Gewächshäuser


GewächshäuserMit einem Gewächshaus im Garten gibt man empfindlichen Pflanzen einen wettersicheren Platz und verlängert die Gartensaison. Doch wer die Wahl hat, hat die Qual, denn die Auswahl an Gewächshäusern ist riesig.

Gewächshäuser für den Hobbygarten gibt es in allen möglichen Größen und Ausstattungen – vom einfachen, kleinen Foliengewächshaus bis hin zum beheizbaren Luxusgewächshaus oder Wintergarten mit perfekter Wärmedämmung dank Mehrfachverglasung und thermisch getrennten Konstruktionsprofilen, automatischer Klimaregelung und Bewässerung.

Gewächshäuser gibt es als Anlehngewächshaus/Wintergarten, als Erdgewächshaus (Gewächshaus befindet sich bis zur Tischhöhe unterhalb der Bodenoberfläche), als freistehendes Gewächshaus und sogar als Balkongewächshaus – von Zimmergewächshäusern für die Fensterbank mal ganz zu schweigen.

Entscheidend für die Wirkung im Garten sowie für Eigenschaften wie Langlebigkeit, Lichtdurchlässigkeit, Wärmeisolierung des Gewächshauses sind u. a.

  • Größe, „Architektur“ und Aufstellplatz
  • Eindeckungsmaterial
    Kunststofffolien, Glasfenster oder Kunststofffenster
  • Einfach- oder Mehrfach-„Verglasung“
    Mehrfachverglasung ist teuerer, isoliert aber aufgrund der Luft zwischen den Schichten besser
  • Material der Konstruktionselemente
    z. B. ob Aluminium oder Holz
  • Profile der Konstruktionselemente
    bestimmen z. B. die Dichtigkeit, gibt es z. B. mit oder ohne thermische Trennung der Innen- von der Außenseite

Je nach Größe und Ausstattung muss man für ein Gewächshaus unterschiedlich tief in die Tasche greifen. Ein kleines Tomatenhaus, das die Pflanzen vor Regen schützt, gibt es schon für unter 100 Euro und ein Foliengewächshaus für den Gemüseanbau ab etwa 250 Euro. Auch kleine stabilere Gewächshäuser mit besserer Wärmedämmung bekommt man für unter 1000 Euro. Für ein großes Luxusgewächshaus kann man dann aber auch 10.000 Euro und mehr zahlen. Dazwischen ist die Auswahl riesig und es ist eigentlich für jeden Anspruch und Geldbeutel etwas dabei – von rein praktischen Gewächshäusern bis romantischen Glaspavillons. Zu den bekanntesten Gewächshausanbietern gehören beispielsweise die Ing. G. Beckmann KG, Krieger Gewächshäuser, die Palmen GmbH, Selfkant-Wolters, Voss Gewächshäuser und Wama Gewächshäuser.

Worauf ist beim Kauf eines Gewächshauses zu achten?

Ein Gewächshaus sollte auf jeden Fall so groß sein, dass man darin stehend arbeiten kann. Beim Kauf eines jeden Gewächshauses muss man auf ausreichende Lüftungsmöglichkeiten achten, denn im Sommer kann es sonst schnell zu heiß werden – auch zu heiß für Tropen- oder Wüstenpflanzen. Bei Gewächshäusern, die beheizt werden sollen, ist die Wärmedämmung sehr wichtig, sonst heizt man sich arm – abgesehen von der Umweltbelastung. Dabei spielen Fundament, Konstruktionselemente (Material, Profile), das Eindeckungsmaterial (Glas, Folie, Kunststoff) sowie die Dichtigkeit der Verbindung von Konstruktion und Eindeckung, sowie der Türen und Fenster eine Rolle.

Gewächshauszubehör

Je nachdem, welche Pflanzen im Gewächshaus kultiviert werden sollen, wird man in Beeten (Gemüse) und/oder auf Tischen (Jungpflanzenanzucht, Kakteen) anbauen. Entsprechend wird das Gewächshaus mit Aufstelltischen, Tischbeeten, einem Arbeitstisch und Hängeregalen ausgestattet. Sehr zu empfehlen sind stromlose, automatische Fensteröffner und eine automatische Tropfbewässerung.


Für extreme Hitzeperioden sollte man ein paar Schattiermatten parat haben, die man über das Gewächshaus legt bzw. bei großen Gewächshäusern und Wintergärten lässt man am besten eine automatische Schattiereinrichtung installieren. Heizen lassen sich Gewächshäuser über einen Anschluss an die Warmwasserheizung des Wohnhauses, Bodenheizkabel oder mit speziellen Gewächshausöfen (gas-, petroleum- oder strombetrieben). Für die Zusatzbelichtung bei ganzjähriger Warmnutzung gibt es spezielle Lampen (z. B. Hochdruck-Natriumdampflampen).

Gewächshäuser und Zubehör kaufen (mit Herstellerliste)

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Facebook-Börsengang (Facebook IPO)

Die Social-Media-Plattform Facebook geht an die Börse. Von Milliarden, die das kalifornische Unternehmen Facebook Inc. an der Börse einsammeln will, ist da die Rede. Anleger träumen von Zeichnungsgewinnen, Börsenexperten fürchten das Platzen einer neuen Internetblase. Worum geht es da eigentlich? Und wenn beim Facebook-Börsengang Geld zu verdienen ist – ist da auch was für deutsche Anleger drin?

Facebook geht an die BörseFacebook Inc., der Betreiber von Facebook ist eine Aktiengesellschaft, die sich bisher in den Händen der Gründer, Mitarbeiter und Investoren befindet. Nun soll ein Teil der Aktien an die Börse und damit in den öffentlichen Handel gebracht werden. Es wird der größte Börsengang eines Technologie-Unternehmens, den es bisher gab.

Wem gehört Facebook?

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Da es vor dem Börsengang noch keinen offiziellen Aktienpreis gibt, vergleicht man am besten die Aktien-Stückzahlen – wem gehören wie viele:

Mark Zuckerberg (Gründer): 533 Mio. Aktien
Dustin Moskovitz (Mitgründer): 133 Mio. Aktien
Eduardo Saverin (Mitgründer): unbekannt bzw. unterschiedliche Angaben
Chris Hughes (Mitgründer): unbekannt bzw. unterschiedliche Angaben
Jean Parker (Berater): 70 Mio. Aktien
Sheryl Sandberg (Managerin) und andere Mitarbeiter mit Aktien oder Aktienoptionen: unbekannt bzw. unterschiedliche Angaben

Investoren und Unternehmen, die bisher – vor dem Börsengang – in Facebook investiert haben, sind zum Beispiel Microsoft (240 Mio. US-Dollar im Jahr 2007), Mail.ru (400 Mio. US-Dollar im Jahr 2009) und Goldman Sachs (450 Mio. US-Dollar im Jahr 2011). Während es Microsoft vermutlich um die strategische Allianz z. B. seiner Suchmaschine Bing mit Facebook gehen dürfte, werden andere Investoren vor allem am Geldverdienen interessiert sein. Mark Zuckerberg muss einen kleinen Teil seiner Aktien verkaufen, um Steuern bezahlen zu können.

Details zum Facebook-Börsengang

Mark Zuckerberg ist aktuell auf Roadshow und wirbt für die Aktien seines 2004 gegründeten Unternehmens. Seine Hoffnung: Er will von den Zeichnern der Facebook-Aktie bis zu 13,6 Milliarden US-Dollar einsammeln – wie viel es letztendlich werden, hängt vom Emissionspreis (Ausgabepreis) der Aktien ab, der wird erst kurz vom dem großen Tag festgelegt, je nachdem wie die Nachfrage bewertet wird.

337 Mio. Aktien sollen an die Börse gebracht werden (von 2,14 Milliarden gelisteten Aktien bzw. von 2,74 Milliarden Aktien, wenn man gesperrte u. a. mitrechnen würde). Damit Mark Zuckerberg auch nach dem Börsengang noch die Stimmenmehrheit hat, gibt es zwei Arten von Facebook-Aktien: die Aktien der Gründer mit 10 Stimmen pro Aktie (Class B) und die der anderen mit einer Stimme pro Aktie (Class A). Nach dem Börsengang hat Mark Zuckerberg ca. 57 % der Stimmen.

Geplant ist der Facebook-Börsengang für den 18. Mai 2012. Der Emissionspreis einer Aktie mit dem NASDAQ-Tickersymbol ‚FB‘ (bei uns voraussichtlich WKN A1JWVX) soll zwischen 28 und 35 US-Dollar liegen.
[Nachtrag 18.5.2012]
Die Spanne wurde auf 34 bis 38 US-Dollar erhöht. Der Ausgabepreis wurde am Tag vor dem Börsengang auf 38 US-Dollar festgelegt.

Begleiten wird den Börsengang Morgan Stanley als führende Konsortialbank, flankiert von einer ganzen Banken-Armada: J.P. Morgan, Goldman, Sachs & Co., Bank of America, Merrill Lynch, Barclays, Allen & Co. Deutsche Bank Securities, Credit Suisse, CitiGroup u. a.

Facebook nach dem Börsengang

Nach dem Börsengang wird das Unternehmen über 100 Milliarden US-Dollar wert sein – zum Vergleich: Der Online-Händler Amazon ist heute circa 100 Milliarden US-Dollar schwer, der Suchgigant Google hat eine Marktkapitalisierung von knapp 200 Milliarden US-Dollar, der deutsche Software-Hersteller SAP (Europas größter!) wird gerade mal mit 75 Milliarden US-Dollar bewertet.

Was ist an Facebook aus Sicht eines Investors wertvoll?

Facebook hat aktuell etwa 900 Millionen aktive Nutzer, von denen 526 Millionen täglich aktiv sein sollen. Geld verdient das Unternehmen vor allem mit Werbung (ca. 85 %) und der Zusammenarbeit mit den Spiele-Anbietern (ca. 15 %). Das Geld wird derzeit noch mit den Nutzern an stationären Rechnern gemacht. Die knapp 490 Millionen Nutzer, die Facebook mobil nutzen, lassen sich anscheinend noch schlecht „monetarisieren“ und tragen bisher wenig zum Unternehmensumsatz bei.

Kann man als deutscher Privatanleger Facebook-Aktien zeichnen?

Der Börsenprospekt der Facebook-Aktie richtet sich vor allem an institutionelle Anleger in den USA. So weit heute bekannt ist, gibt es daher für deutsche Kleinanleger keine Möglichkeit, Facebook-Aktien zu zeichnen. (Unter Zeichnen versteht man in diesem Fall das Kaufen der frisch herausgegebenen Aktien – danach kann man solche Aktien dann über die Börse verkaufen.)

Kann man als deutscher Anleger Facebook-Aktien handeln (kaufen und verkaufen)?

Ja, sobald die Facebook-Aktien im offiziellen Handel sind, können sie wie andere Aktien gehandelt werden. Börsen, an denen die Facebook-Aktie in Deutschland vermutlich gelistet sein wird, sind die XETRA US-Stars und die Regionalbörsen.

Facebook Börsengang – Chance und Risiko

Aktien handeln birgt Rendite-Chancen, die man sich aber grundsätzlich mit einem Risiko erkauft. Und das gilt auch für die Aktien von Facebook. Grundsätzlich muss man sich überlegen, was man von dem Unternehmen und seiner Aktie erwartet. Soll es ein langfristiges Investment sein oder eher eine kurze „Spekulation“?

An die Entwicklung von Internet-Firmen werden sehr hohe Erwartungen gestellt – bzw. werden diese Erwartungen von den Unternehmern und Erstinvestoren geweckt, damit sich mehr Geldgeber finden. Wie eine Aktie bewertet wird, zeigt sich am Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV). Je höher der KGV, desto höher – und oft unrealistischer – die Erwartungen. Berechnet wird das KGV so:

KGV = Kurs der Aktie / Gewinn pro Aktie

Der Preis (Kurs) der Facebook-Aktie liegt bei der Zeichnung irgendwo zwischen 28 und 35 US-Dollar. Der Gewinn betrug im Jahre 2011 etwa 1 Milliarde US-Dollar – pro Aktie entspricht das einem Gewinn von ca. 0,52 US-Dollar (Quelle Focus.de). Bei einem Aktienpreis von 28 US-Dollar betrüge das KGV dann 54, bei einem Ausgabepreis von 35 US-Dollar 67 und bei einem Ausgabepreis von 38 US-Dollar 73. Doch vermutlich wird der Kurs der Aktien nach der Ausgabe (zumindest zunächst einmal) steigen. Im Vergleich dazu: SAP hat für 2011 einen erwarteten KGV von 27, Google von ca. 11, IBM von 10 und Amazon von 127 (für 2012 allerdings von 62).

Ein erfolgreicher Börsengang war aus heutiger Sicht der IPO der Firma Linkedin. Auch LinkedIn ist eine Social-Media-Plattform, allerdings spezialisiert auf professionelles Netzwerken (B2B). Die Aktien von LinkedIn waren im Mai 2011 zu 45 US-Dollar herausgegeben worden, lagen aber bald über 122 US-Dollar, fielen dann aber wieder bis auf 60 US-Dollar zurück. Heute – ein Jahr später – stehen sie bei 110 US-Dollar. Bei einem solchen Auf und Ab eines Aktienkurses, kann man viel Geld verlieren, wenn das Timing nicht stimmt, d. h. wenn man zum falschen Zeitpunkt ein- oder aussteigt.

Groupon ging im November 2011 mit einem Ausgabepreis von 20 US-Dollar an die Börse. Der Kurs der Aktie stieg bald bis 26 US-Dollar, aber kam dann ins Trudeln. Heute steht die Aktie bei 10 US-Dollar. Ob er sich wieder erholen wird, weiß niemand.

Facebook-Börsengang – mein Fazit

Ob der Börsengang von Facebook nach einem Jahr als erfolgreich angesehen wird, kann heute niemand vorhersagen, und noch weniger, wie es danach weitergeht, denn wie schnell Internet-Stars abstürzen können, sah man an AOL, Yahoo und vielen anderen. Und die Konkurrenz steht mit neuen Ideen in den Startlöchern.

Nur wenige Internetunternehmen, wie beispielsweise Amazon, waren langfristig richtig gute Investments – wobei es auch bei Amazon beim Platzen der Internetblase 2000 und den Kurseinbrüchen nach dem 11. September 2001 so starke Rückschläge gab, dass die sich erst nach Jahren wieder verwachsen hatten. Und derzeit ist der KGV mit 127 (bezogen auf den erwarteten Gewinn für 2011) bzw. 62 (bezogen auf Gewinnschätzungen für 2012) auch so astronomisch hoch, dass man nur zur Vorsicht raten kann.

Im Gegensatz zu Amazon macht Facebook zum Zeitpunkt seines Börsenganges allerdings schon Gewinn, bei Amazon hat das damals Jahre gedauert. Doch an der Börse wird die Zukunft gehandelt, sollte sich abzeichnen, dass der Konzern die Erwartungen, z. B. hinsichtlich der „Vermarktung“ der mobilen Nutzer, nicht erfüllen kann, oder sollten sich neue Trends und Sterne am Internethimmel abzeichnen, die ihn an die Seite drängen könnten, oder auch nur die Nutzerzahlen stagnieren, dann kann der Kurs schnell einbrechen.

Für den Anleger in Aktien gibt es immer Chancen und Risiken. Die Risiken bei Facebook sollte man nicht ausblenden. Wer also Facebook-Aktien in sein Depot aufnehmen möchte, sollte dies nur mit einer kleinen Position gemessen an seinem Gesamtvermögen tun und nicht etwa seine ganzen Ersparnisse auf Facebook setzen (-> Geldanlage) – egal wie sehr er/sie das Unternehmen liked.

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Die Eisheiligen sind da!

Sommerblumen sollten erst nach den Eisheiligen ins FreieGestern war es noch über dreißig Grad im Schatten und heute muss man warme Socken anziehen. Und wer ist Schuld? Die Eisheiligen!

Fast jedes Jahr Mitte Mai bringen die Eisheiligen noch einmal einen Kälteeinbruch und es droht des Nachts Bodenfrost. Die Eisheiligen zu kennen und zu respektieren ist wichtig für Landwirte, Gärtner und Hobbygärtner, denn wer frostempfindliche Pflanzen zu früh nach draußen stellt oder auspflanzt, riskiert Frostschäden oder sogar das Absterben der Pflanzen.

Die Eisheiligen heißen Mamertus (11. Mai), Pankratius (12. Mai), Servatius (13. Mai), Bonifatius (14. Mai) und „kalte Sopie (15. Mai). Aber Vorsicht, sie halten ihre Termine nicht immer ganz genau ein, deshalb sollte man sicherheitshalber dem Wetterbericht folgen und seine geliebten frostempfindlichen Pflanzen wie Kübelpflanzen und Sommerblumen erst dann an exponierte Stellen ins Freie stellen, wenn der lokale Wetterdienst keinen Bodenfrost mehr vorhersagt.

Ihre Pflanzen stehen bereits draußen und der Wetterbericht sagt Nachtfrost vorher? Dann schützen Sie Ihre Pflanzen nachts mit Vlies, Folie, Zeitungspapier oder – im Falle von Kübelpflanzen – ziehen sie sie ans Haus heran und/oder packen sie sie in Vlies, Sacktuch o. ä. ein.

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Monsanto als ungebetener Gast im Garten?

Stand und Klarstellung 12.5.2013: Mir ging es mit dem Monsanto-Artikel nicht darum, Züchter oder Händler schlecht zu machen, sondern darum, Transparenz zu schaffen. Weder bin ich persönlich gegen Hybrid-Saatgut aus der klassischen Züchtung, noch finde ich die Sorten von De Ruiter prinzipiell schlecht – und erst recht nicht die Unternehmen Nebelung, Gärtner Pötschke oder Wyss oder deren Marken. Fakt ist einfach nur, dass De Ruiter und Seminis von Monsanto aufgekauft wurden. Dadurch stammten plötzlich manche Sorten der Hobbygartenmarken-Sortimente obiger Unternehmen von Monsanto-Tochterunternehmen.

Hinweis: Manche Webseiten haben sich seit Erstellung des ursprünglichen Artikels (Mai 2012) geändert – so stehen die Namen Volmary GmbH, Bruno Nebelung GmbH, Gärtner Pötschke, Wyss Samen und Pflanzen AG heute nicht mehr auf der Website von Seminis. Meine Stichproben heute haben ergeben: Einzelne Sorten der Marken Kiepenkerl Profi-Line und von Gärtner Pötschke sind laut EU-Datenbank De Ruiter zuzuordnen – nicht alle! Bei meinen Stichproben zu Wyss-Sorten habe ich heute keine Sorte von De Ruiter gefunden. Jeder, der möchte, kann seine Sorten mit Hilfe der EU-Datenbank selbst recherchieren. Sollte jemand andere Ergebnisse haben, bitte ich um Bescheid.

Zwei neuere Artikel von mir zum Thema gibt es hier: Monsanto in meinem Garten (März 2016) und Monsanto und Bayer sind nicht so verschieden, wie manche glauben (Juni 2016)

Monsanto ist ein weltweit agierender und seit 1927 börsennotierter Konzern, der Agrarprodukte herstellt und vertreibt. Monsanto ist für viele Umweltschützer das Feindbild Nr. 1 und auch viele umweltbewusste Hobbygärtner, aber auch (Bio-) Erwerbsgärtner, würden keine Monsanto-Produkte für ihren Garten kaufen oder das Unternehmen in irgendeiner Form unterstützen, wenn der Name Monsanto denn auf den Produkten draufstünde. Kritisiert an Monsanto werden u. a. die Produktion und Verbreitung von gentechnisch veränderten Sorten (nicht in Deutschland), Pflanzenschutzmitteln und allgemein die Agrarindustrie-Strategien des Unternehmens – beispielsweise mit welchen Methoden Monsanto Bauern, vor allem in Entwicklungsländern, in eine zerstörerische Abhängigkeit triebe.

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Viele Hobbygärtner wurden 2012 durch Meldungen in Blogs aufgeschreckt, dass auch in Deutschland bei Hobbygärtnern beliebte Saatgut-Marken wie Kiepenkerl und Sperli mit Monsanto in Verbindung stünden. Manch erschütterter Hobbygärtner ist gleich soweit gegangen, sein gesamtes Kiepenkerl- und Sperli-Saatgut wegzuwerfen. Ist das gerechtfertigt?

Welche Unternehmen/Marken zu Monsanto gehören, findet man auf der Monsanto-Webpage (alle Links siehe unten). Zu den Unternehmen/Marken im Bereich Gemüsesorten („Vegetable Seed Brands“) gehören De Ruiter Seeds (lt. Wikipedia von Monsanto gekauft 2008) und Seminis (lt. Wikipedia von Monsanto gekauft 2005).
Monsanto im Garten?

Geht man auf die De Ruiter Seeds Kontaktseite, wird als Kontakt für Deutschland die Volmary GmbH angegeben (Nachtrag 2013: Inzwischen werden Monsanto-Adressen in Deutschland angegeben). Volmary wiederum nennt als eine von mehreren ihrer Geschäftstätigkeiten die „Steuerung der Pflanzen-Markenkonzepte ‚Volmary®‘, ‚Soul Food®‘ und ‚Kiepenkerl® Profi-Line® Pflanzen'“. Jedem Hobbygärtner bekannt ist der Markenname Kiepenkerl, denn Kiepenkerl und Sperli gehören zu den beliebtesten Marken für Hobbygärtner-Saatgut. Recherchiert man in der Datenbank des Deutschen Patent- und Markenamtes, findet man: Die Marken Kiepenkerl und Kiepenkerl Profi-Line gehören der Bruno Nebelung GmbH, die übrigens vor kurzem auch über eine neugegründete Sperli GmbH die Markenrechte an „Sperli“ und „Carl Sperling’s Gartenidee“ erworben hat (Sperli-News vom 2.11.2011). Zu denken gibt, dass im Impressum von www.kiepenkerl.com die Volmary GmbH und die Bruno Nebelung GmbH beide nebeneinander angegeben sind – und zwar links die Volmary GmbH, die ja, wenn es alphabetisch gehen würde, rechts stehen müsste.

Aber auch auf der Seminis-Webseite findet man Verbindungen zum Hobbygarten-Saatgutvertrieb, denn dort wurde auf die Zusammenarbeit mit diesen Firmen hingewiesen: Volmary GmbH, Bruno Nebelung GmbH, Gärtner Pötschke, Wyss Samen und Pflanzen AG. (Nachtrag 2013: Auf der Seminis Webseite werden keine Namen mehr genannt.)

Aber kann man nun den Schluss ziehen, dass Volmary nur De Ruiter Saatgut handelt und alle, die sonst etwas mit Volmary zu tun haben, De Ruiter Seeds- sprich Saatgut einer Monsanto-Tochter verkaufen, weil Volmary als Deutschland-Kontakt für De Ruiter Seeds angegeben ist? Die gleiche Frage stellt sich wegen der Beziehung zwischen Seminis und den genannten Firmen. Eigentlich kann man diesen Schluss so nicht ziehen, denn, nur weil ein Laden ein ungeliebtes Produkt enthält, muss ja nicht der ganze Laden schlecht sein.

Aber wer züchtet und vermehrt denn nun eigentlich die Sorten hinter den Hobbygärtner-Marken? Ist das De Ruiter Seeds und damit eine dem Monsanto-Konzern gehörende Firma oder sind es verschiedene Züchter?

Auf der Nebelung-Webseite findet man das ganze Kiepenkerl-Programm mit vielen traditionellen Sorten (genannt „historischer Gemüsesamen“), die ich noch aus meiner Studienzeit Anfang der 1980er Jahre kenne, mit neuen Sorten (wozu auch Sorten der Kiepenkerl-Linie Profi-Line gehören), mit Bio-Saatgut (EU-Bio-Siegel, auch Teil der Kiepenkerl Profi-Line) und viele mehr. Auf der separaten Sperli-Seite heißt es, dass die Saatzuchtstandorte Quedlinburg und Lüneburg DAMALS zu den wichtigsten Züchtungsstandorten gehörten, HEUTE seien die Sperli-Produkte WELTWEIT gezüchtete Blumen- und Gemüsesamenspezialitäten.

Monsanto – der Feind in meinem Beet?

Tatsächlich ist es nicht ein einzelner Züchter, der hinter einer Hobbygärtner-Marke steht, sondern verschiedene. Um der Sache auf den Grund zu gehen, muss man letztendlich für jede einzelne Sorte herausfinden, wer sie gezüchtet hat. Dafür kann man sich der Plant Variety Database der EU bedienen. Die hat einen Katalog „Vegetable species“ (Gemüse), in welchem man nach dem Züchter bzw. Maintainer (Sortenerhalter) recherchieren kann. Dazu gibt man, nachdem man Section „Varieties“ ausgewählt hat, bei „Variety Name“ den Sortennamen ein (z. B. ‚Goldflame‘ – eine Paprika-F1-Hybride aus der Kiepenkerl-Profi-Line-Serie) und wählt bei „Species“ die Art (in diesem Fall „H 12 – Chili, Pepper – Capsicum annuum …“). Dann klickt man auf „Search“ (Suchen). Auf der Ergebnisseite findet man dann im Details-Feld unter „Maintainers“ eine verlinkte ID (in diesem Fall „NL 73“). Klickt man darauf, hat man den Züchternamen: De Ruiter Seeds BV. Macht man das Gleiche für die Paprika-Sorte ‚Mavras‘ (eine F1-Hybride auch aus der Kiepenkerl-Profi-Line-Serie), dann findet man als Maintainer „Enza Zaden Seed Operations BV“. Es sind also nur ein Teil der Kiepenkerl-Profi-Line-Sorten von De Ruiter!

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Wie sieht es bei Saatgut von anderen Hobbygärtner-Marken aus? Für die Paprika-Sorte ‚Gourmet‘, die sowohl von Sperli sowie Thompson & Morgan angeboten wird, lautete das Ergebnis: Gartenland Produktion GmbH Aschersleben. Sucht man nach der Sorte ‚Bendigo‘ (Paprika-Hybridsorte aus dem Gärtner Pötschke-Sortiment) erhält man als Ergebnis Enza Zaden Seed Operations BV. Recherchiert man nach der Riesenpaprika ‚Pantos‘, die im Angebot der Bingenheimer Saatgut AG ist, erhält man: Kultursaat e.V. für Züchtungsforschung und Kulturpflanzenerhaltung auf biologisch-dynamischer Grundlage. Für Tomatensorten erhält man ein ähnlich gemischtes Bild.

Es gibt also Möglichkeiten, De Ruiter Seeds, Seminis – oder wen auch immer man aus persönlichen Gründen abstrafen will – zu boykottieren, indem man jede Sorte recherchiert und kein Saatgut dieses Züchters kauft.

Ich selbst bin noch unentschlossen, wie meine Sortenempfehlungen in Zukunft aussehen werden und ob ich Sorten aus dem Hause De Ruiter Seeds und Seminis und damit Monsanto grundsätzlich nicht mehr empfehlen soll, auch wenn ich sie als Sorten an sich gut finde. Denn einige der neuen Sorten haben den Garten meiner Meinung nach bereichert und dank Resistenzen (die natürlich nicht durch Genmanipulation, sondern durch Auswahl- und Hybridzüchtung zustande kamen!) vermutlich geholfen, den Pflanzenschutzmitteleinsatz im Gemüsegarten und im Erwerbsgartenbau zu reduzieren bzw. den Ertrag der Gärtner zu sichern. Und viele Sorten waren ja schon längst da, bevor Monsanto De Ruiter Seeds übernahm. Für mich eine schwierige Entscheidung.

Und würde es Monsanto Anlass zum Umdenken geben (und das Unternehmen dazu bringen, De Ruiter Seeds an ein Bio-Unternehmen zu verkaufen ;-))? Den einzelnen Hobbygärtner wird De Ruiter Seeds/Monsanto wohl nicht spüren, aber wenn Bruno Nebelung oder Gärtner Pötschke Saatgut/Sorten von anderen Züchtern bevorzugen, würden sie das vielleicht schon merken. Und auf die haben Hobbygärtner sehr wohl Einfluss – vermute ich jedenfalls.

Allerdings muss man auch bei anderen Saatgutzüchtern schauen, wer dahinter steht. Oft genug sind es Chemie-Giganten wie Bayer Crop Science, Dow Chemicals und andere.

Nachtrag 2019: Inzwischen hat Bayer Monsanto übernommen! (siehe dazu auch: Monsanto und Bayer sind nicht so verschieden, wie manche glauben)

Welche Alternativen zu Monsanto oder anderen Chemie- oder Biotechnologie-Megakonzernen hat man?

Ein paar gibt es schon. Man kann

  • Jede Sorte eines Saatgutsortiments mithilfe der EU-Datenbank checken
  • Saatgut von samenfesten Sorten selbst gewinnen und im nächsten Jahr wieder anbauen
  • Saatgut von ökologisch agierenden Züchtern kaufen (beispielsweise von der Bingenheimer Saatgut AG, Dreschflegel Bio-Saatgut)

Quellen und ergänzende Informationen

  • Plant Variety Database (Hier kann man den Züchter jeder Gemüsesorte sowie landwirtschaftliche Sorten nachschauen)
  • Monsanto (Wikipedia-Artikel)
  • Nachtrag 2019:
    Stellungnahme: Kiepenkerl – Monsanto (Bruno Nebelung GmbH)
  • Nachtrag 2019:
    Stellungnahme Sperli – Monsanto (Sperli)
  • Woher kommt mein Saatgut? (Projekt Landeier)
  • Monsanto-Marken (Monsanto-Website)
  • De Ruiter Seeds (De Ruiter Seeds)
    Nachtrag 5.3.2013
    De Ruiter Seeds hat eine neue Website. Nun ist nur die Verbindung zu Seminis, aber nicht mehr zu Volmary aufgeführt. Als Ansprechpartner wird Monsanto Agrar Deutschland GmbH in Neustadt a. Rbg. genannt.
  • Volmary Selbstporträt (Volmary Website)
    Nachtrag 5.3.2013
    Volmary beschreibt sich nach wie vor als Marketing-Stratege für Kiepenkerl Profi-Line. Schaut man die Sorten in der EU-Datenbank nach, ist der „Maintainer“, z. B. bei Tomaten, überwiegend De Ruiter Seeds BV
  • Seminis (Seminis Website)
    Nachtrag 12.05.2013
    Seminis hat die Website geändert und schreibt nun: „Unsere führenden Hobbygarten Sorten sind über namhafte Firmen für Hobbygarten-Saatgut erhältlich.“

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