwaltes Adam Waldman schuldig gesprochen worden (obwohl Waldman ein unabhängiger Unternehmer ist, für dessen Aussagen Johnny Depp eigentlich nicht haftet, und obwohl diese Aussage auf naheliegenden Schlüssen basierte).

Hätte das Heard-Team nicht Berufung eingelegt, hätte die Depp-Seite auch nichts unternommen; nun muss sie dafür sorgen, dass Johnny Depp’s Seite ausreichend repräsentiert ist. Die Gründe für die jeweiligen Berufungen (eine Art Vorab-Liste) wurden von beiden Seiten an das Berufungsgericht geschickt. Für eine Berufung erheblich sind nicht die Beweise an sich und bei der Berufung eines Zivilprozesses dürfen auch keine neuen Beweise eingebracht werden. Lediglich das Verfahren wird daraufhin untersucht, ob juristische Fehler (falsche Entscheidungen durch den Richter/die Richterin oder fehlende/falsche Anweisungen an die Jury etc.) gemacht wurden und ob dieser Fehler/diese Fehler das Urteil beeinflusst haben.

In der Zwischenzeit hat Johnny Depp weitere Erfolge auf dem Weg zurück in ein normales „Starleben “ zu verzeichnen, beispielsweise war er von Rihanna als erster Mann als Stargast zu einem Auftritt in ihrer Fashion Show Savage x Fenty eingeladen worden. Natürlich gab es daraufhin wieder viele Anfeindungen und PR-Stunts von der Amber Heard-Seite und Häme in solchen Medien, die sich ebenfalls entschlossen haben, weitgehend zu ignorieren, dass das einstimmige Jury-Urteil von sieben Jury-Mitgliedern (und die Mehrheit derer, die das Gerichtsverfahren verfolgt haben) durch die Anerkennung der Verleumdung indirekt bescheinigen, dass Amber Heard alles erlogen hatte. In den Kommentaren von YouTube-Kanälen, die über Amber Heard berichten, geben auch viele Überlebende von Missbrauchsbeziehungen an, in den Aufzeichnungen von Amber Heard das Verhalten ihrer ehemaligen Peiniger zu erkennen. Jury, Zuschauer und Opfer sind weitgehend der Meinung, dass Amber Heard zurecht verloren hat, deren Seite aber immer noch jeden anfeindet und versucht öffentlich zu canceln, der irgendetwas Positives über Johnny Depp sagt oder ihm neue Chancen gibt. So wurde auch Rihanna angegriffen.

Rihanna hat sich nicht geäußert. Da sie selbst Opfer und Überlebende von Gewalt durch ihren früheren Freund war, aber Johnny Depp eingeladen hat, kann man daraus wohl ableiten, dass sie ihn als Opfer der gewalttätigen Amber Heard und nicht als den Täter sieht, den Amber der Öffentlichkeit verkaufen wollte, und dass ihre Einladung ein klares Statement ist.

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Johnny Depp’s Anwälte haben ihre ausgeführten Argumente (den eigentlichen Appellate Brief) termingerecht abgeliefert, während das Heard-Team eine Fristverlängerung beantragt hat und bewährt bekam. Wie sich heute herausgestellt hat, brauchte eine Gruppe Außenstehender wohl noch genügend Zeit, ihre sogenannten Amica/Amici Briefs als Positionierung Außenstehender für Amber Heard zu verfassen und an das Berufungsgericht zu schicken, die diese annehmen oder ablehnen kann. Wie es scheint, sind dies weitere PR-Stunts der Amber-Heard-Seite, mit denen die Wahrheit, die durch das Verfahren ans Licht kam, ausgelöscht werden und Heard freigesprochen werden soll. Der Strafverteidiger Larry Forman, analysiert die Anträge auf seinem YouTube-Kanal The DUI-Guy+ in Video1 und Video2.

Vor allem die Amici-Briefs werfen die Frage auf, welche Interessen Leute wie Michele Dauber, eine Professorin der Stanford Law School, die schon seit Wochen bei Twitter durch meiner Meinung nach völlig unwürdiges unprofessionelles Verhalten aufgefallen ist (Schikanieren von jedem, der Johnny Depp unterstützt, Aufwiegeln von Amber Heard Fans und PR-Trollen). Für sie und auch einige der Initiativen, die da unterschrieben habe, geht es möglicherweise weniger um die Sache, als um Geld, Macht und politische Unterstützung, die sie für ihre Arbeit bekommen. Jemand sollte der US-Politik stecken, dass sich hier eine ursprünglich gute Absicht in das Gegenteil verkehrt hat. Denn wie kann irgendjemand rechtfertigen, dass Frauen selbst dann Recht bekommen müssen, wenn sie lügen und dass Männer nicht einmal die Option erhalten sollen, sich zu verteidigen. Im folgenden Interview wird etwas Licht auf die Sache gelenkt – ein Spiel um Macht und Geld (nicht abschrecken lassen von den anfänglichen technischen Schwierigkeiten, es wird sehr interessant). Ob alles so stimmt, kann ich nicht beurteilen, aber auf jeden Fall sollte da von US-Regierungsverantwortlichen mal genauer hingeschaut werden.





Nachtrag am 30.11.2022: Amber Heard’s ausführlicher Appelate Brief und Reaktionen

Nach zwei Amici Briefs ist nun auch der Appelate Brief von Amber Heard und ihren Anwälten beim Berufungsgericht von Virginia eingetroffen. Auch die ersten LawTuber haben sie inzwischen und analysieren sie.

Jede Seite muss nun eine Antwort auf den Appelate Brief der Gegnerseite verfassen. Danach darf jeder nochmals Stellung zu der Antwort nehmen. Vorher kann das Berufungsgericht kein Urteil fällen. Es kann also noch lange dauern, bis das letzte offizielle Wort gesprochen ist.

Nachtrag am 20.12.2022:

#AmberHeardDoesNOTSpeakForMe

Welche Organisationen sich hinter Amber Heard stellen, sieht man bei amberopenletter.com, der Link wurde bei Twitter verbreitet. Auf diesen PR-Stunt, mit dem meiner Meinung nach nur wieder der Eindruck erweckt werden soll, nur die verrückten Depp-Fans seien gegen Amber Heard, gab es sehr viele Antworten beispielsweise bei Twitter unter #AmberHeardDoesNOTSpeakForMe – die in die Richtung gehen, wie der offene Brief oben, um klarzustellen, dass weder Amber Heard, noch diese Organisationen für andere Menschen allgemein, für die Mehrzahl der ProzessbeobachterInnen, „normale“ FeministInnen oder für Opfer und Überlebende von Missbrauch und häuslicher Gewalt sprechen.

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Amber Heard hat verloren

Überraschung: Amber Heard zieht ihre Berufung zurück und erklärt sich bereit, 1 Millionen US-Dollar an Johnny Depp zu zahlen!

Natürlich stellt es Amber Heard nicht so dar, sondern liefert den nächsten PR-Stunt in einem Statement auf Instagram. Manche, die den Prozess verfolgt haben, sind daher verärgert, dass sie so „billig“ davonkommt, nachdem was sie nicht nur Johnny Depp, sondern allen Opfern von Missbrauch, häuslicher Gewalt u. Ä. angetan hat, die es wegen ihrer Lügen vermutlich schwerer haben werden, ernst genommen zu werden und Hilfe zu finden. Andererseits wurde durch die Verhandlung das wahre Opfer von emotionalem Missbrauch und physischer Gewalt offenbar: Johnny Depp, der eben nicht zurückschlug.

Ebenso ärgert es viele, dass Amber Heard keinerlei Einsicht zeigt, keine Verantwortung übernimmt, sondern einfach weiter die Wahrheit verdreht, beispielsweise indem sie behauptet, sie habe das UK-Verfahren gewonnen. Nein, hat sie nicht, denn sie war in dem Verfahren Johnny Depp gegen das Murdoch-Blatt The Sun eine Zeugin, weil The Sun nur den Richter überzeugen musste, dass sie Johnny Depp in gutem Glauben einen Wife-Beater genannt hat. Sie war eine Zeugin, die gelogen hat, sie habe ihr Scheidungsgeld von 7 Mio. US-Dollar gespendet, weswegen der Richter ihr abnahm, sie sei nicht hinter Johnny Depp’s Geld her gewesen, hätte keinerlei persönliche Vorteile von ihrer Aussage und daher prinzipiell glaubwürdig. Abgesehen davon, dass es persönliche Verflechtungen des Richters mit der angeklagten Zeitung gegeben haben soll, siehe Details weiter oben.

Aber Tatsache ist, dass die meisten Fachleute Amber Heard’s Berufungsantrag so gut wie keine Chancen gegeben haben und ihre Versicherungen vermutlich nicht mehr bereit waren, weitere Millionen in ihre Vertretung samt der neuen teuren Berufungsanwälte zu stecken, wo es doch im Verfahren so offensichtlich geworden ist und auch durch eine Jury einstimmig befunden wurde, dass sie log und dass sie Johnny Depp absichtlich und böswillig verleumdet hat in ihrem Meinungsbeitrag in der Washington Post 2018 – und das hat nichts mit freier Rede zu tun, wie sie behauptet. Das Recht zu reden, hatte ihr nie jemand abgesprochen, aber das Recht, zu lügen. Jemanden mit Lügen und Unterstellungen mit Absicht zu verleumden und zu schaden, hat nichts mit Recht auf freie Meinungsäußerung zu tun – nicht mal in den USA.

Ihre Versicherung(en) trugen meinem Kenntnisstand nach sämtliche Kosten für die Vorbereitungen, das Verfahren und die Berufung, soweit sie im Gange war, in Höhe von vielen Millionen US-Dollar (geschätzt etwa 9 Mio.) und sie erklärten sich anscheinend bereit, 1 Millionen US-Dollar für sie an Johnny Depp zu zahlen (wobei es noch offene Gerichtsverfahren der Versicherungen gegeneinander und gegen Amber Heard gibt – absichtliche Verleumdung ist wohl nicht im Versicherungsumfang enthalten). Offensichtlich gibt sich Johnny Depp mit dem Betrag von 1 Mio. US-Dollar zufrieden, laut Gericht standen ihm 8,35 Mio. US-Dollar (10,35 Mio. minus 2 Mio. US-Dollar) zu – aber wo sollten die herkommen, wo niemand sie mehr engagieren will?

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Amber Heard’s „Einigung“ ist also in Wahrheit eine Schadensbegrenzung – eine, die ihr viele Prozessbeobachter nicht wirklich gönnen, sie habe so eine Schonung nicht verdient, Johnny Depp sei zu gutmütig. Aber andererseits: Sie hätte vermutlich sowieso keine 8,35 Mio. US-Dollar gehabt oder auftreiben können (rein theoretisch müsste sie zwar noch den Großteil ihrer Scheidungsabfindung von 7 Mio. US-Dollar haben, die sie trotz ihres Versprechens bisher nicht gespendet hat, doch ist zu befürchten, dass sie das Geld schon ausgegeben hat. Und dann wollen die Versicherungen möglicherweise auch einen Teil erstattet haben).

Johnny Depp will sie vor allem aus seinem Leben raushaben und sich seinen Auftritten als Rockmusiker, seinen Kunst-/NFT-Projekten, neuen interessanten Rollen als Schauspieler, dem Regieführen und seiner Freude daran, Licht in das Leben schwerkranker Kinder und deren Eltern zu bringen, widmen. Aber ob sie ihn wirklich in Ruhe lassen wird, ist bei ihrer Persönlichkeit fraglich, sie findet immer wieder Wege, sich zurück in sein Leben zu drängen – gerade Zurückweisungen triggern sie.

Ich vermute, auch alle ihre Anwälte und Versicherungen sind froh, wenn sie sie endlich los sind.





Johnny Depp hat von Anfang an gesagt, es gehe ihm nicht ums Geld, sondern darum, dass seine Wahrheit ans Licht kommt, vor allem weil ihre Lügen auch das Leben seiner Kinder überschattet haben. Dass er das Zivilverfahren gewonnen hat, obwohl es in den USA für einen Promi so gut wie unmöglich ist, eine Verleumdungsklage zu gewinnen, ist ihm genug. Im Gegensatz zu vielen Fans und Prozessbeobachtern hat er offensichtlich nicht das Bedürfnis, es ihr irgendwie heimzuzahlen – er ist ein besserer Mensch als viele von uns. Er hat bereits angekündigt, die 1 Mio. US-Dollar zu spenden.



Die Wahrheit kam ans Licht

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Die Anwaltskanzlei Brown Rudnick, zu denen das Rechtsanwälte-Team rund um Benjamin Chew und Camille Vasquez gehört, das Johnny Depp durch die Jahre der Vorbereitung, die Gerichtsverhandlung und das nicht beendete Berufungsverfahren geführt und nun zur Schlussvereinbarung begleitet hat, hat eine offizielle Pressemitteilung herausgegeben, die man sich hier herunterladen kann.

Weil es teilweise missverstanden wird: Die Einstellung der Berufung und die Einigung ändert nichts am Gerichtsurteil der Verhandlung Johnny Depp versus Amber Heard in Virginia/USA. Amber Heard wurde als schuldig der Verleumdung befunden. Das Urteil ist mit der Einstellung der Berufung bestätigt. Lediglich über die Höhe der Zahlung an Johnny Depp hat man sich verständigt, sonst nichts.

Viele hoff(t)en, dass Johnny Depp noch die Möglichkeit zu einer Berufung gegen das UK-Urteil, welches zugunsten The Sun ausgefallen war, bekommt. Allerdings frage ich mich, ob er noch mehr Zeit seines Lebens mit diesen unerfreulichen Erinnerungen an die Zeit mit Amber Heard und wie er ausgenutzt wurde, verbringen will. In den USA haben Zeitungen viel Freiraum für ihre „Meinungsfreiheit“ und werden kaum jemals als Verleumdende verurteilt, ich weiß nicht, wie die Chancen in Großbritannien sind, selbst wenn Amber Heard nicht mehr als glaubwürdige Zeugin eingestuft werden kann. Man könnte auch argumentieren, dass er sich hat von ihr täuschen lassen und das taten andere auch.

Mein Fazit:

Johnny Depp hat gewonnen!

Die Gerichtsverhandlung hatte gezeigt, dass Amber Heard diejenige war, die ihren Mann missbraucht hat und nicht umgekehrt. Hätte sie auch nur einen Fall von Mißbrauch durch ihn gegen sie belegen oder jemand bezeugen können, wäre es keine Verleumdung (Defamation) gewesen. Statt dessen widersprachen die Zeugen ihrer Darstellung und/oder „Beweise“ waren nicht existent und Bilder bearbeitet. Und entgegen ihrer anfänglichen Darstellung hat Amber Heard im Laufe der Verhandlung zugegeben, dass sie den Meinungsbeitrag (Op-ed) in der Washington Post 2018 sehr wohl über Johnny Depp geschrieben hat. Fazit: Absichtliche Verleumdung (Defamation with malice)!

Amber Heard hat ihre Berufung zurückgezogen und (ihre Versicherung) zahlt 1 Mio. US-Dollar an Johnny Depp – dem es nie ums Geld ging, welches er sowieso spenden wird.

Das war ein sehr spannender Fall mit weitreichenden Folgen, es gab Kontroversen auf mehreren Ebenen:

  1. Amber Heard versus Johnny Depp,
  2. Main-Stream-Media, #Metoo-Organisationen und Amber Heard’s PR-Stunts versus die öffentliche Mehrheitsmeinung (vor allem der Prozessbeobachter und tatsächlicher Opfer häuslicher Gewalt).
  3. Verstörend war, dass zu viele der großen Medien ein einstimmiges Gerichtsurteil durch eine siebenköpfige Jury mehr oder weniger ignorier(t)en und viele bis heute aus der Perspektive von Amber Heard und nicht dem wahren Opfer, Johnny Depp, kommentieren.
  4. Mich persönlich, die ich mich als Feministin verstehe, frustriert, dass es Gruppen gibt, die sich als Feministinnen bezeichnen, aber die Meinung vertreten, dass einer Frau immer geglaubt werden muss und dass ein Mann kein Recht hat, sich vor einem ordentlichen Gericht gegen Vorwürfe zu verteidigen. Wo bleibt denn da die Gerechtigkeit? Feminismus hatte mal was mit dem Beenden der Unterdrückung von Frauen, mit gleichen Rechten vor dem Gesetz und den gleichen Möglichkeiten im realen Leben zu tun, mit Aufhebung alter Geschlechterrollen, der Abschaffung von geschlechterspezifischer Bezahlung und Aufstiegsmöglichkeiten und ähnliches mehr.
  5. Nicht nur Amber Heard, sondern auch die #Metoo-Bewegung und viele großen Medien haben ihre Glaubwürdigkeit verloren.
  6. #AbuseHasNoGender. #Metoo. #Mentoo.

Ich wünsche mir Menschenrechte und Fairness für alle Menschen und Unterstützung für alle Opfer von Gewalt und Ungerechtigkeit. Und ich wünsche mir mehr Transparenz auch bei uns bei Gerichtsverfahren, denn ich möchte nicht mehr ausschließlich auf die Einstufung von Medien angewiesen sein. Ich möchte bei Verhandlungen, die mir wichtig sind, die Meinung von Journalisten mit der meinen und der von Experten auf Social Media abgleichen können. Durch einen vernünftigen Austausch können alle dazulernen.

Es gibt allerdings noch offene Fragen und Erklärungsversuche. Einige werde ich hier nach und nach auflisten:

  • Gab es Einschüchterungsversuche gegenüber Johnny Depp’s Zeugen? War das mit Amber Heard’s Wissen oder in ihrem Auftrag? Und wird so etwas nicht strafrechtlich untersucht?
  • In Social Media wurde jeder Mensch, der Johnny Depp glaubte, positiv gegenüber dem Gerichtsurteil war oder nur jemanden kannte, der/das Gerichtsurteil vertretbar fand, von Amber-Heard-Stans, (bezahlten?, engagierten?) Trollen u. Ä. angegriffen. Laura B. wurde mit einer Unterlassungsklage gedroht, nur weil sie eine berechtigte Frage gestellt hat, andere wurden gedoxxt, das Jugendamt auf den Hals geschickt und falsche Anzeigen bei der Polizei erstattet. Seit wann sind solche Methoden der Einschüchterung akzeptabel? Wer war dahinter: PR-Beauftragte/Unternehmen, Bouzy/Bot Sentinel, Amber Heard selbst? Sollte so etwas nicht untersucht und gegebenenfalls als Verschwörung sowie Verschwendung staatlicher Ressourcen geahndet werden?
  • Hat Amber eine Tochter oder stimmen Behauptungen, sie wollte nur Sympathien gewinnen und habe lebensechte Babypuppen und später sogar Kleinkinder für Fotos ausgeliehen. Sind das nur Verschwörungstheorien von Leuten, die Aufmerksamkeit und Clout wollen?


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** Disclaimer

Dies ist ein Meinungsbeitrag, der auf meinen Beobachtungen basiert, die ich während und nach der wochenlangen Gerichtsverhandlung gemacht habe, sowie auf einigen zusätzlichen Recherchen. Weder bin ich Anwältin, Ärztin, Therapeutin oder Verhörspezialistin noch kenne ich Johnny Depp oder Amber Heard persönlich, und auch von der Film-/Filmvermarktungsindustrie weiß ich wenig. Beobachtungen und Erfahrungen anderer habe ich eingebunden, soweit sie mir glaubhaft erschienen. Ich aktualisiere und bearbeite den Beitrag in unregelmäßigen Abständen, wenn ich etwas Neues erfahren/gelernt habe. Er ist also ständig im Wandel (work in progress). Trotzdem kann ich keine Haftung für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der Informationen übernehmen. Ich will niemanden von meiner Sichtweise auf die Personen oder Sachverhalte überzeugen, recherchieren Sie selbst. Ich möchte lediglich dazu anregen, offen zu sein, die Verhandlungsaufzeichnungen anzuschauen (und keine Pseudo-Dokumentationen oder PR-, Troll- und Bot-Kommentare bei Twitter, YouTube & Co.) und sich selbst eine Meinung zur Verleumdungsklage Johnny Depp versus Amber Heard sowie zum Themenkreis Missbrauchsvorwürfe, Unschuldsvermutung/Beweislast, Opferschutz, #Metoo/#Mentoo/#AbuseHasNoGender zu bilden.

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