Anschaffung eines Gewächshauses: Worauf kommt es an? Die sechs wichtigsten Aspekte.

Bevor man sich an den Kauf eines Gewächshauses für den Garten, die Dachterrasse oder den Balkon macht, sollte man sich über ein paar Aspekte klar werden. Dies sind die sechs wichtigsten Fragen, die man sich über das zukünftige Gewächshaus stellen sollte:

Wofür will man (und wer will) das neue Gewächshaus nutzen, denn je nachdem ist eine andere Konstruktion, Verglasung und Gewächshausausstattung notwendig. Beispiele:

1. Welche Nutzung ist geplant?

In diesem ungeheizten Gewächshaus in Bayern wird das Gemüseanbaujahr verlängert und zusätzlich eine Weinrebe kultiviert (Bild aufgenommen im alten Weihenstephaner Kleingarten)

Ein Gewächshaus, das nur den Gemüseanbau im Frühjahr verfrühen und im Herbst verlängern soll, muss vergleichsweise wenige Anforderungen erfüllen, beispielsweise gut belüftbar sein, damit es an sonnigen Frühjahrstagen und im Sommer nicht zu Hitzeschäden an den Pflanzen kommt. Schon mit einer Folienabdeckung über einer einfachen Holz-, Kunststoff- oder Metallkonstruktion kann man etwas erreichen. Es ist daher in der Anschaffung günstiger.



Wer nur niedrige Pflanzen kultiviert, kommt oft auch mit einem Erdgewächshaus zurecht, bei dem nur das Dach über die Erdoberfläche hinausragt und die Pflanzen auf Tischen aufgestellt oder in Tischbeeten kultiviert werden. Der Gärtner oder die Gärtnerin betritt das Erdgewächshaus über eine Treppe nach unten. Entweder wird im Gewächshaus nur der Gang ausgehoben, so dass man ohne sich zu bücken im gewachsenen Boden arbeiten kann, oder es wird das ganze Gewächshaus ausgehoben und darin Tische aufgestellt. Wichtig ist, dass die Seiten des Aushubs sicher befestigt werden und dass das Gewächshaus auch vor Überflutungen geschützt wird.

Sehr hohe Pflanzen, wie beispielsweise große Palmen und wärmebedürftige Gehölze (Kübelpflanzen), die in einem Gewächshaus überwintern oder ständig stehen sollen, benötigen ein entsprechend hohes Gewächshaus. Hohe Gewächshäuser sind aber besonders den Kräften des Windes ausgesetzt, was unbedingt bei der Wahl des Fundamentes beachtet werden muss.

Anzeige


Soll das Gewächshaus auch mit dem Schubkarren befahrbar sein oder auch Rollstuhlfahrer hineinfahren können, braucht man ein Gewächshaus mit breiter Tür und niedriger Türschwelle (über die man eine Türschwellenrampe legen kann). Braucht man die Tür als Lüftungfläche, aber muss man das Gewächshaus gegen Hasen oder andere Eindringlinge sichern, nimmt man ein Gewächshaus mit einer Tür, bei der man bei Bedarf nur die obere Hälfte öffnen kann.

2. Welcher Standort kommt infrage?

Ebenfalls eine wichtige Überlegung bereits vor der Anschaffung: Wo soll das Gewächshaus aufgestellt werden? Hat man überhaupt einen geeigneten Standort? Man benötigt einen Ort, an dem ausreichend Platz für eine waagerechte Fläche in der Größe des Gewächshauses vorhanden ist oder hergestellt werden kann.

Anzeige


Für fast alle Nutzungsarten benötigt man in unseren Breiten einen Platz mit viel Licht, denn das ist bei uns im Winter knapp. Auch die Aufstellungsrichtung (Nord-Süd oder Ost-West) sollte man der Nutzungsart entsprechend planen, je nachdem, ob das Gewächshaus nur ungeheizt für den verlängerten Gemüseanbau oder ganzjährig beheizt genutzt wird.

Ein Platz an der Nordseite im Vollschatten eines Hauses war bisher für keine Nutzungsart zu empfehlen und ist es auch heute nur dann, wenn man kein Problem mit Extrakosten für Technik und Energie hat. Inzwischen gibt es nämlich Beleuchtungsmöglichkeiten, mit denen man Pflanzen selbst in lichtlosen Containern kultivieren kann, ohne dass sich die Pflanzenoberflächen oder der Raum – wie früher bei älterer Technik – viel zu stark aufheizen. Allerdings kann man das nur bei Verwendung von Ökostrom guten Gewissens empfehlen. Und wer nach Nachhaltigkeitsprinzipien lebt, muss auch den Aufwand für die Herstellung und den Betrieb technischer Ausstattung berücksichtigen.

Anzeige


Nochmal zurück zum windexponierten Standort: An diesem spielt nicht nur eine hochwertige Konstruktion, sondern auch das Fundament eine besondere Rolle – ein paar Anker im Boden reichen nicht aus, sondern man braucht eine sichere Verbindung mit einem stabilen Fundament, mit dem das Gewächshaus auch bei einem Sturm sicher am Boden gehalten wird.

An Standorten, an denen es häufig hagelt, sollte man lieber kein Normalglas zur Gewächshauseindeckung verwenden, das nach einem Unwetter die Ernte und den Boden mit scharfen Glasscheiben verunreinigt, sondern lieber Sicherheitsglas (Einscheibensicherheitsglas, ESG, oder Verbundsicherheitsglas, VSG), Stegdoppelplatten mit einer Garantie auf die Hagelfestigkeit oder ein anderes bruchsichereres Eindeckungsmaterial wählen.

Die Kombination aus Nutzungsart und Standort bestimmt nicht nur maßgeblich, wie die Konstruktion (Aluminium, Holz o. a.) und die Eindeckung (Glas, Kunststoff, Folie und anderes) beschaffen sein sollten, sondern auch die weitere Ausstattung, die Anforderungen an die Lüftung, Schattierung, Energiesparschirme und so weiter.

Anzeige


3. Welche optische Veränderung durch das Gewächshaus ist erlaubt oder gewünscht?

Ein Gewächshaus verändert das Bild des Gartens, des Hauses, des Dachgartens oder wo immer man das Gewächshaus aufstellen will.
Ein Erdgewächshaus, beispielsweise mit einer Dachkonstruktion aus dunklem Holz und Glas, fügt sich harmonisch in einen Garten ein, ohne ihn optisch arg zu verändern. Höhere und größere Gewächshäuser können das Bild des Gartens total verändern – je nach Art der Form und verwendeten Materialien. Der Stil des Gewächshauses (rustikal, romantisch, minimalistisch oder vielleicht sogar futuristisch) sollten zum sonstigen Garten, zum Haus und den darin lebenden Menschen passen.

4. Wie groß soll das Gewächshaus sein?

Ein Gewächshaus muss so groß sein, dass man die üblichen Tätigkeiten bequem ausführen kann. Beispiele:

Wer Gemüse im Boden eines Gewächshauses im Garten kultivieren möchte, beispielsweise im zeitigen Frühjahr Kohlrabi, Rettich und Salat, im Sommer Tomaten, Paprika und Auberginen und im Herbst Feldsalat für den Winter pflanzen will, braucht ausreichend Platz um Gartengeräte wie Grabgabel, Rechen und anderes bequem stehend einsetzen zu können und ohne dass die Gefahr besteht, mit dem Stiel durch die Seitenwand zu schlagen. Zu empfehlen sind 3 x 4 m Grundfläche bei einer Höhe von mindestens 2 m.

Wer seine Jungpflanzen vor dem Auspflanzen draußen abhärten, aber nachts vor Frost schützen will, braucht eigentlich nur ein Frühbeet im Garten oder eine Art „gläsernen Schrank mit Stellfläschen“ auf dem Balkon, den man bei Sonne lüften und nachts mit einem wärmenden Material zudecken kann.

Anzeige


5. Braucht man eine Genehmigung für das Gewächshaus?

Die Vorschriften zur Genehmigungspflicht oder -freiheit von Gewächshäusern und Ähnlichem findet man in der Landesbauordnung des jeweiligen Bundeslandes, in welchem das Gewächshaus aufgestellt werden soll. Zuverlässige Auskunft erhält man beim jeweiligen Stadtbauamt, Bauamt des Landratsamts oder der ansonsten regional zuständigen Behörde. Ist das Bauvorhaben genehmigungspflichtig, erhält man dort auch Informationen, welche Unterlagen man einreichen muss.

Auch bei der Aufstellung genehmigungsfreier Konstruktionen sind Baulinien (Positionsvorschriften) und Grenzabstände einzuhalten und es müssen unter Umständen vorhandene Bestimmungen des Denkmalschutzes beachtet werden.

In Kleingartenanlagen muss man sich außerdem nach deren Satzung richten, als Mieter eines Hauses mit Garten braucht man die Genehmigung des Vermieters, als Eigentümer einer Wohnung in einer Eigentumswohnanlage benötigt man die Zustimmung der Eigentümerversammlung, bevor man irgendeine bauliche Maßnahme oder Veränderung vornimmt.

Anzeige


6. Wie viel Geld kostet das Gewächshaus meiner Träume?

Das Budget, das man ausgeben kann oder will, limitiert nicht nur die Größe des Gewächshauses, sondern auch die Qualität der Konstruktion, des Eindeckungsmaterial und der sonstigen Ausstattung – und kann dadurch auch die Nutzungsmöglichkeiten von vorneherein einschränken.

Während man den Gemüseanbau schon in einem einfachen, preisgünstigen Folienhaus oder sogar in einem Frühbeet (am besten mit hochstellbaren Fenstern) verlängern und verbessern kann, muss man für ein Gewächshaus, das ganzjährig beheizt und für wärmebedürftige Pflanzen genutzt werden soll, mehr auf den Tisch legen, denn hochwertige Konstruktionsprofile ohne Wärmebrücken, gut isolierende Eindeckungsmaterialien, Heizung, Zusatzbeleuchtung und so weiter haben ihren Preis.

Für grundsätzlich alle Gewächshäuser sind große Lüftungsöffnungen wichtig, denn im Sommer wird es in Gewächshäusern mit zu kleinen Fenstern schnell zu heiß.

Ein Gewächshaus kann gar nicht genug Fenster haben, da unsere Sommer phasenweise sehr heiß sein können. Schattiermatten, die man über das Dach legt, lindern zwar auch ein wenig während extremer Wetterperioden, aber frische Luft ist für die Gesunderhaltung fast aller Pflanzen sehr wichtig. Unbedingt empfehlenswert sind auch automatische Lüfter, die von alleine mit dem Lüften beginnen, sobald eine bestimmte Temperatur erreicht ist.

Buchtipps:

Umfassendes Gewächshaus-Buch für alle Nutzungsarten einschließlich Kübelpflanzen und Zimmerpflanzen:

Das Kleingewächshaus*
Technik und Nutzung

Eva Schumann/Gerhard Milicka 
Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart: 5. Auflage (13. Juni 2019)
gebundenes Buch, 319 Seiten
ISBN 3-8186-0822-9
-> Online-Bestellung*

Gewächshaus-Taschenbuch für Selbstversorger (Gemüse- und Kräuteranbau):

Gewächshaus und Frühbeet*
erfolgreich nutzen für den eigenen Gemüseanbau

Eva Schumann
Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart: 1. Auflage (22. Juni 2017)
Taschenbuch, 128 Seiten
ISBN 3-8001-5667-9
-> Online-Bestellung*

* Buchabbildungen, Links in Anzeigen und mit Asterisk gekennzeichnete Links sind Werbelinks

tinto-Projekte zum Thema Garten

Alle Garten-Webprojekte von Eva Schumann Online Publikationen alias tinto im Überblick:

Das könnte Sie auch interessieren:

Anzeige


Veröffentlicht unter Bücher, Garten und Pflanzen, Gewächshaus, Immobilien, Mitreden, Öko-/Bio-Themen, Selbstverwirklichung, tinto-Bücher, Urban Gardening, Wohnen und Garten | Verschlagwortet mit , , , , | Kommentare deaktiviert für Anschaffung eines Gewächshauses: Worauf kommt es an? Die sechs wichtigsten Aspekte.

Gärtnern in Töpfen und anderen Pflanzgefäßen auf Balkonen, Terrassen/Dachterrassen, im Eingangsbereich und im Garten

Wie lassen sich Terrassen/Dachterrassen, Balkone, der Eingangsbereich oder besondere Bereiche im Garten schön gestalten und flexibel nutzen? Mit Pflanzgefäßen! In Töpfen, Kübeln, Schalen, Blumenkästen, Blumenspindeln, Blumenampeln, Pflanzkisten und Pflanzsäcken lassen sich Sommerblumen, Stauden und Gehölze der Pflanzenliebhaber genauso unterbringen wie Gemüse, Kräuter und sogar Obst der Selbstversorger und Naschkatzen. Der große Vorteil: Mit Pflanzgefäßen sind keine baulichen Veränderungen nötig, man ist vom Untergrund unabhängig und man kann jederzeit nach Geschmack umstellen.

Buchtipp Gärtnern in Töpfen - Garten, Terrasse, Balkon, Eingangsbereich - Werbelink Amazon.de

Buchtipp für Blumenliebhaber genauso wie Selbstversorger: Gärtnern in Töpfen* (und anderen Pflanzgefäßen) – auf Balkon und Terrasse, im Garten und Eingangsbereich

Vom Duftgarten auf dem Balkon, über den Kräutergarten neben der Outdoorküche auf der Terrasse bis hin zum Stauden- und Gehölzgarten in Kübeln auf einem Tiefgaragendach – mit Töpfen, Kübeln und anderen Pflanzbehältern kann man überall gärtnern, auch Anfänger! Und übrigens: auch Urban Gardening ist im Grunde ein Gärtnern in Töpfen, wenn man den Begriff „Töpfe“ als Synonym für alle Arten von Pflanzgefäßen verwendet, also auch Pflanzkisten und Erdesäcke.

Buchtipp Gärtnern in Töpfen - Garten, Terrasse, Balkon, Eingangsbereich - Werbelink Amazon.de
Der Buchumschlag kann vorne und hinten doppelt aufgeklappt werden. Dadurch liegt das Buch super in der Hand und dort haben wir ein paar Extras eingepackt.

Die meisten der Möglichkeiten des Gärtnerns in Pflanzgefäßen habe ich im Laufe von Jahrzehnten selbst erprobt. Schon während meines Studiums zur Gartenbau-Ingenieurin habe ich mit dem Gärtnern in Töpfen experimentiert – zuerst hauptsächlich mit Sommerblumen, mediterranen Kübelpflanzen und Tomaten, später mit ausgefallenen Obst- und Gemüsesorten und in den letzten Jahren zusätzlich mit winterharten Stauden und Gehölzen. Über viele meiner Erfahrungen mit dem Topfgärtnern habe ich in den letzten Jahren gebloggt. Auch diese und viele zusätzliche Tipps sind in das Buch Gärtnern in Töpfen* eingeflossen, das zum Jahresanfang 2019 im Ulmer Verlag erschienen ist.

In Gärtnern in Töpfen: Balkon und Terrasse mit Pflanzen gestalten*

  • stelle ich viele Möglichkeiten vor, die man mit einem Topfgarten hat, beispielsweise Blütenträume ausleben, ein Duftpflanzenparadies schaffen, Bienen, Schmetterlingen und Nützlingen helfen, einen Erntegarten auf kleinem Raum verwirklichen oder die künstlerische Leidenschaft austoben und anderes mehr,

Buchtipp Gärtnern in Töpfen - Garten, Terrasse, Balkon, Eingangsbereich - Werbelink Amazon.de
Dieses Buch hilft Ihnen, Ihren Stil zu finden und sich pflanzenbau-, stil- und technikmäßig erfolgreich auszuleben.
Buchtipp Gärtnern in Töpfen - Garten, Terrasse, Balkon, Eingangsbereich - Werbelink Amazon.de
  • gebe ich Gärtnerwissen zum richtigen Pflanzen, Bewässern, Düngen, Pflegen und Gesunderhalten von Sommerblumen, Stauden, Gehölzen, Kräutern, Gemüse und Obst in Töpfen und Kübeln weiter – natürlich umweltfreundlich,
  • Buchtipp Gärtnern in Töpfen - Garten, Terrasse, Balkon, Eingangsbereich - Werbelink Amazon.de
    Das Buch enthält viele Tabellen zum Nachschlagen, welche Pflanzen an welchem Standort, für welche Jahreszeit oder welche für mehrjährige Bepflanzung geeignet sind.
    Buchtipp Gärtnern in Töpfen - Garten, Terrasse, Balkon, Eingangsbereich - Werbelink Amazon.de
    Tabelle: Pflanzen für den Herbst (Beispiel)
  • zeige, wie man durch die vertikale Raumnutzung mehr Platz für Pflanzen schafft,
  • informiere über die verschiedenen Pflanzerden und Topfmaterialien,
  • gehe auf die Frostfestigkeit der Pflanzgefäße ein,
  • liste Pflanzen für Bepflanzungen nach Jahreszeit und zusätzlich für mehrjährige Bepflanzungen auf,
  • zeige, wie man einen persönlichen Gestaltungsstil entwickelt,
  • welche Wirkung man mit Solisten im Vergleich zum choreografierten Zusammenspiel von Pflanzen erzielt und vieles mehr.
  • Buchtipp: Gärtnern in Töpfen - Garten, Terrasse, Balkon, Eingangsbereich - Werbelink Amazon.de
    Mit dem Arbeitskalender behalten auch Einsteiger den Überblick.

    Das Buch soll Anfängern den Einstieg ins Gärtnern in Töpfen einfach machen, damit aus dem Funken eines ersten Interesses durch den Erfolg ein Feuer werden kann, und ich möchte fortgeschrittenere Hobbygärtner mit neuen Ideen zur Pflanzenauswahl und zur Gestaltung mit Pflanzen unterstützen.

    Buchdaten im Überblick:

    Buchtipp Gärtnern in Töpfen - Garten, Terrasse, Balkon, Eingangsbereich - Werbelink Amazon.de

    Gärtnern in Töpfen:*
    Balkon und Terrasse mit Pflanzen gestalten*
    Eva Schumann
    Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart, 1. Auflage (2019)
    Taschenbuch/Klappenbroschur, 128 S.,
    86 Farbfotos, 3 Farbzeichungen, 17 Tabellen
    ISBN 3-8186-0635-8

    Herzlichen Dank an den Ulmer Verlag in Stuttgart, der auch bei diesem Buch an mich und das Thema glaubte.

    * Werbelink

    Das könnte Sie auch interessieren

    Anzeige
    Veröffentlicht unter Bücher, Garten und Pflanzen, Gewächshaus, Mitreden, Öko-/Bio-Themen, Selbstverwirklichung, tinto-Bücher, Urban Gardening, Wohnen und Garten | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , , , | Kommentare deaktiviert für Gärtnern in Töpfen und anderen Pflanzgefäßen auf Balkonen, Terrassen/Dachterrassen, im Eingangsbereich und im Garten

    Wann beginnen Frühling, Sommer, Herbst und Winter?

    Wann beginnen die Jahreszeiten? Der Frühling? Der Sommer? Der Herbst? Und der Winter? Kommt drauf an, wen man fragt! Während die einen die Bewegungen der Himmelskörper verfolgen und komplizierte Berechnungen anstellen, machen sich andere den Frühling so, wie er sich am besten statistisch auswerten lässt und wieder andere schauen einfach auf die Zeichen in die Natur.

    So sieht der Frühling, genauer der April, in der Realität manchmal aus: Nach sommerlich heißen Tagen mit Temperaturen über 25 °C, kommt der Winter mit Schnee und Frost zurück.
    So werden die Jahreszeiten nach dem astronomischen, meteorologischen und dem phänologischen Kalender bestimmt.

    Astronomische Jahreszeiten

    Die Astronomen erstellen Kalender auf Basis der Bewegungen der Himmelskörper. Kalender, deren Zeiteinteilung auf dem Lauf der Erde um die Sonne basieren, heißen Solarkalender. Andere, die sich am Lauf des Mondes oder am Verlauf des Mondes vor dem Fixsternhimmel orientieren (Lunarkalender). Und natürlich gibt es auch Kombinationen daraus.

    Die Jahreszeiten nach dem astronomischen Kalender in Form einer Jahreszeitenuhr, wobei der 1. Januar hier bei 9.00 Uhr liegt.
    Die Jahreszeiten nach dem astronomischen Kalender in Form einer Jahreszeitenuhr, wobei der 1. Januar hier bei 9.00 Uhr liegt.

    Zur Veranschaulichung:

    Kalendermonate als Uhr angeordnet, wobei der 1. Januar auf 9 Uhr liegt.
    Kalendermonate als Uhr angeordnet, wobei der 1. Januar auf 9 Uhr liegt.

    Der bei uns am meisten gebräuchliche Kalender ist in der Regel der Gregorianische Kalender. Er ist ein Sonnenkalender und hat eine Jahreslänge von 365,2425 Tagen, die sich auf 12 Monate verteilen. Die Nachkommastellen werden durch Schaltjahre ausgeglichen: Auf 3 Jahre mit 365 Tagen folgt ein Schaltjahr mit 366 Tagen, wobei der zusätzliche Tag der 29. Februar ist. Damit im Laufe der Jahrhunderte nun kein Überhang in die andere Richtung entsteht, werden pro 400 Jahre 3 Schaltjahre weggelassen.

    Anzeige


    Wann ist Frühlingsanfang?

    Bei uns auf der Nordhalbkugel der Erde beginnt der Frühling mit der Tagundnachtgleiche (Äquinoktium) und dauert etwa 92 Tage. Die Tagundnachtgleiche liegt im gregorianischen Kalender zwischen dem 19. März (erstmals 2048) und dem 21. März (zuletzt 2011, erst wieder im 22. Jahrhundert). Derzeit fällt sie auf den 20. März.

    Wann ist Sommeranfang?

    Der Sommer beginnt mit der Sommer-Sonnenwende (Solstitium), der größten Mittagshöhe über dem Horizont, die entweder auf den 20. oder den 21. Juni fällt, und dauert etwa 93 Tage. Derzeit fällt die Sommer-Sonnenwende auf den 21. Juni.

    Wann ist Herbstanfang?

    Der Herbst wird von der Herbst-Tagundnachtgleiche eingeläutet, die ist am 22. oder am 23. September, und dauert etwa 90 Tage. 2021 fällt sie auf den 22. September, 2022 und 2023 auf den 23. September.

    Wann ist Winteranfang?

    Der Winter beginnt mit der Winter-Sonnenwende, dem niedrigsten Mittagsstand der Sonne, die auf den 21. oder 22. Dezember fällt. Er dauert etwa 89 Tage. Derzeit beginnt der Winter astronomisch meist am 21. Dezember, nur im Jahr 2023 am 22. Dezember.

    Anzeige


    Meteorologische Jahreszeiten

    Im meteorologischen Kalender beginnt die Jahreszeit am ersten Tag des Monats, in welchem die Jahreszeit nach dem astronomischen Kalender beginnt.
    Im meteorologischen Kalender beginnt die Jahreszeit am ersten Tag des Monats, in welchem die Jahreszeit nach dem astronomischen Kalender beginnt.

    Die meteorologischen Jahreszeiten sind an die Jahreszeiten des astronomischen Kalenders gekoppelt. So beginnt jede Jahreszeit im meteorologischen Jahreszeitenkalender am ersten Tag des Monats, in welchem der Beginn der astronomischen Jahreszeit liegt, und dauert drei volle Monate. Die meteorologischen Jahreszeiten erleichtern die Erfassung und statistische Auswertung von Klimadaten.

    Wann beginnt der Frühling?

    Der meteorologische Frühling dauert im meteorologischen Kalender vom 1. März bis zum 31. Mai.

    Wann beginnt der Sommer?

    Der meteorologische Sommer beginnt am 1. Juni und endet am 31. August.

    Wann beginnt der Herbst?

    Als meteorologische Herbst wird die Zeit vom 1. September bis zum 30. November bezeichnet.

    Wann beginnt der Winter?

    Winter ist im meteorologischen Kalender die Zeit vom 1. Dezember bis Monatsende Februar.

    Auf den Webseiten des Deutschen Wetterdienstes (https://www.dwd.de/) kann man aktuelle und historische Wetterdaten als Tageswerte und als Monatswerte recherchieren.

    Anzeige


    Phänologische Jahreszeiten

    Die Natur richtet sich nach dem Klima und Wetter an einem bestimmten Standort und zeigt uns, in welcher Jahreszeit sie sich wirklich befindet.

    Wenn sich die männlichen Blüten der Hasel öffnen, ist die Natur an diese Standort in diesem Jahr im Vorfrühling.
    Wenn sich die männlichen Blüten der Hasel öffnen, ist die Natur an diese Standort in diesem Jahr im Vorfrühling.

    Flora und Fauna zeigen uns, in welcher phänologischen Phase sie sich tatsächlich befinden: mit dem Beginn der Blüte bestimmter Zeigerpflanzen, ihrer Blattentfaltung, Fruchtbildung, Fruchtreife, Blattfärbung oder dem Blattfall. Und diese Erscheinungen hängen vom tatsächlichen Wetterverlauf an diesem Standort im jeweiligen Jahr ab.

    Der phänologische Jahreskalender unterteilt das Jahr in zehn phänologische Jahreszeiten, die je nach Region und von Jahr zu Jahr variieren.

    Vorfrühling

    Der Vorfrühling beginnt im Durchschnitt etwa Ende Februar/Anfang März und dauert etwa 35 Tage. Zeigerpflanzen für den Vorfrühling sind die Hasel, genauer das Aufblühen der männlichen Blüten, die Schneeglöckchen sowie die Vollblüte vom Winterjasmin.

    Erstfrühling

    Der Erstfrühling startet ab etwa Ende März/Anfang April, wenn die Forsythien auflühen und Stachel- und Johannisbeeren beginnen, ihre Blätter zu entfalten. Er dauert im Durchschnitt 32 Tage.

    Vollfrühling

    Ab etwa Ende April/Anfang Mai, wenn Apfelbaum und Flieder blühen und die Eichen ihr Laub entfalten, sind wir im Vollfrühling. Er dauert ungefähr 30 Tage.

    Apfelbäume blühen etwa Ende April/Anfang Mai. Willkommen im Vollfrühling!
    Apfelbäume blühen etwa Ende April/Anfang Mai. Willkommen im Vollfrühling!

    Frühsommer

    Der Frühsommer beschert uns etwa Ende Mai/Anfang Juni die Blüte von Holunder, Robinie und Roggen. Er dauert ungefähr 22 Tage.

    Anzeige


    Hochsommer

    Der Hochsommer beginnt etwa Mitte/Ende Juni. Die Johannisbeeren reifen, die Sommerlinden blühen und die Wintergerste wird ernterif. Der Hochsommer dauert etwa 44 Tage.

    Spätsommer

    Der Spätsommer ist Erntezeit. Ab etwa Anfang August reifen die Frühäpfel, Felsenbirne und Vogelbeere. Der Spätsommer dauert ca. etwa 23 Tage.

    Frühherbst

    Der Frühherbst beginnt etwa Ende August und dauert ungefähr 25 Tage. Die Blüte der Herbstzeitlose, die Reife des Schwarzen Holunders und die Reife der Haselnüsse fallen in den Spätherbst.

    Vollherbst

    Im Vollherbst reifen Rosskastanie, Walnus und Quitte. Der Vollherbst beginnt etwa Ende September und dauert ca. 24 Tage.

    Anzeige


    Spätherbst

    Wenn Rosskastanie und Stieleiche das Laub verlieren, ist der Spätherbst ins Land gezogen. Das ist ab etwa Mitte Oktober der Fall. Der Spätherbst dauert ca. 19 Tage.

    Winter

    Der Winter beginnt etwa Anfang November. Es herrscht weitgehend Vegetationsruhe. Er dauert im Schnitt 111 Tage.

    * Werbelink
    ** Die Zeitangaben im phänologischen Kalender sind mittlere Werte der Jahre 1981 – 2010 (Quelle: Klima und Pflanzen – Phänologie (Faltblatt DWD))

    Das könnte Sie auch interessieren

    Anzeige


    Veröffentlicht unter Garten und Pflanzen, Mitreden, Öko-/Bio-Themen | Verschlagwortet mit , , , , , , , , | Kommentare deaktiviert für Wann beginnen Frühling, Sommer, Herbst und Winter?

    Mehrjährige Pflanzenfreude auf Balkonien und Terrassien

    Auch im Topfgarten auf Balkon, Terrasse oder Dachterrasse kann man mehrjährige Pflanzen anbauen – sowohl solche fürs Auge und Gemüt als auch Köstlichkeiten für den Gaumen. Tipps zum Anbau in Pflanzgefäßen. (aktualisiert 2021)

    Topfgarten mit mehrjährigen Pflanzen

    Mehrjährige Pflanzen in Töpfen und Kübeln: Lavendel, Weißer Scheinsonnenhut/Purpursonnenhut Echinacea purpurea, Schmetterlingsflieder und andere

    Viele urbane Gärtner und andere Hobbygärtner, die wenig Platz für ihre Gartenleidenschaft haben, weil sie beispielsweise nur einen Balkon oder eine Terrasse/Dachterrasse nutzen können, beschränken sich bei ihrer Pflanzenauswahl auf einjährige Sommerblumen und vielleicht ein paar nicht winterharte Kräuter, die sie in Kästen, Kübeln und Töpfen anbauen. Manche haben vielleicht noch ein paar Balkontomaten oder Chili-Pflanzen in irgendeiner Ecke stehen, doch erst wenige trauen sich an mehrjährige Pflanzen heran.

    Bei winterharten Pflanzen für den Balkon denken die meisten auch eher an (Zwerg-) Koniferen oder andere immergrüne Gehölze als an mehrjährige Stauden und laubabwerfende Obst- oder Ziergehölze. Sie fürchten, dass diese im Winter draußen erfrieren, wenn sie im Topf, Kübel, Pflanzkasten oder anderen Pflanzgefäßen und nicht in gewachsenem Boden stehen oder einen Überwinterungsplatz im Gewächshaus erhalten.

    Anzeige

    Ich habe im Laufe der Jahre jedoch mit einigen mehrjährigen Kräutern, Stauden und (Obst-) Gehölzen in meinem Topfgarten gute Erfahrungen gemacht – damit meine ich nicht Kübelpflanzen, die man im Gewächshaus überwintert, sondern Pflanzen im Kübel/Pflanzgefäß bei Überwinterung im Freien!

    Eine Herausforderung ist der Standort meines Topfgartens: Er befindet sich auf einem begrünten Tiefgaragendach in Oberbayern (kalte Winter), an der Südseite eines Wohnhauses (sehr heiße Sommer).

    Die Pflanzgefäße in meinem Topfgarten waren lange vorwiegend aus Ton/Terrakotta, bis auf ein paar schwarze Kübel aus der Studentenzeit. Zwar hätte mir schon immer auch Stein gut gefallen hätte, war mir jedoch zu schwer und zu teuer. Inzwischen experimentiere ich mit einigen der modernen Kübelmaterialien wie Metall in Rostoptik oder Fiberglas-Steingemische (Verbundmaterialien).

    Weißer Purpursonnenhut Echinacea purpurea ‚Baby Swan‘ in einem Pflanzkübel aus einem Verbundmaterial, das wie verwitterter Stein ausschaut und inzwischen – wie auch die Staude – schon zwei Winter draußen gut überstanden hat. („Woodley“ von Emsa/Esteras Amazon.de *)

    Die alten Plastikkübel verwende ich inzwischen nur selten und nur noch in der zweiten Reihe, nicht nur, weil sie nicht besonders schön sind, sondern sich der schwarze Kunststoff in der Sonne stark erwärmt.

    Köstlichkeiten aus dem Mehrjährigen-Topfgarten

    Blühender Thymian im Topfgarten

    Blühender Thymian im Topfgarten

    Trotz der schwierigen Standortverhältnisse klappt die Kultur und die Überwinterung von Schnittlauch, Thymian, Rosmarin und Salbei im Topf bzw. Kübel sehr gut – von Frühjahr bis Spätherbst ernte ich würzige Kräuter auf meiner Terrasse. Während der warmen Monate erhalten sie von mir Wasser nach Bedarf und ich dünge sie während der Hauptwachstumszeit mehrmals mit einem organischen Flüssigdünger oder Festdünger.

    Anzeige

    Wenn der Schnittlauch blüht, schneide ich die Blütenhalme heraus und würze den Salat, Gebratenes oder überbackenes Gemüse mit den zerpflückten Blüten. Die im Herbst absterbenden Halme des Schnittlauchs legen sich von alleine wie ein Schutz über seinen Topf mit den Schnittlauchbulben. Ich lockere dieses trockene“Nest“ an sonnig warmen Spätwintertagen etwas auf, sobald die jungen Triebe sichtbar werden, damit sie mehr frische Luft bekommen. Ich entferne die alten Halme jedoch erst im Frühjahr komplett, wenn die neuen Schnittlauchhalme schon kräftig durchdrücken und keine allzu tiefen Fröste mehr zu erwarten sind.

    Auch Thymian ernte ich fortlaufend und freue mich an seinem intensiven Aroma. Nach der Blüte schneide ich ihn etwa um die Hälfte zurück. Er treibt sofort frische Würztriebe aus.

    Der Salbei sieht (wie manchmal auch der Thymian) nach dem Winter ganz furchtbar aus. Während ich den Thymian im Frühjahr eventuell in einen größeren Topf pflanze und anschließend gieße und dünge, schneide ich den Salbei im Frühjahr sehr stark zurück, denn so viele Blätter, wie er jedes Jahr hervorbringt, kann ich nicht verbrauchen.

    Mini-Kiwis 'Weiki' im Kübel

    Mini-Kiwis (‚Weiki‘) auf der Terrasse. Im Sommer sind die schönen Blätter eine Zierde, im Herbst gibt es (nach ein paar Jahren) süße Früchte zum Naschen.

    Viele Jahre lang hatte ich auch zwei Mini-Kiwis Actinidia arguta „Weiki“ (Auslese der TUM in Weihenstephan) im Kübel auf der Terrasse stehen. Die Weiki-Pflanzen mit dem schönen Laub und den roten Blattstielen brauchen einen großen Kübel und ein Spalier, aber wenig Pflege – lediglich störende Triebe entfernt man oder kürzt sie ein. Ansonsten erhalten Weikis während der Wachstumszeit viel Wasser und gelegentlich Dünger. Früchte trug die Weiki allerdings erst nach ein paar Jahren – und das tun Weikis übrigens nur, wenn man mindestens eine weibliche und eine männliche Pflanze hat. Mehr zur Weiki.









    Inzwischen gibt es nicht nur verschiedene Mini-Kiwi-Arten*, sondern auch klein bleibende Obstbäume, Erdbeeren und Heidelbeeren für Töpfe und Kübel, die man auf der Terrasse oder dem Balkon anbauen und ernten kann.

    Anzeige

    Was fürs Auge im mehrjährigen Topfgarten

    Zwar sehen auch Kräuter schön aus, doch mögen die meisten Menschen gerne ein paar auffälligere Farbtupfer mit längerer Blütezeit zwischen dem Grün. Bienen, Hummeln, Schwebfliegen und andere Nützlinge lieben zwar die Blüten von Rosmarin und Salbei im Frühjahr, aber im Sommer macht man sich selbst und ihnen eine Freude, wenn man etwas mehr bietet.

    Bodendeckerrose 'Lavender Dream' im Kübel

    Bodendeckerrose ‚Lavender Dream‘ im Kübel

    Mit Rosen im Kübel habe ich schon mehrmals gute Erfahrungen gemacht und konnte manche Beetrose auch im Kübel über Jahre kultivieren. Wenn sie dann doch irgendwann abstarben, ließ sich das immer auf Gießfehler zurückführen, es lag nicht an der Kälte im Winter. Man muss im Spätwinter an sonnigen Tagen ans Gießen denken! Vorletzten Herbst habe ich eine neue Rose, ‚Lavender Dream‘ ®, gepflanzt. Sie sieht nicht so aus, wie ich sie mir vorgestellt hatte (diese hätte ich ‚Clownsgesicht‘ getauft), aber sie hat inzwischen den zweiten Winter gut überstanden und treibt sehr schön aus.

    Lampenputzergras im Kübel

    Lampenputzergras ‚Hameln‘ und Balkon-Verbene vertragen sich gut im Kübel

    Vorletzten Herbst wollte ich es dann wissen und kaufte einige sonnen- und trockenheitsverträgliche Stauden, Gräser und Gehölze, um mit ihnen einen Mini-Staudengarten im „Prairie-Style“ über mehrere Kübel verteilt anzulegen. Dieser Stauden-Topfgarten sollte den Übergang von meinem neuen, kleinen Staudenbeet (ebenfalls mit sonnen- und trockenheitsverträglichen Stauden und Gräsern bepflanzt) hin zur Terrasse bilden, wo ansonsten Gemüse, Kräuter und Sommerblumen in großen Kübeln und kleineren Töpfen/Topfregal stehen.

    Stauden sind ausdauernde, krautige Pflanzen, die jedes Jahr nach dem Winter neu aus dem Wurzelstock oder anderen Speicherorganen austreiben. Präriestauden sind Stauden, die Sonne und Trockenheit vertragen, ein Klima wie in den Prärien Nordamerikas, wo sie normalerweise auch ihre Heimat haben. Ich dachte, eine Prairie sei nicht unähnlich dem Standort, den ich meinen Stauden bieten kann. Ein wichtiger Unterschied ist jedoch, dass die Wurzeln in der Prairie sehr tief reichen können, während sie bei mir im Staudenbeet auf dem Tiefgaragendach knapp 20 cm und in den Kübeln zwischen 20 und 40 cm Bodentiefe zur Verfügung haben. Außerdem stammen nicht alle von mir verwendeten Stauden aus Nordamerika, doch war mein Ziel, im Kleinen die Luftigkeit einer Prairie nachzubilden.

    Im Herbst 2012 pflanzte ich also Sonnenhut Echinacea ‚Baby Swan White‘, Prachtscharte Liatris, Regenbogen-Schwingel Festuca amethystina, kleinwüchsiges Lampenputzergras Pennisetum alopecuroides ‚Hameln‘ in Kübel. Alle diese Stauden kamen sehr gut über inzwischen zwei Winter – genauso auch die oben bereits erwähnte Rose und ein Sommerflieder/Schmetterlingsflieder Buddleja davidii ‚Black Knight‘, die als Hintergrund bzw. Übergang an einen verwilderten Garten erinnern sollten. Soweit meine Vision!

    Topfgarten mit mehrjährigen Stauden und Gehölzen

    Topfgarten mit mehrjährigen Stauden und Gehölzen wie Purpur-Sonnenhut ‚Baby Swan White‘, Lavendel und anderen

    Buchtipp: Gartengestaltung mit Stauden: Von Foerster bis New German Style*

    Da die Stauden-Kübel im Mai dann doch noch etwas trist aussahen, habe ich eher aus Verlegenheit eine niedrigbleibende, pinkfarbene Balkonkasten-Verbene hinzugepflanzt (es gibt nämlich eigentlich mehrere Arten an „Prairiegarten-Verbenen“, die blau-lilafarben sind und höher werden). Doch auch Balkon-Verbene und Lampenputzergras vertragen sich bisher sehr gut zusammen im Kübel.

    Lavendel ist ein Halbstrauch

    Lavendel ist ein kleiner Halbstrauch aus dem Mittelmeerraum

    Seit ein paar Jahren gehört auch ein Lavendel (ein kleiner Halbstrauch) zu meinem
    Prairie-Style-Topfgarten, obwohl der Lavendel ja aus dem Mittelmeerraum stammt – bisher gab es bei der Überwinterung keine Probleme. Das gleiche gilt auch für den Phlox (Flammenblume), den ich seit 2019 im Kübel kultiviere – er erhielt ebenfalls keinen Schutz für die Überwinterung.

    Phlox "Blauer Zauberphlox" im Terrakottakübel auf der Terrasse, nach dem zweiten Winter. Er beginnt jedes Jahr Ende Juni/Anfang Juli seine Blüten zu entfalten.
    Phlox „Blauer Zauberphlox“ im Terrakottakübel auf der Terrasse nach dem zweiten Winter. Er beginnt jedes Jahr Ende Juni/Anfang Juli seine Blüten zu entfalten.

    Topfgarten im Winter

    Anzeige



    Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es meist nicht die Kälte ist, die die mehrjährigen Pflanzen umbringt, denn die haben sie in harten Wintern überstanden – was nicht heißt, dass man grundsätzlich auf Kälteschutzmaßnahmen verzichten soll. Aber wenn Pflanzen den Winter nicht überstanden haben, dann konnte ich das fast immer auf zu wenig oder zu viel Pflege zurückführen. Meine beiden wichtigsten Pflegetipps aus meiner Erfahrung heraus:

    • Mehrjährige Pflanzen erst im Frühjahr zurückschneiden, denn Frost greift von der Spitze her an.
    • Mehrjährige Pflanzen an sonnigen Tagen auch bei Bodenfrost vorsichtig gießen. Das Wasser in kleinen Mengen in den Wurzelbereich geben – so viel, dass die Pflanze etwas aufnehmen kann, wenn die oberirdischen Pflanzenteile Wasser verdunsten, aber nicht so viel, dass der Wurzelstock im Sumpf steht, der über Nacht zu einem kompakten Eisblock friert.
    Schmetterlingsflieder Buddleja davidii 'Black Knight' mit Tagpfauenauge

    Auch der Schmetterlingsflieder Buddleja davidii ‚Black Knight‘ hat den zweiten Winter im Kübel überstanden. Hier ein Bild vom letzten Jahr: ein kleiner Blütenstand mit Tagpfauenauge.

    Buchtipp zum Gärtnern in Töpfen:
    Gestaltungs, Bepflanzungs- und Pflegetipps für Pflanzen in Töpfen, Kübeln und Kisten auf Balkon, Terrasse, im Eingangsbereich und anderswo: Bepflanzungen nach Jahreszeit und/oder Dauerbepflanzungen – dekorative, duftende Pflanzen, Pflanzen für Schmetterlinge, Bienen und Nützlinge und/oder Arten/Sorten für Selbstversorgeranbau in Pflanzgefäßen.


    Gärtnern in Töpfen:*
    Balkon und Terrasse mit Pflanzen gestalten*
    Eva Schumann
    Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart, 1. Auflage (2019)
    Taschenbuch/Klappenbroschur, 128 S.,
    86 Farbfotos, 3 Farbzeichungen, 17 Tabellen
    ISBN 3-8186-0635-8

     


    * Werbelink

    Mehr zum Thema Topfgarten

    Dieser Beitrag wurde erstmalig 2013 veröffentlicht und danach mehrmals aktualisiert.

    Anzeige

    Veröffentlicht unter Garten und Pflanzen, Urban Gardening, Wohnen und Garten | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , | 2 Kommentare