Hülsenfrüchtler – eine bedeutsame Pflanzenfamilie

Blüte einer Stangenbohne

Blüten der Stangenbohne ‚Blauhilde‘

Die Vereinten Nationen haben 2016 zum Internationalen Jahr der Hülsenfrüchte ernannt. Hülsenfrüchte sind die Früchte der Hülsenfrüchtler (Leguminosen) – wichtige Nahrungs- und Futterpflanzen für Mensch und Tier, außerdem Bodenverbesserer und Stickstoffsammler. Darüber hinaus gehören auch Bäume, Sträucher und Zierpflanzen zu den Hülsenfrüchtlern. Wissenswerte Informationen zu Hülsenfrüchtlern und Sortenempfehlungen für Hülsenfrüchte.

Hülsenfrüchte und Hülsenfrüchtler als Nahrungspflanzen für Mensch und Tier

Hülsenfrüchtler sind Pflanzen die Hülsenfrüchte ausbilden. Dazu gehören sehr wichtige Nahrungspflanzen für den Menschen, beispielsweise Bohnen, Erbsen, Sojabohnen, Linsen, Kichererbsen, Erdnüsse und Lupinen, sowie Futterpflanzen und Weidepflanzen für Wiederkäuer, Schweine und andere Tiere, beispielsweise Futtererbsen, Ackerbohnen, Klee, Futterwicke. Meist sind die Blüten der Hülsenfrüchtler auch noch für Insekten wie Honigbienen, Hummeln und Schmetterlinge bedeutend.
Bei manchen Hülsenfrüchtlern werden die ganzen Früchte verzehrt (Zuckererbsen, grüne/blaue Bohnen), bei anderen nur die Kerne (Erbsen, Linsen). Einige Hülsenfrüchte können roh verzehrt werden (frische oder frisch eingefrorene Erbsen), andere müssen vorher gekocht werden (Bohnen), sonst sind sie giftig.

Bedeutung für die Welternährung

In Lateinamerika, Afrika und Asien kennt man die vielfältigen Vorteile der Hülsenfrüchte, doch ihr Anbau könnte sich noch mehr verbreiten und die Welternährung verbessern. Zwar ist die biologische Eiweißqualität im Vergleich mit Fleisch nicht besonders hoch, lässt sich aber durch die Kombination mit Getreide aufwerten. Gerade bei fleischarmer oder fleischloser (vegetarischer, veganer) Kost sind diese pflanzlichen Eiweißlieferanten sehr hilfreich. Darüber hinaus sind sie ballaststoffreich und liefern Vitamin B1, B2, Calcium und Eisen. Die Inhaltsstoffe werden durch Keimen ebenfalls erhöht – so kann man beispielsweise aus Linsen, Kichererbsen, Sojabohnen, Mungbohnen und anderen Keimsprossen herstellen.

Nicht zu empfehlen sind Hülsenfrüchte für Menschen mit Magen- und Darmerkrankungen (da sie durch den hohen Ballaststoffgehalt Blähungen hervorrufen) sowie bei erhöhtem Harnsäurespiegel (Gicht).

Was Hülsenfrüchte als Gemüse auch so beliebt und hilfreich für die Ernährungssicherheit macht, ist ihre Lagerbarkeit – sowohl getrocknet als auch als Konserven. Getrocknete Hülsenfrüchte weicht man am besten über Nacht ein, kippt das Einweichwasser weg und kocht sie dann am schnellsten und energiesparendsten im Dampfdrucktopf. Salz und Essig sollte man erst zum Schluss hinzufügen.

Kleine Geschichte nebenbei:
Auf eine meiner Reisen in jungen Jahren traf ich in Papeete/Tahiti (Französisch Polynesien) eine junge Amerikanerin, die per Anhalterin auf einem Segelboot von Kalifornien aus angereist war. Sie und ihr Kapitän hatten zwei Monate für die Überfahrt über den Pazifik gebraucht. Überstanden haben sie die lange Reise dank reichlicher Reis- und Bohnenvorräte. Und anscheinend bekommt man die auch nicht über, denn sie bot mir sofort an, das Gericht mal für mich zu kochen.

Hülsenfrüchtler als Stickstoffsammler und Bodenverbesserer

Gründüngung

Hülsenfrüchte eignen sich sehr gut zur Gründüngung (in der Landwirtschaft Zwischenfrucht genannt). Sie verhindern durch die Bodenbedeckung die Bodenerosien (den Abtrag des Bodens durch Wasser oder Wind) sowie die Auswaschung von Nährstoffen. Sie binden durch ihre Symbiose mit Knöllchenbakterien (Rhizobien) sogar Stickstoff aus dem Boden und sparen dem Gärtner oder Landwirt dadurch Dünger. Sie verbessern durch die Durchwurzelung den Boden – schließen ihn auf, führen ihm organische Substanz zu und erhöhen sein Wasser-, Luft- und Nährstoffspeicherermögen.

Hülsenfrüchte sind besonders gesprächig

Damit sind nicht die Tönchen der Böhnchen gemeint, sondern die Zusammenarbeit der Leguminosen mit den stickstoffbindenden Knöllchenbakterien und anderen Mikroben in ihrem (Wurzel-) Umfeld (deren Gesamtheit wird Mikrobiom genannt). Die Hülsenfrüchtler kommunizieren nämlich reichlich über ihre Wurzelabsonderungen (Proteine, Kohlenhydrate, organische Säuren, Phenol, Phytohormone u. Ä.). Beispielsweise können sich solche Ausscheidungen bei Stress, zum Beispiel bei Trockenheit, erhöhen und das wiederum ruft bei den Mikrolebewesen Reaktionen hervor, die der Pflanze helfen. Die stickstoffbindenden, pflanzenwachstumsfördernden Rhizobien wiederum kommunizieren mit der Pflanze und teilweise mit anderen Mikroben über Phytohormone, Acyl-Homoserin-Lacton, Phenole, Peptide und andere Stoffe. Eine Pflanze, vor allem eine Hülsenfrüchtlerpflanze, ist also nicht alleine, sondern hat ihr eigenes Ökosystem.

Hülsenfrucht-Gemüse für Garten, Balkon, Terrasse und Fensterbank (Beispiele)

Dicke Bohnen (auch Saubohnen, Ackerbohnen, Puffbohnen genannt)
Sie gehören zu den Wicken (Vicia) und eignen sich als Nahrungs- und Futtermittel sowie als Bodenverbesserer. Schon ab Mitte/Ende Februar können sie ins Freiland gesät werden. Beliebte Sorten für den Garten sind ‚Frühe Weißkeimige‘ und ‚Dreifach Weiße‘.

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Buschbohnen (Phaseolus vulgaris var. nanus) Sie eignen sich besonders für den Anbau im Beet. Da sie frostempfindlich sind, werden sie erst ab Mai ausgesät. Beliebte Sorten sind beispielsweise ‚Saxa‘, ‚Lasso‘ und ‚Delinel‘. Stangenbohnen (Phaseolus) Sie können im Beet, aber auch in Kübeln angebaut werden. Ausgesät werden sie ab Mai. Die Sorte ‚Blauhilde‘ hat blaue Hülsen, die sich beim Kochen grün färben. Andere beliebte Sorten sind ‚Neckarkönigin‘, ‚Perle von Marbach‘ und ‚Neckargold‘.

Stangenbohne Blauhilde im Kübel

Blaufrüchtige Bohnensorten wie die ‚Blauhilde‘ färben sich beim Kochen grün. Diese Pflanzen wurden im Kübel angebaut.

Erbsen Sie kann man ab März ins Beet aussäen. Dafür eignen sich beispielsweise ‚Feltham First‘ und die ‚Kleine Rheinländerin‘ (Schalerbsen). Ab April kann man ‚Ambassador‘ und ‚Lancet‘ (Markerbsen) aussäen. Wer experimentierfreudig ist, kann aus gekauften getrockneten Erbsen Erbsen-Grünkraut im Topf heranziehen.

Kichererbsen Diese Hülsenfrüchte sind vorwiegend in Südwestasien verbreitet. Sie mögen ein warmes, sonniges Klima und kommen mit wenig Wasser zurecht. Der Anbau gelingt bei uns am ehesten im Weinbauklima und/oder im Kleingewächshaus. Dazu werden ungeröstete getrocknete Kichererbsen auf der Fensterbank oder im Gewächshaus vorgezogen und später verpflanzt oder direkt ausgesät, wenn kein Frost mehr zu erwarten ist. Geerntet werden entweder die grünen Schoten, die dann wie grüne Bohnen verwendet werden, oder die ganze verwelkte Pflanze, die dann getrocknet wird, bis die Schoten ihre Samen freigeben. Aus Kichererbsen lassen sich auch Keimsprossen ziehen – dafür wird Bio-Saatgut im Gartenfachhandel angeboten.

Hülsenfrüchtler überall

Nicht nur wertvolle krautige Futter- und Nahrungspflanzen sowie Bodenverbesserer, auch wunderschöne und nützliche Bäume und Zierpflanzen gehören zu den Hülsenfrüchtlern. Die einen sind Holzlieferanten, andere wichtig als Bienenweidepflanzen oder zur Klimaverbesserung in Städten. Sogar Heilpflanzen sind unter den Hülsenfrüchtlern. Hier einige Beispiele.

Blüten und Blätter von Erythrina crista-galli

Blüten und Blätter von Erythrina crista-galli – einer beliebten Kübelpflanze

Bäume: Robinie (Wiederaufforstung auf nährstoffarmen, warmen Standorten, Stadt-Bienenweidepflanze), Dalbergia und Machaerium-Arten (Palisanderholz-Lieferanten ), Korallenbäume (Erythrina – bei uns oft als Kübelpflanze) Sträucher: Ginster, Goldregen Blumen: Duftwicke (eigentlich eine duftende Platterbse), Feuerbohnen (rankende Pflanzen mit roten Blüten und essbaren Früchten) Heilpflanze: Wundklee (Anthyllis) Färbepflanze: Indigo (Indigofera)

Aber Vorsicht: manche Hülsenfrüchtler sind giftig!

Während man Zuckererbsen roh essen kann, müssen Bohnen zuerst gekocht werden, denn sie enthalten u. a. den Giftstoff Phasin, der erst durch Kochen zerstört wird. Die Verbraucherzentrale empfiehlt, die Bohnen mindestens 15 Minuten bei 100 Grad Celsius zu kochen.

Zu den Giftpflanzen gehören u. a. auch die Paternostererbse (Abrus precatorius), der Blauregen (Glyzinie, Wisteria) und der Goldregen (Laburnum anagyroides).

Weitere Informationen

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Gabionen im Garten: Zäune, Hochbeete und Sitzbänke

Kennzeichnung siehe unten *Die Gartensaison 2016 steht vor der Tür. Höchste Zeit also, sich auf die Suche nach kreativen Gestaltungsideen und Hinguckern für die grüne Oase zu machen. Schon längst kein Geheimtipp mehr sind die sogenannten Gabionen. Denn die mit Natursteinen gefüllten Drahtkörbe sind vielseitig einsetzbar.

Gabionen-Kräuterspirale

Gabionen-Kräuterspirale

Gabionenzaun im Garten

Häufig kommen die Steinkörbe als Grundstücksbegrenzung zum Einsatz. Denn die Zaungabionen bieten optimalen Sichtschutz und können in einem Gabionen Onlineshop in Wunschgröße bestellt werden. Wem eine Steinmauer im Garten zu schlicht ist, der kann die Gabionen auch begrünen. Die Drahtgitter dienen Kletterpflanzen als Rankhilfe und der obere Teil der Körbe kann mit Erde aufgefüllt und bepflanzt werden.

Hochbeete aus Gabionen

Doch nicht nur als Mauern und Zäune, auch als Pflanzkübel machen die Steinkörbe eine gute Figur. So gibt es komplette Gabionen-Hochbeete, die nach Belieben bepflanzt werden können. Sie bestehen aus einem Innenkorb, der mit Vlies ausgekleidet und mit Erde aufgeschüttet wird, sowie einem mit Natursteinen befüllten Außenkorb.

Hochbeete sind aber nicht nur ein Hingucker auf der Terrasse, sondern erleichtern auch die Gartenarbeit: Dank der erhöhten Beetlage muss man sich nicht so stark bücken. Zudem findet weniger Unkraut den Weg ins Gabionen-Hochbeet. Und da sich der Boden schneller erwärmt, kann die Pflanzsaison früher beginnen.

Kräuterspirale aus Gabionen

Frische Kräuter aus dem eigenen Garten verleihen jedem Gericht das gewisse Etwas. Damit jede Pflanze optimale Standortbedingungen erhält, kann man eine Kräuterspirale anlegen. Diese bildet verschiedene Klimazonen auf kleinstem Raum ab. Denn Koriander und Estragon bevorzugen beispielsweise den Halbschatten, während es Thymian, Oregano und Rosmarin lieber sonnig und trocken mögen. Eine Gabionen-Kräuterspirale ist als fertiger Bausatz erhältlich und verleiht dem Kräutergarten durch die Natursteine eine mediterrane Note.

Gartenmöbel aus Gabionen

Die aktuellen Gartenmöbeltrends 2016 wurden in einem separaten Artikel ja bereits vorgestellt. Dabei fehlen aber ganz klar die Sitzbänke aus Gabionen. Sie sind wetterbeständig, pflegeleicht und stabil und lassen sich ganz leicht selbst zusammenbauen: Einfach Holzbretter auf einem Steinkorb befestigen, Sitzkissen auflegen, fertig. Allerdings müsste man sich vorab natürlich für den richtigen Standort im Garten entscheiden, denn bewegen lassen sich die Gabionenbänke später nicht mehr.

* Sponsor-Posts sind informative Gastartikel meiner Werbepartner.

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Änderungen 2016

Geld-Änderungen 2016Wie jedes Jahr gibt es auch zum kommenden Jahreswechsel einige angenehme und einige unangenehme Änderungen für Verbraucher, Patienten und Steuerzahler. Hier die wichtigsten:

Porto
Zu den unangenehmen Änderungen gehört die mehr oder weniger regelmäßige Portoerhöhung. Leider wird auch zum kommenden Jahreswechsel das Porto teurer: Der Standardbrief kostet ab 1. Januar 2016 70 Cent, der Maxibrief (bis 1000 Gramm) 2,60 Euro, das Einschreiben 2,50 Euro.

Übergangspflege
Angesichts der zunehmenden Zahl der Alleinlebenden und der Alterung der Gesellschaft ist das eine sehr vernünftige Neuregelung: Wer nach einem Krankenhausaufenthalt oder nach einem ambulanten Eingriff vorübergehend versorgt werden muss, kann eine Kurzzeitpflege als neue Krankenkassenleistung in Anspruch nehmen. Auch die Ansprüche auf häusliche Krankenpflege und Haushaltshilfe sollen verbessert werden.

Steuerfreier Grundfreibetrag
Der steuerfreie Grundfreibetrag erhöht sich ab 2016 von 8.472 Euro auf 8.652 Euro.

Vorsorgeaufwendungen
2016 können Alleinstehende bis zu 18.669 Euro, Ehepaare und eingetragene Lebenspaare zusammen das Doppelte geltend machen.

Elektroautos
Elektroautos, die ab dem 1. Januar 2016 angemeldet werden, sind fünf Jahre lang von der Kfz-Steuer befreit.

IBAN und BIC
Ab 1. Februar muss man auch als Privatperson seine internationale Kontonummer, die International Bank Account Number (IBAN), parat haben, Kontonummer und Bankleitzahl kann man dann nicht mehr ersatzweise nutzen. Den Bank Identifier Code (BIC) braucht man aber nur noch bei Zahlungen, die aus dem Europäischen Wirtschaftsraum hinausgehen (beispielsweise in die Schweiz oder nach Monaco).

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Girokonto für jeden
Ab etwa Mitte 2016 soll jeder in Deutschland das Recht auf ein Bankkonto haben. Die Banken dürfen auch Obdachlosen oder Flüchtlingen die Eröffnung eines Girokontos nicht verweigern.

Kleine und mittelgroße Unternehmen (KMU)
Gute Nachricht für die KMUs: Dank des neuen Bürokratieentlastungsgesetzes beginnt die Buchführungspflicht ab 2016 erst ab einem Gewinn von 60.000 Euro oder einem Umsatz von 600.000 Euro. Bisher waren es 50.000 Euro Gewinn bzw. 500.000 Euro Umsatz.

Quellen und weitere Informationen

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Garten und Gartenmöbel: Trends 2016

Gartentrends 2016 - der Garten wird bunt - Trendfarbe Gelb

Gartentrends 2016:
Der Garten wird bunt – Trendfarbe Gelb.

Im Dezember, wenn laut Gartenkalender relativ wenig im Garten zu tun ist, macht man sich gerne Gedanken, wie der Garten im nächsten Jahr aussehen soll – nicht nur die Bepflanzung, sondern auch die Gartenmöbel. Will man die alten Gartenmöbel verschönern oder will/muss man sie ersetzen? Wie ich, lassen sich manche beim Träumen gerne von den angekündigten Garten- und Gartenmöbeltrends 2016 inspirieren – vielleicht kann man sich das eine oder andere Accessoire noch zu Weihnachten wünschen.

Ich habe mich umgehört und umgeschaut: Der Trend der letzten Jahre, den Garten als zusätzlichen Wohnraum zu nutzen, setzt sich fort – kein Wunder nach der langen warmen Gartensaison 2015 (zumindest hier in Oberbayern). Entspannt wird nicht mehr nur bei der Gartenarbeit, sondern beim Rumfläzen in der gemütlichen Sitzecke oder beim gemütlichen gemeinsamen Essen draußen im Freundes- oder Familienkreis.

Gartenmöbel eleganter
Die neuen Gartenmöbel 2016 wirken aber teilweise eleganter, nicht mehr ganz so kantig klobig wie die häufig sehr massiven, niedrigen Poly-Rattan-/Polyrattan-Möbel der vergangenen Jahre. Ihren gemütlichen Wohnzimmercharakter behalten sie aber trotzdem (gesehen beispielsweise Sifas Gartenmöbel, Ethimo Gartenmöbel, Dedon Rayn Gartenmöbel und andere).

Es wird farbenfroh – gerne Gelb
Schon vor der spoga+gafa 2015 wurde in verschiedenen Medien Gelb als Trendfarbe 2016 für Wohnungen, Terrassen und Balkone angekündigt. Warum auch nicht: Gelb verbreitet gute Laune, denn es lässt die Sonne auch bei bewölktem Himmel scheinen. Zitronengelb verbreitet Frische und Weite (günstig beispielsweise bei wenig Raum), helles Buttergelb mildert das Licht, Safran- und Ockergelb verbreiten Gemütlichkeit (was besonders bei großen Gartenräumen hilfreich sein kann). Das heißt nicht, dass alle Gartenmöbel nun gelb gestrichen werden müssen, aber wer mag, kann gelbe Akzente mit einzelnen gelben Sitzmöbeln, dem Sonnenschirm, mit Pflanzkästen, Dekokissen oder anderen Accessoires setzen. Wem Gelb gar nicht gefällt, kann sich trösten: Auch Pastellfarben wie Rosa, zartes Blau und Aqua sind weiterhin im Trend. Letztendlich müssen die Farben zu den Bewohnern und den Gegebenheiten passen. Stimmigkeit ist wichtiger als ein Modetrend – trotzdem freut man sich auch über ein wenig Abwechslung.

Casual Dining – Relaxen und Essen
Nachdem in den vergangenen Jahren schon das Wohnzimmer über den Sommer ins Freie verlagert wurde, geschieht das nun auch mit dem Esszimmer – und zwar „in bequem“. Weg mit den spartanischen, harten Bierbänken und wackeligen Klapphockern, jetzt will man bequemes Sitzen auch beim Essen draußen – neu sind Sessel, Bänke und Sitzgruppen in einer Sitzhöhe zwischen hohem Bürostuhl und tiefem Loungesessel (bei Fermob spricht man von der Midi-Höhe).

Flexibilität und Funktionalität
Die Möbel sollen der Situation entsprechend umgestellt werden können, Tische sollen ausziehbar sein und damit der Zahl der Gäste angepasst werden können. Auf der spoga + gafa wurden Grills gezeigt, die man mit ein paar Handgriffen in ein Tischfußballspiel umwandeln kann, und Hocker, die auch zur Getränkekühlung geeignet sind (messelive.tv bei YouTube).

Upcycling und Nachhaltigkeit
Upcycling bedeutet: aus etwas Altem etwas schönes Neues machen, das frisch und modern wirkt. Aus ein paar alten Europaletten lässt sich mit einer Säge, Schleifpapier, ein paar Schrauben und etwas frischer Farbe recht einfach eine Sitzbank für die Terrasse bauen. Noch ein paar schöne, bequeme Kissen daraufgelegt und schon kann man die Freunde zum gemütlichen Abhängen einladen. Wer sich nicht selbst handwerklich betätigen möchte, der kann seinem Wunsch nach Nachhaltigkeit auch durch den Kauf von fröhlichen Gartenstühlen aus recyceltem Plastik Ausdruck verleihen, wie sie beispielsweise die spanische Designerin Natalia Winnicka entwirft.

Verschönern durch Upcycling und Nachhaltigkeit ist jedenfalls auch 2016 Trend. Baumhäuser werden wieder beliebt – am besten aus Naturmaterialien (obwohl es auf der Gartenmesse auch genau das Gegenteil zu sehen gab) und in sind auch Terrassenbeläge und Wandverkleidung aus Naturstein im mediterranen/kalifornischen Stil.

Auch beim Gärtnern selbst ist Nachhaltigkeit und Wiederverwertung Trumpf: Ausgesät wird gerne in Eierkartons oder in durchgeschnittenen Toilettenpapierrollen, die man in eine Schale stellt und mit Aussaaterde füllt. Alte Eimer werden in leuchtenden Farben bemalt und in Pflanzbehälter für Kübelpflanzen umfunktioniert und ausrangierte Gießkannen, Schubkarren und sogar Gummistiefel werden zum Heim für üppig bunte Sommerblumenbepflanzungen.

Gartenarbeit entspannt nicht nur, die „Naturerfahrung“ macht auch glücklich. Das mögen auch die Städter: Urban Gardening bleibt Trend – sei es in Gemeinschaftsgärten, auf Mietparzellen oder in Kleingärten. Vor allem in den Urban-Gardening-Projekten auf versiegeltem oder ungeeignetem Untergrund sind Upcycling und Nachhaltigkeit wichtige Bestandteile: Große, alte Holzkisten oder zusammengenagelte Holzplatten werden mit Folie ausgekleidet, mit Gartenabfällen und torffreier Bio-Erde befüllt und mit Gemüse und Kräutern bepflanzt. So sind die Urban Gardener nicht nur unabhängig vom Untergrund, sondern auch mobil, falls das Projekt umziehen muss.

Was die Pflanzen selbst betrifft: Bepflanzungen sollen farbenfroh sein, aber nicht nur das Menschenauge erfreuen, sondern auch Bienen und anderen Nützlingen guttun – das heißt: Sie sollten giftfrei sein und Futter in Form von Nektar, Pollen oder Beutetieren oder aber Unterschlupf bieten. Zur Freude aller Bewohner des Gartens wird Unkraut zunehmend wieder von Hand gejätet oder mit Hitze abgetötet – auf Glyphosat und andere chemische Unkrautvernichtungsmittel wird von vielen verzichtet. Überhaupt wird Bio-Anbau und umweltverträglicher Pflanzenschutz von vielen Selbstversorgern, Freizeitgärtnern und Urban Gardenern bevorzugt. Sie bauen samenfeste Sorten an, verwenden Bio-Saatgut und torffreie Bio-Erde, fördern Nützlinge und heimische Pflanzen, halten Gemüsefliegen mit Schutznetzen fern und verwenden nur ungiftiges Schneckenkorn etc.).

Licht im Garten
Wer auch abends spät noch gemütlich im Garten sitzen möchte, braucht Licht. Eine Neuheit sind Leuchten, die tagsüber als Tische oder Stühle funktionieren oder einfach eine interessante Form haben, abends genügend Licht zum Lesen bieten. Wem es auf die romantische Stimmung ankommt: Die Gemütlichkeit eines Lagerfeuers lässt sich mit Feuerschalen für die Terrasse oder mittels Tischkamin herbeizaubern.

Weitere Gartentrends 2016
Manche prophezeien den Rückgang von Kohlegrills – nun seien Gasgrills in.
Teakholz sei wieder im Kommen – Teakholz ist ein wetterbeständiges Holz, das in Plantagen in Asien angebaut werden kann.
Gestricktes aus wetterbeständigen Material soll im Garten eine neue Leichtigkeit verbreiten. Nun ja, das kann witzig sein, ist aber Geschmacksache.

Bei manchen vorhergesagten Trends bin ich mir nicht sicher, ob sie nicht nur in den Träumen der Hersteller und Verkäufer existieren.

Letztendlich muss jeder den Stil, die Pflanzen, die Möbel und die Utensilien finden, mit denen er sich wohlfühlt und glücklich ist. Es müssen nicht immer Möbel vom Top-Designer sein, aber das ein oder andere edle Einzelstück gibt der Geldbeutel vielleicht her.

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