Frische Salate und leckeres Fruchtgemüse vom Balkon oder der Terrasse

Das ist auch Urban Gardening: Gemüse, Kräuter und Obst auf dem Balkon oder der Terrasse anbauen. Man kann diese Gaumenfreuden pur anbauen oder sie mit Blumen und anderen Zierpflanzen mischen. Tipps für Einsteiger.

Wer knackige Salate, aromatische Kräuter, fruchtige Kirschtomaten und andere Kräuter und Gemüse selbst anbaut, zeigt, dass er oder sie ein Gourmet und wahrscheinlich auch ein Naturliebhaber ist. Denn als Selbstversorger kann man sich die besten Sorten aussuchen und seine Erträge ganz nach Bedarf ernten und frisch genießen. Zudem macht Gärtnern Spaß und tut der Seele gut und wer Kinder hat, kann ihnen zeigen, wie wunderbar die Vorgänge in der Natur sind und wie der Mensch das Keimen, Wachsen, Blühen und Fruchtbilden seit Jahrtausenden für sich nutzt.

Anbautipps für Einsteiger

Das sollte ein Selbstversorger-Einsteiger mit wenig Platz, beispielsweise auf dem Balkon oder der (Dach-)Terrasse, wissen:

Das Anbaujahr

Manche Gemüse und Kräuter vertragen auch leichten Frost und können schon vor den Eisheiligen ins Freie. Im April kann man beispielsweise Mangold, Erbsen, Rettich und Rote Rüben direkt ins Beet aussäen und/oder Jungpflanzen von Blumenkohl, Brokkoli, Kopfsalat, Knollenfenchel oder Kohlrabi  auspflanzen. Bei der Sortenwahl achtet man auf Sorten für den Frühjahrs und Sommeranbau.

Tipp:
Einsteiger in ihrem ersten Anbaujahr sollten mit einfachen Dingen anfangen: vor den Eisheiligen Radieschen und Erbsen säen, Steckzwiebeln stecken, Frühkartoffeln legen und gekaufte Salat-, Porree- und Kohlrabi-Jungpflanzen auspflanzen.

Andere Gemüse kann man erst nach den Eisheiligen  in der zweiten Maihälfte ins Freie säen.

Tomate 'Black Plum' im Kübel

Topfgarten: Tomaten im Kübel

Dazu gehören Fruchtgemüse wie Tomaten, Paprika, Auberginen, Tomatillo, Gurken, Stangenbohnen und Zucchini. Damit sie bis Herbst viele Früchte hervorbringen, muss man sie entweder schon ab Februar/März aus Samen an einen hellen oder warmen Platz heranziehen oder aber man kauft sie zur Pflanzzeit als Jungpflanzen beim Gärtner vor Ort in der Gärtnerei oder auf dem Markt, im Gartencenter, Baumarkt oder beim (Online-) Versandgärtner.

Hier einige Beispiele, wo man Saatgut und Pflanzen online kaufen kann:

TOM-GARTEN*, Baldur-Garten*. Weitere Bezugsquellen bei Wo kauft man samenechte Sorten, Biosaatgut, alte Sorten.

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Pflanzerden für Balkon und Terrasse

Die Auswahl an Pflanzerden, auch Blumenerden oder Substrate genannt, ist riesig. Wenn man solche mit reduziertem Torfanteil oder ganz torffreie Erden kauft, tut man etwas für die Schonung der Moore. Für die Aussaat und für junge Pflanzen eignen sich feinkrümelige Erden – das sind beispielsweise Aussaaterden, die meisten Kräutererden und viele (aber nicht alle) andere Erden. Wenn Sie nicht wissen, wie eine bestimmte Erde beschaffen ist, kaufen Sie verschiedene. Für die Aussaat in einem kleineren Topf nehmen Sie die feinkrümelige, wenn sie Fruchtgemüse-Jungpflanzen (beispielsweise eine höhere Buschtomate) in einen großen Kübel pflanzen, dann nehmen Sie zunächst die gröbere, formen dann eine Kuhle in der Mitte des Topfes, in die sie die feinere Erde geben und dort hineinpflanzen.

Tipp:
Pflanzerde sollte bei der Verwendung feucht, aber nicht patschnass sein. Zu nasse Erde kann man trocknen lassen oder mit anderer Erde mischen. Total ausgetrocknete Pflanzerde sollte man vorher anfeuchten – zum Beispiel, indem man sie von einem großen Eimer in einen anderen schaufelt und sie dabei zwischendrin mit Wasser überbraust, anschließend durchkneten und/oder mit Plastik abdecken und ein paar Stunden ziehen lassen.

Pflanzgefäße und Stützhilfen für Balkon und Terrasse

Als Pflanzgefäße eignen sich Balkonkästen, Töpfe, Schalen, Kübel, Regale, Tischbeete und unten geschlossene Hochbeete. Wichtig ist, dass die Pflanzgefäße fest stehen, auch bei Sturm  – schwere Keramik- oder Steingefäße tun das von alleine, leichtere Kunststoffgefäße muss man notfalls festschrauben oder anbinden. Balkonkästen müssen so angebracht werden, dass sie auch bei Starkwind nicht herabstürzen und jemanden verletzen könnten und dass auslaufendes Gießwasser weder die Fassade beschmutzen noch andere Menschen beeinträchtigen kann.

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Essbare Wand*

Gefäße sollten im Allgemeinen eher zu groß als zu klein gewählt werden, damit darin genug Platz für die Pflanzerde ist, die Nährstoffe und Wasser speichern soll. Im Prinzip können zwar Pflanzen auch ganz ohne Erde kultiviert werden, doch dann müssen sie mehr oder weniger permanent und automatisiert gewässert und gedüngt werden – dafür gibt es Hydroponiksysteme (auch die von den Zimmerpflanzen her bekannte Hydrokultur ist ein Hydroponiksystem).

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Hoch wachsende Pflanzen wie Stabtomaten, Auberginen oder Obstbäumchen benötigen eine Stütze – das kann beispielsweise ein Stützstab, Stützspiralstab, Rankgitter sein oder man leitet sie an Schnüren oder Drähten nach oben oder in etwas Abstand an der Wand entlang.

Gießen auf Balkon und Terrasse, automatische Bewässerung
Wie viel man gießen muss, hängt von der Pflanzenart und von der Jahreszeit ab. Die Pflanzerde sollte leicht feucht, aber nie nass sein, denn für die Wurzeln ist auch die Luft in der Erde wichtig. Umgekehrt soll die Erde aber auch nicht knochentrocken werden – Radieschen, Rettich und Kohlrabi reagieren beispielsweise empfindlich, wenn sie sehr ungleichmäßig gegossen werden, sie werden dann holzig oder platzen auf.
Man kann von Hand per Gießkanne gießen oder man verlegt ein Bewässerungssystem, das aus einem Wasserbehälter oder dem Wasserhahn gespeist wird. Manche Bewässerungssysteme* sind von Haus aus automatisch (Tropf-Blumat, Beckmann BETA 8 etc.), andere kann man über eine Zeitschaltuhr (Gardena*) oder einen Bewässerungscomputer an- und abschalten (lassen).

Tipp:
Topfuntersetzer können zwar hilfreich sein, damit der Bodenbelag der Terrasse oder des Balkons nicht beschmutzt wird und damit die Erde auch etwas Zeit hat, die Gießflüssigkeit aufzusaugen, aber das Wasser sollte niemals über längere Zeit Wasser im Untersetzer stehen bleiben – weder nach dem Regen noch nach dem Gießen.

Düngung
Feldsalat, Radieschen, Kresse und viele Kräuter benötigen nur sehr wenig Nährstoffe, andere wie große Tomaten- oder Auberginenpflanzen benötigen mehr – denn sie bilden während ihrer viel längeren Standzeit reichlich Pflanzenmasse (Triebe, Blätter, Blüten und Früchte). Pflanzen nehmen Nährstoffe zwar überwiegend in mineralischer Form auf – egal, wie man düngt -, trotzdem sind organische und organisch-mineralische Nährstoffe in der Regel besser, denn zum einen verbraucht ihre Herstellung meist weniger Energie als die von synthetischen Mineraldüngern, andererseits fördern sie dadurch, dass sie erst von Bodenlebewesen von organisch in mineralisch umgebaut werden müssen, das Bodenleben. Die winzigen Organismen sorgen für eine gesündere, durchlässigere Erde. Nur wenn man einen akuten Mangel möglichst schnell beseitigen muss, ist ein ein mineralischer Dünger hilfreicher, da er schneller wirkt.

Kompostierung auf Balkon oder Terrasse
Wer Pflanzen- und Gemüseabfälle kompostiert, erhält einen nährstoffreichen Bodenverbesserer, den er im nächsten Jahr seiner Blumenerde beimischen und mit dem er düngen kann. Wer keinen Garten mit Komposthaufen oder Komposttonne hat, kann die Gartenabfälle in die Biotonne geben und kauft sich im nächsten Jahr eben eine neue gute Erde und einen organischen Dünger. Wessen Platz nicht zu knapp bemessen ist, der kann aber auch auf dem Balkon kompostieren. Bei Waschbär* gibt es Behälter und Ferment für die so genannte Bokashi-Methode, bei Amazon* gibt es Wurmkomposter und Kompostwürmer für die Wurmkompostier-Methode.

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Gemüse und Kräuter mit Blumen mischen?
Dill, Borretsch und Thymian sind Kräuter, deren Blüten Nützlinge anlocken – die helfen dann gegen Schädlinge. Man kann aber Gemüse, Kräuter und Obst auch mit anderen blühenden Pflanzen kombinieren, beispielsweise mit Ringelblumen, Bienenfreund Phacelia und anderen Nützlings-Pflanzen zwischen dem Balkongemüse – damit verbessert man auch die Befruchtung bei den Fruchtgemüsen.

Tipp:
Wenn man allerdings blühende Pflanzen kauft und nicht sicher ist, ob sie biologisch angebaut wurden, hält man sie wegen eventuell verabreichten Stauch- und Spritzmitteln besser in getrennten Gefäßen.

* Werbelink

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Über Eva Schumann

Werbefinanzierte Online-Publikationen: www.tinto.de. Journalistin, Bloggerin, Autorin, Texterin und Technische Redakteurin mit Garten-/Gartenbau- sowie IT/Kommunikation-Background: www.evaschumann.biz.
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