Bio-Zierpflanzen sind gut für alle

Kräuter und Gemüse gibt es schon lange in Bio-Qualität zu kaufen – als Jungpflanzen beim Biogärtner oder in der Bio-Abteilung im Gartencenter, als Lebensmittel sogar im Supermarkt. Langsam wächst auch das Bio-Zierpflanzen-Angebot. Was meiner Meinung nach für Bio-Zierpflanzen spricht und wo man sie kaufen kann.

Biene an Blüten

Bio-Zierpflanzen tun nicht nur den Bienen gut, sondern uns allen.

Zierpflanzen dürfen oft anders oder mit anderen Pflanzenschutzmitteln behandelt werden als Obst, Gemüse und Kräuter. Beispielsweise darf im konventionellen Zierpflanzenbau gegen Weiße Fliege, Blattläuse, Minierfliegen etc. laut Datenbank des Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) mit dem Wirkstoff Imidacloprid, einem Neonicotinoid, enthalten beispielsweise in Confidor WG 70 von Bayer CropScience, vorgegangen werden.

Confidor ist laut BVL Datenblatt ein umweltgefährliches, gesundheitsschädliches Granulat, für das es natürlich strengere Anwendungsbestimmungen und Auflagen gibt als gewöhnlich bei einem weniger gefährlichen Mittel. Es darf beispielsweise wegen der Gefahr für Bienen nicht auf blühenden Pflanzen oder bei blühenden Unkräutern angewendet werden. Aber: Der Wirkstoff ist auch schädlich für Marienkäfer, Florfliegen und viele andere Nützlinge.

Zwar dürfen auch Tabak, Hopfen, Wein und Pfirsiche im Profi-Gartenbau damit behandelt werden, aber im Gemüsebau nur wenige Salatarten, sonst nichts, und diese nur kurz vor der Entfaltung des 3. Laubblattes, also vor dem Auspflanzen – bis zur Ernte dauert es dann noch einige Wochen, so dass man anscheinend davon ausgeht, dass eine Wartezeit, bevor der Salat verzehrt werden darf, überflüssig ist. Weil Salat im Produktionsanbau nicht blüht, sieht man da auch keine Gefahr für Bienen. Im Haus- und Kleingarten hat das Mittel übrigens grundsätzlich keine Zulassung.

Was aber passiert, wenn ein konventioneller Gärtner seine Zierpflanzen im Gewächshaus damit gespritzt hat und die Ware dann beim Endverbraucher landet? Eine Wartezeit gibt es nicht, weil davon ausgegangen wird, dass man Zierpflanzen nicht isst. Die Anwendungsbestimmung NB504 lautet zwar: Eine Behandlung vor der Blüte ist nur zulässig, wenn danach im Jahr der Behandlung keine Verwendung der Pflanzen im Freiland vorgesehen ist. Aber woher weiß der Gärtner, was der Endverbraucher mit seinen neuen Lieblingspflanzen macht, ob er sie auf die Terrasse stellt, wo er gleichzeitig Bienen mit bienenfreundlichen Blumenkasten-Blumenmischungen anlockt, oder ob er damit eine Beetumrandung ums Gemüsebeet anlegen will. Und umgekehrt weiß der Blumenkäufer in der Regel nicht, wie der Produktionsbetrieb die Pflanzen behandelt hat.

Da stellen sich viele Fragen: Kann der Wirkstoff aus dem Pflanzenschutzmittel über den Boden in das Gemüse gelangen? Kann er sich im Kompost anreichern? Hat er Auswirkungen auf die Bodenlebewesen? Etc.

Laut Wikipedia wird der Wirkstoff Imidacloprid (und viele andere) nur langsam abgebaut, im schnellsten Fall halbiert sich die aktive Wirkstoffmenge nach 48 Tagen. Frühestens in weiteren 48 Tagen ist sie dann auf ein Viertel reduziert etc. Sicher ist das schneller als sich Radioaktivität nach einem Atomkraftwerkskunfall wie Tschernobyl verringert, aber ist es schnell genug?

Meiner persönlichen Meinung nach ist es in der heutigen Zeit eine Zumutung für den zunehmend umweltbewussten Verbraucher/Verbraucherin, sich über die Giftigkeit von Pflanzen nicht aufgrund ihrer natürlichen Inhaltsstoffe, sondern auch noch wegen möglicher gärtnerischer Praxis Gedanken machen zu müssen.

Es ist zwar schon ein Fortschritt, dass manche Discounter von ihren Zulieferern verlangen, auch bei Zierpflanzen keine Nicotinoide einzusetzen, aber reicht das? Am Ende des Lebens von Zierpflanzen aus konventionellem Anbau stehen Endverbraucher immer dumm da mit der Frage, wie sie diese Pflanzen und deren Pflanzenerde entsorgen sollen, da man nie weiß, womit die Pflanze vielleicht behandelt wurden – Pflanzenschutzmittel, Stauchungsmittel, was noch? Der eigene Kompost, der dann später auch im Obstgarten und Gemüsebeet verteilt werden soll, ist dann nicht der richtige Ort, vor allem, wenn man Obst, Gemüse und Kräuter biologisch anbauen möchte. Als Endlager kann man mit gutem Gewissen am ehesten die Restmülltonne empfehlen. Aber für einen ökologisch denkenden Menschen, der Pflanzen liebt, ist das eine Zumutung.

Da gibt es nur einen Ausweg: Bio-Zierpflanzen.

Alle Pflanzen sind (vor der Natur) gleich

Die Natur trennt nicht zwischen Nutzpflanzen und Zierpflanzen, schließlich hat jede Pflanze für irgendwelche andere Lebewesen eine Bedeutung und ist damit ein wichtiger Bestandteil des großen Ganzen. So wie es Bienen egal ist, ob sie sich an der Blüte eines Zierstrauches oder eines Gewürzes laben, Hauptsache, sie bekommen, was sie brauchen, macht die Trennung von Nutzpflanzen und Zierpflanzen im Garten, auf dem Balkon oder im Urban Gardening auch für viele Gärtner und Hobbygärtner keinen Sinn mehr: Auch Gemüse können eine Augenweide sein – man denke an Essbare-Gärten-Projekte auf öffentlichen Flächen oder andere Gemeinschaftsgärten –, auch Blüten von so genannten Zierpflanzen sind oft essbar (oder könnten es sein, wenn ihr Schutz vor Krankheiten und Schädlingen entsprechend ökologisch durchgeführt werden würde) und Blüten und Blätter einiger Arten haben sogar eine Heilwirkung.

Wir machen uns Sorgen um die Natur draußen auf dem Land angesichts der Meldungen über den Rückgang der Wildkräuter, Insekten und in Folge auch der Vögel und anderer Tierarten wegen der industriellen Landwirtschaft und ihrer Probleme dort. Wer wenigstens sein Heim, die Terrasse, Balkon, den eigenen Garten uneingeschränkt als Wohlfühloase erleben möchte, wer Gemüse, Kräuter und Blumen bunt zusammenpflanzen können möchte und auch bei der Verwendung von Blüten und Blättern so genannter Zierpflanzen nicht durch Pflanzenschutzrückstände eingeschränkt sein möchte, der legt auch beim Kauf von Zierpflanzen Wert darauf, dass sie umweltgerecht herangezogen und behandelt wurden.

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Bio-Zierpflanzen

Worin sich Bio-Zierpflanzen von herkömmlichen Zierpflanzen unterscheiden: Bio-Zierpflanzen stammen aus einer Gärtnerei, die eine offizielle Bio-Zertifizierung hat. Sie baut Pflanzen grundsätzlich nach der EU-Öko-Verordnung oder den noch strengeren Richtlinien der Anbauverbände Demeter, Naturland etc. an.

Bio-Zierpflanzen werden

  • umwelt- und resourcenschonend produziert, beispielsweise bei geringem Torfanteil im Substrat und nach Möglichkeit mit kurzen Wegen zum Verbraucher,
  • sind frei von Unkrautvernichtungsmitteln (Herbiziden), chemischen Pflanzenschutzmitteln gegen Krankheiten und Schädlinge, Hemmstoffen oder anderen Präparaten, die im Ökolandbau nicht zugelassen sind (und hoffentlich nicht ein konventionell anbauender Nachbar bei Wind im Freien spritzt).
  • Und selbstverständlich sind sie nicht gentechnisch verändert worden.

Wer Bio-Zierpflanzen kauft, tut etwas für unser aller Umwelt und unterstützt Anbauer, die sich für den ökologischen Weg entschieden haben.

Eine Karte mit Gärtnereien, Hofläden und Bioläden, die Zierpflanzen in Bio-Qualität anbieten, findet man bei Bio-Zierpflanzen (bio-zierpflanzen.de – Informationen für Endverbraucher und Produzenten).
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Tomatenbestäubung durch Hummeln – demnächst auch auf dem Mars?

Die US-Raumfahrtbehörde NASA will untersuchen, ob Hummeln auch außerhalb der Erdatmosphäre zur Bestäubung von Tomaten, Melonen und anderen Pflanzen eingesetzt werden können. Wenn ja, dann könnten Raumfahrer und Besiedler neuer Welten dank dieser natürlichen Bestäuber möglicherweise frische pflanzliche Nahrungsmittel genießen.

Tomatenblüten

Tomatenblüten – nur wenn Bestäubung und Befruchtung klappen, kann man später Tomaten ernten.

Erste Tests weisen darauf hin, dass die fleißigen Helfer auch mit schwierigen Bedingungen wie niedrigerem Luftdruck zurechtkommen. Doch sind noch viele wissenschaftliche Untersuchungen auf Weltraumtauglichkeit notwendig. Auf Reisen gehen soll die beige-schwarze Hummel Bombus impatiens, die aus dem östlichen Nordamerika stammt und dort von Biobest Canada für den Einsatz zur Bestäubung in Gewächshäusern gezüchtet wird.
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Bestäubung von Tomaten durch Hummeln

Wie gut die Tomatenernte ausfällt, ist von einer gelungenen Bestäubung und Befruchtung abhängig. Die Blüten der Tomate sind zwittrig und selbstbestäubend – der Pollen ist sogar schon vor dem Aufblühen bestäubungsfähig. Bei Erschütterung der Blüten – beispielsweise bei Wind – oder bei Besuch von geeigneten Bestäuberinsekten wird er auf die Narbe der Blüte übertragen und die Befruchtung kann stattfinden. Da im Gewächshaus bei geschlossener Lüftung kein Wind die Pflanzen bewegt und sich abhängig von Jahreszeit und Witterung auch nur wenige Bestäuberinsektkken einfinden, wurden die Tomatenpflanzen im Gewächshaus jahrzehntelang von Gärtnern von Hand gerüttelt oder mit einem Vibrationsgerät „getrillert“. Seit etwa Ende der 1980er Jahre werden die menschlichen Bestäubungshelfer zunehmend durch Hummeln ersetzt – sie sind die billigeren Arbeitskräfte.

Hummeln, die zum Bestäuben verkauft werden, sind natürlich nicht der Natur entnommen, sondern eigens dafür vermehrt worden. Sie werden jeweils als komplettes Volk mit Arbeiterinnen und Brut samt Reiseproviant im Karton zum Gärtner verschickt.

Ein Problem, das beim Einsatz von Hummeln zur Bestäubung im Gewächshaus auftreten kann: Werden regionsfremde Hummeln ausgesetzt und entkommen diese aus dem Gewächshaus, können sie als invasive Art heimische Hummelarten verdrängen – das passierte in Chile mit der Dunklen Erdhummel Bombus terristis, die dort ausgebüxt ist und sich nun über Südamerika ausbreiten soll, während die dort heimischen Hummelarten aussterben.

Bei uns in Deutschland wird im Tomatenanbau unter Glas ebenfalls die Hummel Bombus terrestis eingesetzt. Allerdings ist diese schwarze Hummel mit den zwei gelben Querstreifen und dem hellen Hinterleib in Europa heimisch und sowieso die am häufigsten vorkommende Art.

Hummel Bombus terrestis


Die Hummelart Bombus terrestis kann man bei uns überall beobachten – im Garten, auf dem Balkon und in öffentlichen Grünanlagen. Ihre Artgenossen aus der professionellen Hummelvermehrung werden zur Bestäubung im kommerziellen Tomatenanbau im Gewächshaus genutzt.

Der Einsatz tierischer Bestäuber hat einen positiven Nebeneffekt: Er zwingt die Gärtner zum nützlingsverträglichen Pflanzenschutz – weswegen Hummelbestäubung und biologischer Pflanzenschutz (mit Nützlingen/Nutzorganismen) meist Hand in Hand gehen.
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Angst vor Stichen muss man meiner persönlichen Erfahrung nach nicht haben. Ich bin jahrelang in Gewächshäusern mit Hummeln ein- und ausgegangen und wurde weder dort, noch im Garten jemals von einer Hummel gestochen. Die Tiere scheinen mir friedlich und ausschließlich auf ihre Blütenbesuche konzentriert. Auf dem „Beipackzettel“ der Bestäuberhummeln wird empfohlen, auf blaue Kleidung sowie Parfum und Rasierwasser zu verzichten, aber ich habe auch frisch geduscht und nach Hautreinigungs- und pflegemitteln riechend nie aggressives Verhalten erlebt.

Hummelzucht und -vertrieb

Das belgische Unternehmen Biobest, das die Hummeln für die NASA liefert, wurde 1987 gegründet und ist inzwischen weltweit in der Hummelzucht und im biologischen Pflanzenschutz (Nützlinge, Nutzorganismen) aktiv. Ein weiterer bekannter Bestäuber- und Nützlingszüchter ist das ebenfalls international tätige, holländische Unternehmen Koppert Biological Systems. Viele deutsche Nützlingsanbieter wie Sautter & Stepper arbeiten bei den Bestäuberhummeln mit Koppert zusammen.

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Hochbeete, Tischbeete und Pflanzkisten

Hochbeete sind nun seit ein paar Jahren „in“, alle schwärmen von Hochbeeten – aber meinen oft ganz unterschiedliche „Pflanzbehälter“ damit. Hochbeete gibt es aus unterschiedlichen Materialien, in unterschiedlichen Höhen und Größen, nach unten offen oder geschlossen, mit oder ohne Frühbeetabdeckung etc. Ich unterscheide bei dem, was alles vom Gartenfachhandel, egal ob online oder vor Ort, als Hochbeet verkauft wird, Hochbeete, Tischbeete und Pflanzkisten. Jede Art hat ihren Einsatzzweck sowie Vor- und Nachteile. Vorstellung und ein paar extra Tipps beispielsweise zu Dränage, Wasserreservoir (Urlaubsbewässerung) und Wasserüberlauf bei Tischbeeten.

Hochbeete für Garten, Terrasse und Balkon

Hochbeetkonstruktion aus Holz mit unterster Schicht aus Gehölzschnitt.

Bevor Hochbeete groß in Mode kamen, kannte ich vor allem das Hochbeet aus Holz und mit Bodenanschluss in der alten Weihenstephaner Kleingartenanlage, das schichtweise mit organischem Material befüllt wurde und über die Wärme, die bei der Kompostierung im Inneren entsteht, das Pflanzenwachstum darüber förderte.

Ehrlich gesagt, habe ich ein wenig mitleidig gelächelt, als ich im Internet die ersten, vergleichsweise kleinen Hochbeete auf Beinen gesehen habe, die der Gartenfachhandel aus dem Hut zauberte, nachdem Hochbeete zum Megatrend wurden. Ich kannte bis dahin vor allem das große Hochbeet aus der alten Weihenstephaner Kleingarten, mehrere Meter lang und so breit wie ein normales Gartenbeet, bearbeitbar von allen vier Seiten her. Dieses Hochbeet war aus Holz, das vom örtlichen Holzhändler stammte, und sehr stabil. Es saß direkt auf dem gewachsenen Boden auf, unten verwehrte ein Maschendraht Wühlmäusen den Zutritt, doch Wasser und Bodenleben konnten in beide Richtungen hindurch, seitlich schützte eine Folie das Holz vor Dauernässe. (In der neuen Weihenstephaner Kleingartenanlage gibt es aber nicht mehr nur dieses eine, sondern viele verschiedene Arten und Fertigbausätze zum Anschauen.)

Bei entsprechender Höhe bieten solche Hochbeete ohne Beine im Inneren genügend Platz für mehrere Schichten unterschiedlicher Gartenabfälle übereinander und funktionieren – auch durch den Bodenkontakt – wie ein verkleideter Komposthaufen, auf dem man anbaut: mit besseren Wachstumsbedingungen für die Pflanzen und einer besseren Arbeitshaltung des gärtnernden Menschen.

Tischbeete

Doch auch die Hochbeete auf Beinen, meiner Meinung nach besser als Tischbeete bezeichnet, haben ihre Berechtigung: An ihnen kann man im Stehen oder Sitzen arbeiten – das gibt nicht nur Senioren, sondern auch allen Rückengeplagten die Freude am Gärtnern zurück. Belächeln muss ich allerdings bis heute, wenn schon bessere Beetumrandungen als „Hochbeete“ im Katalog geführt werden.

Hochbeete im Urban Gardening

Hochbeete waren und sind aber auch ein wichtiges Element des Urban Gardenings, des neuen, und oft mobilen Gärtnerns in der Stadt – besonders bei Umnutzungsprojekten. Diese Hochbeete sind meist nicht ganz so groß, wie die, die ich von Weihenstephan her kannte, denn man will mit ihnen auch umziehen können, wenn man irgendwo vertrieben wird. Das Mobilitätsproblem wird teilweise dadurch gelöst, dass man das Hochbeet von Anfang an auf eine Palette setzt, so dass es mit einem Hubwagen oder Gabelstapler bewegt werden kann. Die Hochbeete im Urban Gardening haben nämlich meist keinen direkten Bodenkontakt, sondern sind unten geschlossen, weil sie nicht auf gewachsenem Boden, sondern auf betonierten Flächen in der Stadt oder auf Schutt-Brachland mit unbekannter Bodenqualität stehen.

Pflanzkisten

Pflanzkisten werden im Urban Gardening von manchen ebenfalls wie kleine Hochbeete genutzt, von anderen aber auch wie Pflanzgefäße und sie stehen dann als solche auch bepflanzt auf Terrassen, Balkonen etc.

Pflanzkisten sind in der Regel mit Folie ausgekleidet und so gebaut, dass sie unten geschlossen sind, denn Bodenkontakt ist nicht gesucht oder nicht möglich. Im Gegenteil: Wenn diese Pflanzkisten auf einem empfindlichen Bodenbelag stehen, muss mit Dränage und kontrolliertem Überlauf in einen entsprechenden Auffangbehälter dafür gesorgt werden, dass kein Überschusswasser auf den Boden sickern und Flecken verursachen kann. Das gleiche gilt, wenn man ein Hochbeet auf einer Dachterrasse aufstellt.

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Dränage, Wasservorrat („Urlaubsbewässerung“) und Wasserablauf

Hochbeete im Garten haben als unterste eine Schicht aus grobem Material, beispielsweise Gehölzschnitt, und sind zum gewachsenen Boden hin offen. Dadurch sickert überschüssiges Wasser in den Boden.
Hochbeete, Tischbeete und Pflanzkisten, die auf einem wertvollen Bodenbelag o. Ä. stehen und dem Regen ausgesetzt sind, müssen dicht sein (Überschusswasser soll auch nicht vom Balkon die Hauswand hinunterlaufen), benötigen eine Dränage, damit die Erde im Wurzelbereich nicht zu nass wird, und einen kontrollierten Ablauf und/oder Überlauf, wenn sich zu viel Wasser in der Dränageschicht sammelt. Die Dränageschicht kann aus groben Materialien wie Kies, Tonscherben oder Blähton bestehen und mit einem Vlies, das man darüber legt, davor geschützt werden, dass die Erde von oben in die Dränageschicht eingeschwemmt wird. Die Höhe der Dränageschicht hängt davon ab, wie wahrschenlich Gießfehler sind, ob man die Dränageschicht als Wasserreservoir für eine Art selbstgemachte Urlaubsbewässerung nutzen will, ob der Standort regenschützt ist und wenn nicht, mit welchen Regenfällen zu rechnen ist.
Wenn man im unteren Bereich ein Wasserreservoir erlauben oder sogar bewusst befüllen können will, braucht man einen Überlauf, der sich relativ weit oben, aber noch auf Höhe der Dränageschicht befinden sollte. Aus dem Wasserreservoir könnte das Wasser mittels Dochten wieder nach oben geleitet werden, wenn die Pflanzerde oben trocken wird – sozusagen eine einfache „Urlaubsbewässerung“. Wer keinen Wasservorrat haben möchte, kann den Überlauf weiter unten anbringen, bei einem Tischbeet auch einen Ablauf unter dem Tisch anbringen und einen Auffangbehälter darunter stellen.
Für die seitliche Überlauflösung mit Schlauch wird die Überlauföffnung nur so groß gebohrt, wie das Rohr (Anschlussstutzen) dick ist, das da hinein soll. Abgedichtet wird die Öffnung außerdem mit entsprechenden Dichtungen. Mit einer Schlauchschelle kann man einen Schlauch am Anschlussstutzen befestigen, der zu einem Auffanggbehälter führt. Bisher habe ich kein Set für Hochbeet-/Tischbeet-Überläufe gefunden, aber bei Gärtner Pötschke.* sieht man am Beispiel „Verbindungsset Flex-Comfort“ – eigentlich für die Verbindung zweier Regentonnen – das Prinzip.
Hinweis: Der Wasserstand im Auffangbehälter muss tiefer stehen als die Überlauföffnung, sonst läuft das Wasser nicht ab. Das aufgefangene Wasser kann man später wieder zum Gießen verwenden.

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Paprika & Chili erfolgreich anbauen (Buchvorstellung)

Die schönen glänzenden Früchte in leuchtenden Farben von Chili, Paprika & Co. bieten dem Gaumen fruchtig pikante bis höllisch scharfe Genüsse. Es gibt sie in vielen Sorten und sie lassen sich ganz einfach selbst anbauen, verarbeiten und haltbar machen, wenn man weiß, wie es geht. Damit Anbau und Verwendung auch bei Anfängern klappt, erschien vor ein paar Tagen Paprika & Chili erfolgreich anbauen* von Eva Schumann im Verlag Eugen Ulmer und ist nun in allen Buchhandlungen erhältlich.

Paprika & Chili erfolgreich anbauen (Buchvorstellung)

Frisch erschienen: Paprika & Chili erfolgreich anbauen* von Eva Schumann im Verlag Eugen Ulmer

Paprika und Chili sehen nicht nur schön aus, sie schmecken auch – je nach Sorte und Verarbeitung von fruchtig saftig, über pikant würzig bis feurig scharf. Rund um den Globus werden die Schoten daher immer beliebter: Es gibt Chili- und Paprikafeste, Wettbewerbe um die leckersten Soßen, die schärfsten Chilisorten und natürlich gibt es auch Schärfewettessen.

Bunte und leckere Vielfalt für Garten, Balkon und Urban Gardening

Paprika und Chili lassen sich nicht nur im Boden eines Gartenbeetes, sondern auch im Hochbeet, im Gewächshaus und Frühbeet, auf Balkon und Terrasse/Dachterrasse – im Boden, in Pflanzgefäßen mit und sogar ohne Erde anbauen. Das schön bebilderte Buch enthält neben praktischen Anleitungen und Tipps zum Anbau unter den verschiedensten Umständen sowie zur Haltbarmachung und Verwendung der Schoten über 35 Porträts von fruchtigen Paprika- bis scharfen Chili-Sorten für Garten und Balkon.

Das Durchblättern macht Lust aufs Nachmachen. Und mit den vielen Tipps sollten die Anzucht sowie das Pflanzen und Pflegen von Chili, Paprika & Co. auch bei Anfängern mit reicher Ernte belohnt werden. Darüber hinaus gibt es Informationen zur Gesundheitswirkung, Tipps zur Verarbeitung und sogar zur „Feuerlöschung“, wenn man versehentlich in eine zu scharfe Chilischote gebissen hat, und vieles mehr.

Chili & Paprika Buchtipp:

Paprika & Chili erfolgreich anbauen*
Eva Schumann
Verlag Eugen Ulmer**, Stuttgart 2017
broschiert, 128 Seiten
ISBN-13: 978-3- 8186-0071-6

Vielen Dank an das Team vom Ulmer Verlag für die angenehme Zusammenarbeit – gemeinsam haben wir alle Herausforderungen, die bei der Entstehung eines Buches immer auftreten, gemeistert.

 

Kleine Anmerkung der Autorin
Dass man in einer Woche gleich zwei eigene Bücher vorstellen kann (siehe auch Gewächshaus und Frühbeet erfolgreich für den Gemüseanbau nutzen), ist natürlich eine besondere Freude – das liegt aber nicht an mir, sondern daran, dass der Verlag die beiden Bücher im Herbstkatalog 2017 vorstellen wollte. Das passt ja auch: Paprika- und Chilifrüchte wachsen im Freien bis in den Herbst – daher sind jetzt die Pflege- und Verwendungstipps besonders wichtig. Und wer sich ein Kleingewächshaus anschaffen und nutzen möchte, fängt am besten auch jetzt mit den Vorbereitungen an und nicht erst, wenn erste Fröste drohen.

Paprika und Chili gehören übrigens auch zu meinen Lieblingsgemüsen, weshalb ich mich riesig gefreut habe, dass ich darüber ein neues Buch schreiben durfte.

 
Einen Überblick über alle Garten-Webprojekte von Eva Schumann Online Publikationen findet man bei www.hobbygarten.de/gartentipps (tinto-Projekt).

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