Tomaten in der Blockchain

Die Blockchain-Technologie ist in und es werden immer neue Anwendungsmöglichkeiten erprobt – jetzt ist die Landwirtschaft dran. Erste Pilotprojekte, beispielsweise mit Tomaten, laufen. Die Blockchain-Technologie könnte einen Beitrag zur schnellen und zuverlässigen Überprüfbarkeit von Qualität, Herkunft und Nachhaltigkeit leisten.

Während Bitcoin und andere Kryptowährungen nur virtuell existieren, gibt es Tomaten wirklich. Doch ebenso wie beim Geld die Angaben über Transaktionen, sind bei Lebensmitteln die Angaben über Herkunft, Anbau, Transport, Lagerung und Verarbeitung durch Manipulation gefährdet. Das genaue Tracking und die Datenhaltung der gesammelten Informationen in einer Blockchain, einem verteilten Datenbankmanagementsystem, schützen davor.

Ripe.io ist ein amerikanischen Startup-Unternehmen zweier ehemaliger Wallstreet-Banker bzw. –Händler, Raja Ramachandran und Phil Harris, die sich zum Ziel gesetzt haben, die Blockchain-Technologie für die Landwirtschaft nutzbar zu machen, beispielsweise um Tracking-Informationen vom Anbauer bis zur Verwertung bei Tomaten vor Manipulation zu schützen.

Blockchain
Die Blockchain Technology (Blockketten-Technologie) ist eine dezentrale Verwaltungsmethode von Daten – beispielsweise Guthaben und Transaktionen, wie sie in einem Kassenbuch wären -, wobei die Transaktionen mittels kryptographischer Verfahren verschlüsselt und miteinander verkettet werden.
Da neue Transaktionen bzw. Blöcke der Kette auf älteren aufbauen und diese auf noch älteren und weil die Informationen verschlüsselt sind, ist die Kette nachträglich kaum veränderbar und so vor Manipulationen geschützt.
Das Konzept ist durch die Verwaltung der Kryptowährung Bitcoin bekannt geworden, aber im Prinzip kann fast alles, was übertragbar ist, sich in Datensätze fassen lässt und hohe Sicherheitsanforderungen stellt, auch über eine Blockchain sinnvoll(er) verwaltet werden.
Beispiel Bitcoin-Blockchain: Jeder Block der Kette enthält neben den ein oder mehr neuen Transaktionen sowie einer Prüfsumme auch die Information, welcher der Vorgänger-Block ist sowie verschlüsselte Informationen von diesem.

TED Talk: How the blockchain will radically transform the economy | Bettina Warburg

Tomatensorte Sungold F1

Tomatensorte ‚Sungold‘ F1

Ihr erstes Agrar-Blockchain-Projekt startete Ripe.io, zusammen mit Sweetgreen Inc., einem Franchise-Unternehmen, das in seinen Filialen frische, gesunde Salate anbietet (eine Art McDonald’s für gesunde Salate aus frischen Zutaten), und mit der Ward’s Berry Farm, einem Gemüseanbaubetrieb südwestlich von Boston/Massachusetts. Auf Geschmack und Qualität legt der Inhaber Ward besonderen Wert. Seit August werden bei ihm die Reife, Farbe und Zuckergehalt verschiedener Tomatensorten (‚Sweet 100‘ F1, ‚Sungold‘ F1) sowie deren Wachstumsfaktoren wie Licht, Temperatur und Luftfeuchtigkeit etc. gemessen und dokumentiert – Daten, die ihm helfen können, die Erntemenge- und –qualität zu erhöhen. Unterstützung erhielt Ward von Caroline Myran, einer Projektmanagerin von Ripe.io, die selbst aus der Landwirtschaft stammt und einen Master in nachhaltiger Landwirtschaft und Ernährung der University of Massachusetts in Amherst hat. Auch während des Transports wurden die Lagerbedingungen dokumentiert. Durch das Festhalten der gesammelten Daten in der Blockchain sollen dem Anbauer, dem Handel und den Restaurants jederzeit zuverlässig und schnell Informationen geliefert werden können.

Ripe.io steckt mit seinem Projekt noch in den Kinderschuhen und ist nicht das einzige Unternehmen auf diesem Feld. Auch IBM arbeitet zusammen mit Dole, Nestle, Unilever und Walmart an einem entsprechenden Projekt.

Von Blockchain-Projekten solle man sich keine Wunder erwarten, geben Vorsichtige zu bedenken, schließlich sei die Blockchain auch nur ein Werkzeug und kein Wundermittel.

Aber im Grunde ist der Wert jeder Datenbank abhängig davon, welche Daten wie zuverlässig gemessen und in sie hineingefüttert wurden und wie gut sie vor Manipulation geschützt sind. Gerade bei Produkten, bei denen die Herkunft und bestimmte Eigenschaften große Auswirkungen auf die Produktbezeichnung (Beispiel: Der Wein für Champagner muss in der Champagne in Frankreich nach vorgegebenen Regeln angebaut worden sein) und Kennzeichnung (Bio-Zertifikate, Regionale Herkunft) und damit indirekt auf den Preis haben, könnte die Blockchain schnellere und sichere Überprüfbarkeit schaffen. Das könnte möglicherweise auch helfen, über die per Blockchain mögliche Transparenz mehr Kunden-/ Verbrauchervertrauen in Verbrauchersiegel aufzubauen.

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Natur und wildes Leben im Garten und auf dem Balkon fördern

Ein Balkon oder ein Garten sind keine Naturlandschaft, sondern beide werden von den Eingriffen ihrer Besitzer geprägt. Auch der größte Teil unserer Landschaft ist nicht Natur-, sondern Kulturlandschaft. Angesichts des beängstigenden Artensterbens in Landschaft und Natur deutschland-, europa- und weltweit möchten sich neben den Naturschützern und Ökoanbauern auch viele Gartenbesitzer, Balkongärtner und Urban Gardener für Pflanzen und Tiere einsetzen, indem sie „Wildtiere“ wie Igel, Vögel, Bienen, Schmetterlinge und viele andere bei sich willkommen heißen und sie unterstützen.

Nützlinge fördern: Der Purpursonnenhut wird von Frühsommer bis Herbst von Nützlingen als Futterquelle genutzt.

Nützlinge fördern: Der Purpursonnenhut wird von Frühsommer bis Herbst von Bienen, Hummeln und anderen als Futterquelle genutzt.

Zu den Ursachen für das Artensterben in der freien Landschaft gehören die zunehmende Flächenversiegelung durch Bebauung, die Zergliederung von Landschaften durch Straßenbau sowie das Zusammenlegen von Feldern zu einheitlich genutzten Flächen, wodurch einerseits die blühenden Feldrandstreifen weniger werden und auf denen andererseits meist auch noch flächendeckend Unkrautvernichtungsmittel und andere Pestizide ausgebracht werden. Den Insekten und anderen Tieren fehlen dadurch ausreichend große zusammenhängende oder wenigstens nah beieinander liegende giftfreie Flächen mit den entsprechenden Futterpflanzen. Auch die Luft- und Umweltverschmutzung durch Verkehr, Landwirtschaft und Industrie macht nicht nur Menschen krank, sondern schadet auch Bienen, Schmetterlingen und vielen anderen Tieren. Und natürlich spielt auch der Klimawandel eine Rolle, denn wo sich das Klima verändert, müssen sich erst neue zum veränderten Standort passende Pflanzen- und Tiergemeinschaften entwickeln und stabilisieren.

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Was können wir Hobbygärtner gegen das Individuen- und Artensterben tun (außer Einfluss auf die Politik zu nehmen)

Wer einen Garten mit unterschiedlichen Bedingungen (Anzahl Sonnen-/Schattenstunden, welche Art Schatten, feuchter/trockener Boden, niedrige/hohe Luftfeuchtigkeit etc.) hat, kann für Vielfalt an verschiedenen Standortarten sorgen: Besonnte Natursteinmauern oder ein karg bewachsener Steingarten mit trockenheitsverträglichen Pflanzen neben Hecken, Gehölzgruppen oder Staudenbeeten bieten Zauneidechsen Sonnenplätze und gute Verstecke; naturnahe Gartenteiche werden von Libellen und Wasserläufern besiedelt, gefolgt von Fröschen, Molchen, eventuell sogar Ringelnattern und Wasserfledermäusen – um nur zwei Beispielse zu nennen.

Vögel kann man fördern, indem man sie an einem vor Katzen und anderen Räubern geschützten Futterplatz ganzjährig füttert und ihnen (und auch den Flederäusen) Nistkästen aufhängt.

Erwachsene Schmetterlinge und Raupen haben eine unterschiedliche Ernährung

Erwachsene Schmetterlinge und ihre Raupen haben eine unterschiedliche Ernährung.

Wenn auf Balkon und Terrasse oder im Garten von Frühjahr bis Herbst immer genügend Pollen- und Nektarspender blühen – das können Bäume, Sträucher, Stauden, Blumen oder Kräuter sein -, haben Bienen und viele andere nützlichen Insekten eine zuverlässige Futterquelle. Sie überstehen dann auch den Winter besser. Viele Staudengärtnereien, Baumschulen, Gartencenter und sogar Baumärkte haben inzwischen Sortimente an bienen- und schmetterlingsfreundlichen Pflanzen – man muss nur darauf achten, dass man die Blüher so auswählt, dass die ganze Flugsaison der fleißigen Tiere abgedeckt ist.

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Ein Teil des Rasens kann vielleicht zur Blumenwiese oder in ein Wildstaudenbeet umgewandelt werden – das sieht schön aus, hat den Nützlingen mehr zu bieten und manche Staudenbeete benötigen weniger Pflegearbeit als Rasen.

Auf den Einsatz von Giften sollte man auf dem Balkon und im Garten möglichst ganz verzichten. Man muss nicht bei der ersten Blattlaus oder dem ersten Wiesen-„Unkraut“ Angst bekommen und die Chemiekeule herausholen. Oft regelt die Natur das Problem selbst – dann werden die Läuse von ihren natürlichen Gegenspielern wie dem Marienkäfer oder auch Vögeln vertilgt. Wichtig ist es, den Befall regelmäßig zu prüfen. Falls es doch zu viele Blattläuse werden und die Nützlinge nicht schnell genug in die Gänge kommen, gibt es weniger schädliche Bekämpfungsmethoden, siehe bei gartenprobleme.de.

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Perfekter gepflegter Rasen ist zwar schön und weich, wenn man auf ihm läuft, aber er benötigt viel Pflege und hat einen hohen Düngerbedarf. Im Grunde ist er eine kleine Monokultur, die so an den wenigsten Standorten natürlich ist. Ein Rasen mit Blumen und Kräutern dagegen ist auch schön, aber wesentlich pflegeärmer – und Bienen und Hummeln freuen sich an Gänseblümchen, Löwenzahn und den anderen blühenden Kräutern und Wildstauden im Rasen (siehe auch Unkraut im Rasen bekämpfen oder sich daran erfreuen?).

Ein bisschen Unordnung hilft den Nützlingen

Man tut seinem Wildleben im Garten oder auf dem Balkon einen großen Gefallen, wenn man die Beete oder Pflanzgefäße vor dem Winter nicht komplett abräumt und umgräbt, so dass man den ganzen Winter lang nur den nackten Boden sieht. Igel, Wildbienen und andere Nützlinge benötigen Verstecke und Überwinterungsplätze, beispielsweise nutzen sie dafür Pflanzenreste, Reisig- und Laubhaufen, Vögel picken auch gerne die Samen sowie Insekten von stehengelassenen Pflanzen. Falls Sie es wegen der kritischen Nachbarn nicht über sich bringen, den Vorgarten nicht pingelig sauber aufzuräumen, richten sie den Nützlingen vielleicht hinter dem Haus ein paar für sie heimelige Plätze ein.

Igel suchen im Herbst einen Schlafplatz für den Winter

Igel suchen im Herbst einen Schlafplatz für den Winter

Wer einen Garten hat, sollte nach Möglichkeit auch einen Komposthaufen haben. Auf dem Komposthaufen werden Pflanzenabfälle zu wertvollem Dünger – das spart Geld, schont die Umwelt, weil weniger energieaufwendig hergestellter Dünger benötigt wird, und fördert die Bodenfruchtbarkeit.

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Der Nutzen ist manchmal erst um einige Ecken erkennbar

Natürlich fördern wir am liebsten Insekten oder andere Tiere, die für uns nützlich sind oder die wir mögen – wie die Bienen, die bekanntlich unsere Obstbäume, das Gemüse und vieles andere bestäuben, oder Schwebfliegen, Marienkäfer und Florfliegen sowie auch Vögel, die die unbeliebten Blattläuse und andere Schädlinge vertilgen. Allerdings sollte man noch etwas weiter denken: Auch Insekten, die uns unsympathisch sind, weil sie uns stechen (Stechmücken) oder sonstwie lästig sind, haben in der Natur eine wichtige Funktion – und sei es als Futter für irgendeine Tierart, beispielsweise für insektenfressende Vögel, die wiederum bei einer Insektenplage im Garten oder auf dem Balkon hilfreich eingreifen, wenn wir sie bei uns im Garten angesiedelt haben.

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MOOCs 2017 – was aus den Hoffnungen und Ängsten wurde

Ein MOOC ist ein Massive Open Online Course, ein für jeden über das Internet zugänglicher Kurs mit hohen Teilnehmerzahlen. Was ist vom Hype, von den hohen Erwartungen und den teilweise großen Ängsten der Anfangszeit geblieben? „MOOCs haben weit mehr Einfluss auf den Arbeitsmarkt als auf die Hochschulen“, sagt Rick Levin, Chief Executive Officer (CEO) der Lernplattform Coursera und emeritierter Präsident der Yale University, fünf Jahre nachdem der Hype begann.

Seit im Herbst 2011 die ersten großen MOOCs mit etwa 100.000 Teilnehmer pro Kurs von der amerikanischen Stanford Universität durchgeführt wurden, kam eine Lawine ins Rollen. Es entstanden kommerzielle und nicht-kommerzielle MOOC-Plattformen, auf denen Universitäten der ganzen Welt MOOCs anboten. Es gab große Erwartungen, einen regelrechten Hype, aber auch viel Skepsis und Befürchtungen.

MOOCs 2017 - was aus den Hoffnungen und Ängsten wurde.

MOOCs 2017 – was aus den Hoffnungen und Ängsten wurde.

Der Lehrstoff wird bei MOOCs in Lerneinheiten hauptsächlich über Videos vermittelt – entweder Aufzeichnungen oder gestreamte Live-Vorlesungen, die auf Computern und Notebooks genauso wie über Mobilgeräte angeschaut werden können. Bei kurzen Lernvideos gibt es nach jedem Video Quizzfragen, bei längeren Videos werden Zwischenquizzes ins Video eingebaut, um die Aufmerksamkeit und das Reflektieren zu fördern. Die Teilnehmenden erhalten außerdem Aufgaben, die selbstständig zu erfüllen sind und die je nachdem per Computer oder von den Studierenden gegenseitig bewertet oder begutachtet werden. Es gibt Diskussionsforen für den Austausch untereinander und mit den Dozenten beziehungsweise deren Unterstützerpersonal (oft Freiwillige mit eine Abschluss) und/oder es werden dafür Social-Media-Plattformen wie Reddit oder Facebook genutzt. Je nach Kurs finden Zwischen- und Abschlussprüfungen online statt oder sind Abschlussarbeiten abzuliefern. Für die MOOC-TeilnehmerInnen ist all das freiwillig – außer natürlich, sie möchten am Ende ein Zertifikat, Credits oder Ähnliches erhalten. Mehrere MOOCs können sogar zu einem Programm für einen Abschluss (Online-Master, Nanodegree, Spezialisierung) zusammengeschaltet werden – da wird dann natürlich besonders streng auf die Einhaltung vorgegebener Regeln geachtet.

Die ersten MOOCs versetzten viele in Euphorie – Teilnehmende wie mich, weil sie mir und anderen Menschen in aller Welt Zugang zu hochwertiger Bildung, die zunächst von amerikanischen Spitzenuniversitäten angeboten wurde, ermöglichten, und auf der anderen Seite engagierte Hochschuldozenten, weil sie die Möglichkeit bekamen, Wissen an eine viel größere Zahl von Menschen weltweit weiterzugeben.
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Die Skeptiker dagegen befürchteten den Niedergang des bisherigen Bildungssystems und der Hochschulen. Sie wiesen gleich mit dem Finger darauf, dass nur ein kleiner Prozentsatz derer, die sich für Kurse registrieren, den Kurs mit allen Prüfungen abschließen – was aber daran liegt, dass sich manche zwar registrieren, aber doch nicht anfangen, andere nur schnuppern, ihr Wissen nur in Teilgebieten auffrischen oder ihr reguläres Studium ergänzen wollen (sie verschwenden ihre Zeit und eventuell Geld nicht für Prüfungen und ein Zertifikat, das sie nicht brauchen). Von den Skeptikern wurde ebenfalls unterstellt, dass die Studierenden nicht zu kritisch denkenden Menschen erzogen würden, weil ihnen die Diskussionspartner fehlten – was aber auch nicht stimmt, denn es gibt meistens Diskussionsforen, Social-Media-Gruppen und oft auch Online-Sprechstunden mit den Dozenten und ihrem Hilfspersonal, und es wurde infrage gestellt, dass MOOCs ein nachhaltiges Geschäftsmodell haben können oder finanzierbar seien.

Meiner Erfahrung nach (ich habe inzwischen an vielen Informatik- und anderen MOOCs teilgenommen) und auch Studien zeigen, dass Online-Lernen mit MOOCs sehr effektiv ist. Schließlich kann man seine Lernvideos so oft zurückspulen, wie man will – solange, bis man sprachlich und inhaltlich jeden Sachverhalt komplett verstanden hat und das zugehörige Quizz richtig beantworten kann (und keiner der anderen Teilnehmenden muss davon wissen, wenn man ein Brett vor dem Kopf hatte). Videopassagen mit Lerninhalten, die man schon kennt oder die für einen selbst schnell zu verstehen sind, kann man dagegen bei einigen MOOC-Anbietern in höherer Geschwindigkeit ablaufen lassen und ist schneller durch – im Hörsaal würde man in solchen Phasen gedanklich abdriften und dadurch möglicherweise die nächsten interessanten Fakten oder Denkanstöße verpassen.

Rick Levin, Chief Executive Officer (CEO) der Lernplattform Coursera und emeritierter Präsident der Yale University, teilt in seinem Vortrag bei UCTV über die MOOCs und die Zukunft der Hochschulbildung seine Erfahrungen, Beobachtungen sowie die Ergebnisse einiger Studien. (Das Video ist im erweiterten Datenschutzmodus eingebettet.)


„MOOCs haben weit mehr Einfluss auf den Arbeitsmarkt als auf die Hochschulen“, sagt Levin.

Die ersten MOOCs waren alle kostenlos, aber die Dozenten, die Technik, die Wissensaufbereitung und die Organisation sind teuer und müssen finanziert werden. Viele Kurse sind nach wie vor gebührenfrei, doch wer einen zertifizierten Abschluss o. ä. möchte, muss bezahlen, vor allem wenn es sich um Kursprogramme, bestehend aus mehreren Kursen, beispielsweise für einen Master-Abschluss o. Ä. handelt. Mit Kursen, die der Karriere förderlich sind, generieren die Kursanbieter inzwischen gute Einnahmen – Spitzenreiter sind laut Levin die Themen Datenverarbeitung/-auswertung, Business/Management, Informatik.

Mit MOOCs auf sozialer Mission
Laut Levin hat die MOOC-Plattform Coursera alleine 25 Millionen registrierte TeilnehmerInnen, 77 Prozent davon sind von außerhalb der USA, 45 Prozent wohnen in Entwicklungsländern!

Die meisten TeilnehmerInnen sind zwischen 22 und 45 Jahren alt – in dieser Gruppe sind auch die, die bereit sind, für ein Zertifikat oder eine Qualifizierung zu bezahlen – die Gruppe enthält Berufsanfänger, Weiterbildungs- und Umschulungswillige.

Fazit: Die Hochschulen erhalten durch die MOOCs, die sie anbieten, eine zusätzliche und viel größere Zuhörerschaft, als sie bisher hatten!
Laut Levin hat eine Studie gezeigt, dass weit über 80 Prozent derjenigen, die einen Coursera-Kursabschluss erlangt haben, nach eigenen Angaben davon profitierten, 33 Prozent sogar beträchtlich in Form eines neuen Jobs, einer Beförderung, Gehaltserhöhung oder indem sie ein eigenes Unternehmen gründeten. Den größten Einfluss haben die durch MOOCs erworbenen Abschlüsse für Studierende mit niedrigem Einkommen in sich entwickelnden Ländern.

MOOCs sind für die Hochschulen nicht disruptiv, sondern schaffen neue Möglichkeiten
Eine Befürchtung mancher Skeptiker war, dass MOOCs das bisherige Hochschulwesen zerstören und durch etwas Minderwertiges ersetzen könnten. Das hat sich nicht bewahrheitet. Die Hochschulen können mit MOOCs wichtige Aufgaben für die Wirtschaft und den Arbeitsmarkt erfüllen. Andererseits können MOOCs auch die herkömmliche Wissensvermittlung beim regulärem Hochschulstudium ergänzen.

Die Businessmodelle der MOOC-Plattformen entwickeln sich ebenfalls weiter. Unternehmen erkennen laut Levin zunehmend die Notwendigkeit, ihre Mitarbeiter weiterzubilden (Fortbildung, Umqualifizierung) – nicht zuletzt, um sich selbst als Arbeitgeber interessant zu machen. Diese Unternehmen sind wichtige Kunden für MOOC-Anbieter und MOOC-Plattformen, da sie selbst kaum in der Lage sind, alleine etwas Gleichwertiges anzubieten.

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MOOCs helfen auch Arbeitslosen, unterforderten oder unzufriedenen Mitarbeitern: Sie können sich leichter weiterbilden oder umschulen – auch in Eigeninitiative. Von den MOOCs können also Arbeitgeber und Arbeitnehmer profitieren, nicht zuletzt, weil Online-Masters nur 20 Prozent der regulären Hochschul-Masterabschlüsse kosten.

MOOCs sind dennoch keine Konkurrenz zum bisherigen System, denn diese Online-Teilnehmer sind im Durchschnitt älter und/oder hätten einen normalen Master vor Ort (und zum Normalpreis) gar nicht erwogen.

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Ameisen düngen Pflanzen!

Ameisen sind vielseitiger als gemeinhin bekannt. Einerseits verwühlen sie zwar den Boden oder tragen Blattläuse zu neuen „Weideflächen“, weshalb sie bei manchen Gärtnern und Hobbygärtnern weniger beliebt sind, aber sie übernehmen auch einen Teil der Blattdüngung wie einige Forscher der Aarhus Universität in Dänemark herausgefunden haben.

Insekten sind die artenreichste Klasse der Tiere. Manche von ihnen sind für den Menschen direkt nützlich wie beispielsweise Bienen und andere Bestäuber, andere werden von uns als Schädlinge eingestuft – nämlich, wenn sie Nahrungskonkurrenten von uns sind, sprich unsere pflanzlichen Erzeugnisse, vor allem Nahrungsmittel, am gesunden Wachsen hindern. Zu den Schädlingen zählen wir beispielsweise pflanzenfressende Schnecken, pflanzensaftsaugende Blattläuse und viele mehr. Darüber hinaus gibt es viele Insekten, die uns Menschen plagen wie Stechmücken und andere mehr. Allerdings sollte man nicht vergessen, dass sogar die Plagegeister eine wichtige Funktion haben: Sie sind die Nahrung für Vögel und andere Insektenfresser.

Ameise auf dem Weg zu Blattläusen, von deren Honigtau sie sich ernährt

Ameise auf dem Weg zu Blattläusen, von deren Honigtau sie sich ernährt

Ameisen galten selbst im Freien den meisten Menschen bisher nicht als Nützling, obwohl sie keine lebenden Pflanzen fressen, höchstens den Boden im Wurzelbereich verwühlen (was man mit Gießen schnell ausgleichen kann) und Blattläuse zu neuen Pflanzen tragen, wo sie sie zum stärkeren Saugen anregen und sich ihre zuckerhaltige Ausscheidungen abholen (wozu sie von den Blattläusen regelrecht verführt werden). Kurz gesagt: Wegen ihrer „Zusammenarbeit“ mit den Blattläusen sind Ameisen bei Gärtnern und Hobbygärtner eher weniger beliebt.

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Manchen Nutzen erkennt man erst bei genauem Hinschauen

Seit Längerem ist aber bekannt, dass Ameisen, die in Symbiose mit Pflanzen leben, ihren Wirt vor Fressfeinden wie schädlichen Insekten und parasitären Pflanzen beschützen und ebenso, dass die Pflanzen von den Nährstoffen eines Ameisennestes in Wurzelnähe profitieren können.

Nun haben Forscher in einem Versuch mit Weberameisen an Kaffeepflanzen herausgefunden, dass auch die in den Ausscheidungen von Ameisen enthaltenen Nährstoffe auf den Blättern von den betroffenen Pflanzen direkt aufgenommen und in der Pflanze verteilt werden können – wie ein Blattdünger! Dies wiederum führte im Versuch zu einem besseren Spross-/Wurzelverhältnis im Vergleich zu den Kontrollpflanzen ohne Ameisen. Die Ameisenausscheidungen auf Pflanzenblättern haben also möglicherweise eine wichtige ökologische Bedeutung, die wir nur noch nicht kennen! Man darf gespannt sein, was die weitere Erforschung ergibt.

Fazit

Viele Vorgänge in der Natur sind noch völlig unbekannt. In diesem Fall zeigt sich, dass Ameisen positiv zur Pflanzenernährung beitragen können.

Insekten sind viel wichtiger für uns, als den meisten von uns bewusst ist. Nicht nur, dass sie ein lebenswichtiges Futter für Vögel sind, sie spielen in der Natur in vielerlei Hinsicht eine wichtige Rolle, nicht nur bei der Bestäubung. Leider sterben Bienen, Schmetterlinge und andere Insekten und als Folge davon auch viele Vogelarten wegen des Einflusses des Menschens auf ihren ursprünglichen Lebensbereich. Flächenversiegelung, Umweltverschmutzung und die Agrarindustrie beziehungsweise die großflächige konventionelle Landwirtschaft mit dem Einsatz von Pestiziden sind Veränderungen, die zur Individuenreduktion und zum großen Artensterben beitragen. Damit überhaupt noch die Zeit bleibt, sie und ihren Nutzen besser kennenzulernen, müssen wir von unseren Politikern fordern, diese Entwicklung endlich anzuhalten.

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Aber auch als einzelner HobbygärtnerIn mit Balkon, Terrasse, Garten oder Kleingartenparzelle kann man etwas für Nützlinge und andere Insekten tun, indem man beispielsweise selbst auch keine Gifte einsetzt, Blühpflanzen für Nützlinge aussät oder anpflanzt und den Garten vor dem Winter nicht zu sehr aufräumt, damit die Nützlinge Überwinterungsverstecke finden können. Ganz engagierte bauen sogar Insektenhotels.

Quelle und weiterer Lesestoff

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