Massive Open Online Courses (MOOCs) – Qualitätskriterien

MOOC steht für Massive Open Online Course (Mehrzahl: MOOCs) – für jedermann zugängliche Online-Kurse. Es gibt wundervolle, grandiose, mitreißende, lehrreiche und mit Liebe gemachte MOOCs, bei denen man vom Konzept bis zur Umsetzung die Begeisterung des Professors/Professorin und ihrer Mitarbeiter und Hilfskräfte für das Fach, das Thema, das Lehren und für die Studierenden in jedem Detail spürt. Und es gibt andere: todlangweilige, oder noch schlimmer: solche, die etwas versprechen, das sie nicht halten, und die den Studierenden am Ende mehr frustrieren als weiterbringen. Ich habe an vielen MOOCs teilgenommen, berichte hier über meine Erfahrungen und spüre Qualitätsmerkmale auf.

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Ich bin neugierig, mag kleine Herausforderungen und will immer dazulernen – man könnte auch sagen, ich bin ein Weiterbildungsjunkie. Jedenfalls habe ich schon an vielen MOOCs teilgenommen, nicht zuletzt, weil sie flexibles Lernen von zu Hause aus bei Top-Dozenten von Spitzen-Universitäten ermöglichen. Hauptsächlich waren die MOOCs, in die ich mich eingeschrieben hatte, von amerikanischen Universitäten bzw. von amerikanischen Online-Lernplattformen, doch auch eine deutsche MOOCs-Plattform habe ich ausprobiert.

Die Unterschiede von MOOC zu MOOC sind beträchtlich. Nachdem mich eben gerade zwei MOOCs enttäuscht haben, habe ich mich hingesetzt und versucht, die Unterschiede zwischen den guten und den nicht so guten festzumachen. Es gibt einige objektive Qualitätskriterien, doch natürlich ist Lernen und der Anspruch an die Lernumgebung auch subjektiv.

MOOC-Erfahrungen

Mein erster MOOC nannte sich noch gar nicht so und er war auch nicht kostenlos, aber er hatte schon viele Merkmale eines MOOCs: Die eigentlichen Vorlesungen fanden zwar überwiegend live in Cambridge, Massachusetts (USA) statt, aber man konnte sich einfach über das Internet zum Semesterkurs mit „Distance Option“ anmelden, konnte alle Vorlesungen live (Streaming) oder – wenn man nicht nachts aufbleiben wollte – aufgezeichnet nachträglich erleben, an Programmierseminaren auch live (Streaming und Online-Plattformen) teilnehmen oder sie nachträglich (noch einmal) anschauen. Auch die Hausaufgaben sowie Projektarbeiten wurden über das Internet absolviert/übermittelt und es gab Foren und andere Möglichkeiten für den Austausch miteinander. Es handelte sich um einen Informatikkurs „Creating Scalable Dynamic Websites“ von David J. Malan an der Harvard Extension School. Ich will hier nicht zu sehr ins Detail gehen, nur so viel: Der Kurs war teuer (normaler Harvard Extension School Semesterkurspreis), für mich sehr schwer, weil mir viele der empfohlenen Vorkenntnisse fehlten, aber sein Geld wert. Er hat Spaß gemacht, man wurde auch über die Entfernung gut betreut, und ich habe sehr viel gelernt, das ich später auch umsetzen oder verwenden konnte. Fazit: Sehr gut!

Mein nächster MOOC war einer der ersten „offiziellen“, richtig großen MOOCs. „Introduction to Databases“ von Jennifer Widom gehörte zu den drei Pilotprojekten der Stanford-Universität. Als Anmeldung reichte die E-Mail-Adresse und schon war man einer der etwa 100.000 Teilnehmer pro Kurs. Der Kurs war sehr gut konzipiert, strukturiert und umgesetzt. Über Foren wurde man von studentischen Hilfskräften unterstützt bzw. halfen sich die Teilnehmer aus aller Welt auch gegenseitig. Es gab kurze, sehr gut verständliche Bild-in-Bild-Videos, die von Quizzes zur Verständnisüberprüfung und Auflockerung unterbrochen waren. Es gab Übungen und Hausaufgaben und die Lösungen und Lösungswege wurden hinterher jeweils eingehend erläutert. Und egal, ob man den Kurs von Anfang bis Ende mitmachen oder nur bestimmte Themen vertiefen wollte, hatte jeder der Teilnehmer meinem Eindruck nach ein sehr gutes Lernerlebnis, auch wenn der MOOC durch die Vorab-Videoaufzeichnungen ohne Publikum nicht ganz so lebendig und abwechslungsreich war wie der obige Harvard-Kurs, der zum großen Teil wirkliche Vorlesungen in Harvard wiedergab. Aber auch hier hatte man sich bei den Details viel Mühe gemacht, z. B. waren in die Videos interaktive Elemente eingebaut und es gab in regelmäßigen Abständen aktuelle, eigens produzierte Frage-Antwort-Videos zu Fragen, die in den Foren gestellt worden waren. Fazit: Sehr gut!

Die beiden obigen MOOCs habe ich von Anfang bis Ende und mit allen Hausaufgaben, Seminaren, Prüfungen bzw. Projekten und Abschlussprojekten durchlebt und erfolgreich abgeschlossen. Beide haben großen Spaß gemacht und meinem Eindruck nach waren die Teilnehmer beider MOOCs mehr als zufrieden. Die internationalen Teilnehmer an den Stanford-Kursen waren wegen dieser neuen und kostenlosen Zugangsmöglichkeit zu gut aufbereitetem, hochwertigem Wissen einer Elite-Universität in den USA natürlich ganz besonders dankbar.

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Vor allem die drei Pilotprojekte von Stanford haben eine Lawine ins Rollen gebracht. Die Online-Lernplattformen Coursera.org, edX.org und Udacity.com wurden gegründet, wo sich inzwischen Unternehmen und Universitäten aus aller Welt engagieren. Ich habe in viele Kurse mehr oder weniger intensiv hineingeschnuppert. Jeder Kurs ist anders. Manche sind vielleicht etwas trocken, aber das Engagement des Dozierenden scheint trotzdem durch, wenn er nach dem Abgabetermin sehr sorgfältig die Lösungswege für schwere Hausaufgaben erklärt. Manchmal holperte es auch ein wenig, z. B. wenn ein erfolgreicher Startup-Gründer, der vorher noch nie unterrichtet hat, sein Wissen vermitteln möchte. Aber wenn man sieht, wie er sich bemüht und man am Ende doch einiges gelernt hat, war die aufgewendete Zeit eine gut investierte Zeit und man ist dankbar, dass man teilnehmen durfte.

Ich habe seitdem an vielen weiteren MOOCs teilgenommen, darunter auch zwei, die mich so enttäuscht haben, dass ich sie abgebrochen habe – der eine von einer renommierten Universität, der andere von einer Plattform, die sich den Namen MOOCs-Plattform erst noch verdienen muss. Man hat nämlich noch keinen empfehlenswerten MOOC, nur weil jemand seinen Stoff vor einer Kamera runterspult – schon gar nicht, wenn er eine undeutliche Aussprache hat, in einem Anfängerkurs extrem schwere Aufgaben stellt, ohne hinterher im Detail zu erläutern, wie man zur richtigen Lösung gekommen wäre. Da lese ich dann doch lieber ein Fachbuch oder mache mich allgemein im Internet schlau. Gerade bei der Wissensvermittlung mittels Video (egal ob Live-Streaming und/oder Aufzeichnungen) ist es meiner Meinung nach wichtig, für Abwechslung zu sorgen, um die Aufmerksamkeit wach zu halten – und damit meine ich nicht, dass man zwischen zwei Kameraeinstellungen abwechselt, während die dozierende Person Video für Video vor einer schwarzen Wand steht, wie ich es woanders gesehen habe. Als dann in diesem Fall auch noch technische Probleme dazukamen, die die Plattform eine Woche komplett außer Gefecht setzten, habe ich mich abgemeldet, um meine Energie in Sinnvolleres zu stecken.

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Die besten MOOCs

Zwei wunderbare Lernerlebnisse mit MOOCs hatte ich allerdings wieder in den letzten Wochen. Der MOOC „History and Future of (Mostly) Higher Education“ von Cathy N. Davidson (Duke University bei coursera.org) macht vor, wie man mit Herzblut und Engagement bis ins Detail einen wunderbaren, abwechslungsreichen MOOC auf die Beine stellt. Die Videos (mit motivierender Einleitungsmusik!) sind kurz, jeweils in einem anderen Ambiente (vom Professorenbüro, über Museum bis zur Hotel-Empfangshalle) aufgenommen, und beinhalten jeweils eine kleine Story in sich, die mit Requisiten (und in einem Fall sogar mit einem Moonwalk) eingeleitet wird. Während der Videos wird jeweils eine Tafel mit Stichworten oder Bildern auf einer Seite des Videos eingeblendet, und immer wieder werden Menschen zum Thema interviewt. Ich bin mir sicher, dass nicht nur wir Internet-Teilnehmer, sondern auch die regulären Studenten der Duke Universität, die an diesem wunderbaren Positivbeispiel eines MOOCs mitwirkten, viel lernen konnten – natürlich auch, wie wichtig es für die Gesellschaft ist, (höhere) Bildung auf zeitgemäße Füße zu stellen und dass Wissensvermittlung und Ausbildung in der Zukunft keine Sache ist, die in eine Richtung fließt, sondern ein Miteinander unter Ausnutzung aller Kommunikationsmöglichkeiten sein muss.

Das andere wunderbare Beispiel bescherte mir erst vor wenigen Tagen David J. Malan von der Harvard-Universität, den ich schon von meinem ersten („Beinahe-ein“) MOOC her kannte, mit seinem College-Kurs „Introduction to Computer Science„. Einen ähnlichen Kurs, der versprochen hatte, mir das Denken für das Computerprogrammieren beizubringen, hatte ich gerade abgebrochen. Dieses Denken fehlt mir persönlich nämlich nach all den Kursen noch – jedenfalls glaube ich das, weil ich immer so lange für die Lösung der Programmieraufgaben benötige. Meine fehlenden Vorkenntnisse und den Mangel an „Talent“ musste ich immer mit extrem viel Fleiß kompensieren – da läuft der Zeitaufwand manchmal aus dem Ruder. Das wollte ich überwinden und hatte mich zu einem Anfängerkurs angemeldet, der mir wie versprochen diese Art des Denkens vermitteln sollte, damit ich in Zukunft schneller würde. Jedenfalls hat mich der hochdekorierte Professor mit seinen äußerst langweiligen, akustisch teils schwer verständlichen Videovorträgen und den unzureichenden Auflösungen der Aufgaben mehr frustriert, als mir geholfen, und nach der zweiten mehr oder weniger erfolglosen 18-Stunden-Programmiersitzung in Folge habe ich dann den Reset-Knopf gedrückt und das als für mich ungeeignete Lernerfahrung abgehakt.

Als ich mich nach Alternativen umschaute, fand ich, wie gesagt, den entsprechenden Harvard-College-Kurs von David J. Malan, der ebenfalls als kostenloser MOOC angeboten wird (wer Zertifikate, „Credits“ für das Studium und/oder direkte Betreuung wünscht, kann eine kostenpflichtige Version bzw. den regulären College-Kursus als Fernkurs/Onlinekurs buchen). Ich schnupperte in die ersten Vorlesungen des Kursus hinein, sah mir eine der im 14-tägigen Rhythmus erscheinenden Video-Botschaften für die Studenten an und war einfach nur begeistert, mit wie viel Engagement und Liebe zum Detail auch dieser Kurs gemacht wurde, wie interessant der Face-to-Face-Unterricht gestaltet wird und wie dieser Unterricht im altehrwürdigen Harvard-„Hörsaal“ (Sanders Theatre: sehenswert!) mit Hunderten von Studenten (in Flipflops und kurzen Hosen) mit modernen Kommunikationsplattformen und Medien verknüpft wird. Aus diesem kombinierten MOOC und Semester-Kurs werden MOOC- und reguläre Studenten viel mitnehmen können. (Die YouTube Videos sind im erweiterten Datenschutzmodus eingebettet.)


Harvard College-Kurs/MOOC CS50 Live, Erste Vorlesung des Semesters


Harvard College-Kurs/MOOC CS50 Live, Episode 003 – Video-Botschaft für Studierende des Kurses „Introduction to Computer Science“, in die wiederum Videos von Studierenden aus aller Welt integriert sind.

Sicher: Es kann nicht alles immer nur Spaß machen. Zum Lernen gehört auch, zu lernen, wie man sich durchbeißt, wenn es hart wird. Und das kommt beim Programmieren von ganz alleine. Aber man muss es sich auch nicht unnötig schwer machen bzw. das finden, was einem bei einem speziellen Thema am besten liegt.

Wie findet man den passenden MOOC?

Es braucht nicht immer die Muppets oder großartige Verkleidungen, damit ein Thema erfolgreich erschlossen werden kann. Dass auch eher sachlich verpacktes Wissen gut angenommen wird, zeigte mir der Stanford-MOOC über die Datenbanken. Doch auch bei diesem war ersichtlich, dass sich die MOOC-Ersteller viele Gedanken über die Teilnehmer sowie die Kommunikation zu, mit und zwischen ihnen gemacht und gute Lösungen gefunden hatten.

Im Internet gibt es inzwischen ein riesiges MOOC-Angebot, z. B. auf den Plattformen coursera.org und udacity.com. Aber wie findet man den passenden MOOC für sich?

Das Gute: Man kann bei den meisten MOOCs erst einmal hineinschnuppern und prüfen, ob einem der Professor und die Umsetzung des Themas liegen, bevor man sich registriert. Allerdings sei man gewarnt: Gerade bei den Informatikkursen steigt das Niveau nach den ersten Lektionen rapide an. Das ist allerdings kein Grund, von vorneherein nicht den Mut zu haben. Das Gute am Lernen mit Videos ist, dass man sie jederzeit anhalten und/oder zurückspulen kann, um etwas nachzuvollziehen oder zu recherchieren. Und wenn man merkt, dass man aus irgendwelchen Gründen nicht mitkommt, kann man um Hilfe bitten, im eigenen Tempo weitermachen (erhält dann aber manchmal keine Teilnahmebescheinigung o. Ä., wenn man die Abgabetermine nicht einhält) oder im Ernstfall auch einfach aufhören.

Kleine Checkliste für die MOOC-Auswahl:

  • Verstehe ich die Sprache und Sprechweise des Dozenten/Dozentin?
    Manchmal gibt es auch Untertitel, um Sprachbarrieren zu überwinden.
  • Fühle ich mich „angesprochen“ von der Art der Präsentation?
    Auch wenn nicht, kann das Thema wichtig genug sein, sich trotzdem durchzukämpfen. Vielleicht gibt es aber auch eine Alternative.
  • Welche Austauschmöglichkeiten mit Dozenten, Betreuern und anderen Teilnehmern sind geboten und reicht mir das?
  • Möchte ich hinterher eine Teilnahmebescheinigung, Zertifikat oder sogar „Credits“, die im Bachelor- oder Masterstudium angerechnet werden?
    Manche Kurse gibt es mit verschiedenen Optionen, was Services und die direkte Betreuung betrifft, mit unterschiedlichen (Mindest-)Preisen, denn man darf auch freiwillig (mehr) zahlen.
  • Welche Art der Registrierung ist nötig?
    Bei den MOOCs mit Zertifizierung und auch bei den kostenpflichtigen, regulären Semester-Kursen als Fernkurs reicht die E-Mail-Adresse meist nicht zur Registrierung aus. Bei manchen muss man sich mittels Webcam-Fotos von sich selbst und seinem Ausweis verifizieren. Einzelne Universitäten und Lernplattformen verlangen zur Erlangung bestimmter Zertifikate sogar, dass man immer am gleichen persönlichen Computer mit Webcam sitzt, um kontrollieren zu können, dass der Teilnehmer seine Arbeiten wirklich selbst erledigt – was meiner Meinung nach zu weit führt, denn dann ist doch viel von der Flexibilität des Online-Lernens dahin. Wenn man jedoch nur als gewöhnlicher Teilnehmer bei kostenlosen MOOCs mitmacht und keine besonderen Leistungen in Anspruch nimmt, reicht nach wie vor die Angabe einer E-Mail-Adresse und eines Namens.

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Die besten MOOCs bauen Kommunikationsbrücken

Cathy N. Davidson sagte in ihrem MOOC „History and Future of (Mostly) Higher Education“ des Öfteren: „Never forget: There is always someone behind the camera!“ Und das scheint mir eines der Erfolgsgeheimnisse der guten MOOCs bzw. von deren Dozenten/Initiatoren zu sein: Sie denken an die MOOC-Teilnehmer und versetzen sich in ihre Lage. Sie überlegen, wie sie ihnen am besten Wissen vermitteln und wie sie mit ihnen in Kontakt treten sowie auch den Kontakt untereinander fördern können, damit es am Ende ein zeitgemäßes Lernen miteinander und voneinander ist. Sie bauen eine oder viele Kommunikationsbrücken, damit letztendlich auf beiden Seiten der Kamera Personen sind, die gleichzeitig Lehrende als auch Studierende sind. Diese Haltung des Miteinanderlernens ist nicht nur ein Zeichen der Wertschätzung, sondern auch motivationsfördernd und eine gute Vorbereitung auf die berufliche Zusammenarbeit in internationalen Teams, wie sie in vielen Teilen der Wirtschaft schon längst üblich sind.

Linktipps zu diesem Blogartikel

Frühere Blogartikel zum Thema MOOC in diesem und anderen Blogs:

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Bitcoins – zwischen Hoffnung und Spekulation

Bitcoins sind für die einen das Zahlungsmittel der Zukunft, eine Währung, die Unabhängigkeit von Banken und staatlichen Zugriffsmöglichkeiten verspricht, für andere sind sie vor allem spannendes Spekulationsmittel.

Bitcoins - virtuelle Währung im Internet

Für manche sind Bitcoins mit der Hoffnung auf eine bessere Welt verknüpft, eine mit weniger Abhängigkeit von Banken. (Bild: Track Bitcoins)

Die starken Kurschwankungen sowie Meldungen über technische Schwierigkeiten wie 2014, die sich auch noch als Folge eines Botnetzangriffes entpuppten, schieben den Zeiger jedoch eher in Richtung Spekulationsmittel.



Aber noch einmal von vorne:

Was sind eigentlich Bitcoins?

Bitcoins wurden geschaffen, um als virtuelles Zahlungsmittel weltweit Zahlungen direkt vom Käufer zum Verkäufer zu ermöglichen, ohne dass eine oder mehrere Banken dazwischengeschaltet und bezahlt werden müssen. Umgesetzt wird die Idee durch ein Peer-to-Peer-Netzwerk (P2P), in welchem die Bitcoins geschöpft („Mining“) und verwaltet werden. Die Teilnehmer am Bitcoin-System müssen eine Software installieren, den Bitcoin-Client. Durch diesen wird ihnen eine Bitcoin-Geldbörse, Wallet genannt (Datei wallet.dat), eingerichtet. Transaktionen erhalten eine digitale Signatur und werden im Netzwerk in einer öffentlichen verteilten Datenbank (einem Netzwerk von Nodes) verwaltet. Der Besitz von Bitcoins wird über kryptografische Schlüssel belegt.

Wie kommt man an Bitcoins?

Entweder nimmt man Bitcoins als Zahlungsmittel für die eigenen Waren und Dienstleistungen oder man kauft Bitcoins an einer Bitcoin-Börse. Bitcoin-Börsen sind keine regulierten Wertpapierbörsen, sondern Bitcoin-Käufe/Verkäufe sind – zumindestens derzeit – Over-the-Counter- (OTC-) Geschäfte an OTC-Handelsplätzen.

Sobald die Bitcoins einmal in der Wallet sind – sei es auf dem Smartphone, dem Computer, dem USB-Stick oder in der Cloud -, kann man mit den Bitcoins bzw. mit Bitcoin-Stückelungen bezahlen oder sie verkaufen. Transaktionen können übrigens nicht rückgängig gemacht werden und auf seine Wallet muss man sehr gut aufpassen (eventuell sichern, verschlüsseln etc.) – denn: Ist die Wallet weg, ist das Geld weg!

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Bitcoin Mining

Es gibt noch eine weitere Möglichkeit, an Bitcoins zu gelangen – über das Bitcoin Mining. Wer einen Teil der Rechenarbeit (und damit auch der Kosten in Form von Hardware und Strom) des Bitcoin-Netzwerkes übernimmt, erhält dafür Bitcoins. Allerdings benötigt man für das Bitcoin Mining neben der Bitcoin Mining Software und der Wallet inzwischen so leistungsfähige Hardware, dass man sich am Mining nicht mehr mit einem normalen PC beteiligen kann. Doch kann man theoretisch geeignete Hardware im Internet, auch bei Ebay, kaufen.

Was sind Bitcoins wert?

Bitcoins sind eine Währung und daher gibt es Wechselkurse, zum Beispiel im Vergleich zum US-Dollar oder zum Euro. Doch ist für viele der eigentliche Wert die Unabhängigkeit von Banken, dem möglichen Zugriff des Staates und so weiter. Übrigens lautet die Währungsabkürzung für Bitcoin in der Bitcoin-Community BTC, und das Währungszeichen ist ein Bitcoin-Symbol
(ein B mit zwei senkrechten Strichen).

Die Kursschwankungen (Volatilität) von Bitcoins sind enorm. Beispiel 2013: Eben noch lag der Kurs von einem Bitcoin über 900 US-Dollar. Am 28.11.2013 schrieb damals beispielsweise Spiegel Online über den Bitcoin-Boom und das Thema Bitcoin war auch in vielen anderen Medien ein groß aufgemachtes Thema. Bald darauf betrug der Bitcoin-Kurs nur noch etwas mehr als 500 US-Dollar – das war ein herber Verlust an Kaufkraft oder Anlagewert, je nachdem, aus welchen Gründen jemand Bitcoins gekauft hatte. (Nachtrag: Am 19.12.2020 lag der Bitcoin-Wert bei 18.788,95 Euro, heute am 15.1.2021 bei 30.695,21 Euro – und das obwohl er erst vor ein paar Tagen einen Kursrückgang von über 20 % erlitten hat (zittrige Anlegerhände, ein Hinweis auf eine Blase, die bald platzt, oder einfach normale Gewinnmitnahmen angesichts der wahnsinnigen Kursentwicklung in den letzten Monaten? Niemand kann das sagen.)

Bewegt hatten den Kurs in den letzten Monaten (2014) vor allem Nachrichten aus China, wo die Notenbank den Banken Bitcoin-Geschäfte verboten hat, sowie von einer Bitcoin-Börse, die ein ungewöhnliches Verhalten bei Transaktionen bemerkt hatte, das sich zu allem Übel auch noch als Folge eines Botnetzangriffes herausstellte.

Beide Ereignisse sind für die Internetwährung Rückschläge, aber sollten auch nicht allzu sehr überraschen, da sich die Bitcoin-Währung immer noch im Experimentierstadium befindet. Immerhin gibt es die Währung erst seit 2009. Insofern ist rechtlich und steuerlich noch längst nicht alles und vor allem nicht weltweit festgezurrt.

Bitcoins bleiben als Geldanlage chancen- aber auch sehr risikoreich. Es gibt viele Gründe, warum der Kurs wieder/weiter steigen könnte, aber es besteht auch immer die Möglichkeit, dass er wieder zusammenbricht.

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Privatanlegern, die in Bitcoin investieren wollen, kann man diese Währung derzeit nur als Beimischung zu einer diversifizierenden Geldanlage empfehlen. Bei kurzem Zeithorizont ist die Anlage in Bitcoin reine Spekulation.

Eine alternative Investition könnte die Investition in Fonds sein, die sich auf Kryptowährungen spezialisiert haben.

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Nachtrag 2020:
Die Europäische Bankenaufsichtsbehörde (EBA) definiert in ihrer Stellungnahme virtuelle Währungen (= Kryptowährungen [cryptocurrency] = alternative Währungen = digitale währungen) wie Bitcoin, Litecoin oder Ripple als digitale Abbildungen von Wert, der nicht von einer Zentralbank oder Behörde geschaffen wird und auch keine Verbindung zu gesetzlichen Zahlungsmitteln haben muss … mehr siehe Bafin.

Der erste nach europäischem Recht regulierte Investmentfonds für auf der Blockchain basierende Assets, der Postera Fund – Crypto I aus Liechtenstein, kam am 18.04.18 auf den Markt (WKN: A2JE79, ISIN: LI0385769448).

Nachtrag März 2021:
Inzwischen hat sich so viel im Bereich Blockchain-Technologie, Kryptowährungen, Ethereum Smart Contracts und dApps sowie Non-Fungible Tokens (NFTs) getan. Gerade habe ich hier ausführlich darüber gebloggt: Was sind NFTs und worum geht es bei dem Blockchain-, Ethereum- und NFT-Hype (tinto bloggt).

Quellen und weiterführende Informationen

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Mischkultur im Garten und auf dem Balkon


Blumenbeete sind meist fröhlich und bunt. Genauso auch gemischte Sommerblumenkästen. Aber bei den Gemüseanbauern sieht es manchmal etwas trist aus – jedenfalls, wenn die Gärtnerin oder der Gärtner große Beete oder Blumenkästen mit nur einer Gemüseart bepflanzt. Mit Mischkultur kann man meistens mehr ernten, hat aber attraktivere Beete oder Pflanzgefäße und die Pflanzen können positiv aufeinander wirken und beispielsweise Schädlinge voneinander abwehren.

Mischkultur von Zwiebeln mit verschiedenen Salatsorten

Mischkultur von Zwiebeln mit verschiedenen Salatsorten

Was ist eigentlich Mischkultur?

Mischkultur kann im Grunde vieles bedeuten, beispielsweise:

  • Keine klare Trennung zwischen Gemüse-, Kräuter- und Blumenanbau
  • Kein flächendeckend einseitiger Anbau (keine „Monokultur“), sondern von Reihe zu Reihe wechselnde Arten
  • Große Pflanzenarten erhalten eine Untersaat/Unterpflanzung mit kleinen Pflanzenarten
  • Pflanzenarten nicht nur von Reihe zu Reihe verschieden, sondern auch in der Reihe wechselnd
  • Anbau jeder Pflanzenart in einer kleinen Gruppe, diese Gruppen bunt durcheinander oder nach System (vorne die Kleinen, hinten die Großen) gepflanzt

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Gärtner Pötschke - wo Qualität und Freude sich verbinden

Mischkultur auf dem Balkon

Gemüse lässt sich wunderbar auch auf dem Balkon anbauen. Damit die mit Gemüse bepflanzten Töpfe und Kästen gleichzeitig auch eine Zierde fürs Auge sind, mischt man am besten Gemüse, Sommerblumen, Heilpflanzen und Kräuter.
Schön zusammen in einem Blumenkasten wirken beispielsweise

  • Im Frühjahr: Radieschen, Pflücksalat, Hornveilchen und Schnittlauch
  • Im Sommer: Tagetes, Balkontomaten, Borretsch, verschiedene Basilikumarten und Lobelien

Kräuter und Blumen im Topfregal

Bei Zweifeln an der Giftfreiheit gibt man gekauften Blumen lieber ihren eigenen Topf in einem gemischten Topfregal.

Zu beachten: Blumen, die man mit Gemüse und Kräutern zusammen in ein Pflanzgefäß pflanzt, sollten nicht mit giftigen Pflanzenschutzmitteln gebeizt oder gespritzt worden sein.

Besonders einfach lässt sich die Mischkultur in einem Topfgarten verwirklichen.

Mischkultur im Gartenbeet, Hügelbeet und Hochbeet

Tomaten mit Tagetes-Unterpflanzung

Tagetes als Unterpflanzung sollen Tomaten vor Nematodenbefall schützen

Bei Mischkultur im Beet mit abwechselnden Reihen haben sich beispielsweise bewährt

  • Möhren mit Zwiebeln (Steckzwiebeln)
  • Rettich mit Lauch
  • Kopfsalat mit Kohlrabi
  • Tomaten mit Basilikum und/oder Tagetes

Der Mischkultur-Anbau in Reihen eignet sich auch sehr gut zur Bepflanzung eines Hügelbeetes, während beim Hochbeet das bunte Durcheinander aus Gemüse, Kräutern, Heilpflanzen und Sommerblumen am schönsten wirkt. Aber der persönlichen Experimentierfreude sind keine Grenzen gesetzt.

Übrigens: viele Blumen sind essbar – die passen natürlich besonders gut in den Nutzgarten! Beispielsweise: Kapuzinerkresse, Hornveilchen, Ringelblume, Borretsch und viele andere.

Nachteil der Mischkultur im Beet

Die Pflege einer Mischkulturbepflanzung ist zu Anfang etwas aufwendiger, denn man kann beispielsweise nicht mit der Hacke schnell durch die Reihen ziehen, um das Unkraut zu entfernen. Andererseits ist der Boden bei geschickter Planung schneller bedeckt, so dass das Unkraut weniger Chancen hat.

Häufige Fehler bei der Mischkultur

Bei der Mischkultur neigt man dazu, zu eng zu pflanzen. Das passiert bei einheitlicher Beetbepflanzung nicht so leicht, weil man da meist Angaben für den Abstand von Reihe zu Reihe und in der Reihe hat. Wenn man frühzeitig merkt, dass man zu dicht gepflanzt hat, kann man einzelne Pflanzen vorsichtig mit einem Spaten, der Grabgabel oder einer Blumenkelle herausnehmen und an eine andere Stelle setzen.
Was man auch leicht übersieht ist, dass Unter-/Zwischenpflanzungen bei Tomaten, Gurken oder anderen größeren Gemüse auch Nährstoff- und Wasserkonkurrenten sind – man muss ihren zusätzlichen Bedarf beim Düngen und Gießen berücksichtigen.

Wie haltet Ihr es mit der Mischkultur? Hat sich der Trend vom Ende des letzten Jahrhunderts inzwischen zur Normalität entwickelt?

Weitere Informationen:




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The Day We Fight Back: 11. Februar 2014

Aktionstag gegen die massenhafte Ausspähung durch die NSA

Verschiedene Menschenrechts- und Freiheitsorganisationen sowie bekannte Online-Plattformen rufen dazu auf, am 11. Februar 2014 beim Day We Fight Back, dem Tag des Wehrens gegen die massenhafte Ausspähung durch die Geheimdienste, mitzumachen.

The Day We Fight Back: 11. Februar 2014 - https://thedaywefightback.org

The Day We Fight Back : 11. Februar 2014
Wehren gegen die massenhafte Ausspähung – https://thedaywefightback.org

Für die US-Amerikaner geht es um die eigene National Security Agency (NSA) und aktuelle Gesetzesvorlagen zu deren Regulierung – sowohl was das Ausspähen der eigenen Bürger als auch die flächendeckende Sammelwut außerhalb der USA betrifft. Aber auch Government Communications Headquarters (GCHQ/Großbritannien), Communications Security Establishment (CSEC/Kanada) und andere Geheimdienste und Nachrichtendienste stehen im Visier des Aktionstages. Gefordert werden neue Gesetze, die die Online-Überwachung einschränken.

Bei der Aktion dabei sind beispielsweise Human Rights Watch, American Civil Liberties Union (ACLU), Fight for the Future, Greenpeace, Amnesty International, tumblr, reddit, DuckDuckGo, Mozilla und viele andere.

Wider den Gläsernen Bürger

Wer sich anschließen möchte, kann zum Beispiel auf seinen Webseiten ein Banner anbringen – dazu gibt es neben einem „normalen“ Code zum direkten Einbauen auch ein WordPress-Plugin sowie eine Cloudflare App Today We Fight Back. Das Banner ruft dazu auf, seine politischen Vertreter zu kontaktieren bzw. eine Petition zu unterschreiben. Man kann das Banner sofort anzeigen lassen oder man lässt es sich automatisch am 11. Februar 2014 aktivieren.

Ansonsten ist jeder aufgerufen, sich etwas einfallen zu lassen oder an Veranstaltungen teilzunehmen. Die eigenen Aktionen, Diskussionsveranstaltungen oder Proteste kann man in die Event-Liste eintragen lassen.

Die Initiatoren hoffen auf den gleichen Erfolg wie beim Kamp gegen den Stop Online Piracy Act (SOPA) und den Protect IP Act (PIPA) vor zwei Jahren und wollen mit der Aktion auch dem Internet-Aktivisten Aaron Swartz gedenken, der sich vor einem Jahr das Leben nahm.

Weitere Informationen

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