Finanzlexikon für Einsteiger

FinanzlexikonFinanzbegriffe geistern nicht erst seit den jüngsten Staatsschuldenkrisen durch die Nachrichten. Sie sind ein
Teil unseres Alltags.

Damit man nicht lange suchen und seitenweise Abhandlungen lesen muss, habe ich ein kleines
Finanzlexikon angefangen, das die wichtigsten Begriffe
rund um Finanzen, Geld und Börse kurz und knackig
erklären soll:

Bis jetzt sind die folgenden Finanzbegriffe enthalten – mit einem Klick kommen Sie zur Begriffserklärung:

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Veröffentlicht unter Börse, Geld, Geldanlage | Verschlagwortet mit | 2 Kommentare

Währungshandel – sinnvolle Geldanlage oder reine Spekulation?

WährungshandelDer Währungshandel wird immer mehr zum Zockerparadies für Privatanleger

Die Wechselkurse zwischen Währungen verändern sich ständig. Das ist ein erhebliches Risiko für Unternehmen, die Waren in Fremdwährungen kaufen oder verkaufen: Durch eine Veränderung des Wechselkurses kann nach der Abwicklung und Umrechnung in Euro der Einkaufspreis für eine Ware, die man von einem Zulieferer kauft, viel höher oder der Verkaufspreis einer Exportware viel niedriger sein als zu dem Zeitpunkt, als man das Geschäft vereinbart hat. Aber auch für Banken, Fonds und Privatanleger, die Wertpapiere in ausländischen Währungen kaufen, sind Wechselkursschwankungen ein großes Risiko: Wechselkursänderungen können Kursgewinne in der Originalwährung eines Wertpapiers völlig aufzehren (-> Währungsrisiko).

Währungshandel zur Absicherung

Um sich gegen solche Währungsrisiken abzusichern (zu hedgen), werden daher häufig und sinnvollerweise parallel zum eigentlichen Geschäft Währungsgeschäfte (Devisengeschäfte/Währungshandel) durchgeführt. Dazu werden teilweise hochriskante Hebelgeschäfte genutzt – durch den jeweiligen Hebel muss der Händler nur einen kleinen Geldbetrag einsetzen, um ein großes Geschäft abzusichern.

Privatanleger entdecken den Währungshandel

Doch eben diese hochspekulativen Währungsgeschäfte (Währungshandel) kommen immer mehr in Mode – und zwar bei Privatanlegern, ohne dass es ein Geschäft zum Absichern gäbe. Laut Die Zeit spekulieren in Deutschland aktuell geschätzte 50.000 Privatinvestoren mit Devisen (Währungen). Und laut einem der großen Währungshandel-Anbieter, Forex, sind die Hälfte der Kunden unter 34 Jahre alt, haben einen Hochschulabschluss und/oder ein hohes Einkommen. Weitere Anbieter, die neben Forex (Forex.com) gerade den deutschen Markt erobern bzw. ausweiten wollen, sind Alpari (Alpari.com) und FXCM. Neben den verschiedenen Brokern gibt es auch Informationsplattformen mit Bewertungen von Brokern, Online-Trading-Signalanbietern, Auto-Trading-Robotern etc. wie beispielsweise Faire Forex Broker*. Wie seriös die einzelnen Handels- und Informationsanbieter sind, sollte man vorab recherchieren.

Gezockt wird auf alle möglichen Währungen bzw. Wechselkurse dieser Welt: Euro/US-Dollar, US-Dollar/Yen, Pfund Sterling/US-Dollar etc. Doch niemand muss beim Währungshandel Geld oder Spielchips in die Hand nehmen. Man muss sich nur die Handelssoftware des Devisenhandelanbieters herunterladen und Geld auf ein dort eingerichtetes Konto überweisen und schon darf man alle Währungen handeln, was das Zockerherz begehrt – und was das Konto hergibt. Die Hebel wirken natürlich nicht nur in die „richtige“ Richtung, sondern man kann auch das Mehrfache des auf eine Position gesetzten Geldes verlieren: Wer 1.000 Euro bei einem Hebel von 100 zu 1 auf eine bestimmte Position setzt, hat bei einer Wechselkursbewegung von 2 Prozent 200 Prozent (also 2.000 Euro) Gewinn oder Verlust gemacht. Im Falle des Verlustes bedeutet dies: Er muss unter Umständen 1.000 Euro nachlegen.

Mit Geldanlage oder Absicherung hat diese Art von Währungshandel (Devisengeschäften) nichts zu tun, sondern mit Spekulation bzw. mit dem Bedürfnis zu zocken (-> Investieren oder Spekulieren.

Was die Leute an die digitalen „Spieltische“ lockt, sind aber meiner Meinung nach nicht – wie Christoph Hus in Der Zeit meint – die angeblich aktuell schwierige Durchschaubarkeit der Aktienmärkte, sondern die Gier nach dem schnellen und einfachen Geld. Ende der 1990er Jahre hatte das private Daytrading mit Wertpapieren Hochkonjunktur und Tausende private Möchtegern-Spekulanten verspielten ihr Geld online über die entsprechenden Handelsplattformen, nun strömt die nächste Generation Glücksjäger an die Spieltische der Währungshandel-Plattformen im Internet. Doch gegenüber dem Spielkasino hat sich eines nicht geändert: Sicher ist nur, dass auf Dauer die Bank bzw. die Plattform gewinnt.

*Werbelink

Bitte beachten Sie, dass nicht alles, was im Internet angeboten wird, bei uns auch legal ist, und dass sich Vorschriften für Finanzprodukte auch ändern können. Zuständig ist die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin): eine aktuelle News ist beispielsweise Aktuelles zu CFDs und Binäre Optionen.

Quellen

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Überschuldung – bedroht ist jeder!

Mehr als 3 Millionen deutsche Haushalte sind überschuldet. Von Überschuldung spricht man, wenn die Einnahmen über einen längeren Zeitraum nicht ausreichen, um die Lebenshaltungskosten, Raten und Rechnungen zu bezahlen. Schnell läuft das Konto ins Minus und es müssen hohe Kreditzinsen, z. B. Überziehungszinsen/Dispozinsen, bezahlt werden. Wenn die Bonität dahin ist und „normale“ Banken keinen weiteren Kredit/Dispokredit gewähren, werden Kredite unseriöser Anbieter zu Wucherzinsen aufgenommen. Auf diese Weise schrauben sich die Schulden immer schneller nach oben – bis dann irgendwann gar nichts mehr geht. Mehr als 100.000 Haushalte in Deutschland mussten 2011 Privatinsolvenz (Verbraucherinsolvenz) anmelden. Im Jahr davor waren es noch mehr.

Die häufigsten Auslöser für die Überschuldung sind Arbeitslosigkeit, Trennung oder Scheidung, Tod des Partners, Krankheiten und Sucht, eine unwirtschaftliche Haushaltsführung oder eine gescheiterte Selbstständigkeit (siehe Grafik). Bedroht von Überschuldung ist also im Prinzip jeder.

Gegen viele Schicksalsschläge kann man zwar nichts tun, aber man kann vorbeugen, damit diese einen nicht auch noch finanziell hart treffen.

Überschuldung
(Quelle: Destatis)

Überschuldung vermeiden

Das kann man vorbeugend gegen Überschuldung tun:

Sich gegenseitig absichern
In guten Zeiten Worst-Case-Scenarios gedanklich durchspielen und sich (gegenseitig) (vertraglich) absichern für die Fälle von Tod, Trennung o. a.

Erst sparen, dann kaufen
Niemand ist davor sicher, seinen Job zu verlieren, einen Unfall zu haben oder krank zu werden – und dann können Raten plötzlich nicht mehr bedient werden, wenn man zu viel auf Kredit gekauft hat (Immobilie, Wohnungseinrichtung, Auto, teure Elektrogeräte) oder zu viele Verträge (Smartphone, Telefon, Bezahlfernsehen etc) an der Backe hat. Ein Lebensstil des Understatements ist da eleganter: Statt auf Pump zu kaufen oder Kreditkarten auszureizen, lieber erst sparen und dann kaufen. Das ist nicht nur sicherer, sondern in der Regel auch viel billiger (denn die teuren Kreditzinsen fallen weg).

Auf Liquidität achten
Eine teure Reparatur kann anfallen, die Kinder brauchen Zahnspangen, eine Phase der Arbeitslosigkeit oder Auftragsdürre kann eintreten: Um in solchen Fällen nicht in Schwierigkeiten zu kommen, sollte man ein Liquiditätspolster haben. Aber nicht Geld unter der Matratze horten, sondern lieber auf einem möglichst gut verzinsten Tagesgeldkonto parken.

Überblick über die Einnahmen und Ausgaben behalten
Den groben Überblick über seine Einnahmen und Ausgaben erhält man, wenn man jeweils eine Liste anfertigt: eine, für das was jährlich reinkommt, und eine für das, was man im Jahr an festen Ausgaben hat – pro Jahr deshalb, weil manche großen Beträge wie Autoversicherung nur einmal im Jahr fällig werden. Die Listen kann man mithilfe der Kontoauszüge anfertigen. Manche Banken bieten bei Online-Banking auch den Export in eine mit Excel lesbare Form an. Die Einnahmen sollten größer als die Ausgaben sein – und zwar um so viel, dass Sie davon Ihren täglichen Bedarf, Kleidung, Urlaub etc. locker bestreiten und am besten auch noch etwas sparen können. Wer herausfinden möchte, wieso das Geld immer viel zu schnell weg ist, der sollte ein Haushaltsbuch führen und dort alle Ausgaben eintragen. Das hilft auch, Einsparmöglichkeiten zu finden.

Vorsicht bei langfristigen Verpflichtungen
Bei jeder langfristigen Verpflichtung, die man eingeht, sollte man besonders sorgfältig überlegen, ob man sie sich tatsächlich aufhalsen möchte oder ob sie einen in Schwierigkeiten bringen könnte, wenn nicht alles wie erträumt oder geplant läuft. Das gilt natürlich für eine Hypothek besonders, aber auch für Leasing-Verträge, Smartphone-Verträge, Ratenkäufe, Miete etc.

Überschuldung entgegensteuern

Wenn die Ausgaben genauso groß oder größer sind als die Einnahmen, sollte man sofort entgegensteuern und nach Möglichkeiten suchen, die Ausgaben zu verringern und/oder die Einnahmen zu erhöhen.

Die Einnahmen zu erhöhen ist in der Regel schwierig. Möglichkeiten sind beispielsweise: sich einen Zweitjob zu suchen, eine Gehaltserhöhung zu erfragen (als Argument gilt für den Arbeitgeber aber nicht „ich brauch mehr Geld“, sondern „ich arbeite überdurchschnittlich gut“). Auch als Arbeitsloser darf man ein wenig hinzuverdienen, solange man weniger als 15 Stunden pro Woche arbeitet. Meist wird man jedoch nicht um die Verringerung der Ausgaben herumkommen: Man kann z. B. die Versicherungen durchgehen und die, die man nicht unbedingt braucht, ändern, kündigen oder beitragsfrei stellen, man kann sich eine kleinere Wohnung suchen, teure Überziehungskredite in günstigere Ratenkredite umwandeln etc.

Überschuldet – was tun?

Wenn man merkt, dass man überschuldet ist bzw. in finanzielle Schwierigkeiten geraten ist, für die man selbst keine Lösung erkennt, dann sollte man sich bei einer Schuldnerberatung helfen lassen. Viele Zentren der Caritas und andere Organisationen bieten Schuldnerberatungen an. Hier können Sie nach Beratungsstellen recherchieren:
-> Forum Schuldnerberatung

Quellen:

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„Suna“ von Pia Ziefle (Buchtipp: 4,8 Sterne)

Sich den Dingen stellen, auch wenn man Angst davor hat

Um es gleich zu sagen: Am Ende musste ich weinen,
weil es so schön war.

Das Kind schläft nicht. Als sich die Mutter nicht mehr zu
helfen weiß, folgt sie dem Rat, sich auf die Suche nach
ihren eigenen Wurzeln zu machen, damit ihr Kind wiederum
Wurzeln schlagen und endlich schlafen kann. Die Geschichte,
die die Mutter ans Licht bringt und dem Kind erzählt, ist
eine berührende, europäische Geschichte.

Pia Ziefle ist freie Autorin und Bloggerin. „Suna“ ist ihr erster Roman (Interview mit Pia Ziefle: Der Weg zum ersten eigenen Buch).

Das Buch ist wunderschön geschrieben. Im ersten Drittel fühlte ich mich wegen der vielen Personen kurzzeitig überfordert und hatte etwas Mühe, den Faden zu erkennen. Doch das Dranbleiben hat sich gelohnt, die Geschichte wird immer voller und spannender und steigert sich zu einem wundervollen Ende.

Fazit: Ein Roman, der berührt und zum Nachdenken anregt – nicht nur ein persönliches Schicksal, sondern ein Stück deutscher und europäischer Geschichte.

Von mir: 4,8 von 5 Sternen!

Buch:
Suna*
Pia Ziefle
Ullstein
ISBN 978-3-550-08892-6

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