Sind Borkenkäfer auch im Garten eine Gefahr?

Die Nachrichten über den Wald zerstörende Borkenkäfer haben auch im vergangenen Sommer wieder die Schlagzeilen angeführt. Wie kam es dazu und was bedeutet das eigentlich für die Bäume und Sträucher im Garten.

Eigentlich sind Borkenkäfer ein wichtiges Mitglied im Ökosystem Wald: Sie sorgen dafür, dass schwache oder bereits abgestorbene Gehölze zerkleinert werden – so wird Platz für Jungbäume geschaffen und Nährstoffe wieder in den Boden zurückgeführt.
In den letzten Jahren waren allerdings in den Wäldern viele Bäume durch Stürme geschädigt, nicht zuletzt, weil unsere Wälder keine naturbelassenen Wälder, sondern oft Monokulturwälder aus schnell wachsenden Fichten zur Holzproduktion sind – diese sind vor allem an milden Flachlandstandorten anfälliger als es ein Laubbaummischwald wäre. Dazu kamen trockene Sommer, was die Bäume zusätzlich schwächte, denn dann können sie ihre Schutzmechanismen, die gesunde Bäume normalerweise gegen Borkenkäfer haben, nicht aktivieren. Jedenfalls waren die Bedingungen der letzten Jahre schlecht für die Bäume und gut für die Borkenkäfer, die sich stark vermehrt haben. Viele Borkenkäfer haben viel Hunger und wenn es nicht mehr genug abgestorbene oder kranke Bäume gibt, werden auch die gesunden angegriffen.

Welche Borkenkäfer schädigen im Wald

Vor allem zwei Arten Borkenkäfer haben sich in den Wäldern stark ausgebreitet, beide sind sogenannte rindenbrütende Borkenkäfer:

Brutsystem des Buchdruckers
Rindenbrütende Borkenkäfer wie der Buchdrucker legen ihre Brutsysteme unter der Borke an. (Bild gemeinfrei/Wikimedia, Ursprung Meyers Konversationslexikon 1888)

Der Buchdrucker (Ips typographus) befällt vor allem Fichten, aber auch andere Nadelgehölze. Er wird bei Temperaturen über 16,5 °C aktiv, aber nur wenn die Tageslänge über 14 Stunden liegt (also ab etwa Mitte April). Die männlichen Käfer machen sich auf die Suche nach Wirtsbäumen, fressen sich in die Rinde um darunter eine Rammelkammer anzulegen, die später zum Zentrum des Brutsystems werden soll. Einzelne Käfer kann ein Baum durch Harzbildung abtöten, aber ab 200 Käfern ist auch ein gesunder Baum besiegt. Ist der Baum durch hohe Temperaturen und Wassermangel geschwächt, reichen schon weniger Käfer pro Baum. Wenn dann die Weibchen kommen, paaren sich die Käfer, die Weibchen legen Eier in den senkrechten Muttergängen ab und die Larven fressen später ihre eigenen Gänge senkrecht dazu.

Der Kupferstecher (Pityogenes chalcographus) befällt junge Nadelbäume oder die Spitzen von älteren Bäumen, weil da die Rinde noch dünn ist. Auch er legt Brutsysteme an, wobei seine Muttergänge sternförmig von der Rammelkammer abgehen.

Welche Borkenkäfer schädigen im Garten

Jeden Gartenbesitzer treibt die Frage um, ob die Borkenkäfer, von denen man jetzt so viel hört, auch im Garten zu einem Problem werden können.

Die beiden hauptsächlich im Wald schädigenden Borkenkäfer, Buchdrucker und Kupferstecher, können auch in Parks und Gärten zu Schädlingen werden, wenn dort Fichten und andere Nadelgehölze stehen. Doch sie bleiben ausschließlich auf ihren Wirtspflanzen und befallen nicht etwa Birken, Fächerahorn, Flieder oder andere Laubgehölze im Garten. Trotzdem kann man auch für Laubgehölze keine Entwarnung geben, denn es gibt noch andere Borkenkäfer und Gehölzschädlinge.

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Rindenbrütende Borkenkäfer im Garten

Hier einige Beispiele für rindenbrütige Borkenkäfer, die an Gehölzen im Garten auftreten können.

Obstbaumsplintkäfer (Scolytus mali, Scolytus rugulosus)
Diese beiden Borkenkäferarten können geschwächte Apfel- und Birnenbäume, Quitten, Steinobstgewächse, Weißdorn, Esche und andere Bäume befallen. Befallene Bäume kümmern oder sterben beginnend an einzelnen Ästen ab. In der Rinde findet man zahlreiche, kleine Löcher – bei Steinobstgewächsen tritt an diesen Gummifluss auf. Unter der Rinde sind die Borkenkäferbrutsysteme aus Muttergängen und Larvengängen. Oft werden frisch verpflanzte, geschwächte und gestresste Bäume befallen. Gesunde Bäume, die optimal mit Wasser und Nährstoffen versorgt und regelmäßig geschnitten werden (dabei werden auch kranke oder abgestorbene Äste entfernt), sind weniger gefährdet. Natürliche Gegenspieler sind Vögel.

Auch Obstgehölze können von Borkenkäfern befallen werden, allerdings nicht von Buchdrucker und Kupferstecher aus dem Wald, sondern beispielsweise vom Obstbaumsplintkäfer.

Von der Gattung Scolytus gibt es noch viele andere Borkenkäfer, die auf jeweils andere Baumarten spezialisiert sind. Der Eichensplintkäfer (Scolytus intricatus) beispielsweise interessiert sich vor allem für Eichen, seltener für andere Laubgehölze. Er ist relativ häufig und hat zwei Generationen pro Jahr. Der Große und der Kleine Ulmensplintkäfer (Scolytus scolytus, Scolytus multistriatus) bevorzugen Ulmen, der Birkensplintkäfer (Scolytus rugulosus) Birken.

Thuja- und Wacholder-Borkenkäfer (Phloeosinus thujae, Phloeosinus aubei)
Diese beiden Borkenkäferarten befallen geschwächte Lebensbäume (Thujen), Scheinzypressen, Wacholder und andere Zypressengewächse. Im Frühjahr fressen sich die 2 mm kleinen Weibchen in die frisch ausgetriebenen Triebe und legen dort während ihres Reifungsfraßes kurze Gänge an. Die befallenen Triebe werden blass und verfärben sich, knicken häufig auch ab. Nach diesem Reifungsfraß bohren sich die Käfer in die Rinde des Stammes ein und legen ihre Eier ab. Die Muttergänge sind zweiarmig mit 20 bis 30 zunächst senkrecht abgehenden Larvengängen, die aber später auch die Richtung wechseln können. In dieser Phase kommt es zur Schädigung der Leitungsbahnen und der Wachstumsschicht unter der Rinde (Kambium). Die Käfer überwintern im Larvenstadium und fressen sich im Frühjahr nach außen – es entstehen querovale „Ausbohrlöcher“ und man findet Bohrmehl. Ein bis maximal zwei Generationen sind pro Jahr möglich.

Auch Flieder wird nicht von Buchdruckern und Kupferstechern heimgesucht, da diese auf Nadelgehölze spezialisiert sind. Doch der Bunte Eschen-Bastkäfer kann ausnahmsweise auch an geschwächtem Flieder und anderen Garten- und Parkgehölzen auftreten.

Bunter Eschen-Bastkäfer (Hylesinus fraxini Synonym Leperisinus varius)
Dieser Borkenkäfer befällt hauptsächlich Eschen, nachdem sie vom Eschentriebsterben befallen wurden, aber auch Ahorn, Eiche, Walnuss, Robinie, Hasel, Flieder und andere Gehölze. Der Borkenkäfer befällt zwar neben frisch geschlagenem Holz auch lebende Bäume, allerdings bevorzugt er vorgeschädigte Gehölze – sei es durch Wassermangel, Überflutung, Hagelschaden, Krankheits- oder Insektenbefall. Bei älteren Bäumen beginnt der Befall meist oben im Wipfel und wandert dann nach unten.

Der Kleine Buchenborkenkäfer (Taphrorychus bicolor)
Dieser Borkenkäfer kann sich in Massen vermehren, wenn seine Wirtsbäume (hauptsächlich Rotbuchen, aber gelegentlich auch Birke, Eiche und Hainbuche) durch Trockenheit und Hitze geschwächt sind. Der Käfer schwärmt bereits ab März.

Holzbrütender Borkenkäfer als Schädling im Garten

Ungleicher Holzbohrer (Xyleborus dispar)
Dieser Borkenkäfer tritt am Ahorn sowie gelegentlich an Eiche, Esche und anderen Laubgehölzen (auch Obstgehölze) auf. Der Name des Käfers rührt vom unterschiedlichen Aussehen der flugunfähigen männlichen und der flugfähigen, größeren weiblichen Käfer her. Der Ungleiche Holzbohrer bevorzugt geschwächte Pflanzen und wird erst bei einer Massenvermehrung zur Gefahr für gesunde Gehölze.

Weitere baumschädigende Käfer im Garten

Nicht nur Borkenkäfer fressen Löcher in Äste und Stämme.

Schädliche Falterlarven im Stamm

Auch die Larven von manchen Faltern können zum Schädling im Stamm werden: Die orangeroten, übelriechenden Raupen des Weidenbohrers (Cossus cossus) leben ab dem zweiten Lebensjahr mehrere Jahre im Stamm von Weide, Birke, Esche, Apfel-, Birn- oder Kirschbäumen, bevor sie sich verpuppen und zum nachtaktiven Falter werden. Man kann den Befall an der durch eine Öffnung abgegebenen Mischung aus Kot und Bohrspänen erkennen.

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Was tun gegen Borkenkäfer und andere Rinden- und Holzschädlinge

Man kann also auch im Garten Probleme mit Borkenkäfern und anderen Rinden- und Holzschädlingen bekommen. Jedoch ist es im Garten einfacher als in Wäldern oder Parks, mit Gieß- und Pflegemaßnahmen stressmindernd auf die Gehölze einzuwirken und sie damit gegen Borkenkäfer stärken. Allerdings ist zu bedenken, dass der Klimawandel die Standortbedingungen verändert und längerfristig auch die Bepflanzung am Standort mit der Zeit daran angepasst werden muss.

Vorbeugende Maßnahmen

Gehölze und andere Pflanzen für den Garten sollte man grundsätzlich nicht nur nach Schönheit und persönlichem Geschmack auswählen, sondern nach deren Standorteignung. Eine gute Beratung für die Arten- und Sortenwahl von Gehölzen bekommt man in Baumschulen und guten Gartenbüchern.

Vor jeder geplanten Pflanzung von Gehölzen muss vor Ort geprüft werden, ob der Boden ausreichend tiefgründig ist und die Wurzeln auch in ein paar Jahren noch Platz haben werden, um die nötige Standsicherheit bei Stürmen zu gewährleisten und dem Baum ein „stressfreies“ Leben zu ermöglichen. Außerdem ist auf die richtige Pflanzzeit und Pflanztiefe für die Baumart zu achten.

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Wer seine Gartenbäume zudem art- oder sortengerecht versorgt und pflegt, stärkt deren Abwehrkräfte. Bei anhaltender Hitze und Bodentrockenheit sollte man nicht nur Gartenfichten in der Nähe eines akut befallenen Waldes etwas Wasser gönnen, sondern auch andere Flachwurzler oder offensichtlich durch Trockenheit gestresste Bäume bewässern. Aber Vorsicht: Zu viel Wasser bei undurchlässigen Böden kann ebenfalls schädigen.

Auch regelmäßige Kontrollgänge sind zu empfehlen. Alle Gehölze sollten dabei auf Krankheiten und Schädlinge untersucht und abgestorbene Triebe und Äste sofort entfernt werden. Hinweise auf einen Befall sind auch Einbohrlöcher (eventuell mit Harztropfen) und Bohrmehl. Wenn Spechte auf der Suche nach Insekten die Borke abschlagen, sollte man die Stücke daraufhin untersuchen, ob sich auf der Innenseite Anzeichen für Brutsysteme befinden. Auch wenn Blätter absterben oder Nadeln rot werden und/oder rieseln, kann das ein Anzeichen sein, dass die Leitungsbahnen des Baumes durch Borkenkäfer oder andere im Stamm fressende Insekten oder deren Larven geschädigt sind.

Wer Totholzhaufen anlegt, um mit diesen die Artenvielfalt im Garten zu fördern, sollte dieses Holz auf lebende Borkenkäfer und deren Larven prüfen – besonders, wenn man sich das Totholz von Dritten holt.

Wenn Borkenkäfer da sind

Findet man Thuja-Splintkäfer oder den Wacholder-Borkenkäfer schon im Sommer an Lebensbäumen, Scheinzypressen, Wacholder und anderen Zypressengewächsen, bevor sie sich in die Rinde eingebohrt haben, reicht das Herausschneiden und Entfernen befallener Triebe. Ist bereits der Stamm befallen, so muss im Winter das ganze Gehölz entfernt werden, bevor die Käfer schlüpfen und ausfliegen, um die nächsten Bäume zu befallen.

Sind einzelne Äste eines Baumes von einer der vielen Borkenkäferarten befallen, sollte man auch diese sofort entfernen. Sind Bäume ganz befallen, beispielsweise Fichten mit Buchdruckerbefall am Stamm, müssen sie gerodet und entfernt werden, bevor die Käfer ausfliegen, also im Spätwinter oder zeitigen Frühjahr.

Was man nicht tun sollte:

Man sollte keine Borkenkäfer-Lockstofffallen nahe bei potenziellen Wirtsbäumen anbringen, denn die locken Borkenkäfer aus der ganzen Umgebung an.

Das Schnittgut von mit Splintkäfern befallenen Thujen oder Wacholder sollte man nicht auf den Komposthaufen im Garten werfen, sondern in die Biotonne geben oder zu einer Grüngutannahmestelle fahren.

Der Baum muss weg – was ist zu bedenken?

Wer in einer Stadt oder Gemeinde mit Baumschutzverordnung wohnt, sollte bei der Behörde nachfragen, ob man für den speziellen Baum eine Genehmigung für die Fällung benötigt. Jede Stadt oder Gemeinde hat andere Vorschriften, welche Baumarten betroffen sind, ab welchem Stammumfang man eine Genehmigung braucht, welche Ausnahmen es gibt und anderes mehr. In der Regel stellt man den Antrag bei der jeweiligen Unteren Naturschutzbehörde – so beispielsweise in München, Bamberg und anderen Städten und Gemeinden.

Handelt es sich beim Befall des zu fällenden Baumes um eine Insektenart, die besonders geschützt ist, wie es beim Birnbaumprachtkäfer der Fall ist, muss vor einer Fällung ebenfalls die Untere Naturschutzbehörde kontaktiert werden.

Für das Fällen und Roden größerer Bäume sollte man eine Fachfirma für Baumpflege beauftragen, damit der Baum nicht auf dem Hausdach landet oder Menschen gefährdet werden. Profi-Unternehmen für Baumfällungen beraten, stellen Baumgutachten aus, fällen oder roden die Bäume auf sichere Art und nehmen den Baum dann mit oder lassen ihn abtransportieren. Die Kosten für die einzelnen Leistungen sollte man vor Auftragserteilung abklären.

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Gärtnern in Töpfen und anderen Pflanzgefäßen auf Balkonen, Terrassen/Dachterrassen, im Eingangsbereich und im Garten

Wie lassen sich Terrassen/Dachterrassen, Balkone, der Eingangsbereich oder besondere Bereiche im Garten schön gestalten und flexibel nutzen? Mit Pflanzgefäßen! In Töpfen, Kübeln, Schalen, Blumenkästen, Blumenspindeln, Blumenampeln, Pflanzkisten und Pflanzsäcken lassen sich Sommerblumen, Stauden und Gehölze der Pflanzenliebhaber genauso unterbringen wie Gemüse, Kräuter und sogar Obst der Selbstversorger und Naschkatzen. Der große Vorteil: Mit Pflanzgefäßen sind keine baulichen Veränderungen nötig, man ist vom Untergrund unabhängig und man kann jederzeit nach Geschmack umstellen.

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Buchtipp für Blumenliebhaber genauso wie Selbstversorger: Gärtnern in Töpfen* (und anderen Pflanzgefäßen) – auf Balkon und Terrasse, im Garten und Eingangsbereich

Vom Duftgarten auf dem Balkon, über den Kräutergarten neben der Outdoorküche auf der Terrasse bis hin zum Stauden- und Gehölzgarten in Kübeln auf einem Tiefgaragendach – mit Töpfen, Kübeln und anderen Pflanzbehältern kann man überall gärtnern, auch Anfänger! Und übrigens: auch Urban Gardening ist im Grunde ein Gärtnern in Töpfen, wenn man den Begriff „Töpfe“ als Synonym für alle Arten von Pflanzgefäßen verwendet, also auch Pflanzkisten und Erdesäcke.

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Der Buchumschlag kann vorne und hinten doppelt aufgeklappt werden. Dadurch liegt das Buch super in der Hand und dort haben wir ein paar Extras eingepackt.

Die meisten der Möglichkeiten des Gärtnerns in Pflanzgefäßen habe ich im Laufe von Jahrzehnten selbst erprobt. Schon während meines Studiums zur Gartenbau-Ingenieurin habe ich mit dem Gärtnern in Töpfen experimentiert – zuerst hauptsächlich mit Sommerblumen, mediterranen Kübelpflanzen und Tomaten, später mit ausgefallenen Obst- und Gemüsesorten und in den letzten Jahren zusätzlich mit winterharten Stauden und Gehölzen. Über viele meiner Erfahrungen mit dem Topfgärtnern habe ich in den letzten Jahren gebloggt. Auch diese und viele zusätzliche Tipps sind in das Buch Gärtnern in Töpfen* eingeflossen, das zum Jahresanfang 2019 im Ulmer Verlag erschienen ist.

In Gärtnern in Töpfen: Balkon und Terrasse mit Pflanzen gestalten*

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    Buchdaten im Überblick:

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    Gärtnern in Töpfen:*
    Balkon und Terrasse mit Pflanzen gestalten*
    Eva Schumann
    Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart, 1. Auflage (2019)
    Taschenbuch/Klappenbroschur, 128 S.,
    86 Farbfotos, 3 Farbzeichungen, 17 Tabellen
    ISBN 3-8186-0635-8

    Herzlichen Dank an den Ulmer Verlag in Stuttgart, der auch bei diesem Buch an mich und das Thema glaubte.

    * Werbelink

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    Trendgemüse Blumenkohl als Blumenkohl-Reis getestet

    Erst wurde aus unserem piefigen Grünkohl das Trendgemüse „Kale“, eines der aktuellen Superfoods, ohne das der gesundheitsbewusste Zeitgenosse den Tag nicht überlebt. Und nun wird aus Blumenkohl Blumenkohl-Reis – ein glutenfreies, kohlenhydrat- und kalorienarmes Convenience-Produkt, das in so ziemlich jede Diät passt. Dieser Blumenkohl-Reis, auch Blumenkohlreis geschrieben, wird nicht nur als Reisersatz und Sättigungsbeilage verwendet, sondern als Basis für viele Gerichte, sogar Kuchen. Was sind die Hintergründe? Wo kann man Blumenkohl-Reis bei uns kaufen? Wie kann man Blumenkohl-Reis selbst herstellen?
    Blumenkohl ist kalorienarm, enthält kaum Kohlenhydrate und so gut wie kein Fett. Er ist schon lange Bestandteil gesunder, bekömmlicher Ernährung. Dank neuer Essgewohnheiten, Diäten und Convenience-Produkten ist er zum Trendgemüse geworden.

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    Amerikanische Trends breiten sich meist etwas zeitverzögert auch bei uns in Europa und anderswo aus. Beispiel Smoothie: Pürierte oder breiige Obst-/Gemüsemixgetränke mit oder ohne Beimischung von Milchprodukten gab es schon lange und in vielen Kulturen, aber in den USA wurden sie im letzten Jahrhundert zum „Smoothie“ erhöht und über Franchise-Unternehmen als Gesundheits- und Schönheitsgetränk vermarktet und in riesigen Mengen unters Volk gebracht. Wenig später gab es diesen „Smoothie“-Trend auch bei uns.

    Auch viele andere Ernährungs- und Fitnesstrends schwappen aus den USA zu uns herüber, denn entgegen mancher bei uns über Amerikaner herrschenden Vorurteile essen die Menschen in den USA nicht alle nur Burger, Fritten und Pizza, sondern es gibt eine starke Szene gesundheitsbewusser Menschen und nicht wenige davon sind regelrechte Gesundheitsfanatiker – am bekanntesten dafür ist Kalifornien.

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    Einerseits sind ein Teil der Verbraucher und Verbraucherinnen zunehmend an gesunder Ernährung, Ernährung für Sportler oder Ernährung zum Abnehmen interessiert, andererseits gibt es auch viele, die von diesen Verbrauchertrends profitieren und sie deshalb fördern: Anbauer, Lebensmittelhandel allgemein, Naturkosthandel im Speziellen, Hersteller von speziellen Geräten zur Herstellung/Verarbeitung solcher Produkte zu Hause oder in der Gastronomie, des weiteren Restaurantketten, Restaurants sowie die verschiedenen Akteure der Medien, Social Media, der Medizin, der Alternativmedizin, Hersteller und Handel von passenden Convenience-Produkten und so weiter.

    Aus manchen „langweiligen“ Gemüsearten, die man lange Zeit vor allem mit Omas gutbürgerlicher Küche verband, wurden in den letzten Jahren Superfoods. Die herausgestellten Gesundheitseigenschaften lassen sich zwar manchmal mit dem Hinweis auf die PR-Arbeit von Profiteuren und Interessensverbänden abtun, aber oft stammen die neumodischen beworbenen Produkte aus Bio-Anbau, werden ernährungswissenschaftlich besser kombiniert sowie vitaminschonender verarbeitet und gegart als früher üblich – und sind dann tatsächlich gesünder. Davon abgesehen sind sie oft Bestandteil von Modediäten wie der Paleo-Diät oder anderen kohlenhyratarmen/Keto-Diäten oder sie eignen sich für eine vegane, vegetarische, lactose- und/oder glutenfreie Ernährungsweise.

    Kohlgewächse so gesund

    Kohlgewächse, zu denen auch Grünkohl und Blumenkohl gehören, enthalten viele Vitamine, Mineralstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe (bioaktive Substanzen wie Carotinoide und Senfölglycoside). Sie sollen Krankheiten vorbeugen und sogar heilende Wirkungen haben, angeblich sogar gegen Krebs. Allerdings gehen hitzeempfindliche Inhaltsstoffe beim traditionellen Kochen verloren. Schonender als langes Kochen in viel Wasser sind Dämpfen, Garen in der Mikrowelle oder das kurze Anbraten in heißem Öl unter Rühren im Wok.

    Kale – altes Kohlgemüse neu entdeckt
    Auch Grünkohl (Englisch: Kale) wurde in den USA neu entdeckt und zu einem Superfood gemacht, denn als Kohlgewächs trumpft er mit guten Inhaltsstoffen bei wenig Kohlenhydraten, Fett oder Kalorien auf – so passt er auch gut in jede Diät, egal ob jemand Kalorien sparen will oder auf Kohlenhydrate verzichtet (Keto-/Low-Carb- oder Paleo-Diäten). In jede Ernährungsweise passt er sowieso, egal ob vegan, vegetarisch oder Mischkosternährung.

    Blumenkohl klassisch

    Das traditionelle Blumenkohlgericht meiner Kindheit war der Blumenkohl als gekochte oder gedämpfte Beilage mit geschmolzener Butter zu Frikadellen und Kartoffeln. Später als ich selbst anfing zu kochen, liebte ich überbackene Blumenkohlgerichte aus dem Backofen oder Blumenkohl mit Käsesoße. Aber Blumenkohl ist vielseitig und schmeckt auch mit tomatigen Soßen – indem ich die Spaghetti der Spaghetti Bolognese ganz oder teilweise durch gedämpften Blumenkohl ersetzte, reduzierte ich die Kalorien.

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    Blumenkohl-Reis im Trend

    Bei uns neu ist der Blumenkohl-Reis (Riced Cauliflower, Cauliflower Rice, auch Low-Carb-Reis oder „Ersatzreis“ aus Blumenkohl genannt), den man in Amerika, England, bei Amazon* und inzwischen bei Edeka als vorbereitetes Tiefkühlgemüse kaufen kann. Mit Blumenkohl-Reis kann man Reis als Beilage oder als Zutat in Risottos und anderen Reisgerichten ersetzen (ähnlich wie man „Nudeln“ durch entsprechend geschnittene und zubereitete Zucchinis auch glutenfrei, kohlenhydratreduziert und kalorienarm ersetzen kann). Der Reis aus Blumenkohl hat etwa 85 % weniger Kalorien als „normaler“ Reis.

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    (Cauli Rice, Cauliflower Rice)

    In den USA gibt es solchen Blumenkohl-Reis auch „mit Geschmack“ zu kaufen, beispielsweise mit Zitrone & Knoblauch, mit Tomaten, Knoblauch & mediterranen Gewürzen, mit Käse oder anderem präpariert. Darüber hinaus gibt es weitere Convenience-Produkte basierend auf Blumenkohl wie Pizzaböden, Tortilla Chips, Bretzeln, Sandwichscheiben, Brownies und vieles mehr – beliebt nicht nur bei den Glutenallergikern, sondern bei allen, die Kohlenhydrate und/oder Kalorien sparen wollen oder müssen.

    Blumenkohl-Reis selbst machen

    Das Convenience-Produkt „Blumenkohl-Reis“ im Handel zu kaufen, ist teuer. Zum Glück kann man ihn leicht selbst machen. Ob der selbst gemachte Blumenkohl-Reis nachhaltiger als ein gekauftes Tiefkühlprodukt in einer Plastikverpackung ist, hängt von vielen Faktoren der einzelnen Situation ab: Vergleichen muss man beispielsweise beim Convenience-Produkt Rohstoffe, Produktion, (Verarbeitung), Verteilung und Vermarktung des Tiefkühl-Ersatzreises sowie auch die Entsorgung des Verpackungsmülls versus den relevanten Aspekten des frisch gekauften Blumenkohls wie Einkaufswege des Verbrauchers, mit welchem Fahrzeug, wie effizient das Einkaufen gehandhabt wird, wie hoch der Wasserverbrauch beim Gemüsewaschen ist, ob es es einen Komposthaufen für organische Abfälle gibt (die beim Blumenkohl doch erheblich sein können), und anderes mehr. Die Entscheidung muss jeder selbst auch aus seiner individuellen Situation heraus treffen. Ein großer Blumenkohl-Kopf kann in einer kleinen Küche bis zur Verarbeitung zu viel Platz wegnehmen und es bleibt auch viel Abfall, der sofort entsorgt werden muss, weil sonst die Wohnung nach Kohl riecht. In einem größeren Haushalt mit kühler Vorratskammer, Komposthaufen im Garten würde man sich wohl auf jeden Fall für das Selbermachen entscheiden.

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    Aus Rücksicht auf die eigene Nase sollte der Blumenkohl-Reis erst kurz vor der Verwendung hergestellt werden. Dazu wird der Blumenkohl-Kopf zunächst mit dem Messer in grobe Stücke geschnitten und dann mit einer Küchenmaschine zerkleinert, bis die Körnung etwa dem von gekochtem Reis entspricht. Alternativ kann man den Blumenkohl mit einer groben Käsereibe reiben (Bild).

    So wird aus rohem Blumenkohl Blumenkohl-Reis: Den Blumenkohl-Kopf mit einem Messer in Stücke schneiden, diese Stücke mit einer groben Reibe hobeln oder in einer Küchenmaschine nicht zu fein zerkleinern.
    Den Blumenkohl-Reis kann man beispielsweise in einer Pfanne anbraten und mit Butter, Zitrone, Salz, Pfeffer und Kräutern abschmecken.

    Gegart wird der Blumenkohl-Reis, indem man ihn entweder in der Mikrowelle erhitzt (und eventuell anschließend ausdrückt) oder in wenig Pflanzenöl zum Anbraten in einer beschichteten Pfanne (ersatzweise beschichteter Topf mit Deckel) unter gelegentlichem Rühren 5 bis 8 Minuten anbrät.

    Überschüssige Feuchtigkeit des in der Mikrowelle gegarten Blumenkohl-Reises kann man entfernen, indem man ihn zwischen sauberen Küchen-Handtüchern oder Papierhandtüchern ausdrückt.

    Wer Butter mag, schmeckt den „Ersatzreis“ zum Schluss mit etwas Butter, sonst nur mit Pfeffer, Salz und eventuell Zitronensaft ab.

    Der Blumenkohl-Reis passt sehr gut zu Omelett, Rührei, gebratenem Lachs, Fleischspeisen, würzigen Soßen und vielem anderen. Man kann ihn auch in bunte Gemüse-Aufläufe mischen und mit Käse überbacken. Mit der Suchmaschine findet man zahlreiche Rezepte, dazu einfach „Blumenkohlreis“, „caulirice“ o. Ä. eingeben.

    Blumenkohl-Reis auf Vorrat

    Wer Blumenkohl-Reis bevorraten will, kann den rohen Blumenkohl-Reis gleich nach dem Zerkleinen einfrieren. Bereits gegarter Blumenkohl-Reis hält sich einige Tage im Kühlschrank.

    Blumenkohl selbst anbauen
    Wer einen Garten hat, kann nicht nur den Blumenkohlreis aus gekauftem Blumenkohl selbst herstellen, sondern auch den Blumenkohl selbst anbauen und ernten. Allerdings ist Blumenkohl anspruchsvoll: Er braucht einen tiefgründigen, humusreichen Boden, viel Platz, Wasser und Nährstoffe. Die Anzucht vom Samen zur pflanzfertigen Jungpflanze dauert 6 bis 7 Wochen und ist nur zu empfehlen, wenn man einen hellen und warmen Platz dafür hat. Sicherer ist es, vor allem für die ersten Sätze, ist es, die Jungpflanzen beim Gärtner zu kaufen.
    Ab April kann man Blumenkohl ins Freie pflanzen. Der Boden sollte gut mit Kompost versorgt sein, der Pflanzabstand etwa 50 x 40 betragen. Beginnend etwa 4 Wochen nach der Pflanzung wird mehrmals gedüngt. Je nach Jahreszeit ist der Blumenkohl nach etwa 12 bis 16 Wochen erntereif.

    Mein persönliches Fazit zum Blumenkohl-Reis

    Ich freue mich, dass eine Gemüseart, die bei uns in Deutschland sowie bei unseren europäischen Nachbarn Frankreich, Italien und anderen angebaut wird, wiederentdeckt wird und in neuen Variationen unsere Küche belebt. Wer gesund und abwechslungsreich essen möchte, ist nicht auf Avocado, Chia & Co. aus fremden Ländern angewiesen.

    Meine Erfahrungen mit Blumenkohl als Reisersatz

    Oben: Haushaltsreis, unten: Blumenkohl-Reis

    Der Blumenkohl-Reis lässt sich sehr einfach und schnell garen und schmeckt mir persönlich sehr gut. Allerdings riecht und schmeckt er nach Blumenkohl. Ich persönlich werde ihn derzeit nur in/zu Gerichten essen, zu denen auch der Blumenkohlgeschmack passt, beispielsweise Blumenkohl-Reis mit Sauce Bolognese, mit Wurst oder Fleisch beziehungsweise deren veganen/vegetarische Ersatzprodukten, zum Omelette mit Käse, mit anderen Gemüsen zusammen in einem Mischgemüse oder in einem (überbackenen) Auflauf, als Puffer (mit Mehl und Ei) und anderem mehr.

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    Der Kühlschrank – treues Familienmitglied oder böser Stromfresser?

    Kühlschrank - mein neuer„Auf jeden Fall manchmal unwiderstehlich. Heute habe ich mein Leben ohne Kühlschrank vorerst beendet.“ Das war 2013. aktualisiert 2020

    Die meisten von uns vergleichsweise wohlhabenden Mittel- und Nordeuropäern können sich ein Leben ohne Kühlschrank kaum vorstellen. Der Kühlschrank ist in unseren Haushalten fast wie ein Familienmitglied, immer da und, wenn man Glück hat, einigermaßen verlässlich. Und wie ein Familienmitglied mag man ihn mal sehr und mal nicht so sehr – abhängig davon, ob er beispielsweise Versprechungen einhält oder nicht. Was den Kühlschrank von den anderen Familienmitgliedern unterscheidet: Wenn er nicht mehr funktioniert, wie er soll – weil er manchmal komische Geräusche macht oder seine Haushaltspflichten nicht erfüllt -, dann tauscht man ihn einfach gegen einen neuen aus.

    Als mein letzter Kühlschrank im Herbst 2010 nicht mehr die Kraft hatte, zu tun, wofür ich ihn Jahre zuvor angeschafft hatte, brachte ich es nicht über mich, ihn einfach zu entsorgen und zu ersetzen – er sah ja noch so gut aus – und gab ihm bis Anfang 2013 ein Gnadenbrot als Schrank. So begann mein Experiment, ohne Kühlschrank zu (über)leben.

    Jeder Mensch, dem ich erzählte, dass ich keinen funktionierenden Kühlschrank in der Wohnung habe, hielt mich für gestört oder sah mich mitleidig an, weil er vermutete, meine Geschäfte gingen schlecht und ich könnte mir keinen neuen Kühlschrank und seinen Betrieb (Stromkosten → Stromtarife vergleichen!*) leisten.

    Dem war zum Glück nicht so, sondern ich hatte mich entschlossen, das Leben ohne Kühlschrank zu erproben – mit meinen vielen Reisen/Fernreisen in jüngeren Jahren hatte ich energiesparmäßig und hinsichtlich CO2-Fußabdruck auch noch einiges gutzumachen.

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    Und ich fand das Leben ohne Kühlschrank eigentlich nicht einmal besonders schwierig – was aber auch daran lag, dass ich als freie Journalistin, Bloggerin und Buchautorin überwiegend zu Hause arbeite. Im Winter konnte ich sowieso manches in einer Kiste auf der Terrasse kühlen, im Sommer ging ich für kalte Getränke zum Bäcker, Bioladen, türkischen Lebensmittelladen oder einem Kiosk um die Ecke, wo riesige, gut gefüllte Kühlschränke stehen – die aber höhere Preise verlangen als der Supermarkt oder Getränkeläden mit ihren größeren Verpackungseinheiten.

    Außerdem, so stellte ich fest, half mir das automatisch vorsichtigere und gezielte Einkaufen im Alltag – tatsächlich warf ich (noch) weniger weg als vorher. Ich freute mich außerdem an meinen niedrigen Stromkosten, denn obwohl ich bei einem zertifizierten Ökostrom-Anbieter bin, der ausschließlich Strom aus erneuerbaren Energiequellen verkauft, und bei mir TV-Gerät, Notebook-Computer und Smartphone überbeansprucht werden, zahle ich monatlich gerade mal 26 Euro (seit 2020 sind es 31 Euro Abschlagzahlung) für meine Wohnung (die Stromkosten für Waschen im Waschkeller, Licht im Treppenhaus und anderer Gemeinschaftsstrom sind hier allerdings nicht enthalten).

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    Nach weiteren zweieinhalb Jahren Verwendung als Schrank war mein Kühlschrank dann doch ziemlich unansehnlich geworden und ich ließ mich überreden, mir einen neuen zu kaufen, den ich entweder als Schrank oder Kühlschrank nutzen wollte (Alleinstehender, gut aussehender Kühlschrank unter 50 gesucht), und mich von dem alten zu trennen.

    Bald nach der Online-Bestellung bei einem altbewährten Versandhändler kam der neue per Spedition (und nahm den alten mit). Ich war von seinem Anblick gleich so geblendet, dass ich die Trennung vom alten schnell vergaß. Immer wieder ging ich um ihn herum und begutachtete ihn. Er passte gut an seinen Platz. Beim Einschlafen hatte ich ein Lächeln auf den Lippen.

    Als ich den neuen Kühlschrank am nächsten Morgen an den Strom anschloss, um zu prüfen, ob er überhaupt funktionsfähig wäre, falls ich ihn denn als Kühlschrank nutzen wollte, da war da Licht und sein Weiß und Plexiglas blitzten mich an. Ich konnte nicht anders: Ich stellte die Lebensmittel, die ich auf der Terrasse aufbewahrt hatte, in den neuen Kühlschrank und schaute mir das Stillleben an. Und ich wusste, so schnell würde ich ihm seinen Lebenssaft Strom nicht wieder nehmen können. Er gehört jetzt zu mir: als Kühlschrank, nicht als Schrank. Und wenn er mal komische Geräusche macht, dann werde ich das auch ertragen, genauso wie die Kosten für 165 kWh/Jahr an Energieverbrauch – bei 25,75 Cent/kWh sind das etwa 42,50 Euro/Jahr (lt. Hersteller: Kühlraum 87 l, Gefrierraum *** 9 l, A+), errechnete ich.

    Nachtrag 2020 Jetzt nach 7 Jahren würde ich die Frage im Titel so beantworten: Mein Kühlschrank ist ein treues Familienmitglied! Meine Stromkosten sind zwar jetzt höher als 2012, aber erstens sind in den letzten 7 Jahren die Strompreise gestiegen und zweitens habe ich mehr stromverbrauchende Geräte als damals. Mit der Kühlleistung des Kühlschranks bin ich jetzt nach fast 7 Jahren immer noch zufrieden, und ja – auch er macht nachts manchmal komische Geräusche (vor allem, wenn ich nicht abgetaut habe), doch weniger als mein Notebook, das nachts für automatische Upgrades aus dem Schlaf gerissen wird (inzwischen abgestellt, das nervt zu sehr). Weniger zufrieden bin ich allerdings mit der Abdeckplatte des Gerätes – die ist leider aus billigstem Kunststoff, der schnell Sprünge bekam. Um die Nachhaltigkeit eines Gerätes zu beurteilen, müsste man eigentlich solche Faktoren auch einbeziehen – allerdings findet man dazu wenig. Mancher Kunststoff von Haushaltsgeräten neigt zu Sprüngen, anderer wird mit der Zeit unansehnlich gelb, wie beispielsweise meine Spülmaschine. Die Abdeckplatte für einen Kühlschrank kann man je nach Modell austauschen oder notfalls mit einer Auflage verbergen, aber was tut man, wenn das ganze Gerät mit der Zeit gelb wird? In mir sträubt sich mal wieder alles dagegen, ein funktionierendes Gerät, meine Spülmaschine, die offensichtlich auch nicht viel Strom verbraucht, gegen ein Neugerät zu ersetzen. Andererseits, wie lange halte ich diesen Anblick (und mitleidige Blicke von besuchenden Freunden darüber) noch aus?

    * Werbelink

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