LawTuber & Co. sind die neuen Rockstars in Social Media – der Fall Johnny Depp versus Amber Heard

Wie sich manche herkömmlichen Medien mit schlechten Entscheidungen, Arroganz und/oder fauler Recherche selbst ins Knie schossen und potenzielle Zuschauer/AbonnentInnen verprelllten, während RechtsexpertInnen und andere Kommentierende das neue Interesse an Gerichtsverfahren dank der Verleumdungsklage Johnny Depps gegen seine Ex-Frau Amber Heard auf ihren YouTube-Kanälen (LawTube) und anderswo auf Social Media nutzten und starke „Nerd“-Gemeinschaften aufbauten. (Meinungsbeitrag, zuletzt aktualisiert am 04.08.2022).

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Die mediale Begleitung der Verleumdungsklage (Defamation Trial) Johnny Depps versus Amber Heard hat viele Menschen an der Seriösität mancher der großen Zeitungen und TV-Sender zweifeln lassen (ich habe in der Zeit allerdings hauptsächlich englischsprachige Medien verfolgt). Viele dieser Menschen sind politisch Mitte bis leicht Links orientiert und damit potenzielle Abonnenten, Online-Leser und Zuschauer besagter Medien. Während diese Medien anscheinend zum unkritischen Werkzeug von Interessensgruppen wurden und versuchten, deren Narrativ zu verbreiten, wurde bessere journalistische Arbeit von vielen YouTubern geleistet, allen voran von den „LawTubern“, die sich als Anwälte überwiegend der Neutralität und der technischen Korrektheit des Gerichtsprozesses verpflichtet sehen, sowie auch von anderen Content-Schaffenden, die den Fall journalistisch begleiteten – teils neutral investigativ, teils eher als Kommentatoren (im Sinne von Meinungsbeiträgen).

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Der Fall Johnny Depp versus Amber Heard

Gerichtsverhandlung 2022 in Fairfax/Virginia
Amber Heard hatte 2018 einen Artikel geschrieben, bei dem ihr, meiner Meinung nach unverständlicherweise, die American Civil Liberties Union (ACLU) half. Der Beitrag wurde in der Washington Post veröffentlicht und mit abgewandelter Überschrift auch online bei Twitter gepostet. Der gewählte Termin sollte der Vermarktung ihres Filmes helfen. Amber Heard hat den Artikel abgezeichnet und später per Zitat mit persönlicher Notiz (also nicht per einfachem Retweet) bei Twitter weiterverteilt, wobei auch die defamierende Überschrift geteilt wurde (was später im Urteil eine Rolle spielte). Obwohl der Artikel nicht den Namen ihres Ex-Mannes Johnny Depp enthielt, wiesen der Zusammenhang und die Zeitangabe darauf hin, dass sie den LeserInnen ihn als einen Täter und sich selbst als „Überlebende“ seiner Misshandlungen präsentierte, was sie zu einer der Stellvertreterinnen der #Metoo-Bewegung machte. Johnny Depp verklagte sie nach Erscheinen des Artikels in der Washington Post auf 50 Millionen US-Dollar wegen Verleumdung, seine Wahrheit sollte (auch wegen seiner Kinder) vor Gericht und öffentlich gehört werden. Amber Heard setzte dagegen mit einer Gegenklage auf 100 Millionen US-Dollar.

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Nach wochenlanger Verhandlung, unzähligen Zeugenaussagen, Beweisvorlagen, Kreuzverhören und so weiter entschied eine 7-köpfige Jury bezüglich Johnny Depps Klage, dass es eine Verleumdung durch Amber Heard gab – was impliziert, dass Amber Heards Missbrauchsvorwürfe alle unwahr waren – und dass sie diese Verleumdung in böswilliger Absicht durchgeführt hatte. Amber Heards Gegenklage gaben die Jurymitglieder in einem Punkt recht: Ein Sprecher von Johnny Depp, Adam Waldman, hatte behauptet, dass Amber Heard und ihre Freunde die Wohnung Amber Heards und Johnny Depps am 21. Mai 2016 verwüstet hätten, der Tag eines der angeblichen Gewaltausbrüche, bevor sie die Polizei ein zweites Mal riefen (die erste Polizeieinheit hatte keinen Hinweis auf irgendeine Art von Gewalt an ihr oder der Wohnung festgestellt). Dieser Punkt der Gegenklage wurde von der Jury als Verleumdung gewertet, da in der Verhandlung nicht bewiesen wurde, dass Amber Heard und ihre Freunde dies wirklich getan hatten. (Wer sich als Zuschauer jedoch im Internet umsah – was der Jury natürlich untersagt war – fand eine E-Mail Waldmans von 2019 mit Bericht über eine Zeugenaussage eines der beteiligten Freunde von Amber Heard, die bestätigte, dass es eine Inszenierung gegeben hatte.)

Johnny Depp bekam von der Jury 10 Millionen US-Dollar Entschädigung und 5 Millionen US-Dollar Strafzahlung durch Amber Heard zugesprochen – die 5 Millionen Strafe wurden allerdings entsprechend den Regeln des Gerichts von Fairfax/Virginia auf deren Höchstbetrag von 350.000 US-Dollar reduziert.
Amber Heard wurden von der Jury (für den einen Punkt der Gegenklage) 2 Millionen Entschädigung zugesprochen.
Alles in allem ein großer Sieg für Johnny Depp und die Wiederherstellung seiner Reputation.



Ich habe einige aussagekräftige Videos von LawTubern (YouTuber, die Anwälte sind und Kriminalfälle, Zivilstrafrechtliches und Gerichtsverfahren erläuternd begleiten) und anderen mit interessanten Informationen zu einer Playlist zum Fall Johnny Depp versus Amber Heard zusammengefasst. Mit Klick auf das Bild oben beginnt die Playlist mit dem ersten Video. Viele der in der Liste enthaltenen LawTuber praktizieren in Gerichten, andere wie Emily D. Baker (erstes Video), früher Staatsanwältin, haben sich inzwischen ganz auf das Kommentieren und Erläutern von interessanten Fällen und Gerichtsverfahren mittels YouTube-Lives und Videos sowie Podcasts verlegt.

In der Playlist sind auch einige Popkulturnachrichten-Kanäle enthalten (beispielsweise Popcorned Planet) sowie andere, die seit Jahren Informationen zusammengetragen, analysiert und aufbereitet haben (beispielsweise der YouTube-Kanal Incredible Average sowie The Umbrella Guy). Wer noch mehr zu dieser oder anderen Gerichtsverhandlungen wissen möchte, sollte den LawTubern und anderen YouTubern in der Playliste bei YouTube folgen. Viele sind außerdem auch bei Instagram, Tik Tok und Co.

Jeder möchte dem Opfer glauben, aber dieser Fall zeigt, dass man niemanden als Täter vorverurteilen darf, bevor nicht alle Beweise gesichtet und alle Zeugen sowie die klagende und die beklagte Partei in fairem Umfang zu Wort gekommen sind und ihre Seite dargelegt haben. Alles muss auf den Prüfstand. Immer.

Der Fall Johnny Depp versus The Sun

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Gerichtsverhandlung 2020 in London
Ja, es gab bereits vorher eine Gerichtsverhandlung wegen Verleumdung im Vereinigten Königreich (UK), die Johnny Depp verloren hatte und sein Berufungsantrag wurde ebenfalls abgewiesen. Aber es war keine Klage gegen seine Ex-Frau Amber Heard. Im Fall Johnny Depp gegen das Boulevardblatt The Sun musste The Sun nur nachweisen, dass sie Quellen aus erster Hand zurecht (mit wenig Aufwand?) geglaubt hatte. The Sun hatte Johnny Depp einen „Wife Beater“ genannt, einen, der seine Frau schlägt – die Quelle der The Sun war Amber Heard, die als nicht direkte Gegenpartei jedoch nicht der üblichen Prüfung einer Gegenpartei unterzogen wurde. Der damalige Richter (Justice Andrew Nichol) ließ wichtige Argumente und Belege der Johnny Depp-Seite nicht als Beweise zu, sondern befand Amber Heard prinzipiell als glaubwürdig.

Dieses Urteil wird von vielen als anfechtbar angesehen: Sie sind der Meinung, der Richter hätte den Fall schon wegen persönlicher Verflechtungen abgeben müssen (sein Sohn arbeitete für ein Unternehmen, dass wie The Sun zu Rupert Murdoch gehört), Amber Heard ist möglicherweise eine Freundin seiner Frau, zumindest war sie angeblich während des Verfahrens auf der Dinner Party einer Freundin seiner Frau, seine Bewertung der angeblichen Beweise und seine Entscheidung Amber Heard als glaubwürdig einzustufen, obwohl sie nachweislich mehrmals unter Eid beziehungsweise gegenüber Behörden/Amtspersonen gelogen hat, ist sachlich nicht nachvollziehbar. Eine dieser Lügen war, dass sie die 7 Millionen US-Dollar Scheidungsabfindung, die sie von Johnny Depp erhalten hatte, vollständig gespendet hätte (was beweise, dass sie nicht hinter Johnny Depps Geld her sei und daher glaubwürdig, befand der UK Richter) – jedoch: Bis heute ist kaum etwas von den 7 Millionen US-Dollar beim Kinderkrankenhaus von LA und bei der ACLU angekommen. Wenn sie vor Gericht in Virginia danach gefragt wurde, behauptete sie, sie würde die Worte „versprechen“ (to pledge) und „spenden“ (to donate) synonym verwenden, später sagte sie aus, sie hätte nicht bezahlt, weil Johnny Depp sie verklagt hätte – dabei hatte sie das Geld schon etwa 13 Monate zuvor erhalten, und abgesehen davon hatte sie eine Versicherung, die anscheinend schon 6 Millionen US-Dollar vor Beginn der Verhandlung für Anwälte & Ähnliches bezahlt hatte. Was den Richter anbetrifft: Es hätte auch im Vereinigten Königreich die Möglichkeit gegeben, eine Jury die Entscheidung treffen zu lassen, statt eines einzelnen Richters. Richter Nichol ist 2021 im Alter von 70 Jahren in den Ruhestand gegangen. Tatsächlich gibt es aktuell eine Petition, initiiert durch einen praktizierenden Gerichtsanwalt in den UK, den Antrag auf das Berufungsverfahren wieder zu öffnen.



Die alten Medien

#Metoo und #AbuseHasNoGender
Jemandem unkritisch nach dem Mund zu reden oder zu schreiben ist schlecht. Manches Blatt und manche TV-Show in den USA dachte wohl, man könne nichts falsch machen, wenn man auf den populären #Metoo-Zug aufspringt und die Bewegung dahingehend interpretiert, dass Frauen immer Opfer und Männer immer die Täter sind.

Ich persönlich habe die #Metoo-Bewegung nie als ein reines Frauenthema, sondern als Opferaufbegehren und Zeichen der Solidarität mit Opfern/Überlebenden von Übergriffen und Gewalt meist mächtigerer Täter angesehen. Dass die Opfer von Gewalt in Beziehungen oder Missbrauch im Beruf häufiger Frauen und die Täter häufiger Männer sind, ist schrecklich und unfair, aber darf nicht dazu führen, dass jede Frau grundsätzlich als Opfer/Überlebende gilt und jeder Mann als Täter vorverurteilt wird. Vorurteile sind nie richtig, denn #AbuseHasNoGender: Jedes Opfer muss gehört und jeder Fall muss isoliert betrachtet, untersucht und in die ein oder andere Richtung bewiesen und entschieden werden. Amber Heard verbrachte viel Zeit damit, ihren Mann in peinlichen Situationen zu fotografieren, aber hatte keine Zeit, ihre angeblichen Verletzungen nach angeblichen Gewaltausbrüchen von jemand Glaubwürdigem bezeugen und fotografieren zu lassen (beispielsweise von einem Arzt, dann hätte es tatsächlich medizinische Dokumente gegeben). Außer editierten Fotos ohne Original- und Metadaten gab es nichts. Und ein Fleck auf einer Wange oder eine angeblich verletzte Lippe, die eben noch einen unglaublich harten Angriff beweisen sollten, waren am nächsten Tag völlig weg und sie hielt ein perfektes Gesicht mit weitem Lachen in die Kamera einer Talkshow. Merkwürdigerweise nannte sie ihr Makeup-Kit, das sie angeblich nutzte, um Flecken auszugleichen (Colour Correcting), ihr „Bruise-Kit“. Der Verdacht liegt nahe, dass sie Flecken und Verletzungen ins Gesicht schminkte (beispielsweise an dem Tag, als sie ein Kontaktverbot beantragte und das Gerichtsgebäude durch den Haupteingang verlies, wo die von ihr informierten Paparazzi warteten – dabei war Johnny Depp beruflich sowieso einen Monat außer Landes und konnte sich nicht verteidigen, geschweige denn sie angreifen. Ach ja: Und Johnny Depps Mutter war gerade gestorben und es war der Geburtstag seiner Tochter.

Wie sich im Fall Amber Heard herausgestellt hat, war sie diejenige, die ihren Mann mental und emotional missbraucht, ihn sogar geschlagen und mit Gegenständen beworfen hat. Bei einer Gelegenheit hat ihm eine auftreffende Flasche ein Stück einer Fingerkuppe abgetrennt und sie soll ihm während einer ihrer Ausraster sogar eine Zigarette im Gesicht ausgedrückt haben. Zu dem Schluss, dass Amber die Gewalttätige in der Beziehung war, kamen viele der Verhandlungsbeobachter und vor allem auch die Jury, wie man am Tag der Urteilsverkündung erfuhr.

Die Diagnose einer sehr kompetent wirkenden Expertin des Johnny Depp-Teams, Dr. Curry, Amber Heard habe eine Borderline- und eine Histrionische Persönlichkeitsstörung, erschien wohl den meisten, die die Verhandlung und Amber Heards Aussagen gesehen und gehört haben, überzeugend.

Missbrauch hat kein Geschlecht. Auch Männer können Opfer sein.
Vor der Verhandlung der Verleumdungsklage Johnny Depp versus Amber Heard war ich neutral, aber während der wochenlangen Beweisvorlagen, Zeugenaussagen, Expertengutachten und Kreuzverhöre, die im Internet übertragen wurden, haben sich meine Gedanken sortiert – auch mit Hilfe einiger LawTuber (Anwälte mit YouTube-Kanal, die Prozesse fachlich erläuternd begleiten). Doch meine und andere Meinungen im Internet waren nicht wichtig. Am Ende zählte nur die Meinung der 7-köpfigen Jury – ich bin froh, dass sie zu fast dem gleichen Schluss wie wir gekommen sind.

Andererseits kam bei einigen der Verdacht auf, dass Amber Heard möglicherweise von Anfang an den Plan verfolgte, durch Johnny Depp („den alten Mann“) reich und berühmt zu werden. Über Jahre legte sie Spuren, mit denen sie Johnny Depp erpressen können würde, falls er sich trennen wollte und es um die Höhe der Abfindung bei der Scheidung ginge o. Ä. Sie erzählt ihm sogar davon, dass sie Bilder von blauen Flecken gemacht habe und zeitlich passend Freundinnen und ihre Mutter angerufen und von Misshandlungen durch ihn gesprochen habe – dies würde ihre Geschichte über seine angebliche häusliche Gewalt belegen, falls er nicht ihre Forderungen erfüllen würde.

Man kann das noch weiterspinnen: Die gelegte Spur, sie sei sein Opfer, wäre auch hilfreich gewesen, wenn Johnny Depp etwas Schlimmeres durch sie passiert wäre. Zum Glück war sie nicht in seinem Testament.



Versagen vieler der großen Medien
Grundsätzlich sollte die Unschuldsvermutung gelten, bis das Gegenteil bewiesen ist.
Viele „alte“ Medien der USA und anderswo, wie die großen Zeitungen und Fernsehsender, haben es schwer dieser Tage, denn es gibt viele extreme politische Gruppen und sogar feindliche Staaten, die sie (oft mit Lügen und gefälschten „Beweisen“) als unglaubwürdig darstellen, um sich selbst als einzig glaubwürdige Quelle zu präsentieren (man kennt das ja auch von Donald Trump). Wem geglaubt wird, der hat die Macht. Noch werden die alten Medien von vielen konsumiert, gerade auch von solchen wie mir, die an guten investigativen Journalismus glauben. Passieren mal Fehler, dann werden die nach einer Entschuldigung mit Zähneknirschen verziehen, denn die Medien hatten es nicht leicht angesichts des schnellen Wandels durch die Einführung neuer Informations- und Kommunikationstechniken und damit veränderter Lese-/Konsumgewohnheiten. Doch dieses Verständnis ist nicht endlos.

Den Fall Johnny Depp versus Amber Heard haben einige der großen bekannten Medien der USA völlig unkritisch und regelrecht faul begleitet. Da wurde nachgeplappert, was ihnen Amber Heard und ihre (PR-)Teams auf dem Silbertablett servierten, während ihre (potenziellen) Leser und Zuschauer die Verhandlung live oder per Aufzeichnung bei YouTube verfolgten – oft kommentiert und erläutert von unvoreingenommenen Rechtsanwälten – und sich dabei ihre eigene Meinung bildeten. Und was sie sahen, überzeugte sie davon, dass Amber Heard die Gewalttätige in der Beziehung war und Johnny Depp das Ziel ihrer Misshandlungen, dass Amber Heard immer wieder log und dass ihr Beitrag in der Washington Post verleumderisch und mit böswilliger Absicht verfasst und von ihr selbst online weiterverbreitet worden war, um zusätzlich zu den Lesern der Washington Post ihre Fans zu erreichen. Und genau zu diesem Schluss kam auch die 7-köpfige Jury.

Und im Gegensatz zu dem, was Amber Heard und ihre Anwältin Elaine Bredehoft, nachdem sie verloren hatten, auf ihrer PR-Tour durch die Sendungen der großen Medien behaupteten (die ihnen großzügig Sendezeit und Platz gewährten), war die öffentliche Empörung über Amber Heard meiner Meinung nach nicht von Johnny Depps Team orchestriert, sondern wuchs von selbst von Verhandlungstag zu Verhandlungstag aufgrund der Aussagen und Aufzeichnungen von Amber Heard sowie ihren Experten und Zeugen. Die Leute hassten sie, weil sie log und ihnen manipulativ erschien.

Das Amber-Heard-Camp (und von ihr beauftragte PR-Spezialisten?) dagegen versuchen derzeit mit Trollen und Bots bei Twitter und YouTube zu suggerieren, es gäbe noch nennenswert viele Menschen, die ihr glauben. Außerdem greifen Sie Menschen an, die sich pro Johnny Depp äußern: Die einen versuchen sie einzuschüchtern, indem sie deren Privatadressen im Internet veröffentlichen und ihnen die schlimmsten Vergehen andichten (was die ganze Familie belastet), bei anderen werden die Kommentare mit Bots gehijackt. Sogar falsche Anzeigen haben sie laut The Umbrella Guy bei der Polizei eingereicht, um Fürsprechern für Johnny Depp finanziell zu schaden und sie einzuschüchtern. Vor allem letzteres könnte ihnen auf die Füße fallen.





Wir, die Zuschauer (viele waren vorher keine Johnny-Depp-Fans und den Namen Amber Heard hatten sie noch nie gehört), haben mit eigenen Augen und Ohren über Wochen verfolgt, was Zeugen, Amber Heard, Johnny Depp und deren Teams im Gericht vorbrachten und was man dazu Weiteres im Internet fand (die meisten LawTuber haben aber meines Wissens nicht nach Zusatzinformationen im Internet recherchiert, solange das Verfahren lief, damit sie auf dem gleichen Informationsstand wie die Jurymitglieder blieben).

Hier Review-Videos über die voreingenommene, manipulative „Documentary“ von NBC „Marriage on Trial“





Warum?
Warum diese Ignoranz der Main-Stream-Medien gegenüber den Fakten, die doch vor Gericht ausgebreitet wurden? Amber Heard hat gelogen und sie war beleidigend, erniedrigend, provozierend und gewalttätig. Jeder konnte es hören. Der Online-Artikel konnte eindeutig mit Johnny Depp in Verbindung gebracht werden, auch ohne dass sein Name genannt wurde. Was sie verbreitete, war Verleumdung. Und sie tat es mit böser Absicht oder nahm die gravierenden negativen Folgen für ihn böswillig in Kauf. (All das, weil er sie nicht in sein Testament aufgenommen hat? Um als „Aktivistin“ einen anderen Stellenwert in der Gesellschaft zu bekommen? Beides und noch mehr?)

Warum diese Nichtbeachtung des Urteilsspruch durch die herkömmlichen Medien? Warum die Ignoranz gegenüber der Wirkung auf die Leser/Zuschauer beziehungsweise warum werden diese pauschal und auf eine abstoßend überhebliche Art als Social-Media-Manipulierte dargestellt? Wer betreibt hier Gaslighting und warum?

War diese lückenhafte bis verdrehte Faktendarstellung einfach ein Fehler aus Ignoranz und/oder Faulheit? Folgten diese Medien einem falsch interpretierten Trend, weil sie die Lage ungeprüft ließen und falsch einschätzten? Waren die Regisseure/Moderatoren/Autoren entsprechender Beiträge von Höhergestellten in der Unternehmenshierarchie, den Werbekunden oder bestimmten Sponsoren unter Druck gesetzt worden? Gab es möglicherweise Gegenleistungen für die Verbreitung dieses Narrativs von wem auch immer? Wem nutzten diese verdrehte und einseitige Darstellung?

Ich hoffe, es war nur ein Fehler, eine Fehleinschätzung der Lage und man dachte, man müsse nicht viel Zeit und Arbeit in das Thema stecken, bekäme einen politisch korrekten Content auf dem Silbertablett. Die Menschen, die wie ich täglich über Wochen die Verhandlungen verfolgten, nehmen das sehr übel. „Was kann man denen denn noch glauben, wenn sie nicht mal bei so etwas die Wahrheit berichten“, war immer wieder zu lesen.

Ich hoffe, man lernt daraus – auch dass man sich als JournalistIn nicht einmal auf gemeinnützige Organisationen und deren Vertreter ohne Überprüfung verlassen darf, denn auch da gibt es, wie überall, schwarze Schafe, Fehlgeleitete, Manipulierte und Manipulierende mit ihrer eigenen Agenda. Und sie sollten lernen, dass man eine ordentliche Kehrtwende vollziehen muss, wenn man feststellt, dass man sich geirrt hat (was jedem passieren kann), und nicht das Urteil der Jury ignorieren und die Menschen, die den Prozess verfolgt haben, als Idioten darstellen.

Aber wer weiß, vielleicht bin ich auch viel zu naiv und sehe nicht das große Ganze der finanziellen Interessen hinter diesen Medien, die hier meiner Meinung nach total auf dem falschen Dampfer sind.

Wie Johnny Depp die Herzen gewann

Sicher hatte Johnny Depp auch vor Prozessbeginn Fans, wenn auch weniger seit den öffentlichkeitswirksam inszenierten Anschuldigungen Amber Heards und seiner daraus resultierenden Vertreibung aus Hollywood. Nur seine Hardcore-Fans haben all die Jahre zu ihm gehalten, sie haben den Anschuldigungen Amber Heards nie geglaubt – es gab viele Gegenbeweise ja schon seit Jahren, nur hatte sie der Richter in London nicht zugelassen.

Viele Unbeteiligte, die wie ich zu Anfang mehr zufällig einen Blick auf das Prozessgeschehen in Virginia warfen, wurden regelrecht in die Auseinandersetzung und das Ringen um die Wahrheit hineingesogen. Es war spannend und es kam anders, als von vielen, so auch den Main-Stream-Medien, erwartet: Mehr und mehr in der Verhandlung dargelegte Fakten und Aussagen sprachen dafür, dass Johnny Depp zwar Probleme mit Alkohol und Drogen hatte, nicht zuletzt um schlimme Situationen zu ertragen, und dass er sich auch mal bei einem Freund verbal sehr krass auskotzte, aber dass er im Grunde ein selbstreflektierender, hilfsbereiter und großzügiger Mensch ist, der noch nie eine Frau geschlagen hatte. Anders Amber Heard: Sie gab in mehreren Mitschnitten zu, dass sie ihren Mann geschlagen hat und dass sie immer wieder die Kontrolle verliert, wenn sie sich aufregt. Wir haben gehört, wie sie ihn verspottet, gedemütigt, angeschrien und herausgefordert hat. Und bei all dem wirkte sie auf uns, die Zeitzeugen der Verhandlung, berechnend und manipulativ, und ihre Lügen und Verdrehungen wurden immer offensichtlicher.

Die Herzen öffneten sich durch die Verhandlung, die Aussagen und die Beweise, für das wirkliche Opfer, Johnny Depp, mit seinen Stärken und Schwächen, nicht für Amber Heard, die in Social Media mehr und mehr als Narzisstin, Psychopathin, Missbraucherin und Goldgräberin angesehen wurde. Doch der Fall wurde nicht in den sozialen Netzen entschieden, sondern von einer Jury, deren Mitglieder von beiden Parteien der Verhandlung vorab auf ihre Eignung geprüft worden waren, die einen Eid geleistet hatten, sich außerhalb des Gerichts nicht über den Fall zu informieren und die täglich daran erinnert wurden.

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Übrigens: Auch die LawTuber, die Gerichtsverhandlungen kommentierend in YouTube Lives oder Videos begleiten, so auch diese Verhandlung Depp versus Heard, glaubten zu Anfang, dass die Verhandlung Depp versus Heard mit großer Wahrscheinlichkeit für Amber Heard ausgehen würde. Aber sie folgten den präsentierten Fakten, den Aussagen und Beweisen, und kommentierten, was sie in der Gerichtsverhandlung hörten und sahen.

Die öffentliche Meinung

Die Öffentlichkeit, nicht nur in den sozialen Medien, ist fast immer auf der Seite der Opfer, wenn sie von ihnen und ihrem Leid erfährt. Und so war es auch hier: Die Übertragung des Gerichtsfalls 2022 bei Court TV oder Law & Crime oder mit Kommentaren bei einem der vielen LawTuber und sonstigen Kommentatoren (siehe meine Playliste oben) zeigte bald: Das wahre Opfer war nie Amber Heard, sondern Johnny Depp – er wurde verbal und emotional von ihr misshandelt und er wurde von ihr geschlagen und mit Gegenständen beworfen. Wenn er versuchte, sich zurückzuziehen, damit sie sich abkühlte, folgte sie ihm durchs ganze Haus. Nicht einmal, wenn er sich im Bad einschloss, ließ sie ihn in Ruhe. Aber wie alle gewieften NarzisstInnen und MissbraucherInnen versteht sie sich aufs Verdrehen der Fakten und schiebt anderen das unter, was nur sie selbst tut („Gaslighting“, Projektion).

Für ihre Missbrauchsbehauptungen gegen ihn gab es letztendlich weder glaubwürdige Beweise noch vertrauenswürdige Zeugen – und Amber Heards Theater (und die Widersprüche) bei ihren eigenen Aussagen nahm ihr niemand ab. Sie tat, als ob sie weinte, verzerrte das Gesicht in merkwürdig schneller Abfolge in alle Richtungen, doch hatte keine Tränen. Es wirkte, als arbeite sie ein Skript und alle Gesichtsausdrücke, die sie im Schauspielunterricht gelernt hat, gleichzeitig ab – es wirkte unnatürlich, nicht echt. Die YouTube-Videos von Körperspracheexperten, Verhörspezialisten, Psychotherapeuten und anderen bestätigten das Zweifeln an ihrer Ehrlichkeit, das alle hatten, die ihr zuschauten (siehe beispielsweise bei The Behavior Panel).

Besonders abgestoßen von Amber Heard fühlten sich auch sehr viele, die tatsächlich Gewalt in der Partnerschaft durchlitten und überlebt haben (Beispiele bei Twitter: hier, hier und hier. Ich habe oft Kommentare von Überlebenden gesehen, die deutlich sagten, dass Amber Heard sie nicht repräsentiere, dass sie ihr nicht glaubten und sie wirklichen Opfern schade. Und auch spezialisierte Therapeuten von Überlebenden äußerten diese Meinung..

Wer als Argument vorbringt, man müsse den weiblichen Opfern immer glauben, denn es gäbe Männer, die die Tatsachen verdrehen und sich als Opfer inszenieren, während die wirklichen, die weiblichen Opfer bestraft und ihnen die Kinder weggenommen würden, sage ich: Ja, das stimmt, solche Männer gibt es viel zu viele. Aber es gibt eben auch Frauen, die lügen, die die Tatsachen verdrehen, projizieren und Gaslighting betreiben – meiner bescheidenen Meinung nach macht Amber Heard genau dieses. Sie spielt meinem Empfinden nach nur nach, was sie von wirklichen Opfern/Überlebenden gehört, gelesen oder gesehen hat. Meine persönliche Meinung: Sie möchte Aufmerksamkeit und als Gesicht einer Bewegung bewundert werden.

Aber meine Meinung spielte und spielt keine Rolle. Auch nicht die der LawTuber oder anderer Kommentatoren. Nur die Meinung der Jury war am Ende der Verhandlung bei der Urteilsfindung wichtig.





Aber was Opfer und Überlebende von Missbrauch, egal welchen Geschlechts, betrifft: Ihr Leid und die Schwierigkeit, ihre Lage zu beweisen, darf nicht übergangen werden. Sie benötigen Hilfe! Es muss vielleicht ein anderes Prozedere her, vielleicht eines, das speziell geschulte Sozialarbeiter und/oder Gutachter und Therapeuten einbezieht, die die möglichen Opfer/Ziele von gewalttätigen Personen in irgendeiner Art begleiten und die auch die Tricks und das Gaslighting von Narzissten, Psychopathen und anderen mit Persönlichkeitsstörungen erkennen können. Die könnten das Opfer eventuell mithilfe der Polizei aus der Situation herausholen und in Sicherheit bringen und dann auch vor Gericht mit ihren Beobachtungen, Erklärungen und Diagnosen unterstützen.

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Während Johnny Depp auch dadurch Sympathien gewann, dass er seine Probleme und Fehler nicht beschönigte, tat Amber Heard lange so, als sei sie Prinzesschen Perfekt und trinke nur Wasser mit Vitaminen aus Paris, während ihr böser Ehemann Spirituosen konsumierte, die ihr völlig unbekannt seien. Doch bald kam ans Licht, dass sie selbst gerne und reichlich teuren Wein und illegale Drogen konsumierte (und ihm dadurch möglicherweise auch die eigenen Reha-Versuche erschwerte – Süchtige sind leichter zu kontrollieren), womit sie das einzige und sehr pauschale Argument ihres skurrilen Experten, Alkohol und Drogen führten (unweigerlich?) zu Gewalttätigkeit, nicht mehr zur Verleumdung von Johnny Depp verwenden konnte, ohne dass man auch auf sie zeigte. Nachdem sie gelernt hatte, dass Johnny Depps Offenheit besser ankam (TV-Interview mit Johnny Depps Anwalt Ben Chew), änderte sie ihre Strategie und plötzlich erwähnte sie in ihren Interviews, dass sie auch Fehler hätte. Als hätten wir es nicht bemerkt.

Tatsächlich war die Mehrheit der Prozessbeobachtenden bald der Meinung, Johnny Depp sei ein in sich gekehrter, nachdenklicher Mensch mit Schwächen und Stärken, der aber liebenswert, hilfsbereit und großzügig ist und keiner Frau absichtlich etwas zuleide tun würde – was auch alle seine früheren Freundinnen und Lebenspartnerinnen sowie alte Freunde und langjährige MitarbeiterInnen bestätigten.

Über Amber Heard dagegen empörte und entsetzte man sich: die Grausamkeit, die Gemeinheiten und überhaupt wie berechnend und manipulativ sie anscheinend ist und wie wenig einsichtig – es war auf den Aufzeichnungen zu hören. Es gibt vereinzelt auch Stimmen des Mitleids, weil sie vermutlich unter einer oder mehreren Persönlichkeitsstörungen leidet und ihr chaotisches Gefühlsleben bestimmt auch für sie selbst schwer auszuhalten ist. Noch mehr Mitleid erhalten allerdings die Menschen, die ihrer Manipulation, ihren Stimmungen und ihrem Verhalten ausgesetzt sind – und wer weiß, ob sich ihr Zustand, wie immer er genannt wird, nicht noch verschlimmert. Amber Heard sollte sich professionelle Hilfe suchen, sonst wird sie möglicherweise irgendwann im Gefängnis landen.

Schaden für die alten Massenmedien

Mit der Art, wie viele der großen, oft eher moderaten bis linken Medien der USA den Fall Johnny Depp versus Amber Heard bearbeiteten, haben sie viele potenzielle AbonnentInnen vor den Kopf gestoßen. Sie werden nun (von mehr Menschen) zu denen gezählt, die Interessensgruppen vertreten statt die Wahrheit zu berichten. Sie gaben mit ihrem Verhalten denen Munition, die sie sowieso als unglaubwürdige und damit überflüssige „Main Stream Media“ abtun. Vor allem, als sie uns, die tatsächlich die Verhandlung von Tag zu Tag über Wochen verfolgten, die die Beweise und die Aussagen kannten und dabei auch viel über das „technische“ Prozedere von Verhandlungen gelernt haben, als manipulierte Idioten abtaten – dabei sind sie die, die sich nicht die Mühe gemacht haben, den Prozess unvoreingenommen zu begleiten, wie es ihre Aufgabe gewesen wäre.

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Trägheit oder Ignoranz?
Die meisten (oder alle) der bekannten „alten“ Medien hatten gar keinen Prozessbeobachter nach Fairfax/Virginia geschickt und anscheinend auch niemanden beauftragt, den Prozess tatsächlich Aussage für Aussage und die Kreuzverhöre zu verfolgen, um sich eine unabhängige Meinung zu bilden. Oder wussten sie vorher, welche Meinung sie vertreten würden, egal, was im Prozess passieren würde? Welches Interesse oder welche Interessensgruppe steckt dahinter?

Die LawTuber waren dagegen täglich am Fall dran, einige reisten sogar zu den Verhandlungen und reihten sich nachts in die Schlange vor dem Gerichtsgebäude ein, damit sie morgens bei den wenigen sein würden, die Zutritt zum Zuschauerbereich im Gerichtssaal bekamen. Nur wer im Saal war, konnte die Jury-Mitglieder sehen und die Stimmung bei den Anwaltteams und den Zuschauern auf der Gallerie erfassen. Da Lawtuber, die angereist waren, nicht gleichzeitig im Gericht sitzen und YouTube-Videos produzieren konnten, arbeiteten sie mit anderen LawTubern/Content Creatern zusammen und gaben bei diesen in den Verhandlungspausen Eindrücke per Zuschaltung in die YouTube-Livesendung ab – dies machte beispielsweise Runkle of he Baileys, Strafverteidiger aus Kanada, als Interviewter bei Emily D. Baker, früher Bezirksstaatsanwältin in Kalifornien, heute YouTube-Kommentatorin für Gerichtsfälle mit Schwerpunkt Popkultur. Auch Law & Lumber, Partner in einer Kanzlei und spezialisiert auf Familienrechtprozesse, und Lawyer You Know, Partner in der Rechtsanwaltskanzlei Tragos, Sartes & Tragos.



Ich finde, es stände den alten Medien gut, sich Partner unter den LawTubern und anderen seriösen YouTubern zu suchen, mit denen sie zusammenarbeiten. Das Geld, das sie (vermutlich) Amber Heard für ihr gestelltes Interview bezahlt haben, hat vielleicht kurzfristig die Zuschauerzahlen erhöht, weil jeder deren Reaktion auf das für sie niederschmetternde Urteil hören wollte, wäre langfristig besser in gute Recherche mit gleichzeitigem Aufbau einer Community und Leser/Zuschauerschaft investiert worden. Der Glaubwürdigkeit hat das Interview langfristig wenig geholfen – die toughe Fragestellerin Savannah Guthrie fanden die meisten von uns noch gut und fair, aber als in der NBC-Zusammenführung der vorher einzeln gesendeten Teilstücke des Interviews, Dinge herauseditiert worden waren, damit Amber Heard glaubhafter wirkte, fühlten sich viele verarscht.

Die LawTubers – Rockstars der Prozessberichterstattung

Die LawTuber dagegen haben jeden Vorgang der Gerichtsverhandlung so erklärt, dass alle verstanden haben, was da vor sich geht, was in welchem Stadium üblich und was eher unüblich ist, was wahrscheinlich und warum Erfolg haben könnte und was nicht, warum dieser oder jener Einspruch gemacht wird, und warum die Richterin ihn angenommen hat oder eben nicht. Und nun begleiten sie ihre ZuschauerInnen durch die Möglichkeiten und das Prozedere nach dem Urteil.

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Der Rockstar und Schauspieler nach dem Gerichtsurteil

Johnny Depp hat durch die Verhandlung, in der seine Wahrheit endlich ans Licht durfte, sehr viele Fans hinzugewonnen. Viele wünschen sich, dass sich die, die ihm ohne bewiesene Schuld wegen Amber Heards Lügen seine Rollen entzogen hatten (Walt Disney Pirates of the Caribbean Franchise und Warner Bros. Fantastic Beasts Harry Potter Spinoff), bei ihm entschuldigten und ihn zurückholten.

Im Moment steht Johnny Depp erst einmal als Rockmusiker teils mit Jeff Beck, teils mit den Hollywood Vampires auf verschiedenen Bühnen Europas (vor ein paar Tagen auch in München) und demnächst wird er König Ludwig XV. im neuen Film von Regisseurin Maiwenn spielen. Ganz nebenbei hat er gerade eigene Bilder als NFTs verkauft (NFT steht bei ihm nicht nur für Non Fungible Tokens, sondern auch für Never Fear Truth – fürchte niemals die Wahrheit) und konnte dadurch fast 800.000 US-Dollar an verschiedene Kinderkrankenhäuser spenden.





Der Mann hat also nach Jahren der Demütigung und des Schmerzes gut zu tun, tut Gutes und scheint im Kreis von Freunden gut aufgehoben zu sein. Am Freitag, den 15.7.2022 erscheint „18“, das erste gemeinsame Album von ihm und Jeff Beck. [Nachtrag: Bald nach diesen Meldungen konnte er weitere eigene Kunstwerke (Drucke) im Wert über 3 Millionen Euro verkaufen und demnächst wird man ihn als Piraten im Kurzfilm Adventurer’s Game für das Mobile-Game „Sea of Dawn“ sehen.]

@johnnydepp

To all of my most treasured, loyal and unwavering supporters. We’ve been everywhere together, we have seen everything together. We have walked the same road together. We did the right thing together, all because you cared. And now, we will all move forward together. You are, as always, my employers and once again I am whittled down to no way to say thank you, other than just by saying thank you. So, thank you. My love & respect, JD

♬ Stranger – Love Joys


Und was ist mit Hollywood?

Johnny Depp hat wohl in einem Interview gesagt, dass er auch für 300 Millionen US-Dollar und 1 Millionen Alpakas nicht zurückgeht (so sehr verletzt hat ihn die Vertreibung aus seinen Rollen nach der langen guten Zusammenarbeit). Ich kann mir aber vorstellen, dass er es sich den Fans zuliebe überlegen würde – und die wollen ihn zurück als Jack Sparrow und in anderen seiner von ihm (mit-)entwickelten außergewöhnlichen Filmfiguren. Und in den Studios hat es inzwischen ja auch Veränderungen gegeben, vielleicht macht es das leichter.

LawTubers – wie geht es weiter?

Die LawTuber waren schon seit einiger Zeit im Trend bei YouTube, aber besonders die jüngste Gerichtsverhandlung, die Verleumdungsklage von Johnny Depp versus Amber Heard hat ihnen kräftigen Aufwind gegeben, den sie gut genutzt und nebenbei viele Menschen für die Rechtswissenschaft interessiert haben.

Die LawTubers beantworten nach wie vor geduldig alle Fragen zu alten und neuen Gerichtsfällen und zu Verbraucherfragen, die mit Streitthemen vor Gericht zu tun haben. Sie und auch viele der anderen YouTube-Kommentatoren zeigen einen professionellen Zugang zu Auseinandersetzungen: Wie man den Fakten von Anfang bis Ende objektiv folgt und dies mit ordentlichem Gerichtsprozedere in Einklang bringt, statt sofort in Emotionen abzudriften, nur noch Schwarz und Weiß (oder Rot) zu sehen und nicht mehr offen für Gegenargumente zu sein. Ich bin der Meinung, dass sie der Gesellschaft einen großen Dienst erweisen.

Der nächste große Gerichtsfall kommt bestimmt (oder Berufungsanträge siehe Nachtrag weiter unten) und die Pausen lassen sich auch sehr unterhaltsam mit Storytelling historischer Kriminalfälle und wie und warum sie am Ende vor Gericht (korrekt oder auch nicht) verhandelt wurden, überbrücken.

Spannend und historisch interessant: Die Axtmorde in River/Massachusetts im Sommer 1892 (Zusammenarbeit der YouTube-Kanäle Law & Lumber, Scott Cardinal, Runkle of the Bailey)



Nachtrag 23.7.2022: Beide Parteien, Amber Heard und Johnny Depp, gehen in Berufung

Nachdem Amber Heard und ihr Team das Gericht, das ihren Fall verhandelt hat, per Appeal Notice darüber informiert haben, in Berufung zu gehen, reagieren Johnny Depp und sein Team gezwungenermaßen ebenfalls mit einer offiziellen Bekanntgabe ihrer Berufung. Diese Benachrichtigung an das Verhandlungsgericht kostet nur 50 Euro. Für die Berufung, die nach dem eigentlichen Berufungsantrag von einem Berufungsgericht (Court of Appeal) durchgeführt wird, müssen in Fairfax/Virginia 500 US-Dollar für die Kostenübernahme hinterlegt werden (Appeal Bond). Soll während der Zeit des Berufungsverfahrens die Zahlung der im Gerichtsverfahren verhängten Strafe vorübergehend ausgesetzt werden, muss (zusätzlich) der gesamte Strafbetrag plus 6 % Zinsen/Jahr in einen Aussetzungs-Bond (Suspension Bond) hinterlegt werden, beispielsweise als unwiderruflicher Kreditbrief. Johnny Depp müsste also 2 Mio. US-Dollar plus die Zinsen für ein Jahr in dieser Art hinterlegen, Amber Heard 10,35 Mio. US-Dollar plus Zinsen, damit die jeweilige Gegenpartei das Geld nicht einzieht/einziehen lässt. Mehr zu diesen Feinheiten siehe Information des Fairfax County und Appelate Praxis).

Warum Johnny Depp ebenfalls in Berufung gehen musste:



Nachtrag am 1.8.2022
Auch wenn das Urteil mit den Verfahrensunterlagen nun zum Berufungsgericht von Virginia geht, ist diese Verhandlung vor dieser Jury mit dem offiziellen Urteil abgeschlossen. Richterin Penney S. Azcarate hat daher viele der vorher versiegelten Dokumente entsiegelt. Sie sind nun der Öffentlichkeit und Presse zugänglich. Wer diese sehen möchte, muss aber dafür bezahlen. Andrea Burkhart, Strafverteidigerin in Washington State und LawTuberin, hat alle Dokumente kostenpflichtig beschafft und für jeden zugänglich auf ihre Website gestellt. Die Kosten hat sie über Spenden decken können. Den Überschuss an Spenden hat sie an zwei Organisationen weitergegeben, die im Prozess auftauchten: das Kinderkrankenhaus von Los Angeles und The Art of Elysium (Künstler helfen Menschen).



Die jetzt entsiegelten Dokumente (über 6000 Seiten) enthalten die Anträge und Gegenargumente, die Korrespondenz zwischen den Parteien und mit der Richterin und die Entscheidungen, wenn diese nicht schon durch den Prozess bekannt waren. Sie enthalten keinen Prozessmitschrieb. Die entsiegelten Dokumente sind also vor allem für die interessant, die den Prozess verfolgt haben und mehr über das, was vor, während und nach dem Prozess hinter den Kulissen passierte, wissen möchten.

Nachtrag am 3./4.08.2022: Viele der herkömmlichen Medien verdrehen immer noch die Tatsachen!

Die Menschen, die wie ich den gesamten Prozess kommentiert von neutralen, faktenorientierten Rechtsanwälten/Staatsanwälten online verfolgt haben, wissen, dass vor der eigentlichen zivilrechtlichen Verhandlung zwischen den Anwälten ausgehandelt wird, was/wer an Beweisen, Zeugen- und Expertenaussagen etc. bringen darf. Nur das, was abgesprochen ist und mit den Streitfällen zu tun hat, soll die Jury zu hören bekommen.

Beide Parteien verfassen also lange vor der Verhandlung Anträge, die von der Gegenseite angenommen werden oder nicht. Man argumentiert hin und her und wenn man sich nicht einigen kann, entscheidet der Richter oder die Richterin. Ziel ist es, einen fairen, relativ straffen Prozess im Sinne der eigentlichen Anklagen/Fragestellungen zu liefern. So kamen beispielsweise Sachen aus Amber Heard’s Jugend, die ein schlechtes Licht auf sie werfen, nicht vor die Jury, weil das Vorurteile gegen sie geschaffen hätte, die nichts unmittelbar mit dem Thema zu tun hatten.

Umgekehrt musste sich Johnny Depp nicht psychiatrisch untersuchen lassen, denn er hatte nicht darauf geklagt , dass sie ihm seelische und emotionale Schäden verursacht hat, Amber Heard dagegen hatte in ihrer Gegenklage behauptet, sie würde wegen Johnny Depp und seinem Anwalt unter einer posttraumatischen Belastungsstörung (PTSD) leiden – damit öffnete sie Tür dahingehend, dass sie sich von einem Experten/Expertin der Gegenseite untersuchen lassen (Gespräche, Fragebögen) musste. Frau Dr. Curry stellte dabei die Diagnose, dass Amber Heard starke Merkmale für zwei Persönlichkeitsstörungen hat (Borderline- und Histrionische), aber kein PTSD.

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Wie sich gezeigt hat, haben einige Journalisten mancher herkömmlicher Medien keine Ahnung, wie amerikanische Zivilverhandlungen vor einer Jury funktionieren – oder sie tun so -, und schreiben falsches Zeug, um nach wie vor ein bestimmtes Narrativ zu erzeugen. Sie nehmen wahllos einen entsiegelten Antrag heraus und stellen dessen Inhalt als Fakt dar, den die Gegenseite der Jury nicht zeigen wollte. Das, was sie schreiben, stimmt so nicht und ist unseriöser Journalismus. Anträge sind lediglich einseitige Wünsche und Behauptungen, keine Beweise, genauso wenig wie die einleitenden Ausführungen oder die Schlussworte der jeweiligen Anwälte im Gerichtssaal vor der Jury – welche Partei mit ihrer Sichtweise durchkommt, hängt davon ab, ob sie die Beweise, Gutachten und Glaubwürdigkeit hat, die ihre Behauptungen untermauern und von der Jury entsprechend bewertet werden. Amber Heard’s Seite hatte sie nicht, sonst hätten sie nicht verloren.

Wer den Prozess nicht gesehen hat und nun einen Antrag (größtenteils aus der Vorverhandlungszeit) herauspickt, muss auch die Gegenargumente, das Urteil der Richterin zum Antrag sowie den Part der tatsächlichen Verhandlung anschauen, um sich ein Urteil zu bilden. (Bei YouTube findet man den gesamten Prozess mit und ohne Kommentare von LawTubern, Kommentatoren etc. YouTube hat eine Suchfunktion).



Und dann gibt es immer noch einige herkömmliche Medien (und einige ihrer Journalisten), die einseitig berichten, die die Tatsachen mit Absicht verdrehen und anderen Dis-/Misinformation, unlautere Absichten und halbseidene Social-Media-Methoden unterstellen, wobei sie selbst oder die von ihnen unterstützten Amber-Heard-Stans die sind, die genau dies tun. Auch hier ein Fall von Gaslighting und Projektion.



Disclaimer

Dies ist ein Meinungsbeitrag, der auf meinen Beobachtungen basiert, die ich während und nach der wochenlangen Gerichtsverhandlung gemacht habe, sowie auf einigen zusätzlichen Recherchen. Weder bin ich Anwältin, Ärztin, Therapeutin oder Verhörspezialistin, noch kenne ich Johnny Depp oder Amber Heard persönlich. Ich will niemanden von meiner Sichtweise auf die Personen oder Sachverhalte überzeugen, lediglich dazu anregen, offen zu sein, die Verhandlungsaufzeichnungen anzuschauen und sich selbst eine Meinung zur Verleumdungsklage Johnny Depp versus Amber Heard sowie zum Themenkreis Missbrauch, Unschuldsvermutung/Beweislast, Opferschutz, #Metoo/#Mentoo/#AbuseHasNoGender zu bilden.

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Über Eva Schumann

Garten(bau) und Gärtnern sind meine Therapie und Leidenschaft und sie waren viele Jahre mein Beruf. Zu meinem Gartenbau-Studium kam ich über den zweiten Bildungsweg, denn da lernte ich den Spaß am Lernen und so wurde lebenslanges Lernen zu meinem Lebensmotto. Ich bin Fachfrau auf mehreren Gebieten, denn ich habe mehrere Ausbildungen (Einzelhandelskauffrau Parfümerie, abgeschlossenes Studium Gartenbau, Weiterbildung Netzwerk- und Internetmanagement, Schulungen technische Redaktion, IT, Mobilfunknetze, Programmierung, Datenbanken und mehr) und auch ausgiebig Berufserfahrung gesammelt. Daneben bin ich immer leidenschaftliche Hobbygärtnerin (Garten, Balkon, Terrasse) und Hobbybörsianerin (aus Begeisterung für das Internet) geblieben. Ich verdiene meinen Lebensunterhalt heute als freie Journalistin, Bloggerin, Texterin, Buchautorin und Technische Redakteurin (mehr siehe www.evaschumann.biz) sowie über meine werbefinanzierten Publikationen im Internet (Portalseite www.tinto.de). Buchen Sie Werbeplatz oder bestellen Sie frische Texte, Bilder oder anderen Content bei tinto@tinto.de oder eschumann@evaschumann.biz
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